17.08.2026 – Hallo Woche

Der Wecker klingelt heute halb 7, damit genug Zeit für alles bleibt, bevor ich ein Meeting um Punkt 9 Uhr habe. Eigentlich kein Problem, hätte Noosa mich nicht wieder die halbe Nacht beschäftigt und würde dann gemütlich neben und auf mir pennen, während ich meinen morgendlichen Reboot durchziehe. Ich schaffe es trotzdem und bin sogar ausreichend vor 9 am Schreibtisch, um schnell noch etwas Nahrung einzuwerfen und die E-Mails durchzugehen.

Nach dem Meeting dann Nachbereitungen und Dringendes, bevor ich die Mittagspause vorziehe und nach Mitte fahre, um in der Wohnung der Ellis nach dem Rechten zu sehen und auf dem Rückweg Einkäufe zu erledigen. Dann mit zweitem Frühstück zurück ans Werk.

Am frühen Nachmittag anderthalb Stunden Kurstreffen über Zoom, dann zum Mittag die Poké-Reste von gestern, danach ein Telefonat, dann nochmal weiter bis zum Feierabend. Um 19 Uhr dann noch ein Webinar, bei dem ich mir nebenbei noch Abendbrot mache.

Und dann ist endlich Feierabend, Noosa und ich gucken Anne with an E zu Ende und gehen gegen halb 11 ins Bett und starten einen neuen Anlauf für gutes Co-Sleeping, denn morgen wird es wieder lang und ich schlafe dann auch wieder woanders. Die Woche gibt alles für den Plot!

15.08.2026 – Schulanfang

Heute hat das Nifftenkind Schuleingangsfeier und damit tritt erstmal alles andere in den Hintergrund. Es reicht noch für den gemütlichen Kaffee im Bett samt morgendlichen Reboot, aber dann ist Action angesagt. Frühstück gibt es on the fly, es müssen fünf Menschen durchs Bad und halb 11 aus dem Haus. Das Nifftenkind und seine Eltern machen sich auf den Weg zur Schule, der Liebste und ich laufen am Wasser entlang zur Partylocation.

Dort fallen wir in den festlich eingedeckten Raum ein und dekorieren ihn mit Girlanden, Ballons und Luftschlangen. Leider verbrauchen wir das komplette Helium, so dass wir nicht noch Schabernack damit treiben können. Aber ausmalen dürfen wir immerhin noch!

Als wir soweit fertig sind, sitzen wir eine Weile draußen im Schatten auf einer Bank und schnaufen durch, bis die ersten Gäst*innen in Empfang genommen werden. Insgesamt sind wir am Ende 23 Menschen und zwei Hunde. Als vorletztes und unter großem Jubel läuft das um 20 Zentimeter gewachsene stolze Nifftenkind mit Regenschirm und Zuckertüte (Schultüte heißt das hier im Westen) ein, gefolgt von Mama und Papa mit dem Schulranzen und der nicht minder stolzen Liebstenmama, die der Zeremonie beiwohnen durfte. Es gibt ein großes Hallo, eine erste Runde Auspacken (erst die Schultüte, dann diverse zusätzliche Geschenke der vielen Gäst*innen). Pausiert wird erst, als die Vorspeisen serviert werden.

Bruschetta, Auberginenbällchen, verschiedene Dips und Brot

Dann gehen die anwesenden Kinder erstmal eine Runde stiften und verlustieren sich auf draußen (unabhängig von uns) installierten Hüpfburgen, während die Erwachsenen durchatmen, kühle Getränke zu sich nehmen und erzählen). Es folgt dann der vom Nifftenkind ausgewählte Hauptgang – Schnitzel mit Pommes! Meine Portion hat einen erheblich größeren Gemüseanteil als die der Kinder.

Dann wieder Geschenke auspacken, spielen, Ballons werfen, Tanzen… Irgendwann gibt es Eis zum Nachtisch und noch später eine beachtliche zweistöckige Torte, für die sich das Nifftenkind in sorgfältiger Verkostung für die Sorten Juicy Lemon und White Chocolate Cassis entschieden hat. Wir sind alle sehr zufrieden mit dem Geschmack des Nifftenkinds!

Gegen 18 Uhr löst sich die Feiergesellschaft langsam auf und macht Platz für andere Feiern (unter anderem ein 30. Hochzeitsjubiläum ganz in weiß). Die verschiedenen Großeltern, Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen (nur ein Cousin und das Teilzeitkind waren heute leider verhindert) zerstreuen sich wieder in alle Winde und wir laufen am Wasser entlang zurück in die Wohnung der Liebstenschwester. Dabei die zweite Sichtung von Nilgänsen heute.

In der Wohnung sind wir dann noch zu acht, mit zwei völlig aufgedrehten Kindern und sechs völlig platten Erwachsenen. Gegen 9 geht der letzte Besuch nach Hause und das Nifftenkind wird langsam ins Bett gebracht. Das dauert heute etwas länger als sonst. Gegen 11 dann nur noch wir vier, die Couch und der Fernseher und ich verabschiede mich dann auf einfach ins Bett. Was für ein Tag!

11.08.2026 – Hallo, Büro!

Heute geht es zum ersten Mal seit sechs Wochen (drei Wochen Urlaubs-, drei Wochen Wasserschadensbedingt) wieder ins Büro. Der Wecker klingelt also früh, der morgendliche Reboot verläuft zügig und kurz nach 8 bin ich schon draußen auf dem Weg zur Bahn und telefoniere im Laufen mit dem Liebsten. Zwei S-Bahnen nach Friedrichshain, dann rüberlaufen nach Kreuzberg. Strahlender Sonnenschein auf den beiden Kaulitz-Enten, die neuerdings auf der Spree liegen – ich sehe sie heute das erste Mal live.

Das Körpergedächtnis findet den Weg noch, der Schlüssel passt noch, alles gut. Mein angestammter Arbeitsplatz hingegen war direkt vom Wasserschaden betroffen, ich suche mir für heute einen anderen – zum Glück hatte ich dort keine persönlichen Gegenstände liegen… Die Kaffeemaschine war nicht betroffen und der Kühlschrank auch nicht – erstes Frühstück nach der Weg-Mate also Cappuccino und Müsli mit Heidelbeeren.

Das Büro ist trotzdem ziemlich leer, es ist immer noch Urlaubszeit. Ein paar Leute kommen dann aber doch zum Bürofrühstück zusammen und tauschen sich aus. Beherrschendes Thema heute: Wirklich jedes Urlaubsziel war in einer Gegend mit Waldbränden in der Nähe. Das neue Normal…

Normale Arbeit, ein wöchentlicher Call und dann gehe ich mit einer Kollegin leckere Mantı essen. Es ist zwar heute nicht heiß, aber das Draußensitzen wird uns von Wespen vergällt – drinnen am offenen Fenster geht es dann aber einigermaßen.

Der Nachmittag ist dann weiter unspektakulär. Nach Feierabend nehme ich den gleichen Weg zurück. Zuhause erstmal kurz Couchen und Liebstentelefonat inkl. Pläneschmieden. Dann raffe ich mich nochmal auf und koche mir aus den Resten Zucchini, Zwiebeln und Passata eine „Tomatensuppe“, damit ich Reibekäse reinwerfen kann. Schmeckt sehr gut.

Dazu und danach ein paar Folgen Anne with an E, das immer weiter vom literarischen Kanon abweicht, auch wenn zwischendurch immer mal ein paar Originalszenen eingeflochten sind. Krasser Mindfuck z. B., als Gilbert in der Karibik ein Baby in Beckenlage entbindet (weil er das bei Kühen schon gemacht hat) und später wieder in Avonlea zur Schule geht und in der Theateraufführung mitspielt, während Anne zwar übers Küssen fantasiert, aber ansonsten weiter ihre verpasste Kindheit nachholt.

20.05.2025 – Balkon-Office und Fuß-News

Heute wache ich entspannt und ausgeruht vor dem Wecker auf, so soll es ja eigentlich sein. Gemütliche Morgenroutine, ich schaffe sogar beide Sprachen vor dem Aufstehen abzuarbeiten, und dann geht es mit kaltem Tee von gestern (Mate-Zitrone-Zitronengras), Butterbrezel und Apfel direktemang ins Balkon-Office, denn die Sonne lacht. Nachdem es die letzten Tage eher grau und frisch war, ist das eine willkommene Abwechslung. Die Online-Konferenz hält heute wieder einiges bereit, die Sonne ballert und bald muss ich für Getränke-Nachschub sorgen. Jetzt gibt es Iced Matcha Latte, der auch schnell geradezu evaporiert.

Gegen 12 steht die Sonne so hoch, dass es auf dem Balkon sowohl für den Laptop als auch für mich zu heiß wird, für Session 3 wechsle ich an den Schreibtisch. Danach ist Mittagspause. Ich esse den Rest Thunfischsalat von gestern, der inzwischen leckerst durchgezogen ist wieder auf dem Balkon und stelle fest, dass die Sonne jetzt um die Hausecke herum ist und die Temperatur damit wieder angenehm. Also schnell wieder alles vom Schreibtisch nach draußen bringen. Die nächste Session bestreitet eine ehemalige Kollegin von mir und eine weitere ist im Publikum. Das ist sehr schön, wie wir drei plötzlich wieder zusammen in einem Call hängen und uns alle drei sichtlich freuen.

Die nächste Session verpasse ich aus Termingründen und die danach fällt aus gesundheitlichen Gründen aus, so dass der Nachmittag plötzlich konferenzfrei vor mir liegt. Ich muss ja aber auch erstmal zum Orthopäden, um Fuß, Schulter und Ellbogen begutachten zu lassen. Gewohnt, dass ich aktuell länger brauche, laufe ich mit ordentlich Puffer los.

Die Docs sind wirklich Zauberschuhe, mit denen kann ich laufen als wäre der Fuß gesund und erst nach einer Weile gibt es ein Schmerzchen hier und da und ich werde erschöpft und langsamer. Bis zum Orthopäden halte ich gut durch und bin so eine Viertelstunde vor Termin da und komme fast sofort dran. Der Ellbogen ist wieder voll mobil, auch wenn er manchmal noch weh tut, die Schulter hat noch ein paar Einschränkungen und halt auch ab und an Schmerzen. Der Orthopäde sagt, das wird beides etwa ein Jahr anhalten seit Sturz, jetzt also noch so drei Monate, ich könne damit aber soweit alles machen. Der Fuß ist ja noch neuer, das dauert noch ein bisschen. Die Mobilität ist auch noch eingeschränkt und für den gibt es jetzt erstmal Physiotherapie. Nebenbei kann ich mich wieder an sportlicher Betätigung versuchen und nach der Physio wäre Reha-Sport wahrscheinlich eine gute Idee. Ich buche mir also eine Reihe Physiotermine für Juni und Juli, für anderen Sport sorgen nächste Woche erstmal re:publica und Immergut und dann wird man weitersehen.

Da ja kein Konferenz-Zeitdruck herrscht, schaue ich auf dem Heimweg noch im Drogeriemarkt und dem halal Supermarkt vorbei und kaufe ein paar Kleinigkeiten. Als ich wieder oben angelangt bin, fühle ich mich ordentlich durchgesportet und das aktuelle Tagesziel von etwa 6300 Schritten ist auch erreicht. Zur Belohnung gibt es Wassermelone, Aprikosen und Erik-Pflaumen, wieder auf dem Balkon.

Ich erledige noch ein paar Kleinigkeiten und lese nach, was heute auf der Welt passiert ist, bevor ich in die Küche gehe und aus dem Rest Gnocchi von neulich und Bärlauch-Orangen-Pesto von überneulich ein leckeres Abendessen zaubere. Die Menge an Bärlauch vertrage ich gut, ein ganzes Glas Pesto steht noch im Kühlschrank – mal gucken, ob ich das nach und nach verbrauche oder doch verschenke, es ist halt schon sehr lecker.

Pünktlich zur Abend-Session der Konferenz bin ich mit dem Essen fertig und nehme dann von der Couch aus Teil. Feierabend ist gegen 21 Uhr, dann telefoniere ich nochmal mit dem Liebsten und lege mich danach mit Buch in die Badewanne. Anna Funders „Stasiland“ nimmt mit den persönlichen Geschichten der Protagonistinnen langsam Fahrt auf (trotz weiterer Ungereimtheiten bezüglich des Berliner ÖPNV) und ich lese mich ordentlich fest, bis das Wasser langsam zu kalt wird. Kurz nach 23 Uhr liege ich im Bett und lasse mich von den Katzen in den Schlaf kuscheln.

Von neuen Betten und alten Träumen

Ich habe sogar bis um 6 geschlafen, in der ersten Nacht im neuen Bett. Das klingt nicht lange, aber erstens schlafe ich ja sonst gerade nur bis 5 und zweitens war ich schon halb 11 im Bett und habe geschlafen. Voll gut also. Und da ja ab morgen Abend erstmal Ostern ist und ich unterwegs sein und länger aufbleiben werde, verschiebt sich mein Schlaffenster hoffentlich auch wieder in humanere Gefilde… Sehr toll war übrigens auch, dass ich genau in der Mitte des 1,60 m breiten Betts aufgewacht bin und nicht auf nur einer Seite. Das Bett sieht ja eh wie die riesige Version eines Einzelbetts aus und ich gedenke, es für lange Zeit genau als solches zu nutzen. Dann genau in der Mitte zu liegen fühlt sich unglaublich luxuriös und irgendwie empowernd an. Yay!

Ansonsten war der Tag heute mental deutlich weniger aufreibend als der gestrige und die Wogen haben sich wieder geglättet. Dafür war es aber auf Arbeit relativ stressig und ohne all das zusätzliche Adrenalin von gestern bin ich heute einfach nur noch müde. Deswegen geht es jetzt nach begeistertem Lesen des Bärenbuchs – das einige Fragen beantwortet und viele neue aufgeworfen hat – und einem ausführlichen Schwumm in der Badewanne einfach ins Bett – Akkus aufladen!

PS: Als ich heute im Büro erzählte, dass ich über Ostern in Rostock bin, wurde ich gefragt ob ich dort eigentlich noch eine Wohnung habe. Ja, manchmal fühlt es sich wirklich so an und ich träume auch nach 11 Jahren in Berlin immer wieder davon, dass es da ja noch diese Wohnung in Rostock gibt. Übrigens eine, in der ich nie gelebt habe – eine kleine 1-Zimmer-Wohnung irgendwo zwischen Dobi, Lindenpark und Schröderplatz und mit hellgrün gestrichenen Wänden, in der ich im Traum normalerweise meine Wochenenden verbringe. Verrückte Sache das. Zum Glück gibt es viele Wohnungen in Rostock, in denen ich immer wieder willkommen bin, sonst müsste ich anfangen, Lotto zu spielen… (Und gewönne ich, hätte ich natürlich eine Wohnung viel näher am Törtchenlokal, manchmal verstehe ich mein Traum-Ich nicht!)

Über Betten und Spiegel und Lösungen

Heute war schon wieder so ein produktiver Tag. Es galt, neben den normalen samstäglichen Verpflichtungen wie Wäsche waschen, Geschirrspüler laufen lassen und leeren und Müll runterbringen auch, dem Kater sein Schmerzmittel zu verabreichen, meine Schlafstatt der letzten Tage zusammenzuräumen und ein Zimmer weiter zu bugsieren (die Matratze muss sich 72 Stunden ausdehnen, deswegen schlafe ich weiter auf dem Sofa – allerdings jetzt dann im Wohnzimmer) und dann mein neues Bett aufzubauen.

Bei den letzten beiden Programmpunkten halfen mir Mama und Bruder und von der Koordination der Uhrzeit über das Verteilen und Durchführen der Arbeitsschritte bis hin zum fertigen Bett war ich gereizt. Eigentlich lieg alles wie am Schnürchen, aber ich war ungeduldig, gestresst und im Kopf immer schon drei Schritte weiter. Heraus kam der eine oder andere ungewollt scharfe Ton und der hielt mir dann gleich mal den Spiegel vor. Genau das, was ich mitunter so schlimm finde und an anderen kritisiere, habe ich selbst gemacht. Ekelig. Tut mir leid!

Ich weiß aber auch, was und warum mich so gestresst hat und am Ende war das alles gar nicht nötig – ich habe nämlich gut alles geschafft und hatte dann noch über eine Stunde Couchzeit, bis ich zu meinem Abendtermin losmusste. Alles easy. Eigentlich. Muss ich mir fürs nächste Mal merken.

Apropos fürs nächste Mal merken: Wenn man eine milchige Lösung in den Kater bekommen will, ist es eine gute Idee, sie in einer anderen milchigen Lösung (aka Milch) zu verstecken. Gut, dass ich ausnahmsweise welche da hatte!

#12v12 im April 2019

An jedem 12. machen Blogger*innen zwölf Fotos von ihrem Alltag. Die anderen gibt es drüben bei Caro, meine sind hier:

Puh, war das ein Tag. Selten war ein 12. so prädestiniert dafür, vertagebuchbloggt zu werden. Und selten habe ich mich vor einem Tag im Homeoffice so ob der Logistik gestresst. Am Ende ist dann allerdings fast alles gut gegangen und jetzt bin ich extrem erleichtert, rechtschaffen müde und sowas von bereit fürs Wochenende…

Der Tag begann mit einem Zahnarzttermin für Nimbin, dem Zahnstein entfernt und ein kleiner Zahn gezogen werden musste. So gesehen begann der Tag schon gestern Abend, denn vor der Narkose durfte er 12 Stunden lang nichts essen. Das bedeutete auch für Noosa und mich mitfasten, und zwar ab 21 Uhr. Morgens war ich dann etwas nervös, was die Katzen zum ausbleibenden Frühstück sagen würden – zum Glück war der Termin schon um 9.

Nachdem mich Nimbin gegen halb 7 geweckt hatte, tat ich ganz lange so, als würde ich noch weiterschlafen, um zu suggerieren es sei noch gar nicht Frühstückszeit.

 

Als dann auch mein tatsächlicher Wecker geklingelt hatte und die Blase drückte, musste ich zwangsläufig aufstehen, lenkte Nimbin aber mit einer Fensterrentner-Session ab, das liebt er.

 

Dann verklickerte ich ihm, dass er heute zum Zahnarzt muss – der Blick spricht Bände!

 

Die Transportkiste wurde mit Kuscheldecke und Katzeninze präpariert und während ich versuchte, Nimbin willenlos zu streicheln, wurde Noosa zwischenzeitlich sehr neugierig.

 

Dann ging alles sehr schnell, Kater in die Box, Box in die Tram, ab zum Tierarzt.

 

Wieder zuhause fragt Noosa aufgebracht, wo ich denn ihren Bruder gelassen hätte.

 

Ich fahre den Arbeitslaptop hoch und setze mich ins Schaukelstuhl-Office, bis es Zeit wird, Nimbin wieder abzuholen. Auf dem Heimweg passiert mein Alptraum: Die Transportkiste geht kaputt und knallt auf den Boden. Oben und an der Seite liegen die Türen jetzt locker auf und lassen sich nicht mehr verschließen. Zum Glück ist Nimbin noch so benommen und ängstlich, dass er sich nicht unter seiner Kuscheldecke hervorwagt und ich ihn sicher nach Hause bringen kann. Die Box ist jedoch hin und bis zur Kontrolle in zwei Wochen muss ich Ersatz besorgen. Außerdem bekommt der kleine Racker jetzt morgens ein paar Tage Schmerzmittel.

 

Ich arbeite weiter, bis es klingelt. Erst wird mein neuer Kühlschrank geliefert…

 

…und zwei Stunden später dann mein neues Bett, dass morgen noch mit vereinten Kräften zusammengebaut wird.

 

Nach Feierabend gehe ich noch kurz etwas einkaufen, so ein Kühlschrank will ja auch gefüllt werden, und dann gibt es Abendbrot: Warmes Naan aus dem Ofen mit Avocado und Tomaten. Hinterher wird noch ein wenig geräumt – der Hase und einer seiner zukünftigen Mitbewohner sind da, um schon mal einen kleinen Teil des Auszugs anzugehen.

 

Später am Abend ist der neue Kühlschrank einsatzbereit und wird von mir bestückt. Der vom Hasen darf jetzt abtauen und in zwei Wochen dann ausziehen in sein neues Quartier.

 

Und jetzt geht es in die wohlverdiente Badewanne und danach für eine letzte Nacht ins provisorische Sofa-Bett!

London-Bemerknisse

Anfang der Woche weilte ich, wie bereits bekannt, aus beruflichen Gründen für drei Tage in London. Der Großteil der Zeit war vollgepackt mit kleinen und großen Meetings mit Kolleg*innen aus Deutschland, Polen, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Irland, Mexiko, Indien, den USA und natürlich Großbritannien – über diverse Hierarchieebenen hinweg bis eine Stufe unter dem CEO unseres international agierenden, börsennotierten Unternehmens. Verkehrssprache war Englisch, mit kürzeren Ausflügen ins Französische, Italienische, Niederländische und natürlich ins Deutsche. Zwischendurch schwirrte mir also ganz schön der Kopf, auch gesamtsituationsbedingt natürlich.

Trotzdem habe ich es auch noch geschafft, an diesen drei Tagen meine beiden Londoner Must-haves unterzubringen: Einen Besuch beim Stamminder und ein Großeinkauf der besten Kekse der Welt.

Den Stamminder habe ich 2008 entdeckt, als ich mit Freund*innen im Sommer einen Roadtrip durch Südengland machte. Eine in England lebende Bekannte mit indischen Wurzeln hatte mir die Drummond Street als Adresse für authentische indische Küche empfohlen und als wir dort hindurch spazierten, war es der Name Ravi Shankar, der mir natürlich sofort ins Auge sprang und mich zum Hineingehen verführte. Es war wirklich sehr lecker und so kehrte ich dann auch 2012, als ich das nächste Mal in London war (übrigens kurz nachdem der Hase und ich zusammengekommen waren, Ironie des Schicksals), gleich zweimal wieder dort ein. Und eben jetzt am Montag. Es war wieder großartig!

Die Kekse hingegen kenne ich bereits seit über 20 Jahren (aua, jetzt fühle ich mich alt), seit meiner ersten Sprachreise 1998. Damals entdeckte ich den Laden in den Lanes in Brighton und weil ich mich nicht entscheiden konnte, bestellte ich einfach einen (oder zwei?) von jeder Sorte – für sehr sehr viele Pfund, vor allem für mein 15-jähriges Ich. Seit damals sind diese weichen, köstlich gewürzten und mit raffinierten Toppings versehenen Cookies mein Gold Standard, was Kekse angeht. 1999 und 2000 war ich wieder dort und kaufte wieder. Und dann natürlich auch 2008 und 2012. In den letzten Jahren brachte mir mein Bruder regelmäßig die Kekse mit, wenn er aus England zu Besuch kam – mir fällt gerade ein, dass wir bei unserem letzten England-Besuch 2016 gar keine essen konnten, weil unsere Reiseroute zu weit ab von jeglichen Filialen lag. Aber da hatten wir ja schon die regelmäßige Quelle aufgetan. Diese Woche jedenfalls habe ich mich selbst wieder mit den Keksen versorgt – und auch schon mit einigen ausgewählten Menschen geteilt.

Ansonsten fand ich an London noch spannend, dass es immer noch sehr viel internationaler ist, als Berlin – obwohl Berlin in den letzten Jahren schon deutlich aufgeholt hat. Das Büro ist sowieso international, die U-Bahnen sind voll mit Menschen, denen man den Migrationshintergrund auf den ersten Blick ansieht und in der Gastronomie abseits des Stamminders dominierten Servicekräfte aus östlichen EU-Ländern. Angesichts all dessen wirkt diese ganze Brexit-Scheiße noch viel absurder und beängstigender als sonst schon.

Das zweite Spannende: Ich habe absolut null Bargeld benötigt. Überall konnte man kontaktlos mit der Kreditkarte bezahlen – im Supermarkt, im Keksladen, im Restaurant, an der Pub-Theke… sogar beim Bahnfahren fiel dadurch der lästige Ticketkauf komplett aus – einfach Kreditkarte an die Sensoren halten, die sonst für die Monatskarten da sind und fertig. Ist sogar deutlich günstiger, als die normalen Tickets, zumindest bei mehreren Fahrten am Tag.

So fühlt sich also diese „Zukunft“ an. Berlin, Du hast noch viel aufzuholen. Aber wenigstens bleibst Du in der EU!

Ein langer Abend und 1000 Fragen

Der Abend heute wird etwas länger werden, deshalb bleibt wohl keine Zeit für einen schönen Text über Piraten am Arbeitsplatz und konspirative musikalische Ereignisse. Stattdessen haue ich einfach die nächsten zehn der 1000 Fragen an mich selbst raus und vertage eine etwaige Berichterstattung auf morgen.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

41. Trennst du deinen Müll?

Ich wollte gerade „nicht sklavisch“ schreiben, weiß aber aus vergangenen Auslandserfahrungen, das schon das halbherzige Mülltrennen in Deutschland recht sklavisch wirken kann. Grundsätzlich trenne ich Müll, aber spüle keine Joghurtbecher aus und trenne nicht jedes Stück Verpackung in seine einzelnen Bestandteile auf. Der Teebeutel landet vollständig im Bio-Müll, der Milchkarton in der gelben Tonne, die Flasche mit Etikett im Altglas und der Briefumschlag trotz Fenster im Papiermüll. Dafür versuche ich aber, daran zu denken, dass Kassenbons in den Restmüll gehören.

 

42. Warst du gut in der Schule?

Am Anfang sehr gut, dann viele Jahre lang gut, dann kurz mehr so mittelgut und am Ende wieder ziemlich gut. Der Wechsel aufs Gymnasium und die heiße Phase der Pubertät hinterließen jeweils ihre Spuren, kurz vorm Abi habe ich dann nochmal angezogen und kam am Ende mit einer 2,1 da raus.

 

43. Wie lange stehst du normalerweise unter der Dusche?

Normalerweise kürzer als ein herkömmlicher Popsong – der Hase ist immer völlig von den Socken, wie schnell das geht. Wenn ich Haare waschen muss oder sonstige Dinge zu erledigen habe, kann es auch mal etwas länger dauern (aber maximal 5 Minuten). Für alles Längere gibt es die Badewanne, das liegt mir mehr. (Pun intended)

 

44. Glaubst du, dass es außerirdisches Leben gibt?

Leben bestimmt. Wie weit dieses entwickelt ist, wage ich nicht zu spekulieren. Und selbst wenn es irgendwo weit entwickeltes und bewusstes Leben gibt, halte ich die Wahrscheinlichkeit für sehr gering, das wir ihm begegnen werden. Weil ist ja groß, das Draußen.

 

45. Um wie viel Uhr stehst du in der Regel auf?

Während der Woche um 8, am Wochenende stark schwankend, aber sicher nicht vor 9.

 

46. Feierst du immer deinen Geburtstag?

Aber sowas von! Der wichtigste und schönste und außerdem längste Tag des Jahres! (Und Sommeranfang ist außerdem.) Eigentlich halte ich es gerne mit Lorelai Gilmore und Nilz Bokelberg und feiere meine Geburtstagswoche!

 

47. Wie oft am Tag bist du auf Facebook?

Der Tab ist eigentlich immer offen, was aber nicht heißt, dass ich da ständig aktiv bin. Nur, dass es schwer zu quantifizieren ist. Unterwegs hängt es vom Grad meiner Langeweile und der Frequenz meiner Notifications ab. Auf meinem Handy waren es laut Bildschirmzeit-Bericht letzte Woche 2 Stunden 40 min, verteilt auf 7 Tage.

 

48. Welchen Raum in deiner Wohnung magst du am liebsten?

Im Moment ist es das Wohnzimmer, da stehen meine Lieblingscouch, der Esstisch, das Klavier, der Fernseher… Und man kann durchs große Fenster auf den Balkon und nach draußen gucken. Eigentlich soll die Bibliothek mal der Lieblingsraum werden (Bücherwände! Sessel! Schaukelstuhl! Noch ein Sofa!), aber die ist gerade noch mehr Rumpelkammer als alles andere…
49. Wann hast du zuletzt einen Hund (oder ein anderes Tier) gestreichelt?

Heute morgen beide Katzen.
50. Was kannst du richtig gut?

Mir wird öfters unterstellt, ich könne gut schreiben bzw. Dinge formulieren (und dann auch noch mit „so unglaublich viel Fingerspitzengefühl“!). Da ich mich aber – wie wohl alle – immer mit denen vergleiche, die es besser können, traue ich dieser Art Komplimenten nicht immer. Mein Englisch ist auch ganz in Ordnung, mein Italienisch reicht für Gespräche über das Essen und das mit der Tomatensauce habe ich inzwischen auch einigermaßen raus 😉 (Der Hase findet auch, ich könnte unglaublich gut still liegen und mich nicht bewegen, deswegen schlafen die Katzen so gerne auf mir.)

Wie der Januar riecht

So, nachdem ich den laut maunzenden und über die Tastatur wetzenden Kater ruhig gestellt habe, kann ich jetzt aufschreiben, wie der Monat für mich gerochen hat. Andere olfaktorische Erinnerungen gibt es zum Beispiel bei Ijuno und bestimmt auch bald beim liebsten Fräulein der Welt, das sich diese Beitragsreihe ausgedacht hat. Für den nervigen Kater riecht der Januar am Ende übrigens nach Katzenminze auf einem Kuschelkissen…

Der Januar riecht zunächst einmal nach eingemummeltem Couchen, Katzenfell und Süßkram. Dann aber riecht er nach freien Ferientagen, Kleinkindköpfen und Erfrischungstüchern. Nach Sardellen, Knoblauch und Bacon duftet der Caesar Salad, mit dem wir beim Mobster Dinner das Jahr einläuten. Der Januar riecht nach den Büchern in den Regalen der Böse Buben Bar,

Nach großer Wiedersehensfreude riecht der Januar ebenso wie nach Unsicherheiten und vorsichtigem Herantasten. Ein Schritt vor, zwei zurück und dann vielleicht doch wieder einer vor? Nach Missverständnissen und unbedachten Worten ebenso wie nach sehr sorgfältig gewählten Worten, klärenden Gesprächen und großer Erleichterung.

Der Januar riecht oft nach Schweiß – in überhitzten Bahnen, Büros, Meetingräumen und Diskussionen ebenso wie beim Sport oder beim schweißgebadeten Aufwachen nach unruhigen Träumen.

Er riecht nach viel Papier und Druckerschwärze und Klebebandresten an den Fingern. Nach köstlichen Pancakes, Blinis, Crêpes und Quesadillas riecht er zum Glück auch. Außerdem nach Zitrusfrüchten, Tee und Thymianhänden. Nach jamaikanischer Küche und einer Brise jamaikanischer Lebensart in der Luft.

Der Januar duftet nach Heimlichkeiten, jeder Menge Organisation und Koordination und glücklich gemachten Menschen. Nach Indien, das sich in den Falten von T-Shirts und Tüchern versteckt gehalten hat. Nach Kuchen und Muffins, nach Schampus und Steak und gutem Wein. Nach regennassem Asphalt riecht der Januar, nach gestohlenen Sonnenstrahlen und ab und zu sogar nach Schnee. Er duftet nach Hochzeitsblumen und Vogelhochzeitssüßigkeiten und den Ledersitzen in einem „was schattigen Auto“.

Nach Angekommensein und Nähe riecht der Januar ebenso wie immer wieder auch nach Fallen und Angst und Ungewissheit. Am Ende riecht er sehr chaotisch, nach Granatapfel-Cupcake und Smoothies, nach Eis und Yogamatten, nach Torte und Bier.

Der Januar ist ein langer Monat und prall gefüllt mit Leben, vieles vom guten und so manches vom schlechten ist darunter. Und ganz am Schluss, da riecht der Januar nach Zuversicht und Lachen und Vorfreude auf alles, was noch kommen mag.

 

PS: 30 Plakate abgeknibbelt, 30 Plakate aufgehängt. For those who count.