11.10.2026 – Letzter Kurstag

Mal ordentlich was weggeschlafen diese Nacht, wenn auch Noosa immer wieder zwischendurch prüft, ob ich noch lebe. Ich starte mit etwas mehr Energie in den Tag und bastle mir rechtzeitig zum Kursbeginn um 9 ein vitaminreiches Krankenfrühstück.

Kaffee mit Sahne, Ingwer-Kurkuma-Honig-Zitrone, O-Saft, Croissant mit Pistaziencreme, Birne, Apfel, Trauben, Blutorange, Satsuma

Dann wie gestern – Kurstag im Bett, zum Glück mit viel Frontalunterricht und wenig Reden, denn über den Tag hin zieht sich mein Kopf schon wieder zu. Trotzdem kein Mittagsschlaf in der Mittagspause, sondern da erst die Finalisierung des morgendlichen Reboots und außerdem ausführlicheres Telefonat mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind.

In der Kaffeepause gibt’s dann noch die gestern mitbestellte Johannisbeer-Streuselschnecke und im letzten Kursabschnitt ein Ü-Ei, das wir für die Abschlussrunde brauchten und mir ebenfalls gestern mitgeliefert wurde – es lebe die Zukunft!

Gegen 17 Uhr ist der Kurs vorbei, aber nächste informelle Treffen und eine Chatgruppe sind bereits in Planung, zum Glück, es würde dann doch etwas fehlen.

Ich kümmere mich um ein frühes Abendbrot, packe Broccolini in den AirFryer (der Packungsangabe folgend, aber wohl doch etwas zu lange oder zu heiß), die gibt es mit Knoblauch, Peperoncini, Zitrone und Olivenöl, dazu Tomaten und eine Büffelburrata.

Ich setze mich zum Essen kurz aufs Sofa, dann aber ruft die Badewanne laut und hinterher das Bett wieder. Nochmal Liebstentelefonat, noch ein bisschen Internet und dann lese ich noch bis kurz nach 21 Uhr, bevor mir endgültig die Augen zufallen. Verflixter Messeschnupfen…

10.10.2026 – Vorletzter Kurstag

Dass ich überhaupt gestern schon von der Messe zurückgekommen bin, liegt auch mit daran, dass an diesem Wochenende die letzten Kurstage sind, bevor dieses Kapitel nach gut zwei Monaten offiziell zu Ende geht. (Inoffiziell geht es mit den Themen und Treffen trotzdem weiter, dann aber nicht mehr formell und strukturiert, sondern selbst organisiert und absehbar in loserer Folge).

Statt also, wie es mein Körper sich wünschen würde, das ganze Wochenende durchzuschlafen, klingelt der Wecker halb 8 und ich bin auch erst ganz kurz davor wach. Langsamer morgendlicher Reboot im Bett, ich komme geradeso bis „Bloggen“, dann muss ich schon aufstehen, Frühstück zubereiten und Laptop und Unterlagen ans Bett holen – das Bett ist nach den letzten Tagen unverhandelbar, findet Noosa auch.

Es gibt Beerenmüsli und geriebenen Apfel, Matcha Latte zum Wachwerden, Orangensaft für das luxuriöse Gefühl und heißen Ingwer-Kurkuma-Zitrone-Honig gegen den aufkommenden Messevirus, der sich jetzt langsam in meinem Körper ausbreitet.

Ganz kurzes Liebstentelefonat, dann starten wir über Zoom in den Kurs und es ist sehr schön, endlich mal wieder alle auf einem Haufen wiederzusehen. Mein Kopf ist allerdings wie Watte, ich sage wenig und muss mich sehr anstrengen, um alles mitzubekommen. Zum Glück gibt es Pausen.

In der ersten davon bestelle ich Lebensmittel – Obst, Gemüse und Milchprodukte brauche ich, aber niemand geht hier heute noch aus dem Haus. Da es für kostenlose Lieferung einen Mindestbestellwert braucht, kaufe ich dann auch noch andere Dinge auf Vorrat und stöbere so richtig herum. Unter anderem gibt es für mich völlig überraschend bereits Satsumas (wobei die ja immer die ersten Zitrusfrüchte der Saison gibt) und sogar Tarocco-Blutorangen – hat es in Sizilien denn schon Nachtfröste gegeben ganz oben am Ätna? Oder hat jemand die nötigen Verhältnisse irgendwo künstlich nachgestellt? Ich werde nochmal recherchieren müssen. Auch bei Birnen und Äpfeln gibt es erfreulicherweise meine Lieblingssorten – Cox Orange und Gute Luise.

In der zweiten kurzen Pause mache ich Französisch und Italienisch, in der langen Mittagspause räume ich meinen Koffer aus und mache einen Mittagsschlaf, mit Wecker auf 5 Minuten bevor es weitergeht. Dann koche ich mir noch einen schwarzen Tee zum Überstehen des Nachmittags.

Zum Glück machen wir schon gegen 16:30 Schluss mit dem Lernen, einige bleiben dann aber noch eine Weile im Zoom und quatschen, darunter auch ich. Gegen 17 Uhr verabschieden wir uns bis morgen. Ich telefoniere nochmal länger mit dem Liebsten und schaue dann das Staffelfinale (evtl. auch Serienfinale, man weiß es noch nicht) von Ted Lasso.

Kurz nach 17:45 klingelt es dann und es kommen zeitgleich sowohl der Lebensmittellieferbote als auch der mit meinem Abendbrot an, sie finden es genauso witzig wie ich. Ich verräume die Lebensmittel und nehme dann das Abendbrot wieder mit ins Bett. Es gibt handgezogene chinesische Nudeln mit Aubergine, veganem Hack und scharfer Sauce, außerdem Wantans mit Schweinefleisch, Kohl und Pilzen und zerschmetterten Gurkensalat, dazu Yuzu-Tee. Sehr lecker alles und die Schärfe ist genau richtig für die Halsschmerzen und die immer doller laufende Nase.

Nach dem Aufessen gibt es das nächste Schläfchen und dann habe ich nochmal Energie für den Einstieg in ein neues Buch, nämlich Alice Horáčková – Geteiltes Haus. Der Anfang spielt im Riesengebirge zu k.-u.-k.-Zeiten aus der Erzählperspektive von Kindern, das Inhaltsverzeichnis lässt vermuten, dass sie die Protagonist*innen bleiben und durch das 20. Jahrhundert hindurch mit seinen verschiedenen politischen Systemen immer älter werden. Ich freue mich drauf.

Nach fast 80 Seiten mache ich gegen 22 Uhr das Licht aus, es dauert aber noch viel Podcast und diverse Medikamente, bis sich Erkältungssysteme und Kopf soweit beruhigt haben, dass ich einschlafen kann.

09.10.2026 – Messetag 3

Wecker auf 8, aufwachen halb 7, Nacht unruhig… Was soll ich sagen. Nach dem morgendlichen Reboot geht es zum Frühstück, wo ich direkt lieben Kolleg*innen über den Weg laufe und wir uns nett unterhalten, während mich das Frühstück am nun dritten Tag inzwischen ganz schön anödet.

Dann heißt es, mich nicht nur in Messeschale schmeißen, sondern auch das Hotelzimmer zu räumen, also den ganzen Wust an Zeug, der in den letzten Tagen jeden Quadratzentimeter des Zimmers eingenommen hat, irgendwie sinnvoll auf Koffer und Laptoptasche zu verteilen. Ein ganz schöner Akt. Ich gebe den Koffer an der Rezeption in Aufbewahrung und laufe zur Messe. Erstmal Jacke abgeben (Es ist frisch geworden!), dann zum Stand, mein Namensschildchen anfriemeln und die Lage checken. Viele andere sind noch müder als ich, weil sie eben nicht um Mitternacht im Bett lagen.

Wir sammeln uns kurz und dann geht es zu einer der Bühnen, wo wir einen Award verleihen, wobei meine Rolle hauptsächlich darin besteht, Fotos zu machen und auf Social Media zu posten. Dann geht es mit einer Kollegin weiter zu einer anderen Bühne, wo eine andere Kollegin spricht, auch hier wieder: Fotos posten.

Dann ist es Zeit, der Zitroneneisstand öffnet und diesmal habe ich Erfolg. Das Zitrone-Tahini-Olivenöl-Meersalz-Eis ist wirklich, wirklich gut.

So ein Eis als Vorspeise ist ja schön, aber danach geht es mit Kolleg*innen noch zur Eröffnung der Kürbissuppensaison. Evtl. habe ich es mit dem Kürbiskernöl leicht übertrieben…

Hinterher nochmal kurz Durchschnaufen und Fachgesprächen von Kollegen lauschen, dann muss ich mich auf meinen eigenen Auftritt vorbereiten. Letzte Änderungen veratmen und umorganisieren, dann erstmals ein Headset angeklebt bekommen und erstmals ein Diskussionspanel moderieren. Scheinbar habe ich es ganz gut gemacht, die drei Hauptpersonen reden eloquent und interessant, ich mache ein paar Witze und am Ende liegen wir genau in der Zeit und es gibt Applaus. Die nächsten drei Stunden über verfolge ich weitere Talks und mache Fotos, zwischendurch bauen Kolleg*innen und ich noch Getränke für den Empfang hinterher auf und dann ist irgendwann Durchatmen und Bellinitrinken angesagt.

Gefühlt ist der Messetag jetzt vorbei und viele sind sogar schon abgereist, während die Messe für Besucher*innen heute erst losgeht und einige Kolleg*innen auch am Wochenende noch zu tun haben (oder am Montag abbauen). Die Stimmung ist trotzdem locker. Dann beginne ich, mich zu verabschieden. Nochmal eine Runde durch die Halle, überall Tschüß sagen, dann Jacke abholen, zum Hotel laufen, Koffer abholen, zum Bahnhof laufen, es klappt alles überraschend schnell und reibungslos. Ich habe noch Zeit für ein Abendessen im Sitzen (Mango-Kokos-Curry und Mango-Kokos-Wasser) und dann kann ich auch schon in den Zug steigen.

Die Bahn ist voller Messeheimkehrer*innen mit großen Koffern und vielen Büchern. Relativ schnell legt sich der Geschnatter und es wird viel geschlafen. Ich döse auch erstmal eine Stunde weg. Dann beschäftige ich mit dem Internet und der aktuellen Granta-Ausgabe (nachdem die Kaltmamsell davon immer so schwärmt) und höre, als ich nicht mehr aufnahmefähig bin, Musik.

Mit einer Viertelstunde Verspätung kommen wir in Berlin an, ich fahre mit der S-Bahn nach Hause und werde von einer aufgeregten Noosa freudig begrüßt. Dann minimalste Abendroutine bevor ich kurz nach Mitternacht ins Bett falle, vielleicht schaffe ich es ja heute Nacht mal bis zum Weckerklingeln…?

08.10.2026 – Messetag 2

Schön, wenn man länger schlafen sollte, aber vor lauter Eindrücken im Kopf einfach wieder ungefähr um die gleiche Zeit aufwacht wie sonst. Nicht. Es folgt der morgendliche Reboot im Hotelbett, dann Duschen, in Frühstücksklamotten werfen und runter zum Buffet. Heute insgesamt trotzdem später als gestern und dadurch mit mehr Kolleg*innenbegleitung und Gespräch, während draußen eine krasse Regenfront vorbeizieht.

Danach ziehe ich die sauberen Klamotten an und mache mich gutkapuzt auf den Weg zur Messe. Zum Glück regnet es jetzt nur noch leicht, ich bin aber trotzdem froh, einen großen Teil des Weges unter dem Dach einer Mall zu bewältigen. Dort kaufe ich mir auch gleich noch Lutschtabletten gegen einsetzende Heiserkeit und mit lauter Dingen, die gut für die Abwehr sein sollen. Auf der Messe angekommen hole ich mir einen Gratistee („Matcha Energy“), gebe meine Jacke, laufe zu unserem Stand, trockne meine Brille und starte in den Arbeitstag.

Bald darauf haben mein Team und ich einen Termin mit zwei lieben Geschäftspartnern und bekommen dabei O-Saft und Süßigkeiten. Danach laufe ich ein wenig durch mir noch unbekannte Gebiete der Messe, um zwei ehemalige Kolleg*innen zum ersten Mal zu treffen, zu umarmen und Neuigkeiten auszutauschen, bevor ich einen Bühnenauftritt eines aktuellen Kollegen verfolge und für die sozialen Medien festhalte.

Dann wird es Zeit fürs Mittagessen, ich hole mir einen ungesunden Hot Dog und einen gesunden Smoothie und setze mich kurz raus in die inzwischen auch ihre Aufwartung machende Sonne. Dabei treffe ich zufällig auf zwei Leute, denen ich gestern kurz im Fahrstuhl begegnet bin und wir kommen ins Plaudern. Zufälle gibt’s.

Die nächste Veranstaltung, die ich besuchen will, finde ich nicht – Einladung und Messe-App zeigen unterschiedliche Orte an, den Ort in der Einladung gibt es im Hallenplan nicht… Stattgefunden hat alles aber, ich sehe später auf Instagram Fotos davon. Egal, dafür habe ich während der Suche einen Stand mit Kochbüchern entdeckt, an dem auch Eis nach Ottolenghi-Rezept verteilt wird. Dahin kehre ich noch einmal zurück und stelle mich in die lange Schlange. Die Wartezeit wird durch Wolf Biermann verkürzt, der am Stand nebenan Biermannige Geschichten ins Mikrofon deklamiert.

Die Person vor mir in der Schlange ist dann die letzte, die noch Eis bekommt, ich soll es morgen ab 12 wieder versuchen. Hmpf. Werde ich natürlich.

Also wieder zurück zu den Kolleg*innen, ein paar Absprachen, ein paar Gespräche. Ich treffe auf eine der Teilnehmer*innen des Panels, das ich morgen moderieren werde und kann schon mal persönlich Kontakt aufnehmen.

Dann gibt es Sekt und Häppchen an einem Stand, der zu Jeff Bezos‘ Imperium gehört. Ich beschränke mich auf Häppchen.

Direkt danach gibt’s nämlich nochmal das Gleiche nebenan, bei einer Organisation in der meine Firma Mitglied ist. Dort nehme ich dann ein Glas und freue mich nebenbei sehr, noch eine weitere ehemalige Kollegin treffen und in die Arme schließen zu können.

Dann heißt es, den Stand für heute dicht zu machen (bei der Gelegenheit bekomme ich ein Gratis-Buch, das eine Besucherin mitgebracht hatte – junge Frauen rächen sich an Milliardären und Essen spielt eine Rolle, what’s not to love? – und zur Location für den Abend aufzubrechen, wieder mit der S-Bahn. Wir kommen an, legen unsere Sachen ab, checken kurz die Lage (die Band macht Soundcheck, der DJ ist da, alles sieht gut aus) und gehen dann nebenan endlich wirklich chinesisch (bzw. eigentlich uigurisch) essen. Ich nehme eine Rindersuppe mit handgemachten Nudeln und Pak Choi und dazu einen unchinesischen Matcha Latte mit Erdbeeren und Tapioka, der Abend wird schließlich noch lang.

Dann geht es gerade rechtzeitig zurück zur Location, bevor schon die ersten Gäst*innen eintrudeln.

Ich habe meine frühe Einlassschicht wieder mit einer Kollegin getauscht, diesmal eine, deren Weg nach Hause länger ist und die morgen früher wieder am Stand sein muss. Also habe ich erstmal Zeit, ein wenig zu socializen und immer noch weiter Menschen kennenzulernen – sowohl neue Kolleg*innen als auch generell Leute aus der Branche. Dann folgt meine Einlassschicht, die ebenfalls von vielen Gesprächen begleitet ist. Kurz vor 23 Uhr werde ich abgelöst. Ich setze mich noch ein Weilchen zu ehemaligen Kolleginnen, trinke einen Maracujasaft und lausche der Band, dann schreit mein Körper nach dem Bett und ich laufe durch das Bahnhofsviertel zurück ins Hotel, diesmal auf hell erleuchteten Straßen während noch jede Menge „normale“ Menschen unterwegs sind, das macht es angenehmer. Gegen Mitternacht liege ich im Bett und mache direkt das Licht aus.

07.10.2026 – Messetag 1

Ein wenig unruhige Nacht, des ungewohnten Ortes und der Aufregung wegen, aber als der Wecker um 6 klingelt, bin ich schon ein paar Minuten wach und es ist okay. Morgendlicher Reboot im Hotelbett, wobei ich für die täglichen Französischaufgaben etwas länger brauche als sonst, weil der Kopf noch nicht ganz bei der Sache ist. Kurz vor 7:30 gehe ich runter zum Frühstück, wo ich mit einer Kollegin verabredet bin, die auch schon früh ihren ersten Termin hat. Wie gestern abgesprochen halten wir Gespräche auf einem Minimum, bis Koffein und Zucker wirken. Dann geht es hauptsächlich darum, was wir wann gerne lesen.

Nochmal hoch aufs Zimmer, in die sauberen Klamotten für den Tag werfen, mit dem Liebsten telefonieren und dann treffen wir uns 8:30 in der Lobby wieder, eine andere, nicht frühstückende, Kollegin im Schlepptau. Zu dritt geht es zu Fuß zur Messe und dann für zwei von uns erstmal an den Gemeinschaftsstand zum offiziellen Kick-off der Firma. Als sich alle ins Gewusel stürzen, suche ich mir erstmal kurz ein ruhiges Eckchen und kümmere mich um einen Social-Media-Post, der so früh wie möglich raus muss. Dann ziehen ein Kollege und ich ein wenig gemeinsam durch die Halle, er zeigt mir Dinge und wir treffen ein paar Menschen. Es ist unglaublich laut und warm und voll. Nach einer Weile suche ich mir eine noch ruhigere Ecke, atme durch und löse die Rätsel, für die es heute Morgen noch zu früh war.

Um 12 haben wir einen Termin mit einer Geschäftspartnerin, die ich heute dann zum ersten Mal „live“ treffe – ein Phänomen, das mir in diesen Tagen ständig passiert. Danach begleite ich den Geschäftsführer zu einer Preisverleihung, veröffentliche nebenher einen weiteren Social-Media-Post, treffe diesmal sowohl bekannte Gesichter erstmals live als auch Menschen nach langer Zeit wieder und es ist alles sehr nett. Hinterher gehe ich mit einer Kollegin, die weit weg wohnt und die ich daher schon seit Monaten nicht gesehen habe, etwas essen. Wir sitzen im sonnigen Innenhof und ich entscheide mich für die Chili Cheese Pommes.

Danach wieder mit zwei Kollegen durch die Halle, eine andere Kollegin bei einem Talk supporten, bevor ich eine Lücke im Zeitplan nutze, um zurück zum Hotel zu gehen, meinen Laptop abzuwerfen, mich minimal umzuziehen und mit Beutel und wärmerer Jacke zurück zur Messe zu laufen. Dort spaziere ich dann noch kurz in einer anderen Halle herum und schaue mir Stände mir sympathischer Organisationen an und staune dabei, wie groß der Stand von Katapult ist (ich kenne ja die Preise). Correctiv ist direkt nebenan, das passt.

Wieder bei uns am Stand noch ein paar Gespräche mit verschiedenen Kolleg*innen, dann breche ich mit vier Kolleginnen mit der S-Bahn wieder auf zur Location für den Abend. Wir treffen den Manager, besprechen Details für Aufbau und Ablauf und gehen dann erstmal noch etwas zu Abend essen. Eigentlich wollen wir in ein kleines, verstecktes chinesisches Lokal mit handgemachten Nudeln, das die chinesischstämmige Kollegin empfohlen hat, aber dort sind leider alle Tische belegt, so dass wir bei einem Dönerladen landen und dann vielleicht zum wirklich letzten Mal in diesem Jahr draußen zu Abend essen. Ich entscheide mich für Linsensuppe und hausgemachten Ayran.

Schmeckt sehr gut und eigentlich wäre das Ambiente auch nett, aber leider ist nur wenige hundert Meter weiter eine sehr laute, sehr aggressive Free-Palestine-Demo, die am dritten Jahrestag des 7. Oktobers lautstark „From the River to the Sea“ skandiert.

Nach dem Essen geht es zurück zur Location und dann trudeln nach und nach mehr Leute ein. Ich übernehme mit einer Kollegin die erste Einlassschicht, hake Namen von Listen ab, verteile Bändchen und trinke nebenbei Unmengen Yuzu-Limonade.

Dann habe ich eigentlich Feierabend und socialize mit aktuellen und Ex-Kolleg*innen, Geschäftspartner*innen und für mich neuen Menschen in der Branche, u. a. mit einer Frau, die entscheidend an der Marketingkampagne fürs aktuelle Känguru-Buch beteiligt war. Sehr schön.

Irgendwann gegen 22 Uhr denke ich, dass es schlau wäre, jetzt langsam ins Hotel zu verschwinden, denn es liegen ja noch zwei weitere anstrengende Messetage vor mir. Aber dann fällt jemand aus und ich übernehme noch eine zweite Einlassschicht. Die ist dann um 23:45 vorbei. Ich schnappe mir meine warme Jacke, verabschiede mich für heute und laufe im Regen zur U-Bahn. Einmal Umsteigen, noch einige Minuten laufen, insgesamt dreimal angesprochen werden, einmal für Geld/Essen, zweimal für unklare Dinge, und dann bin ich im Hotel, tippe mit letzter Kraft den Zahlencode fürs Zimmer ein und falle mit schmerzenden Beinen ins Bett (nach 17.000 Schritten heute). Mit dem Einschlafen dauert es natürlich noch eine Weile, aber morgen klingelt der Wecker zum Glück noch später…

06.10.2026 – Nach Frankfurt

Der Wecker klingelt um 5:30, da bin ich schon zwei Minuten wach. Witzig, wie das immer läuft. Morgendlicher Reboot im Bett, dann gegen 6:30 aufstehen, duschen, Sachen fertig packen, Noosa füttern, Frühstück einpacken. Kurz nach 7 Liebstentelefonat und dann geht es mit Koffer, Laptop-Tasche und Futterbeutel aus dem Haus. Mit der S-Bahn nach Gesundbrunnen. Dort ist der Zug schon deutlich vor Abfahrt einstiegbereit und ich mache es mir gemütlich und frühstücke erstmal – Tiramisu-Müsli, Joghurt, Apfel, Sencha…

Dann geht es los. Eine Kollegin steigt am Hauptbahnhof zu, eine in Südkreuz. Ich wechsle in deren Wagen, wo wir zu dritt sitzen können und werde beim Laufen mit vollem Gepäck im fahrenden Zug in einer Kurve äußerst unsanft gegen einen Vierertisch geschleudert/-presst. Das tut weh und wird im Laufe des Tages ein riesiger blauer Fleck am Oberschenkel.

Danach dann aber entspannte Zugfahrt, gute Gespräche und einiges an Arbeit. Mit nur zehn Minuten Verspätung erreichen wir Frankfurt, checken kurz im Hotel ein, treffen dort auf Team München und fahren dann mit der Straßenbahn direkt weiter ins Büro, wo das Messeabenteuer mit einem Pizza-Empfang startet.

Danach geht es weiter mit Arbeit, es gibt Dinge zu Drucken, Schneiden und Kleben, Grafiken zu finalisieren, Texte zu redigieren, dazwischen ein spontanes Meeting mit einer New Yorker Kollegin… Der Nachmittag vergeht wie im Fluge. Um 17 Uhr mache ich Feierabend, quatsche aber noch ein bisschen mit den Leuten, dann geht es zurück ins Hotel. Businessklamotten aufhängen, Frühstücksgeschirr abwaschen, kurz Handy laden, dann wieder runter in die Lobby. Mit acht Kolleg*innen aus vier Städten geht es quer durch die Innenstadt (neue Ecken, viel Grün, viele Wolkenkratzer, viel Alt trifft Neu) in ein italienisches Restaurant. Ich bestelle Trüffelpasta (hausgemacht), Salat und Weinschorle und wir haben einen wundervollen Abend zusammen.

Danach geht es auf eigentlich gleichem Weg wieder zurück ins Hotel, aber irgendwo verpassen wir einen Abzweig und müssen dann doch ein Stück durchs berüchtigte Bahnhofsviertel, das mit allem Elend aufwartet, das man dort erwarten würde. Eine Kollegin entrüstet sich sehr darüber, wie eine Stadt, die offensichtlich so viel Geld hat, es nicht in den Griff bekommt, sich angemessen um die Schwächsten zu kümmern. Berlin hat ja eher kein Geld, aber da scheint das besser zu klappen.

Zurück im Hotel gibt es noch eine kurze Dusche, ein längeres Liebstentelefonat, Nachlese der Geschehnisse aus Magdeburg heute (ohne Worte für die vier Stimmen) und dann ist das Licht vor 23 Uhr aus, der Wecker morgen klingelt zum Glück ein kleines bisschen später.

05.10.2026 – Wochenstart, sommerlich #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Unspektakuläre Nacht mit wieder sechs Stunden Schlaf am Stück, keine Unterbrechung, so lässt es sich aushalten. Morgens im Bett Katzenkuscheln, Internet leer lesen, Bloggen, Französisch, Italienisch, Midi, Mini, Wordle, Connections, Strands, Past Puzzle, Ciddle, Clues by Sam… Spelling Bee gibts erst später, es ist noch zu früh am Tag.

Dann aufstehen, Hoodie drüber, Katze füttern, Tee kochen (heute Schwarztee mit Yuzu), Müsli zubereiten (Pumpkin Spice Latte mit Joghurt und der letzten Crowdfarming-Mango der Saison) und dann sitze ich schon halb 9 am Schreibtisch.

Ein Meeting ist für den Tag angesetzt, drei weitere passieren spontan über den Tag verteilt. Dazwischen diverser Kleinkram. Luftlöcher nutze ich, um mich fertig anzuziehen und schon mal den Koffer vom Schrank zu holen, letzte Wäsche zu waschen und Klamotten in den Koffer zu werfen.

In der Mittagspause gehe ich zur Post und in den Drogeriemarkt und dann gibt es den Rest Kartoffelsalat von gestern mit Cocktailwürstchen auf dem Balkon.

Zum Feierabend verstaue ich dann auch die Technik schon in der neuen davor vorgesehenen Tasche, bringe einen Brief zum Briefkasten und fahre dann mit Straßenbahn und U-Bahn nach Mitte, bei den Ellis nach Post und Pflanzen gucken.

Danach hole ich den Liebsten an der Bushaltestelle ab und wir spazieren gemeinsam hinüber zum ehemals geheimen Laoten und haben ein gutes, frühes Abendessen zusammen. Ich bestelle mir Dumplings mit Süßkartoffelfüllung, laotisches Curry und Glasnudelsalat, dazu Aloe-Vera-Tee. Leider entscheidet der Kellner für mich: Da ich bei den Dumplings die vegetarische Variante genommen habe, bekomme ich Curry und Salat mit dem gleichen, relativ geschmacksneutralem, Tofu statt mit dem hier sonst herrlich gewürzten Hähnchen bzw. Rinderhackfleisch.

Nach dem Essen läuft der Liebste zum Bus und ich zur S-Bahn. Den Rest des Abends verbringe ich damit, endlich das Buch auszulesen, das ich schon seit Wochen mit mir herumschleppe. Obwohl die Ursprungsgeschichte faszinierend ist und der historische Hintergrund mit der Eroberung des Kirchenstaat Roms durch das Königreich Italien wirklich interessant ist, sind Erzählweise und Sprache leider enttäuschend bis schmonzettig, keine Leseempfehlung hier.

Auf den letzten Seiten fallen mir immer wieder die Augen zu, also geht es danach direkt ins Bett, kurz vor halb 11 ist das Licht aus, der Wecker auf noch früher als sonst gestellt.

04.10.2026 – Wie-im-Buch-Sonntag

Sechs Stunden ununterbrochener Schlaf, dann aufwachen zwischen Noosa und dem Liebsten, leider halt schon um 7, aber das Ununterbrochene ist mir grad wichtiger als die Dauer. Ich starte leise in den morgendlichen Reboot. Kurz vor 8 verlangt der Liebste noch ganz verschlafen nach Kaffee, den ich nur leicht widerwillig zubereite. Als ich mit den beiden Tassen wieder am Bett stehe, schläft der Liebste natürlich wieder tief und fest und das bleibt dann auch noch eine ganze Weile so.

Als er dann endgültig wach ist und Kaffee trinkt, mache ich die lauten Teile vom Reboot, also Französisch und Italienisch. Und dann dauert es immer noch eine ganze Weile, bis wir uns endgültig aus den Federn schälen. Zuerst ich, denn ich habe ausschweifende Pläne fürs Frühstück, mit Mango-Lassi und Caprese und warmen Brötchen… Der Liebste kommt dazu, als es Zeit ist, die Eier zu braten (sein Job) und den Tisch zu decken.

Wir frühstücken bei strahlendem Sonnenschein und in aller Ruhe draußen. Kurz vor 12 wird die Tafel aufgehoben, der Tisch abgeräumt und der Liebste macht sich auf den Heimweg, während ich meinen Laptop raushole und mich mit dem zweiten Kaffee (Espresso Tonic auf Eis) in ein Kurstreffen per Zoom einwähle. Das dauert eine knappe Stunde und auch danach ist es mir im Schlafanzug auf dem Balkon noch nicht zu kalt. Ich ziehe mich dann aber doch an, weil ich noch ins richtige Draußen will.

Ich spaziere durch den Pberg, höre weiter die Schlager und Chansons von gestern (gezielt die Phasen nach, die ich gestern verpasst habe) und schaue nach einer passenden Gelegenheiten für Zimtschnecken, denn heute ist Tag der Zimtschnecke und wer wäre ich, den nicht zu feiern. Im ehemaligen Café Stockholm ist ein neuer Laden drin, der sich auf Kaffee fokussiert, aber auch internationales Essen hat und mit nordischem Gebäck wirbt. Heißt dann aber nicht Kanelbulle sondern Cinnamon Swirl und ist anders, aber auch sehr gut. Dazu gibt es eine Salted Hot Chocolate und ein paar Seiten im Buch.

Danach geht es wieder heimwärts, jetzt auf die Couch. Heute Morgen habe ich erst mitbekommen, das gestern im Speckgürtel von Washington mit Power To The People ein riesiges Protestkonzert stattgefunden hat, organisiert von Tom Morello und unter anderem mit Jack Black, Public Enemy, Run D.M.C., Cypress Hill, Stephen Stills, Joan Baez, Dropkick Murphys, Dave Matthews, Foo Fighters und Bruce Springsteen. Holla, was ein Line-up! Das Ganze wurde kostenlos live übertragen und lässt sich fast komplett auf YouTube nachgucken. Ich skippe mich so durch und bleibe bei „meinen“ Acts etwas länger hängen. Sehr schön, dass bei Dropkick Murphys neben Matt Kelly auch sein Bruder Mike Kelly auf der Bühne stand, beides ja wie hoffentlich bekannt ist Cousins der Kelly Family. Mike habe ich schon als Bandmitglied bei Jimmy Kelly live gesehen – in einem Berliner Pub – und er postet auf Instagram sehr gerührt sein Backstage-Treffen mit dem Boss.

Der Boss ist natürlich Headliner, aber am schönsten sind am Ende die Songs, bei denen alle zusammen auf der Bühne stehen – Keep On Rockin‘ In The Free World, This Land Is Your Land (mit allen, auch den antikapitalistischen, Strophen, und natürlich Power To the People. It hits different, wenn da eine wilde bunte Mischung an Amerikanern auf der Bühne mit in in die Luft gereckten Fäusten auf und ab springen und gegen Autoritarismus und Faschismus aufbegehren und die Welt im Livestream zuschaut. Am Ende, zum Abbau und Abspann läuft dann noch Bella Ciao vom Band und ich werde ganz nostalgisch für eine Zeit, in der ich noch ganz klein war und sich Musiker*innen international solidarisierten und für gute Sachen einstanden…

Dann aber weiter lesen, heute mache Ich richtig Seitenmeter, und dabei irgendwann in die Siesta rutschen und einschlafen. Nach dem Aufwachen bereite ich mir lauwarmen Kartoffelsalat mit Gurke, roter Zwiebel, geriebenem Apfel und jeder Menge Dill zu. Zur einen Hälfte gibt es geräucherten Sockeye-Wildlachs mit süßem Senf, die zweite Hälfte gibt es morgen.

In der Küche höre ich dann auch die Schlager und Chansons zu Ende und bekomme dabei unanständig gute Laune. Gut, dass ich das alles über die Sounds-App höre und mir nicht nachhaltig meinen Tidal-Algorithmus versaue!

Nach dem Essen lesen, lesen, lesen bis es plötzlich schon 23 Uhr ist. Dann ins Bett und weiterlesen bis Mitternacht. Mit etwas Glück schaffe ich das Buch morgen und kann dann übermorgen mit einem frischen Buch (thematisch passend in Tschechien spielend) nach Frankfurt aufbrechen…

03.10.2026 – Wochenendiges

Das kann heute durchaus als Ausschlafen gewertet werden, auch wenn die Nacht dank frühem Zubettgehen schon gegen 8 vorbei ist. Ausschlafen in den 40ern quasi. Es folgt ein katzenkuscheliger morgendlicher Reboot mit Ostfriesentee im Bett, bei dem ich sehr froh bin, dass meine Coachee und ich unser für heute geplantes Telefonat gestern noch von 10 auf 13 Uhr verschoben haben.

Dabei mache ich schonmal radioeins an, wo der nachgeholte Sommersonntag zu Schlager und Chansons läuft und mir geht es wie vielen Zuhörenden: Nach anfänglicher Skepsis habe ich viel Spaß an der Sendung, entdecke bisher auch ungehörtes, freue mich über die Inklusion italienischer und französischer Songs und daran, dass Danger Dan ja auch irgendwie Chansons macht. Beste Neuentdeckung jedoch Claire Waldoff – Wegen Emil seine unanständige Lust. Insgesamt nur wenige Ausfälle in der Playlist den ganzen Tag.

Währenddessen mache ich mir Frühstück, das es auch heute wieder auf dem Balkon gibt – Brot mit Ziegenkäse bzw. Honig, Feigen, Crowdfarming-Mango (a mango a day…) und Sencha mit Yuzu.

Relativ kurz nachdem ich damit fertig bin ruft die Coachee an und wir verbringen eine knappe Stunde zusammen und sind unheimlich produktiv dabei. Ein Musterbeispiel für die „allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Sprechen“ von Kleist, mit der sie mich im Kurs bekannt gemacht hat.

Danach dann tatsächliche Tätiges, der Haushalt verlangt Aufmerksamkeit und das Radio hilft dabei. Ich bin erstaunlich kurz vor dem Zeitpunkt, an dem ich aus dem Haus muss, fertig und gespornt und gestriegelt wieder auf dem Sofa. Kurz nach halb 5 geht es aus dem Haus, für den heiß begehrten Tisch in der heiß begehrten veganen Pizzeria ums Eck um 17 Uhr – man nimmt, was man kriegt. Der Liebste kommt aufgrund eines Polizeieinsatzes auf der Ringbahn etwas später und dann wird es etwas hektisch, weil wir den Tisch nur für anderthalb Stunden haben und der Service ziemlich langsam ist, aber am Ende schaffen wir es mit nur wenig Verspätung aber leicht gehetzt. Das Essen selbst ist jedoch großartig.

Aperitif mit Pfirsich, Vodka und Zitrone
Vorspeisenplatte mit eingelegtem Gemüse, Oliven, marinierten Brombeeren, zwei Dips und köstlichem Brot
Drei Minipizzen bei mir (Margherita, Amalfi-Zitrone, Kartoffel), dazu drei Dips und mehr Zitronen, beim Liebsten eine Pizza mit veganen Fleischbällchen und viel roten Zwiebeln

Für Dessert haben wir keine Zeit, aber wir setzen uns noch zwei Häuser weiter vor eine Weinbar und trinken jeweils ein Glas Natural Wine, der Liebste aus Sizilien, ich aus dem Piemont.

Dann spazieren wir nach Hause und setzen uns mit mehr Wein auf den inzwischen dunklen Balkon, bis Noosa findet, dass wir jetzt alle aufs Sofa gehen sollten. Dort kuscheln wir uns zu dritt zusammen und schauen einige Folgen Being Erica, bevor es gegen 1 ins Bett geht.

02.10.2026 – Mit links gebloggt…

…weil Noosa seit einer Stunde schon sehr niedlich auf meinem rechten Arm schläft und leise schnarcht:

Der Freitag beginnt nach okayem Schlaf bis kurz vor Wecker mit gemütlichem morgendlichem Reboot im Bett. Heute fange ich mal „erst“ um 9 an und setze mich dazu mit Müsli (Beeren-Bircher, geriebener „neuer“ Apfel, Erbsenmilch) und Golden Chai (Schwarztee, Ingwer, Kurkuma, Kardamom, Kokosöl, schwarzer Pfeffer, Honig, Erbsenmilch) an den Schreibtisch.

Ich verfolge ein paar lose Enden, lektoriere noch ein wenig, habe zwei Meetings und einen ansonsten entspannten Arbeitstag. Die Ruhe vor dem Sturm, bevor nächste Woche die Messe ansteht. Da ich noch nur wenige eigene Projekte habe, ist es für mich ruhig, die anderen haben alle superviel zu tun, können aber auf die Schnelle auch nichts an mich weiterreichen. Naja, das wird bald anders, ich beschwere mich also nicht.

Mittags hole ich bei der Post die extra für die Messe bestellte noch kleinere und mächtigere Powerbank ab und esse ansonsten Stullen, Tomaten und eine inzwischen wirklich sehr sehr reife Kaki, mit dem Löffel. Ein Gedicht!

Nach letztem Zurückspielen eines Projekts verabschiede ich mich gegen 17:30 ins Wochenende. Ich bringe Altglas weg (Der Braunglascontainer ist voll. Es hängt ein QR-Code da, über den man sowas melden soll. Er führt auf die Webseite der Betreiber, kein Kontaktformular. Dann nicht.) und gehe dann noch „eben“ in den Supermarkt und zum Haustierbedarf.

Der Supermarkt überrascht mich. Ja, morgen ist Feiertag, ja es ist Freitagabend, aber dass deswegen die Kassenschlange schon zwischen Obst und Brot beginnt und sich einmal durch den kompletten Markt zieht? Nachdem ich alles, was auf meiner Liste steht im Korb habe, stelle ich mich hinten an und habe dann gute 20 Minuten Gelegenheit, meinen Podcast weiterzuhören (über Trump, Hegseth und die anstehenden Midterms), im Internet herumzulesen und mir die Auslage anzuschauen, interessante Lebensmittel bzw. -werbungen zu fotografieren und evtl. noch ein paar Dinge einzupacken, die gar nicht auf meiner Liste standen. Evtl. ist die Schlange eine gelungene Marketingaktion?

Nach 24 Minuten bin ich dann wieder draußen, hüpfe nebenan in den quasi leeren Haustierbedarf und hole ein bisschen Futternachschub und Katzenstreu und dann geht es wieder nach Hause. Dort bereite ich aus den schon vor einer Weile eingeweichten getrockneten Steinpilzen mit Knoblauch, Pinot grigio, Thymian, Rosmarin, Butter und Parmesan eine Sauce for with pasta zu, dazu gibt es mezze rigatoni und noch ein Glas.

Dann lese ich wieder einen ordentlichen Batzen im Buch, das mich jetzt schon fast einen Monat begleitet – ich muss dringend mehr lesen! – bis mir die Augen zufallen. Gegen 9 ist es da, zu früh um schlafen zu gehen. Ich telefoniere nochmal mit dem Liebsten, gehe dann in die Badewanne und liege schließlich gegen halb 11 im Bett, allerdings schon wieder zu müde, um noch zu lesen. Noch ein wenig TikTok-Berieselung, dann Augen zu gehen 23 Uhr. Das aufregende Freitagabendleben einer Großstädterin!