Mittwoch, 19. Juni 2019 – Townhouse-Spaß

Liebes Tagebuch,

nicht nur habe ich heute beim firmeninternen Tischtennisturnier insgesamt drei Partien verloren – eine im Einzel gegen den Angstgegner und zwei im Doppel, ebenfalls gegen Angstgegner*innen – ich habe heute auch noch eine wirklich, wirklich lustige Anekdote erlebt:

Auf dem Weg zurück aus der Mittagspause lief ich an einigen extrem schicken und teuren Townhouses in Mitte vorbei. Hinter mir andere Büroflüchtlinge, die auch mal kurz draußen gewesen, mir aber gänzlich unbekannt waren. Auf einmal hält eine Limousine mit Fahrer in Anzug und Krawatte vor einem der Townhouses. Eine junge Frau, Typ Modetussi, kommt eifrig auf ihrem Smartphone tippend aus dem Haus und steigt ganz selbstverständlich hinten in die Limousine ein. Da ruft es von oben aus dem offenen Fenster – ein etwas älterer Typ, gegelte Haare, halb offenes Hemd, in Eleganz und Haltung nicht seinem scheinbaren Besitzstand entsprechend…

Er: “Warte mal, X*, wo gehst Du denn jetzt hin?”

Sie: “Ich geh jetzt ins Nagelstudio, und dann hole ich den [Bello*] ab.”

Wie aufs Kommando fangen die Gruppe hinter mir und ich an zu kichern. Erst noch verhalten, je weiter wir entfernt sind, desto lauter werden wir. Ich drehe mich zu ihnen um und sage: “Ein Traum, oder?” Man pflichtet mir bei und tauscht sich darüber auch, dass das doch wirklich der perfekte Moment gewesen sei, wunderschön und wie aus dem Reality Fernsehen.

Spontane Verbrüderung gegen ein gemeinsames Feindbild. Es kann manchmal so einfach sein…

 

*Name von der Redaktion zum Zwecke der Verfremdung geändert

Montag, 17. Juni 2019

Liebes Tagebuch,

heute war ein typischer Montag: Er ging viel zu früh los, ich war den ganzen Tag viel zu müde und irgendwie drehte sich fast alles um Arbeit. Klingt total dröge und anstrengend, oder? War es aber gar nicht.

Wegen Sommer und Vollmond und frühem Sonnenaufgang (es ist immerhin schon Geburtstagswoche) konnten weder ich noch Nimbin gut schlafen. Gegen halb 5 fand er dann mal wieder, dass ich doch wohl genug geschlafen hätte und wollte nicht nur gefüttert, sondern auch bespaßt werden. Kann er sich nicht mal ein Beispiel an Noosa nehmen, die um die Uhrzeit auf der Couch liegt und pennt?! Nunja, zwei-, dreimal durfte ich nochmal kurz einnicken oder wegdösen, aber richtig erholsam war das dann nicht mehr.

Auf dem Weg zur Arbeit habe ich den Karton des gestern zusammengebauten Spiegelschranks entsorgt und in drei verschiedenen Läden Sondermüll abgegeben – abgelaufene Medikamente in der Apotheke, leere Batterien und kaputte Energiesparlampen im Drogeriemarkt und defekte Aquarium-Leuchtstoffröhren aus einer Zeit, in der es in dieser Wohnung noch ein Aquarium gab, im Elektrofachhandel.

Im Büro war dann irgendwie sehr viel Geburtstag. Insgesamt hatten drei Kolleg*innen heute Geburtstag und zwei Kolleg*innen feierten ihren Geburtstag nach. Es gab also jede Menge Kuchen und Süßes. Außerdem gab es die übliche Arbeit, inkl. dem Erstellen/Übersetzen von Schulungsmaterial und einem sehr guten Meeting. Mittags haben wir zu viert meditiert und danach ging ich mit meinen selbstgemachten Antipasti von gestern raus in den Park, aß und döste ein wenig im Schatten. Außerdem habe ich in unserem Tischtennis-Turnier heute zwei Partien gespielt – eine gewonnen und eine verloren. Kann sich sehen lassen, würde ich sagen.

Auf dem Heimweg habe ich noch etwas eingekauft und dann gab es Quark mit frischen Kräutern vom Balkon (Schnittlauch, Dill, Melisse, Thymian, Rosmarin und zwei Sorten Basilikum). Direkt danach rief die beste Freundin an und wir erzählten uns die neusten Entwicklungen in unseren Leben.

Der Abend verging mit guten Gesprächen und nun gehe ich früh ins Bett, denn der nächste Nimbin kommt bestimmt.

Gute Nacht, liebes Tagebuch!

Satz mit X

Tja, man sollte nie irgendwas aufschreiben, was man in der Zukunft zu machen gedenkt. So war ich also gestern weder in Brandenburg, noch habe ich darüber gebloggt. Der Grund war ganz einfach der, dass meine Gastgeberin leider krank geworden ist und absagen musste. Stattdessen habe ich den Tag dann also noch einmal genutzt, um ausgiebig zu couchen, das zweite Buch an diesem langen Wochenende durchzulesen, Musik zu hören, Mittagsschlaf zu machen und es mir ganz allgemein gut gehen zu lassen – Kraft tanken für die nächsten Wochen, die bestimmt nicht entspannender werden als die letzen.

Aber hey, es ist Sommer in Berlin, das macht alles andere wett! 🙂

 

Das Blog mit Loch*

Huch, da ist ja ein mehrtägiges Loch in meinem Blog! Alle dahin, die schönen Vorsätze so langsam. Irgendwie ist mir durch das Immergut mit einhergehendem Schlafmangel und dann noch Konzert und Musical und Arbeit und noch mehr Schlafmangel das Gleichgewicht etwas ins Wanken geraten und ich brauchte erstmal ein paar Tage, um mich wieder einzunorden*. Da passt so ein langes Wochenende natürlich ganz hervorragend. Am Freitag bin ich nach der Arbeit fast direkt ins Bett gefallen. Gestern habe ich tausend Dinge erledigt, die man an freien Tagen erledigen kann, wenn die Geschäfte offen haben… Eine Hose zum Nähen gebracht, ein paar benötigte Klamotten gekauft, die Lebensmittelvorräte aufgefüllt, mein Fahrrad in die Werkstatt gebracht, Balkonpflanzen gekauft und in die Kästen gebracht… Und mich ansonsten weiter ausgeruht. Heute dann die Wohnung wieder halbwegs auf Vordermann gebracht, weiter entrümpelt und einen Spaziergang um den Weißen See gemacht. Außerdem in den letzten Tagen viel gelesen (u. a. mal wieder mein Lieblingsbuch, das ich spätestens morgen wieder durch haben werde), viel kommuniziert, viel mit den Katzen gekuschelt und viel Musik gehört. Jetzt bin ich wieder einigermaßen in Balance und freue mich morgen auf einen kleinen Ausflug ins Brandenburgische, über den ich dann auch hoffentlich wieder zeitnah blogge 😉

*In Überschrift und Text finden sich zwei Song-Referenzen mit Bezug auf mein Lieblingsalbum. Wer Songs und Albumtitel richtig errät erhält meine höchste Hochachtung gratis zur Albumempfehlung.

Letztes vom Immergut und 1000 Fragen

Mir ist noch was eingefallen vom Immergut, das ich noch nicht verbloggt habe: Bei dem Panel, auf dem Manuela Schwesig (seit heute Teil eines Trios) mitdiskutierte, waren Leute mit einem Schild. Darauf stand: Philipp Amthor Ultras. Das fand ich extrem witzig. Muss ja auch mal gesagt werden.

Ansonsten fällt mir heute nicht viel Blogbares ein (die Rückreise war nicht besonders spannend, nur dass der Zug extrem voll war), deswegen gibt es die nächsten der 1000 Fragen:

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

421. Welches Ritual hast du beim Duschen?

Kämmen und dann Haare entweder zusammenknoten (wenn ich sie nicht waschen will) oder offen lassen (wenn ich sie waschen will). Ausziehen, Bademantel zurechtlegen, in die Wanne steigen, Duschvorhang zuziehen. Wasser an und Temperatur mit der Hand prüfen. Einmal abbrausen, einseifen (wenn ich die Haare waschen will erst Shampoo), unter der Brause drehen, bis alles weg ist. Wasser abstellen, Duschvorhang auf, Bademantel an, Beine + Füße (und ggf. Haare) abtrocknen, fertig. Dauert ca. 2 Minuten.

 

422. Wie gefährlich ist deine Arbeit?

Die Treppe im Büro ist ganz schön steil.

 

423. Welchen Kinofilm hast du sehr genossen?

Viele, viele… Zum Beispiel Take This Waltz, Before Sunset, Eternal Sunshine of the Spotless Mind, Finding Neverland… Da erinnere ich mich noch gut an das wohlige Gefühl beim aus dem Kino kommen.

 

424. Welches Brettspiel magst du am liebsten?

Carcassonne, wobei es da kein Brett gibt. Dann Cranium.

 

425. Wem hast du zuletzt eine Postkarte geschickt?

Vermutlich meiner zuletzt verstorbenen Oma, aus dem Urlaub. Ist also vor ungefähr 4 Jahren gewesen.

 

426. Wie eng ist deine Beziehung zu deinen Verwandten?

Ich habe sehr, sehr viele Verwandte (alleine 8 Cousins und 10 Cousinen, die alle Eltern und/oder Kinder haben), deswegen gibt es da keine eindeutige Antwort. Mit meiner Kernfamilie bin ich so gut wie täglich in Kontakt. Ansonsten reicht es von “wie beste Freund*innen” bis “es gibt faktisch keine Beziehung” – mit allen Schattierungen dazwischen, es sind wirklich so viele Verwandte.

 

427. Wann hast du zuletzt in ein Mikrofon gesprochen?

In das meines Smartphones vor einer guten Stunde (ich wurde angerufen, nicht was Ihr denkt!), in das meines Arbeitslaptops heute Mittag, in ein Handmikrofon im April auf der Betriebsversammlung.

 

428. Hast du gelegentlich Freizeitspass?

Äh, was?

 

429. Was sind die drei schönsten Ereignisse des heutigen Tages?

Höchsttemperatur 34 Grad. Mittagspause auf der Dachterrasse mit der besten Kolleginnenfreundin. Eine WhatsApp-Nachricht pünktlich zum Feierabend.

 

430. Macht du manchmal einen Mittagsschlaf?

Immer gerne, wenn es sich anbietet.

Immergut-Bemerknisse Samstag 2019

Der Standplatz hinterm Birkenhain ist super, wenn man gemütlich dem Geschehen auf der Bühne lauschen will. Nicht so gut ist er, wenn man gerne die Musik der Party auf der Zeltbühne hören will, aber die der Party auf dem Birkenhain hört. Und zwar bis 6 Uhr morgens. Dann kommt irgendwann der kurze Moment relativer Stille. Dann der, an dem es sehr kalt wird. Und dann der, an dem es plötzlich unerträglich heiß ist und drumherum schon wieder alle Musik hören und viel zu laut reden (also wenn man Glück hat und sie nicht irgendwas skandierend oder grölen).

Aber ich hatte ja auch wieder einen frühen Termin, denn samstags findet ja das Fußballturnier statt. Also raus aus dem Schlafsack. Komposttoilette, umziehen, Zähne putzen, halbwegs präsentablen Zustand herstellen und los. Vorne am Brötchenstand traf ich auf Fiete und Schiete und lief dann gemeinsam mit ihnen durch den Wald zum Fußballplatz. Dabei moderierten sich die beiden schonmal ein wenig warm.

Beim Fußball dann das übliche Prozedere und außerdem Treffen mit den diversen Bezugsgruppen. Gruppe Lohro/Rostock am Mikro, auf dem Feld und am Spielfeldrand. Gruppe KTV-Zone/Berlin/Rostock im Schatten am Rand. Meine Kollegin mit ihren Freunden ein paar Meter weiter. Alle da.

Wieder zurück dann Lesung mit Linus Volkmann und dazu ein*e Crêpe mit Erdbeeren und Schokolade. Ein kurzes Konzert von Dagobert und dann die Lesung und Diskussion mit Nadia Shehadeh und Hengameh Yaghoobifarah. Gerade in der Diskussion sehr beeindruckend. Als ich schon facepalmend war bei “Rassismus gegen Weiße”, erwiderten die beiden überlegt, klug, ohne Vorwurf und am Ende überzeugend. Yay, das will ich auch können. Es war auch total super, Nadia davor und danach endlich mal live zu treffen ❤ Liebste Grüße an dieser Stelle nochmal und wir sehen uns in Bielefeld!

Den Rest des Tages dann wieder Konzerte, Konzerte, Konzerte und – so es der Empfang zuließ – weiterhin reger Gedankenaustausch, auch, aber nicht nur, über das Dublin-Thema. Ich liebe meine neue Powerbank, die dafür sorgt, dass ich auch noch am 4. Tag in der Pampa genug Akku habe, um darüber zu bloggen. Während Bilderbuch verzog ich mich dann wieder in meinen Schlafsack und dämmerte langsam in einen glücklich-zufriedenen Schlaf hinüber.

Immergut-Bemerknisse Donnerstag 2019

  • Wieder meinen Stammzeltplatz bekommen – der gleiche seit so vielen Jahren (meinem dritten Immergut, dem ersten als “Nur Gast”)
  • Komposttoilette und Emaillebecher statt Dixis und Müll – yeah!
  • Aus der Hausordnung: “Damit der immergute Festivalbesuch ein schönes Erlebnis mit tollen Erinnerungen wird, bitten wir alle Festivalbesucher*innen um Toleranz, Rücksichtnahme, Zivilcourage und Hilfe in Notfällen. Daher wird bei uns rassistisches, menschenverachtendes, sexistisches und homophobes Verhalten nicht toleriert, zur Anzeige gebracht und führt zum sofortigen Aufdiestraßesetzen.” ❤ Dazu gibt es noch ein Awareness-Team, das man ansprechen kann, wenn einem was Blödes passiert ist. Mit Symbol Gürteltier, das für “Verständnis für persönliche Grenzen und Respekt für die Grenzen anderer” steht und “Verwundbarkeit, Empathie und Urteilsvermögen” steht. Wusste ich auch noch nicht.
  • Leckere vegane Pelmeni mit georgischer Sauce – aus Sohland/Spree und mit Bautzener Kennzeichen 😮
  • Die Frau am Cider-Stand (nicht viel jünger als ich, schätze ich) hat mich gesiezt und ich fühlte mich plötzlich sehr alt
  • Monako wirken auf der großen Bühne noch toller als neulich im Marie Antoinette
  • Some Sprouts waren ganz schön gut
  • Bei Kala Brisella gabs die ersten Crowdsurfer – mit Gruß an Fancy Lenzi, dessen Füße ich zweimal in der Hand hatte
  • Überhaupt viele bekannte Rostocker Gesichter am Start – wie erwartet
  • Eine Sonnenbrille geschenkt bekommen (naja, ein Werbegeschenk, das ich weitergereicht bekam, kann ich mich auf meine also doch wieder drauflegen)
  • Karies und Leoniden waren auch ziemlich super
  • Bei Frittenbude nach der Hälfte im Zelt verschwunden und dort weiter gehört – der Vorteil meines Stamm-Zeltplatzes
  • Grundgefühl: Ganz viel Hachz!