Und der Freitag so?

Es ist echt unglaublich, wie schnell die Wochen immer vorbeifliegen. Jetzt ist schon wieder Freitag, Wochenende. Vermutlich sollte ich dankbar sein, dass ich das so empfinde. Andere Leute kämpfen sich ja in zähen Jobs gerne mal von Wochenende zu Wochenende, ich hingegen bin meist auch immer ein wenig traurig, dass die fünf Tage schon wieder vorbei sind. OK, ich möchte keinen falschen Eindruck erwecken: Natürlich freue auch ich mich auf zwei Tage weitgehend selbstbestimmter Zeiteinteilung! Aber ich hab meistens so viel Spaß in meinem Job, dass er mir gar nicht so sehr wie eine von außen auferlegte Einschränkung vorkommt. Und meistens wache ich auch vor dem Weckerklingeln auf, so dass mir auch das Ausschlafen (im Moment zumindest) nicht wirklich fehlt.

Der heutige Freitag war ein relativ entspannter, obwohl ich schon die dritte neue Aufgabe diese Woche übernommen habe. Das hat für ca. 10 Minuten Nervenflattern gesorgt, als ICH einen fremden Menschen anrufen und mich mit ihm unterhalten musste, um hinterher meine Einschätzung abzugeben, ob er zu uns passt. Ich telefoniere ja grundsätzlich schon ungern mit fremden Menschen und dann auch noch in so einer ungewohnten und verantwortungsvollen Rolle… Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben und eigentlich finde ich es ja auch sehr cool, dass ständig alles anders wird und neue Dinge auf mich einprasseln.

Meetings hatte ich ansonsten heute nur eines, dafür war ich aber mal wieder mit dem Team mittagspausieren. Wir hatten wirklich extrem köstliche vegane Burger mit Pommes und Getränk. Meiner war der Vienna Burger, mit “Schnitzel”, Knoblauch-Sauce, Gemüse und Schnittlauch. Ein Gedicht bis in die Details! (Keine Werbung, ich habe natürlich selbst bezahlt.)

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Nach der Arbeit gab es dann mal wieder eine Date Night mit dem Hasen. Ich glaube, das machen wir jetzt öfter – so lässt sich auch das verflixte 7. Jahr besser überstehen 😉 Erst trafen wir uns zum Abendessen auf eine Poké Bowl (ebenfalls selbst bezahlt). Ein total süßer, unscheinbarer und unprätentiöser Laden in der Stargarder. Sehr zu empfehlen! Ich hatte eine Bowl mit Thunfisch, Mango, Avocado, Rettich, Kaviar und geröstetem Algensalat, die vom Hasen bestand aus Lachs, Gurke, Avocado, Edamame, Algensalat, gerösteten Kichererbsen, knusprigem Mais, knusprigem Knoblauch, und Nüssen. Die Basis für beides war warmer Reis mit Salat und Sojasauce. Wir werden da auf jeden Fall wieder hingehen!

Nach dem Essen lösten wir einen Kino-Gutschein ein (ein Geschenk meines Arbeitgebers) und sahen einen weiteren Oscar-nominierten Film: Green Book. Der war zum Glück besser, als ich ihn nach dem Trailer erwartet hatte, auch wenn er für mich weder an Bohemian Rhapsody noch (vor allem) an Roma heranreicht. (Die anderen Nominierten müssen wir noch gucken.)

Danach ging es schnell durch die Kälte nach Hause, wobei das Hasenfahrrad die eine S-Bahn-Station ausnahmsweise mal schwarz fahren durfte. Jetzt guckt der Hase Biathlon live aus Kanada und ich packe meine Schnupfennase ins Bett.

 

PS: Schon merkwürdig, wenn eine Heinzelfrauchen-Aktion komplett unkommentiert bleibt – jetzt weiß ich gar nicht, ob sie bemerkt und gewürdigt wurde. Aber eigentlich soll man für solche Sachen auch keinen Dank erwarten, sie sind ja schließlich dafür da, anderen eine Freude zu machen und nicht sich selbst. Man muss auch jönne könne.

 

Tagebuch-5 im Februar 2019 #WMDEDGT

Es ist mal wieder der 5. und wie jeden Monat fragt Frau Brüllen wieder: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Ich wache vor dem Weckerklingeln auf, weil irgendwer im Haus findet, es wäre eine gute Idee, jetzt mal ordentlich den Hammer zu schwingen. Als ich mich dazu durchringe, die Augen zu öffnen und mal nach der Uhrzeit zu gucken ist es 7:29, eine Minute vor Klingeln. Ich mache den Wecker aus und lese mich eine halbe Stunde lang gemütlich durchs Internet, während das Hämmern natürlich längst aufgehört hat und der Hase wieder eingeschlafen ist. Um 8 schleiche ich mich leise aus dem Schlafzimmer und lasse den Urlaubshasen weiter träumen.

Morgendliche Badroutine, Katzen füttern und dann bin ich kurz vor halb 9 schon aus dem Haus und fahre mit Tram und U-Bahn ins Büro.

Die Personalabteilung schreibt eine Rundmail über den neuen Feiertag in Berlin. Da wir zwar in Berlin unsere Zentrale, aber eben auch andere Standorte sowie Leute in Remote-Anstellung haben sowie diverse Mitarbeiter*innen, die kein Deutsch sprechen und das vielleicht noch gar nicht mitbekommen haben,1 ist das notwendig. Es geht zunächst darum, für wen der Feiertag alles gilt, dann darum, wie er im System abgebildet wird und was mit bereits bestehenden Urlaubsanträgen geschieht (Der Feiertag kam etwas plötzlich, das hat sich erst vor zwei Wochen oder so endgültig ergeben). Und dann ging es sehr lang und ausführlich um den Frauentag selbst, seine Geschichte, Clara Zetkin, warum der jetzt bei uns ein Feiertag ist usw. Und ein Link mit Veranstaltungen, bei denen man sich an diesem Tag politisch engagieren kann. Hach, ich liebe diese Firma!

Zum Frühstück gibt es klein geschnippeltes Büro-Obst und Milchkaffee, den wir uns wie immer mit der ganzen Kaffee-Crew oben in der Lounge holen. Ich lerne, dass es eine Fluggesellschaft namens Germania gibt und die jetzt pleite ist. Außerdem sprachen wir über das Fliegen im Allgemeinen, Flughäfen in aller Welt und überlegen, ob Fliegen oder Fleisch essen der schlimmere Klimakiller ist. (In meinem Kern-Team von 7 Personen haben wir drei vegan lebende Männer und vier omnivore Frauen. Besonders witzig ist, dass einer der Herren bis vor ungefähr zwei Jahren so ziemlich jeden Tag auf seiner Fleischportion bestand und inzwischen total geläutert ist.)

Zurück am Platz verbringe ich die Zeit bis zum ersten Meeting mit einer Aufgabe, die ich diese Woche für die urlaubende beste Kolleginnenfreundin übernommen habe – ziemlich analytisch mit ein bisschen Glaskugel drin, aber nichtsdestotrotz spannend. Und ich kann Kästchen (Google Sheet Zellen) mit lustigen Farben füllen, das ist ja auch immer schön.

Nach dem Meeting dann Abarbeiten der aufgelaufenen E-Mails und Anfragen, danach Mittagspause mit dem nicht-einfachen Kollegenfreund/Freundkollegen (20 Minuten Spaziergang zum Supermarkt und zurück, Gespräch über Magen-Darm, Valentinststag, Frauenhasser, die Grünen, die FDP, das Wahlverhalten in Ost-Berlin, 3,21 € in kleinen Scheinen und Seelenrettungsversuche). Wieder zurück gibt es für mich einen hochwertigen Mikrowellenmilchreis mit Erdbeerkompott und eine Runde Twitter-Timeline, der NEKFFK* muss direkt zurück an seinen Platz.

Nach der Pause gemütliches Vor-mich-hin-Arbeiten. Ein gutes Feedback für die Aufgabe erhalten, die ich diese Woche vertretungsweise übernommen habe. Eine weitere neue Aufgabe samt zugehöriger Schulung angekündigt bekommen, die spannend klingt und vielleicht längerfristig bei mir bleibt… Das Nachmittagsmeeting blieb dann relativ kurz und ereignislos. Danach tröpfelte der Arbeitstag ziemlich vor sich hin – im Vergleich zur letzten Megastresswoche sind wir jetzt wieder im Alltag angekommen und das ist auch gut so.

So kann ich pünktlich Feierabend machen und Richtung Friedrichshain fahren, um ein paar Dinge zu erledigen und mich dann mit einer meiner besten Freundinnen zum Essen und Quatschen zu treffen. Es gibt Tra Dao (hausgemachten Pfirsich-Eistee), Banh Xeo (einen vietnamesischen Pfannkuchen mit Tofu, Pilzen und Pak Choi), My Quang (eine dickflüssige Reisnudelsuppe mit Pilzen und Sesam-Chips) und Mango in frittiertem Klebreis. Dazu reden wir über alles, natürlich.

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Der Heimweg ab halb 10 ist dann ganz schön kalt, aber die Ringbahn ist warm und zum Glück ist es gar nicht so weit nach Hause. Dort warten zwei hungrige Katzen auf mich. Da der Hase heute auch aushäusig is(s)t, hatten sie noch kein Abendbrot. Dem schaffe ich schnell Abhilfe, dann mache ich noch ihr Klo sauber und mich selbst bettfertig. Halb 11 liege ich im Bett und höre zum Einschlafen die neue Folge Marvelous Mrs Maisel Goys.

*Auch noch nicht das richtige Blog-Synonym für ihn, fürchte ich.

Date Night im “To Beef Or Not To Beef”

Der gestrige Abend endete völlig anders, als wir es am Morgen noch gedacht hätten. Eigentlich waren wir nämlich wie fast jeden Freitag zu Freunden zum Mobster Dinner eingeladen. Leider musste dieses aus Gründen verschoben werden und so hatten wir plötzlich die Aussicht auf einen gänzlich unverplanten Abend, an dem wir aber trotzdem etwas tolles machen wollten. Möglicherweise spielten dabei ein unnötiger unglücklicher Zusammenstoß am Morgen oder die Tatsache, dass wir in dieser Woche unser 6,5-jähriges hatten eine Rolle. Jedenfalls schlug der Hase vor, dass wir seinen Geburtstagsgutschein von seinem Team einlösen und im “To Beef Or Not To Beef” essen gehen. (Wie bereits gesagt: Wir lösten einen Gutschein ein – und bezahlten den Rest der Rechnung aus eigener Tasche, es handelt sich hier also um keine bezahlte Werbung oder einen gesponsorten Post!)

Da er mit seinem Team an diesem Abend außerdem noch einen gelungenen Projektabschluss zu feiern hatte, fuhr ich nach Feierabend zunächst einmal aus meinem Büro zu seinem und half beim Anstoßen. Das war auch eine schöne Gelegenheit, noch ein paar mehr seiner Kolleg*innen kennenzulernen (und sie beim Tischtennis alle gnadenlos abzuziehen (Möglicherweise spielte dabei eine Rolle, dass ich nur _ein_ Glas Champagner und _eine_ Flasche Radler getrunken hatte.)).

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Gegen halb 9 trafen wir dann jedenfalls im Restaurant ein und ergatterten auch ohne Reservierung noch einen kleinen Tisch am Tresen, mit für den Hasen perfektem Blick in die Küche.

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Zunächst einmal studierten wir ausgiebig die Karte – hier im wunderschönen Buch-Look – und ließen uns zu den verschiedenen verfügbaren Fleischstücken beraten. Die Spezialität des Hauses ist nämlich – wie der Name schon sagt – Rindfleisch, das vom italienischen “Starmetzger” Dario Cecchini entsprechend der “Nose-to-Tail”-Philosophie zugeschnitten wird. Es ist also ganz besonderes Fleisch, das natürlich auch einen entsprechenden Preis hat.*

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Und weil der Hase gestern die Spendierhosen anhatte, durfte ich mir dann dazu auch noch einen Wein meiner Wahl aussuchen. Normalerweise hätten wir uns wohl für 1 bis 2 einzelne Gläser entschieden, aber im To Beef Or Not To Beef haben sie tatsächlich einige Tasca-d’Almerita-Weine auf der Karte, allerdings nur in Flaschen. Aufmerksame Leser*innen erinnern sich an dieser Stelle, dass ich zu Tasca d’Almerita eine ganz besondere Beziehung habe:

Vor fast vier Jahren verbrachte ich einige der schönsten Wochen meines Lebens bei einem Foodwriting-Workshop in der Kochschule Anna Tasca Lanza auf der Tenuta Regaleali in Sizilien, dem Stammweingut der Familie Tasca. Dort gab es zu jeder Mahlzeit diese tollen Weine und natürlich machten wir auch eine Führung durch den Weinkeller und bekamen eine professionelle Weinprobe. Mit Fabrizia, der Leiterin der Kochschule bin ich seitdem befreundet und vor zwei Jahren haben der Hase und ich ein tolles Wochenende mit ihr hier in Berlin verbracht. Vor wenigen Wochen sahen wir sie ein weiteres Mal hier in Berlin und auch da gab es wieder Tasca-d’Almerita-Weine. Das ist relativ ungewöhnlich, da es diese in Deutschland nur sehr selten in Läden zu kaufen gibt und eigentlich nur einige wenige Restaurants direkt beliefert werden.

Auf der Karte gestern fanden wir jedenfalls den Leone (meinen Lieblingsweißen von Tasca d’Almerita, der als Weißwein allerdings meines Erachtens nicht so gut zu den von uns ausgewählten Speisen gepasst hätte) und den Rosso del Conte, den Signature Wine oder auch den “Mercedes” unter den Tasca-d’Almerita-Weinen. Diesen Wein aus 62% Nero d’Avola und 38% nur in Sizilien wachsendem Perricone hat Fabrizias Onkel, Conte Guiseppe Tasca 1970 komponiert. Seitdem gewinnt er regelmäßig diverse Preise. Wir bekamen gestern eine Flasche des 2013er Jahrgangs serviert, die ich wirklich umwerfend fand und aus der ich die in der Speisekarte aufgeführten Noten von Vanille, Tabak und Kirschen definitiv herausgeschmeckt habe. Der Hase tut sich ja immer noch ein bisschen schwer mit sehr trockenen Roten, aber nachdem der Wein ein wenig geatmet hatte und in Kombination mit dem Essen fand er ihn dann auch ziemlich gut…

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Als Gruß aus der Küche bekamen wir hauchdünn geschnittene Mortadella aus Bologna serviert, mit gutem italienischen Weißbrot und einem sehr leckeren, grasigen Olivenöl mit nur einer ganz leichten Schärfe im Abgang (auch das etwas, womit der Hase nicht so gut umgehen kann, während ich in dem Öl hätte baden können).

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Als Vorspeise hatte sich der Hase die Arancini ausgesucht, die noch ganz heiß auf den Tisch kamen – zwei mit Käse gefüllt und zwei mit Ragù, dazu gab es eine Käse-Béchamel-Sauce und Tomaten-Chili-Ragout. Natürlich haben wir alles geteilt und waren beide sehr begeistert.

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Für mich gab es dann noch den Tartar, mit flüssigem Wachtelei, gehackten Kapern, grobem Salz und sardischem Carasau-Brot – sehr, sehr lecker! Der Hase hat auch gekostet (zum dritten Mal nach Modena und Urbino im Oktober) und fragt sich jetzt endgültig, welches Problem Mr. Bean eigentlich mit Tartar hatte… Wobei der bei uns schon immer appetitlicher aussieht. So unglaublich lecker, das Zeug!

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Zum Hauptgang bekam ich das “kleinstmögliche” Stück des Panzanese, einer “sehr mageren und geschmacksintensivem” Scheibe aus dem Schenkelinneren, 28 Tage gereift und in meinem Fall medium rare. Das kleinstmögliche Stück sind übrigens 250 g, die ich mit einigen Mühen aber dennoch gut geschafft habe. Dazu bestellte ich mir typisch toskanische Cannelini-Bohnen mit Kräutern.

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Für den Hasen gab es etwas ganz edles, nämlich Côte de Boeuf, 30 Tage gereift, in der 750-g-Variante (allerdings wird der Knochen mitgewogen, tatsächlich war es also nicht dreimal so viel wie meine Version, trotzdem aber immer noch sehr viel). Bei diesem Stück sind mageres und fettes Fleisch miteinander vermischt und wie man sieht, bestellte der Hase es medium und nicht medium rare. (Beim letzten Besuch hatte er das Bistecca fiorentina in medium rare und das war ihm ein wenig zu roh.) Für uns beide gab es dazu dann noch ein mit Kräutern aromatisiertes Salz, das wir aber sehr vorsichtig dosieren sollten, um das Fleischaroma nicht zu überlagern. Das Côte de Boeuf wurde mit Wildkräutersalat, Kartoffel-Senf-Püree und Sauce Bearnaise serviert.

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Wir schlemmten und erzählten und tranken und hatten eine wundervolle Mahlzeit. Gegen Ende probierte der Hase noch vom italienischen Craft Beer und einen “milden, romantischen Grappa”, während ich mir eine sehr köstliche, fluffige Crème brûlée schmecken ließ.

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Dann liefen wir satt, zufrieden und einigermaßen angetrunken zur S-Bahn, fuhren mit der Ringbahn nach Hause, gaben den Katzen ihr Abendbrot und setzten uns dann immer noch erzählend auf die Couch. Nach zwei Stunden fielen mir langsam die Augen zu, sonst hätten wir wahrscheinlich noch bis heute morgen weiter geredet. So ein tolles Date war das nämlich!

 

*Wir haben am Ende des Abends etwas über den doppelten Wert des Geschenkgutscheins ausgegeben, ungefähr viermal so viel, wie uns normalerweise ein gemeinsames 3-Gänge-Menü in einem typischen Berliner Durchschnittsrestaurant gekostet hätte. Für diesen Abend, diesen Wein und dieses Fleisch war es das auf jeden Fall wert. Generell finden wir es eine gute Idee, wenn Fleisch hochwertig produziert und dementsprechend teuer ist. Die nächsten Wochen werden jetzt dementsprechend auch sehr fleischarm werden – einerseits, weil nur wenig an dieses Essen heranreichen könnte, andererseits, weil wir keine Lust haben, mit billig produziertem, minderwertigem Fleisch Massentierhaltung und alles was damit zusammen hängt zu unterstützen. Lieber selten und gut, als oft und billig – das ist für alle Beteiligten am besten!

#ithasien – Italien-Roadtrip 2018 – Tag 22: Die Rückfahrt

Morgens wurde es etwas hektisch, da ich zwar den Wecker gestellt hatte, aber vergessen habe, dass er “nur an Wochentagen” klingeln würde. Zum Glück wurde ich trotzdem gegen 8 wach, so dass wir es noch locker geschafft haben, unsere Sachen zu packen, zum Bahnhof zu laufen und dort auch noch einen Kaffee zu trinken, bevor wir in den Zug nach München stiegen. Das war dann übrigens auch der Moment, an dem der Hase lernte, dass München auf italienisch Monaco heißt und kurz verunsichert ob unserer Reiseroute war.

Diesmal hatten wir leider keine Plätze im Abteil, sondern ganz normal zwei Fensterplätze mit Tisch in einem Vierersitz. Trotzdem war der Eurocity immer noch deutlich bequemer als später der ICE. Ich nutzte die ersten Stunden zum Verbloggen der beiden vergangenen Tage, dann schaute ich aus dem Fenster wehmütig zu, wie die Landschaft immer alpiner und weniger typisch italienisch wurde. Dann waren wir auch schon in Österreich und nur etwas über eine Stunde später auch schon wieder in Bayern. Wahnsinn, wie nah das alles beieinander liegt. Würde ich in Bayern wohnen (und da sei Gott vor, auch wenn ich nicht an sie glaube), würde ich wahrscheinlich regelmäßig nach Italien fahren und nicht an die Ostsee. Aber ich hörte, das macht man in Bayern auch so.

 

In München hatten wir diesmal eine gute Stunde Aufenthalt. Das reichte genau, um mal wieder beim Uiguren vorbei zu schauen, Schnittlauch-Lagman zu essen, Tee zu trinken, festzustellen, dass wir nicht mehr genug Bargeld haben, zum Geldautomaten zu sprinten, Bargeld abzuheben, die Rechnung zu zahlen und wieder rechtzeitig am Gleis zu stehen. Dieses entpuppte sich kurzfristig als das Falsche, da die Bahn beschloss, einmal kräftig durchzuwürfeln und mehrere Züge einfach zu tauschen. So rannten von mindestens vier Gleisen des Kopfbahnhofs Fahrgäste samt Gepäck hektisch und kopflos durch die Gegend, Wagenbezeichnungen stimmten nicht, Reservierungen waren nicht eingelesen und selbst das Zugpersonal wusste zeitweise nicht, wer jetzt wohin fährt. Es ruckelte sich dann aber alles zurecht und wir fanden zwei Plätze, die sich auch nachdem die Reservierungen plötzlich angezeigt wurden bis Berlin freibleiben sollten. Während sich die anderen Fahrgäste noch lange über das Chaos unterhielten, las der Hase in seinem Buch und ich hörte mehrere Folgen des “Punch Up The Jam“-Podcasts.

 

Und dann waren wir auch schon wieder in Berlin, nahmen vom Hauptbahnhof die S-Bahn zum Alex und dann die Tram nach Hause. Kurz nach 22:00 nahmen uns die Wohnungssitterin, Nimbin und Noosa in Empfang. Während die Sitterin uns erwartet hatte, waren die beiden Miezen sichtlich überrascht uns wiederzusehen. Aber schon nach wenigen Minuten hatten sie sich daran gewöhnt, dass wir zurück sind und tobten freudig auf uns herum. Zuhause. ❤

#ithasien – Italien-Roadtrip 2018 – Tag 21: Abschiedstag und Verona

Unser letzter ganzer Tag in Italien war ein Tag voller letzter Male. Zunächst begann er aber in einem Palazzo in Chioggia, wo wir vom nebenstehenden Glockenturm geweckt wurden. Wir frühstückten in einer Bar am Corso und dann führen wir über diverse Brücken, die über Flüsse, Kanäle und Lagune führten, zurück aufs Festland und nach Padua. Dort machten wir unseren Mietwagen, den zuverlässigen Baobao, abgabefertig und verteilten unsere Habe final auf unsere beiden Reiserucksäcke, meine Handtasche, den Tagesrucksack des Hasen und zwei Leinenbeutel. Dann gaben wir die Autoschlüssel ab und fuhren mit dem Regionalexpress nach Verona. Den ersten Teil der Zugfahrt verbrachten wir stehend, denn gefühlt Milliarden Student*innen wollten nach Vicenza. Direkt nach Vicenza hatten wir dann Sitzplätze und jede Menge Platz für unsere verschiedenen Gepäckstücke. In Verona checkten wir in unserem Quartier ein, machten uns einen Plan für den Rest des Tages und liefen dann los in die Stadt.

 

Zunächst ging es zum Schloss und der daran angrenzenden Ponte Scaligero, auf der wir den Adige/die Etsch überquerten. Dann liefen wir am Fluss entlang, der das historische Zentrum auf drei Seiten umschließt. Bereits gestern waren wir (kurz nach dem Po) über die Etsch gefahren, die uns bisher vor allem aus nationalistischem Liedgut ein Begriff war. “Living on the Edge” ist da die viel angenehmere Assoziation. Oder man sagt halt einfach Adige. Auf jeden Fall kann man verstehen, warum die Deutschen früher gerne Anspruch auf diesen Fluss erhoben, er und Verona selbst sind nämlich ganz schön schön.

 

 

Mit einem letzten italienischen Eis gestärkt ging es dann zum Dom, den wir uns mal wieder nur von außen ansahen. Sieht auch so beeindruckend genug aus!

 

Wir entschieden uns dann dagegen, mit der Standseilbahn nach oben zum Amphitheater zu fahren, um für viel Geld einen Blick auf die Stadt zu erhaschen, den sämtliche andere Besucher*innen auch haben, und spazierten stattdessen lieber durch die Altstadt.

 

 

Auf einem Markt – der erste, den wir erlebten, der auch am späten Nachmittag noch frisches Obst und Gemüse anbot, kauften wir Trauben, Tomaten und Gurken als Reiseproviant sowie einen schönen großen Granatapfel als Mitbringsel für unsere Wohnungssitterin. Den ganzen Urlaub über hatten wir immer wieder Granatapfelbäume gesehen, aber leider immer hinter Gartenzäunen, so dass wir nicht wie letztes Jahr in Sardinien einfach einen mundrauben konnten.

 

Dann kamen wir zum Touristenmagnet schlechthin, dem Balkon, den man an ein altes Haus angebaut hat und als Julias Balkon deklariert hat. Romantik-Fans aller Altersklassen machten dort Fotos, hinterließen Liebesbriefe und träumten von Romeo und Julia. Der Hase tat sich das Spektakel gar nicht erst an. Ich schlenderte für zwei Minuten näher heran und machte ein Foto von den Massen. Sehr süß fand ich ein älteres schwules Pärchen aus dem asiatischen Raum, das ein Selfie vorm Balkon machte, sehr creepy hingegen den Typen, der sich hinter die Julia-Statue stellte und sich dabei fotografieren ließ, wie er ihre Brüste angrabschte. Schnell wieder weg hier!

 

 

Wir kauften noch Proviantbrötchen und fotografierten ein wenig Streetart und dann machten wir uns auf Richtung Arena. In deren Nähe nahmen wir unseren letzten Aperitivo zu uns – der Hase mit Südtiroler Bier, ich mit einem alkoholfreien Fruchtcocktail. Das kostete jeweils um die 4 € und dazu konnte man sich am Snackbuffet einen Teller voll Leckereien zusammenstellen. Unser letzter Aperitivo war damit nicht nur der günstigste, sondern auch der Leckerste.

 

Hinterher ging es fürs letzte Abendmahl in eine Pizzeria, die uns die Hasenschwägerin empfohlen hatte. Sie hat regelmäßig beruflich in Verona zu tun und ihre Kolleg*innen sind der Meinung, dort gäbe es die beste Pizza Veronas. Nun was soll ich sagen, es war schon ganz lecker, aber Norditalien ist einfach nicht der Ort für neapolitanische Pizza. Die beste Pizza Berlins schlägt die beste Pizza Veronas definitiv. Trotzdem genoss der Hase seine Boscaiola mit diversen Pilzen und meine Friarielli mit Rübstielen und süßer Salsiccia war auch sehr schmackhaft. Danach ging es schnell ins Bett, denn ein langer Reisetag lag vor uns.

#ithasien – Italien-Roadtrip 2018 – Tag 20: Po-Delta und Chioggia

Wir schlafen in Ruhe aus und dann beginnt der Tag begann mit einem ähnlichen Frühstücksszenario wie der davor: Ich gönnte mir bereits in der Unterkunft eine Tasse Tee und ein paar Kekse, der Hase bekam sein herzhaftes Frühstück in der Bar nebenan. Für ihn gab es Zucchini-Pizza und für mich dann auch noch eine Piadina und zwar mit Pilzcreme und rohem Schinken, schließlich verließen wir das Piadina-Land Emilia-Romagna nun wieder Richtung Veneto.

Als erstes wollten wir noch ein bisschen Natur und Weite genießen und so fuhren wir zurück an die Küste, besser gesagt ins Delta des Po. (Man stelle sich diverse Heiterkeitsausbrüche meinerseits vor, jedes Mal wenn der Po erwähnt wird.) Wir folgen einer relativ einsamen Straße immer am Wasser entlang, von dem sich schwer sagen lässt, wo der Po aufhöhrt (hihihi) und das Delta, die Lagune oder die Adria selbst anfängt. Das Wasser ist größtenteils flach und relativ ruhig, wo es fluss- oder kanalähnlich ist, hängen Senknetze an Masten, wo es weiter ist, stehen Reusen. Die einzigen anderen Menschen hier sind Fischer und Angler, die sich an Bootshäusern, auf Booten, an den Netzen oder eben mit der Angel am Ufer stehend zu schaffen machen. Wir fragen einen der Angler, was man denn hier so fangen kann und erhalten “branzini, orate, anguille” zur Antwort, also Wolfsbarsche, Doraden und Aale. Dem Hasen läuft bereits das Wasser im Munde zusammen.

An Tieren sehen wir zum Einen jede Menge Vögel, vor allem Möwen und Kormorane, wobei letztere sehr witzig immer mal wieder in Reihe irgendwo sitzen und die Flügel zum Trocknen ausbreiten. Zum Anderen ist die Straße voller totgefahrener Bisamratten in unterschiedlichen Verwesungszuständen. Die waren uns gestern schon auf dem Weg von Ravenna nach Ferrara aufgefallen, der uns weiter im Landesinneren ebenfalls durch das Po-Delta führte.

In Porto Viro machen wir Rast und gönnen uns ein schönes Eis in der örtlichen Gelateria. Dann fahren wir weiter zu unserem heutigen Tagesziel. Chioggia steht nicht in unserem Reiseführer, wurde uns aber von mehreren Stellen als “das schönere Venedig” empfohlen. Es liegt größtenteils auf Inseln in der Lagune, an der auch Venedig selbst liegt und man kann mit dem Vaporetto von der einen Stadt zur anderen fahren. Auch Chioggia hat einige Kanäle und Architektur und Stadtbild sind daher recht ähnlich wie in der Serenissima. Da hören die Gemeinsamkeiten dann aber schon auf. Chioggia ist viel kleiner, zieht weit weniger Tourist*innen an und es gibt seit einigen Jahrzehnten auch eine Verbindung zum Festland und Autos in der Stadt. Parken dürfen im historischen Zentrum trotzdem nur die Einheimischen, daher müssen wir auf einer Nachbarinsel das Parkhaus benutzen.

Von dort aus laufen wir mit Sack und Pack zu dem Treffpunkt, den unser Gastgeber uns genannt hat. Da werden wir bereits von seiner halben Familie erwartet. Sie laden unser Gepäck ins Auto und während seine Eltern das Auto zur Wohnung fahren spazieren wir mit dem Gastgeber selbst am Wasser entlang dorthin und bekommen eine erste Einführung in die Geographie der Stadt. Wir bekommen das Fischgrätenmuster der Gassen erklärt, erfahren etwas vom Kampf der Einheimischen gegen das Aufstellen riesiger Gastanks nur wenige hundert Meter von bewohnten Häusern und über die angeblich älteste Uhr der Welt, die den Glockenturm von Chioggia ziert.

Unsere Unterkunft befindet sich in einem traditionellen Palazzo und umfasst auch eine Dachterrasse, von der aus man bei gutem Wetter bis nach Venedig schauen kann. Heute ist es leider etwas diesig, so dass selbst der Sonnenuntergang unspektakulär ausfällt.

Wir spazieren also einfach nur gemütlich durch die Altstadt und sparen uns den Fahrradausflug entlang der Lagune oder zum Strand. Stattdessen finden wir bald eine kleine Osteria, aus der laut Bob Marley schallt und bekommen da einen Aperitivo mit einem Spritz mit Vermouth, gerösteten Kartoffeln, Crostine mit süßsauren Sardinen und Chips. Danach laufen wir weiter die Gassen ab auf der Suche nach einem Restaurant, dass lokale Küche serviert und weder zu touristisch, noch zu teuer aussieht. Das von unserem Gastgeber empfohlene Nachbarschaftslokal ist nämlich heute leider geschlossen. Die Osteria, die wir schließlich finden, ist dann auch schön versteckt und voller italienischer Familien, allerdings gibt es auch eine deutsche direkt am Nebentisch und eine zweisprachige Karte. Nun ja, man kann nicht alles haben. Geschmeckt hat es trotzdem. Es gab für den Hasen gebackene Sardinen, für mich gebackene Jakosmuscheln, für ihn Spaghetti mit cozze und vongole und für mich Bigoli mit Sardinen. Dazu gibt es einen Pinot Grigio (den vino bianco della casa) und zum Nachtisch gönne ich mir noch ein Blätterteigtörtchen (“scriglio”) mit Creme und frischen Früchten, der Hase hingegen ist müde und möchte nur noch ins Bett.

#ithasien – Italien-Roadtrip 2018 – Tag 19: Mosaike in Ravenna, Radeln und Schlemmen in Ferrara

Es war immer noch grau und hat ab und zu genieselt, als wir am Morgen durch Ravenna spazierten. Ich hatte bereits in unserer Unterkunft süß und mit Tee gefrühstückt, der Hase aber braucht morgens etwas herzhaftes – idealerweise ein Käsebrot – und so fanden wir uns recht schnell in einer Bar wieder, wo er ein Focaccia-Sandwich zum Milchkaffee aß, während ich an einem Smoothie nippte. Dann liefen wir weiter durch die Altstadt Ravennas und begegneten schon überall den Mosaiken, für die die Stadt bekannt ist.

 

 

 

 

Um diese etwas genauer zu ergründen und weil wir weder Zeit noch Geld oder fitte Füße genug hatten, um in alle Kirchen und ähnliche Orte reinzugehen, wo die Originale zu finden sind, gingen wir ins sehr interessante Mosaik-Museum in einem alten Palazzo. Dort gab es eine Ausstellung über die Mosaike, die man direkt dort gefunden hat, über das Restaurieren von alten Mosaiken im Allgemeinen, über die Entwicklung der Mosaik-Kunst über Jahrtausende (von verschiedenfarbigen Kieseln hin zu speziell hergestellten farbigen Scherben) und schließlich sehr aktuelle Werke, die Szenen aus Dantes Göttlicher Komödie darstellen.

 

 

 

 

 

Dann verließen wir Ravenna und fuhren wieder mehr ins Landesinnere, nach Ferrara. In der Unterkunft erwarteten uns leckere Kekse und zwei Fahrräder.

Da Ferrara in der Po-Ebene liegt und eine ausgesprochene Fahrrad-Stadt ist und weil des Hasen Füße nach wochenlangem Bergauf und -ab einfach nicht mehr konnten (er ist da aufgrund jugendlicher Eskapaden etwas vorbelastet), war ich einverstanden, Ferrara auf zwei Rädern zu erkunden. Schon nach wenigen Minuten waren wir im Zentrum angekommmen, holten uns ein paar heiße Maroni und ließen die Szenerie auf uns wirken. Wir saßen an der Kathedrale, deren Front gerade restauriert wird, aber der Glockenturm aus rosa-weißem Marmor war schon recht schön. Ganz in der Nähe steht das von einem Burggraben umgebene Schloss der Este, der ehemaligen Herrscherfamilie Ferraras. Hier guckten wir lange ins Wasser, in dem riesige Schuppenkarpfen schwammen, die laut Fischfreund Hase bestimmt schon 30 Jahre alt waren.

Dann radelten wir an den Rand der Innenstadt, erst durch einen kleinen Park und dann auf dem Stadtwall entlang, der als grüner Gürtel fast die gesamte Innenstadt umschließt. Sowohl innerhalb als auch außerhalb dieses Rings ist Ferrara sehr grün und erscheint uns daher als sehr lebenswert. Mir fiel beim Herumradeln dort ein, dass ich mal ein Buch gelesen hatte, dass in solch einer sehr grünen Stadt im Norden Italiens spielt und richtig, das war Ferrara und das Buch war “Die Gärten der Finzi-Contini” von Giorgio Bassani. Ich glaube, das werde ich mir demnächst nochmal vornehmen, jetzt wo ich die Schauplätze kenne.

Den Abend verbrachten wir dann im ehemaligen Ghetto von Ferrara. Hier hatten die jüdischen Bürger jahrhundertelang relativ frei gelebt, bis sich irgendwann der Kirchenstaat einmischte und das Viertel mit fünf Toren von der Außenwelt abschloss. An der letzten verbliebenen Synagoge fanden wir eine Gedenktafel für die in der Shoah umgekommenen Ferrareser Juden und entdeckten dort tatsächlich auch einige Finzi.

Ein paar Ecken weiter fanden wir eine gemütliche Kneipe, die lokales Craftbeer anbot. Wir probierten ein IPA und ein Bock und snackten dazu – es war bereits Aperitivo-Zeit – Chips, Taralli, Gürkchen und mehr. Solchermaßen auf die Nahrungsaufnahme eingestimmt, ging es in die von Rachel vor ein paar Tagen empfohlene Trattoria. Als Vorspeise ließen wir uns frittierte Zucchiniblüten, gefüllt mit Mozzarella, schmecken – eines meiner absoluten Lieblingsgerichte, auch wenn hier der Teig etwas dick war. Danach gab es für mich mit Kürbispüree gefüllte Capellacci in Salbeibutter und für den Hasen Pasticcio di maccheroni, eine Art Pie gefüllt mit Maccheroni und Käse, beides typische Spezialitäten Ferraras. Dazu tranken wir einen sehr sehr leckeren, spritzigen und tiefroten Lambrusco aus der Gegend. Zum Nachtisch gab es dann für mich Zuppa Inglese (ebenfalls typisch für Ferrara) und für den Hasen Tiramisu. Und weil es ein paar Probleme im Service gab (der von uns gewählte Hauptgang war aus, was man uns allerdings erst beim Servieren der Pasta mitteilte, meine Pasta wurde erst mit der falschen Sauce gebracht, das vom Hasen gewählte Dessert war noch nicht fertig und unsere Flasche Wasser wurde vergessen) gab es dann noch eine Torta di tagliatelle sowie einen Limoncello für mich und einen Whisky für den Hasen aufs Haus. Satt und zufrieden radelten wir danach nach Hause und fielen erschöpft ins Bett.