Jahresrückblick 2019

Ich habe mir gerade zur Einstimmung die Jahresrückblicke der letzten Jahre durchgelesen und mir ist aufgefallen, wie viel Negatives da so passiert ist, wie oft ich von dunklen Wolken, Krankheiten und Zeiten schrieb, die “weg können”. Trotz all der guten Dinge, die auch passiert sind. Ich habe den Verdacht, dass es dieses Jahr ganz ähnlich werden wird, aber irgendwie fühle ich mich an diesem Jahresende deutlich positiver gestimmt. Das Jahr hat mich ordentlich durchgerüttelt, am Ende ist jetzt kaum noch ein Stein auf dem anderen und es gab Tiefpunkte ohne Ende. Die Höhepunkte jedoch haben Weichen gestellt, die auf eine bessere Zukunft hindeuten… Also, für mich persönlich. Gesamtkonstellationsmäßig siehts ja eher schlecht aus für die Menschheit. Es folgt ein chronologischer Rückblick und am Ende die Liste der konsumierten Kultur.

 

Januar

Der Monat beginnt noch mit ein paar Urlaubstagen, die ich für Besuche bei Freund*innen und deren Kindern nutze, dann geht das Arbeitsleben wieder los. Ich schaffe es bis weit in den Mai hinein, täglich zu bloggen. Es wird viel Leckeres gekocht (u. a. Caesar’s Salad und Pancakes Galore beim Mobster Dinner), auf Arbeit findet eine wegweisende Woche statt, in deren Organisation ich unverhofft eingebunden werde, und es etabliert sich eine neue Mittagspausenrunde. Der Hase und ich versuchen, mit schönen gemeinsamen Erlebnissen und neuen Wegen aus dem Stimmungstief der letzten Monate herauszufinden. Wir demonstrieren gemeinsam bei Wir haben es satt und ich alleine gegen den Paragraphen 219a. Außerdem trete ich einem Verein bei und sehe die Happy Disharmonists live.

 

Februar

Der Februar geht weiter wie der Januar aufhörte. Es wird gekocht, die Arbeit macht Spaß, der Hase und ich laborieren weiter herum. Gegen Ende des Monats, nach einigen Tagen intensiven Nachdenkens und Diskutierens und eher zufällig am Morgen nach einem legendären Karaoke-Abend, folgt dann die sehr erwachsene Entscheidung, dass wir das verflixte 7. Jahr nicht gemeinsam beenden werden. Niemand ist irgendjemandem böse und bis auf ein paar Nickeligkeiten in der Organisation in den folgenden Monaten geht alles sehr zivilisiert und freundschaftlich zu. Trotzdem ist es natürlich ein wirklich, wirklich krasser Umbruch. Direkt am übernächsten Tag fliege ich beruflich nach London, was mich aber auch nicht wirklich ablenken kann.

 

März

Der März ist geprägt davon, mich in der neuen Realität zurecht zu finden. In der Wohnung wird viel hin und her gerückt und ein Provisorium nach dem Anderen geschaffen. Das Schlafzimmer wird zu meinem Zimmer unser neuen vorübergehenden WG und damit auch Teil des Einzugsbereichs der Katzen. Abseits vom vielen Organisieren verbringe ich viel Zeit mit Freund*innen und Gesprächen mit Essen. Eines davon ist mit dem lieben Fräulein, das auch in diesen schweren Zeiten großartig ist. Ich ahne noch nicht, dass das unser letztes Treffen wird und gehe beseelt nach Hause. Den neuen Feiertag nutze ich übrigens für die große Frauentagsdemo. Und am vorletzten Märzwochenende fahre ich wieder nach Rostock und hole nach, was nachzuholen ist.

 

April

Der Monat beginnt mit Dienstreisen nach Hamburg, Bochum, München und Nürnberg und Konzerten von Bob Dylan und Maite Kelly. Ich schaffe mir ein neues Bett und meinen ersten eigenen Kühlschrank an. Ostern verbringe ich in Rostock mit all den Dingen, die dazugehören, inkl. am Strand liegen, denn der Sommer beginnt dieses Jahr früh. Gleich danach sehe ich Millencolin live und später in der Woche noch Mortenson und Galactic Attack aka Mumpel Murks und die Herrscherin der Galaxis. Am Ende des Monats zieht die Mitbewohnerin ein und nach dem Hasen verlassen auch seine Besitztümer nach und nach die Wohnung.

 

Mai

Aus Gründen lade ich mir eine neue App herunter, die mich im Laufe des Jahres einige interessante Menschen kennenlernen lassen wird. Außerdem beginnt der Mai wie eigentlich immer mit der re:publica. Später im Monat kaufe ich meine erste eigene Waschmaschine und gehe zu einem Konzert von Dritte Wahl. Eine Idee keimt auf, die Auswirkungen auf den Rest des Jahres (und die folgenden) haben wird. Außerdem sehe ich Michael Krebs und später Wenzel & Mensching live und ein Mensch tritt in mein Leben, der sich dort in den nächsten Wochen/Monaten sehr breit macht – am Anfang sehr schön, am Ende mehr als letztlich gut für mich ist, aber das ahnt man ja vorher nicht. Am Ende des Monats fahre ich wieder zum Immergut und gleichzeitig braut sich in Dublin und dem Internet ein Sturm zusammen.

 

Juni

Der Juni ist geprägt von diesem neuen Menschen (High- und Lowlights wechseln sich ab) und außerdem meinem Geburtstag, tollen Konzerten (Bloc Party! Glen Hansard! Eddie Vedder!) und dem Bewerbungsprozess für eine berufliche Veränderung. Bis auf die Lowlights ist es ein großartiger Monat und ich befinde mich in Hochstimmung. Unter anderem auch, weil mein Noch-Team einfach wundervoll ist und wir zum Beispiel auch ein superschönes Wochenende im Brandenburgischen verbringen, bei dem ich bereits etwas wehmütig ob des möglicherweise bevorstehenden Wechsels werde. Rundherum ist alles weitgehend toll und ich blicke optimistisch in mein neues Leben.

 

Juli

Der Bewerbungsprozess ist erfolgreich und läutet das Ende einer Ära ein. Die High- und Lowlights setzen sich den Monat über fort – bis zu einem jähen Ende, das mich völlig aus der Bahn wirft. Blöderweise auch noch fast zeitgleich mit dem Ende des Sturms von Mai, der tragischerweise mit dem Tod des liebsten Fräuleins endet. Während beruflich alles unglaublich großartig läuft, ist der Rest erstmal eine völlige Katastrophe. Der Monat endet mit verheulten Tagen im Bett, dem Abschied vom alten Job und einer sehr emotionalen Beerdigung.

 

August

Der neue Job fängt an und fordert mich vom ersten Tag an, was auch gut ist, sonst würde mich das private Elend vollends schaffen. So reiße ich mich zumindest tagsüber zusammen und habe Spaß und Erfolg, auch wenn außerhalb des Büros vieles schrecklich bleibt. Selbst die Urlaubsplanung macht nicht wirklich Spaß, denn ich reise jetzt doch unerwartet alleine. Dafür treffe ich aber immerhin meine lieben Cousins und Cousinen zum alljährlichen Treffen – definitiv ein Highlight! – und außerdem lerne ich in diesem Monat meine neue Chefin von Angesicht zu Angesicht kennen und die ist nun wirklich ein Hauptgewinn! Feine Sahne Fischfilet sehe ich auch noch live – wenn auch nicht mit der Person, mit der ich es geplant hatte. Am letzten Tag des Monats folgt das zweite Ghosting des Jahres, live und vor versammelter Mannschaft, was schon spektakulär ist. Zeit, abzuhauen!

 

September

Morgens am 1. September sitze ich im Zug Richtung Genua (über Mannheim, Basel, Lugano und Mailand) und wenn ich auch den seelischen Ballast nicht hinter mir lassen kann, so wird ab jetzt doch vieles besser. Italien, Sonne, Essen, Meer und frei eingeteilte Zeit bestimmen für die nächsten drei Wochen mein Leben. Völlig überraschend kommt es gleich zu Beginn noch zu einer weiteren großen Umwälzung (dieses Jahr ist wahrlich nicht arm daran), die dazu führt, dass mich mein Bruder für ein paar Tage im Urlaub begleitet. Geschwisterurlaub ist ne coole Sache und führt dazu, mich soweit wieder in Balance zu bringen, dass ich beschließe, Bygones Bygones sein zu lassen und den Blick nach vorne zu richten. Genau im richtigen Moment, denn so erreicht mich am Strand von Milazzo eine schicksalshafte Nachricht. Bevor diese jedoch ihre volle Wirkung entfalten kann, besuche ich Fabrizia noch in Case Vecchie und dann geht es auf einer langen, 36-stündigen Zugfahrt zurück nach Berlin. Und weil sich in diesem Jahr so oft die Ereignisse überschlagen, habe ich direkt am nächsten Tag ein Date und bevor der Monat vorbei ist noch zwei weitere und eine neue Zeitrechnung beginnt, sich anzukündigen. Eine erste Dienstreise im neuen Job steht auch noch an. So ein Monat ist das.

 

Oktober

Im Oktober beginnt die Zeit der langen Telefonate. Auf die drei Dates folgt nämlich eine Zeit, in der ich auf Dienstreisen erst in Madrid und dann Paris weile. An jedem Abend verlängert sich die Telefonatdauer um mindestens eine halbe Stunde, am Ende sind wir bei über vier Stunden. So lange habe ich zuletzt wohl in den 90ern telefoniert. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass hier etwas ganz Entscheidendes passiert oder passieren wird. Ich komme zurück nach Berlin und dann ist da wieder diese Gleichzeitigkeit in diesem Jahr: An einem einzigen Tag unterstütze ich erst die beste Freundin und ihre Familie auf einer Beerdigung, feiere dann mit einem Kollegen den Einzug in seine Wohnung und habe dann das lang erwartete Date Nummer 4, bei dem mit einem Kuss alles weitestgehend besiegelt wird. Die darauf folgenden Wochen erfüllen alle Klischees des frisch Verliebtseins (bis heute gänzlich ohne Lowlights) und sollen daher hier nicht allzu weit ausgewalzt werden. Erwähnenswert ist noch, dass ich relativ zügig Teil einer Patchwork-Familie werde und dass ab Halloween die gute alte Kneipenquiz-Tradition wieder aufgenommen wird. Beruflich geht es genauso spannend weiter, wie vor dem Urlaub.

 

November

Der November beginnt mit einem Ausflug in die ganz alte Heimat und zehn Tagen weiterer Telefonate, weil diesmal er dienstreist. Außerdem steht das erste Riesenprojekt im neuen Job an, das jede Menge Aufmerksamkeit verlangt. Danach wird es zumindest beruflich alles etwas ruhiger und entspannter, wenn auch nicht weniger interessant. Privat hingegen lerne ich den Alltag mit Kind kennen, befinde mich quasi mal wieder in einer Fernbeziehung (zwei völlig verschiedene Enden Berlins, über eine Stunde voneinander entfernt…) und habe ein großartiges Erlebnis nach dem Anderen. Zu den Highlights gehören am Monatsende auf jeden Fall das Konzert von We Are Scientists und das große Thanksgiving-Dinner mit den Mobstern.

 

Dezember

Beruflich steht der Monat ganz im Zeichen von Rückblick und Vorausschau: Reporting, Reviews, Feedback und die Planung für nächstes Jahr stehen im Vordergrund. Dazu kommen die eine oder andere kleine weihnachtliche Aktion sowie ein Glühweintrinken mit dem Ex-Team zur Einstimmung auf die Feiertage. Privat steht ein erstes echtes Patchworkfamilien-Event an. Hui, geht das alles schnell! Heiligabend lassen Brüderchen und ich dann Urlaubserinnerungen aufleben und ich koche uns ein sizilianisches Menü – natürlich mit Antipasti, Primo, Secondo, Dolce, Wein und Grappa! Am ersten Weihnachtsfeiertag gehts zur Familie in Brandenburg, am zweiten zur Familie nach Rostock, dem alljährlichen Nachweihnachtsurlaub – zum ersten Mal zu zweit! Danach nur noch faulenzen, Bilanz ziehen und heute Abend feiern, dass das nächste Jahr hoffentlich ein viel großartigeres wird!

 

Ausgelesene Bücher:

  • Katharina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen.
  • David Lagercrantz (nach Stieg Larsson): Verfolgung.
  • Juna Grossmann: Schonzeit vorbei. Über das Leben mit dem täglichen Antisemitismus.
  • Anne Stern: Das Glück ist ein flüchtiger Vogel.
  • Leo Tolstoi: Familienglück.
  • Sarah Kuttner: 180 Grad Meer.
  • Matthias Dettmann (Hrsg.): Rostock, mein Arkadien.
  • Lukas Rietzschel: Mit der Faust in die Welt schlagen.
  • Stefan Zweig: Die Welt von gestern.
  • Rob Sheffield: Love is a Mixtape.
  • Alissa Jung & Richard Kropf: Ameisenknochen.
  • Cheryl Strayed: Wild.
  • Sarah Kuttner: Kurt.
  • Marion Brasch: Lieber woanders.
  • Mike Gayle: Half a World away.
  • Theodor W. Adorno: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus.
  • Ayelet Gundar-Goshen: Eine Nacht, Markowitz.
  • Margarete Stokowski: Untenrum frei.
  • Giles Blunt: Crime Machine.
  • Beate Bukowski: So oder so.
  • Stefan Zweig: Schachnovelle.
  • Stefan Zweig: Sternstunden der Menschheit.
  • Michelle Obama: Becoming.
  • Han Kang: Die Vegetarierin.
  • Hermann Korte: David und Johannes Fabricius und der Roman meines Vaters. Eine biographische Erzählung.
  • Marc-Uwe Kling: Die Känguruh-Trilogie.

 

Im Kino gesehene Filme:

  • Green Book im UCI Colosseum
  • Captain Marvel im Sony Center
  • Yesterday im Central in den Hackeschen Höfen
  • Joker im Cinesa Manoteras in Madrid
  • Das perfekte Geheimnis im UCI Colosseum

 

Im Theater gesehene Stücke:

  • The Situation im Gorki-Theater
  • Fame im Admiralspalast
  • Ick & Berlin im Ratibor

 

Beendete Serienstaffeln:

  • The Affair 4 (Staffel 5 grad mittendrin)
  • Marvelous Mrs Maisel 2
  • Grace & Frankie 5
  • Suits 8 & 9
  • Sex Education 1
  • I’m Sorry 2
  • Call The Midwife 8
  • The Good Place 3
  • This Is Us 3
  • Unbreakable Kimmy Schmidt 4
  • Arrested Development 5
  • Mord mit Aussicht 1-3
  • Crazy Ex-Girlfriend 4
  • Speechless 3
  • Derry Girls 1 & 2
  • Madam Secretary 5
  • Modern Family 10
  • The Big Bang Theory 12
  • Brooklyn Nine-Nine 6
  • The Good Fight 3
  • How To Sell Drugs Online (Fast) 1
  • You Me Her 4
  • Bonusfamiljen 3
  • Jane The Virgin 5
  • Orange Is The New Black 7
  • The Ranch 4
  • The Crown 3
  • Hjem Til Jul 1
  • Gilmore Girls (1-4 im traditionellen Trennungsmodus alleine, bisher 1-2 im traditionellen Beziehungsstartmodus zu zweit)

 

Erlebte Konzerte:

  • The Happy Disharmonists
  • Bob Dylan
  • Botschaft & Monako beim Immergut Warm-up
  • Maite Kelly (Support: Linda Hesse)
  • Millencolin (Support: Such Gold, Woes)
  • Mortenson (Support: Galactic Attack aka Mumpel, Murks & die Herrscherin der Galaxis)
  • Pari San & Tubbe auf der re:publica
  • Dritte Wahl
  • Michael Krebs
  • Wenzel & Mensching
  • Monako, Some Sprouts, International Music, Die Wände, Alli Neumann, Kala Brisella, Mavi Phoenix, Karies, Leoniden, Isolation Berlin, Frittenbude, Children, Die Kerzen, Shelter Boy, Sophia Kennedy, Nilüfer Yanya, Kommode, The Screenshots, Balthazar, Hope, Roosevelt, Dagobert, Fenster, Cate Le Bon, Priests und Boy Harsher auf dem Immergut.
  • Eric Clapton (Support: Marc Amacher, Special Guest: Kurt Rosenwinkel)
  • Bloc Party (Support: Joan, Razz)
  • Eddie Vedder (Support & Special Guest: Glen Hansard)
  • Feine Sahne Fischfilet (Support: Kaput Krauts & Zugezogen Maskulin)
  • Tönlein Brilliant & Fran Cis
  • We Are Scientists (Support: October Drift)
  • The Kelly Family

Wochenende 14.-15. Dezember 2019

  • 4,5 Stunden in einer Turnhalle irgendwo im Südwesten verbracht, 4x 1 Minute dem Teilzeitkind aus zweiter Hand bei sportlichen Betätigungen zugesehen, 15 Minuten eine Vorführung der Turnelite des Vereins bewundert, eine halbe Stunde lang die Siegerehrung beklatscht, Rest rumgesessen und erzählt
  • Gemeines Patchworkfamilienfrühstückbrunch
  • Jede Menge Paw Patrol – ich bin hooked (Stockholm-Syndrom)
  • Kleine Einkaufstour mit Halt am Bärenland-Stand (Erdbeer-Rhabarber-Bären einhellig für gut befunden und gekauft)
  • Nudeln mit veganer Bolognese zum Abendbrot
  • Den kranken Freund gegen Widerstände mit Obst gefüttert
  • 2,5 Folgen Gilmore Girls geguckt
  • Sonntagmorgen lange im Bett geblieben, dann spätes Frühstück
  • Ausflug fiel aus Krankheitsgründen aus, dafür viel gelesen, gespielt und geguckt
  • Nachmittagsspaziergang zum Tortencafé und ausführliche Tortenessung
  • Getrennte Spiel-/Lese-Sessions – eines der 5 Bücher ausgelesen, die ich gerade parallel lese: Hermann Korte: David und Johannes Fabricius und der Roman meines Vaters. Eine biographische Erzählung.
  • Schatzsuche im Wohnzimmer
  • Steak mit Kräuterbutter, Honigmöhren und Kartoffelecken
  • Noch mehr Paw Patrol
  • Nach Feierabend vorgelesen bekommen und dann noch gemeinsames paralleles Lesen im Bett

13. Dezember 2019 – Freitage, ey

In letzter Zeit mache ich freitags ziemlich oft Homeoffice (wir nennen es offiziell Remote Work, weil leider zu viele Leute denken, man würde zuhause nur rumgammeln und nicht arbeiten), weil ich durch das Einsparen des Arbeitsweges Zeit für andere Erledigungen habe, nebenbei Wäsche waschen und aufhängen kann und freitags traditionell viele Videokonferenzen anstehen. Wenn ich eh in Meetingräumen und Telefonboxen rumhänge, statt mit den Kolleg*innen im Großraumbüro, dann kann ich auch gleich zuhause bleiben.

So also auch heute. Zehn Minuten vor Arbeitsbeginn lag ich noch in der Badewanne, dann machte ich es mir mit Laptop, Katzen, Porridge und Tee auf der Couch gemütlich und arbeitete los. Ich hatte zwei sehr angenehme und produktive 1:1-Calls mit meiner Chefin in Spanien und meiner Chefchefin in Großbritannien (inkl. Diskussion des Wahlergebnisses), konnte in Ruhe einen Newsletter verfassen und versenden, mit diversen Kolleg*innen Dinge klären, an Konzepten und Plänen fürs nächste Jahr feilen, Zellen hin und her schieben und lustig einfärben und in den Pausen, in denen ich auf Rückmeldungen wartete, in dem Buch schmökern, das mir meine Chefin halb als Weihnachtsgeschenk und halb als Arbeitsaufgabe geschickt hat.

Das Mittagessen (Empanadas) ließ ich mir liefern, so fiel die Mittagspause selbst Homeoffice-typisch sehr kurz aus. Dafür nahm ich zwischendrin eine Ladung Wäsche ab und hängte eine auf und legte meine Sachen fürs Wochenende am anderen Ende der Stadt zurecht.

Ein wenig hatte ich ja gehofft, früh Feierabend machen zu können und dann in aller Ruhe hauszuelfen (Saugen, Bad putzen, Müll wegbringen, Geschirrspüler anstellen, Katzenklo sauber machen, Katzenfutter für anderthalb Tage hinstellen, da die Mitbewohnerin erst Sonntag wieder da ist), meine Sachen zu packen, mich umzuziehen und so loszufahren, dass ich rechtzeitig zum Abendessen mit dem Teilzeitkind aus zweiter Hand am anderen Ende der Stadt wäre.

Und dann kam alles anders. Am mittleren Nachmittag ploppten auf einmal mehrere zeitintensive To Dos auf, ich sagte dem frühen Feierabend “Auf Wiedersehen”, ebenso wie dem gemeinsamen Abendessen, und richtete mich auf einen hektischen Start ins Wochenende ein. Zur regulären Feierabendzeit (zumindest, wenn ich eine reguläre Mittagspause gemacht hätte, also eigentlich schon drüber), war ich mit den To Dos gerade durch, als eine letzte E-Mail einging, die aus Gründen sofort bearbeitet werden musste. Die Freuden des Arbeitens über mehrere Zeitzonen hinweg…

Dann aber: Laptop zu, Diensthandy aus, einmal komplett rumwirbeln, bloß nix vergessen und dann los zur Bahn. Jetzt kann ich dem Teilzeitkind aus zweiter Hand immerhin noch “Gute Nacht” sagen, bevor ich mein Abendbrot bekomme, damit es heute Nacht oder morgen früh nicht ob meiner Gegenwart im väterlichen Bett verwirrt ist.*

*Ich mache dieses ganze Vereinbarkeitsding (vor allem diktiert durch die Uhrzeiten für Abendbrotzeit, Schlafenszeit und Kitabeginn) gerade im Schnelldurchlauf, merke ich. Unter den erschwerten Bedingungen von “am anderen Ende der Stadt”. Dafür halt nicht jeden Tag. Große Bewunderung an dieser Stelle für alle echten Vollzeit-aus-erster-Hand-Eltern, wo nehmt Ihr nur die Energie her?!

Donnerstag, 12. Dezember 2019 – Der Wille war da

Heute sollte ja dieser hochsportliche Tag werden. Mittags Yoga im Büro, abends Schwimmen hier um die Ecke. Sollte ist dabei das entscheidende Wort…

Eine Viertelstunde vor dem Beginn der Yoga-Stunde wurde ein dringendes Meeting anberaumt, mit Kolleg*innen in insgesamt sechs Ländern. Nix mit Yoga.

Immerhin kam kurz darauf eine Kollegin in Elternzeit mit ihrem Baby vorbei, mit der ich als einzige ausführlich quatschen konnte, weil die anderen aus dem alten Team ja alle beim Yoga kamen.

Abends stand ich dann halb ausgezogen in der Umkleidekabine der Schwimmhalle und stellte fest, dass ich nur die Hälfte meiner Badesachen eingesteckt hatte. Anders als bei dem Spa letztes Wochenende ist Nacktschwimmen bei den Berliner Bäderbetrieben eher ungern gesehen, weswegen ich unverrichteter Dinge wieder ging.

Sicherlich wäre Badesachen holen und zurückgehen eine Option gewesen, aber wenn das Universum mir mitteilt, dass ich heute lieber auf der Couch liegen, lesen und Wein trinken soll, wer bin ich, dem zu widersprechen?

Nächste Woche neuer Versuch!

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Nur kurz, ist spät:

  • Seit langem mal wieder Bento-Box essen gewesen
  • Durch präzise Auswahl unverpackter Kartoffeln einen Gesamteinkaufswert von 5,00 € erreicht. Die Kassiererin und ich haben uns beide sehr gefreut
  • Von Frau Novemberregens DOzember angesteckt viel sortiert, entrümpelt und sauber gemacht und einen neuen Besteckkasten bestellt – Bambus statt kaputter und fleckiger Plaste
  • Aufgrund voller Wäscheständer auf dem Trockenboden meine Wäsche auf den Heizungsrohren verteilt, mal gucken ob wer was sagt
  • Schön in der Badewanne gelegen und Sprechfunk gehört
  • Jetzt gleich von Miezekatzen bekuschelt einschlafen – einzige Solonacht diese Woche in 3… 2… 1…

Dienstag, 10. Dezember 2019

  • Heute zum ersten Mal ganz alleine ein Kind in die Kita gebracht. Das war gut und sinnvoll für alle Beteiligten und die Gruppendynamik und ich glaube das mache ich jetzt öfter…
  • Auf dem Weg zur Bahn zufällig Il Professore auf der Straße getroffen, das letzte Treffen war verabredet und ist etwa 6 Jahre her. Ein schöner Zufall, der hoffentlich dann doch mal wieder ein verabredetes Treffen nach sich ziehen könnte.
  • Den ganzen Tag an einem Spreadsheet gebastelt und immer, wenn ich kurz Luft hatte und überlegte, Pause zu machen, war Zeit für das nächste Meeting.
  • Statt Mittagspause also früher Feierabend und letzte E-Mails aus der Bahn.
  • Durch günstige Fügung komme ich Donnerstag doch noch spontan zu einer Yoga-Einheit in der Mittagspause. Zusammen mit dem geplanten Schwimmen wird das der sportlichste Tag seit langem.
  • Statt Mittagessen gab es dann zum ersten Abendbrot Bratnudeln mit Fleischwurst und Tomatensauce und zum zweiten Abendbrot Bulgursalat. Läuft bei mir.

1000 Fragen nach langer Pause

Im Moment reflektiere ich sehr viel. Vor allem über all das, was in diesem Jahr so passiert ist. In Gedanken versuche ich mich schon an meinem Jahresrückblickpost. Damit der nicht so ganz aus der Kalten kommt und weil ich heute morgen spontan Lust aufs Tagebuchbloggen hatte, steige ich mal ganz sanft wieder ein. Nicht am 1. Januar, sondern sofort. Mit der gleichen Motivation, mit der ich auch diese Woche zum Sport gehen werde und nicht erst nach dem 1. Januar: Klischees vermeiden und intrinsische Motivation ausnutzen.

Weil der Einstieg aber sanft werden soll, gibts erstmal nur drei Highlights des Tages:

  • Schönstes gemeinsames Aufwachen nach ausreichend Schlaf und ein sonniger Tag ganz ohne Montagsblues
  • Ich werd jetzt berühmt in diesem Internet – auch beruflich
  • Unweit vom Büro hat ein guter, authentischer und günstiger Bubble-Tea-Laden aufgemacht, der Jasmin-Tee mit Blaubeersirup und Litschi-Jelly ohne Eis und zusätzlichen Zucker ist sehr gut

Und damit ich mal weiterkomme mit den 1000 Fragen, hier die nächsten 10: Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

491. Kommt es dir so vor, als wäre das Gras des Nachbarn immer grüner?

Nein, eigentlich fast nie. Die Lebenserfahrung zeigt immer wieder, dass bei den anderen auch immer irgendwas ist. Vergisst man nur manchmal, dann hilft Reden.

492. Welchen gesunden Snack magst du am liebsten?

Obst jeder Art.

493. Wie fest ist dein Händedruck?

Nicht so fest, dass es wehtut, nicht so lasch, dass man das Gefühl hat, einen toten Fisch in der Hand zu halten. Zumindest ist das das Ziel und ich hoffe, das klappt auch so.

494. Schreibst du häufig etwas auf, damit du es dir besser merken kannst?

Beruflich ja, da ich von Meeting zu Meeting hetze und sonst nach dem zweiten schon wieder vergessen hätte, was im ersten besprochen wurde. Und ebenso alles, was zwischendurch an Aufgaben hereinflattert, damit nichts untergeht. Privat eigentlich nur To-Do-Listen wenn irgendwas besonderes ansteht oder Einkaufszettel, die meisten anderen Dinge merke ich mir auch so ziemlich gut.

495. Worauf hast du zuletzt mit Ja geantwortet?

Ob ich Zeit und Lust habe, heute zu dritt einkaufen zu gehen. Lebensmittel.

496. Welche Mahlzeit am Tag magst du am liebsten?

Das kommt ganz drauf an, wann es das Leckerste gibt und ich am meisten Zeit habe und wo ich die Mahlzeit zu mir nehme – ich bin da flexibel.

497. Schläfst du manchmal beim Fernsehen ein?

Ganz selten mal, außer wenn ich mir bewusst eine Serie zum Einschlafen anmache, dann natürlich idealerweise nicht nur manchmal, sondern immer.

498. Wie stark ist deine Sammelleidenschaft?

Nicht mehr so stark wie früher. Es gibt nur noch wenige Autor*innen oder Bands, deren Oeuvre ich gerne komplett und physisch besitze. Ansonsten bin ich gerade eher dabei, Dinge loszuwerden, als sie anzusammeln.

499. Hältst du dich immer an den Plan, den du gemacht hast?

Nein, auch wenn es mir manchmal sehr schwer fällt.

500. Welches Kunstwerk hat dich stark beeindruckt?

Das da. 🙂

Reisetagebuch 5. September 2019 – Baratti #loosinterrail #wmdedgt

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Ich erwache, nachdem ich unglaublicherweise mehr als acht Stunden durchgeschlafen habe. Es ist wirklich so still draußen, wie erhofft. Abends noch ein paar Grillen, morgens ein paar Vögel, ansonsten absolute Ruhe. Der erste Zug fährt erst durch, als ich schon wach bin. Ich lese mich gemütlich durchs Internet und stehe dann gegen acht auf, ziehe mich an und gehe hinunter ins Café, um zu frühstücken. Zum Cappucino gibt es heute gleich zwei Cornetti – eins alla crema und eins mit Aprikosenmarmelade. Ich kann mich nämlich erstens nicht entscheiden und zweitens plane ich einen langen Tag am Strand, da kann man ruhig bisschen auf Vorrat essen. Nebenan hole ich mir dann noch ganz ehrgeizig la Repubblica, zwei Pfirsiche für den Tag (ich sag ja, ein pfirsichlastiger Urlaub) und einen Liter Aprikosensaft. Und dann geht es los Richtung Strand.

Der Weg dorthin dauert zu Fuß eine halbe Stunde und führt vorbei an Feldern, Olivenhainen, Pinienwäldern, Zypressenalleen und Bambusstauden. Ich treffe die drei Katzen vom Vortag wieder – alle auf einem Haufen und ansonsten leider vielen Autos. Der Weg ist nämlich eine gewöhnliche Landstraße, die wenig Raum für Fußgänger*innen lässt. Ich werde ziemlich merkwürdig angestarrt, weil ich dort einfach so langlaufe. Besonders unangenehm ist ein Kreisverkehr, der wirklich nicht vorsieht, dass man ihn zu Fuß bewältigt und dann eine einspurige Straße, auf der sich natürlich in beiden Richtungen Autos bewegen. Interessanterweise habe ich das Gefühl, die Autos mit deutschen Kennzeichen sind weniger überrascht und rücksichtsvoller als die mit den italienischen, die oft ziemlich nah an mir vorbeibrausen, während die deutschen oft langsamer werden oder sogar proaktiv ausweichen.

Ich bin jedenfalls ganz froh, als ich gegen halb zehn am Strand ankomme, der dann auch noch ziemlich leer ist, und mir ein schönes schattiges Plätzchen unter Pinien aussuchen kann. Dann geht es natürlich gleich erstmal ins Wasser und auf einmal bin ich wieder acht Jahre alt. Damals, vor 28 Jahren, habe ich nämlich an genau diesem Strand endlich richtig schwimmen gelernt. Der Untergrund ist sandig, bis auf ein paar größere Felsen, die man aber gut sehen kann. Es geht ganz sanft hinein und es gibt mehrere Sandbänke, so dass mein heutiges 1,80 m großes Ich eigentlich sogar überall bequem stehen kann. Damals musste ich mich schwimmend von Sandbank zu Sandbank bewegen, was aber ziemlich gut ging, da das Wasser hier ja anders als in der mir damals bekannten Ostsee so salzig ist, dass es einfach trägt, wenn man sich reinlegt und stillhält. Wobei die Ostsee das ja auch tut, das konnte ich nur damals noch nicht glauben – oder ich konnte einfach nicht stillhalten. Hier jedenfalls habe ich damals gelernt, dass ich nicht untergehe, egal was passiert und das gab mir dann den Mut, loszulassen und echte Schwimmzüge zu machen.

Auch sonst hatte der Strand damals viele neue Erfahrungen zu bieten, etwa Sand, der der heiß ist, dass man nicht barfuß auf ihm gehen möchte – das ist heute dank sanfter Brise sogar möglich, anders als neulich in Genua. Oder dass es ein Pinienwäldchen direkt am Strand gibt, wo man im Schatten liegen oder seine Hängematte aufspannen kann. Oder die fliegenden Händler, die ständig vorbeikommen und ihre Waren anpreisen. Die sind heute auch wieder in rauen Mengen vorhanden und im Wesentlichen haben sich die Waren in den 28 Jahren kaum verändert: Tücher, Strandspiele, Schmuck. Der Eismann hat neuerdings auch Kokosnüsse dabei und es gibt auch eine Händlerin, ansonsten ist alles wie damals.

Nur kann ich inzwischen etwas besser Italienisch und interessiere mich für Politik. Deswegen versuche ich mich an der Zeitung. Auf den ersten Seiten geht es natürlich um die Regierungsbildung und das neue Kabinett, da komme ich noch einigermaßen mit. Für den Rest fehlt es mir dann aber an Ehrgeiz und Hintergrundwissen. Außerdem bratzt die Sonne inzwischen ganz schön und ich gehe ein zweites Mal ins Wasser. Dann lese ich weiter – im Reiseführer und in Goethes “Italienischer Reise” – und bekomme irgendwann Besuch von einer Eidechse, die schon fast auf meinem Handtuch steht, als ich sie bemerke. Bis ich das Handy fotobereit habe ist sie allerdings schon fast wieder weg.

Irgendwann döse ich ein und schlafe nochmal fast ein Stündchen – ich habe wirklich eine Menge Schlaf nachzuholen. Danach geht es ein drittes Mal ins Wasser (und später noch ein viertes Mal). Ich verzehre über den Tag verteilt meine beiden Pfirsiche und trinke den Aprikosensaft aus. Nebenbei plane ich ein wenig an den nächsten Tagen herum und buche mir eine kostenpflichtige Reservierung, damit ich morgen schon etwas früher aufbrechen kann. Das Dorf ist wirklich sehr klein und wenn ich ausgecheckt habe, gibt es nicht mehr viel zu tun. Außerdem ist Goethe gerade in Rom unterwegs und da will ich ja morgen auch hin.

Kurz nach um fünf verlasse ich dann den Strand, als die Sonne nämlich so weit herumgekommen ist, dass ich ihr nicht weiter ausweichen kann. Meine Beine haben unterhalb der Knie schon Sonnenbrand. Also packe ich meine sieben Sachen und laufe den gleichen Weg wie heute morgen zurück zur Unterkunft. Duschen, Haare waschen, Handtuch, Pareo und Bikini zum Trocknen aufhängen… Und dann liege ich noch auf dem Bett herum und lese weiter, bis meine Haare wieder trocken sind.

Gegen sieben gehe ich runter zur Pizzeria und bestelle mir eine Pizza “Super Ago” mit Tomaten, Mozzarella, Kochschinken, frischem Gemüse (Paprika, Zucchini und Auberginen) und Oliven. Dazu gibt es eine Zitronenlimo. Authentisch wäre Bier gewesen, aber nach all der Sonne habe ich keine Lust auf Alkohol und immerhin gibt es eine Limonadensorte, die nicht zu Coca Cola gehört.

Die Pizza macht mich schon wieder sehr müde und gegen acht wird es nach Sonnenuntergang dann auch schon recht fröstelig draußen, so in T-Shirt und Rock. Ich mache mich auf den Heimweg und denke: Gut, dann fahre ich halt morgen weiter in den Süden. Ich mache mich direkt bettfertig und lege mich hin, verbringe dann aber noch zwei Stunden mit Lesen und Schreiben, bevor gegen zehn dann das Licht ausgeht.

 

Reisetagebuch 1. September 2019 – Von Berlin nach Genua #loosinterrail

Der Wecker klingelt morgens um 4 und reißt mich unverhofft aus meinen Träumen – dabei war ich doch zwischendurch schon dreimal wach, seit ich gegen 21 Uhr ins Bett gegangen bin. Sei’s drum, jetzt wird es ernst! Ich kuschele kurz mit Nimbin, der wie immer morgens neben mir liegt und sammle meine Gedanken. Dann stehe ich auf, mache mich fertig, verstaue letzte Utensilien im Rucksack und schmiere mir eine Stulle für den Weg. Dann noch Katzen füttern, Blumen gießen, Noosa verabschieden und schon geht es los – vollbepackt mit großem Reiserucksack auf dem Rücken, kleinem Tagesrucksack vor der Brust und schwerem Proviantbeutel – 3 l Getränk plus 0,5 l Grießbrei mit Rosinen, Käsestulle, Gurken, Tomaten, Studentenfutter – in der Hand. Der Sommer ist so langsam vorbei, es ist noch stockdunkel in Berlin. Allerdings bin ich nicht alleine auf den Straßen, denn in Berliner Zeitrechnung ist es natürlich noch Samstagnacht und nicht etwa Sonntagmorgen. Am S-Bahnhof und in der Ringbahn begegne ich Partymenschen auf dem Weg zur nächsten Location oder nach Hause ins Bett, während mein großes Abenteuer gerade beginnt.

Am Gesundbrunnen steige ich mit wenigen anderen Leuten in einen leeren ICE ein und suche mir ein gemütliches, nicht reserviertes Plätzchen. Eigentlich wollte ich ja noch eine Weile schlafen, aber der Zug hält erstmal noch am Hauptbahnhof und in Südkreuz, wo jeweils viele Menschen zusteigen und dann ist in der Dreiviertelstunde bis Wittenberg auch noch Fahrscheinkontrolle. Also wird es erst einmal nichts mit dem Schlafen. Stattdessen lese ich (Stefan Zweig – „Schachnovelle“) und denke an das Fräulein, dem ich vom Wittenberger Bahnhof aus hinüber zum Friedhof zuwinke. In Gedanken nehme ich es mit auf die Reise, denn bei unserem letzten Treffen im März hatten wir noch darüber gesprochen, ob wir nicht ein paar Stationen davon gemeinsam befahren wollen…

Ungefähr bei Leipzig hole ich dann mein Essen heraus, nach drei Stunden Wachsein kann man ruhig mal frühstücken. Erstaunlicherweise ist mir eher nach dem herzhaften Teil des Proviants, gibts den Grießbrei eben später. In den nächsten Wochen werde ich ja sowieso vorwiegend süß frühstücken. Kurz nach dem Essen ist die Novelle ausgelesen, stattdessen schnappe ich mir den Reiseführer und lese mich ein wenig zu Genua und Ligurien ein und überlege, wie es danach weitergehen soll auf meinem Interrail-Trip durch Italien. Als ich genug vom Lesen habe, schaue ich nach draußen und befinde mich ganz offensichtlich im „grünen Herzen Deutschlands“. Ein kurzer Blick auf die Karte verrät mir, dass wir Thüringen dabei sogar schon verlassen haben und uns bereits in Hessen befinden. Wie erwartet, überkommen mich dabei ein paar traurige Gedanken an jemand anderen, der mich eigentlich auf zumindest einen Teil dieser Reise begleiten wollte, bis dann doch alles anders kam. Bevor ich zu sehr ins Grübeln verfalle, schnappe ich mir meinen Laptop und schreibe diesen ersten Teil des Reisetagebuchs – nicht ohne dabei auch ein bisschen Licht und Liebe nach Wo-auch-immer-Du-gerade-bist zu senden.* Vielleicht liest Du ja hier noch ab und zu mit, das wäre schön!

In Frankfurt wird es ein bisschen spannend: Wir fahren mit fünf Minuten Verspätung los, die sich bis Mannheim noch auf acht Minuten ausdehnen. Dabei habe ich doch in Mannheim planmäßig nur neun Minuten Umsteigezeit! Die Schaffnerin meint, das würde wahrscheinlich klappen, da der Zug nach Basel direkt vom Nachbargleis fahre und auch „der halbe Zug“ den nehmen möchte. Na gut. Kurz vor Mannheim dann Alarm: Auf dem Display im Zug steht, der Anschlusszug warte nicht. Ich wundere mich nicht, fährt er doch in die Schweiz und wir wissen ja alle, wie wenig die Schweizer*innen Verspätungen schätzen. Das Gute: Der nächste Zug nach Basel fährt nur zehn Minuten später und mit dem erreiche ich immer noch meinen Anschlusszug, auch wenn sich dafür dann die Umsteigezeit in Basel auf sportliche acht Minuten reduziert. Doch es kommt alles anders – der Anschlusszug steht noch da, als wir in Mannheim einfahren und da sofort alle rüber sprinten, kann man wohl nicht anders, als sie an Bord zu nehmen. Am Ende fährt der Zug mit knapp zehn Minuten in Mannheim los, holt diese aber bis Basel fast vollständig auf.

Auf dem Weg fahren wir übrigens durch Offenburg, wo ich in Gedanken an eine tolle Hochzeit schwelge und den beiden Bräuten, die inzwischen ja auch in Berlin leben, Grüße sende. In Basel begrüßt mich dann zunächst eine SMS, dass ich für jeden Tag, an dem ich mein Telefon nutze, automatisch 5,99 € Roaming-Gebühren zahle. Ach richtig, da war ja was. Hallo Schweiz, hallo Nicht-EU-Ausland! Ich bleibe nur vier Stunden, aber da ich ansonsten heute recht sparsam lebe, zahle ich die Gebühren gerne und bleibe weiterhin mit den lieben Menschen nah und fern verbunden. Auch hier steht mein Anschlusszug bereits wieder auf dem Nachbargleis, dabei hätte ich diesmal eine Viertelstunde Umsteigezeit gehabt. Ich dachte ja, dass das alles ganz schön knapp ist, aber scheinbar ist die App, die zum Interrail-Ticket gehört ganz schön clever und stellt mir keine Verbindungen zusammen, die man nicht schaffen kann. Im nächsten Abschnitt geht es im gemütlichen Vierersitz, den ich ganz für mich allein habe (sehr angenehm, nachdem ich mir im letzten Zug das Abteil mit drei Erfurter Wandervögeln teilte), mit Panoramablick einmal quer durch die Schweiz – bis nach Lugano. Schnell stelle ich fest, dass schräg gegenüber dafür jetzt vier Aachener Wanderfreundinnen sitzen, die sich in schönem Dialekt über Diät-Tipps austauschen. Ich löffele stumm meinen halben Liter Grießbrei mit Rosinen und schaue aus dem Fenster in die Schweizer Landschaft.

Die wird irgendwann nach Luzern dann richtig alpin. Schroffe Felswände, wolkenverhangene Gipfel, riesige Gletscherseen. Irgendwo am Vierwaldstädtersee (kurzer Gedanke ans Exil der Familie Mann und mit den Manns auch wieder ans Fräulein – ach…) ist mein 2-l-Tetrapak Eistee alle, es ist gerade einmal kurz nach 15 Uhr und ich habe bereits 2/3 meines Getränkevorrats geleert. Zusätzlich zu dem halben Liter Wasser, den ich morgens nach dem Aufstehen getrunken habe. Ein wichtiges Learning für die Rückfahrt, bei der ich allerdings ingesamt 27 Stunden unterwegs sein werde – keine Ahnung, wie ich das dann löse, aber darüber kann sich Zukunftsloosy Gedanken machen. Gegenwartsloosy hat noch einen Liter Wasser in ihrer Trinkflasche und teilt sich den jetzt am besten gut ein, dann muss sie auch nicht so oft auf Zugtoiletten. Mit der Alpiniizität kommen neben schönen Bergen und Seen leider auch viele Tunnel, so dass das Hinausschauen zwischendurch immer wieder wenig ergiebig wird. Gelegenheit, hier weiter zu schreiben und außerdem auch weiter zu lesen. Ich bleibe erstmal bei Stefan Zweig, jetzt sind die „Sternstunden der Menschheit“ dran. Merke: Wer alleine reist, kann viel lesen. Und wer wenig schleppen will, der kann sich für den E-Reader diverse Klassiker der Weltliteratur für umsonst oder einen schmalen Taler besorgen.

Nach einem besonders langen Tunnel, der fast für eine komplette Sternstunde reicht, sind alle Beschriftungen vor dem Zugfenster auf einmal auf Italienisch – wir haben das Tessin erreicht! Ab jetzt fühlt sich diese Reise wirklich nach Urlaub an. Nur noch einmal umsteigen vor Italien, und zwar in Lugano. Auch jetzt sind es wieder nur neun Minuten Zeit, aber diesmal mache ich mir keine Sorgen, denn noch sind wir in der Schweiz und bei der SBB CFF FFS gibt es keine Verspätungen! In Lugano war ich übrigens schonmal – irgendwann in den 90ern auf der Durchreise nach Frankreich, meine ich, wirklich erinnern kann ich mich nicht mehr – nur an einen großen See, das kann aber auch der Lago Maggiore gewesen sein, denn übernachtet haben wir damals in Locarno. Lugano ist auf jeden Fall bereits südlich der Alpen, das merke ich beim Aussteigen sofort – die Sonne hat eine ganz andere Kraft, die Luft fühlt sich anders an und der Himmel ist irgendwie viel blauer. Zeit, die Sonnenbrille rauszuholen! Nach den angepeilten neun Minuten geht es gemütlich mit dem Bummelzug (17 Stationen in 75 Minuten) über die Grenze und nach Mailand.

Genau am Grenzbahnhof in Chiasso höre ich das erste charakteristische „Allora…“ von einer Mitreisenden und merke, wie ich mich instantan entspanne. Italien, da bin ich wieder! Für einen Moment fallen alle Lasten der letzten Wochen von mir ab und ich fühle mich ausgeglichen und angekommen. Gleich fange ich an, meine nächsten Mahlzeiten zu planen und der Gedanke, dass ich in den nächsten drei Wochen täglich nur drei Dinge klären muss (Wo schlafe ich? Was esse ich? Wann sehe ich das Meer?), malt mir ein dickes Grinsen ins Gesicht. Ich fange an, um mit Eat Pray Love (siehe *) zu sprechen, mit meiner Leber zu lächeln und das scheinen mir beste Voraussetzungen für diesen Urlaub zu sein.

Eigentlich wollte ich ja in Mailand die 35 Minuten Aufenthalt nutzen, um gemütlich einen Aperitivo zu trinken und die Wahlprognosen aus Sachsen und Brandenburg zu verarbeiten. Allerdings bin ich ja jetzt in Italien und damit sind die Züge wieder nicht so pünktlich. Außerdem muss ich bis zum allerletzten Gleis laufen, um meinen kleinen regionalen Bummelzug zu finden und dann wird es mir doch zu hektisch. Ich sitze also im Zug, als ich die Wahlprognosen lese, ohne Alkohol. Im ersten Moment freue ich mich, dass die AfD in keinem der beiden Länder stärkste Kraft geworden ist. Im zweiten wird mir klar, wie viele Menschen sie gewählt haben und was das für die Landtage, die Parteienfinanzierung und das allgemeine Lebensgefühl in Sachsen und Brandenburg bedeutet. Heidewitzka. Kleiner Lichtblick: Die wahrscheinlichste Koalition bedeutet in beiden Ländern, dass die Grünen demnächst mitregieren. In noch zwei Ländern. Im Osten. Und Brandenburg wird das nächste R2G-Land. Perspektivisch eigentlich eine ganz schöne Aussicht… Wenn dann bei der nächsten Wahl die Protestwählenden wieder umschwenken (sollten), dann sind die AfD-Ergebnisse bestimmt immer noch viel zu hoch, aber vielleicht dreht sich der Trend dann trotzdem deutlich. Immer optimistisch bleiben!

Apropos optimistisch, bei der Ausfahrt aus Mailand habe ich keine Sorge mehr, heute Abend nicht mehr ausreichend Essen in mich hineinschaufeln zu können. Reisen macht hungrig. Oder in Italien sein. Jetzt muss ich nur noch ein nettes Lokal in Hostelnähe finden, das am Sonntagabend geöffnet hat. In Genua angekommen ist es bereits dunkel. Google Maps bringt mich zuverlässig zu meinem Hostel, das abseits der Via di Prè liegt, einer langen, sich windenden Gasse, in der auch am Sonntagabend das Leben tobt. Ein kleines Lädchen liegt hier neben dem anderen, dazwischen Imbisse, Restaurants und Cafés. Vor allem Schwarze Menschen in traditionellen afrikanischen Gewändern prägen das Straßenbild und scheinen dabei perfekt italienisiert: Stehen vor den Geschäften und unterhalten sich mit Passant*innen und Nachbarinnen, während ihre Kinder noch im Dunkeln draußen auf der Gasse spielen. Mal gucken, ob der Rest von Genua auch so multikulturell ist! Unterwegs werde ich von einer weiteren Backpackerin angesprochen, die ebenfalls mein Hostel sucht, aber kein Datenpaket für ihr Handy hat. Da kann ich helfen – danke EU! Im Hostel geht dann alles italienisch langsam, der Typ an der Rezension hat alle Zeit der Welt, als er mich eincheckt, nebenbei telefoniert, meinen Personalausweis abschreibt, Bezahlung, Kurtaxe und Schlüsselpfand verlangt, Bettwäsche heraussucht, meinen Schlüssel heraussucht, die Hostel-Regeln erklärt und mir dann mein Zimmer zeigt. Währenddessen drückt der Rucksack immer mehr auf meine Schultern und mein Magen hängt in den Kniekehlen.

Mein Zimmer ist dann überraschend nett, ich habe ein Doppelbett mit fester Matratze und eine Klimaanlage mit akustisch angenehmem Schlafmodus. Das Bad ist gleich um die Ecke und ich teile es mir nur mit den Bewohner*innen des 4er-Zimmers nebenan. Kann man machen! Nach kurzem Frischmachen laufe ich dann mit leichtem Gepäck hinaus in die Genueser Nacht – es wird Zeit für das Einstandsdinner! Bereits im Vorfeld habe ich mir eine gut bewertete Trattoria mit ligurischer Küche in der Nähe ausgesucht. Interessant und auch schon woanders in Italien so gesehen: Von der Straße aus blickt man erst einmal in einen sehr kleinen, familiären Gastraum, in dem gefühlt nur die Familie der Betreiber*innen sitzt und freut sich, dass man so ein authentisches Lokal gefunden hat. Kommt man aber dann hinein, wird man durch einen Bogen in den weitaus größeren Gastraum geleitet, an dem dann deutlich mehr Menschen sitzen und es gastronomisch professionell zugeht. War aber trotzdem immer noch sehr nett da und neben Tourist*innen waren auch viele Italiener*innen am Start.

Ich beginne meinen „Eatalien“-Urlaub mit Antipasti vom Meer und einem Viertel vom weißen Hauswein, die beide gleich beim ersten Mundkontakt überzeugten. Im Ernst, wie kann etwas ganz einfaches gleich so viel besser schmecken als zuhause? Nun gut, das Meeresgetier ist sicher fangfrisch, die Tomaten italiensonnengereift und das Olivenöl von guter Qualität. Beim Wein spielt vielleicht auch das Urlaubsgefühl eine Rolle. Das muss ich in den nächsten Tagen mal beobachten. Als Hauptgang gönne ich mir dann noch die Trofie al pesto genovese, denn wenn ich schon in Genua bin, muss ich auch echtes Pesto essen! Und wow, ja, jetzt weiß ich, wie das eigentlich gedacht ist! Herrlich aromatischer Basilikum-Geschmack, eine sehr sämige Konsistenz, die aus der Verbindung mit viel stärkehaltigem Pastakochwasser kommen muss und interessanterweise gab es darin noch ein paar grüne Bohnen und Kartoffelstücke, die traditionell wohl eher nicht hineingehören, aber sehr köstlich waren und das Ganze noch aufwerteten.

Ich spare mir Nachtisch, Espresso und Digestif und gehe schnellen Schrittes und ganz ohne digitale Navigationshilfe zurück ins Hostel und direkt ins Bett. Nach 20 Stunden Wachsein schlafe ich recht unproblematisch zum weißen Rauschen der Klimaanlage ein.

 

*Gestern ganz klischeemäßig noch „Ich bin dann mal weg“ und „Eat Play Love“ auf Netflix gesehen. In letzterem gelernt: Es ist OK, jemanden zu vermissen. Dann einfach Licht und Liebe dorthin senden und weitermachen.

Hallo?

Ist hier noch wer? Ich war so lange nicht mehr auf meinem Blog, dass ich nicht einmal bemerkt habe, wie sich vor mehreren Wochen ein alter angefangener Entwurf als veröffentlichter Beitrag hier hereingeschlichen hat – wohl ein Synchronisationsproblem zwischen App und Web… Auch sonst werde ich gerade immer wieder gefragt, ob es mir gut geht und warum ich so still bin. Stimmt auch irgendwie, ich bin grad ganz schön still, aber vielleicht kann ich das ja jetzt auch mal wieder ändern, dachte ich mir.

Gründe fürs Stillsein gibt es eine ganze Menge. Zum Beispiel bin ich mit vielen Dingen beschäftigt, die sich nicht als Inhalt für ein öffentliches Blog unter Klarnamen eignen. Und da ich seit August einen neuen Job habe und jetzt hauptberuflich den ganzen Tag kommuniziere, sind meine Kommunikationsakkus abends dann auch so ausgebrannt, dass mir Energie, Inspiration und Muße fehlen, um die blogbaren Momente des Alltags in schöne Worte zu kleiden. Zudem haben mich die Ereignisse um den Tod einer Freundin, die in den Medien weite Kreise zogen, auch ein wenig verstummen lassen. Ich war ein wenig abgeschreckt, ein wenig verunsichert über Sinn und Unsinn der Bloggerei… Und mir fehlt jetzt auch einfach eine der Säulen, die stets für neue Inspiration sorgten.

Ich hoffe, dass ich trotz des neuen Jobs jetzt aber wieder öfter dazu komme, etwas hier hinein zu schreiben – vielleicht nicht jeden Tag, wie Anfang des Jahres großspurig angefangen und auch sehr lange Zeit komplett durchgezogen, aber doch möglichst ein wenig häufiger als zuletzt.

Was mir dabei durchaus helfen könnte, ist der Urlaub, den ich heute in zwei Wochen antreten werde. Dann geht es mit dem Interrail-Ticket drei Wochen lang auf große Fahrt und es gibt wahrscheinlich auch vieles zu berichten und erzählen. Einen genau fixierten Plan habe ich noch nicht im Kopf, anders als bisher will ich versuchen, mich ein wenig mehr treiben zu lassen. Daher verrate ich hier erstmal nur die erste Station, die einzige auch, für die ich tatsächlich schon eine Unterkunft gebucht habe: Die ersten beiden Septembernächte werde ich in Genua verbringen.

Ich bin sehr gespannt, was es mit mir macht, drei Wochen lang auf eigene Faust und ganz alleine unterwegs zu sein. Meine letzten Alleinreisen beschränkten sich immer auf wenige Tage und meist besuchte ich dabei Leute. Das längste waren mal zehn Tage, vor sieben Jahren in Spanien. Diese Reise endete allerdings damit, dass ich effektiv nur zwei oder drei Tage wirklich alleine war, weil ich jeweils zwei bis drei Tage mit Freundinnen verbrachte und in der Zeit, die dazwischen lag, auch noch neue Freund*innen kennenlernte und dann halt viel mit denen herumhing. Möglicherweise passiert mir das ja diesmal auch so, man wird sehen.

Wenn nicht, freue ich mich tatsächlich darauf, Zeit mit mir alleine zu verbringen und dabei nicht auf der Couch zu hängen oder in Berlin herumzulaufen, sondern tatsächlich unterwegs zu sein. Es gibt eine Menge zu sortieren in meinem Kopf und ich stelle mir das als eine gute Gelegenheit vor…