03.01.2026 – Alles voller Ereignisse

Der Tag beginnt mit Nachrichten. Die USA brechen das Völkerrecht, greifen Venezuela an und entführen den dortigen Präsidenten. Und in Südberlin gibt es einen riesigen Stromausfall aufgrund eines Kabelbrands, der wahrscheinlich kein Unfall war, der wohl bis Donnerstag anhalten wird. Die gute Nachricht dazu: Obwohl der Kabelbrand nicht weit vom Liebstenhaus stattfand, ist der Liebste selbst quasi nicht betroffen (kein Internet bis zum frühen Nachmittag, ansonsten läuft alles) und der Stromausfall endet auch wenige Meter vorm Haus der Teilzeitkindmama – familiär also alle nochmal so richtig schön Glück gehabt.

Außerdem: Schnee

Ich verbringe einen halben morgendlichen Reboot im Bett, packe dann meinen Kram zusammen, esse ein paar Plätzchen als Basis für die Tabletten und fahre dann mit einem vietnamesischen Kaffee nach Südberlin.

Die Bahnen fahren auch, ich nutze die Fahrtzeit für Französisch, Italienisch und Rätsel. Beim Liebsten warten schon er selbst, das Teilzeitkind, die neue Mitbewohnerin und deren Freund mit dem Brunch auf mich.

Es gibt Ei, Börek, Brot, Aufstriche, Käse, Wurst, Snickers Spread und auf meinen Wunsch Litschis, Mandarinen und eine riesige Blutorange, dazu O-Saft, Tee und Kaffee. Und es gibt jede Menge Kennenlerngespräche – das Leben in Berlin, in Dänemark, Estland und Südkorea, Serien, Politik und vieles mehr. Ein sehr internationales Mahl.

Nach dem Essen fahren die beiden Neuen zu IKEA, der Liebste macht Platz im Keller, das Teilzeitkind räumt sein Zimmer auf und ich gehe einkaufen (Lebensmittel für diesen Haushalt sind von meiner Challenge ja ausgenommen). Dann gehen das Teilzeitkind und ich ein Projekt an und lösen sein Geburtstagsgeschenk von vor sieben Monaten ein: Wir machen Dubai-Schokolade.

Zuerst schneiden wir Unmengen Kadayıf ein und braten es in Butter an. Einen Teil brauchen wir für die Schokolade, den Rest frieren wir für zukünftige Kunafa ein. Dann schmelzen wir weiße Schokolade und sind schon ein bisschen dekorativ mit den Formen, die danach kurz in den Tiefkühler wandern, während wir die erste Hälfte dunkle Schokolade (Zartbitter und Vollmilch im Verhältnis 1:3) schmelzen und das Pistazienmus (100 % Pistazie, wenn schon denn schon) mit dem Kadayıf und geben noch den Rest weiße Schokolade und ein Päckchen Vanillezucker dazu, weil das Teilzeitkind Sorge hat, dass es nicht süß genug werden könnte.

Als Nächstes kommt eine Schicht dunkle Schokolade in die Formen und wird gekühlt, dann kommt die Füllung drüber und eine zweite Schicht Schokolade oben drüber, bevor wieder gekühlt wird.

Mit der übrigen Schokolade dekoriere ich eine Mandarine, soll ja keiner sagen, wir würden uns nicht gesund ernähren.

Während dann alles kühlt, beseitigen wir das Chaos in der Küche und dann können wir die Schokolade auch schon aus den Formen holen.

Wir stellen fest, dass die kleinen Tafeln sich besser für ohne Füllung eignen, die großen aber ganz hervorragend geworden sind. Und wir stellen fest, dass das alles ganz schön süß und mächtig und lecker ist. Wir naschen nur ein bisschen und wickeln den Rest dann ein und lagern ihn im Kühlschrank.

Es folgt der zweite Versuch eines Geburtstagstelefonats mit dem Nifftenkind, beim ersten Mal war es umringt von Gastkindern und nicht aufnahmefähig. Jetzt ist die Party vorbei und es kann uns Zaubersand zeigen und das Abendbrot, es gibt norddeutsch schlicht „Gesichter und Seesterne“ aus Kartoffeln bzw. Fisch.

Danach brauchen wir auch dringend etwas herzhaftes und ich bereite alles für Tortilla Wraps vor – Mais-Weizen-Tortillas, Avocado-Creme, Salat, schwarze Bohnen, veganes Hähnchen mit Zitrone, Schmand, Mozzarella und Tabasco. Der Einkauf hier ist ja legal, aber ich kann ihn ja auch nutzen, um dann Dinge zu essen, die mir zuhause bald fehlen würden und mir so das Durchhalten erleichtern…

Den Rest des Abends verbringen wir mit einem Weihnachtsgeschenk des Liebsten an sich selbst: Valheim in der Deluxe-Brettspiel-Version. Mit dem Auspacken, Sortieren und Aufbauen ist der Liebste eine gute Stunde beschäftigt.

Und dann spielen wir die Tutorial-Kampagne durch, die nach den ersten Mühen der Ebene richtig Spaß macht, auch wenn sie das Ganze sehr verkürzt und Schritte auslässt. Ich habe ordentlich Respekt davor, demnächst mal eine normale Kampagne zu spielen und da alles zu bedenken, was es an Währungen, Fertigkeiten, Waffenarten, Gegenständen usw. gibt. Zum Glück habe ich den Liebsten dabei, der das Ganze in der Theorie (und von Hunderten PC-Stunden) schon kennt und sich so richtig reinnerden wird und das Teilzeitkind, das sich sehr schnell ins System eingefuchst hat und außerdem begnadet gut gewürfelt hat. Trotzdem sehe ich das Spiel langfristig eher in Wochenendrunden zwischen dem Liebsten und seinen Buddies.

Gegen 23 Uhr falle ich todeserschöpft ins Bett, der Liebste spielt noch ein bisschen die PC-Variante und das Teilzeitkind verschiebt seine Bettgehzeit durch Lateinlernen. Montag geht die Schule wieder los!

02.01.2026 – Same old, same old

War was? Hier ein ganz normaler Freitag. Der Liebste muss arbeiten, ich habe einen Wecker, wache aber vor dem Klingeln auf. Morgendlicher Reboot, dann Frühstück.

Müsli mit kanarischer Banane, Matcha Latte

Ein bisschen träge bin ich und hoffe fast, dass auch mein dritter Sportkurs in Folge kurzfristig abgesagt wird. Das passiert aber nicht – zum Glück für meine Schulter, die schon seit einer Weile jammert. Also los, mit Straßenbahn und U-Bahn durch den aufkommenden Schnee nach Mitte und dort rin ins (heute wieder warme) Wasser.

Der heutige Trainer muss mindestens Ende 70 sein (wirkt deutlich älter als mein Papa), ist aber fit und enthusiastisch wie zwei Turnschuhe (sonst würde er wohl auch keine Sportkurse im Fitnessstudio geben). Bisschen Typ Bernie Sanders, aber mit Berliner Schnauze. Irgendwo zwischen Bernie Sanders und Opa Hoppenstedt. Die Musik bewegt sich dann auch zwischen 60er Jahre Rock‘n‘Roll und 90er Jahre Techno. Wirklich gutes Training und abwechslungsreiche Übungen, gerne wieder.

Hinterher geht’s zum Aufwärmen in den Whirlpool, der aber heute gar nicht whirlt und deshalb schnell langweilig wird. Stattdessen früher ins Dampfbad, das sehr gut tut. Ich ruhe hinterher kurz im Ruheraum und entscheide mich dann gegen die zusätzliche Sauna, vor neun Tagen hatte ich noch Fieber, vor elf noch einen positiven COVID-Test… Immer langsam mit den jungen Pferden, sagt mein Kreislauf. Also geht es früher als gedacht wieder heim und ich mache mir gleich erstmal Mittagessen.

Es gibt Blumenkohlsalat vom Silvesterbuffet und dazu gekochte Zucchini mit Olivenöl, Zitrone und Basilikum.

Und dann ist Schreibtischzeit. Gegen 15:30 mache ich eine Pause, telefoniere mit dem Liebsten und drehe dann eine lange Neujahrsspaziergangsrunde mit dem Lieblingsnachbar. Danach nochmal Schreibtisch und dann gegen 18 Uhr Feierabend und Kochzeit.

Ich röste zwei Süßkartoffeln mit Salbei, Knoblauch und Butterschmalz im Ofen an. Als sie kurz vor weich sind, koche ich im Zucchiniwasser vorhin zwei Handvoll Muschelnudeln. Dann zerstampfe ich die Sükartoffeln, verrühre sie mit Nudelwasser, gebe die Nudeln dazu und zwei Sorten Käse (Grana Padano und Bergkäse) und Semmelbrösel darüber und lasse das Ganze nochmal überbacken. Voilà: Sweet Potatoe Mac‘n‘Cheese, festlich gewürzt und superlecker – könnte so auf amerikanischen Thanksgiving-Tischen stehen – ich esse zwei große Portionen und muss dann erstmal ein Verdauungsschläfchen halten.

Der Rest des Abends vergeht dann mit einer Mischung aus TikTok und Ted Lasso, Schlafenszeit wieder deutlich nach Mitternacht, aber jetzt ist ja auch Wochenende…

01.01.2026 – Na dann los

Unruhige Nacht im Sinne von öfter mal wach gewesen (in einem Haus mit zweistelliger Anzahl Menschen, die stark zeitversetzt schlafen gehen bzw. aufstehen und einer unzufriedenen Katze) aber dabei doch innerlich sehr ruhig gewesen und mit großer Freude neben dem Liebsten erwacht. Die Phase des Internet Leerlesens, Kuschelns, zwischendurch wieder Einschlafens, zieht sich bis etwa 11 Uhr, dann gehen wir leise nach unten und treffen erst auf eine weitere Person, die die Nacht bereits für beendet erklärt hat. Wir trinken Kaffee schaffen schon einmal Platz und Voraussetzungen für Frühstück. Nach und nach trudeln weitere Erwachsene ein, die Kinder kommen zum Schluss, waren aber auch am längsten wach.

Ab gegen 12:30 gibt es ein umfangreiches Neujahrsfrühstück mit Eiern, Lachs, Heringssalat usw. Als die Tafel irgendwann aufgehoben wird und überzähliges Essen verteilt wird, greife ich zwei Stücken Käse ab, was meine Durchhaltefähigkeiten für meine #loosyisstdiekücheleerchallenge auf jeden Fall ausbauen wird. Dann tagfein machen, Haus aufräumen, Abwasch machen usw. Wir sammeln unsere Siebensachen zusammen und fahren dann zurück nach Berlin (diesmal, ohne auf der Hälfte der Strecke nochmal umzukehren, weil jemand etwas vergessen hat – Premiere!). Der Liebste setzt mich zuhause ab und fährt dann weiter nach Südberlin.

Ich packe aus, versorge die Katzen, die die Nacht gut überstanden haben, und führe Neujahrstelefonate mit den Ellis und dem Brüderchen. Dann geht es gepflegt auf die Couch.

Der Rest des Tages ist geprägt vom Rest der zweiten Staffel Ted Lasso – hätte gar nicht erwartet, dass das so düster werden kann.

Gegen 18 Uhr bin ich bereit für die nächste Mahzeit – eine große Portion Blumenkohlsalat, ein überbackenes Brot und Spreewaldgurken, dazu Estragon-Ingwer-Limonade. Um 21 Uhr dann die letze Mahlzeit des Tages: Heiße TK-Pflaumen mit Vanilleeis und Zimt.

Gegen Mitternacht wechsle ich ins Bett, gucke dann aber auf YouTube noch Teile der Inauguration von Zohran Mamdani nach, im Besonderen die Reden von ihm, Bernie Sanders und AOC. Ist ja nicht falsch, sich ein bisschen Hoffnung fürs neue Jahr reinzutun, dann schläft es sich auch besser. Im September dann Berlin-Wahl! (Meine erste E-Mail des Jahres war 0:30 die Einladung zum Wahlhelfen vom Bezirksamt Pankow…)

31.12.2025 – Same Procedure

Dank spätem ins Bett Gehen heute mal ein bisschen länger geschlafen, respektive eigentlich nur später aufgewacht. Laaaaaangsamer morgendlicher Reboot und dann irgendwann Frühstück und auf die Couch.

Bagel mit Quark und Johannisbeergelee bzw. Honig, Kiwi, Pistazien, Wildfeigen, Gewürztee mit Zitrone UND Zitronengras

Nach dem Frühstück wird der Jahresrückblick gebloggt, danach geht es in die Küche. Heute Abend fahren wir wie jedes Silvester seit ich den Liebsten in meinem Leben habe, mit zwei Jahren Pause wegen Corona, wieder zur gleichen Silvesterparty. Diesmal bin ich für das Buffet-Mitbringsel zuständig, weil der Liebste noch arbeiten muss. Es gibt also was aus dem Vorrat, denn meine Challenge macht auch vor Silvester nicht halt. Ich bastle den Blumenkohlsalat nach, den es bei einem der Workshops in diesem Jahr gab, muss aber einige Zutaten mangels Vorrat austauschen. Statt Kichererbsen also rote Linsen, statt Mango-Chutney eine Mischung aus Pflaumen- und Pfirsich-Chutney, statt gemischten Nüssen Pistazien. Das Koriandergrün muss ich ganz weg lassen, das ist neulich alle geworden. Schmeckt aber so auch alles sehr gut, aber wird viel matschiger aufgrund der Linsen, die nicht bissfest bleiben wollen.

Dann ist auch schon Zeit fürs Mittagessen. Ich hole den Rest Kartoffelsalat aus dem Kühlschrank, der inzwischen richtig gut durchgezogen ist und brate den Rest Wiener nach alter Mama-Art an, diesmal gibt’s Curry-Ketchup statt Senf dazu. Auf eine verrückte Art ist das jetzt in der Kombination irgendwie ein Remix des alten Heiligabendessen-Konflikts zwischen meinem Bruder und mir. Ursprünglich gab es da nämlich bei uns immer Linsen, leicht indisch mit Kardamom und so, mit Tomatensauce und diesen Würstchen. Bis irgendwann Oma und Opa das erste Mal Weihnachten da waren und es eben Omas Kartoffelsalat mit ganzen Würstchen gab, den ich seither jedes Weihnachten haben wollte. Ich glaube, wir haben eine ganze Zeit lang beides machen müssen und essen heute ja Heiligabend normalerweise getrennt bzw. in den Traditionen der jeweiligen Schwiegerfamilien.

Nach dem Essen dann Bastelstunde: Ich stelle Mikrowellen-Popcorn her und fädele eine Schärpe daraus. Dann Mittagsschlaf zu einer Folge Ted Lasso, die ich mehrfach neu starten muss. Und dann ist auch schon Aufbruchzeit. Ich packe wie jedes Jahr einen kleinen Übernachtungsrucksack und mein Kostüm, außerdem den Schlafsack und was fürs Buffet. Wie jedes Jahr holt mich der Liebste mit einem Mietwagen ab, weil wir am Silvesterabend nicht voll bepackt mit den Öffis unterwegs sein wollen, um raus nach Brandenburg zu fahren. Jedes zweite Jahr ist das Teilzeitkind dabei, dieses Jahr nicht.

Wie jedes Jahr irren wir vor Ort ein bisschen herum, bis wir das richtige Haus bzw. die richtige Straße finden. Wie jedes Jahr weigern wir uns, uns die Adresse zu merken. Wie jedes Jahr werden wir freudig begrüßt und beziehen dann unser „Zimmer“, eine Nische im ersten Stock, die sonst zum Nähen bzw. Ankleiden verwendet wird und jedes Jahr mit einem Vorhang als unser Zimmer abgetrennt wird. Zu zweit schläft es sich da großzügig, zu dritt wird es alle zwei Jahre etwas enger, das Kind wächst ja. Heute aber alles easy. Wir ziehen uns um und posieren dann vor der Fotowand der Filmriss-Party.

Das Buffet ist gut gefüllt, die Musik läuft, nach und nach trudeln die Gäst*innen ein und werden die Verkleidungen bewundert. Wir unterhalten uns gut und vergessen für eine Weile die Welt da draußen. Kurz vor Mitternacht geht es warm eingepackt raus auf die Straße. Es gibt Sekt und Wunderkerzen und jede Menge Feuerwerk von anderen Partygäst*innen, der Nachbarschaft und der näheren Umgebung. Same Procedure und so… Vielleicht klappt es ja dann nächstes Jahr mit dem Böllerverbot. Schön anzusehen ist es trotzdem.

Ich denke an letztes Jahr zurück und gucke auch heute wieder mit gemischten Gefühlen auf den Jahreswechsel. Letztes Jahr sah die Weltlage schon düster aus, dieses Jahr noch mehr. Privat sah ich letztes Jahr mit leuchtenden Augen in die Zukunft, dieses Jahr ist es deutlich verzagter. Mal gucken, was da kommen mag…

Nach etwa einer halben Stunde gehen wir wieder rein und bald wird die Musik auch wieder aufgedreht. Zu später Stunde tanzen auch wir in einem Rock-Indie-Punk-Block ordentlich mit und ich muss ein bisschen grinsen, wie in einem Einfamilienhaus im Berliner Speckgürtel, wo mehr als ein Fünftel der Bevölkerung AfD wählt, ein bunter Haufen toller Menschen gemeinsam zu Antifascista von ZSK pogt.

Ich halte länger durch als letztes Jahr, aber als gegen halb 3 auch der Liebste schlapp macht, gehen wir einfach beide sehr früh (noch vor den Kindern) ins Bett. Der Liebste schläft sofort, ich wenig später. Irgendwann höre ich, wie auch der Rest der Party unerwartet früh die Segel streicht, da ist es irgendwas zwischen 3 und 4, glaube ich…

Jahresendfragebogen und Kulturkonsum 2025

Alle Jahre wieder…

  • Zugenommen oder abgenommen? In der zweiten Jahreshälfte, als ich wieder richtig laufen konnte, deutlich ab-.
  • Haare länger oder kürzer? Länger, nach Haarschnitt im Herbst ’24 ist nichts mehr passiert.
  • Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Kurzsichtiger, nicht viel aber ein bisschen. Dafür seit Januar mit Brille unterwegs, was ganz neue Challenges mit sich bringt – Dinge auf dem Handy lesen können, heiße Backöfen öffnen, mit Maske Bahn fahren, zehnmal am Tag putzen…
  • Mehr bewegt oder weniger? Bis Ende März wieder mehr (besonders auf Demos), dann verletzungsbedingt weniger, so ab Ende Juni dann wieder mehr.
  • Mehr Kohle oder weniger: Auf der hohen Kante mehr, an monatlichen Einnahmen weniger.
  • Der hirnrissigste Plan? Mit angebrochenem Knöchel einmal um Helgoland herumspazieren und auch die Tage danach noch ordentlich Schrittziel schrubben.
  • Die gefährlichste Unternehmung? Übermüdet und in Eile einen Koffer den Deich runtertragen gewollt. Daraus resultierte dann der angebrochene Knöchel.
  • Die teuerste Anschaffung? Brille und Sonnenbrille, Doc Martens um mit dem Knöchel aufs Festival fahren zu können. Mehr ausgegeben habe ich wieder für Reisen oder Weiterbildung, aber das sind ja wie letztes Jahr schon angemerkt Investitionen, keine Anschaffungen.
  • Das leckerste Essen? Schwierig… Vieles von dem Selbstgemachten (eingelegte Auberginen, Kardamomschnecken, Roastbeef zu Weihnachten, Rehkeule zu Weihnachten beim Bruder…), das Essen auf dem Schiff zurück aus Norwegen…
  • Der interessanteste Wein: Der Sancerre neulich im Restaurant am See – late to the party, I know.
  • Das beeindruckendste Buch? Sophie Hardcastle – Below Deck.
  • Der berührendste Film? Nichts blieb so richtig tief hängen, Liste siehe unten.
  • Das beste Lied? Irgendwas von den Konzerten? Muss wieder bewusster neue Musik hören, glaube ich.
  • Das schönste Konzert? Ganz schön viele… Dropkick Murphys, Franz Ferdinand, Bruce Springsteen, Das Paradies und Von wegen Lisbeth stechen heraus.
  • Die meiste Zeit verbracht mit? Meinem Handy – wie letztes Jahr.
  • Die schönste Zeit verbracht mit? Dem Liebsten.
  • Vorherrschendes Gefühl 2025? Auch das noch!
  • 2025 zum ersten Mal getan? Arbeitslosengeld empfangen, Knöchel angebrochen, Helgoland besucht, für ein Konzert in eine andere Stadt gefahren und dort im Hotel statt bei Freunden/Familie geschlafen, Iggy Pop live gesehen, längere Zeit in Halle verbracht, in einem Fjord gebadet, alleine mit dem Teilzeitkind im Kino gewesen, mich bewusst im Krankenhaus von einem Sterbenden verabschiedet, sehr weit oben in einer Traueranzeige aufgeführt worden, Rollbraten und Roastbeef zubereitet, Auberginen eingelegt, anlasslos an Workshops mit Fremden teilgenommen, beim Kommunikationskongress gewesen, länger als eine Nacht in Hamburg geblieben, Dinner mit Fremden ausprobiert…
  • 2025 nach langer Zeit wieder getan? Auf einer wissenschaftlichen Konferenz gewesen, einem Verein beigetreten,
  • Knochen gebrochen, nicht in Kanada gewesen (erstmals nach drei Jahren in Folge ;)), längere Zeit Besuch gehabt und Stadtführerin gespielt, Bewerbungen geschrieben und Vorstellungsgespräche geführt, ohne den Liebsten an Veranstaltungen aus seiner Familie teilgenommen, COVID gehabt, auf einer Lesung gewesen…
  • Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können? 1. Krankheiten von mir und anderen. 2. Alter und neuer Faschismus in all seinen Ausprägungen. (Die beiden bleiben vom letzten Mal stehen.) 3. Job-Wirrwarr
  • Drei Dinge, auf die ich nicht hätte verzichten wollen? 1. Dach überm Kopf und gutes Essen, 2. Liebe Menschen, 3. Das Internet. (Kann so stehen bleiben)
  • Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Die Geschichte ist noch nicht geschrieben.
  • Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Die Kalender mit Fotos vom Liebstenpapa für den Liebsten, seine Schwester und seine Mutter.
  • Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Jede Menge Zuversicht von so vielen Seiten.
  • 2025 war in einem Wort? Unerwartet.

Kulturkonsum:

Konzerte

  1. Gogol Bordello und Dropkick Murphys
  2. Master Peace und Franz Ferdinand
  3. PIQSIQ
  4. Immergut Festival
  5. Bruce Springsteen
  6. Dritte Wahl & Iggy Pop
  7. Deine Nachbarn
  8. Lis Sørensen 
  9. Mumpel, Murks und die Herrscherin der Galaxis
  10. L.A.G. und Deine Nachbarn
  11. Stefanie Schrank und Das Paradies
  12. Dilla und Von wegen Lisbeth

Theater/Kabarett/Comedy/Lesung

  1. Josh Johnson
  2. Markus Pfeifer und Isabel Bogdan

Filme

  1. Nomadland
  2. American Honey
  3. Romy and Michele
  4. Wendy and Lucy
  5. Mulan
  6. The Six Triple Eight
  7. A Few Good Men (Rewatch)
  8. Paddington (Rewatch)
  9. Paddington 2 (Rewatch)
  10. Paddington in Peru (Kino)
  11. La Dolce Villa
  12. Kärlek Fårever
  13. Thelma & Louise (Rewatch)
  14. Sult
  15. Fräulein Smillas Gespür für Schnee
  16. One True Thing
  17. Qu’est-ce qu’on a fait au bon Dieu?
  18. Qu’est-ce qu’on a encore fait au bon Dieu?
  19. Qu’est-ce qu’on a tous fait au Bon Dieu?
  20. Conclave
  21. Zurück in die Zukunft (Rewatch)
  22. Nonnas 
  23. Bridget Jones – Mad about the Boy
  24. My Big Fat Greek Wedding 3
  25. Contra
  26. Music & Lyrics (Rewatch)
  27. In The Land of Women
  28. Garden State (Rewatch)
  29. Ferris Bueller‘s Day Off (Rewatch)
  30. Everything is illuminated (Rewatch)
  31. A Serious Man (Rewatch)
  32. Finding Nemo (Rewatch)
  33. Punch-Drunk Love (Rewatch)
  34. Larry Crowne
  35. Forgetting Sarah Marshall (Rewatch)
  36. Cry-Baby (Rewatch)
  37. La gloire de mon pere (Rewatch)
  38. Le chateau de ma mere (Rewatch)
  39. Norwegian Dream
  40. Ruby in Paradise
  41. Before Sunrise (Rewatch)
  42. Before Sunset (Rewatch)
  43. Before Midnight (Rewatch)
  44. Das Leben des Brian (Rewatch)
  45. Zwei zu eins
  46. The Mirror has two Faces
  47. Definitely, maybe
  48. The Big Night
  49. While you were sleeping (Rewatch)
  50. Say anything…
  51. Because I said so (Rewatch)
  52. Laws of Attraction 
  53. Der Spitzname
  54. The Hunt for Red October
  55. The Salt Path
  56. Something‘s Gotta Give (Rewatch)
  57. Annie Hall (Rewatch)
  58. The Great Gatsby (Rewatch)
  59. Men in Black (Rewatch)
  60. The Princess Bride
  61. A Merry Little Ex-Mas
  62. Last Christmas
  63. The Family Stone (Rewatch)
  64. Alles ist Liebe
  65. Christmas under the Northern Lights
  66. French Girl
  67. The Holiday (Rewatch)
  68. My Secret Santa
  69. Champagne Problems
  70. A Cinderella Christmas Ball
  71. Renovation Romance
  72. The Statistical Probability of Love at First Sight
  73. Christmas Time is Here
  74. Letters to Juliet
  75. Zoey‘s Extraordinary Christmas
  76. Jay Kelly
  77. Best Christmas Ever
  78. Jingle Bell Heist
  79. Falling for Christmas
  80. Angel Falls Christmas
  81. Der kleine Lord (Rewatch)
  82. The Holdovers
  83. Downton Abbey: The Grand Finale

BücherErstmals mehr Autorinnen als Autoren!

Teils sind das Hörbücher, teils E-Books, teils Papier. Besonders Gute haben ein Sternchen.

  1. Johanna Adorján: Ciao
  2. Fang Fang: Weiches Begräbnis
  3. Miranda Cowley Heller: The Paper Palace
  4. Kelly Bishop: The Third Gilmore Girl
  5. Marc-Uwe Kling: Views*
  6. Stefanie Sargnagel: Iowa
  7. Mike Gayle: Hope Street
  8. Thomas King: Indians on Vacation
  9. Jonathan Garfinkel – Platz der Freiheit
  10. Adam Soboczynali – Traumland. Der Westen, der Osten und ich
  11. Benjamin Meyers – Offene See*
  12. Markus Pfeifer – Springweg brennt*
  13. Toine Heimans – Irrfahrt
  14. Yuval Noah Harari – Nexus
  15. Morten A. Strøksnes – Das Buch vom Meer oder Wie zwei Freunde im Schlauchboot ausziehen, um im Nordmeer einen Eishai zu fangen, und dafür ein ganzes Jahr brauchen
  16. Dr. med. Tatjana Reichhart / Claudia Pusch – Selbstbestimmt. Wie wir mit Erwartungen umgehen und ein authentisches Leben führen
  17. Sophie Hardcastle – Below Deck*
  18. Mike Gayle – The One That Got Away
  19. James Rebanks – The Place of Tides
  20. Donna Leon – Stille Wasser
  21. Cathy Narriman – Das Gerne-Prinzip*
  22. Anna Funder – Stasiland
  23. Gabrielle Zevin – Tomorrow and Tomorrow and Tomorrow*
  24. Eric Pfeil – Ciao Amore, Ciao. Mit 100 neuen und alten Songs durch Italien
  25. Alberto Grandi – Mythos Nationalgericht. Die erfundenen Traditionen der italienischen Küche
  26. Michael Ende – Momo (Reread)
  27. Annika Büsing – Wir kommen zurecht
  28. Francesca Melandri – Kalte Füße*
  29. Ronya Othmann – Die Sommer*
  30. Sophie Hardcastle – Breathing Under Water*
  31. Lars Mytting – Ein Rätsel auf blauschwarzem Grund*
  32. Lars Mytting – Die Glocke im See*
  33. Lars Mytting – Astrids Vermächtnis*
  34. Dörte Hansen – Zur See*
  35. Stanley Tucci – Taste. My Life Through Food*
  36. Jenny Erpenbeck – Kairos
  37. Lilja Sigurðardóttir – Das Netz
  38. Kamala Harris – 107 Days
  39. Sigrid Unsted – Kristin Lavranstochter – Der Kranz
  40. Raynor Winn – The Salt Path
  41. Alison Bechdel – Fun Home*
  42. Robert Seethaler – Das Café ohne Namen
  43. Patricia Kelly – Patricia Kelly‘s Family-Kochbuch
  44. • 44. Lucy Worsley – Jane Austen at Home

Serien(staffeln)

  • Virgin River 6
  • Parenthood 1-6 (Rewatch)
  • Man on the Inside 1
  • Schitt‘s Creek 1-6 (Rewatch)
  • Meghan, with Love 1-2
  • Valeria 1-4
  • Marzahn, Mon Amour
  • Running Point 1
  • The Perfect Couple
  • The Residence 
  • The White Lotus 3
  • North of North 1
  • How to Sell Drugs Online (Fast) 4
  • La legge di Lidia Poët 1, 2 
  • Yellowstone 1
  • Étoile 1 (zweimal)
  • Pørni 1-5
  • The Four Seasons 1
  • Sirens
  • Ginny & Georgia 3
  • The Bear 4
  • The Gilded Age 1, 2, 3
  • And Just Like That… 3
  • Miss Austen
  • My Life with the Walter Boys 2
  • Borgen 1, 2, 3, 4 (Rewatch)
  • The Diplomat 3
  • Nobody wants this 2
  • Weihnachten zuhause 3
  • Zoey’s Extraordinary Playlist 1-2
  • Man vs. Baby
  • Sicilia Express
  • Heated Rivalry 1
  • Ted Lasso 1 (Rewatch)

Na dann, auf ein Neues! Kommt gut rüber!

30.12.2025 – Strand statt Schreibtisch

Vorgestern auf die Idee gebracht worden, gestern beschlossen, heute umgesetzt: Die Lichtenberger Freundin und ich fahren ans Meer! Ich wache zehn Minuten vor dem Weckerklingeln auf, schaffe einen Teil des morgendlichen Reboots, ziehe mich warm an, backe zwei Kardamomschnecken aus dem Tiefkühlfach auf, koche Tee und dann geht’s los.

Mit der S-Bahn zum Bahnhof, dann rein in den RegionalExpress, wo die Freundin uns schon Plätze gesichert hat. Dann erstmal Frühstück.

Die Zugfahrt vergeht schnell, es gibt genügend zu erzählen und besprechen. Drei Stunden nach Hausverlassen sitzen wir in der S-Bahn vom Rostocker Bahnhof nach Warnemünde und dann sind wir plötzlich da und es ist ganz unwirklich, als hätte man uns in eine Kulisse versetzt.

Ich kenne Warnemünde ja nun wie meine Westentasche, von Kindheitsurlauben und Nachmittagsausflügen aus meiner Zeit in Rostock und als Programmpunkt jedes einzelnen Rostockwochenendes der letzten 17 Jahre (also seit ich in Berlin wohne), aber das ist das erste Mal, dass ich einfach morgens in Berlin in den Zug steige, in Warnemünde bin und abends wieder zurück fahre. Seit das nix mehr kostet (mein letztes Mal 58-Euro-Ticket fahren, bevor es nächsten Monat ein 63-Euro-Ticket wird), müsste ich das eigentlich viel viel öfter machen.

Wir spazieren ganz klassisch den Strom entlang und dann auf die Mole, laufen aber nicht bis zum Leuchtturm, sondern drehen vorher schon bei (der Wind!) und biegen auf den Strand ab. Nicht an der üblichen Stelle, denn dort gibt es heute einen See, über den man nicht trockenen Fußes kommt, sondern so richtig mit Umweg bis zum alten Leuchtturm. Dann aber!

Die Wetter-App bezeichnet den Wind als ruppig, das trifft auch auf die See zu. In der Sonne aber ist es trotzdem sehr angenehm. Es sind einige Kiter auf dem Wasser, die Menschen und das Hotel Neptun werfen lange Schatten. Als dann richtiger Schatten von Wolken aufkommt, geben wir unseren Plan auf, bis nach Wilhelmshöhe zu laufen und laufen stattdessen auf der Promenade zurück Richtung Zentrum.

Obligatorisches bei „Oma und Opa früher“ vorbeigucken.

Ich zeige der Freundin, wo ich meine Kindheitssommer verbracht habe, dann laufen wir den alten Weg zurück zum Strom und setzen uns in eins der Restaurants. Es gibt heißen Sanddornsaft und für mich Dorsch, für die Freundin Grünkohl.

Während das Dessert kommt (Cassis-Sorbet mit Sekt und Früchten), ruft die Bielefelder Freundin an, deswegen gibt es kein Dessertfoto. Sie ist gerade mit ihrem Freund bei ihren Eltern in Rostock und hat Lust, uns zu treffen. Wir spazieren nach dem Essen ein bisschen draußen herum, dann sind die Beiden auch schon da und wir drehen eine zweite Runde zum Strand, jetzt kurz vor Sonnenuntergang und nur bis zum Neptun.

Dann müssen sich die Lichtenberger Freundin und ich auch schon sputen, um zurück zum Bahnhof zu kommen. Im Sinne der Entspannung wollen wir nämlich nicht erst halb 10 wieder zuhause sein, sondern eben zwei Stunden früher. Zum zweiten Mal heute fahre ich durch Rostock durch, ohne es zu sehen (und ohne Törtchen!). Wir erwischen unseren Zug noch und gondeln gemütlich im Dunkeln zurück in die Hauptstadt.

Wir sind ja nämlich intellektuell!

Dort dann wieder S-Bahn und kurz danach bin ich zuhause. Die Katzen bekommen Futter, dann auch ich, und ich telefoniere mit dem Liebsten.

Letzte Crowdfarming-Tomaten, eingelegte Crowdfarming-Aubergine, Breze, zwei Sorten Stollen, Crowdfarming-Mandarine, Tee

Zum Essen schaue ich die erste Staffel Ted Lasso zu Ende und dann lege ich mich noch gemütlich in die Badewanne, nicht ohne vorher jede Menge Ostseeluft aus meinen Haaren zu kämmen.

29.12.2025 – Zwischendrin ein Montag

Heute ein Montag mit Wecker, wobei ich aber schon kurz vorher wach bin und so den gesamten morgendlichen Reboot schaffe. Grund für den Wecker ist ein Sportkurs. Ich stehe also früh auf, mache Kaffee und hole meine Matcha Overnight Oats (inspiriert von einem Rezept in NYT Cooking) aus dem Kühlschrank und werfe Kiwi und TK-Himbeeren drauf – schmeckt gut, ich werde mir demnächst auch mal warmes Porridge mit Matcha machen. Habe viel weniger Ahornsirup verwendet als im Rezept.

Dann ziehe ich mich schwimmbeckenfertig und darüber warm an, schnappe mir meine Sporttasche und verlasse das Haus… nur um an der Hausecke wieder umzukehren, der Kurs war (schon wieder!) abgesagt worden. Also wieder zurück umziehen und dann erledige ich noch ein bisschen Kram, wo ich schon auf den Beinen bin. Drogeriebesuch für Klopapier und Geschirrspülertabs. Haustierbedarfbesuch für Katzenstreu. Dann ist es spät genug, um in die „Innenstadt“ aufzubrechen – das Kostümgeschäft öffnet erst um 10.

Ich habe mich vorher schon online umgesehen und kann so recht zielsicher die Dinge zusammensuchen, die der Liebste und ich für die Filmriss-Mottoparty zu Silvester brauchen werden. Ein wenig zusätzliche Bastelei steht noch an, aber das schaffe ich am Silvestertag noch – Fotos werden wohl folgen.

Wieder zuhause verräume ich alle meine Einkäufe und bereite mir dann einen Kartoffelsalat nach Omas Rezept für später zu. Der ist Weihnachten ausgefallen, weil ich ja dann doch nicht alleine in Quarantäne war und es dann keine Gelegenheit mehr gab. Als der fertig ist und abkühlt, bin ich bereit für Mittagessen. Es gibt Stulle, eine mit veganem Kochschinken und Spreewaldgurke und eine mit wokem Käse, Tomate und Basilikum. Dazu eine große Kanne Minztee mit frischer Zitrone. Mit allem geht es an den Schreibtisch.

Auch heute arbeite ich wieder fleißig die lange To-Do-Liste ab und da kein Feiertag ist, telefoniere ich sogar zweimal mit Menschen, die auch arbeiten.

Nach dem frühen Feierabend dann endlich Kartoffelsalat, mit zwei Bio-Wienern und Dijon-Senf.

Dazu gibt es den letzten Downton-Abbey-Film. Ganz nett, aber auch OK, dass das jetzt vorbei ist. Besonders rührend die Montage am Ende und die Widmung an Dame Maggie Smith – von ihrem Tod im letzten Jahr ausgelöst hatte ich ja meinen Rewatch begonnen, eine runde Sache das.

Den Rest des Abends bestreite ich mit Plätzchen und einem beginnenden Ted-Lasso-Rewatch. Der Liebste hat die Serie in den letzten Tagen durchgebinget und da ich zwischendurch irgendwann aufgehört hatte, fange ich lieber nochmal ganz von vorne an, um mitreden zu können. Ist wirklich toll und legt sich sehr gut an Heated Rivalry von gestern an.

28.12.2025 – Fünfter Advent?

In weiten Teilen ähnlich wie gestern – wieder recht früh wach, wieder recht lange im Bett, wieder mit ordentlicher Schreibtisch-Session zum Aufholen der Dinge, die liegengeblieben sind.

Dazwischen aber nehme ich meine neue Challenge ernst, nennen sie #loosyisstdiekücheleer, esse mich mit Fantasie durch das, was da ist, und beginne, das auch auf Instagram zu dokumentieren. Wahrscheinlich sollte ich das auch direkt noch auf Pixelfed tun, aber das funktioniert ganz anders und so lässt sich das Format nicht 1:1 übertragen. Mal sehen.

Frühstück: Aufback-Breze, zwei Weißwürste, süßer Senf, alkoholfreies Weizen. Danach Obstteller und Sencha mit Ingwer und Zitronengras

Als ich am Schreibtisch eine Pause brauche, erledige ich Haushaltsdinge und gehe dabei auch zweimal raus zum Müllplatz, bei strahlend blauem Himmel. Der Müllplatz selbst hat etwas endzeitmäßiges – Biomüll und gelbe Tonne scheinen kurz vor Weihnachten nochmal geleert worden zu sein, Restmüll und Papiermüll eher nicht, die quellen beide mehr als über und breiten sich apokalyptisch über den Müllplatz aus. Ich kann meinen Teil nur möglichst platzsparend dazustellen und das Beste hoffen – wird leider eine harte erste Schicht für die Menschen von der BSR.

Der schöne Schein trügt

Früher als gestern mache ich Feierabend – ist ja Sonntag, schließlich, und gönne mir einen schönen Süßkramteller.

Gin-Stollen, Whisky-Stollen, Dominosteine, Zimtsterne, Vanillekipferl, Butterspekulatius, Gewürzspekulatius – interessant: Der Butterspekulatius schmeckt auch nach COVID noch vanilliger als die Vanillekipferl

Das Projekt für den Abend ist Heated Rivalry, eine kanadische Serie über Eishockey und queere Liebe, die gerade so richtig durch die Decke geht, Bewertungsrekorde bricht und in meinen Timelines und von Kritiker*innen gefeiert wird. Wirklich, wirklich gut, wobei ich am Anfang erstmal darüber hinwegkommen muss, wie explizit pornös die Sexszenen sind und dass das trotzdem alles große Kunst ist. Mit der Vertiefung der Geschichte wird die Schere im Kopf kleiner und am Ende passt, dass im Abspann die ganzen Förderungen von Québec, Ontario und Kanada an sich aufgeführt wurden. Jetzt ergeben plötzlich die ganzen Social-Media-Posts dazu auch in meinem Kopf Sinn und ich lese mich nochmal durch einiges durch und recherchiere hinterher. Ob ich die Bücher lesen werde, weiß ich nicht, aber wenn Staffel 2 dann irgendwann kommt, bin ich auf jeden Fall am Start. (Wann kommt eigentlich das deutsche Remake, das in der Fußball-Bundesliga spielt, fragt man sich die ganze Zeit. Dann Kettcar-Ohrwurm.)

Abendbrot: Reisnudel-Stirfry, Smashed Cucumber Salad und Mangopudding

27.12.2025 – Antizyklisch

Noch eine unruhige Nacht qua Katzenanhänglichkeit. Beim morgendlichen Reboot dann denke ich (Überraschung) über Essen nach und dass ja heute ausnahmsweise mal die Läden aufhaben. Ich brauche aber nix. In der Woche vor Weihnachten kamen eine Obstkiste und eine Gemüsekiste an und weil ich Anlass hatte zu fürchten, dass ich Weihnachten alleine in meinem Zimmer verbringen würde (und noch neue Schnelltests brauchte) habe ich ja letzte Woche auch noch eine Lebensmittellieferung bekommen. Kühlschrank, Tiefkühlfach, Vorratsschrank etc. sind also gut gefüllt und ich frage mich, wie lange ich mich wohl ausschließlich von Vorräten ernähren kann. Dieses Jahr auf jeden Fall, aber wie weit schaffe ich es in den Januar?

Ich lobe mit mir selbst eine Challenge aus und werde hier im Blog dokumentieren, was ich esse (das sowieso), aber auch, wenn ich etwas nachkaufen muss oder was ich tue, um das zu verhindern. Die Gefahren sind überschaubar, wenn mir dringend etwas fehlt, gehe ich es halt kaufen, wenn ich besondere Gelüste habe, ist da draußen eine Stadt voller Gastronomie – und Ende des Monats kommen wieder Obst- und Gemüsekiste. Einkäufe für den Liebstenhaushalt zählen nicht, ebenso wie Katzenfutter und Drogeriebedarf. Potenzielle Versorgungslücken sehe ich aktuell bei Eiern, Kartoffeln und Pasta, aber da muss ich dann eben kreativ werden. Interessant ist auch, dass ich etwas für das Büffet auf der Silvesterparty beisteuern muss, auch dafür wird es eine Lösung geben.

Dann aber erstmal Frühstück. Das letzte Adventskalender-Porridge, das für Heiligabend, heißt Spekulatius. Dazu eine Crowdfarming-Mandarine und schwarzer Tee mit Yuzu.

Damit geht es dann ganz antizyklisch an den Schreibtisch. Zwischen den Jahren soll man ja faul rumliegen, möglichst viel essen und sich mit den erhaltenen Weihnachtsgeschenken befassen. Ich habe meine Rumliegphase COVID-bedingt ja schon vor Weihnachten gehabt und jetzt einiges aufzuholen, werde aber versuchen, eine gute Balance zu halten. Die Katzen beteiligen sich fleißig an der Vereitelung von Produktivität.

Schreibtisch aufräumen wäre auch mal wieder dran…

Ich schaffe dann aber doch einen ordentlichen Batzen, bevor ich am frühen Nachmittag eine Pause mache und mit dem Fuß und der Straßenbahn nach Weißensee gondele. In einem Café treffe ich eine ehemalige Mitbewohnerin, die gerade auf Elternbesuch in der Stadt ist (das Phänomen mit den heimfahrenden Zugezogenen zu Weihnachten existiert ja auch andersherum). Bei Kaffee und Heißer Schokolade reden wir über Aktuelles in unseren Leben und auf der Welt im Allgemeinen. Das letzte Mal haben wir uns irgendwann vor der Pandemie live gesehen, da kommt was zusammen.

Nach dem Getränk setzen wir das Gespräch bei einem Gang um den See fort, so viel Tageslicht auf einmal!

Dann geht es für sie zurück zur Familie und für mich an den Schreibtisch. Wie vermutet hat die Pause gut getan und das Treffen mich motiviert (die ehemalige Mitbewohnerin hat einen deutlichen Workaholic-Streak, damals wie heute) und ich lege nochmal eine mehrstündige Session ein, in der ich ähnlich viel schaffe wie am Vormittag. Gegen 18 Uhr reicht es mir dann und ich mache Feierabend.

Zum Abendessen gibt es Reste von vor Weihnachten aus dem Kühlschrank: meine puttanesken Spaghetti von neulich, von denen die zweite Portion dann obsolet wurde, weil ich negativ war und Weihnachten feiern konnte. Heute dann aber, dazu Ginger Ale vom Balkon. Hinterher lese ich endlich mein bereits Mitte November begonnenes Buch, Lucy Worsley – Jane Austen at Home, aus. Irgendwie waren die letzten Wochen eher audiovisuell…

Danach schaue ich eine italienische Weihnachtsserie auf Netflix, solange noch the season t‘is, wa? Sicilia Express ist eine kluge, italienisch-klamaukige und politisch bissige Comedy-Serie mit ordentlich Weihnachtsmagie, die mich in Teilen an Fantozzi erinnert und schön die inneritalienische Zerissenheit zwischen Nord und Süd sowie die legendäre Unzulänglichkeit der italienischen Regierung aufs Korn nimmt. Macht bestimmt auch ohne dieses Hintergrundwissen und auf Deutsch Spaß. (Ich schaue auf Italienisch mit italienischen Untertiteln zur Unterstützung) Die beiden Protagonisten, Picarra e Ficone, sind wie ich hinterher lese ein eingespieltes Duo mit diversen Werken. Da sieht man mal wieder, dass mein italienisches Popkulturwissen laggt, meine Referenzen (siehe Fantozzi) sind deutlich älter.

26.12.2025 – Weihnachten Tag 3

Unruhige Nacht aufgrund kuschelbedürftiger Kätzchen, aber es drängt ja heute nichts, das passt schon. Gemütlicher morgendlicher Reboot im Bett, inklusive langem Liebstentelefonat. Irgendwann stehe ich dann doch auf und es gibt Frühstück. Zwei Adventskalendertürchen sind übrig geblieben, ich nehme chronologisch die 23 und speise Apfel-Pflaumen-Zimt-Porridge, dazu die reifste kanarische Crowdfarming-Banane und vietnamesischen Kaffee. Beim Essen überprüfe und ergänze ich die Benamsung der Dateinamen der digitalisierten Familienvideos und ziehe mir eine Kopie.

Der nächste Programmpunkt findet in der Küche statt: Aus Mandelmehl, Puderzucker, Orangenblütenwasser und Kakao bastle ich Marzipankartoffeln für Mama. Außerdem wird der Rest Quittenkonfekt auf zwei Tütchen verteilt und es werden drei Sorten Stollen vom Balkon geholt. Noch die restlichen Geschenke und Mitbringsel zusammensuchen und in Beuteln bereitstellen und dann sind die Vorbereitungen fürs nächste Weihnachtsessen abgeschlossen (den Wein – drei Flaschen guter sardischer Cannonau) hatte ich neulich schon beim Brüderchen vorbeigebracht.

Jetzt noch ein bisschen Haushalt, dann ab in die Badewanne. Während die Haare trocknen lese ich weiter in meinem Buch (so langsam ist das Ende in Sicht) und lasse mich weiter von den Katzen bekuscheln.

Kurz vor 15 Uhr Aufbruch, mit Straßenbahn und Straßenbahn nach Fhain. Quasi vor der Haustür des Bruders treffe ich Mama und Papa, die trotz zweitägiger Heimreise und Jetlag erstaunlich pünktlich sind und fit aussehen. Gemeinsam bewältigen wir die fünf Stockwerke Altbau ohne Fahrstuhl und müssen uns dann erstmal kurz ausruhen.

Brüderchen und Freundin reichen Kaffee und Tee an, der Liebste trudelt kurz nach uns auch ein und dann werden erstmal diverse Mitbringsel verteilt. Ich habe ein Buch für die Eltern und einen Artikel für die Bruderfreundin (beides von der Liebstentante) und den USB-Stick mit den Videos. Der Liebste bekam ein kanadisches Buch mitgebracht, der Bruder und ich bestellten kanadischen Gin und die Bruderfreundin nicht bestellten kanadischen Gin.

Dann gibt es drei Sorten Stollen, Cantuccini und Cannoli und dazu Reiseberichte und Austausch aktueller Anekdoten. Im Anschluss dann Bescherung – von Brüderchen und mir, die Eltern sind reisebedingt entschuldigt und ziehen im Januar nach. Mein Weihnachtsbüchercount erhöht sich von drei auf sieben (eins hatte Mama zu mir bestellt), dazu ein Literatenquartett, italienische Leckereien zum Teilen mit dem Liebsten (Bellini, Limoncello-Mayonnaise) und antifaschistische Putzlappen von Sea-Watch.

Wir hören Musik und erzählen bis der Braten die richtige Temperatur hat, dann gibt es Reh und/oder Ente mit Preiselbeeren, Klößen, Rotkraut und Sauce. Ich esse gute zweieinhalb Teller voll und höre dann nur aus Vernunftsgründen damit auf.

Zum Nachtisch gibt es brandenburgisches Eis (Belgische Schokolade und Madagaskar-Vanille) mit warmem Apfel-Tonka-Kompott und Eierlikör.

Danach kann sich keiner mehr richtig rühren – Zeit für Grappa! Bald darauf bricht der Liebste auf in sein wohlverdientes Nachweihnachtswochenende in der Höhle.

Der Rest sitzt noch bis halb 11 zusammen, dann schlittern wir los durch überfrierende Nässe die Ellis mit U-Bahn und U-Bahn nach Mitte, ich mit S-Bahn und S-Bahn nach Pberg. Halb 12 plumpse ich ins Bett und lasse mich von den Katzen in den Schlaf schnurren.