11.08.2026 – Hallo, Büro!

Heute geht es zum ersten Mal seit sechs Wochen (drei Wochen Urlaubs-, drei Wochen Wasserschadensbedingt) wieder ins Büro. Der Wecker klingelt also früh, der morgendliche Reboot verläuft zügig und kurz nach 8 bin ich schon draußen auf dem Weg zur Bahn und telefoniere im Laufen mit dem Liebsten. Zwei S-Bahnen nach Friedrichshain, dann rüberlaufen nach Kreuzberg. Strahlender Sonnenschein auf den beiden Kaulitz-Enten, die neuerdings auf der Spree liegen – ich sehe sie heute das erste Mal live.

Das Körpergedächtnis findet den Weg noch, der Schlüssel passt noch, alles gut. Mein angestammter Arbeitsplatz hingegen war direkt vom Wasserschaden betroffen, ich suche mir für heute einen anderen – zum Glück hatte ich dort keine persönlichen Gegenstände liegen… Die Kaffeemaschine war nicht betroffen und der Kühlschrank auch nicht – erstes Frühstück nach der Weg-Mate also Cappuccino und Müsli mit Heidelbeeren.

Das Büro ist trotzdem ziemlich leer, es ist immer noch Urlaubszeit. Ein paar Leute kommen dann aber doch zum Bürofrühstück zusammen und tauschen sich aus. Beherrschendes Thema heute: Wirklich jedes Urlaubsziel war in einer Gegend mit Waldbränden in der Nähe. Das neue Normal…

Normale Arbeit, ein wöchentlicher Call und dann gehe ich mit einer Kollegin leckere Mantı essen. Es ist zwar heute nicht heiß, aber das Draußensitzen wird uns von Wespen vergällt – drinnen am offenen Fenster geht es dann aber einigermaßen.

Der Nachmittag ist dann weiter unspektakulär. Nach Feierabend nehme ich den gleichen Weg zurück. Zuhause erstmal kurz Couchen und Liebstentelefonat inkl. Pläneschmieden. Dann raffe ich mich nochmal auf und koche mir aus den Resten Zucchini, Zwiebeln und Passata eine „Tomatensuppe“, damit ich Reibekäse reinwerfen kann. Schmeckt sehr gut.

Dazu und danach ein paar Folgen Anne with an E, das immer weiter vom literarischen Kanon abweicht, auch wenn zwischendurch immer mal ein paar Originalszenen eingeflochten sind. Krasser Mindfuck z. B., als Gilbert in der Karibik ein Baby in Beckenlage entbindet (weil er das bei Kühen schon gemacht hat) und später wieder in Avonlea zur Schule geht und in der Theateraufführung mitspielt, während Anne zwar übers Küssen fantasiert, aber ansonsten weiter ihre verpasste Kindheit nachholt.

10.08.2026 – Langsamer Montag

Im Vergleich zum eben vergangenen Wochenende habe ich heute erstaunlich wenig fest verplante Zeitblöcke. Der Tag fängt auch ähnlich an, der Wecker klingelt zur gleichen Zeit. Morgendlicher Reboot, dann mache ich es mir wieder mit Frühstück (Skyr, Granola, Heidelbeeren, Cappuccino) und Laptop auf dem Balkon gemütlich – diesmal mit dem Arbeitslaptop.

Wenig später knallt die Sonne und ich wende das Wissen von gestern an und mache mir eine Balkonecke auf dem Fußboden gemütlich für das einzige Meeting des Tages (mit verschwommenen Hintergrund, wobei ich das auch transparent zeigen könnte in der Konstellation, so fällt es aber erst gar nicht auf).

Irgendwann ist Mittagszeit und ich mache mit Pellkartoffeln mit Butter und Romasalat, immer wieder erstaunlich lecker, und dazu Pflaumen, Mirabellen und Ginger Beer mit Mangosaft. Nach dem Essen mache ich noch eben meine Hausaufgaben für den Kurs, bevor es zurück an die Arbeit geht.

Auf den Kopfhörern viel Livemusik der Kelly Family, denn heute vor 30 (!) Jahren war ich auf meinem ersten großen Konzert von ihnen, auf der Festwiese in Leipzig – davor gabs nur ein paar Straßenkonzerte, bei denen ich aber nicht in meiner Eigenschaft als Fan war. Jetzt aber schon, so richtig mit Basecap, T-Shirt und Gedränge, Fotos von der Leinwand und ab und an einen erhaschten Blick auf winzig kleine Kellys sehr weit entfernt. Meine Eltern haben es tapfer ertragen und mich glaube ich ab dem nächsten Konzert nur noch abgesetzt und abgeholt…

Zum Feierabend habe ich dann noch ein Kleingruppentreffen aus dem Kurs, für zwei Stunden angesetzt, aber wir schaffen das Pensum in gut einer, sehr schön. So kann ich den knurrenden Magen dann auch bald besänftigen. Es gibt Schnittchenteller und noch ein paar Folgen Anne with an E, der Liebste ist da nämlich gestern in ein Rabbit Hole gefallen und ich muss aufholen.

Am späteren Abend dann Badewanne und Bett, bevor es morgen zum ersten Mal seit langer, langer Zeit wieder ins Büro geht. Bin schon ganz aufgeregt…

09.08.2026 – Sommersonntag, Berlin

Der Wecker klingelt wieder, denn nachher ist wieder Kurs angesagt. Dass es diesmal eine Viertelstunde später losgehen soll, entspannt mich tatsächlich und ich gehe gelassen durch den morgendlichen Reboot. Obwohl es richtig heiß werden soll, richte ich mich auf dem Balkon ein. Ganz früh am Morgen geht es noch, später ziehe ich mir etwas über die nackten Arme, gegen die Sonne, noch später räume ich um, sitze teilweise auf dem Boden und dann dann nochmal später wieder an ganz anderer Stelle. Heute sehr dankbar dafür, dass der Balkon nicht „richtig“ eingerichtet ist, sondern eher modular und dass ich das alles je nach Bedarf ständig neu sortieren kann.

Zum Frühstück gibt es Skyr mit Steinobst, lauter prunus-Varianten: weiße Nektarine, Aprikose, Zwetschge und Mirabelle. Als mir das auffällt, lasse ich schmunzelnd die ebenfalls vorhandenen Heidelbeeren weg und tue statt Granola noch Mandeln dazu. Gattungsreines Frühstück! Dazu gibt es Iced Erbsenlatte mit ordentlich viel Espresso.

Zum Warmwerden gibt es heute im Kurs die Frage nach der geographischen Herkunft und ich muss kurz mal betonen, dass ich sehr wohl eine Ostsozialisation habe, auch wenn in den ersten Wochen meiner ersten Klasse die Wiedervereinigung stattgefunden hat. Im nächsten Programmpunkt dann „automatisiertes Schreiben“, also das, was ich damals im „Language of Food“-Workshop als Morning Pages kennengelernt und danach eine Zeitlang regelmäßig gemacht habe. Brauche daher nur ganz kurz, um wieder reinzukommen und hätte schon Lust, das wieder irgendwie in meinen Alltag einzubauen. Mein morgendlicher Reboot enthält aber schon so viel und ein nicht unwesentlicher Teil davon ist Schreiben… Vielleicht mache ich das eher sporadisch, irgendwann später am Tag?

Auch ansonsten wird heute viel geschrieben und geredet und einen Theorieteil gibt’s auch wieder. Dazwischen rotiere ich um den Balkon herum und esse zum Mittag Tomate-Mozzarella und Kapernäpfel mit Walnussbrot, dazu die morgens verschmähten Heidelbeeren, zerstoßen, mit Zitrone und Wasser.

Am Ende machen wir noch jede Menge Termine in Kleingruppen für die nächsten Wochen aus, bevor es im September dann wieder mit allen zusammen weitergehen wird. Gegen 17 Uhr sind wir fertig und mich zieht es wieder nach draußen, der Kopf hat zu tun und ich will auch noch was erleben, bevor das Wochenende rum ist.

Ich nutze die Gelegenheit und fahre eine Runde Wohnungen sitten, lüften, Pflanzen gießen, nach Post gucken. In Mitte gibt’s zur Belohnung Eis, in Friedrichshain nehme ich noch Kühlschrankinhalte mit.

Pberg stabil

Gegen 20 Uhr bin ich wieder zuhause und koche mit Podcast auf den Ohren Abendbrot. Es gibt gebackene Süßkartoffel (aus der Mikrowelle statt dem Speisefön, das geht schneller) mit Reibekäse und dazu Kräuterskyr (mit frischem Basilikum, Minze und Zitronenmelisse vom Balkon) und roter Zwiebel, dazu Ginger Beer mit Limette.

Für den Wellness-Aspekt mache ich hinterher noch ein Fußbad – interessante Sitzhaltungen auf dem Balkonboden und lange Flip-Flop-Wege in der Stadt machen ein wenig Fußweh – und dann geht es zwischen 22 und 23 Uhr ins Bett, Wochenende isch over.

08.08.2026 – Mitten rein

Es ist Sonnabend und der Wecker klingelt trotzdem halb 8. Ich liege zwischen Noosa und dem Liebsten und schäle mich dann aus der Decke und koche Kaffee. Kaum hat der Liebste seinen Kaffee neben sich stehen, schläft er wieder ein. Ich bringe einen Teil des morgendlichen Reboots hinter mich und stehe dann nach einer guten Stunde auf, ziehe mich an, mache mir Frühstück und setze mich an den Schreibtisch.

Pünktlich um 9 beginnt die erste eines Kurses, der mich die nächsten Wochen begleiten wird. Erstmal geht es um Organisatorisches und erste Kennenlerndinge. In der ersten Pause dann verabschiedet sich der Liebste tagfein nach Hause und ich beende den morgendlichen Reboot. Außerdem ziehe ich auf den Balkon um, um es gemütlicher zu haben. Der zweite Teil hat nämlich viel Theorie, die ich zu einem guten Teil schon kenne. Dazu gibt es Mate um dringend noch wacher zu werden. In der Mittagspause dann mache ich mir einen Zucchinisalat mit Zitrone, Basilikum und Parmesan, dazu Walnussbrot und ein Mango-Zitronen-Tonic-Wasser-Mix.

Der Nachmittag beginnt mit einer intensiven Gedankenreise auf meinem Bett, nach der ich mich erstmal sammeln muss. Es braucht außerdem Tee, Schokolade und eine Jacke zum Überziehen. Während der Auswertung akklimatisiere ich mich wieder.

Danach dann Freiarbeit, zu der ich mich mit Musik auf den Boden im Wohnzimmer setze und aus den verschiedenen Anregungen frei meine eigenen Regeln erstelle und auf einem riesigen Blatt Papier umsetze, das mir neulich (zusammen mit anderen Unterlagen) geliefert wurde. Die Auswertung hinterher mache ich von der Couch aus – die anderen Kursteilnehmer*innen waren jetzt virtuell fast in meiner gesamten Wohnung, mal gucken, ob ich sie morgen noch in Küche, Bad und Flur mitnehme…

Gegen 17 Uhr ist für heute Feierabend. Ich weiß noch nicht, wo ich mit meinen Gedanken jetzt hinsoll und entscheide mich erstmal fürs Rausgehen. Kleiner Spaziergang im Sonnenschein und Einkauf von Sommerobst, Chips und ein paar Basics. Dabei treffe ich auf die Mitbewohnerin, die mit einem großen Strauß Blumen von der Arbeit kommt und nachher weiter zu einem Geburtstag will.

Wieder zuhause telefoniere ich mit dem Liebsten und koche mir zum Abendbrot Nudeln mit Basilikum-Kapern-Mandel-Pesto (Inspiration von TikTok) und Tomaten, dazu gibt es den Rest Federweißer. Ich schaue mir Böhmi brutzelt mit Maite Kelly an und amüsiere mich gut.

Zum Lesen ist mein Kopf zu voll nach dem Tag, also schaue ich mir nochmal die ersten drei Folgen Anne with an E an (wirklich spannend, nach dem klassischen Hörspiel neulich eine Version der Geschichte zu sehen, die sich realistisch mit den Aspekten der Geschichte von Kindesmissbrauch, Adoption, zu frühem Erwachsenwerden usw. befasst – und die schöne Landschaft natürlich).

Dann gehe ich kurz nach 22 Uhr ins Bett, in der Hoffnung, morgen etwas erholter in den Kurstag zu gehen. Aufregende Träume folgen.

07.08.2026 – Liebstenoffice und Kino

Der Wecker klingelt halb 8 und weckt mich aus dem Tiefschlaf. Keine Kratzekatze im Bett, dafür den Liebsten und gleich eine Tasse Kaffee. Ich bitte um Wiederholung (und Katzenschutz) heute Abend bei mir und bekomme einen positiven Bescheid.

Dann bald der Arbeitstag. Da ich keine Meetings habe, hole ich mir einfach den Laptop ans Bett, werkele vor mich hin und höre dem Liebsten bei seinen, wenigen, zu. Unterbrechungen gibt es durch Morgenmüsli, Mittagsstulle und Mittagsschlaf. Allen Schlaf mitnehmen, der möglich ist!

Zum Feierabend machen wir uns tagfein und fahren mit zwei S-Bahnen nach Mitte. Es gibt ein frühes Abendessen mit Poutine am Alex. Immer wieder spannende Gasterfahrung dort, heute neben dem witzigen Bestellsystem auch noch automatische Bestellung und dann Kryptoklo mit Türcode und Escape-Room-artigem Rätsel, wie man den denn eingibt.

Das Essen weckt die Lebensgeister und so sind wir guter Dinge, als wir quer über den Platz marschieren und uns mit Getränken in den gemütlichen Kinosesseln platzieren. Mein Slushie hat auch etwas sehr futuristisches.

Wir gucken The Odyssey, nachdem Frau Heming so darüber geschwärmt hatte. Nicht im IMAX und mit auffallend dreckiger Leinwand, aber immerhin in sprachlicher Originalfassung. Ich langweile mich fast drei Stunden nicht, aber es gibt immer wieder Stellen, an denen man hätte straffen können. Viel Schönes dabei, handwerklich gut gemacht, einige sehr schöne Bilder. Ich kenne die Geschichte nicht gut genug, merke ich, erkenne aber vieles wieder, teilweise durch den Rückbezug auf andere Varianten des Stoffes, teilweise aus Nacherzählungen für Kinder oder Hörspielen. Naja und an Scilla bin ich ja nun selbst schon mal auf der Fähre vorbeigefahren, da hat sie sich aber niemanden geschnappt.

Als der Film vorbei ist, verlassen viele Zuschauer*innen den Saal noch im Dunkeln fluchtartig. Wir bleiben sitzen und reden über den Film, auch wenn wir nicht ganz bis zum Ende der Credits bleiben. Erstes Fazit des Liebsten, nachdem er vorsichtig meine Meinung erfragt hat: „Eine langweilige Version von O Brother, Where Art Thou?“ Unser Intellektuellenhumor wieder. Mein Fazit war: „Nicht so gut wie die rave reviews, aber besser als die Verrisse.“ Gutes Popcorn-Kino auf jeden Fall, wenn wir nicht vorher Poutine gegessen und keinen Platz mehr im Magen gehabt hätten.

Auf dem Heimweg und den Abend über reden wir noch viel über den Film, den Stoff, die Hintergründe, den Cast usw. Gegen 10 landen wir dann mit Noosa, meinem Sirenen-Ohrwurm aus dem witzigeren Film und je einem Manhattan auf dem Balkon.

06.08.2026 – Blast from the Past

Jetzt ist Noosa fast drei Monate schon ein Einzelkatz. Sie ist deutlich fordernder und lauter als vorher und das mit vollem (Krallen-)Einsatz. Ich bin gespannt, ob sich das irgendwann relativiert. Heute Nacht zumindest verbringt sie mehrere ihrer Schlafphasen unter dem Bett, was mir auch längere Schlafphasen erlaubt. Aber: Es ist alles nur eine Phase, netto bekomme ich trotzdem noch zu wenig Schlaf und zu viele Kratzer.

Es ist etwas weniger heiß heute, zumindest draußen. Das Drinnen, besonders im Arbeitszimmer, ist immer noch ziemlich unangenehm. Ich frühstücke Skyr mit Brombeermarmelade, Granola und Aprikose, dazu gibt es Sencha mit Minze und Mangosaft und die morgendlichen E-Mails.

Das Spannendste am Arbeitsvormittag ist, dass es zwischendurch klingelt und mir Unterlagen für einen übermorgen beginnenden Kurs persönlich in den Briefkasten geworfen werden. Ich bin von Nacht und Hitze noch ganz verknorkelt und außerdem im Schlafanzug, daher sage ich nicht persönlich „Hallo“, sondern schreibe meinen Dank später per Nachricht. Als ich realisiere, dass es draußen kühler ist als drinnen, reiße ich das Fenster auf, werfe den Ventilator an und gönne mir zur schnelleren Abkühlung und Wachwerdung noch eine Mate auf Eis. Danach geht’s eigentlich.

Die Mittagspause nutze ich für Haushaltsdinge, ganz spannend, wie schnell so ein Putztag erledigt sein kann, wenn die zeitlichen Ressourcen knapp sind – habe allerdings auch nur ein verkürztes Programm gefahren. Dann Mittagessen. Ich werfe den restlichen veganen Bacon in den Speiseföhn und beschwere ihn gegen das Herumfliegen mit einer Tomate und dem Rest Gouda. Dazu gibt es Walnussbrot und Salat zum Einwickeln.

Keine besonderen Vorkommnisse am Nachmittag, erst nach Feierabend wird es wieder spannend: Ich fahre nach Mitte und treffe mich zum frühen Abendessen mit einer Freundin und einem gemeinsamen Freund und dessen Frau. Die Freundin sah ich zuletzt an meinem Geburtstag, den Freund vor wahrscheinlich knapp 10 Jahren (überlegen wir so und kommen nicht drauf), seine Frau noch nie. Die Beiden wohnen in Kalifornien und haben zwei deutsch-amerikanische Kinder, die heute bei Oma und Opa sind.

Das Spannendste daran ist, dass dieser Freund und ich uns kennen, weil er 1999 (vor, checks notes) 27 Jahren auf meine damalige Homepage gestoßen ist und einen Eintrag in meinem Gästebuch hinterlassen hat. Daraufhin schrieben wir uns E-Mails, telefonierten und irgendwann trafen wir uns zu einem Wochenende voller Computerspiele (hauptsächlich Captain Comic und Commander Keen, die waren damals schon sehr retro!). Das war aufregend, ich war 16 und wohnte noch bei meinen Eltern, er war zwei Jahre älter und kam mit dem Zug aus Thüringen angereist. Für mich damals die erste Person aus diesem Internet, die ich im real life traf.

Danach blieben wir lose über Postkarten in Kontakt, bis wir 2005 durch Zufall drei Monate nicht weit voneinander in Kanada wohnten und uns in der Zeit mehrmals trafen. Damals lernte ich auch die gemeinsame Freundin kennen.

Bald darauf ging ich zurück nach Deutschland, er zog in die USA, die gemeinsame Freundin ein paar Jahre später ebenfalls nach Deutschland und seitdem sehen wir uns alle Jubeljahre mal für ein Essen, wenn er in Berlin ist. Ist aber jedes Mal wieder sehr angenehm und witzig und vielleicht besuche ich ihn ja mal in Kalifornien, wenn der Spuk dort drüben vorbei ist?

Nach dem Essen (soviel geredet, kein Foto von der Pfifferlingspasta gemacht) müssen die Beiden zum Bahnhof, die gemeinsame Freundin und ich fahren noch ein Stück Weges gemeinsam und ich dann allein weiter zum Liebsten.

Dort gibt es die erste (Doppel-)Folge der neuen Staffel Ted Lasso, leckere Orangen-Maracuja-Limo und dann ein frühes Zubettgehen – die katzenlose Nacht muss ja in vollen Zügen ausgenutzt werden!

05.08.2026 – Heißes Homeoffice #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Die Nacht hat wieder mehrere Wachphasen, vor dem Weckerklingeln gibt es aber nochmal Tiefschlaf. Entsprechend langsam komme ich in den Tag und durch den morgendlichen Reboot, während draußen letzter Nachtregen niedergeht. Dazu gehört heute dann auch ausführliches Duschen inkl. Haarewaschen, die Hitze klebt an mir.

Zum Frühstück am Schreibtisch gibt es Espresso Tonic und Skyr mit Granola und Aprikose.

Es ist heute aber bei weitem nicht so heiß, wie an den Hitzewellentagen oder letzte Woche bei der Rückkehr aus dem Urlaub – nur knapp über 30 Grad. Ich denke mir also nicht viel dabei, mittags rauszugehen, im Drogeriemarkt etwas auszudrucken und Noosa neues Katzengras zu kaufen. Kaum bin ich wieder drinnen, läuft die Suppe aber und ich bin schon wieder komplett durchgeschwitzt. Es ist unheimlich schwül, als würde man da draußen schwimmen.

Für einen externen Call am Nachmittag ziehe ich mir eine Bluse über die Spaghettiträger, um etwas professioneller zu wirken. Das Gegenüber trägt dann allerdings selbst Tank Top, obwohl es in klimatisierter Umgebung sitzt.

Wir reden unter anderem darüber, wie die Pandemie das Arbeitsleben verändert hat, meine These aktuell beim Aufschreiben ist, dass der Klimawandel das gerade ebenso tut.

Erst nach dem Termin esse ich ein spätes Mittag – die Reste Halloumi und Kartoffel-Paprika-Salat von gestern.

Zum Feierabend dann Eisrunde mit dem Lieblingsnachbarn. Wir probieren das neue Eiscafé aus, das den italienischen Eisladen versetzt. Hoher Anspruch mit verdeckten Eisgefäßen und interessanten Kreationen. Abzüge gibt es für Umsetzung, Konsistenz, Geschmack und Preis. Vielleicht war es aber auch einfach nicht der richtige Tag heute.

Normalerweise laufen wir mit unserem Eis dann noch ein Stündchen durch den Pberg, heute ist uns das zu anstrengend und wir setzen uns einfach nur auf eine Bank im Park und erzählen uns da die letzten Wochen und philosophieren über gesellschaftliche und technische Entwicklungen (grobes Themenfeld Klimawandel, KI und Zersetzung der Demokratie, aufmunternd können wir).

Wieder zuhause ist dann endgültig die Luft raus. Ich setze mich mit einem gekühlten Glas Federweißer (an Tag 3 passiert langsam was mit der Gärung) auf den Balkon, telefoniere mit dem Liebsten und lasse mich dann von TikTok berieseln – keine Energie für ausschweifendes Lesen wie an den letzten Tagen.

Abendessen fällt aus, aber ziemlich spät schnipple ich mir immerhin noch zwei Nektarinen.

Kurz vor 23 Uhr gehts ins Bett, mit weit geöffneter Balkontür und ohne Noosa, der es grad auch zu warm zum Kuscheln scheint und die sich unters Bett verkrochen hat.

04.08.2026 – Woandersoffice

Bei einem der vielen Zwischenwachs der Nacht den Sonnenaufgang mitbekommen.

Beim endgültigen Aufwachen mache ich mir erstmal einen Chai aus schwarzem Tee, Ingwer, Fenchelsamen, Kardamom, Zimt und Zimtblättern, Schwarzem Pfeffer, Sternanis, Erbsenmilch und Zucker und trinke den zum morgendlichen Reboot.

Dienstag ist Bürotag, aber das Büro ist nach Wasserschaden immer noch nicht so gemütlich und so trifft sich ein Teil der Meute schon die dritte Woche in Folge (die ersten beiden Male habe ich verpasst) bei jemandem zuhause. Heute hat eine Kollegin in Schöneberg geladen, ich mache mich also mit einer Aprikose im Bauch und dem Rest Chai im Becher mit zwei S-Bahnen auf den Weg.

Zum Co-Working mit drei Kolleginnen (und dem Partner der Gastgeberin) haben wir dienstagstraditionell aufgefahren. Es gibt Croissants, Tomaten-Focaccia, Käse-Ei-Gebäck, Trauben, Erdbeeren, Blaubeeren und Gurkensticks, außerdem sehr guten Kaffee mit Latte Art, vom Gastgeber serviert.

Wir sitzen aufs Wohnzimmer verteilt, gehen unseren Aufgaben nach, halten zwischendurch Schwätzchen und wer einen Call hat, zieht zwischenzeitlich auf den Balkon, in die Küche oder ins Schlafzimmer um. Seit der Pandemie haben scheinbar wirklich alle Pärchenwohnungen mindestens zwei professionelle Arbeitsplätze fest installiert. Also zumindest die, deren Bewohner*innen klassische Bürotätigkeiten (und keine oder wenige Kinder) haben.

In der Mittagspause klappen wir unsere Laptops zu, essen einfach weiter und erzählen über Dies und Das.

Nach meinem letzten Call verabschiede ich mich und treffe den Liebsten auf ein Eis in Südberlin – wo ich doch schon fast in der Gegend bin.

Wir verabreden uns so richtig für Donnerstag und dann fahre ich bei wirklich warmem Wetter zurück in den Pberg. Dort angekommen werde ich Halloumi in den Speisefön und mache aus dem Rest Kartoffeln und einer Spitzpaprika einen Salat dazu.

Dann Sommerabend auf dem Balkon, ich lese The Berry Pickers zu Ende (wirklich empfehlenswert!) und fange The Blue Castle an, der unter Lucy Maud Montgomery Kennerinnen als bester ihrer Romane bekannt ist. Ist aber nicht so spannend wie die Beerenpflücker*innen, deshalb halte ich heute nicht mehr lange durch und gehe stattdessen früh ins Bett, in der Hoffnung, ein paar gleichzeitige Schlafphasen mit Noosa unterbringen zu können als in den letzten Nächten.

03.08.2026 – Wochenanfang

Langsam habe ich den Verdacht, dass Noosa egal ist, ob ich nachts schlafe. Sie schläft ja schließlich tagsüber und das muss reichen. Dass ich wenn sie schläft, versuche, sie nicht zu stören oder gar zu wecken, scheint ihr kein ausreichender Ansporn zu sein, es andersherum auch so zu tun. Möglicherweise ist meine Herangehensweise da zu subtil?

Jedenfalls hat die Nacht wieder einige Unterbrechungen und ist dann schon deutlich vor dem Wecker halb 7 endgültig vorbei. Morgendlicher Reboot und dann ab ins Draußen, denn ich habe vor der Arbeit noch einen Behördentermin. Auf dem Weg dahin gibt es eine schnelle Aprikose auf die Hand und einen Gewürztee to go. Ich bin zu früh in der Behörde aber die Gesprächspartnerin hat schon Zeit und so bin ich trotz ausführlichem Gespräch schon fünf Minuten nach Termin wieder auf dem Heimweg und kann unterwegs noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen und dann trotzdem mit Frühstück – Mango-Matcha und Müsli mit Pfirsich am Schreibtisch sitzen.

Weil ich morgens unterwegs sein würde, hatte ich gestern schon die E-Mails durchgesiebt und kann nun recht entspannt in den Arbeitstag und die Abarbeitung starten. Erst Recht, als ein Meeting um 11 wegen Krankheit der Gesprächspartnerin abgesagt wird. Ein angenehmer Montag also, mit nur einem einzigen Meeting um halb 2. Ich brauche aber eine Mate, weil ich sonst fast einschlafe.

Nach dem Meeting Mittagspause mit Pellkartoffeln, Quark und Leinöl. Wenn ich schon nicht in Kanada sein kann, kann ich wenigstens die Vorteile von zuhause genießen!

Der Nachmittag ist dann unspektakulär. Zum Abendessen mache ich mir ein BLT-Sandwich aus dem letzten Rest Baguette und mit veganem Bacon aus dem Speisefön, der lustig im Fön herumfliegt, wie ich zwischendurch feststelle. Hinterher also gründliche Reinigung, aber schmecken tut es! Dazu gibt es Federweißer, der mich vorhin im Supermarkt angelacht hat. Noch ist er sehr wenig vergoren, das kommt meinem Histaminspiegel natürlich entgegen, ist geschmacklich aber noch ausbaufähig.

Danach will ich lesen und mache es mir mit dem Widerstandsbuch im Liegestuhl bequem. Dabei schlafe ich aber schon wieder fast ein, also gebe ich nach und mache einen frühabendlichen Powernap. Hinterher kann ich leider nicht in dem Buch weiterlesen, sagt Noosa.

Also schnappe ich mir den E-Reader und einen Gin Tonic und lese halt das andere Buch. Das ist so spannend, dass ich einfach immer weiterlese, auch nachdem ich gegen 11 vom Balkon ins Bett gewechselt bin.

Da das Buch recht kurz ist, denke ich fast, ich könne es heute noch schaffen, aber gegen 1 fallen mir dann doch wieder die Augen zu und ich verschiebe den Rest auf morgen.

02.08.2026 – Sonntagsdinge

In letzter Zeit öfter beim Datum vertippt und dann darüber sinniert, wie es wohl 2926 hier aussehen wird und ob dann noch jemand da sein wird, darüber zu schreiben. Nun, vermutlich zumindest nicht in diesem Blog.

Der Sonntag beginnt mit endgültigem Aufwachen zwischen 9 und 10 und nach Leerlesen des Internets mit Frühstückszubereitung in ausführlicher Form, Einnahme auf dem Balkon.

Letztes Walnussbrötchen mit Brombeerkonfitüre bzw. Gouda, Frühstücksei mit Kaviarcreme und Schnittlauch, Nektarinen und Aprikosen, Gewürztee mit Ingwer, Iced Maple Latte, Ananassaft

Dazu der Rest vom morgendlichen Reboot, also Bloggen, Französisch, Italienisch, Rätsel und das Liebstentelefonat.

Dann kruschel ich ein wenig in der Wohnung herum, erledige Dinge von der To-Do-Liste, höre Podcasts und Radio… Eine Zeitlang sitze ich am Schreibtisch und mache ernsthaft produktive Dinge zur Vorbereitung der Woche und dann ringe ich mich zu einem Sonntagsspaziergang durch.

Mit einem Weg-Ingwertee geht es quer durch den Pberg, mal nach der allgemeinen Draufness des Kiezes gucken. Seit heute dürfen die Parteien Plakate für die anstehenden Wahlen aufhängen. Die ersten hatte ich schon gestern gesehen, aber darüber hüllen wir gnädig den Mantel des Schweigens. An der Laterne vorm Haus hängt als erste die Kandidatin der Linken. Ansonsten die erwartbare Mischung aus viel Grün, viel Links, viel SPD, ein bisschen BSW und je näher ich den teuren Vierteln komme auch einiges an CDU und Volt. Sogar ein paar FDP-Plakate. Bisher nichts von den Blauen, aber dafür müsste ich wohl meine Schritte nur ein bisschen nach Norden oder Osten lenken, ein-zwei Blocks nur. Witzige Situation: Im Kollwitzkiez zusehen, wie ein SPD-Kandidat sein eigenes Antlitz an der Laterne anbringt.

Ansonsten ist die Stadt vergleichsweise leer, es ist mitten in den Sommerferien, viele Familien verreist, die Tourist*innen eher in der historischen Mitte und den Partybezirken unterwegs. Ich komme an einer wohl bestückten Brombeerhecke entlang, aber so mitten an der Straße… Auch die Mirabellenbäume hängen ordentlich voll. Ich bin ja sonst um diese Jahreszeit meist selbst verreist, seit es das Teilzeitkind in meinem Leben gibt. Ganz spannend, den August mal zuhause zu verbringen, wie früher!

Wieder zuhause gibt es den Rest Pasta alla Norma vom Freitag (aufgewärmt im Speisefön) und Weißkopfseeadlerbilder von den Eltern aus dem Haus in der Bucht. Unglaublich, wie mein Kopf schon wieder im Alltag angekommen ist, ich war da doch eben auch noch!

Ich schnappe mir das nächste Buch vom SuB, das der Indiejunge gerade nochmal empfohlen hat. Die Handreichung „liest sich weg wie ein Podcast“ stimmt.

Zwischendurch ein Mango-Eis, das dann doch noch den Abendbrotappetit anregt. Ich überbacke Baguette mit Gouda und esse Tomate dazu.

Beim Übergang vom Sofa aufs Bett lasse ich das dicke Papierbuch liegen und beginne auch noch ein Buch von digitalen SuB, da fallen mir dann aber schon ziemlich früh die Augen zu. Morgen also wieder Arbeitswoche.