re:publica 17 – Love Out Loud #rp17 – Tag 1

Nur kurz, weil m├╝de:

Au├čerdem noch: Sch├Ân, so viele bekannte Gesichter zu sehen, auch wenn ich nur mit einem bisher unbekannten richtig geredet habe. Zweimal in Sessions aufgefordert worden, die Augen zu schlie├čen. Beide Male mit darauf folgendem Erkenntnisgewinn.

Vorsatz f├╝r morgen: 1. mehr mit Leuten reden, 2. mich nicht mit verk├╝rzten Urteilen im Vorbeigehen zwecks Smalltalk zum L├Âffel machen. 3. 15 Sessions besuchen. Und Karaoke. Mal gucken, wie das alles zusammenpasst…

Tagebuch-5 im Mai 2017 #WMDEDGT

Wie das immer so ist mit den hehren Vors├Ątzen zum regelm├Ą├čigen Bloggen: Es ist mal wieder ein ganzer Monat vergangen. Dabei habe ich einen Post ja schon eine ganze Weile im Hinterkopf und frickele in Gedanken auch immer mal wieder daran herum, aber noch fehlte die Mu├če des tats├Ąchlichen Aufschreibens. Nun jedenfalls erstmal wieder, und sogar noch um einen Tag versp├Ątet, der 5. des Monats und was ich so gemacht habe. Der Rest findet sich wie immer bei Frau Br├╝llen.

Die Fr├╝hlingsmorgen beginnen dieser Tage eigentlich immer damit, dass unser kleiner Nachbarsjunge, der sein Zimmer praktischerweise genau unter unserem Schlafzimmer zu haben scheint, aufwacht und lautstark nach Mama, Oma oder Papa ruft. Inzwischen baue ich das oft einfach schon in meine Tr├Ąume ein und werde gar nicht mehr richtig wach. Irgendwann kommt dann aber der Wecker des Hasen dazu und ich kann nicht mehr dagegen ank├Ąmpfen, dass die Nacht vorbei ist. Immerhin kann ich aber noch eine ganze Weile liegen bleiben. Der Hase steht auf und ich werfe erste verstohlene Blicke auf das Handy. Es ist kurz nach 7. Ich checke Mitteilungen, scrolle mich durch Timelines, lese Nachrichten und d├Âse dabei immer mal wieder weg, bis dann um 7:30 auch mein Wecker klingelt.  Ein paar Minuten unter der Bettdecke gebe ich mir noch, w├Ąhrend ich ├╝berschlage, was heute alles auf dem Programm steht und was ich daf├╝r brauche. Der Hase kommt noch einmal kurz rein, um sich ins B├╝ro zu verabschieden und dann ├Âffne ich die Headspace-App und meditiere. Momentan habe ich das Focus-Package am Start, was auch dringend n├Âtig ist. Immerhin schaffe ich es, mir die zehn Minuten t├Ąglich auch wirklich zu nehmen.

Kurz nach 8 stehe ich dann auf, gehe ins Bad, lasse mir von den Katzen bei den morgendlichen Verrichtungen zusehen und ziehe mich dann an. Zwischendurch bekommen die Miezen noch ein wenig extra Trockenfutter, weil sie momentan mit dem Nassfutter nur so semizufrieden sind und au├čerdem leichten Durchfall haben, der sich aber zum Gl├╝ck schon deutlich gebessert hat. Dann d├╝rfen sie noch einmal kurz auf den Balkon, w├Ąhrend ich meine Sachen f├╝rs B├╝ro zusammenpacke, l├╝fte und das Bett mache. Dann werden die Katzen wieder reingeholt und noch einmal ausgiebig bekuschelt, bevor ich kurz nach halb 8 die Wohnungst├╝r hinter mir zuziehe.

Ich laufe durchs k├╝hle, leicht regnerische aber fr├╝hlingsgr├╝ne Berlin voller bl├╝hender Blumen zur Tram. Dort erk├Ąmpfe ich mir relativ schnell einen Sitzplatz und kann dann in aller Ruhe im Ulysses weiterlesen. Am Alex wechsle ich in die U-Bahn, finde wieder direkt einen Sitzplatz (der Vorteil, wenn man nicht genau zu um 9 ins B├╝ro f├Ąhrt, sondern 1-2 Bahnen sp├Ąter dran ist) und lese weiter. Im B├╝ro angekommen schnappe ich mir direkt am Empfang ein paar Haribo-Fr├Âsche als Wegzehrung bis zu meinem Platz in der fast hintersten Ecke des verwinkelten Geb├Ąudes. Dort angekommen gibt es einen kurzen Plausch mit den Kollegen. Ich koche mir eine Kanne Earl Grey und bereite mir aus Haferflocken, Milch, Banane und Zimt in der Mikrowelle ein Porridge zu. Das esse ich dann am Platz, w├Ąhrend ich E-Mails beantworte und ein paar ├╝ber Nacht eingetroffene Aufgaben abarbeite.

Gegen 11 wechsle ich “nur mal kurz” hoch ins Betriebsratsb├╝ro und bereite die ├ťbergabe von einigen T├Ątigkeiten vor, die ich n├Ąchste Woche aufgrund meines Bildungsurlaubs re:publica-Besuchs nicht selbst wahrnehmen kann. Dazu bastele ich ein paar Vorlagen, ├╝berlege mir, wie ich meine Vertretung (die noch kaum Vorkenntnisse hat) am besten in die Thematik einarbeite und r├Ąume mein Archiv auf. Dabei fallen mir direkt noch ein paar Details auf, die uns in einem aktuellen Vorgang weiterhelfen k├Ânnen und stelle nochmal einige Fragen in der Personalabteilung. Aus “nur mal kurz” wird dann so doch schnell mal wieder eine Stunde, aber die war immerhin sehr produktiv. Zur├╝ck an meinem eigentlichen Arbeitsplatz (ich nenne es seit neuestem liebevoll meinen “day job“, gerade weil der andere in den letzten Wochen deutlich an Volumen zugenommen hat, widme ich wieder dem Tagesgesch├Ąft.

Um 13:15 gehe ich mit der besten Kolleginnenfreundin in die Pause. Wir holen uns einen Burrito bei Chupenga und erz├Ąhlen uns die neuesten Entwicklungen aus unserem Freundeskreis. Es tut gut, zwischendurch mal ├╝ber was ganz anderes reden zu k├Ânnen als immer nur ├╝ber die Arbeit. Ich kann jedem und jeder nur empfehlen, sich Freunde an den Arbeitsplatz zu holen…

14:00 bin ich dann mit den anderen wieder im Betriebsratsb├╝ro verabredet. Wir m├╝ssen lachen, weil drei von vier Leuten sich ihr Mittagessen (oder in meinem Fall die Reste davon) dazu mitgebracht haben. ├ťber Arbeitspausen und unsere Vorbildwirkung bei der Einhaltung derer m├╝ssen wir wohl nochmal ein ernstes W├Ârtchen reden. Immerhin hat jemand Muffins und Brownies mitgebracht, so dass wir gut durch den Nachmittag kommen. Wir haben einiges zu besprechen und planen, dann halten wir offiziell die heutige Sitzung des Personalausschusses ab. Danach f├╝hre ich meine Vertretung in die Geheimnisse der Protokollf├╝hrung bei Personalausschuss- und Betriebsratssitzungen ein. Drei Tage re:publica bedeuten auch, dass drei Protokolle ohne mich erstellt werden m├╝ssen. Am Ende ist es schon 16:45, als ich wieder an meinem Arbeitsplatz bin und nochmal eine Dreiviertelstunde an meinen t├Ąglichen Aufgaben sitze.

Zwischendurch schreibt der Hase und fragt, ob wir uns gleich kurz noch treffen k├Ânnen, mein Arbeitsplatz liegt genau auf seinem Weg von seinem neuen B├╝ro zum Ort der heutigen Betriebsfeier und er m├Âchte mir noch schnell K├Ąse und Brot ├╝bergeben, die er heute morgen gekauft hat und nicht mit zur Party nehmen will. Um 17:45 verlasse ich das B├╝ro und hole noch schnell Geld am Automaten und neues Duft├Âl zur Bek├Ąmpfung des Katzenklo-Dufts zuhause. Dann treffen wir uns am Alex kurz beim Umsteigen, erz├Ąhlen uns von unserem Tag und packen Dinge von seinem Rucksack in meinen. Auf dem Heimweg in der Tram lese ich ein wenig im Internet herum.

Kurz vor 19:00 bin ich dann zuhause. Als erstes wollen die Katzen ihr Abendbrot haben, dann mache ich es mir mit Laptop und Katzen auf der Couch bequem. Eigentlich wollte ich jetzt mit einer guten Freundin telefonieren, von der ich schon eine ganze Weile nichts mehr geh├Ârt hatte, aber irgendwie bin ich schon completely talked out heute. Hunger habe ich nach Burrito und Teilchen auch keinen mehr. Also lasse ich mich einfach von meinen Serien berieseln und schaue die in den letzten Wochen verpassten Folgen von The Americans, Modern Family, Speechless, The Big Bang Theory und Scandal (Madam Secretary und Jane the Virgin hatte ich gestern schon “abgearbeitet”). Dann wechsle ich von der Couch in die Badewanne und die Serie zu Crazy Ex-Girlfriend. Als ich schrumplig bin (und das Wasser zu kalt), steige ich aus, putze mir die Z├Ąhne, mache das Katzenklo sauber und gehe ins Bett. Ich versuche es noch einmal kurz mit Lesen, muss aber schnell aufgaben und schlafe kurz nach Mitternacht tief und fest.

Keine Fotos heute.

Tagebuch-5 im April 2017

Wer regelm├Ą├čig bloggen will, dem kommen solche sch├Ânen Aktionen wie WMDEDGT nat├╝rlich entgegen, die ├╝brigen Beitr├Ąge gibts wie immer bei Frau Br├╝llen.

Gegen 7 werde ich vom mir ins Ohr br├╝llenden Kater geweckt. So langsam gew├Âhne ich mich an die von der Hasenkrankheit bedingten N├Ąchte im Katzenbett. (Exkurs: Die Katzen schlafen am liebsten in unserem G├Ąstezimmer, in das ich momentan auch nachts ausweiche, um die Mandelentz├╝ndung des Hasen von mir fernzuhalten. Zwischen dem Schlafzimmer und den Katzen sind nachts zwei T├╝ren, so dass wir sie quasi nie h├Âren, ihr n├Ąchtlicher Aktionsradius aber ganz sch├Ân eingeschr├Ąnkt ist. Ich m├Âchte sie daher nicht auch noch aus dem G├Ąstezimmer und teile gro├čz├╝gig die 90 x 200 cm Bett mit ihnen.) Abends lasse ich mich von Noosa in den Schlaf schnurren, die dazu direkt neben meinem Kopf liegt, des N├Ąchtens muss ich mich ab und zu um die zwei Schlafnasen drumherum wickeln und morgens werde ich dann von Nimbin geweckt. Aber um 7 ist eine okaye Zeit, 30 Minuten sp├Ąter klingelt der Wecker sowieso.

Ich lese Nachrichten und Benachrichtigungen (Reihenfolge: Messenger aller Art, E-Mails, Facebook, Instagram, Twitter) und dann ein wenig in den Timelines (Facebook, Instagram, Twitter). An manchen Morgenden reicht es dann noch f├╝r SPON oder den Feedreader, heute aber rennt mir die Zeit davon. Um 7:45 wird meditiert (heute schon den 7. Tag in Folge wieder, juhu!) und 8:00 dann aufgestanden. Es folgt: Bad, anziehen, Katzen f├╝ttern, Wassern├Ąpfe auffrischen, Sachen zusammensammeln, vom Hasen verabschieden und gegen 8:30 das Haus verlassen.

Eigentlich m├Âchte ich mir Fr├╝hst├╝ck in einem meiner Stammcaf├ęs holen, aber das hat wieder einmal noch zu. Also nehme ich die Ringbahn zur Sch├Ânhauser Allee, hole mir eine Johannisbeerschnecke und setze mich schon dort in die U2. So richtig mit Sitzplatz, den kriege ich am Alex tats├Ąchlich eher selten noch ab.

Corporate Identity
Im B├╝ro angekommen gibt es ein paar letzte Besprechungen zum heutigen Wahlkampfauftakt, dann koche ich mir meinen Tee und fahre den Rechner hoch. E-Mails bearbeiten, Dinge abarbeiten, ein kleines Brainstorming-Meeting mit dem Team… Der Vormittag geht ganz sch├Ân schnell vorbei.

In der Mittagspause kaufe ich Brot, K├Ąse, Duschgel und eine ├ťberraschung f├╝r den kranken Hasen ein und hole noch zwei Onigiris, die ich dann wieder zur├╝ck am Arbeitsplatz verspeise.

Onigiri
Um 15 Uhr gibt es eine Sitzung des Personalausschusses, bei der ich Protokoll f├╝hre. Danach trifft sich unsere Wahlliste zu einer kleinen Werbeaktion. Hinterher sind weite Teile des B├╝ros mit unseren Plakaten zugekleistert. Noch eine halbe Stunde Tagesgesch├Ąft, dann wird der Rechner wieder runtergefahren und alles versammelt sich zum viertelj├Ąhrlichen All-Hands-Meeting, bei dem es einen ├ťber- und Ausblick zu aktuellen Geschehnissen und Projekten gibt. Danach laufen wir alle gemeinsam hin├╝ber in unsere neuen B├╝ror├Ąume, die der Gro├čteil der Belegschaft heute zum ersten Mal besichtigen kann. Noch ist alles im Rohzustand, bis wir dann in ein paar Monaten einziehen wird noch viel passieren.

Trotzdem genie├čen wir die Ausblicke aus dem Dachgeschoss und von der Terrasse, erkunden das Geb├Ąude und unsere zuk├╝nftigen Arbeitsbereiche und unterhalten uns bei Pizza, Snacks, Bier, Sekt und Softdrinks. Auffallend oft sind Wahlkampf und Wahlen das Thema und es gibt viel positives Feedback zu unserer Aktion. “Ihr habt wohl mehr Marketing-Budget als ganz EMEA!” und “Ich w├Ąhle Euch hundertprozentig!” sind meine beiden Lieblingszitate dazu.

Aussicht
Nach etwas ├╝ber zwei Stunden mache ich mich dann auf den Heimweg und nutze dieselbe Route wie morgens. In der S-Bahn dr├╝cke ich einem Obdachlosen den Inhalt meines Kleingeldfachs in die Hand (knappe 3 ÔéČ, gestern fr├╝h waren es noch ├╝ber 10 in viel zu vielen M├╝nzen) und jetzt habe ich wieder ein verschlie├čbares Portemonnaie. Ich laufe durch den Fr├╝hling nach Hause, packe die Eink├Ąufe aus und begr├╝├če den Hasen. Wir erz├Ąhlen uns gegenseitig von unserem Tag und gehen dann noch ein paar Dinge durch, die dringend noch zu besprechen sind (beides sehr B├╝rokratie- und Papierkram-lastig heute…).

Dann ziehe ich mich mit dem Laptop auf die Couch zur├╝ck, lese ein wenig im Internet herum, k├╝mmere mich um Korrespondenz und schreibe diesen Text …und sp├Ątestens um 11 lasse ich mich dann wohl wieder von Noosa in den Schlaf schnurren!

 

Doppeldecker-Waffeln mit Brombeer-Quark-F├╝llung

Waffeln

Letztes Wochenende waren wir in Leipzig und besuchten das Hasenpatenkind samt Familie. Eines der Highlights des Besuchs war das gemeinsame Waffelnbacken und -essen auf der Terrasse. Nun ist es so, dass ich mich ja an sich ├╝ber jedes Waffelessen freue, dann aber doch oft entt├Ąuscht bin. Gut schmecken sie ja meistens, aber eben nicht so, wie ich das aus meiner Kindheit kenne. Und weil ich also letztes Wochenende ein wenig herumwimmerte, dass die Waffeln zu knusprig und trocken sein, habe ich dann dieses Wochenende “richtige” Waffeln gebacken. So wie Waffeln zu sein haben. ­čśë

Das Teig stammt aus dem klassischen “Das Backbuch” des Verlags f├╝r die Frau, das meine Mama im K├╝chenregal stehen hatte und in dem ich oft fasziniert bl├Ątterte. Zwei Seitenzahlen konnte ich damals auswendig (Heute nicht mehr so ganz, aber man k├Ânnte mal auf 208 und 11 nachgucken. Oder 108 und 211? Irgendwie so…), n├Ąmlich die f├╝r unseren Pl├Ątzchenteig (“Zauberkekse”) und die f├╝r den Waffelteig (“Festtagswaffeln”). Diese beiden Rezepte habe ich mir dann auch zu meinem Auszug nach dem Abitur in so ein kleines Heftchen abgeschrieben, aus dem nach und nach mein eigenes Rezeptbuch werden sollte.

Die Zutaten konnte ich schon in recht jungen Jahren zusammenr├╝hren und durfte dann auch ganz schnell alleine auf dem alten gelben Kontaktgrill die Waffeln backen. Da dieser keine spezielle Form hatte, sah jede Waffel individuell aus und die Gr├Â├čen variierten beachtlich. F├╝r unsere Variante der Waffeln, die es so wahrscheinlich in keinem Backbuch gibt, wurden gr├Â├čere Waffeln halbiert und kleinere einfach so aufeinander gestapelt. Dazwischen kam jeweils eine Schicht Quarkspeise (mit Milch glattger├╝hrter Quark vermischt mit Marmelade, typischerweise selbstgemachte Brombeer-, Johannisbeer- oder Erdbeermarmelade aus dem Garten). Diese Doppeldeckerwaffeln konnte man dann wie eine Klappstulle ganz einfach aus der Hand essen (und sich dabei herrlich mit Quarkspeise einsauen).

Die Herstellung dieser Waffeln hat etwas meditatives – erst kommt ein Klecks Teig auf den Grill, der sich dann beim Zuklappen zurechtquetscht. Dann kommt ein Klecks Quarkspeise auf die untere Waffel, der sich dann wiederum beim Zuklappen zurechtquetscht. Am Ende hatte man lauter Unikate, an deren Rand gerne mal Quarkspeise hervorquoll. Wie eine Klappstulle konnte man diese dann noch sch├Ân hei├č essen und sie schmeckten wirklich sehr anders, als was ich sp├Ąter im Leben als “Waffeln” vorgesetzt bekam.*

Der alte Kontaktgrill hat nun schon eine ganze Weile das Zeitliche gesegnet und ich buk dann heute mit unserem standardisierten Waffeleisen in Herzchenform. Ging aber erstaunlicherweise ganz genauso gut. Gl├╝cklicherweise war der Hase dann auch ebenso gl├╝cklich ├╝ber die Waffeln wie ich, obwohl er letztes Wochenende noch sagte, dass er ja vor allem knusprig gebackene Waffeln mag und diese innen drin eher weich sind. Darf und werde ich also wieder backen!

Rezept: Doppeldecker-Waffeln mit Brombeer-Quark-F├╝llung

Zutaten Waffelteig

  • 150 g Margarine (es ist ein DDR-Kochbuch ­čśë Ich habe Butter genommen)
  • 125 g Zucker, 1 P├Ąckchen Vanillezucker (ich habe unseren selbstgemachten Vanillezucker verwendet┬áund direkt 150 g davon genommen)
  • 3 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 3 geriebene Bittermandeln (Die sind nichtmal zur Stollenzeit leicht zu bekommen und Bittermandelaroma hatte ich nicht im Haus, aber ohne schmecken die Waffeln auch super!)
  • 125 g Mehl
  • 75 g St├Ąrkemehl
  • 1/2 TL Backpulver
  • 4 EL saure Sahne

 

Zutaten F├╝llung

  • 500 g Quark (Es bleibt┬áetwas ├╝brig, aber Quarkspeise kann man ja auch super sp├Ąter noch essen oder weiterverarbeiten)
  • ca. 100 ml Milch zum Glattr├╝hren
  • 3 EL Brombeermarmelade (selbstgemachte von der Tante)

 

*Die zweitbesten Waffeln meines Lebens gab es ├╝brigens im Urlaub an der schwedisch-norwegischen Grenze, mit oberfruchtiger Erdbeermarmelade drauf!

April

Im April werde ich… mal gucken, ob ich es noch kann. Und:

  • Waffeln backen, und zwar nach dem Rezept meiner Kindheit und wie damals mit Brombeerquark gef├╝llt. Allerdings nicht mit dem guten ollen Kontaktgrill von damals, sondern mit einem handels├╝blichen Waffeleisen (Mal sehen, wie das so funktioniert…)
  • Bildungsurlaub f├╝r die re:publica beantragen
  • Wahlkampf f├╝hren und mit hoher Wahrscheinlichkeit wiedergew├Ąhlt werden
  • einen spannenden Neuanfang im neuen Gremium miterleben und -gestalten
  • mit den Kollegen durchs neue, noch leere, B├╝ro spazieren und dar├╝ber sinnieren, wie sich das Arbeiten dort wohl anf├╝hlen wird
  • viel Zeit drau├čen verbringen – seit die Sommerzeit angefangen hat, bin ich wild entschlossen, jeden Tag zu nutzen und sei es nur f├╝r einen kurzen Spaziergang
  • Ostern mit den Haseneltern hier in Berlin feiern und u.a. die IGA besuchen (Damals 2003 in Rostock war das DAS Stadtgespr├Ąch ├╝ber Monate und Jahre hinweg, 14 Jahre sp├Ąter in Berlin habe ich es letzte Woche so am Rande erfahren…)
  • Papas Geburtstag feiern
  • ein verl├Ąngertes Wochenende mit dem Hasen drau├čen am See verbringen, er mit der Angel in der Hand, ich mit einem Stapel B├╝cher
  • hoffentlich Seelenverwandtenbesuch aus dem Baskenland – mit Umweg ├╝ber Liverpool – bekommen, ihm mein Berlin zeigen und ordentlich ├╝ber Musik abnerden
  • idealerweise t├Ąglich meditieren und gefasst der Dinge harren, die da kommen
  • und vielleicht sogar wieder regelm├Ą├čig bloggen, wer wei├č ­čśë

Anyone we know dead?

Voldemort hat das Ministerium ├╝bernommen, alle wichtigen Positionen sind mit Todessern besetzt┬áworden und der Widerstand formiert sich im Verborgenen. Jeden Morgen nach dem Aufwachen die bange Frage “Anyone we know dead?”… Die momentane weltpolitische Lage weckt in mir jede Menge Harry-Potter-Assoziationen. Der erste und der letzte Blick des Tages gelten Twitter, wenn noch Zeit bleibt folgen in geringerem Ma├če Facebook, YouTube und SPON. Bei allem, was vor sich geht bleibt mir oft nur das Liken und/oder Retweeten, denn f├╝r alles andere fehlen Kraft, Energie und ├ťberblick.

Poohead
Bild vom Women’s March in Berlin

Die Augen verschlie├čen und einfach nur hoffen, dass alles bald wieder gut wird kann ich aber auch nicht. Ein paar Serienfolgen hier und da schaffe ich, aber f├╝r gr├Â├čere eskapistische Ausfl├╝chte in Form von Spielfilmen oder gar B├╝chern reicht es momentan irgendwie nicht. Beim Nicht-Verr├╝ckt-Werden helfen hoffnungmachende Aktionen wie der Women’s March, die Proteste gegen den Muslim Ban, Kommentare von Stephen Colbert, Seth Meyers, Trevor Noah oder Samantha Bee und die inoffiziellen Twitter-Accounts von NASA┬áund┬áEPA.

Und dann gibt es ja trotz allem immer noch das eigene Leben, das mitunter auch ne Menge Aufmerksamkeit verlangt. Die letzten Wochen und Monate waren vom medizinischen Standpunkt aus┬ágelinde gesagt aufregend, man dr├╝cke die Daumen, dass da jetzt langsam mal Ruhe einkehrt. Auf Arbeit ger├Ąt momentan auch einiges in spannende Bewegung und verlangt gesteigerte Aufmerksamkeit.

Und dann gibt es auch noch die positiven Nachrichten. Die beste Freundin bekam ihr zweites Kind und der Fratz somit eine kleine Schwester. Die beiden im Sommer erfolgreich verheirateten Freundinnen sind kurz davor, das Projekt “Umzug nach Berlin” abschlie├čen zu k├Ânnen. Genauso geht es “unseren” Syrern. Am Montag konnten die drei nach fast zwei Jahren endlich ihre Mutter und Schwester wieder in die Arme schlie├čen, die im Rahmen der Familienzusammenf├╝hrung ein Visum bekommen haben und jetzt mit in der kleinen 1,5-Zimmer-Wohnung in Neuk├Âlln wohnen. Sogar oberleckere S├╝├čigkeiten haben sie noch aus Damaskus mitgebracht. Der Hase verbrachte einen guten Teil der letzten Woche damit, den beiden bei den unendlich vielen Beh├Ârdeng├Ąngen zu helfen. Die Hochzeit von Bruder und Schw├Ągerin-in-spe schreitet au├čerdem mit riesigen Schritten voran und gestern haben der Hase und ich mit vereinten kreativ-kulinarischen Kr├Ąften und professioneller Unterst├╝tzung die Hochzeitstorte entworfen und bestellt. Apropos Bruder, der ist jetzt auch auf Twitter, ebenso wie die Teeniecousine, die au├čerdem auch noch YouTube unsicher macht.

Au├čerdem habe ich mir in den letzten Wochen den regelm├Ą├čigen Kuchenkonsum meiner Kindheit und Jugend wieder angew├Âhnt, im Zuge dessen backe ich nachher auch endlich mal wieder, n├Ąmlich diesen Orangen-Mandel-Kuchen.

Es ist also nicht alles schlecht. Vielleicht gibt es sogar ab und zu was zu bloggen, das w├Ąre doch auch sch├Ân, nachdem ich aufgrund des Schweigens der letzten Wochen bei den Iron Bloggern schon punted bin.

Wie, Weihnachten?

Irgendwas ist dieses Jahr anders. Heute ist der dritte Advent und ich habe dieses Jahr noch kein einziges Mal meine Weihnachtsplaylist angemacht. Ich habe keine Lust auf Weihnachtsschmuck, keine Lust aufs Pl├Ątzchenbacken (essen schon, versteht sich, habe ich aber bisher auch so gut wie nicht), keine Lust auf Weihnachtsmarkt (au├čer mal kurz gebrannte Mandeln holen oder K├Ąsesp├Ątzle essen in der Mittagspause) und keine Lust auf meine obligatorischen Filme f├╝r die Vorweihnachtszeit (Love Actually, The Holiday und The Family Stone). Mit M├╝he und Not habe ich dem Hasen kurz vor knapp noch einen Adventskalender besorgt und ihm ein Ergebnis des letztwochenendlichen Schokoladenworkshops am Nikolausmorgen ├╝berreicht. Geschenke werde ich auch noch rechtzeitig besorgt haben und ich freue mich auf die Zeit mit der Familie. Aber alles drumherum muss dieses Jahr irgendwie nicht sein oder k├Ânnte noch ein paar Monate warten. Dieses Jahr bin ich wohl der Grinch, f├╝rchte ich.

Nikolauskatze