Der zweite Rostock-Tag ist richtiges Kontrastprogramm zu gestern. Nach dem finalen Aufwachen gegen 8 mache ich mir einen Tee, krieche zurück ins Bett und durchlaufe einen rudimentären morgendlichen Reboot. Ich telefoniere mit dem Liebsten, kurz vor 9 ruft dann mein Cousin an und dann geht der Tag gleich richtig los. Noch ein kurzer Schwatz mit meiner Gastgeberin, bis der Tee alle ist, dann mache ich mich fertig und gehe los. So früh hat das Stammcafé noch nicht geöffnet, ich frühstücke also beim Bäcker um die Ecke Spiegeleibrötchen, Camembertbrötchen und einen Cappuccino.

Der Bäcker um die Ecke der Gastgeberin ist auch der Bäcker um die Ecke des Onkels und der kommt wenig später vorbei, um sich Kuchen zu kaufen für später, etwas irritiert, dass seine Nichte plötzlich vor seinem Bäcker sitzt und frühstückt. Wir unterhalten uns kurz, werden uns aber später eh noch sehen – er muss jetzt raus zu seinem Boot, das frühlingsfit gemacht werden will. Ich frühstücke zu Ende, bis das Auto meines Cousins samt ihm, seiner Freundin und seinem Kleinkind (über 1 schon!) vorfährt und steige ein.
Gemeinsam fahren wir nach Warnemünde, parken und spazieren erstmal durch den „Dorfkern“ und am Strom entlang, während das Kindelein im Wagen schläft. Die beiden anderen Großen holen sich Eis, ich kann ja leider nicht, wegen des Lochs im Zahn, und bewache solange den Schlaf.

Auf der Mole ist schon Hochbetrieb, also promenieren wir lieber auf der Promenade entlang, bis pünktlich am letzten Strandaufgang das Kind erwacht und wir runter zum Strand können. Das Wetter ist der Wahnsinn, ich bin sehr froh, hier zu sein.

Wir knabbern ein bisschen Kuchen, gucken aufs Wasser, bestaunen ein paar mutige Badende (Lufttemperatur 11 Grad) und vorbeigaloppierende Reiter*innen. Das Kindelein stapft ein bisschen durch den Sand, mampft Brot, Reiswaffel und Gemüsebrei und dann ist irgendwann auch wieder genug und wir fahren zurück in die Stadt. Zuhause angekommen bekommt das Kindchen eine frische Windel und vorher eine Dusche, um den ganzen Strandsand loszuwerden, während ich mit seiner Mama erzähle und mehr Tee trinke. Dann geht die Mama an den Schreibtisch und wir anderen fahren nochmal los, diesmal zum Segelverein. Beim Zwischenstopp am Bäcker für mehr Kuchen hänge ich eine ganze Weile alleine mit dem Kindchen im Auto ab und wir haben viel Spaß zusammen.

Beim Segelverein liegen alle Boote noch auf dem Trockenen. Mein Onkel hat seins gestrichen und macht gerade ein Päuschen bei meinem anderen Cousin, der fleißig Reparaturen an seinem macht. Dann gibt es erstmal Kuchen für alle und ich habe Gelegenheit, auch mit dem Rest der Familie ein bisschen zu quatschen.

Später darf das Kindchen dem Opa helfen, das Kreppband vom Boot abzuziehen und bekommt so vermutlich zum ersten Mal im Leben Farbe an die Finger. Stört es gar nicht, aber der Papa wird ein wenig aufgeregt, bis die Hände wieder sauber sind.

Bald darauf verabschieden wir uns wieder und Cousin und Kindchen bringen mich zum Bahnhof. Halb 5 nehme ich im Zug Platz und lasse mich wieder nach Hause schaukeln. Wie gestern schlafe ich erstmal direkt ein und wache erst eine Stunde später wieder auf. Dann mache ich mit dem abgebrochenen morgendlichen Reboot weiter – Rätsel, Französisch, Italienisch, Bloggen… Auf der Strecke ist erstaunlich oft erstaunlich wenig Empfang, so dass das Hochlader Videos warten muss, bis ich in Gesundbrunnen umsteige.
Halb 8 bin ich zuhause, werde von den Katzen bekuschelt, telefoniere mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind und esse den Rest Suppe, während ich die Tagesschau nachgucke und mich über die Wahlergebnisse in Rheinland-Pfalz und München informiere. Bald darauf geht es in die Badewanne, dann ins Bett – und Buch Nr. 12 dieses Jahr ist dann auch durchgelesen!




































