Doppeldecker-Waffeln mit Brombeer-Quark-Füllung

Waffeln

Letztes Wochenende waren wir in Leipzig und besuchten das Hasenpatenkind samt Familie. Eines der Highlights des Besuchs war das gemeinsame Waffelnbacken und -essen auf der Terrasse. Nun ist es so, dass ich mich ja an sich über jedes Waffelessen freue, dann aber doch oft enttäuscht bin. Gut schmecken sie ja meistens, aber eben nicht so, wie ich das aus meiner Kindheit kenne. Und weil ich also letztes Wochenende ein wenig herumwimmerte, dass die Waffeln zu knusprig und trocken sein, habe ich dann dieses Wochenende “richtige” Waffeln gebacken. So wie Waffeln zu sein haben. 😉

Das Teig stammt aus dem klassischen “Das Backbuch” des Verlags für die Frau, das meine Mama im Küchenregal stehen hatte und in dem ich oft fasziniert blätterte. Zwei Seitenzahlen konnte ich damals auswendig (Heute nicht mehr so ganz, aber man könnte mal auf 208 und 11 nachgucken. Oder 108 und 211? Irgendwie so…), nämlich die für unseren Plätzchenteig (“Zauberkekse”) und die für den Waffelteig (“Festtagswaffeln”). Diese beiden Rezepte habe ich mir dann auch zu meinem Auszug nach dem Abitur in so ein kleines Heftchen abgeschrieben, aus dem nach und nach mein eigenes Rezeptbuch werden sollte.

Die Zutaten konnte ich schon in recht jungen Jahren zusammenrühren und durfte dann auch ganz schnell alleine auf dem alten gelben Kontaktgrill die Waffeln backen. Da dieser keine spezielle Form hatte, sah jede Waffel individuell aus und die Größen variierten beachtlich. Für unsere Variante der Waffeln, die es so wahrscheinlich in keinem Backbuch gibt, wurden größere Waffeln halbiert und kleinere einfach so aufeinander gestapelt. Dazwischen kam jeweils eine Schicht Quarkspeise (mit Milch glattgerührter Quark vermischt mit Marmelade, typischerweise selbstgemachte Brombeer-, Johannisbeer- oder Erdbeermarmelade aus dem Garten). Diese Doppeldeckerwaffeln konnte man dann wie eine Klappstulle ganz einfach aus der Hand essen (und sich dabei herrlich mit Quarkspeise einsauen).

Die Herstellung dieser Waffeln hat etwas meditatives – erst kommt ein Klecks Teig auf den Grill, der sich dann beim Zuklappen zurechtquetscht. Dann kommt ein Klecks Quarkspeise auf die untere Waffel, der sich dann wiederum beim Zuklappen zurechtquetscht. Am Ende hatte man lauter Unikate, an deren Rand gerne mal Quarkspeise hervorquoll. Wie eine Klappstulle konnte man diese dann noch schön heiß essen und sie schmeckten wirklich sehr anders, als was ich später im Leben als “Waffeln” vorgesetzt bekam.*

Der alte Kontaktgrill hat nun schon eine ganze Weile das Zeitliche gesegnet und ich buk dann heute mit unserem standardisierten Waffeleisen in Herzchenform. Ging aber erstaunlicherweise ganz genauso gut. Glücklicherweise war der Hase dann auch ebenso glücklich über die Waffeln wie ich, obwohl er letztes Wochenende noch sagte, dass er ja vor allem knusprig gebackene Waffeln mag und diese innen drin eher weich sind. Darf und werde ich also wieder backen!

Rezept: Doppeldecker-Waffeln mit Brombeer-Quark-Füllung

Zutaten Waffelteig

  • 150 g Margarine (es ist ein DDR-Kochbuch 😉 Ich habe Butter genommen)
  • 125 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker (ich habe unseren selbstgemachten Vanillezucker verwendet und direkt 150 g davon genommen)
  • 3 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 3 geriebene Bittermandeln (Die sind nichtmal zur Stollenzeit leicht zu bekommen und Bittermandelaroma hatte ich nicht im Haus, aber ohne schmecken die Waffeln auch super!)
  • 125 g Mehl
  • 75 g Stärkemehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 4 EL saure Sahne

 

Zutaten Füllung

  • 500 g Quark (Es bleibt etwas übrig, aber Quarkspeise kann man ja auch super später noch essen oder weiterverarbeiten)
  • ca. 100 ml Milch zum Glattrühren
  • 3 EL Brombeermarmelade (selbstgemachte von der Tante)

 

*Die zweitbesten Waffeln meines Lebens gab es übrigens im Urlaub an der schwedisch-norwegischen Grenze, mit oberfruchtiger Erdbeermarmelade drauf!

Gastbeitrag vom #hasenkoch: Beerenzapfen mit fleischiger Haut und Fugu-Marmelade

Ich bin nicht die einzige in dieser Wohnung, die einen leichten Hang zu gutem Essen hat. Neben dem recht dickbäuchigen Kater (die Katze ist rank und schlank wie eine Elfe) ist es vor allem auch der Hase, der äußerst experimentierfreudig ist. In diesem Gastbeitrag lässt er Euch an seinem aktuellen, Halloween-esk gefährlichen, Versuch teilhaben…

Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich jede Menge Zeit und so langsam drohte die Langeweile. Zum Glück ergeben sich im Herbst einige Möglichkeiten, seine Zeit sinnvoll zu verbringen, z.B. mit Birnen-Quittenwein keltern, Früchte einwecken oder Apfelmus und diverse Marmeladen einkochen. Zum Beispiel Hagebutten-Marmelade. Von Eltern, Großeltern und diversen anderen “Hippies” wurde mir mehrfach ans Herz gelegt, letzteres auszuprobieren, jedoch immer mit der Warnung: “Das macht aber eine Heidenarbeit”. Nun gut, ich hatte Zeit und war motiviert. So fuhr ich bei leichtem Nieselregen durch die Nachbarschaft und erntete zwei Fünf-Liter-Eimer voller Hagebutten. Zuhause begann ich dann, die Früchte von den störenden Samen und den daran haftenden Härchen (aus denen man ein super Juckpulver machen kann) zu befreien. Acht Stunden später hatte ich den ersten Eimer bearbeitet und war um die Gewissheit reicher, dass dies das letzte Mal sein würde, dass ich mich mit so einer Fummelei beschäftige. Aus dem zweiten Eimer entstand daher kurzerhand Hagebutten-Wein, für den die Früchte komplett genutzt werden können. Die Gewissheit aber hielt nur genau bis letzten Montag…

Wieder ist es Herbst und wieder bin ich arbeitssuchend und sehr flexibel in meiner Zeitplanung. Da setzte mir mein Vater den Floh ins Ohr, dass er einmal Eiben-Marmelade probieren wolle. Die Eibe ist ein Nadelbaum, der giftig ist. Nur die roten Fruchtmäntel sind essbar. Quasi der Kugelfisch unter den Nadelbäumen.

Umso vorsichtiger ging ich beim Entkernen der Früchte vor. Der kleinste Rückstand eines giftigen Teils macht aus einer Leckerei eine Todesfalle. Das halbe Internet ist voller Gruselgeschichten über Herzstillstände nach Eiben-Verzehr. Zusätzlich machte die schleimige Konsistenz der Früchte bereits im leicht angedrückten Zustand das Entkernen ein wenig schwierig. Aber darauf war ich nach den Recherchen bereits gestoßen und demzufolge schon vorgewarnt. “Das Pflücken ist hierbei bei weitem die geringste Arbeit…” lautete die Einleitung des einzigen “Rezepts“, das ich im Internet fand. Daher pflückte ich “nur” solange, bis ich ein Drittel eines Fünf-Liter-Eimers voll hatte. Immer noch zu viel, denn das Entkernen allein dauerte elf Stunden. Aber meine Laune war deutlich besser als im letzten Jahr, freute ich mich doch einzig und allein auf das Ergebnis, das ich sogar mit meinem Vater teilen konnte. Ich ließ die entkernten Früchte über Nacht im Kühlschrank, um sie am nächsten Tag nochmals auf Giftreste zu untersuchen.

Immerhin hatte ich letztendlich 775 g Eiben-Fruchtfleisch zusammen, die ich mit zwei kleinen Äpfel aus unserem Hinterhof auf kleinster Stufe über mehrere Stunden und unter gelegentlichem Umrühren aufkochte. Das Ganze schickte ich durch die Passiermühle mit kleinstem Sieb, nur um ein letzten Mal sicher zu gehen, ob ich wirklich alle Samen aus der Fruchtmasse herausgefischt hatte. Spätestens hier kann man meine Paranoia erkennen. Nachdem ich das Fruchtfleisch wieder in den Topf gegeben hatte, versetzte ich die Masse mit Gelierzucker, wie auf der Packung beschrieben einen Teil Zucker auf zwei Teile Frucht. Obwohl ich mich anfangs bei der bereits schleimigen Konsistenz fragte, ob das Ganze überhaupt geliert werden musste, verkochte sich der Schleim im Laufe der Zubereitung. Heraus kam eine sehr süße Marmelade, die mich ein wenig an Preiselbeere, wenn auch nicht ganz so aromatisch, erinnerte. Wer an einem Herbsttag so gar nichts mit sich anzufangen weiß und trotzdem Hummeln im Hintern hat, dem möchte ich dieses Projekt ans Herz legen. Ein super Geschenk für todesmutige Freunde, aber am allerleckersten, wenn man sie selbst vernascht.

Auf der Suche nach Eiben-Sträuchern verschlug es mich an den Weißen See. Dort wollte ich nach den zwei Esskastanien-Bäumen schauen. Leider waren die Funde dort nicht verwertbar. Entweder war ich zu spät oder die Kastanien reifen dort nicht zur Gänze aus. Doch ein anderer Baum brachte mich zum Jubeln. In der Nähe der Sonnenuhr bauten sich mehrere imposante Wacholderbüsche auf. Und die waren brechend voll mit blauen “Beeren”. Später las ich im Netz, dass die Früchte zwei Jahre zur Reife brauchten. Während sie im ersten Jahr noch grün an den Ästen hingen, seien sie im zweiten Jahr dunkelblau und zur Ernte bereit. Sie sind auch gar keine Beeren, sondern “Beerenzapfen mit fleischiger Haut” und in einer Wacholderbeere wohnen laut einem alten Sprichwort neun Ärzte. Man muss sie auch nicht zwangsläufig nur für Saucen nutzen, sondern kann sie auch getrocknet mit Nüssen und Rosinen zusammen essen.

Ich streifte also eine große Hand voll Wacholder-Beeren (wann braucht man die schon mal) vom Baum und wusch und trocknete sie zuhause erst einmal, um den weißen Film herunterzubekommen. Auf einem Teller breitete ich ein Blatt Küchenkrepp aus und lagerte die Beeren zum Trocknen aus. Dort warten sie nun auf den richtigen Trocknungsgrad, um sie in einem Glas zu verstauen. So verpackt sollen sie mehrere Jahre haltbar sein.

#12von12 im Oktober 2016 – Herbstwetter-Edition

Immer am 12. eines Monats machen Blogger:innen zwölf Fotos von ihrem Tag. Diesmal bin ich auch wieder dabei, die anderen gibt es wie immer bei Caro.


Honibuftis

Der Hase hat in meiner Abwesenheit Lust auf klebrig süße Frühstückscerealien bekommen und einfach mal welche gekauft, was ich aber erst gestern Abend gesehen habe. Heute morgen habe ich mir dann direkt ein Tupperdöschen voll mitgenommen, die Milch dazu gibts im Büro. So hatte ich seit langem mal wieder “Honibuftis”, wie sie bei uns in der Familie heißen. Standen früher immer bei Oma in der Wohnstube herum und wurden von Enkeln und (mindestens) einer Tante trocken aus der Hand genascht. Erinnerungen!

 

Mittag

Der Vormittag im Büro plätschert ohne besondere Vorkommnisse vor sich hin. Früher als sonst bekomme ich wieder Hunger, woran das wohl liegt 😉 Zum Mittag mit der besten Kollegin-Freundin gibt es vom Hasen zubereitete Kartoffelsuppe und für sie Pellkartoffeln mit Quark. Die frischen Komponenten spendiert der Arbeitgeber dazu.

 

Photoshop

Kaum wieder am Platz taucht dieses von Photoshop arg verunstaltete Foto auf und sorgt für Heiterkeit – kommt uns natürlich nicht auf die Seite!

 

Kicker

Zum Feierabend laufe ich durch unseren neu gestalteten Eingangsbereich und amüsiere mich über das Schild am Kickertisch, das darum bittet, nicht zu viel Lärm zu machen. Wer schonmal gekickert hat, weiß, wie sinnvoll und zielführend das ist…

 

Verspätung

Die U2 verkehrt pünktlich zum Feierabend unregelmäßig. Ich warte also zunächst erstmal 12 Minuten auf eine Bahn, diese ist dann natürlich brechend voll. Ebenso die drei Minuten später. In die dritte passe ich dann hinein (genau wie gestern….).

 

Laub

Als ich zum Sport laufe, dämmert es bereits. Was hier wie buntes Herbstlaub aussieht, ist allerdings in Wirklichkeit noch grün und wird nur von orangenen und roten Neonschildern erleuchtet.

 

Sport

Auf dem Weg zum Sport bin ich allerdings in meine erste Herbstpfütze getreten und durfte feststellen, dass Schuhe aus Baumwolle natürlich nicht wasserfest sind.

 

Kastanien

Als ich das Sportstudio verlasse, ist es endgültig dunkel. Zuhause erwartet mich der Anblick eines kompletten Esstisches voller zerkleinerter trocknender Kastanien. Aus denen will der Hase den Winter über immer nach Bedarf nachhaltiges Waschmittel herstellen.

 

Kater

Der Hase ist heute Abend bei unseren syrischen Freunden. Ich nehme mir also die neuesten Serienfolgen mit in die Küche und koche mir was schönes. Der Kater ist wie immer neugierig.

Gemüse

Heute verarbeite ich letztes Gemüse – Paprika vom Balkon, Zucchini und Tomaten aus dem Garten der Hasenfamilie. Eine Schale voller Cocktailtomaten vom Balkon haben wir dann noch übrig, die halten sich aber noch eine Weile.

 

Gebackenes Gemüse

Inspiriert von Rachels dieswöchigem Rezept im Guardian Cook wird das Gemüse mit viel Olivenöl, Salz, Pfeffer, Knoblauch und Oregano ganz langsam im Ofen geröstet. Am Ende ist es so weich, dass es auf der Zunge zergeht und wahnsinnig aromatisch. Besonders die Paprika und Tomaten werden regelrecht süß und leicht rauchig, genau wie Rachel es beschreibt. Dazu esse ich Couscous. Die Reste bleiben für das Mittagessen morgen, dann wahrscheinlich kalt, denn laut Rachel schmeckt das dann sogar noch besser!

 

Kuchen

Und weil mir so herbstelig ist, mache ich mir zum Nachtisch das letzte Stück des Apfel-Streusel-Kuchens, den der Hase am Wochenende gebacken hat, warm und mahle mir frischen Zimt darüber. Wie schon Sookie über den Gurkenduft sagte: If you can’t fight it, embrace it! Die Heizung haben wir jedenfalls inzwischen auch angemacht…

Parco Geotermico delle Biancane, Massa Marittima und ein wild-frittiertes Menü

Eine entfernte Verwandte hatte uns auf Facebook empfohlen, den nahegelegenen geothermischen Park zu besuchen. Da unsere Familie ja ein Faible für vulkanische Dinge hat, nahmen wir uns das direkt für den nächsten Tag vor. Die Fahrt durch weitestgehend menschenleeres Gebiet wird vor allem dadurch unterhaltsam, dass der Straßenatlas von vor 25 Jahren die Strada Provinciale noch nicht kennt, die das Navi präferiert. Das sorgt für Verwirrung und Unsicherheit bei der Generation 60 Plus. Allerdings ist die Straße uns dann auch nicht mehr ganz so geheuer, als wir an die Stelle kommen, wo sie laut Navi über einen Fluss, in der Realität aber eher mitten hindurch führt. Zum Glück ist aber gerade kein Hochwasser und wir kommen sicher auf die andere Seite. Natürlich müssen wir aber trotzdem anhalten und fotografieren. Nicht zum letzten Mal heute fühlen wir uns wie auf Island.

Der Stopp hat auch noch einen schönen Nebeneffekt: Am Straßenrand finde ich jede Menge wilden Fenchel, von dem ich mir einen dicken Strauß pflücke. Gedanklich bin ich damit schon vormittags beim Abendessen, aber wir sind ja nun mal in Italien. “Zuhause” um unsere Ferienwohnung herum blüht und duftet der Holunder, die Blüten zu frittieren haben wir uns gleich von Anfang an vorgenommen. Ein roter Faden für das heutige Menü ist also gefunden: Essbare Wildpflanzen.

Erstmal riecht es jedoch eher nach faulen Eiern, von den Schwefeldämpfen der Fumarolen. Nur 7-8 km unter uns ist eine Magmakammer, gräbt man nur 100 m tief, ist es gleich 9 Grad wärmer. An einigen Stellen ist der Abstand deutlich geringer, man fühlt die Wärme im Vorbeigehen und es tritt auch Dampf aus.

Ein kleines Video mit dem Originalton:

Es gibt einen kleinen Rundweg zum Wandern. Leider verlieren wir die Route ziemlich schnell und laufen dann eher durch einen Wald voller Esskastanien und Korkeichen, als durch vulkanisches Gebiet. Ist aber auch spannend und schön und wir sehen die ersten Eidechsen dieses Urlaubs, die es sich in der Sonne bequem machen (bis wir kommen).

Nach etwa anderthalb Stunden Natur pur fahren wir weiter nach Massa Marittima und schlendern dort zur Piazza Garibaldi mit dem beeindruckenden Dom samt architektonisch spannender Treppe. Hier saßen wir vor 25 Jahren und sahen den Fahnenschwingern und Armbrustschützen des Ballestro del Girifalco zu. Heute ist es hier deutlich ruhiger und leerer. Als wir genug geguckt haben, suchen wir uns ein Café mit WLAN, damit meine Eltern auch endlich mal wieder in Ruhe ihre E-Mails checken und auf Facebook rumhängen können.  Der Kellner stammt aus Südtirol und so können wir kompliziertere Vorgänge wie das Einwählen ins WLAN und die gleichzeitige Bestellung aus Speisekarte, Pasticceria-Auswahl und von der Eistheke – alles auf einer Rechnung – in schönstem deutsch-italienischem Kauderwelsch organisieren.

Crostini mit Artischocken und Grana Padano
Cioccolato nero, fragola, icricotta e fichi


Auf dem Weg zurück zum Auto entdecken wir noch den Brunnen der Fruchtbarkeit mit entsprechendem Fresco.


Auf dem Heimweg halten wir noch an einem Supermarkt, um unsere Vorräte aufzufüllen und noch einige Zutaten fürs Abendbrot zu kaufen. Die Zucchiniblüten sind dann einfach irgendwie mit in den Wagen gehüpft – frittieren stand ja eh schon auf dem Plan und so ergab sich dann spontan noch eine tolle Vorspeise.

Teig für Fritti nach Rachel Roddy

  • 150 g Mehl
  • 2 EL Olivenöl
  • 200 ml Wasser
  • 2 Eiweiß
  • Salz

Mehl, Öl und Wasser gut vermischen und für eine, besser zwei Stunden in den Kühlschrank stellen. Direkt vor dem Frittieren wieder herausholen und Eischnee unterheben – fertig. Zum Frittieren haben wir natürlich Olivenöl genommen (extra verginge, aber nicht das teuerste), schmeckt am besten und man gönnt sich ja sonst nichts. Die Menge Teig reicht für 6 gefüllte Zucchiniblüten, 48 Zucchinistifte (ca 1 cm Durchmesser und 7 cm Länge) und etwa 10 große Holunderdolden.

Gefüllte Zucchiniblüten und Zucchinistifte

  • 6 junge Zuchini mit Blüten
  • 6 Anchovifilets
  • 1 Mozzarella
  • Teig für Fritti (siehe oben)

Den Mozzarella in sechs Teile schneiden. Blüten von den Zucchini abschneiden (einen kleinen Strunk dranlassen) und vorsichtig auseinanderziehen. Mit je einem Stück Mozzarella und einem Anchovifilet füllen und wieder verschließen/zudrehen – es passt viel mehr hinein, als man denkt! In den Teig tauchen und frittieren. Die Zucchini halbieren und jede Hälfte der Länge nach vierteln. Ebenfalls in den Teig tauchen und frittieren. Die heißen Fritti salzen und sofort servieren. Mit den Fingern essen!

Fertig befüllte Blüten, fertig zum Frittieren




Pasta mit Salsiccia und wildem Fenchel nach Eric Lissner

  • 1 großer Bund wilder Fenchel, gewaschen
  • 500 g Penne rigate
  • 2 Salsicce
  • 3 Zehen Knoblauch, in Scheiben
  • Peperoncino
  • Salz

Einen Pastatopf mit Wasser zum Kochen bringen. Den Fenchel darin 5 Minuten simmern lassen und dann herausfischen. Das Wasser großzügig salzen, die Pasta dazugeben und al dente kochen. In der Zwischenzeit die Salsicce von ihren Häuten befreien. In einer Pfanne den Knoblauch langsam in Olivenöl andünsten, dann die Scheiben herausfischen. Die Salsicce hinzugeben, mit dem Pfannenwender zerkleinern und mit Peperoncino würzen. Das Fleisch gut durchbraten. Währenddessen den Fenchel kleinhacken und dann zur Salsiccia geben. 1-2 Kellen Pastawasser dazugeben, um eine gleichmäßige Sauce zu erhalten. Die fertige Pasta dazugeben und alles vermischen, bei Bedarf mit mehr Pastawasser nachhelfen. Servieren.


Frittierte Holunderblüten mit gezuckerten Erdbeeren

  • 10 Holunderdolden
  • Teig für Fritti (siehe oben)
  • 250 g Erdbeeren
  • Zucker

Die Dolden verlesen, Blätter entfernen und eventuelle Insekten etc. absammeln (nicht waschen!). Erdbeeren putzen, kleinschneiden und zuckern. Die Dolden am Stiel festhalten, in den Teig tauchen und gut abtropfen lassen. Über das Frittierfett halten und mit einer Schere so abschneiden, dass nur die vom Teig bedeckten dünnen Zweige ins Fett fallen. Nach und nach alles goldbraun frittieren, dann zuckern und noch heiß mit den Erdbeeren servieren.
 

Improvisiertes, superleckeres Spinat-Linsen-Curry mit Reis

Ich muss dieses “Rezept” jetzt mal fix notieren und warum dann nicht gleich im Blog? Eben.

Ich kam vom Sonntagskuchenessen bei den Eltern zurück und hatte eigentlich vor, einen Kartoffel-Spinat-Auflauf zu machen. Allerdings hatte ich nicht bedacht, dass zeitgleich ein Brot im Ofen backen würde. Da ich zwar Knoblauch liebe, aber nicht ein komplettes Brot einknoblauchen wollte, disponierte ich um. Ich wollte Spinat und passierte Tomaten kombinieren und ordentlich Knoblauch sollte auch noch dran. Nudeln waren alle, aber beim Durchwühlen der Vorräte fand ich noch jede Menge Reis (Basmati) und Linsen (u.a. rote). Also wurde es ein indisch angehauchtes (Dhal-)Curry.

  

Ich bin kein Profi, was indisches Kochen angeht (indisch essen kann ich dafür sehr gut), daher kann ich nicht garantieren, dass dieses Rezept optimal ausgeführt oder authentisch ist. Aber es ist in jedem Fall wahnsinnig lecker und da ich selbst überrascht war, gehört es aufgehoben:

Rezept: Spinat-Linsen-Curry mit passierten Tomaten und Reis (reicht für mindestens 4 Personen)

  • Frischer Spinat (so 4-6 Handvoll)
  • Kokosöl
  • Koriandersamen, Bockshornkleesamen, Senfsamen, Kardamom-Kapseln, getrocknete Chili-Schoten, Gewürznelken (Zusammensetzung nach Gefühl)
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • Knoblauch (2 Zehen waren etwas zu wenig)
  • Ein Stück Ingwer
  • 200 g rote Linsen
  • 400 ml passierte Tomaten
  • 150 ml Naturjoghurt
  • Eine Handvoll Rosinen
  • 2 Tassen Basmati-Reis
  • Salz
  • 4 getrocknete Limettenblätter

Zuerst die Gewürze (außer Salz) in der Pfanne anrösten, dann zermörsern (Schalen der Kardamom-Kapseln raus sammeln).

In einem breiten Topf zwei Esslöffel Kokosöl schmelzen lassen und den gewaschenen Spinat hinzugeben. Spinat andünsten und dann noch einmal zur Seite stellen.

Klein gehackte Zwiebel, Knoblauch und Ingwer in den Topf geben und anschwitzen.

Linsen hinzugeben und kurz mit anrösten, dann mit den passierten Tomaten ablöschen, Gewürze aus dem Mörser hinzugeben und kochen lassen.

Nach einer Weile den Joghurt, den Spinat und die Rosinen zugeben, salzen und mit geschlossenem Deckel weiter köcheln lassen, bis die Linsen gar sind. (Insgesamt etwa 10-15 Minuten)

In der Zwischenzeit Reis mit der doppelten Menge Wasser aufkochen. Limettenblätter hinzugeben und bei geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis das Wasser verdampft ist. 

Den Reis salzen und beides zusammen servieren (Limettenblätter nicht mitessen.)

Dazu würde noch gut Garlic Naan passen, aber wir hatten ja nischt.

Ein mexikanisches Namensmenü zum Geburtstag der besten Freundin

Heute hat meine beste Freundin Geburtstag – an dieser Stelle nochmal die allerherzlichsten Glückwünsche von Kiez zu Kiez! Nun halte ich ja eigentlich gar nicht so viel vom Konzept “beste Freundin” und sicherlich versteht auch jede(r) etwas anderes darunter. Ich habe mich aber irgendwann einmal der Einfachheit halber dazu durchgerungen, sie als meine beste Freundin zu bezeichnen. Ich habe zwar noch einige andere wirklich gute Freunde und Freundinnen, aber sie ist nun mal “am längsten dabei” und älteste Freundin klingt irgendwie quatschig, zumal sie sogar jünger ist als ich. Theoretisch sind wir seit ihrer Geburt befreundet, denn unsere Eltern kannten sich bereits lange vor meiner. Praktisch müssen wir schon etwas älter gewesen sein, denn obwohl niemand mehr genau weiß. wann wir uns das erste Mal begegnet sind (damals wohnten wir nicht in der selben Stadt), erzählt meine Ma jedes Mal, wenn das Gespräch darauf kommt, wie wir uns sofort angestrahlt haben und dann für Ewigkeiten im Kinderzimmer verschwanden und gespielt haben – völlig ohne jegliches Fremdeln.

 

Von da an waren wir immer unzertrennlich, wenn wir uns sahen, was leider nicht so besonders oft war – die Entfernung. Ich erinnere mich aber noch an die stundenlangen Spiele, mit und ohne Verkleidung und unsere völlig zugemöhlten Kinderzimmer. Später kamen die Computerspiele hinzu (Monkey Island 3 bis tief in die Nacht!) und die Musik – erst die Beatles, dann die Kellys, sehr viel später dann Indie Rock. Mit 15 bzw. 16 fuhren wir gemeinsam auf Sprachreise nach England und erlebten drei Wochen lang eine typische Teenie-Alltagsfreundschaft (sie kam mit einem Bauchnabelpiercing zurück ;)). Danach verloren sich unsere Wege ein wenig – Auslandsjahr für sie, Studium in verschiedenen Städten… Aber das konnte unserer Freundschaft nichts anhaben. Seit etwas über zwei Jahren wohnen wir nun endlich, endlich gleichzeitig in Berlin und können uns dadurch deutlich öfter sehen als früher – inzwischen oft auch mit den dazugehörigen Männern und ihrem kleinen Sohn.

 

Genau so ein Treffen gab es letztes Wochenende, als ich endlich mein Geschenkversprechen zu ihrem Geburtstag von vor zwei Jahren einlöste – ein mexikanisches Namensmenü. Sie hat ein paar Monate in Mexiko gelebt und ich wollte schon immer mal eine Mole kochen. Der besondere Kick beim Namensmenü: Die Anfangsbuchstaben der verschiedenen Komponenten ergeben zusammen den Namen der besten Freundin – eine kleine Spielerei, die ich vor Jahren im Chefkoch-Forum aufgeschnappt, bis jetzt aber erst zweimal zur Anwendung gebracht habe.

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Mexikanisches Namensmenü für die beste Freundin

Wir begannen stilecht mit Nachos, die wir der Einfachheit halber gekauft haben. Irgendwann möchte ich mal Tortillas selbst backen und daraus dann unter anderem Nachos machen, das hat aber dieses Mal aus Zeitgründen nicht geklappt. Zum Dippen gab es ganz klassisch Guacamole und Tomaten-Salsa (letztere ein Beitrag des Liebsten der besten Freundin).

 

Als nächstes folgte ein Orangensalat aus filetierten Blutorangen, Zwiebeln, Minze, Salz, Cayenne-Pfeffer und Olivenöl. Dieser Salat war mit ein Grund dafür, warum die Einlösung des Geschenks so lange gedauert hat – wir haben es zweimal einfach nicht während der Orangensaison geschafft!

 

Als “Sättigungsbeilage” gab es eine Reispfanne mit Kidneybohnen, Mais und Paprika.

 

Mein Highlight des Abends war die Mole mit Hähnchen. Dafür wurde Hähnchenbrust geschnetzelt und scharf angebraten und beiseite gestellt. Dann wanderten Zwiebeln, Knoblauch und Scotch Bonnet-Chili in die heiße Pfanne und wurden nach dem Anschwitzen mit Gemüsebrühe abgelöscht. Als nächstes ließ ich eine Tafel Zartbitterschokolade Stück für Stück in der Brühe zergehen. Diese Mischung kam in einen hohen Becher, gemeinsam mit gemörsertem Sesam, Koriandersamen, Cumin und Nelken, gemahlenen Mandeln, zwei Esslöffeln Erdnussbutter und zwei klein gerissenen Mais-Tortillas (ebenfalls gekauft). Diese Mischung wurde dann fein püriert und zurück in die Pfanne gegossen, wo inzwischen die Hähnchenschnetzel wieder Platz genommen hatten. Sie durften noch ein wenig durchgaren, und die Mole aufkochen, dann wurde mit Salz und Cayenne-Pfeffer abgeschmeckt und serviert.

 

Wir schlugen uns zu viert (Der Kleine war nach einem kalten Abendbrot schon lange im Bett verschwunden, es hätte ihm aber auch wirklich nichts von all dem geschmeckt…) die Bäuche voll und hielten uns an keinerlei Menüregeln. Authentisch mexikanisch wurde einfach drauflos gemischt und hier und da gekostet und auf Nachos und Tortillas alles immer wieder neu kombiniert. Erst als wir die Segel streckten (und auch alles bis auf den Reis aufgegessen hatten), servierte ich den herrlich leichten, fruchtigen Nachtisch, das Ananas-Carpaccio mit einem Mandel-Minz-Pesto

 

Wir waren wirklich alle sehr angetan von diesem Festmahl und ich habe mich besonders darüber gefreut, wie gut die Mole gelungen ist. Auch alle anderen Komponenten, die ich im Gegensatz zur Mole sehr stark improvisiert hatte, gelangen sehr gut und passten wunderbar zusammen. Und so ein bisschen sonnig-tropische Küche kann in einem grauen Berliner Winter sowieso nur gut tun und wird hiermit ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen!

Blutorangenrisotto

Auf dem Heimweg aus dem Büro fragte ich den Hasen per WhatsApp, ob ich noch irgendwas einkaufen soll. Seine Antwort: “Vielleicht. Du darfst Dir aussuchen, was wir kochen. Ich helf Dir auch und mecker nicht.” Was für eine vollends perfekte Antwort, oder? Ohne Rücksichtnahme etwas aussuchen können, worauf ich gerade Lust habe, die Zusage von zusätzlicher Arbeitskraft und der vorherige vertraglich (Ich hab das schriftlich!) zugesicherte Verzicht auf Genöle. Das einzige Problem: Ich hatte keine Ahnung, was ich kochen sollte und irgendwie keinen Appetit.

Das änderte sich allerdings schlagartig, als ich den riesigen Berg Moro-Blutorangen im Supermarkt sah. Ich liebe Blutorangen über alles, vor allem seit meinen regelmäßigen Italienaufenthalten, bei denen es für mich zu jedem Bar-Frühstück frisch gepresste spremuta für n Appel und n Ei gab. 

Mir fiel dann auch direkt das richtige Rezept ein, dass ich vor Jahren mal von einem Netz Orangen italienischer Herkunft abgeschnitten und schon einmal unter Aufbietung all meiner Italienischkenntnisse zubereitet hatte. In den Korb wanderten dann also noch Risotto-Reis (Vollkorn-Arborio) und ein schönes Stück Parmesan.

Zuhause angekommen begann ich das Kochen mit etwas Aromatherapie: Drei kleine Blutorangen wurden mit dem Zestenreißer bearbeitet, was die ganze Küche und meine Hände nachhaltig olfaktorisch verzauberte. Ich war direkt zurück in Sizilien, im Giardino della Kolymbetra und sprang jauchzend von Baum zu Baum. Dann presste ich die nackigen Orangen aus und erfreute mich an dem satten Rotton des Saftes.

  
Der Hase kümmerte sich in der Zwischenzeit ums Zwiebeln schneiden, Parmesan reiben und Gemüsebrühe anrühren und dann konnte es direkt losgehen – mit jeder Menge Olivenöl und wie Papa Dan Kelly zu sagen pflegte: “Viel Geduldigkeit.” Am Ende stand ein hocharomatisches, schlonzig-cremiges Risotto mit einem Extra-Vitaminkick – genau das richtige für kalte Winterabende wie diesen!

Rezept: (Blut-)Orangenrisotto

  • 3 unbehandelte Saftorangen (oder 1-2 große Orangen)
  • 200 g Risotto-Reis
  • 1 Zwiebel
  • 200 ml Weißwein
  • Ca. 1 Liter Brühe
  • Ca. 50 g Parmesan
  • Viel gutes Olivenöl

Die Orangenschale abreiben und danach den Saft auspressen. Die Zwiebel fein würfeln und den Parmesan reiben.

Die Zwiebeln in einem Topf in reichlich Olivenöl anschwitzen (bei mir stand das Öl gut einen halben Zentimeter hoch im Topf). Dann den Reis dazugeben und kurz anbraten. Mit dem Wein ablöschen  – das Rezept spricht davon, den Reis im Wein zu baden und wir wollen diesem malerischen Ausdruck nicht widersprechen.

Den Wein unter gelegentlichem Rühen verkochen lassen, dann zwei Kellen Brühe dazugeben. Wenn diese verkocht sind, die Orangenschale und eine weitere Kelle Brühe hinzugeben.

So geht es weiter: Rühren und verkochen lassen, wieder eine Kelle zugeben und dann von vorn – so lange, bis der Reis weich und das Risotto cremig ist. Das kann schon so 40-50 Minuten dauern. In Piemonteser Restaurants gibt es für Risotto immer eine angegebene Wartezeit und man muss mindestens zu zweit bestellen. Dort nähme man auch Butter statt Olivenöl, aber ich finde, zu Blutorangen passt eine südliche Zubereitung besser.

Ist die gewünschte Schlonzigkeit erreicht, den Topf vom Herd nehmen und den Parmesan einrühren. Ganz zum Schluss den Saft hinzugeben, ebenfalls unterrühren und dann direkt servieren.