04.06.2026 – Kein Alltag

Wir sprechen ja nicht mehr über den Schlaf. Der Morgen wird dann trotz Homeoffice ein bisschen hektisch, weil ich aus Gründen direkt stadtfein sein muss, bevor es an den Schreibtisch geht. Ich löffle Müsli mit Pfirsich und trinke weißen Tee mit Aloe Vera, während ich den Über-Nacht-Input aus Mexiko in das Projekt von gestern einarbeite und es dann termingerecht abschließe und veröffentliche. Und dann muss ich auch schon fast los, denn heute habe ich mal wieder einen Facharzttermin.

Die Fahrt mit zwei Straßenbahnen nutze ich für Französisch, Italienisch und Rätsel. Dann bin ich die 20 geforderten Minuten vorher da, ziehe eine Wartenummer, werde genau passend zur Terminzeit aufgerufen, dann aber erstmal ins System eingetöckelt und in ein zweites Wartezimmer geschickt. Immerhin das für Kinder mit lustigen Tierbildern an der Wand. Dort muss ich dann gar nicht mehr so lange warten. Dann wird ausführlich untersucht, beraten, abgewogen und ein Schlachtplan für nächste Schritte aufgestellt. Komplizierte Terminabsprache, noch ein weiteres Zimmer mit Erledigungen, dann Dinge zum Einscannen bringen und nach knapp zwei Stunden verlasse ich das Gebäude wieder.

Noch bevor ich in die Straßenbahn steige, bestelle ich ein Bành mì mit Aubergine zum Abholen. Auf das muss ich dann nochmal kurz warten, dann laufe ich damit zuhause, mache mir noch ein Tonic mit Yuzu dazu und habe ein sehr leckeres spätes Mittagessen am Laptop, dafür auf dem Balkon.

Der Nachmittag ist dann unauffällig. Nach Feierabend gehe ich aber mit der Nachbarin von nebenan zu einer Veranstaltung in der Bibliothek. Die Bewohner*innen der Siedlung sind eingeladen, ihre Meinung zum Wohnen einzubringen, bevor der neue Denkmalpflegeplan erstellt wird, der unser Weltkulturerbe mit notwendigen Klimaschutzmaßnahmen in Einklang bringen soll.

Es sind wahnsinnig viele Leute gekommen, das Interesse ist hoch, die Nachbarschaft interessiert und engagiert. Wir bekommen Input von Expert*innen zu Denkmalschutz, Klima und dem architektonischen Hintergrund und diskutieren dann miteinander und mit Vertreter*innen des zu enteignenden Vermieters (Hallo, Senat, es gab da diesen erfolgreichen Volksentscheid, remember?), was gut ist und was nicht und wie man Dinge besser machen könnte. Dazwischen gibt es Freigetränke und Fingerfood, da wir im Prenzlauer Berg sind alles in vegan und vegetarisch, worüber sich nichtmal die ältesten Mitbürger*innen mit ihren Gehhilfen beschweren.

Nach Abschluss der Veranstaltung laufen wir alle in die gleiche Richtung nach Hause und es ergeben sich in verschiedensten Grüppchen nochmal Gespräche, auch über Themen, die heute nicht im Vordergrund standen und ich lerne auch mal Leute aus den anderen Aufgängen in meiner Straße kennen. Mal sehen, ob da regelmäßigere Kontakte entstehen und wie viele Leute im Stadtbild ich jetzt neu grüßen werde können. Insgesamt auf jeden Fall eine tolle Veranstaltung, auch wenn ich feststellen musste, das einige meiner Meinungen auch ganz schön kontrovers sind. Das ist das schwierige mit der Demokratie…

Zuhause dann fragt Noosa, warum ich immer noch nicht mit ihr auf dem Sofa liege und das machen wir dann ausführlich. Nebenbei Liebstentelefonat und dann ganz bald auch wieder Bett, möglichst viel Schlaf unterkriegen, bevor das Katz wieder nachtaktiv wird…

03.06.2027 – Was Schaffen

Wir machen das jetzt hier im Blog so wie in den Gesprächen mit dem Liebsten: Ich erzähle einfach, WENN ich gut und ausreichend geschlafen habe und ansonsten gehen alle einfach davon aus, dass es nicht so war und verhalten sich entsprechend. Morgendlicher Reboot noch vollständig im Bett, dann Arbeitsbeginn und Frühstück auf dem Balkon. Es gibt Kaffee mit Mandelmilch und Rosinenstuten mit Feigenkonfitüre bzw. Pflaumenmus, einen Apfel und einen Pfirsich. Noosa hilft mir kräftig bei der Arbeit und sitzt viel auf meinem Schoß.

Als ein zweiter Bildschirm nötig wird, wechsele ich an den Schreibtisch und mache mir vorher noch eine große Kanne „Tee“: Ingwer und Kurkuma aus dem Kühlschrank, Melisse, Minze, Salbei und Thymian vom Balkon, Honig vom Hasenbruder.

Am späten Vormittag ein Meeting mit Bayern, ansonsten bleibt der Tag meetingfrei. Ich vertiefe mich ordentlich in eine Aufgabe, die an sich nicht umfangreich scheint, aber dann doch in vielen kleinteiligen Details jeden Monat länger dauert, als gedacht.

Zwischendurch ist Mittagspause. Ich esse ein Sandwich und Gemüse und widme mich dann so Life-Admin-Sachen, die mit Geschirr, Wäsche, Pflanzen und dem Katzenklo zu tun haben.

Dann weiter im Text, produktiv bis in den Feierabend. Anlässlich diesem geht es dann mit Straßenbahn und U-Bahn nach Mitte, bei den Ellis nach Post und Blumen gucken – jetzt ja nur einmal, aber bald wieder wöchentlich und dann monatelang, kann ich ja schon mal üben…

Dann von Mitte weiter nach Weißensee, zu einem Mitglied der Immergut-Bezugsgruppe, meine Camping-Ausrüstung abholen. Wir schwatzen noch kurz und ich freue mich wieder einmal über den vielleicht schönsten Innenhof Berlins.

Nach Hause kann ich dann laufen und dann ist auch schon Abendbrotzeit. Ich mache mir Pasta mit Bottarga, Kapern, Knoblauch und Petersilie und setze mich zum Essen und für die Zeit danach bis es dämmert wieder auf den Balkon.

Der Abend vergeht mit noch ein paar Erledigungen, sowohl online als auch am Müllplatz bzw. in der Wohnung. Dann noch Haarewaschen, Noosa müde spielen und gegen halb 11 liegen wir wieder im Bett und schlafen vor.

02.06.2026 – Unter Leuten

Die Nacht ein bisschen besser, die Schlafphasen sind länger und Noosa und ich schlafen bei jedem Aufwachen schnell wieder ein. Entsprechend erholter fühle ich mich am Morgen, auch wenn der Wecker wegen Bürotag früher klingelt. Der Großteil des morgendlichen Reboots erfolgt noch im Bett, nur das Liebstentelefonat erst auf dem Weg zur Bahn und die Rätsel in der Bahn. Vom Aufstehen bis zur Ankunft im Büro höre ich den Podcast, in dem Nilz Bokelberg von seinem kürzlich verstorbenen Bruder erzählt (aktuelle Folge Gästeliste Geisterbahn bzw. Niemand wird verurteilt) und das ist sehr berührend aber auch sehr lustig. Im Büro gibt es dann den guten Kaffee und den Rest vom Rhabarber Crumble zu ersten Aufgaben des Tages.

Dann das gemeinsame Bürofrühstück, heute eher kurz, weil dann der Meeting-Marathon losgeht. Zunächst mit Berlin und Frankfurt, dann nur mit Berlin, dann Mittagspause. Ich hole mir mit einer Kollegin einen Salat und dann sitzen wir draußen, essen und schauen aufs Wasser. Die Gespräche drehen sich um die großen Themen – Behinderungen, Abtreibungen, Leihmutterschaft, Altern, Tod, Beziehungsanfänge unserer Großeltern, deutsch-deutsche Geschichte. Wow.

Dann geht der Meeting-Marathon weiter. Nach einem Call mit dem tiefen Westen des Landes schenken mir die zwei Kolleginnen, die gerade zusammen Urlaub in Griechenland gemacht haben ein Armband, das perfekt zu meinem heutigen Outfit passt – die anderen Kolleg*innen im Team bekamen natürlich auch welche – und Klebe-Tattoos, aber da verzichte ich dankend.

Danach back to back Meetings vor Ort in verschiedensten Konstellationen, nebenbei sammle ich Infos für ein Dokument das ich gerade erstelle.

Das zweite Highlight des Tages ist dann das Kind einer Kollegin, das Mama abholt (gemeinsam mit Papa natürlich) und erstens sehr süße Wassermelonenschuhe anhat und zweitens so herzig mit unseren Büromaskottchen spielt, dass es eins davon leihweise mit nach Hause bekommt – ob und wann wir das wiederbekommen erscheint zumindest fraglich, so innig wird es beim Gehen umklammert.

Irgendwann ist dann Feierabend und ich laufe mit einer Kollegin rüber nach Friedrichshain und dann alleine weiter nach Lichtenberg, endlich wieder Wasserstrampeln! Heute ist überraschend ein anderer Trainer dran, nämlich der von damals hier, der in diesem Fitnessstudio und mit diesem abendlichen Publikum noch etwas mehr aus der Art geschlagen wirkt als in dem anderen mit dem seniorigen Vormittagskurs. Witzig und gut schaffbar, das Training. Ich mag den Opi.

Weil es heute eh so warm ist und ich so müde bin, klemme ich mir Dampfbad und Sauna und mache mich nach dem Duschen direkt auf den Heimweg. Dort angekommen schreit mich Noosa erstmal an, warum ich so spät komme, kuschelt dann aber ausgiebig mit mir. Ich telefoniere mit dem Liebsten, brate mir ein Omelette mit Schafskäse und getrockneten Tomaten, dazu gibt es Gurke mit etwas Artischocken-Dip von gestern und die restlichen Taralli.

Noosa und ich bleiben kuschelnd bzw. spielend auf dem Balkon, bis es ernsthaft dunkel wird und gehen dann gegen 10 mit Buch ins Bett. Ich schaffe ein Kapitel, bis mir die Augen zu fallen.

01.06.2026 – Knospen und Stängel

Neuer Monat, neues Glück also? Beim Schlafen eher nicht. Diese Nacht wird bestimmt von einer aufgeregten kleinen Katze, die mich ständig am wieder Einschlafen hindert. 2-3 Stunden am Anfang und 1-2 Stunden am Ende sind recht erholsam, dazwischen viel Wachliegen, Herumwälzen und liebevolle Krallen abwehren. Entsprechend gerädert bin ich am Morgen und froh, dass der Wecker spät klingelte und ich im Homeoffice bleibe.

Nach morgendlichem Reboot sitze ich pünktlich mit Tee und Müsli am Schreibtisch und arbeite E-Mails und Nachrichten der Urlaubswoche nach. Dann ein erstes Meeting mit Berlin. Zwei Meetings mit dem fernen Westen Deutschlands fallen aus, so dass ich genügend Zeit für meine Aufgaben habe. Mittags gibt es Käsebrot und Radieschen und danach eine Einkaufsrunde für Lebensmittel und Katzenfutter.

Am Nachmittag bin ich schrecklich müde und brauche eine Mate, damit mir die Augen nicht zufallen. Wieder wach machen mich dann die letzten drei Meetings – nochmal Berlin, dann Mexiko City, dann global mit allen. Und dann ist auch schon Feierabend. Ich erledige noch ein paar private Sachen am Laptop und widme mich dann dem Abendbrot.

Es gibt endlich eine frische Artischocke – zum ersten Mal dieses Jahr lachte mich eine gut aussehende beim Einkauf an, dabei ist die Saison vermutlich eigentlich schon wieder längst vorbei. Ich rühre mir dazu einen sehr einfachen Dip an aus Mayonnaise, Dijon-Senf, Gurkenwasser, Limettensaft, Oregano, Thymian, Petersilie und Estragon. Zur Sättigung gibt’s noch Fenchel-Taralli dazu.

Und zum Nachtisch gibt es Rhabarber-Crumble – auch erst der zweite und vermutlich schon wieder letzte selbst zubereitete Rhabarber des Jahres, mit Crumble aus Mehl, Butter, Zucker und Haferflocken, dazu Vanilleeis.

Der Abend vergeht ansonsten mit Podcasts und Telefonaten mit dem Liebsten und dem Bruder. Und dann gebe ich der Müdigkeit einfach nach und liege schon kurz vor 10 im Bett, draußen ist es noch hell. Neuer Versuch mit dem Schlafen, Noosa bringt sich schon in Kuschelstellung…

31.05.2026 – Immergut-Abreise, Sonntag, Monatsabschluss

Der Plan mit dem richtig viel Schlafen hat nicht ganz so gut geklappt wie gestern. Irgendwie habe ich beim Einschlafen die Ohropax vergessen und war dann ab 3 eine Zeitlang knallewach, als der nächste DJ anfing. Bis ich das mit den Ohropax gemerkt habe, dann bin ich nochmal eingeschlafen, aber nicht mehr so tief, wohl auch, weil die Musik am letzten Tag dann eben bis um 6 ging und um 8 die Nacht wärme- und blasenbedingt vorbei ist.

Ich erledige wenig vom morgendlichen Reboot, da kaum Internet ins Zelt zu kriegen ist. Dafür stehe ich früh auf, gehe Zähneputzen, ziehe mich an und packe dann meine Sachen und baue das Zelt ab. Kurz nach 9 sitze ich dann als eine der ersten beim Frühstück, kriege direkt Kaffee und esse mich durch einen Großteil der mir verbliebenen Vorräte. Gegen halb 11 sind auch die letzten der Anderen wach. Ich räume meinen Platz, gehe Müll sammeln und tausche meine fast nicht gefüllten Mülltüten gegen einen neuen Immergut-Beutel ein, statt die 5 Euro Müllpfand zurückzunehmen.

Dann verabschiede ich mich direkt von der Bezugsgruppe, lade meine Campingtasche in den Bus der Beinahe-Nachbarin und mache mich mit leichtem Gepäck auf den Heimweg. Shuttle-Bus (Der Zug ist kaputt), lange Umsteigezeit am Bahnhof, die genau zum Bloggen reicht, RegionalExpress nach Oranienburg, der zum Rätseln reicht, S-Bahn nach Gesundbrunnen, S-Bahn in den Pberg, Heimweg. Das leichte Gepäck ist am Ende trotzdem ganz schön schwer.

Nach insgesamt gut drei Stunden habe ich es geschafft und lasse mich ausgiebig von Noosa anschreien, die einerseits empört ist, dass ich schon wieder so lange weg war, andererseits froh über meine Rückkehr. Wir spielen und kuscheln erstmal eine Runde. Dann packe ich meine Sachen aus und telefoniere zum ersten Mal seit Donnerstagvormittag mit dem Liebsten – ein Hoch auf Telefon- und Internetempfang! Wir erzählen uns die letzten Tage und kommen dann überein, den Rest des Sonntags ganz hart zu chillen.

Ich für meinen Teil komme diesem Anspruch so gar nicht nach, stattdessen

  • wasche ich Wäsche und hänge sie auf
  • mache ich meine Französisch- und Italienisch-Aufgaben
  • lasse ich den Geschirrspüler durchlaufen und räume ihn aus
  • mache ich ausführlichen Katzensport mit Noosa
  • koche ich mir Spaghetti mit einer Marcella-Hazan-inspirierten Sauce aus Dosenkirschtomaten plus Basilikum, einem Rest Käsewürstchen und Parmesan
  • plane ich meine Geburtstagsparty und schreibe die Einladungen
  • beende ich das Katalogisieren der Plattensammlung der Liebsteneltern und finde dabei noch einige Schätze
  • setze ich mich nochmal für zwei Stunden oder so an mein Projekt und dann ist es plötzlich fertig und ich habe jetzt ein neues Zertifikat, mit dem ich mich und meinen Lebenslauf schmücken kann

Dann ist es plötzlich schon halb 10, wo ist die Zeit nur hin? Höhö. Ich lege mich mit einem Wildberry Lillet in die Badewanne, stoße remote mit der Familie auf Oma an, die heute vor 14 Jahren gestorben ist, und denke nach über die Zeit, die vergeht.

Der Mai hat insgesamt ganz schön beschissen angefangen (tatsächlich begannen die Einschläge schon im April, um Ostern herum), so viel privaten, gesundheitlichen und beruflichen Mist auf einmal hatte ich glaube ich noch nie zur gleichen Zeit. Dafür waren die letzten zwei Wochen des Mais dann wohl der Ausgleich, denn plötzlich ging es aufwärts, stimmungsmäßig und in den Entwicklungen. Jetzt noch unverhofft den Projektabschluss schon zum Monatsende und deutlich vor der veranschlagten Zeit geschafft. Vielleicht kann der Monatswechsel auch ein Perspektivwechsel werden und der Rest des Jahres wird jetzt besser? Darauf einen Wildberry Lillet, gute Musik und Noosa kraulen!

30.05.2026 – Immergut Tag 3

Aufwachen ist gegen halb 9, als die Sonne aufs Zelt knallt. Habe also mehr als acht Stunden geschlafen und diese Nacht auch überhaupt nicht gefroren. Konzept „auf dem Festival mal so richtig ausschlafen“ funktioniert ganz gut. Ich blogge vor, was mit wenig Internet vorzubloggen geht, dann die üblichen Verrichtungen des Morgens, Ausflug zu Waschen und Zähneputzen, Frühstück in der Bezugsgruppe, aber weil heute alles etwas später dran ist, warte ich nicht mehr, dass der Kaffee fertig wird, sondern hole mir eine Mate bei der offiziellen Frühstücksrunde, die wieder ähnlich lustig wird wie gestern.

Danach ein Diskussionspanel zu den Krisen in der Welt und wie man mit ihnen umgeht. Unter den Speakern ein Achtklässler, der in Neustrelitz Jugendpolitik macht. Mal gucken, ob das Känguru-sozialisierte Teilzeitkind, das schon ordentlich Meinung zu Parteien hat und bald in die siebte Klasse kommt, auch demnächst was Engagiertes ausbrütet, denke ich mir.

Es folgt ein Workshop zur Zukunft des Immerguts, die anscheinend doch gar nicht so unrosig aussieht, wie befürchtet: Es soll auf jeden Fall weitergehen, über das Wie wird noch diskutiert und wir lassen ein paar Ideen da. Dann zieht es mich aber aufs Gelände, bewaffnet mit einem Chai Latte mit Espresso-Shot.

Dort liest jetzt Sonja Eismann aus ihrem Buch „Candy Girls“ und referiert nebenbei über Seximus und andere -Ismen in der Musikbranche, teils Bekanntes, teils Unbekanntes.

Dann die erste Musik des Tages, Peki Momés aus Leipzig, mit schön entspanntem träumerischen Immergut-Nachmittagssound. Mit ein bisschen mehr Sonne wäre es perfekt gewesen. Direkt danach kommt ein Live-Podcast von Too Many Tabs, der sich sehr witzig mit den Wise Guys und dem Perfekten Dinner beschäftigt, zwei Themen, die bei mir durchaus anschlussfähig sind. Ich esse dazu einen okayen Burrito.

Dann eröffnen La Securité aus Montreal die Zeltbühne für den Tag mit Dance Punk und machen dabei richtig Spaß.

Hinterher geht es zu Dressed Like Boys zurück zum Birkenhain, mit wirklich wirklich schöner Musik aus Belgien, große Empfehlung!

In ähnlichem Stil geht es danach auf der Waldbühne weiter, mit Quickly, Quickly aus Portland, Oregon allerdings verliert sich das Ganze auf der großen Bühne ein wenig und bleibt mir nicht so nachhaltig im Ohr.

Hinterher geht es zurück ins Zelt, zu Blvth aus Berlin, der mir noch von einem der letzten Immerguts ein Begriff ist, aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat – heute auch nicht.

Das geht dem Großteil der Bezugsgruppe auch so, ziemlich schnell treffen wir uns draußen wieder. Ich trinke einen Vodka mit Blutorangenlimo (erster Alkohol seit Freitagnachmittag, ich Spießerin) und esse Pommes mit Mango-Chili-Mayo und Aioli.

Dazu höre ich mir Sorry aus London auf der Waldbühne an, aber so langsam ist die Luft raus und der Histaminspiegel ist schon wieder weit über Gut. Trotzdem interessante Band, muss ich zuhause nochmal reinhören.

Danach noch ein bisschen Brockhoff aus Hamburg im Zelt, bzw. davor, weil es mir drinnen heute echt zu laut ist (Evtl. werde ich nicht nur spießig, sondern auch alt?). Brockhoff kenne ich auch vom Immergut von vor ein paar Jahren, kann man durchaus machen, auch hier wieder: Zuhause nochmal rein hören!

Mir reicht es für heute, die noch folgenden Bands und Acts sagen mir nichts und bis zum Italo-Pop um 2 halte ich eh nicht durch. Also gleiche Nummer wie gestern, gegen 23 Uhr liege ich im Zelt und schlafe vor, für die Zeit in der Noosa mich wieder wachhalten wird.

29.05.2026 – Immergut Tag 2

Erstaunlich, dass Lautstärke den Nachtschlaf weniger stört, als Katzenkrallen im Gesicht. Wenn ich nicht die ganze Zeit gefroren hätte, mit kurz vor 8 immer noch kalten Füßen, hätte ich locker sieben Stunden Schlaf zusammen gehabt, als es gegen 8 plötzlich knalleheiß im Zelt wird und ich endgültig wach werde. Ein kurzer Gang zum Kompostklo, dann mache ich es mir auf dem Schlafsack gemütlich und versuche, den morgendlichen Reboot zu bestreiten, soweit das hier in der Empfangwüste möglich ist. Zum Glück bin ich vom langen Wochenende in der Heide bereits trainiert. Dazu gibt es ein erstes Frühstück mit Müsli und Hafermilch aus dem Becher und einem Apfel.

Als alles erledigt ist, was ich erledigen kann, ziehe ich mich an, gehe Zähne putzen und setze mich dann auf einen Kaffee zur Bezugsgruppe, die auch nach und nach wach wird. Zu 11:30 geht es dann hinüber zur offiziellen Frühstücksrunde mit Uli Brase und Sam Vance-Law, die wieder extrem lustig ist und ein Gespräch mit Moritz Krämer von Die Höchste Eisenbahn und eins mit Future Franz enthält, außerdem einen Tischtennis-Dribbelwettbewerb, die Verkostung von alkoholfreien Cocktails, ein Horoskop und natürlich das Wetter, dass nach scheißekalter Nacht einen schweineheißen Tag verspricht (wörtliches Zitat). Außerdem gibt es hier WLAN, so dass ich hinterher gleich sitzen bleibe und den Reboot finalisiere.

Es folgt eine Gesprächsrunde zur anstehenden Wahl in MV mit einer SPD-Ministerin, Vertreter*innen von Grünen, Linken und Zivilgesellschaft. Der CDU-Mann hat leider abgesagt, die FDP läuft in MV unterm Radar und die andere Partei wurde nicht eingeladen und würde wohl auch nicht kommen. Es moderiert der Chefredakteur von Katapult. Inhaltlich läuft das Gespräch wie die meisten dieser Art, gleiche angedachte Strategien, ein bisschen Hoffnung, ein bisschen Angst vorm Wahlergebnis, echte Lösungen nicht in Sicht.

Ich gehe hinterher zurück zum Zelt und esse ein zweites Frühstück mit Käsebrot, Ei, Würstchen und Radieschen, dann geht es zur Diskussionsrunde um den Wert von Kultur angesichts von Förderungskürzungen, Streamingdiensten, KI und Plattformlogiken. Hier sprechen eine Vertreterin von Audiolith, die Sängerin Mine und mein ehemaliger Minigolf-Buddy Hendrik Menzl vom Kulturland MV (Ex-Supershirt) miteinander. Auch hier ist die Stimmung wenig optimistisch, am Ende muss man auf mündige Konsument*innen, alternative Bezahlmodelle und gesetzliche Regelungen auf EU-Ebene hoffen.

Nochmal kurz zum Zelt, Wasserflasche ablegen, Programmheft holen und dann ist es auch schon Zeit fürs Festivalgelände. Ich hole mir für weiteren Vitaminkick eine alkoholfreie Erdbeerbowle und setze mich zur unterhaltsame Lesung von Magda Wystub, die über „Queere Tiere“ informiert. Klingt nach einer guten Geschenkidee für Menschen, die schon alles haben. Danach spielt Future Franz aus Hamburg und das bemerkenswerteste daran ist der Arc de Triomphe, den er das Publikum nachstellen lässt. Ein bisschen cringe, wie viele da mitmachen, aber es ist ja noch sehr früh am Tag, später am Abend hätte ich das vielleicht anders wahrgenommen.

Danach wieder Lesung – Sveamaus liest aus „Image“ und eigentlich wollte ich dabei gemütlich wegdösen (hatte ja keinen Mittagsschlaf heute), aber sie liest so mitreißend und der Text ist so witzig, dass ich hellwach bleibe und mich wieder aufsetzen muss. Das Buch wandert stantepede auf meinen Wunschzettel.

Als Nächstes eröffnen Rip Magic aus London die Zeltbühne, es ist mir aber zu „noisig“ und generell noch zu dunkel da drinnen. Ich hole mir Pasta mit Pistazienpesto und sitze lieber weiter draußen und belausche den Soundcheck von Kapa Tult aus Leipzig. Die machen dann auch genauso viel Spaß, wie der Indiejunge mir seit Jahren versichert, erstes musikalisches Highlight des Tages. Ich bin aber immer noch sehr müde und hole mir dann einen Espresso Tonic, mit dem ich mich vor die Waldbühne stelle und die große musikalische Neuentdeckung des Tages anhöre.

The Tullamarines aus Adelaide, Australien, spielen Indie Rock als wären die letzten 20 Jahre nie passiert. The Hives meets The Wombats meets Arctic Monkeys meets… Ihr wisst schon. Ganz groß und wir tanzen uns trotz einsetzendem, nicht angekündigtem, Regen die Seele aus dem Leib. Überhaupt ist dieses Immergut wieder wohltuend rockig und es gibt wieder viel mehr „echte“ Bands mit mindestens drei Mitgliedern, viele davon Frauen. Und viel internationaler ist es auch wieder geworden, so schön!

Danach geht es direkt mit Ebbb aus London im Zelt weiter, auch gut tanzbar, aber etwas weniger fröhlich und wieder ganz schön laut, zumindest da vorne an der Bühne. Ich streiche nach der Halbzeit die Segel und laufe nochmal bisschen draußen rum.

Dann der Programmpunkt „Kenne ich vom Immergut und ist jetzt Mit-Headliner“: Die großartige Fuffifuffzich aus Berlin, die seit dem letzten Jahr ihre Show nochmal mehr professionalisiert hat und mit noch mehr Attitüde auftritt, aber eben auch das ganze Publikum hinter sich hat. Sie liefert auch den täglichen Festival-Coversong, heute ist es „Alkohol“ von Grönemeyer, der aber kaum wiederzuerkennen ist, so viel Fuffi-Sound steckt drin.

Danach Programm-Geshuffle: Mine hat nach der Gesprächsrunde vorhin festgestellt, dass ihre Kehlkopfentzündung noch nicht auskuriert ist und musste ihren Auftritt absagen, stattdessen wird erstmal der Auftritt von Kabeaushé aus Kenia vorgezogen, der mir ein bisschen too much ist. Leider regnet es inzwischen richtig ergiebig. Mir fehlt die Geduld, auf Chloe Slater (aus Manchester) zu warten und ich weiß zu wenig über die neu eingesprungenen GiGi Girls, dafür finde ich die Vorstellung von mehr Schlaf diese Nacht sehr verlockend und ich laufe durch den Regen schnell zurück zum Zelt. In Schlafanzug und Schlafsack stelle ich schnell noch fest, dass die GiGi Girls eine Italo-Pop-Band aus Köln sind, die ich bestimmt gerne gesehen hätte, aber da ist es schon zu spät und außerdem regnet es immer noch. Dann also Augen zu gegen 23 Uhr!

28.05.2026 – Immergut Tag 1

Die Nacht unter Schlafsgesichtspunkten nach den ersten drei Stunden wieder vernachlässigbar. Noosa zeigt ihre Liebe durch Anstupsen und das Anstupsen beinhaltet Krallen und die Krallen tun weh und davon werde ich wach. Hier nochmal ein bisschen dösen, da nochmal kurz wegnicken, aber irgendwann ist die Nacht dann endgültig vorbei und der morgendliche Reboot beginnt so früh, dass ich mit allem (außer dem Liebstentelefonat) fertig bin, als um 8 der Wecker klingelt. Dann telefonieren wir und danach gibt es Frühstück auf dem Balkon.

Es folgt eine Phase relativ hektischer Betriebsamkeit mit Sachen packen, Pflanzen gießen, Katzenklo sauber machen, Müll wegbringen, Noosa bespielen… Kurz noch 10 ein Abschiedstelefonat bis Sonntag, bevor ich wieder dahin reise, wo es wenig Empfang gibt und Akku gespart werden muss. Dann laufe ich schwer bepackt (Rucksack, Proviantbeutel, Shoulder Bag, Zelt, Schlafsack, Isomatte) zur S-Bahn und fahre mit umsteigen nach Oranienburg (die Bausituation verdoppelt die Reisezeit nach Neustrelitz fast). In der Bahn mit mir eine amerikanische Touristenfamilie auf dem Weg zu einer Veranstaltung in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Ich beobachte und höre zu und schließe aus optischen und akustischen Hinweisen darauf, wer da wie familiär zusammenhängt und wo geboren ist und denke mir im Kopf bereits einen halben Familienroman aus.

Dann sind wir aber schon da und ich treffe auf zwei Personen der Festivalbezugsgruppe, im RegionalExpress sind zwei weitere. Der Zug kam verspätet an und fährt verspätet los, die Reisezeit inzwischen fast die dreifache der normalen (wenn die denn planmäßig ginge). Im Zug wird so bereits eine Flasche Prosecco geleert, außerdem eine Flasche Weißwein, zur Schorle verdünnt. In Neustrelitz steigen wir in den Pendelzug um, plaudern mit der Zugbegleiterin und plötzlich haben wir alle einen Schnaps in der Hand. Zum Glück in der Flasche, den hebe ich mir für später auf.

Dann Ankommen, Bändchen holen, Rest der Bezugsgruppe finden, Zelt aufbauen, sitzen. Es gibt Geburtstagskarottenkuchen und die erste Flasche Crémant wird aufgesäbelt. Ich esse schnell noch Brot, Wurst und Ei hinterher und traue mir dann noch den Schnaps zu. Dann reicht es aber für heute bereits mit Alkohol (für mich) und weil der Liebste ja gesagt hat, ich solle mich auf dem Festival schön ausschlafen, lege ich mich erstmal für einen Power Nap hin und ratze 20 Minuten weg, das klappt erstaunlich gut.

Danach wieder sitzen, erzählen, Musik hören. Zwischendurch kommen die Platzwächterinnen vorbei und wir müssen zwei Zelte, darunter meines, noch einmal versetzen. Gut, dass der Nap schon hinter mir liegt! Ich trinke Wasser gegen die Histamine und lausche Gesprächen und Musik, bis es mir zu laut und anstrengend wird und ich mich aufs noch ruhige Festivalgelände zurück ziehe. Hier gibt es ein Maracuja-Eis (Vitamin C!) und zirpende Grillen. Ab 18:20 dann Musik und Menschen.

Erst spielen Snuggle aus Kopenhagen zu zweit verträumten Gitarrenpop mit schönem Gesang am Birkenhain, dann eröffnet Ellis-D aus Brighton die große Bühne – richtige rotzige Rockband mit fünf Leuten auf der Bühne! Hinterher hole ich mir eine Dosa mit Kartoffelcurry, Koriander und Chutneys, unbedingt zu empfehlende Bereicherung des Immergut-Speiseplans, bevor ich weiter zu Gelée laufe, einem poppigen Duo aus Rostock, dessen Sängerin eine Wahnsinnsstimme hat und die Menschen zum Tanzen bringt. Dann die erste große Neuentdeckung des Abends: Heidi Curtis aus Nordengland auf der Waldbühne.

Sie sagt, sie hat noch nie ein Open Air mitten im Wald gespielt und findet, wir sehen alle toll aus. Außerdem erscheint um Mitternacht ihre erste EP und wenn wir noch nichts vorhaben, sollen wir die dann doch hören. Und sie rockt richtig los und auch sie hat eine Wahnsinnsstimme, Typ folkige Rockröhre. Das passt dann auch gut zum ersten Coversong des Festivals: Because the Night in der Patti-Smith-Version. Spätestens da hat sie das Publikum, ich war schon ein paar Songs früher überzeugt und bin versucht, dem Liebsten eine Empfehlung zu schicken – kein Netz.

Als Nächstes spielen Waving the Guns aus Rostock stabil antifaschistischen Hip Hop, holen dazu auch die zwei Gelée-Menschen mit auf die Bühne, wodurch auch dieser Auftritt Frauenanteil hat, und zeigen auch so, dass es in MV jede Menge gute Leute gibt, die es wichtig ist, zu unterstützen, z. B. in dem das Immergut, das in diesem Jahr zum letzten Mal in der angestammten Art stattfindet, in irgendeiner Form erhalten bleibt und den Menschen Kraft geben kann, für das was kommt.

Inzwischen ist es sehr kalt geworden, zum Glück steht das Publikum sehr eng und tanzt, so dass ich noch bis zum Headliner des Abends, Die Höchste Eisenbahn, aushalte – die einzige der heutigen Bands, die ich vorher wirklich kenne (peinlich, dass WTG unter meinem Radar gelaufen ist) und die einzige ohne weibliche Menschen auf der Bühne – sind halt schon etwas älter, die Herren. Macht trotzdem sehr viel Spaß und spätestens bei den großen Hits wird nochmal ausgiebig getanzt, bevor ich mich dann sehr schnell ins Zelt verziehe, gegen halb 1 die Augen zu mache und dann erstaunlich gut schlafe, während draußen noch Karaoke und Disco laufen.

27.05.2026 – Off Day, Bienenstich, Projekt

Noosa ist sehr erfreut, dass ich wieder da bin, und lässt mich das die ganze Nacht über immer wieder wissen. Entsprechend gerädert bin ich am Morgen, aber ich habe ja zum Glück frei. Ausführlicher morgendlicher Reboot, dann Frühstück auf dem Balkon mit Restekuchen und Espresso Tonic. Es hochsommert immer noch, aber bei Temperaturen, die eher zum Mai passen.

Gegen Mittag bin ich bereit für einen kleinen Ausflug in die Stadt. An der Straßenbahnhaltestelle krabbelt mich etwas im Nacken und als ich es wegwedeln will, sticht mich die Biene in den linken Ringfinger. Hmpf. Leicht panisch entferne ich den Stachel schnell mit dem Finger, aber es scheint nochmal gut gegangen zu sein, der Finger schwillt nur in erträglichem Maße an und mit Kühlung durch eine kalte Dose Oolong-Pfirsich-Tee aus dem Asiamarkt geht es bald wieder. Trotzdem ein unnötiger Schreck und Schmerz und Bienentod.

Im Asiamarkt hole ich außerdem Dashi, im Sportladen eine neue Trinkflasche und ein neues Bikini-Oberteil. Eine Trinkflasche ging letzte Woche auf dem Heimweg von der re:publica Verschütt, die andere liegt beim Liebsten und morgen brauche ich eine. Das Bikini-Oberteil passt jetzt in der dritten Größe wirklich. So langsam ist ja jetzt auch Saison, vielleicht bekomme ich inzwischen online auch nochmal Alternativen zum Wechseln. Auf jeden Fall für nächsten Dienstag wieder Wasserstrampeln gebucht (für das Planschen im See zu Pfingsten reichte noch das ausgeleierte).

Auf dem Rückweg Proviantkäufe fürs Festivalwochenende. Wieder zuhause setze ich mich an mein Projekt und komme den Nachmittag über sehr gut voran. Dann Tratsch mit der Mitbewohnerin und letzte Kartoffeln, Quark und Leinöl, dazu Balkonkräuter.

Es folgt eine frühe Badewanne und dann ein weiterer italienischer Film, diesmal Il Treno dei Bambini, der in der Nachkriegszeit spielt und zeigt, wie die Kommunist*innen im Norden arme Kinder aus dem Süden zu sich einluden, um sie aufzupäppeln und welche emotionalen Nachwirkungen das für alle Beteiligten hatte. Schön zu sehen auch die verschiedenen Dialekte und Kulturen, damals noch viel ausgeprägter als heute.

Letztes Liebstentelefonat für heute, frühes Schlafengehen. Die ersten drei Stunden klappen ohne Unterbrechung…

26.05.2026 – Und zurück

Frühes Aufwachen in der Hütte, der Liebste ist schon wieder im Abreisemontag, lässt sich aber noch eine ganze Weile mit Kaffee im Bett halten. Dann aber bewegen wir uns alle drei nacheinander durchs Bad und wer nicht im Bad ist, packt und räumt. Beim Ausräumen des Kühlschranks wird ein Rühreibeschluss gefasst und Kuchen ist auch noch da – es gibt also noch zusätzliche Frühstücksgäste.

Danach geht das Rückbauen der Hütten in den Originalzustand weiter, es ist ganz erstaunlich, wie sehr wir uns in nur vier Tagen breitgemacht haben. Irgendwann ist alles fertig, wir checken aus und treffen uns mit dem Rest der Bande erst auf dem Campingplatz und kurz darauf am See, der heute ohne Feiertag schön leer ist.

Der Liebste und das Teilzeitkind gehen nochmal bis zu den Knien rein, dann verabschieden wir uns endgültig und steigen ins Auto. Da wir diesmal direkt zu mir fahren, ist die Route komplett anders als auf der Hinfahrt. Es geht eine lange Zeit über Land hinüber nach Mecklenburg und dann nähern wir uns Berlin von Norden über die Autobahn. Gegen 16 Uhr hilft mir der Liebste mein Gepäck hoch tragen und verabschiedet sich dann für die Weiterfahrt nach Südberlin.

Noosa bleibt unterm Bett, bis ich fast mit dem Auspacken fertig bin (die Mitbewohnerin ist auch gerade am Räumen und raschelt mit großen Mülltüten, das ist alles unheimlich) und die Waschmaschine läuft, kommt dann aber raus und dann wird erstmal gekuschelt und gespielt, als gäbs kein Morgen. Wir halten fest: 4 Tage weg ist machbar, wenn die Mitbewohnerin zuhause ist.

Ich erledige meinen morgendlichen Reboot am frühen Abend und bestelle mir dann hitzeentsprechend vietnamesisches Essen. Dazu gibt es der Wissenschaft halber nochmal Regionalfernsehen aus Westdeutschland, zum Vergleich.

Irgendwann will Noosa dann die große Kuschelspielwiese und wir wandern vom Balkon aufs Bett. Da kann sie sich richtig an mir austoben und ich nebenbei den Film Mio Papà sehen (auf Italienisch, aber mit englischen Untertiteln, weil der Dialekt ziemlich stark ist und ich alles mitbekommen will), der ganz gut ist, mich aber mit einem offenen Ende ziemlich irritiert zurück lässt.

Dann noch ein letztes Telefonat mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind und dann ist für alle auch schon Schlafenszeit.