05.10.2026 – Wochenstart, sommerlich #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Unspektakuläre Nacht mit wieder sechs Stunden Schlaf am Stück, keine Unterbrechung, so lässt es sich aushalten. Morgens im Bett Katzenkuscheln, Internet leer lesen, Bloggen, Französisch, Italienisch, Midi, Mini, Wordle, Connections, Strands, Past Puzzle, Ciddle, Clues by Sam… Spelling Bee gibts erst später, es ist noch zu früh am Tag.

Dann aufstehen, Hoodie drüber, Katze füttern, Tee kochen (heute Schwarztee mit Yuzu), Müsli zubereiten (Pumpkin Spice Latte mit Joghurt und der letzten Crowdfarming-Mango der Saison) und dann sitze ich schon halb 9 am Schreibtisch.

Ein Meeting ist für den Tag angesetzt, drei weitere passieren spontan über den Tag verteilt. Dazwischen diverser Kleinkram. Luftlöcher nutze ich, um mich fertig anzuziehen und schon mal den Koffer vom Schrank zu holen, letzte Wäsche zu waschen und Klamotten in den Koffer zu werfen.

In der Mittagspause gehe ich zur Post und in den Drogeriemarkt und dann gibt es den Rest Kartoffelsalat von gestern mit Cocktailwürstchen auf dem Balkon.

Zum Feierabend verstaue ich dann auch die Technik schon in der neuen davor vorgesehenen Tasche, bringe einen Brief zum Briefkasten und fahre dann mit Straßenbahn und U-Bahn nach Mitte, bei den Ellis nach Post und Pflanzen gucken.

Danach hole ich den Liebsten an der Bushaltestelle ab und wir spazieren gemeinsam hinüber zum ehemals geheimen Laoten und haben ein gutes, frühes Abendessen zusammen. Ich bestelle mir Dumplings mit Süßkartoffelfüllung, laotisches Curry und Glasnudelsalat, dazu Aloe-Vera-Tee. Leider entscheidet der Kellner für mich: Da ich bei den Dumplings die vegetarische Variante genommen habe, bekomme ich Curry und Salat mit dem gleichen, relativ geschmacksneutralem, Tofu statt mit dem hier sonst herrlich gewürzten Hähnchen bzw. Rinderhackfleisch.

Nach dem Essen läuft der Liebste zum Bus und ich zur S-Bahn. Den Rest des Abends verbringe ich damit, endlich das Buch auszulesen, das ich schon seit Wochen mit mir herumschleppe. Obwohl die Ursprungsgeschichte faszinierend ist und der historische Hintergrund mit der Eroberung des Kirchenstaat Roms durch das Königreich Italien wirklich interessant ist, sind Erzählweise und Sprache leider enttäuschend bis schmonzettig, keine Leseempfehlung hier.

Auf den letzten Seiten fallen mir immer wieder die Augen zu, also geht es danach direkt ins Bett, kurz vor halb 11 ist das Licht aus, der Wecker auf noch früher als sonst gestellt.

04.10.2026 – Wie-im-Buch-Sonntag

Sechs Stunden ununterbrochener Schlaf, dann aufwachen zwischen Noosa und dem Liebsten, leider halt schon um 7, aber das Ununterbrochene ist mir grad wichtiger als die Dauer. Ich starte leise in den morgendlichen Reboot. Kurz vor 8 verlangt der Liebste noch ganz verschlafen nach Kaffee, den ich nur leicht widerwillig zubereite. Als ich mit den beiden Tassen wieder am Bett stehe, schläft der Liebste natürlich wieder tief und fest und das bleibt dann auch noch eine ganze Weile so.

Als er dann endgültig wach ist und Kaffee trinkt, mache ich die lauten Teile vom Reboot, also Französisch und Italienisch. Und dann dauert es immer noch eine ganze Weile, bis wir uns endgültig aus den Federn schälen. Zuerst ich, denn ich habe ausschweifende Pläne fürs Frühstück, mit Mango-Lassi und Caprese und warmen Brötchen… Der Liebste kommt dazu, als es Zeit ist, die Eier zu braten (sein Job) und den Tisch zu decken.

Wir frühstücken bei strahlendem Sonnenschein und in aller Ruhe draußen. Kurz vor 12 wird die Tafel aufgehoben, der Tisch abgeräumt und der Liebste macht sich auf den Heimweg, während ich meinen Laptop raushole und mich mit dem zweiten Kaffee (Espresso Tonic auf Eis) in ein Kurstreffen per Zoom einwähle. Das dauert eine knappe Stunde und auch danach ist es mir im Schlafanzug auf dem Balkon noch nicht zu kalt. Ich ziehe mich dann aber doch an, weil ich noch ins richtige Draußen will.

Ich spaziere durch den Pberg, höre weiter die Schlager und Chansons von gestern (gezielt die Phasen nach, die ich gestern verpasst habe) und schaue nach einer passenden Gelegenheiten für Zimtschnecken, denn heute ist Tag der Zimtschnecke und wer wäre ich, den nicht zu feiern. Im ehemaligen Café Stockholm ist ein neuer Laden drin, der sich auf Kaffee fokussiert, aber auch internationales Essen hat und mit nordischem Gebäck wirbt. Heißt dann aber nicht Kanelbulle sondern Cinnamon Swirl und ist anders, aber auch sehr gut. Dazu gibt es eine Salted Hot Chocolate und ein paar Seiten im Buch.

Danach geht es wieder heimwärts, jetzt auf die Couch. Heute Morgen habe ich erst mitbekommen, das gestern im Speckgürtel von Washington mit Power To The People ein riesiges Protestkonzert stattgefunden hat, organisiert von Tom Morello und unter anderem mit Jack Black, Public Enemy, Run D.M.C., Cypress Hill, Stephen Stills, Joan Baez, Dropkick Murphys, Dave Matthews, Foo Fighters und Bruce Springsteen. Holla, was ein Line-up! Das Ganze wurde kostenlos live übertragen und lässt sich fast komplett auf YouTube nachgucken. Ich skippe mich so durch und bleibe bei „meinen“ Acts etwas länger hängen. Sehr schön, dass bei Dropkick Murphys neben Matt Kelly auch sein Bruder Mike Kelly auf der Bühne stand, beides ja wie hoffentlich bekannt ist Cousins der Kelly Family. Mike habe ich schon als Bandmitglied bei Jimmy Kelly live gesehen – in einem Berliner Pub – und er postet auf Instagram sehr gerührt sein Backstage-Treffen mit dem Boss.

Der Boss ist natürlich Headliner, aber am schönsten sind am Ende die Songs, bei denen alle zusammen auf der Bühne stehen – Keep On Rockin‘ In The Free World, This Land Is Your Land (mit allen, auch den antikapitalistischen, Strophen, und natürlich Power To the People. It hits different, wenn da eine wilde bunte Mischung an Amerikanern auf der Bühne mit in in die Luft gereckten Fäusten auf und ab springen und gegen Autoritarismus und Faschismus aufbegehren und die Welt im Livestream zuschaut. Am Ende, zum Abbau und Abspann läuft dann noch Bella Ciao vom Band und ich werde ganz nostalgisch für eine Zeit, in der ich noch ganz klein war und sich Musiker*innen international solidarisierten und für gute Sachen einstanden…

Dann aber weiter lesen, heute mache Ich richtig Seitenmeter, und dabei irgendwann in die Siesta rutschen und einschlafen. Nach dem Aufwachen bereite ich mir lauwarmen Kartoffelsalat mit Gurke, roter Zwiebel, geriebenem Apfel und jeder Menge Dill zu. Zur einen Hälfte gibt es geräucherten Sockeye-Wildlachs mit süßem Senf, die zweite Hälfte gibt es morgen.

In der Küche höre ich dann auch die Schlager und Chansons zu Ende und bekomme dabei unanständig gute Laune. Gut, dass ich das alles über die Sounds-App höre und mir nicht nachhaltig meinen Tidal-Algorithmus versaue!

Nach dem Essen lesen, lesen, lesen bis es plötzlich schon 23 Uhr ist. Dann ins Bett und weiterlesen bis Mitternacht. Mit etwas Glück schaffe ich das Buch morgen und kann dann übermorgen mit einem frischen Buch (thematisch passend in Tschechien spielend) nach Frankfurt aufbrechen…

03.10.2026 – Wochenendiges

Das kann heute durchaus als Ausschlafen gewertet werden, auch wenn die Nacht dank frühem Zubettgehen schon gegen 8 vorbei ist. Ausschlafen in den 40ern quasi. Es folgt ein katzenkuscheliger morgendlicher Reboot mit Ostfriesentee im Bett, bei dem ich sehr froh bin, dass meine Coachee und ich unser für heute geplantes Telefonat gestern noch von 10 auf 13 Uhr verschoben haben.

Dabei mache ich schonmal radioeins an, wo der nachgeholte Sommersonntag zu Schlager und Chansons läuft und mir geht es wie vielen Zuhörenden: Nach anfänglicher Skepsis habe ich viel Spaß an der Sendung, entdecke bisher auch ungehörtes, freue mich über die Inklusion italienischer und französischer Songs und daran, dass Danger Dan ja auch irgendwie Chansons macht. Beste Neuentdeckung jedoch Claire Waldoff – Wegen Emil seine unanständige Lust. Insgesamt nur wenige Ausfälle in der Playlist den ganzen Tag.

Währenddessen mache ich mir Frühstück, das es auch heute wieder auf dem Balkon gibt – Brot mit Ziegenkäse bzw. Honig, Feigen, Crowdfarming-Mango (a mango a day…) und Sencha mit Yuzu.

Relativ kurz nachdem ich damit fertig bin ruft die Coachee an und wir verbringen eine knappe Stunde zusammen und sind unheimlich produktiv dabei. Ein Musterbeispiel für die „allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Sprechen“ von Kleist, mit der sie mich im Kurs bekannt gemacht hat.

Danach dann tatsächliche Tätiges, der Haushalt verlangt Aufmerksamkeit und das Radio hilft dabei. Ich bin erstaunlich kurz vor dem Zeitpunkt, an dem ich aus dem Haus muss, fertig und gespornt und gestriegelt wieder auf dem Sofa. Kurz nach halb 5 geht es aus dem Haus, für den heiß begehrten Tisch in der heiß begehrten veganen Pizzeria ums Eck um 17 Uhr – man nimmt, was man kriegt. Der Liebste kommt aufgrund eines Polizeieinsatzes auf der Ringbahn etwas später und dann wird es etwas hektisch, weil wir den Tisch nur für anderthalb Stunden haben und der Service ziemlich langsam ist, aber am Ende schaffen wir es mit nur wenig Verspätung aber leicht gehetzt. Das Essen selbst ist jedoch großartig.

Aperitif mit Pfirsich, Vodka und Zitrone
Vorspeisenplatte mit eingelegtem Gemüse, Oliven, marinierten Brombeeren, zwei Dips und köstlichem Brot
Drei Minipizzen bei mir (Margherita, Amalfi-Zitrone, Kartoffel), dazu drei Dips und mehr Zitronen, beim Liebsten eine Pizza mit veganen Fleischbällchen und viel roten Zwiebeln

Für Dessert haben wir keine Zeit, aber wir setzen uns noch zwei Häuser weiter vor eine Weinbar und trinken jeweils ein Glas Natural Wine, der Liebste aus Sizilien, ich aus dem Piemont.

Dann spazieren wir nach Hause und setzen uns mit mehr Wein auf den inzwischen dunklen Balkon, bis Noosa findet, dass wir jetzt alle aufs Sofa gehen sollten. Dort kuscheln wir uns zu dritt zusammen und schauen einige Folgen Being Erica, bevor es gegen 1 ins Bett geht.

02.10.2026 – Mit links gebloggt…

…weil Noosa seit einer Stunde schon sehr niedlich auf meinem rechten Arm schläft und leise schnarcht:

Der Freitag beginnt nach okayem Schlaf bis kurz vor Wecker mit gemütlichem morgendlichem Reboot im Bett. Heute fange ich mal „erst“ um 9 an und setze mich dazu mit Müsli (Beeren-Bircher, geriebener „neuer“ Apfel, Erbsenmilch) und Golden Chai (Schwarztee, Ingwer, Kurkuma, Kardamom, Kokosöl, schwarzer Pfeffer, Honig, Erbsenmilch) an den Schreibtisch.

Ich verfolge ein paar lose Enden, lektoriere noch ein wenig, habe zwei Meetings und einen ansonsten entspannten Arbeitstag. Die Ruhe vor dem Sturm, bevor nächste Woche die Messe ansteht. Da ich noch nur wenige eigene Projekte habe, ist es für mich ruhig, die anderen haben alle superviel zu tun, können aber auf die Schnelle auch nichts an mich weiterreichen. Naja, das wird bald anders, ich beschwere mich also nicht.

Mittags hole ich bei der Post die extra für die Messe bestellte noch kleinere und mächtigere Powerbank ab und esse ansonsten Stullen, Tomaten und eine inzwischen wirklich sehr sehr reife Kaki, mit dem Löffel. Ein Gedicht!

Nach letztem Zurückspielen eines Projekts verabschiede ich mich gegen 17:30 ins Wochenende. Ich bringe Altglas weg (Der Braunglascontainer ist voll. Es hängt ein QR-Code da, über den man sowas melden soll. Er führt auf die Webseite der Betreiber, kein Kontaktformular. Dann nicht.) und gehe dann noch „eben“ in den Supermarkt und zum Haustierbedarf.

Der Supermarkt überrascht mich. Ja, morgen ist Feiertag, ja es ist Freitagabend, aber dass deswegen die Kassenschlange schon zwischen Obst und Brot beginnt und sich einmal durch den kompletten Markt zieht? Nachdem ich alles, was auf meiner Liste steht im Korb habe, stelle ich mich hinten an und habe dann gute 20 Minuten Gelegenheit, meinen Podcast weiterzuhören (über Trump, Hegseth und die anstehenden Midterms), im Internet herumzulesen und mir die Auslage anzuschauen, interessante Lebensmittel bzw. -werbungen zu fotografieren und evtl. noch ein paar Dinge einzupacken, die gar nicht auf meiner Liste standen. Evtl. ist die Schlange eine gelungene Marketingaktion?

Nach 24 Minuten bin ich dann wieder draußen, hüpfe nebenan in den quasi leeren Haustierbedarf und hole ein bisschen Futternachschub und Katzenstreu und dann geht es wieder nach Hause. Dort bereite ich aus den schon vor einer Weile eingeweichten getrockneten Steinpilzen mit Knoblauch, Pinot grigio, Thymian, Rosmarin, Butter und Parmesan eine Sauce for with pasta zu, dazu gibt es mezze rigatoni und noch ein Glas.

Dann lese ich wieder einen ordentlichen Batzen im Buch, das mich jetzt schon fast einen Monat begleitet – ich muss dringend mehr lesen! – bis mir die Augen zufallen. Gegen 9 ist es da, zu früh um schlafen zu gehen. Ich telefoniere nochmal mit dem Liebsten, gehe dann in die Badewanne und liege schließlich gegen halb 11 im Bett, allerdings schon wieder zu müde, um noch zu lesen. Noch ein wenig TikTok-Berieselung, dann Augen zu gehen 23 Uhr. Das aufregende Freitagabendleben einer Großstädterin!

01.10.2026 – Oktober?!

In meinem Kopf ist immer noch Sommer und die Höchsttemperatur heute ist 26 Grad, mein Kopf hat also Recht. Die Balkontüren sind seit ein paar Tagen wieder ganztägig offen, nachdem ich die im Wohnzimmer ein paar Tage lang tagsüber zu hatte, weil es windig und kühl war. Also windig und kühl für Sommer, nicht für Herbst. Mal sehen, ob und wann mein Gefühl tatsächlich im Herbst ankommt, vielleicht ja vor Weihnachten schon?

Der Homeoffice-Tag beginnt gemütlich, mit frühem morgendlichen Reboot (danke, Noosa) und dann Ostfriesentee mit Kluntje aber ohne Sahne (jeht ooch) und Müsli mit der letzten Banane, einer Feige, Walnüssen und etwas Pistazienmus.

Ich habe heute zwei geplante To-Dos, und drei geplante Meetings, das ist überschaubar. Also Musik an und los geht’s. Als das erste To-Do abgeschlossen und das erste Meeting abgesagt ist, ist es auf dem Balkon sonnig und ich wechsle für To-Do Nummer zwei auf den Liegestuhl nach draußen und unterhalte mich (schriftlich, so viel Anstand habe ich noch) mit der firmeneigenen KI, bis ich ein okayes Zwischenergebnis habe. Wieder einmal braucht es viel menschliches Eingreifen, Korrigieren und Präzisieren und trotz eigentlich recht versierten Prompten meinerseits geht das Ganze zwischendurch mehrfach seitwärts. Am Ende ist es sehr gut, dass wir im zweiten, tatsächlichen Meeting des Tages dann nochmal mit vier Menschenaugen draufgucken, das frisst auch weniger Ressourcen.

Das dritte Meeting ist dann das monatliche globale Townhall, in dem ich mich nochmal vor versammelter Mannschaft vorstelle. Danach noch ein ungeplantes To-Do mit schneller Deadline und dann mache ich pünktlich Feierabend und fahre mit der S-Bahn zum Sport.

Heute wieder etwas anstrengenderes Training, einmal körperlich, weil die einzelnen Übungen seeeeeeeeehr laaaaaaaaaangeeeeee gemacht werden und einmal sogar größtenteils außerhalb des Wassers, da streikt meine Schulter dann doch schnell. Und dann auch mental, weil es eben keine coole Musik gibt, sondern fast nur uncoole, immer wieder unterbrochen für die Erklärungen der Übungen und außerdem ärgere ich mich über das Hände rumwerfen ohne Wasser zu Schlagermucke und das ist ja auch nicht der Sinn von Gymnastik IM Wasser und…. Nächste Woche aus Termingründen dann Wasser-Zumba (ich bin gespannt!) und dann ab der Woche drauf hoffentlich wieder die letztwöchige Dance-Party mit anschließendem Aufguss.

Heute jedenfalls ist dann hinterher Dampfbad, Sauna, Ruheraum angesagt und ich mache mir dabei weiter Gedanken übers Abendessen. Als ich kurz nach halb 8 das Studio verlasse, ist es bereits fast komplett dunkel, aber immer noch warm. Ich laufe mit nassen Haaren und offener Jacke über T-Shirt herum, die Menschen sitzen draußen vor den Restaurants. Spätsommer halt.

In der S-Bahn bestelle ich schon mal das Essen. Das Oktoberfest war irgendwie sehr präsent in den letzten Tagen und außerdem habe ich diese Woche mehrfach mit einem Münchner Kollegen über Restaurants für meinen baldigen Münchentrip gesprochen. Ich bestelle mir also folgerichtig einen Leberkäs-Burger im Laugenbrötchen mit Krautsalat, Spiegelei und süßem Senf, dazu Pommes. Leider dauert die Lieferung doppelt so lange, wie ursprünglich angegeben, ich muss mich mit dem Essen beeilen und die letzten Pommes sind dann wirklich kalt. Schmeckt aber trotzdem alles gut.

Dazu telefoniere ich mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind, die heute Abend auch beim Stammitaliener draußen gesessen haben. Und dann gucke ich endlich das Serienfinale von The Bear. Zu viele tiefgreifende Gespräche, zu vieles Zusammenbinden loser Enden, keine einzige Essens- oder Kochszene… Meh. Aber gut, wissen wir das jetzt auch und können die Serie final abhaken.

Und dann ist auch schon wieder Augen-fallen-zu-ich-geh-mal-Schlafen-Zeit. Halb 11. 🤷‍♀️

30.09.2026 – Quartalsende

Bereits deutlich vorm Weckerklingeln wach (so eine Stunde…), aber da ich bis dahin durchgeschlafen habe, fühle ich mich deutlich frischer als an den letzten Morgenden und verkneife mir nur knapp, mit Noosa abzuklatschen (die hat ja Krallen). Entspannter morgendlicher Reboot im Bett, der trotzdem die gesamte Zeitspanne einnimmt, bis ich aufstehen muss – es ist ein merkwürdiges Ding mit dieser „Zeit“.

Dann aufstehen, fertig machen, packen, losgehen und auf dem Weg zur S-Bahn mit dem Liebsten telefonieren. Heute geht es ausnahmsweise mal mittwochs statt dienstags ins Büro, da es der letzte Tag des Monats ist und damit für eine ganze Reihe Kolleg*innen der letzte Arbeitstag, bevor für sie neue Kapitel anbrechen. Mit zwei Bahnen nach Friedrichshain, über die Brücke nach Kreuzberg, Podcast auf den Ohren.

Im Büro angekommen gibt es den guten Kaffee, dazu ein gestern gekauftes Bienenstichgebäck und eine klein geschnittene Crowdfarming-Mango. A mango a day und so…

Ein merkwürdiger Tag zwischen viel menschelnden Gesprächen mit den anwesenden Kolleg*innen und diversen Meetings mit nicht-anwesenden. Drei davon nehme ich mit Spreeblick war.

Nach dem letzten der Reihe, das sich mit der Mittagspause der anwesenden Kolleg*innen überschneidet, hole ich mir in der Markthalle ein milanesisches Sandwich (Farcita) mit Artischockencreme, Spinat, Oliven und Datterini und genieße die Herbstsonne.

Dann nochmal zwei Meetings, diesmal in einer Telefonbox und dann ist früher Feierabend, ich habe noch Überstunden abzubummeln.

Schon während der Meetings trudelten viele Abschiedsmails von Kolleg*innen ein, die Stimmung ist emotional. Als ich aus dem letzten rauskomme, ist bereits eine Prosecco-Flasche geöffnet worden. Wir verbringen noch eine ganze Weile zusammen, es werden Abschiedsgeschenke, Anekdoten und Umarmungen ausgetauscht.

Irgendwann mache ich mich auf den Heimweg und freue mich auf meine heimische Couch. Dort noch ein Liebstentelefonat, die aktuelle Folge Ted Lasso und dann geht es zeitnah ins Bett, meine Arbeitswoche zieht sich ja noch ein bisschen.

29.09.2026 – Sommer und Eis halt

Nochmal ein sehr stückige Nacht, diesmal aber etwas strukturierter, mit weniger Wachphasen, davon eine dafür sehr lang ausführlich. So fühlt sich das weniger schlimm an. Danach gemütlicher morgendlicher Reboot im Bett, weil es diese Woche erst am Mittwoch ins Büro geht und ich nach den gestrigen Überstunden heute keinesfalls zu früh mit der Arbeit anfangen werde.

Ich starte dann also erst um 9, was mir erlaubt, direkt im Balkonoffice anzufangen; das da schon warm genug ist. Es gibt Müsli mit Joghurt und geriebenem Apfel und einen großen Kakao mit doppeltem Espresso.

Ein Meeting am Vormittag, eins am Nachmittag, dazwischen verschiedene kleinere Arbeiten. Die Mittagspause reicht genau für eine Podcastfolge zu Lebensmitteleinkauf und Zubereitung von Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl.

Während des Nachmittagsmeetings wird es draußen dann zu schattig und ich ziehe an den Schreibtisch um, bevor ich mich in die längere Übersetzungsaufgabe des Tages stürze. Dazu gibt es für die Gehirnzellen eine große Portion saisonalen Fruchtzucker.

Nach Feierabend fahre ich mit zwei Straßenbahnen nach Friedrichshain und nutze die Fahrtzeit vorbildlich zum Buchlesen. Dann Briefkasten checken, rauf in den fünften Stock, Lüften, Pflanzen gießen.

Um 19 Uhr treffe ich zwei Häuser weiter meinen Kurscoach und wir verbringen unseren dieswöchigen Check-in im argentinischen Eisladen.

Limette-Koriander-Chili

Danach auf dem gleichen Weg und weiteren Buchseiten nach Hause. Dort gegen 20 Uhr im bereits Stockdusteren (!) angekommen, koche ich mir Abendessen, das von Start bis Ende eine wilde Transformation durchmacht, von Marcella Hazans Tomatensauce über die Zugabe von Restkarotten und TK-Erbsen hin zu pikanter Würzung und Shakshuka-artigem Eierversenken. Schmeckt sehr gut und füllt alle Lücken, die Geschmacksknospen und Körpergefühl heute noch offen haben. Zum Nachtisch ein großes Stück Limoncello-Schokolade und dann ist die Essensaufnahme für heute abgeschlossen.

Ich sichere aber auch noch die für Sonnabend und buche dem Liebsten und mir endlich einen Tisch im gehypeten neuen Pizzaladen im Kiez, schon am Dienstag muss ich auf die Randzeit 17 Uhr ausweichen, sonst gibt es nur noch Wartelisten oder Tische ab 20:30, aber da sehe ich uns schon gemütlich auf der Couch vor unserer Serie – man muss die kurzen gemeinsamen Momente ja bestmöglich nutzen.

Apropos, ich schaue dann die neue Staffel Inside CDU zu Ende und bin wie gestern zwischen „kein Wunder“, „ätsch“ und „ohje, aber“ hin und hergerissen. Diesmal kommt auch ein ehemaliger Kommilitone vor, der damals auch ein paar Mal in unserer WG zu Gast war und vor zehn Tagen bei der Wahl krachend gescheitert ist und zurücktreten musste. Er ist mir in den letzten 20 Jahren nicht unbedingt sympathischer geworden, aber aufgrund des persönlichen Bezugs habe ich da ein bisschen mehr Mitgefühl.

Plötzlich ist es schon um 10 und ich verschiebe das Serienfinale von The Bear auf später in der Woche und schlüpfe auf Umwegen zeitnah ins Bett.

28.09.2026 – Koffein und Adrenalin

Die Nacht auf Montag kommt mir sehr aufgeregter Noosa und in vielen kurzen Etappen, entsprechend gerädert bin ich am Morgen. Zum Glück beginnt der Arbeitstag recht entspannt, ich setze mich nach fast vollständigem morgendlichen Reboot mit Müsli und Matcha Latte an den Schreibtisch und harre der Dinge, die da kommen werden.

Irgendwann kommt das erste Meeting des Tages mit ein paar Abstimmungen, dann lege ich mit schwarzem Tee mit Birnensaft weiteres Koffein nach und setze mich nach draußen ins sonnige Balkonoffice.

In Erwartung eines stressigen Nachmittags mache ich eine frühe Mittagspause und koche mir aus Couscous-Resten, TK-Spinat, Crowdfarming-Mango und TK-Heilbutt ein leckeres Mittagsmahl – mit Knoblauch, Ingwer, Cumin, grüner Chili, Koriandergrün und Zitrone.

Dann nochmal Koffein nachlegen mit (doppeltem) Espresso Tonic, gerade rechtzeitig, bevor das ernsthafte Arbeiten losgeht. Neben einem weiteren kurzen Meeting und meinem ersten Newsletterversand für den neuen Job habe ich einen riesigen Batzen Textarbeit vor mir liegen und dazu Absprachen mit diversen Personen auf verschiedenen Kanälen – E-Mail, Slack, Telefon… Am Ende tauche ich tief in den Textflöz hinein und melde dann nach anderthalb Überstunden Vollzug. Das positive Feedback erreicht mich noch deutlich später, aber da liege ich schon lange gemütlich mit Noosa und Schnittchen auf der Couch.

Ich muss lange überlegen, ob mein Kopf heute überhaupt noch Text (nein) oder Bildschirme (ja, OK) kann. Dann schaue ich weiter The Bear. Vor der finalen, einstündigen, Folge rufe ich mich zur Vernunft und fange die so spät nicht auch noch an. Dafür schaue ich nicht nur eine, sondern gleich zwei halbstündige Folgen der zweiten Staffel Inside CDU und nein, das ist weder schlau noch ergibt das Sinn, aber spannend ist es schon. Also nicht im Sinne von total überraschend, eher im Sinne von „Es ist wirklich alles genau so, wie man denkt, ohje.“ Und diese Mischung aus leichter Schadenfreude und gleichzeitiger Sorge um unsere Demokratie, wenn die CDU komplett baden geht…

Kurz nach 23 Uhr reiße ich mich dann doch los und lege mich ins Bett und dann beginnt die nächste Aufführung von „Noosas fehlender Tag-Nacht-Rhythmus. Das Musical.“

27.09.2026 – Sonntagsausflug

Ohne Katzenhilfe aufwachen, Podcast anmachen, nochmal umdrehen und weiterschlafen, bis der Liebste aufsteht und Kaffee macht. Schön. Gemütlicher Morgen im Bett, mit Reboot und Buchung der diesjährigen November-Wellness. Dann ist es gegen 10 und wir stehen auf und machen Frühstück. Also der Liebste und ich decken den Tisch und das Teilzeitkind macht Rührei und brät Würstchen und Chorizo, während wir alle zu lauter Musik durch die Küche tanzen. Dann essen in quasi völliger Stille, nur mit ein wenig Gespräch.

Das satte Teilzeitkind zieht sich in seine Gemächer zurück, während wir noch fertig essen und hochpolitische Gespräche führen. Dann wird, wieder zu dritt, der Tisch abgeräumt, bevor die beiden Einheimischen sich ans Putzen machen, während ich nochmal gemütlich im Bett liege und faulenze. Also, bis um 12 dann eine Stunde Zoom-Call mit dem Kurs ist.

Dann ist es irgendwann Zeit, ernsthaft in den Tag zu starten, mit der Liebstenmama zu telefonieren, diverse Planungen zu machen und schließlich raus in die Septembersonne zu gehen – 24 Grad! Wir beginnen den Ausflug erstmal standesgemäß mit einem Eis – für mich Erdnuss und Pflaume-Zimt, himmlisch gut!

Dann fahren wir mit der S-Bahn noch weiter raus, bis zum Schlachtensee, und laufen eine Runde drumherum, genau wie halb Berlin auch. Wobei, einige von denen schwimmen auch oder sonnen sich nach dem Schwumm, laut Wetter-App hat das Wasser 20 Grad. Soweit haben wir nicht vorausgedacht und das Ganze Herbstgerede tat sein Übriges. Also kein Schwumm, aber viel Schön:

Die Runde rum dauert ganz schön lange, das vergisst man ja leicht, wenn man nur so selten da ist, aber so haben wir viel Zeit für Gespräche. Und danach fahren wir dann rechtschaffen kaputt zurück, ohne noch in eins der vollgepackten Ausflugslokale einzukehren. Zuhause nochmal kurz ausruhen, dann bringt mich der Liebste zur Bahn und holt für sich und das Teilzeitkind Döner. Ich fahre zurück in den Pberg, nicke unterwegs beim Lesen ein, komme dann aber doch an und wärme mir die indonesischen Reste von Freitag auf und mache dazu einen Salat aus Karotten, Gurken, Avocadoöl und Zitrone, dazu gibt’s Joghurt und Yuzu-Tee.

Hinterher schaue ich Little Lorraine, einen Indie-Film aus Nova Scotia über Drogenschmuggel in den 80ern auf Cape Breton Island. Auch dabei nicke ich wieder ein und muss zurückspulen. Beim zweiten Versuch schaffe ich dann den ganzen Film, der ziemlich interessant endet. Danach aber ab ins Bett!

26.09.2026 – Sonnabendlicher Hedonismus

Samstäglich klänge besser, aber ich versuche ja, regionale Sprachvarianten hochzuhalten, zumindest im öffentlich-schriftlichen. Endlich Wochenende jedenfalls, was direkt damit gefeiert wird, dass ich im ersten Anlauf gleich eine ganze Anzahl Stunden am Stück schlafe und mich dann nochmal umdrehe und noch eine Stunde dranhänge. Allerdings ist mein innerer Monolog dabei sowohl in den Wach- als in den Schlafphasen weiter mit Arbeit beschäftigt, das legt sich hoffentlich, wenn die Gewöhnung an den neuen Job einsetzt.

Das endgültige Aufwachen jedenfalls erfolgt zu spätsommerlichem bzw. frühherbstlichem Sonnenschein und so zieht es mich bald mit Tee und Decke nach draußen auf den Balkon. Noosa auch.

Ich beende meine erste Reise durch die sozialen Netzwerke und bekomme dann Frühstückshunger.

Joghurt mit Mango und Banane, Brot mit Frischkäse und Käse, Brot mit Camembert und Brombeermarmelade, Ei, Sencha

Zum Essen lese ich den Rest vom Internet leer, danach wird gebloggt und irgendwann vor Hitze auch die Decke weggelegt. Dann noch Französisch, Italienisch, Rätsel, alles weiterhin bei strahlendem Sonnenschein (in der Folge der wahrscheinlich letzte Sonnenbrand des Jahres). Kurz nach 12 ist der morgendliche Reboot beendet.

Ich wusele kurz mit den dringendsten Angelegenheiten im Haushalt herum, dann wartet die gestern verschobene Badewanne auf mich. Abtrocknen, Haare föhnen, Rucksack packen und dann geht es kurz nach 14 Uhr hinaus in die Welt. Mit zwei Straßenbahnen fahre ich nach Friedrichshain, wo ich den Liebsten und das Teilzeitkind zum Streetfood Festival treffe. Wir drehen eine erste Runde zum Erkunden der Möglichkeiten und futtern dann sehr, sehr viel.

Tibetische Momos mit Rindfleischfüllung für das Teilzeitkind und mich, der Liebste isst derweil einen vietnamesischen Hühnchenspieß
Türkische Muscheln mit Reis für mich
Apulischen Panzarotto alla marinara für den Liebsten und das Teilzeitkind
Mexikanische Carnitas-Tacos
Peruanische Ceviche und Empanadas, dazu Spritz-Varianten mit und ohne Alkohol
Keks-Eis-Sandwiches, meines mit Tahini-Keks und Orangenblüten-Eis
Koreanischer Ramen-Corn-Dog
Westafrikanisches Mangobier

Irgendwann sitzen wir sehr vollgefressen am fast leeren Pool und sehen einem Seifenblasenkünstler zu, der die anwesenden Kleinkinder beschäftigt.

Und dann raffen wir uns doch pappsatt zum Aufbruch auf, widerstehen der Versuchung, für teures Geld Pakete mit mysteriösem Inhalt zu kaufen und fahren mit insgesamt drei S-Bahnen nach Südberlin. Dort geht es relativ schnell in die Horizontale (das Histamin kickt ordentlich), Serien gucken. Das Teilzeitkind schaut deutsche Comedy, der Liebste und ich machen mit Being Erica weiter, bis die Vernunft sagt, dass jetzt nicht noch eine Folge dran ist, und dann schlafen wir.