Jahresrückblick 2017

Traditionen sind Traditionen und auch wenn dieses Blog in den letzten Monaten so gut wie verwaist ist, so gehört doch ein Jahresrückblick her. Einen Vorsatz zum häufigeren Bloggen im nächsten Jahr spare ich mir aber – das wirkt dann so albern, wenn es doch schon wieder nicht klappt. Und weil ich keine Lust auf das Jahresendstöckchen habe, gehe ich einfach monatsweise vor und konzentriere mich ab dem Februar nur noch auf die positiven Erlebnisse…

Januar

Dieses Jahr brachte schon in den ersten zwei Wochen das größtmögliche emotionale Auf und Ab des Jahres mit sich (Herz schlägt! Herz schlägt nicht mehr…), verbunden mit körperlichen Beschwerden aus der Hölle. Losgelassen hat mich das ganze auch ein knappes Jahr später noch nicht, was wohl auch mit ein Grund dafür ist, warum es im Blog so still war. Ich bin allen sehr dankbar, die in dieser Scheißzeit für mich da waren.

In Woche 3 wurde dann Trump vereidigt, was sich nahtlos in mein seelisches Tief einfügte. Laut dem Hasen war ich wochenlang geladen. Schönes gabs aber dann auch noch: Anti-Trump-Proteste, Vogelhochzeitssüßigkeiten und die Geburt des zweiten Kindes der besten Freundin.

Februar

Im Februar ging es zum ersten Mal in diesem Jahr nach Rostock, wo ein lieber Freund mein neues zweites Wohnzimmer eröffnete, das Törtchenlokal Waldenberger. Am Abend tanzte ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder, bis das Licht anging und am nächsten Morgen lernte ich endlich die Tochter eines alten Freundes kennen und machte mit ihr den Warnemünder Strand unsicher.

Außerdem heiratete im Februar mein Bruder nach über 18 Jahren Beziehung meine Schwägerin. Wir schenkten eine Torte und die Nutzung unserer Wohnung als Partylocation.

März

Ich nenne den März 2017 meine “irischen Wochen”. Direkt am Anfang ging es für mich dienstlich nach Dublin. Dann war ich mit einer lieben Freundin beim Konzert von Jimmy Kelly, verbrachte den St. Patrick’s Day feuchtfröhlich mit dem Hasen im Pub und schließlich erschien die neue Kelly-Family-CD, die aus nostalgischen Gründen natürlich den Rest des Monats rauf und runter lief – so sehr, dass sie in meinen Spotify-Jahrescharts ganz oben landete, auch wenn ich sie in der zweiten Jahreshälfte deutlich seltener gehört habe.

April

Der April war politisch geprägt und ich wurde offiziell in ein Ehrenamt gewählt, das spätestens seitdem einen beachtlichen Teil meiner Zeit und Energie bündelt. Abgesehen davon feierten wir die Wohnungseinweihung zweier lieber Freundinnen, die nun endlich auch in Berlin wohnen, besuchten das Hasenpatenkind in Leipzig und aßen Waffeln im Garten. Am Ende des Monats verbrachten wir ein langes Wochenende auf einem Naturcampingplatz in der Mecklenburgischen Seenplatte. Dort begann ich passend zu den vorgenannten irischen Wochen it der Lektüre von Ulysses – die natürlich auch jetzt noch nicht beendet ist.

Mai

Im Mai fing der Hase seinen neuen Job an, mit dem er noch immer sehr sehr glücklich ist. Ich hatte viel Spaß auf der re:publica und die Erdbeerhäuschen kehrten endlich nach Berlin zurück. Außerdem kam meine geliebte Rostocker Indie Night für einen Abend nach Berlin und ich tanzte zum zweiten Mal in diesem Jahr bis zum Schluss. Und dann fuhren wir selbst nach Rostock, wo es unglaublich heiß war, so dass ich direkt anbaden konnte. Natürlich trafen wir auch viele liebe Freunde und sahen drei Bands live, unter anderem Zen Bison.

Juni

Der Juni brachte ich mich in eine noch ältere Heimat, zum 15-Jahre-Abi-Klassentreffen in Bautzen. Anlässlich meines Geburtstags gab es dann später ein Picknick bei uns im Hof –mit internationalen Gästen, vielen Kindern und sogar einem Hundekampf. Und Live-Musik war auch wieder dabei: Wir tanzten mit den Skatalites im Yaam.

Juli

Gleich zu Beginn des Monats feierten wir den 30. Geburtstag meiner Cousine mit einer großen Gartenparty und ich tankte ganz viel Familienfeeling mit meinen Cousins und Cousinen. Auch das nächste Wochenende wurde sehr flauschig – in einer auf Twitter organisierten Hilfsaktion bearbeiteten wir einen Schrebergarten in Pankow-Rosenthal, lernten dort unter anderem die wundervolle Mademoiselle Read On kennen und bekamen am Ende auch noch zwei Himbeerpflanzen für den Balkon geschenkt. Überhaupt war das ein Sommer voller Obst, der Hase hat literweise Saft, Apfelmus, Marmelade und Kompott hergestellt – komplett mit mundgeraubten Früchten aus den Innenhöfen der Umgebung (die sonst nicht geerntet werden). Achja, ein tolles weiteres Rostock-Wochenende mit der lieben Susanne war ebenfalls noch drin in diesem wunderschönen Sommermonat!

August

Im August fand unser alljähliches Cousins- und Cousinentreffen statt. Wir backten Pizza, schauten Filme, jagten uns um die Tischtennisplatte, schwitzten in der Sauna, tranken jede Menge Mate und quatschten bis tief in die Nacht. Später im Monat verbrachte ich beruflich eine Woche in Timmendorfer Strand und konnte dort nach Feierabend trotz kühlerer Temperaturen ein weiteres Mal in der Ostsee baden (und zum ersten Mal seit langem wieder Minigolf spielen). Zum Monatswechsel ging es dann für 4 Tage mit dem Hasen nach Stockholm.

September

Zurück aus Stockholm ging es mit dem Team direkt wieder aufs Wasser, und zwar bei einer Floßtour auf der Havel. Kurz danach ging es schon wieder nach Rostock, zu einem Kabarett-Abend mit Fiete und Schiete, viel Zeit mit Freunden und natürlich Strand und Törtchen. Als ich heimkam, überraschte mich der Hase mit Unmengen selbst gebackenen schwedischen Zimt- und Kardamomschnecken, die in den Folgetagen noch häufig Neid unter meinen Kolleg*innen hervorriefen. Dann ging es im September noch auf einen weiteren Business-Trip, diesmal nach Brüssel.

Oktober

Das Highlight des Oktobers war unser zweiwöchiger Roadtrip durch Sardinien, bei dem ich so viel gegessen habe, dass ich mir kurz vor Schluss noch den Magen verdarb und ein paar Tage so gut wie gar nichts mehr herunterbekommen habe. Ansonsten gab es viel Meer, Berge, Bäume und Getier zu sehen und vor allem jede Menge Erholung und Abschalten.

November

Anfang November war mein Bruder in Berlin und wir lösten gemeinsam sein Geburtstagsgeschenk ein: Ein Doppelkonzert von Dritte Wahl im Astra. Mitte des Monats besuchte ich eine liebe Freundin in Basel und verbrachte genau einen Tag mit Sightseeing, den Rest der Zeit mit Filme- und Serienschauen und jeder Menge Gesprächen. Am Wochenende drauf ging es wieder einmal nach Rostock, zu 20 Jahre Indie Night mit Live-Auftritten von Mortenson und Das Paradies – die nächste durchtanzte Nacht.

Dezember

Der Dezember war wie jedes Jahr geprägt von einerseits stressiger Arbeit und andererseits stressiger Vorweihnachtszeit – nur unterbrochen vom Geburtstag des Hasen, den wir mit einer spontanen Party doch ziemlich gut gefeiert haben. Dann sahen wir uns Das Paradies noch einmal gemeinsam in Berlin an und feierten den Hasengeburtstag noch ein zweites Mal, nämlich mit seiner Familie. Darauf folgten meine letzte Dienstreise des Jahres, die mich nach Nürnberg führte, die Firmenweihnachtsfeier, die Bescherung mit Bruder und Schwägerin und das Weihnachtsfest mit der Hasenfamilie. Das Jahr endete mit einem spontanen weiteren Rostock-Besuch am zweiten Weihnachtsfeiertag (mit einer weiteren durchtanzten Indie Night und einem Wiedersehen mit Cousins und Onkel) sowie zwei faulen Sofa-Tagen mit dem Hasen, bevor wir uns heute auf den Weg machten, um in einer Ferienwohnung in Vorpommern ganz still und leise zu zweit das Jahr zu verabschieden.

Wenn ich so zurückschaue, hat sich 2017 nach dem miesen Start deutlich gesteigert, jetzt bin ich gespannt, was 2018 bringt!

Silvester

Tagebuch-5 im Juli – Ostsee-Edition

Wie jeden 5. fragte Frau Brüllen heute wieder WMDEDGT? Bei mir sah das so aus:
Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr erwache ich am 5. in Rostock. Diesmal in einer anderen Wohnung, in der Südstadt, bei anderen Freunden. Außerdem bin ich nicht alleine, sondern teile mir das Zimmer mit dem Hasen und zwei lieben Freundinnen. Es dauert ein Weilchen, bis die Isomatten und die Couch wieder verpackt und alle sechs durchs Bad hindurch sind. In der Zwischenzeit erzählen wir, lungern auf dem Balkon rum und ich bekomme ein ziemlich cooles Geschenk:
Die Inspiration dazu kam von hier. 😉
Dann ging es in die Altstadt und wir frühstückten ausführlich und gemütlich in der Likörfabrik.
Währenddessen stieg und stieg das Thermometer und mit ihm die Luftfeuchtigkeit, so dass wir meine geplante Stadtführung hauptsächlich nach Drinnen verlegten – in die Petri- und die Marienkirche.
Dann musste ich allerdings endlich noch die andere neue Rostocker Eisdiele, von der mir auf Facebook so vorgeschwärmt wird testen und aß in der Eiswerkstatt einen Guaven-Frozen Yoghurt mit Brombeeren.

Irgendwann wurde es uns dann zu bunt mit der Hitze und wir flohen aus der Stadt. In Heiligendamm sprangen wir in die herrlich kalte Ostsee und schliefen dann am Strand einfach mal für 1,5 Stunden ein. Zum Glück war es bewölkt, so dass keiner einen schlimmen Sonnenbrand bekommen hat.

Nach dem Aufwachen – Huch, so spät schon? – aßen wir ein gemütliches Abendbrot-Picknick am Strand, mit Hummus, Kichererbsensalat, Erdbeeren von Karl’s und leicht surrealem Käse.
Dann liefen wir noch ein wenig durch die weiße Stadt und überlegten, welche der Villen wir uns demnächst kaufen wollen. Zum Abschied gab es noch ein Johannisbeer-Eis für mich.

Die Heimfahrt dauerte dann wahnsinnige 3,5 Stunden, weil die ersten beiden für uns in Frage kommenden Ausfahrten vom Berliner Ring komplett verstopft waren – die Autos standen schon auf der Autobahn. So fuhren wir also immer weiter gen Süden und enterten die Stadt schließlich via Marzahn. Durch das aufkommende Gewitter fuhren wir dann nach Hause, wo uns die Katzen schon sehnsüchtig erwarteten.

Meine Reise in die Vergangenheit – Ein Wochenende in Rostock

Wie in den #12v12 schon berichtet, war ich am letzten Wochenende endlich mal wieder in Rostock. Es ist fast nicht zu glauben, dass es wirklich zwei Jahre her ist, dass ich in meiner zweiten Heimat, meinem Home away from Home, war. Nichtsdestotrotz ist es wahr und diese unglaublich lange Zeit war dann auch der der Anlass für meinen Besuch. Da ich alleine fuhr, musste ich mich auch gar nicht groß mit touristischen Dingen, der Altstadt, dem Ostermarkt oder der Kröpi aufhalten und konnte mich ganz auf das Alltagsleben in Rostock konzentrieren.
Ich kam zum allerersten Mal mit dem Bus an, leider nicht über meine übliche Strecke durch Brinckmannsdorf und Co von Osten her, sondern langweilig und trist durch die Südstadt. So kam das richtige Rostock-Feeling auch erst auf, als ich am Platz der Freundschaft dem Bus entstieg und mir die Ostseebrise um die Nase wehte. Es war kurz nach zehn Uhr abends an einem Freitag und ich hatte noch ein Stück Weges vor mir, das ich gedachte mit Straßen- oder S-Bahn zu bestreiten. Ich rechnete mit ungefähr einer halben Stunde, hatte aber nicht mit Rostocker Verhältnissen geplant: Sowohl S-Bahn als auch Straßenbahn fuhren überhaupt erst eine halbe Stunde später. Also entschied ich mich spontan, loszulaufen und dabei ungefähr den Straßenbahngleisen zu folgen und mich irgendwann von ihr einholen zu lassen.
Geübten Schrittes verließ ich das Bahnhofsgebäude und lief los in Richtung Innenstadt. Kaum war ich draußen, war ich zuhause. Alles sah so aus und fühlte sich so an, wie in den Jahren, in denen ich nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt gewohnt habe. Mein Herz lief ein wenig über, als mir auffiel, wie ich automatisch genau an derselben Stelle wie immer schräg über die Straße gelaufen war – ohne dass ich in all den Jahren je daran gedacht hätte – und mir genau dieselben Fassaden auffielen und den Weg wiesen, wie damals.
Ich lief an meiner alten Wohnung vorbei und sah, dass in “meinem” Zimmer Licht brannte. Leider standen direkt vor dem Haus Leute und unterhielten sich, sonst hätte ich kurz mal auf die Klingelschilder geguckt, um zu sehen, ob ich noch Namen wieder erkenne. Dann lief ich meinen alten Weg weiter, freute mich über Gleichgebliebenes und wunderte mich über die vielen neu gebauten Häuser – wo früher eine Brache war, über deren Vorhandensein auf meinen nächtlichen Heimwegen meine Eltern nicht sehr erfreut waren,  stehen nun diverse Neubauten. 
Am Friedhofsweg und um die OSPA herum hingen “junge Leute” herum, besonders die Punks vor der Sparkasse belustigten mich doch gar sehr. Dann war ich auch schon am Doberaner Platz und sah, dass es immernoch mehr als eine Viertelstunde dauern würde, bis mich die Straßenbahn einholen könnte. Also dachte ich: Nö. Ich laufe lieber mitten durch die KTV und sehe noch was von der Stadt. Zum Beispiel eine andere alte Wohnung von mir. Und die KTV mit all ihren kleinen Läden und Cafés, den vertrauten Straßen, den wunderschönen bunten Häusern und der entspannten Atmosphäre…
Nach ungefähr 40 Minuten kam ich dann bei meiner Gastgeberin an und bewunderte ihre kleine aber feine Wohnung – mit Bücherzimmer, Plattenzimmer und Schlafzimmer, mit liebevoll und detailreich dekorierten Wänden, Mangosaft, Tee und Bier…
Als ich am Sonnabend erwachte, schien die Sonne, der Himmel war blau und wenn ich aus dem Fenster sah und den Kopf nach links wandte, konnte ich in der Ferne die Warnow erahnen. Nach einem gemütlichen Frühstück mit köstlicher Mango und dem weltschönsten Wasserkocher lief ich wieder los und sog das Wochenendgefühl in der KTV in mich auf.
Am Wochenende sind (zumindest tagsüber) kaum Autos unterwegs und auch Menschen sind nicht allzu viele auf der Straße. Hier und da begegnete ich morgendlichen Brötchenholern, zwei Männer reparierten mit Musikbeschallung auf der Straße vor ihrem Haus ihre Fahrräder und die eine oder andere Familie brach zu Spaziergängen auf. Es herrschte eine entspannte Stimmung, wie ich sie aus Berlin quasi gar nicht kenne und die mich eher an das Leben im sonnigen Süden erinnerte. Wahrscheinlich liegt es am maritimen Erbe. Oder eben daran, dass Rostock deutlich kleiner als Berlin ist. Oder an beidem. Es ist jedenfalls sehr schön.

Mein erster Stopp war Herr Koreander, der Gebrauchtbuchladen einer Bekannten. Nachdem Virginie und ich uns gegenseitig auf den neusten Stand über Berlin, Rostock und gemeinsame Bekannte gebracht hatten, stöberte ich durch den Laden und nahm einige Bücher mit. Dann ging es weiter zur anderen Buchhandlung, wo ich einen ausführlichen Schnack mit einer guten Freundin meines Onkels hielt, bis er zufällig auch vorbeikam. 
Das ist das Schöne an Rostock: Man muss sich gar nicht mit so vielen Leuten verabreden, sie laufen einem meist sowieso über den Weg. Onkelchen und ich verabredeten uns für den Sonntag zum Frühstück, ich kaufte noch ein Buch und ging dann weiter, um endlich mal das Café Liebreiz auszuprobieren, von dem ich schon so viel gutes gehört hatte. Auf dem Weg dorthin (einmal quer über den Doberaner Platz) lief mir mein ehemaliger Chorleiter über den Weg. 
Ich setzte mich mit einem Tee draußen in die Sonne, checkte Twitter, Instagram und Facebook und blätterte durch meine neuen Bücher, als ich eine weitere ehemalige Chorkollegin mit Kind und Kegel vorbeispazieren sah. Das bestätigte wieder eine meiner Weisheiten über Rostock: Ich kann dort nie das Haus verlassen, ohne auf bekannte Gesichter zu stoßen. 
Als nächstes führte mich mein Weg in den Stadthafen. Unterwegs freute ich mich über die abfallenden Gärten einiger Wohnhäuser, in denen die Mieter sich Grillplätze, Strandkörbe und Rutschen über mehrere Ebenen eingerichtet hatten. Dann endlich: der Hafen. Schiffe, der Fluss, die Angler und der Blick über die Altstadt. 
Ich lief ein wenig am Wasser entlang, als meine Gastgeberin anrief und mich fragte, ob ich nicht mit ihr und ihrem Freund auf den Darß fahren wolle. Bei dem Wetter? Aber hallo! So kam ich dann doch schon einen Tag früher als geplant in den Genuss, das beste Meer der Welt wieder zu sehen und sogar meine Füße hineinzuhalten. Auf dem Rückweg gab es dann sogar noch ein überraschend gutes Eis bei Glassissimo in Dierhagen.

Zurück in Rostock warf ich meine Einkäufe zuhause ab und kämpfte mich dann durch typisches Rostocker Regenwetter zur Wohnung meines ehemaligen Mitbewohners, den ich nun nach sieben Jahren zum ersten Mal wieder sehen sollte – zusammen mit seiner Freundin und unseren beiden Katzen, die ich damals bei meinem Umzug in Berlin endgültig seiner Obhut übergeben hatte. Da seine Freundin hochschwanger mit Kind Nummer 2 ist, half ich ihm beim Aufbauen einer IKEA-Couch, während wir uns die Erlebnisse der letzten sieben Jahre erzählten. 
Ganz dem Klischee entsprechend fehlten irgendwann ein paar Schrauben und die falschen Füße waren eingepackt, so dass wir am Ende nur ein Provisorium fertig bekamen. Das gab mir jedoch Gelegenheit, Fotos von den Miezen zu machen, die sich doch seit damals deutlich verändert hatten – wenn auch nicht im Charakter, wie man im Vergleich mit den alten Fotos gut sieht.
Robbie heute und Robbie 2008.

Bienchen heute und Bienchen 2008.

Es war ein sehr schöner Nachmittag, der sich anfühlte als wäre keine Zeit vergangen seit damals. Schade, dass wir uns so lange nicht gesehen hatten, das soll nicht wieder passieren! (Wie leicht man den Kontakt verliert, wenn einer kaum online ist und eine ständig…)

Nach diesem Wiedersehen ging es mit weniger Spektakulärem weiter – ich traf einen Freund und seine Freundin sowie später einen weiteren gemeinsamen Freund zum Abendbrot im Lom. Die beiden Männer sehe ich relativ regelmäßig, mindestens alle 1-2 Jahre, nur die Freundin war neu. 🙂 Nach leckerem Essen und sehr gutem Gespräch verlagerten wir den Abend dann ins Peter-Weiß-Haus, wo an diesem Abend eine 80er-Party, einzig mit Vinyl-Platten, stattfand. 

Auch wenn ich die 80er musikalisch nicht bewusst miterlebt habe und auch nur ausgewählte Teilbereiche der damaligen Musik gerne höre, war es doch ein sehr schöner Abend, nachdem ich erst gegen halb 5 wieder in meinem Bett lag – fast so spät wie nach den unzähligen Rostocker Clubnächten früher…

Vom Sonntag habe ich ja schon einige Bilder gezeigt, was ich da gemacht habe, könnt Ihr beim 12v12 nachlesen. Mir bleibt an dieser Stelle noch, die emotionale Seite etwas genauer zu beleuchten. Neben dem Onkel-Frühstück war das Highlight des Tages natürlich mein Ausflug nach Warnemünde – wieder ein komplettes Heimspiel. 

Je näher mich meine Schritte der Parkstraße 9 brachten, dem Haus, in dem ich meine Großeltern früher immer besuchte, desto nostalgischer wurde ich. Alte Bilder kamen mir vor Augen, wie wir früher im Trabi hier ankamen oder abfuhren und Oma unten an der Straße stand und uns begrüßte bzw. verabschiedete. Wie ich mit Erwachsenenhilfe die Parkstraße überquerte und dann gemeinsam mit meinem Bruder oder später den Cousins von dort aus alleine durch den Park und über die Promenade an den Strand laufen durfte. Wie ich im Garten des Hauses mit den Nachbarskindern gespielt hatte, wie wir hier oft Station machten, bevor wir die Fähre nach Dänemark nahmen und unsere Skandinavien-Urlaube begannen… Als ich schließlich vor dem Haus stand und mir all dies durch den Kopf ging kamen mir dann doch ein wenig die Tränen. Viel besser und emotionaler als jeder Friedhofsbesuch es hätte sein können.
Dann lief ich die alte Route zum Strand und sann darüber nach, wie mein Leben wohl verlaufen wäre, wenn meine Eltern damals von Berlin aus nicht nach Bautzen, zur einen Oma, sondern nach Warnemünde, zur anderen Oma, gezogen wären und ich statt in der Lausitz an der Ostsee aufgewachsen wäre. Bei genauerer Betrachtung ist das wirklich ein wenig zu bedauern, denn ich liebe das Meer und Mentalität der Leute (oder sagen wir, eines gewissen Kreises an Leuten – Segler_innen, Surfer_innen und Kulturschaffende und deren Umfeld in und um Rostock) und spätestens durch meine Studienzeit in Rostock fühle ich mich dort oben viel mehr zuhause als dort, wo ich die ersten 19 Jahre meines Lebens hauptsächlich verbrachte. 
Wahrscheinlich würde ich heute genauso sehr an diesem Stückchen Land und dieser Stadt hängen, wie viele meiner Rostocker Freunde, die nach Jahren in Berlin oder Hamburg zurückkehren oder das zumindest irgendwann einmal vorhaben. Meine Gastgeberin hat ja da die Theorie, dass so ein Meer einem einfach noch ein Stück mehr Heimat ist, als andere Landschaften.

Nichts gegen meine andere Oma und die anderen Verwandten in der Lausitz und natürlich auch nicht gegen die Freunde fürs Leben, die ich in der Schule getroffen habe 😉 Auch bei denen fühle ich mich zuhause. Aber dorthin zurückziehen? Niemals. Nach Rostock hingegen… Das kann ich mir unter gewissen Umständen durchaus vorstellen. 
Was nun genau der Grund dafür ist, kann ich nicht sagen – ich denke es ist eine Kombination aus dem Meer, den prägenden Erlebnissen der Studienzeit und irgendwie auch der Mentalität der Leute. Auch wenn ich dafür schonmal fast ausgelacht worden bin – ich finde die Rostocker offen, freundlich, hilfsbereit, entspannt, spontan und lebensfroh. Auch wenn Berlin deutlich multikultureller ist als Rostock – mir gefällt beides. Sehr. Und jetzt muss ich aufhören zu schreiben, sonst fang ich gleich wieder an, nach Jobs und Wohnungen da oben zu suchen 😉

#12v12 im April – Rostock-Edition

Schön, wenn eine Blog-Aktion auf einen Tag fällt, an dem man Spannendes erlebt – an normalen Bürotagen fällt es mir mitunter schwer, zwölf Bilder für Draußen nur Kännchen zusammenzubekommen, heute hingegen hab ich noch genug Material für ein paar Bonustracks. 
Streng genommen begann der Tag ja um 0:00, da betraten wir gerade einen Club und wie man weiß ist es in solchen Etablissements immer viel zu dunkel für gute Fotos 😉 Also fange ich erst nach dem Schlafen an – mit dem Blick aus meinem Bett bei einer Freundin. Ihr Musikgeschmack ist unschwer zu erkennen.
Ich packte meine Sachen für die Rückfahrt schonmal zusammen und verstaute meine gestrigen Buch-Einkäufe im Rucksack. Wenn ich in Rostock bin, besuche ich meistens die andere Buchhandlung und den Gebrauchtbuchladen Herr Koreander, in beiden arbeiten Bekannte von mir. Dreimal Essen (das Backbuch hat meine Mama auch und ich benutze meine Abschrift daraus für Waffeln und Plätzchen, dazu je eines aus der alten und eines aus der ganz ganz alten Heimat); ein Roman einer kanadischen Autorin, von der ich schon ein anderes Buch las und toll finde; Geschichten aus südlichen Zipfeln des ehemaligen britischen Kolonialreichs; eine Biographie aus dem westlichen Zipfel desselben – man will ja vorbereitet sein, wenn heute wirklich die Ankündigung kommt; ein Buch für den Hasen, das wir schon von einer Lesung auf der Buchmesse kennen, dessen Kauf wir aber verschoben hatten.
Nach dem Packen besuchte ich meinen Onkel und holte ihn zum gemeinsamen Frühstück im Café Lotte ab. Für ihn war es das zweite Frühstück des Tages, daher fiel es flüssig aus.

Danach besuchten wir, zahlreichen Tipps folgend den veganen Eisladen Veis. Ich hatte Johannisbeere und Haselnuss, das Onkelchen Schokolade, wir waren beide sehr zufrieden. (Das werte ich als Erfolg, erinnere ich mich doch an heftige Veggie-Day-Diskussionen mit ihm. ;))

Der Hauptprogrammpunkt führte mich dann nach Warnemünde. Zunächst wurde auf dem Fischmarkt auf der Mittelmole Räucherfisch für den Hasen gekauft – mit Ausblick auf die Häuserzeile am Alten Strom.
Dann ging es über die Brücke ins alte Fischerdorf Warnemünde und mir wurde gleich ganz maritim zumute.

Die Mühle in der Mühlenstraße – einigen vielleicht noch bekannt aus den 90ern und der ARD-Vorabendserie Tanja.
Die Fernsehfamilie wohnte damals nur wenige Häuser von unserem ehemaligen Familiensitz entfernt. Im ersten Stock, dem mit dem Balkon, wuchsen zwei Generationen auf und machte ich als Kind oft Ferien bei Oma und Opa. 

Ich ging den alten Ferienweg quer durch den Park zur Promenade und erblickte das beste Meer der Welt.

Natürlich musste ich direkt ans Wasser und eine Weile daran entlanggehen. Nebenbei habe ich ein Wahrzeichenfoto mit Strandkörben (in Warnemünde erfunden!), Leuchtturm und Teepott gemacht.
Im flachen Wasser tummelten sich Möwen (die bekanntlich alle Emma heißen), während im Hintergrund die Schwedenfähre Fährt aufnimmt.

Ich setzte mich genau so an die Mole und starrte eine Weile wohlig aufs Wasser und atmete tief die gute Seeluft ein. 
Bonustracks:
Der Tradition folgend, musste noch ein zweites Eis sein, nämlich aus der Eisdiele. Hier entsteht bereits seit 1946 hausgemachtes Eis, das wirklich richtig gut ist und genauso zu einem Warnemünde-Besuch gehört, wie der Strand. 

Heute wurde es ein Früchtebecher mit Nougat- und Pfirsich-Maracuja-Eis und Blaubeeren, aus Gründen des Sättigungsgrads ohne Sahne.

Für die Rückfahrt holte ich mir noch was aus dem Vegangster, ebenfalls auf Empfehlung. Es wurde ein Funghi Burger mit Soja-Bratling. Sehr zu empfehlen!

Fußball, Google Maps und der Ford Anglia

Ich hab heute Nacht mal wieder sehr plastisch geträumt und weils so skurril war, nebenbei schon gedacht: Ach cool, da hab ich was schönes zum Bloggen heut Abend. Dann bin ich dummerweise aufgewacht und hab das alles gar nicht wirklich erlebt. Mist. Und dann fiel mir ja ein, dass ich ja TROTZDEM drüber bloggen könnte. So here goes…

Foto: Michael Paul Gollmer (Mipago),CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

In meinem Traum bin ich in Rostock, der Stadt in der ich knappe sechs Jahre lang gelebt und studiert habe und die sowas wie meine zweite Heimat geworden ist. (Im Traum bin ich da auch noch ziemlich oft, meistens zu Besuch, oder um mir eine Zweit- oder Wochenendwohnung zuzulegen. Fertig bin ich mit der Stadt jedenfalls noch nicht.) 

Ich bin dort und möchte scheinbar eine Art Übersichtskarte oder Draufsicht der Innenstadt zusammenstellen, mit Markierungen für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Brauerei, Kröpeliner Tor, Universität, Marienkirche, Rathaus, Nikolaikirche, Petrikirche. Dazu gucke ich mir das Ganze auf Google Maps in Satellitenansicht an. Und weil es ein Traum ist, ist das kein Foto, sondern eine Art Video – man kann reinzoomen und ist dann mitten drin im Geschehen – aufgenommen wurde der 4. Juli 2004. 
Meine Freundin MuTZ – ihres Zeichens Stadtführerin, deswegen hilft sie mir wohl – sagt, als wir so durch die Lange Straße scrollen: “Guck mal, mitten am Tag läuft da Fußball!” Ich so im Klugscheißermodus: “Ja, da war ja auch EM!” Ich zoome näher heran an das Gebäude und bin erleichtert, dass in dem Raum wirklich eine Leinwand aufgebaut ist, auf der die EM läuft – allerdings spielt gerade ein afrikanisches Team gegen ein karibisches – die genauen Länder sind mir entfallen, waren aber auch nicht real. Mein Traum-Ich erinnert sich, das Spiel dort gesehen zu haben (ich selbst habe nie in der Langen Straße Fußball geschaut*, wüsste auch nicht, wo man es dort öffentlich tun sollte…) und richtig: Beim näheren Heranzoomen entdecken wir einige meiner Freunde und mich selbst, allerdings nur verschwommen, denn sooo nah kam Google uns dann wohl doch nicht.
Dann bekomme ich Hunger und mache mich auf den Weg zurück in die KTV. Scheinbar bin ich jetzt aber selbst in dieser Aufnahme vom 4. Juli 2004, denn auf einmal fliegt über mir ein Auto und ich muss schmunzeln: Es ist der Ford Anglia aus Harry Potter, mit dem Harry und Ron nach Hogwarts fliegen, scheinbar von Rostock aus und genau an diesem Tag, denn Google hat diesen Insiderwitz hier in seinen Maps augenzwinkernd versteckt. Dann ertönt ein Vogelschrei, der nicht von den Möwen kommt: Ein Hipogriff folgt dem Ford Anglia.
Langsam wird es dunkel und ich hole mir am Doberaner Platz etwas vom (fiktiven) karibischen Imbiss (es gibt in dem Traum zwei direkt nebeneinander). Irgendwas mit Früchten und Curry und Yams, zum Teil lustig in Vogelform gepresst, aber komplett vegan. Die Verkäuferin spricht sehr leise und mit starkem Akzent, so dass wir uns nur schwer über den Preis verständigen können. Am Ende bezahle ich zu viel: 9 Euro und ein paar Kastanien, die ich noch in der Hosentasche hatte (die sind echt) und die dort dann sofort in der Pfanne landen.
Zuhause angekommen, lese ich im Internet, dass die Verkäuferin eigentlich eine bekannte feministische Reggae-Sängerin ist, die sich aus dem Business zurückgezogen hat, weil ihr alles zu viel wurde. Dann bin ich aufgewacht.

* Das ist nicht ganz korrekt, es kann durchaus sein, dass ich mal bei @johnny_cash von aptgetupdate Fußball geguckt habe, der wohnte damals dort, allerdings nicht in dem Haus aus dem Traum.

Gefüllte Papaya verhilft Oranje zum Sieg

Vorgestern musste ich erst mehrere Läden durchstöbern, um noch an ein paar Rhabarber-Stangen zu kommen. Dabei lachten mich beim Späti des Vertrauens goldgelbe, riesige Papayas an. Eine hüpfte mir direkt unter den Arm, denn sie sind in dieser Größe perfekt für eines meiner Lieblingsgerichte.

Zum ersten Mal aß ich gefüllte Papaya irgendwann in den frühen Nuller Jahren in einem kubanischen Restaurant in Rostock, dass es leider nicht mehr gibt – in meinem Herzen wird es auch wegen seines Wahnsinns-Brunches für 9,90 inkl. Säfte, Sekt und Wein für immer ein Plätzchen haben. Damals gab es eine Papaya-Hälfte gefüllt mit Reis, Hackfleisch und schwarzen Bohnen, überbacken mit Käse. Ich war hin und weg. Die Kombination von herzhaften Zutaten mit Obst ist seit jeher eine meiner Liebsten. Statt Reis funktioniert übrigens auch Couscous sehr gut, man kann bei großen Papayas die Sättigungsbeilage aber auch einfach weglassen und sich auf das Wesentliche konzentrieren.
Butterweich glitt das Messer durch die perfekt gereifte Frucht und auch der Löffel musste die Papaya nur ganz zart streicheln, um die Kerne herauszuholen. Die dunklen Stellen unten am Stiel habe ich auch noch weggeschnitten. Die Kerne kann man übrigens essen, sie sind nur in der Menge ganz schön scharf. Ein paar davon habe ich kleingehackt und in die Bohnenmasse gerührt, der Rest trocknet jetzt und wandert dann in die Gewürzsammlung.
Statt Hackfleisch und schwarzen Bohnen nehme ich seit dem Kanada-Aufenthalt im letzten Jahr Refried Beans – ich muss mir da noch ein Rezept für besorgen, dann wird’s beim nächsten Mal komplett vegetarisch – in den Dosen ist Schmalz mit drin. Dafür ist die Konsistenz fast hackfleischartig und die Mischung ist bereits gut gewürzt. Dazu kamen noch zwei meiner “Mexikanisch-mach-Tricks”: Koriandergrün und Limette.
Die beiden Papaya-Hälften passten zusammen perfekt in die große IKEA-Auflaufform. Solange sie nicht kippeln reicht aber auch ein Blech.
Käse drüber (in diesem Fall ein Pecorino, Cheddar ist aber auch eine gute Wahl) und fertig ist das Gartenhäuschen. Diesmal waren sie bei 200 Grad für ne halbe Stunde im Backofen – der Käse war geschmolzen und ein wenig gebräunt, die Bohnen hatten oben eine schöne Kruste bekommen. Zeit und Temperatur sind aber variabel. Hauptsache, die Papaya ist weich genug zum Auslöffeln – das war sie in diesem Fall ja schon vorher.

Rechtzeitig zum Anpfiff stand das gute Stück auf dem Tisch und bot gemeinsam mit dem Schöfferhofer Grapefruit farblich die perfekte Grundlage für einen fulminanten 5:1-Sieg der Oranjes. Ich koche dann in den nächsten Wochen noch öfter orange!

Hostelsuche in Rostock – Einheimische vs. Touristin vs. Berlinerin

Ostern soll es nach Rostock gehen, seit langer Zeit mal wieder. Inzwischen sind schon so viele meiner Freunde dort weggezogen (nach dem Studium beschränken sich die beruflichen Möglichkeiten im geisteswissenschaftlichen Bereich schon sehr), dass es langsam eng wird, wenn man irgendwo kostenlos sein Haupt betten will. Wer noch in Rostock wohnt, hat meistens eine sehr kleine Wohnung oder WG und wenn man dort dann zu zweit (und auch noch als Paar) anrückt, dann wird es schon schwierig.

Deswegen habe ich mir heute Mal die Option angesehen, stattdessen in ein Hostel zu gehen. Mit Hostels habe ich seit Spanien im letzten und Australien in diesem Jahr sehr gute Erfahrungen gemacht und es ist immernoch cooler billiger, als ins Hotel zu gehen (zu Ostern! an der Ostsee!).

Witzig ist, dass ich diese Hostelsuche eben nicht als Touristin in einer fremden Stadt erledige, sondern quasi als Einheimische. Gibt man “hostel” und “rostock” bei Google Maps ein, sieht man schnell, dass sich die meisten Treffer im Zentrum der Stadt befinden – logisch und für den Touristen eine Supersache. Ich als Exil-Rostockerin denke dabei nur: Ui, das ist ja alles total weit vom Schuss.

Was ich weiß, und die Touristen nicht, ist dass das Leben der Stadt (kulturell, szenig, alternativ) sich eben nicht (oder nur zu einem sehr geringen Teil) in der Innenstadt abspielt, sondern in der KTV und die ist, wie der Name schon sagt, eben nicht im geographischen Zentrum, der Innenstadt oder Altstadt, sondern DAVOR, in diesem Fall westlich davon. Da will man hin, als Rostocker. Dort werden wir abends ausgehen, dort werden wir morgens frühstücken, da will ich dem Mann alles zeigen. (Ja ok, die Touri-Attraktionen wird er auch zu sehen bekommen.)

Die Rostockerin in mir findet also nur zwei der Hostels wirklich akzeptabel, beide unweit von ehemaligen Wohnungen von mir. Die anderen sind ja viel zu weit weg, da läuft man ja ewig, um irgendwohin zu kommen, denkt sie sich. Und dann klopft die Berlinerin in mir an und sagt: Wie, ewig? Ne Viertelstunde läuft man da. Das ist doch direkt um die Ecke, das is ja wie von zuhause bis zum Alex. Was willst Du denn bitte?

Ach Rostock, ich bin Dir entwachsen 😦 Zumindest was die Entfernungen angeht. Also gut, sollte es ein Hostel werden, wird nicht die Lage das entscheidenen Kriterium sein. Man wird ja erwachsen.