02.04.2026 – Voll spontan

Ordentlich viel geschlafen, es gab da ein bisschen nachzuholen, dann ein Homeoffice-Tag außer der Reihe, weil ich letzte Woche einen Tag mehr als notwendig im Büro war und heute sowieso viele frei hatten und kaum jemand da sein würde. Für Balkonoffice ist es definitiv zu kalt heute, aber ich mache es mir drinnen auch okay gemütlich, mit Müsli und Matcha Latte.

Im Laufe des Vormittags beschließen die Lichtenberger Freundin, ins Kino zu gehen – wir haben beide ein vages Interesse an dem Film, aber auch wenig Zeit in den nächsten Tagen, um ihn in einer Vorstellung in Originalfassung in einem Kino zu sehen, das für uns praktisch gelegen ist. (Millionenstadt-Probleme, ich weiß.) Nachdem es also eher schlecht aussieht für das vage Interesse schlägt die Freundin vor, dass wir ja auch einfach heute gehen könnten und siehe da, heute läuft er passend um 20 Uhr und in der Nähe. Komme mir ganz wild und spontan vor, als ich dann einfach direkt Tickets kaufe und so Nägel mit Köpfen mache.

Zum Mittag gibt es Brot mit letztem Ei und letzter Avocado – schön GRÜNdonnerstäglich. Dazu Orangen-Clementinen-Limonade mit Projektbezug, dazu setze ich mich noch kurz auf den Balkon, bis die Sonne rum ist.

Am Nachmittag nochmal zwei spontane Calls, dann mache ich pünktlich Feierabend und spaziere durch den frühlingshaften Pberg zum Treffpunkt mit der Freundin.

Wir gehen in ein vegetarisches vietnamesisches Lokal, essen sehr lecker und erzählen uns die Tage seit Freitag.

Klebreis mit veganem Hackfleisch und Pilzen zur Vorspeise
Reisnudelsuppe mit Tofu, Seitan, Austernpilzen, Ananas und viel Dill, dazu Eistee mit Pfirsich, Orange und Ingwer

Dann geht es rüber ins Kino. Wir schauen Project Hail Mary, mampfen Popcorn und trinken Kokoswasser bzw. lokales alkoholfreies Craft Beer. (Sehr Millionenstadt, ich weiß.)

Der Film interessierte uns beide vor allem wegen der Plakate mit Ryan Gosling und Sandra Hüller – eine irgendwie wilde Kombination. Später lese ich, dass Sandra Hüller nur in Deutschland so groß plakatiert wurde, ihre Rolle ist aber schon irgendwie die zweite (menschliche) Hauptrolle. Hinterher stellt sich heraus, dass die Freundin noch weniger über den Film wusste als ich und sogar davon überrascht war, dass es sich um Science Fiction handelt. So viel hatte ich immerhin mitbekommen und war deswegen etwas skeptisch. War dann aber doch ziemlich gut gemacht und überraschend witzig. Und Ryan Gosling geht sowieso immer. Ein bisschen kann man ja auch feiern, dass durch die Besetzung von Sandra Hüller im Film eine ostdeutsche Frau die wichtigste globale Weltallmission aller Zeiten leitet (Im zugrundeliegenden Buch ist es eine Niederländerin, aber die haben wohl gerade keine Schauspielerinnen, die in Hollywood so präsent sind. Tatsächlich fallen mir sogar gar keine niederländischen Schauspieler*innen ein. Da mal nacharbeiten.)

Ansonsten fällt mir noch Ryan Goslings Brille auf und dann ein, dass ich über diese Brille in den letzten Tagen mehrfach in meinen Blogs gelesen hatte, aber nicht so aufmerksam war, mitzubekommen, dass es um ihn und diesen Film ging. So passe ich auf!

Als ich wieder zuhause bin ist es schon halb 12. Ich telefoniere noch mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind (Ferien!) und dann wird gegen Mitternacht geschlafen.

01.04.2026 – Offiziell Aprilwetter

Körper und Geist ignorieren wieder den großzügig später gestellten Wecker, aber ich döse dann zumindest noch ein wenig, bevor der morgendliche Reboot startet. Als es Zeit zum Aufstehen wird, erschrecke ich mich beim Hochziehen des Rollos: Die Dementoren brüten!

In die andere Richtung ist der Nebel noch beeindruckender, die kriege ich aber wegen des Katzennetzes noch schlechter fotografiert.

Ich mummele mich warm ein, mache Ostfriesentee und Müsli, setze mich an den Schreibtisch, lasse die Katzen auf und vor mir Platz nehmen und dann geht es los in den Arbeitstag. Zwei Stunden später ist draußen strahlendster Sonnenschein und ich hole den Laptop für eine Weile auf den Balkon – trotz nur 5 Grad.

Mittags zum Pastarest nehme ich an einem Webinar aus dem Projekt teil, danach das einzige echte Arbeitsmeeting des Tages – mit London.

Der Rest des Tages geht dann schnell rum. Nach Feierabend ein bisschen Haushalt, dann mache ich mir ein Avocado-Käse-Gurken-Sandwich und eine Orange zum Abendbrot und schaue Mermaids zum ersten Mal. Filmbildungslücken schließen, so wichtig. Tolle Schauspielerinnen und Bob Hoskins ist auch gut. Krass, dass 1990 noch Filme gedreht wurden, in den 15jährige Mädchen und 26jährige Männer unproblematisch… Naja, nicht ganz, aber das liegt halt nicht am Alter. Und war ja damals auch ein bisschen ein Trope, siehe Dirty Dancing, wobei Baby da immerhin schon 17…

Nach dem Film ist es fast 22 Uhr und ich gehe schlafen. Eigentlich mit der Intention, ein neues Papierbuch anzufangen, aber dann schickt mir der Indiejunge einen Ausschnitt aus Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft von Fiona Sironic und weil das eh auf meiner Liste steht und in meinem kostenlosen Probeabo enthalten ist, mache ich dann doch gleich das Licht aus und höre es zum Einschlafen…

31.03.2026 – Wetterdienstag

Schon faszinierend, wie sich das Wetter rechtzeitig zum Anlauf in den April von Frühsommer auf Aprilwetter umgestellt hat. Ist schon wieder ein paar Tage her, aber die Wechselhaftigkeit macht sich immer stärker bemerkbar jetzt. Kein Gedanke an Balkonoffice, zum Glück muss ich heute sowieso ins Büro.

Nach einer sehr kurzen Nacht wache ich kurz vorm Weckerklingeln auf (dem Biorhythmus ist die Uhrenumstellung bisher erstaunlich egal), erledige einen Großteil des morgendlichen Reboots noch im Bett, stehe irgendwann auf, dusche, versorge die Katzen und packe mir Müsli ein. Dann geht es mit zwei S-Bahnen, in denen ich noch die Rätsel abfrühstücke nach Friedrichshain. Auf dem Weg über die Brücke nach Kreuzberg telefoniere ich mit dem Liebsten.

Mauerrest an Spree

Im Büro bin ich wieder eine der ersten, aber heute wird es voll. Zwar sind einige bereits im Osterurlaub, aber ansonsten kommen alle, die nicht unpässlich sind, weil ein Kollege seinen letzten Arbeitstag hat. Es gibt also rund um die normale Arbeit auch sehr viel zu erzählen und außerdem wieder ein sehr leckeres Bürofrühstück samt aufgeregt herumschnüffelndem Bürohund.

Danach belege ich mit einem Kollegen einen Meetingraum und wir basteln gemeinsam an der kreativen Ausgestaltung eines Projekts herum (und finden nebenher heraus, was Hexenbrennen eigentlich auf Sorbisch heißt, ist ja auch bald wieder. Obersorbisch: chodojtypalenje, Niedersorbisch: chódotypalenje). Kommt uns beiden nicht besonders bekannt vor, wobei er die Ausrede hat, dass der Brauch halt eher oberlausitzisch ist.)

Mittags geht es dann in großer Runde in die Markthalle, alle holen sich etwas von den verschiedenen Ständen und dann sitzen wir gemeinsam, essen und schwatzen. Bei mir gibt es Gözleme mit Aubergine und Käse und dazu einen Ayran.

Der Nachmittag vergeht mit einem Call, Telefonaten und Organisation, zwischendurch kommt die Lieferung, die am Freitag nicht mehr kam und ich bin froh, dass ich mich nicht alleine drum kümmern muss – es gibt sehr viel zu tragen, auszupacken, verstauen und dokumentieren. Danach verabschiedet sich der weggehende Kollege und bald darauf auch die meisten anderen. Ich bleibe noch einen Moment, weil ich noch einen Call mit México habe, dann mache auch ich mich auf die Socken. Bei Sonnenschein den Fluss entlang, auf der Brücke zieht es sich zu und Friedrichshain regnet es in Strömen.

Ich versuche, etwas in der dortigen Mall zu besorgen, was aber nicht klappt. Also fahre ich mit der S-Bahn nach Mitte, kaufe es da und nehme dann die Straßenbahn nach Hause. Ordentlich durchfeuchtet komme ich zuhause an. Noch ein wenig Urlaubsorga, dann mache ich mir Abendbrot, fläze mich mit den Katzen auf die Couch und schaue den Rest von Younger. Nur knapp früher im Bett als gestern, aber dafür ist den Rest der Woche Homeoffice…

Sesam-Ramen mit Koriander, Schnittlauch und Sriracha, Obstsalat mit Orangenblütenwasser, alkoholfreies Helles

30.03.2026 – Montag

Ganz erstaunlich, ich habe den Wecker extra auf später gestellt, wegen Homeoffice, werde wie üblich früher wach als nötig und fühle mich trotzdem ziemlich ausgeschlafen. Möglicherweise hilfreich, dass die Balkontür inzwischen wieder verdunkelt ist, vielleicht hätte ich das schon ein, zwei Wochen früher machen sollen. Trotzdem schwer, heute in Gang zu kommen, aber pünktlich zum Arbeitsbeginn sitze ich am Schreibtisch.

Zwei Meetings heute, mit Leverkusen und London, eins am Vormittag, eins am Nachmittag. Dazwischen viel Stillarbeit. Oder gar nicht so still, sondern mit Musik an. Mittags gibt es Pasta von gestern klassisch italienisch in der „al forno“-Variante.

Pünktlich zum Feierabend kommt endlich die Sonne raus und es zieht mich nochmal nach draußen – einer der Vorteile der plötzlichen Sommerzeit!

Ich bringe Müll runter und laufe dann durch die Referenzmagnolienstraße zum Supermarkt und zurück.

Wieder zuhause mache ich mir klassisch deutsches Abendbrot – auf Instagram und TikTok ja gerade ein internationaler Foodietrend. Der Schinken und die Wurst sind in meinem Fall aber vegan, auf dem Schinken ist Sahnemeerrettich und das passt erfreulich gut.

Während ich Stullen schmiere, kriecht Nimbin plötzlich in den Pizzakarton, der schon seit zwei Tagen beim Altpapier liegt und kümmert sich um die Mozzarellaflecken, der kleine Gierschlund.

Den Rest des Abends (und ein Stück der Nacht) verbringe ich mit Younger, dann geht es ganz schön spät in die Federn.

29.03.2026 – Kein fauler Sonntag

Der Plan war ja Nichtstun, was aber gründlich schiefgeht. Wobei es ganz gut anfängt, denn ich schlafe länger als gewöhnlich (und ja, Uhrenumstellung ist da schon rausgerechnet) und bleibe dann sehr lange einfach liegen während des morgendlichen Reboots. Zwischendurch habe ich kurz Ambitionen, mich raus auf den sonnigen Balkon zu setzen, aber bei 5 Grad lasse ich es doch bleiben und kuschelige mich weiter in die Kissen. Dann kommt aber doch der Hunger und als das Frühstück fertig ist, sind es draußen 8 Grad und das geht mit Strickjacke und Decke außerordentlich gut.

Crowdfarming-Orange, Rührei mit veganem Schinken und Schnittlauch, Brot mit Maasdamer, Brot mit Erdnussbutter und Mangomarmelade, Sencha mit Yuzu

Ich erledige die Sprachen und Rätsel draußen, fröstelnd, wenn sich eine Wolke vor die Sonne schiebt, schwitzend, wenn nicht. Wieder die Frage: Scheint die Sonne inzwischen intensiver oder werde ich im Alter empfindlicher?

Gegen 13 Uhr gehe ich wieder rein und will dann eigentlich nur kurz ein bisschen Zeit ins Projekt stecken, bevor ich weiter faulenze. So zwei Stunden, maximal. Nach etwa vier Stunden mache ich mir einen Grapefruit-Kokoswasser-Smoothie, nach siebeneinhalb Stunden Klappe ich den Laptop wieder zu. Viel Projekt geschafft, aber am Faulsein gescheitert!

Ich koche mir aus dem letzten Crowdfarming-Spitzkohl mit Salsiccia, Fenchelsamen und Tomatenmark eine Pasta (mezze rigatoni) und mache dazu noch den Weißwein alle. Dann ist es schon fast halb 10. Noch schnell Katzenklo durchsieben und Körperpflege (dazu Judith Holofernes‘ neues Buch „Hummelhirn“ auf den Ohren) und gegen 23 Uhr geht ins Bett. Vorher noch eben die Uhr in der Küche vorstellen, denn heute weiß ich noch, dass die nachgeht, morgen früh vielleicht nicht mehr…

28.03.2026 – Tempo raus

Juhu, Wochenende. Ganz ohne Reisen. Ursprünglich ohne Termine. Die Kernfamilie ausgeflogen (Eltern nach Norden, Bruder und Freundin nach Osten, Liebster und Teilzeitkind nach Westen). Ich schlafe schon mal erfreulich lange und lasse mir dann sehr viel Zeit. Irgendwann jedoch zieht mich die Sonne auf den Balkon (trotz nur 10 Grad) und ich nehme mir natürlich was zu essen mit.

Der morgendliche Reboot ist etwa gegen 12 beendet. Dann gibt es ein wenig Aktivität im Haushalt (nur das Nötigste, die Mitbewohnerin ist mit dem Putzen dran) und dann lege ich mich mit Buch wieder aufs Bett, bis es Zeit ist aufzubrechen.

Ich bin nämlich mit der einen Berliner Cousine verabredet, zu Bubble Tea, Waffeln und Austausch von Dingen und Geschichten. Wir probieren ein taiwanesisches Café im Friedrichshain aus.

Es gibt für beide Oolong-Tee in der Brûlée-Variante, wobei unklar ist, was die genau bedeutet, es ist jedenfalls Milch mit drin und Sahne und etwas karamelliges, möglicherweise ist die Sahne also gebrannt. Mein Tee ist mit Lavendel und Litschi-Jelly, die Cousine hat gerösteten Oolong und normale Boba. Dazu verkosten wir drei Sorten wirklich, wirklich gute gefüllte Waffeln (knusprig, weich, nicht zu süß) – mit Vanillecreme, mit Matchacreme und mit Bobas. Nächstes Mal nehme ich glaube ich eher einen Nicht-Milchtee und probiere noch weitere Waffelsorten aus.

Ansonsten tauschen wir ein Puzzle und ein Buch gegen eine Videokamera und -kassetten und erzählen uns Dinge über Paris, Venedig, Tweens und Teens, den ESC, die Politik (Welt, Deutschland, Berlin) und so einiges mehr. Max etwa zwei Stunden begleite ich die Cousine noch bis zur Haustür und laufe weiter zur S-Bahn. Auf dem Heimweg noch kurz zum Drogeriemarkt und dann ab auf die Couch.

Ich lese Lukas Heinser – ESC. Das kleinste Buch zum größten Musikereignis zu Ende, mache mir zwischendurch den Rest Pizza vom Donnerstag warm, telefoniere mehrfach mit dem Liebsten, höre Zeug und spiele Spiele und dann gehe ich kurz vor Mitternacht einfach schlafen. Morgen habe ich noch weniger vor, juhu!

27.03.2026 – Bürofreitag mit Aufregungen

Das soll ja so eigentlich nicht sein, aber ich muss heute ins Büro obwohl es Freitag ist, weil für heute „zwischen 9 und 15“ Uhr eine Lieferung angekündigt ist, die ich entgegennehmen soll – idealerweise persönlich, um alles zu überprüfen und abzuzeichnen, aber selbst wenn nicht, es ist nicht zu garantieren, dass sonst jemand anderes im Büro ist und das tun kann, denn es ist ja Freitag. Also wieder ein weniger gemütlicher Morgen, aber durch frühes Aufwachen (resigniertes „Juhu“) habe ich trotzdem genügend Zeit für den kompletten morgendlichen Reboot im Bett. Dann packe ich mir diverse Sachen in den Rucksack und düse los.

Im Büro angekommen ist die Tür nicht abgeschlossen, ist also wohl doch noch jemand da. Dann meldet sich aber der Alarm und weil es mein erstes Mal ist, vertippe ich mich erstmal aufgeregt am Bedienfeld und werde als Einbruch registriert. Den richtig fiesen lauten Alarm kann ich dann sehr schnell abstellen, aber trotzdem kommen dann die Kontrollanrufe an die Geschäftsführung. Ich entschuldige mich bei beiden angerufen Personen für die morgendliche Störung, aber sie lachen das beide weg – waren eh schon wach und außerdem passiert das jedem/r neuen Mitarbeiter*in mindestens einmal. Der Fehler lag ja auch gar nicht bei mir – irgendwer ist gestern gegangen und hat zwar den Alarm angemacht, aber dann nicht abgeschlossen, so dass ich unvorbereitet in die Situation ging. OK, haben wir das jetzt auch erlebt, der Initiationsritus ist absolviert.

Erstmal Milch ins Müsli und ordentlicher Kaffee aus der Siebträgermaschine

Ich mache es mir also alleine nett im Büro, direkt noch mit guter Musik, und starte das Tagwerk. Witzigerweise kommen wenig später beide angerufenen Personen und noch eine weitere Kollegin auch eh ins Büro, hätte ich mich also etwas verspätet, hätte es gar keine Aufregung gegeben. Das hat man nun von seiner Pünktlichkeit.

Dann also Arbeit, Arbeit, Arbeit. Weil ich auf die Lieferung warte, kann ich mittags nicht rausgehen, deswegen gibt es Mitgebrachtes mit Spreeblick.

Zwei Crowdfarming-Avocados mit Salz, Pfeffer und Chili, Körnerbrötchen mit Frischkäse, Butterbrezel, Bionade aus dem Bürokühlschrank

Der Nachmittag beginnt sich dann in die Länge zu ziehen – die dringenden Aufgaben sind abgearbeitet, die Woche war lang… kurz vor Ende des Lieferfensters frage ich nach, ob die Lieferung sich evtl. verspätet. Stellt sich heraus: Ja, denn sie kommt heute gar nicht mehr, sondern erst „Anfang der Woche“. Den instantan aufsteigenden Frust kann ich nur mit mitfühlenden Gesprächen mit Anwesenden und remote arbeitenden Kolleg*innen bekämpfen – und mit dem zweiten Liebstentelefonat heute. Was auch hilft, ist, dass ich mir fünf kostenlose Bücher aus einem Verlagsprogramm aussuchen darf, die dann demnächst – Achtung – geliefert werden. Die heutige Lieferung kann ich dann immerhin noch auf den nächsten Dienstag terminieren, so dass ich nicht am Montag schon wieder außer der Reihe ins Büro muss.

Dann mache ich bald einen frühen Feierabend und spaziere bei Sonnenschein rüber von Kreuzberg nach Friedrichshain. Die Kirschen blühen!

Weiter geht’s dann nach Lichtenberg, wo ich in einem Supermarkt noch ein paar Kleinigkeiten einkaufe. Beim Bezahlen an der Selbstzahlerkasse dann der nächste Aufreger – die integrierte Waage ist so sensibel eingestellt, dass sie reagiert, wenn man beim Einscannen eines Artikels auch nur in die Nähe der Waagefläche kommt und dann eine Fehlermeldung produziert, die von einer genervten Angestellten in mehreren Schritten behoben werden muss, bevor man den Scanvorgang erneut beginnen muss. Nach dem zweiten Versuch gebe ich entnervt auf und stelle mich an der normalen Kasse an. Aus der Schlange beobachte ich, dass es den anderen Kund*innen auch so geht – ein herrliches Chaos beim freitäglichen Wocheneinkauf.

An der normalen Kasse werde ich dann übrigens angemotzt, weil ich die Knoblauchzehe, die Zwiebel und die Ingwerknolle nicht vorher – Achtung – abgewogen habe. Ein Haus, das Verrückte macht.

Noch ein Stück laufen, dann komme ich zeitgleich mit der Lichtenberger Freundin bei ihr zuhause an. Wir erzählen uns unseren Tag und kochen nebenbei und währenddessen kommt noch eine dritte Freundin vorbei. Es gibt Süßkartoffel-Cashew-Suppe mit Fladenbrot, Tofu und Koriander, dazu Sauerkirschsaft mit Zitronenlimonade oder Tee und viel zu besprechen.

Nach dem Essen spielen wir Skip-Bo, hören Musik und erzählen weiter (Collien Fernandes, sexualisierte Gewalt, Neurodivergenz, Therapien, Familiengeschichten, Nazis…). Zwischendurch melden sich der Liebste und das Teilzeitkind, die tief im Westen angekommen sind. Auf der Fahrt haben sie das neue Känguru-Buch gehört und der Liebste musste zweimal so doll lachen, dass er fast Unfälle produziert hätte. Ist dann aber alles gut gegangen.

Gegen 10 schmeißt uns die Gastgeberin raus. Mit zwei S-Bahnen geht es zurück in den Pberg. Dann noch Katzenklo durchsieben, Katzenbrunnen auffüllen und endlich, endlich ins Bett ohne Wecker und/oder morgendliche Verpflichtungen.

26.03.2026 – Donnerstagsbemerknisse

Vor dem Weckerklingeln um 6 wachgewesen und einen Teil des morgendlichen Reboots (Internet leer lesen, Bloggen) noch im Bett erledigt. Dann Aufstehen, Frühstücken, Katzenversorgen.

Brot mit Schoko-Nuss bzw. Erdnussbutter und Mangokonfitüre, vietnamesischer Kaffee

Auf dem Weg zur Bahn telefoniere ich mit dem Liebsten und fotografiere dann die Referenzmagnolien, die oben in den Bäumen schon aufblühen.

Mit zwei Straßenbahnen geht es nach Friedrichshain. In beiden muss ich erstmal hüfthohe Steppkes vom Prenzlauer Berg an ihren Rucksäcken weiter ins Innere der Bahn schieben, weil sie direkt an der Tür stehen bleiben und in ihre Handys starren, während sich hinter ihnen Menschenmassen aufstauen.

Pünktlich um 8 sitze ich im Wartezimmer der Zahnärztin und beginne mit dem Rätselteil des Reboots, bis ich dran bin. Dann kommt die provisorische Füllung raus und die neue Teilkrone rein, während die handelnden Damen sich über das Gewicht ihrer jeweiligen Haustiere unterhalten, weswegen ich ein paar mal lachen muss, was die Prozedur erschwert.

Mit erneuertem Gebiss und der nächsten Straßenbahn geht es dann weiter nach Süden. Das letzte Stück über den Fluss nach Kreuzberg laufe ich dann wieder.

Im Büro angekommen, mache ich mir einen Matcha Latte und sitze dann pünktlich um 9 am Schreibtisch.

Am Vormittag habe ich ein Meeting mit Schottland und kümmere mich sonst um diverse Kleinigkeiten in verschiedensten Projekten. Mittags gehe ich dann rüber in die Markthalle und esse taiwanesische Wontons, mit denen ich mich subversiv vor den chinesischen Wonton-Laden setze. Beim Warten aufs Essen kümmere ich mich um Französisch, Italienisch und den Rest der Rätsel. Morgendlicher Reboot abgeschlossen.

Mit Schweinefleisch gefüllte Wontons in einer Rindfleischsauce mit Spinat und Gurkensalat

Zurück im Büro mache ich mir einen doppelten Espresso und stürze mich in den Nachmittag.

Heute werde ich zum ersten Mal auf meinem Diensthandy angerufen, gleich zweimal! Dann moderiere ich zum ersten Mal das hiesige Townhall-Meeting. Die Kolleg*innen in Süd- und Westdeutschland berichten von Schnee und Graupel, die Berliner*innen können nur mit einem heftigen Regenschauer kontern, der niederging, als ich schon wieder zurück im Büro war. Großbritannien und Mexiko äußern sich nicht zum Wetter, ziemlich verdächtig!

Dann ist auch schon Feierabend und ich laufe mit Podcast auf den Ohren wieder zurück nach Friedrichshain und treffe mich mit dem Brüderchen in einer neapolitanischen Pizzeria. Da wir beide gerade beruflich sehr eingebunden sind, haben wir uns schon eine ganze Weile nicht gesehen und uns viel zu erzählen – und viel zu essen. Außerdem prosten wir dem Onkel und der Nichte zweiten Grades geburtstäglich zu und erhalten im Gegenzug Fotos der beiden Geburtstagsfeiern.

Gefüllte frittierte Zucchiniblüten (mit Mozzarella und Anchovis) und Stracciatella zum Dippen, dazu Aperol bzw. Cynar Spritz
Pizza – bei mir mit gelber Tomatensauce, Mozzarella, konfierten Kirschtomaten, Burrata und Basilikum
Pistazientiramisù

Nach dem Essen laufe ich müde, vollgefressen und fröstelnd zum Ostkreuz – es ist wirklich wieder kalt geworden. Dort dann noch eine kleine Zivilcourage-Aktion. Ein mittelalter, unauffällig aussehender Mann herrscht einen jungen Gen-Z-ler an, der zugegebermaßen regelwidrig auf dem Bahnsteig eine Zigarette raucht und den Stummel dann in den Müll wirft, und droht damit, ihn die Treppe runterzustürzen, wenn er sich nicht benehmen kann. Ich stelle mich neben den jungen Mann und gucke den älteren einfach nur an. Zum Glück fährt dann die Bahn ein und die zwei Parteien steigen in unterschiedliche Wagen ein.

Auf der Bahnfahrt lese ich, dass Die höchste Eisenbahn auf dem Immergut spielen wird. Damit ist der Soundtrack für den Heimweg klar und ich kenne jetzt schon zwei Acts aus dem Line-up, ich bin ja so on fleek!

Kurz nach 22 Uhr bin ich zuhause, füttere die Katzen, telefoniere mit dem Liebsten und dann ist auch schon wieder Schlafenszeit…

25.03.2026 – Asoziales Netzwerk

Ich will irgendwann mal wieder so lange schlafen, dass beim Aufwachen weder eine 5 noch eine 6 als erstes auf der Uhr steht. Das ist doch jetzt hoffentlich keine permanente Alterserscheinung? Anyway, genügend Zeit für ausführlichen morgendlichen Reboot im Bett, Frühstückszubereitung und ein Update am Dienstlaptop, bevor der Arbeitstag losgeht. Die Katzen treten auch zum Morgenappell an.

Mit Porridge (gekocht im Rest Golden Milk von gestern Abend und mit Apfel) und Ostfriesentee geht es durch den Arbeitsmorgen. Am späten Vormittag ein Meeting, danach zwei Webinare. Beim zweiten esse ich nebenbei Fisch-Gemüse-Reste von gestern mit Pommes-Resten von vorgestern und trinke einen Grapefruit-Kokoswasser-Smoothie mit Granatapfelsirup.

In der Mittagspause hänge ich dann Wäsche auf und gehe Katzenstreu kaufen und höre dabei einen dienstlichen und einen privaten Podcast.

Am Nachmittag dann nochmal drei Meetings (häuft sich heute irgendwie) und dann ist Feierabend und ich gehe wieder raus. Zum aktuellen Podcast von Jon Stewart spaziere ich durch den Kiez in eine der drei Buchhandlungen, die unser Kulturstaatsminister durch seine Aktion berühmt gemacht hat und hole mir dort das neue Buch von Lukas Heinser. Bin ja nämlich im Widerstand!

„Dies ist ein Antiterroranschlag des asozialen Netzwerks“
Frühling!!!

Wieder zuhause koche ich mir Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl, oder auf Sorbisch samobělene běrny z twarohom a lanym wolijom (mit Sotra übersetzt) wobei man nochmal ausdifferenzieren müsste, ob man in meiner Gegend wirklich běrny oder eher neple oder gar kulki sagt. (OK, das Sorbische Institut bestätigt běrny.)

Dazu schaue ich die fünfte Staffel Younger zu Ende. Nur noch zwei… Dann gibt es ein Instagram Live von eben Lukas Heinser mit Stefan Niggemeier zum neuen Buch, das ich mir aus nostalgischen Gründen auch direkt angucke. Ich weiß noch, wie ich mich 2010 freute, dass zwei meiner liebsten Internetmenschen zusammen ein witziges Videoblog machen und mich dann erstmals ernsthaft für den ESC interessiert habe. (Mit dem einen der beiden war ich damals gerade noch in einer Bürogemeinschaft, der andere war dort gerade weg, leider.) Kurze Zeit später gewann Lena dann den ESC und das Konzert auf dem Immergut, auf dem ich gerade war, wurde unterbrochen, um kurz Satellite einzuspielen, während alle das feierten. Danach zurück zu ernsthaftem Indie.

Ein sehr nostalgischer Abend für mich jedenfalls. Und dann habe ich plötzlich Nix mehr zu tun, also gehe ich einfach ins Bett. Lese noch die ersten paar Seiten und mache dann um 10 das Licht aus. Jeht ooch!

24.03.2026 – Was mit Menschen

Eine halbe Stunde vorm Wecket aufgewacht und rin den morgendlichen Reboot. Den komplett durchgezogen, bevor ich aufstehen muss. 20 Minuten von Aufstehen bis fertig angezogen in der Küche stehen, nochmal so lange für Katzen füttern, Müsli vorbereiten, Stullen schmieren, Tee zum Mitnehmen kochen, Sachen packen und los. Gar nicht schlecht. Auf dem Weg zur S-Bahn telefoniere ich mit dem Liebsten. In beiden S-Bahnen muss ich heute stehen, aber zum Glück fahre ich jeweils nicht zu lange. Der Himmel ist grau, daher heute kein schönes Foto vom Fluss.

Im Büro angekommen baue ich meinen Laptop auf, gieße Milch ins Müsli, sage allen, die vor mir da sind „Guten Morgen“ und dann bin ich pünktlich um 9 am Platz und lege los. Perfekt durchoptimierter Morgen.

Ich löffle mein Müsli und erledige die dringendsten To Dos während nach und nach immer mehr Kolleg*innen eintrudeln. Dann gibt es eine gemeinsame Frühstückspause mit Franzbrötchen, Pain au chocolat und Brezeln. Danach weiter im Text und am späten Vormittag das erste Meeting des Tages. Bald darauf Mittagspause mit Spreeblick in großer Runde, hinterher gehen wir noch auf einen Kaffee nach draußen und gucken uns die Spree aus der Nähe an.

Der Nachmittag geht, unterbrochen von einem weiteren Meeting, recht schnell vorbei und dann leert sich das Büro auch schon wieder und auch ich mache mich auf den Heimweg.

Zuhause kurzes Durchschnaufen auf der Couch, die Katzen gesellen sich dazu als hätten sie auch Feierabend.

Dann verräume ich die Katzenfutterlieferung, säubere den Crowdfarming-Porree und friere ihn ein und koche mir Abendbrot. Es gibt gebackenes Crowdfarming-Gemüse (Süßkartoffel, Fenchel, Brokkoli) und darauf Kabeljaufilet mit Crowdfarming-Orange und Dill. Dazu mache ich mir eine Golden Milk mit Ingwer, Kurkuma, Sternanis, Nelken, Zimt, Kardamom und Fenchelsamen. Alles sehr lecker.

Dabei lasse ich weitere Folgen Younger laufen und beende endlich mein Puzzle, selbe Prozedur wie gestern, aber ich bin eine halbe Stunde früher fertig und damit auch früher im Bett.