18.08.2026 – On the Rail again

Schwierige Nacht, weil unruhiges Katz und genug im Kopf, um von jeder Bewegung nachhaltig wach zu werden. Dementsprechend langsam bin ich dann beim morgendlichen Fertigmachen, das heute neben dem normalen Reboot noch Bürovorbereitung und Kofferpacken enthält. Nebenbei schlürfe ich eine Mate, das hilft ein bisschen.

Wegen des Koffers nehme ich eine leicht andere Route zum Büro als sonst, mit weniger Treppen. Und am Ende mit U-Bahn statt Fußweg über den Fluss, weil es wirklich schon ganz schön spät ist. Das Büro ist dann vergleichsweise leer – mehr von „uns“, aber weniger von den anderen als letzte Woche – die Urlaubszeit schlägt sich nieder. Gibt auch kein Bürofrühstück, aber anlassbezogenen Kuchen von einer Kollegin und ich habe eh noch Müsli und Feigen dabei.

Das übliche Dienstagvormittagsmeeting, dann Bäckergang mit einer Kollegin und Mittagessen in „unserer“ Runde, immerhin durchs Fenster mit Blick auf den Fluss. Es ist kühl heute für Mitte August – morgens waren es nur 14 Grad, später immerhin knapp 20 aber bei grauem Himmel.

Am frühen Nachmittag verabschiede ich mich, rollkoffere jetzt doch über den Fluss und fahre mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof. Der Zug nach Frankfurt fährt auf die Minute pünktlich ab und das muss man ja auch mal positiv erwähnen. Er ist auch halbwegs leer, kein Vergleich zu unseren Erlebnissen am Wochenende.

Er bleibt aber auch, wie vom Liebsten prognostiziert, vor dem Frankfurter Hauptbahnhof noch einmal stehen und landet so am Ende bei 20 Minuten Verspätung. Alles beim Alten also.

Und dann gibt es eine Premiere: Erstmals steige ich in Frankfurt nicht einfach um – etwa in den Zug nach Köln oder das Flugzeug nach Kanada oder irgendwo anders hin, sondern bleibe einfach da. Mit der S-Bahn geht es noch ein paar Stationen – auch der Frankfurter Hauptbahnhof kann kaputte Rolltreppen – und dann bin ich da. Das echte Frankfurt empfängt mich mit einem nicht barrierefreien, dafür sehr bunten S-Bahnhof.

Dann geht es noch durch einen kleinen Park und schließlich ins Hotel, auch das überall mit Stufen, zum Glück bin ich ja seit längerem wieder gut zu Fuß und der Koffer ist leicht.

Der Concierge scheint noch recht frisch zu sein, er weist mich nicht deutlich genug darauf hin, dass mein Zimmer im Erdgeschoss (bzw. Hochparterre) ist UND codiert meine Karte falsch, so dass ich erst vor dem falschen Zimmer im falschen Stockwerk stehe und dann nochmal vor dem richtigen mit der falschen Karte.

Dann klappt es aber und ich kann mein Zuhause für diese Nacht beziehen, mit dem Liebsten telefonieren und mich fürs Abendessen fertig machen.

Die Kolleg*innen hatten mir verschiedene Tipps für Abendessenspots gegeben, aber es ist jetzt schon 20 Uhr, ich bin hundemüde und habe morgen wieder einen langen Tag vor mir, also gehe ich einfach ins Hotelrestaurant, die haben auch Äppelwoi und grie Soß.

Leider nicht mit den angekündigten Handkäsknödeln, was man mir aber erst eine ganze Weile später mitteilt. Nochmal eine ganze Weile später kann ich alternativ das Frankfurter Schnitzel bestellen, was meinen Schnitzelcount für dieses Jahr (evtl. sogar das Jahrzehnt?) innerhalb von vier Tagen von 0 auf 2 bringt. Schmeckt aber ganz gut.

Die grüne Sauce ist wirklich lecker, das Schnitzel auch. Die Kartoffeln und der Salat haben sehr gute und weniger gute Bissen. Alles bisschen halbherzig zubereitet, fürchte ich. Der Apfelwein ist… interessant. Ich mag ja cider und cidre ich mag auch ab und an den Apfelwein, den ich von zuhause kenne, der aber eigentlich keine Kohlensäure hat, sondern eher wie Weißwein, nur halt aus Äpfeln statt Trauben, schmeckt. Der hessische Äppelwoi ist hingegen irgendwas dazwischen, wie sehr saure, etwas schal gewordene Apfelschorle. Muss ich jetzt nicht in Mengen trinken und ist wahrscheinlich der Auslöser für eine ziemlich starke Histaminreaktion, die mir für den Abend dann den Rest gibt.

Ich bin froh, als ich auf dem Zimmer bin, dusche noch ausführlich und lege mich dann bereits kurz vor 10 final ins Bett, ohne mir noch Lesen oder eine Serie vorzunehmen. Lieber das wirklich gemütliche Hotelbett und die katzenfreie Umgebung nutzen, um ein wenig Schlaf nachzuholen!

17.08.2026 – Hallo Woche

Der Wecker klingelt heute halb 7, damit genug Zeit für alles bleibt, bevor ich ein Meeting um Punkt 9 Uhr habe. Eigentlich kein Problem, hätte Noosa mich nicht wieder die halbe Nacht beschäftigt und würde dann gemütlich neben und auf mir pennen, während ich meinen morgendlichen Reboot durchziehe. Ich schaffe es trotzdem und bin sogar ausreichend vor 9 am Schreibtisch, um schnell noch etwas Nahrung einzuwerfen und die E-Mails durchzugehen.

Nach dem Meeting dann Nachbereitungen und Dringendes, bevor ich die Mittagspause vorziehe und nach Mitte fahre, um in der Wohnung der Ellis nach dem Rechten zu sehen und auf dem Rückweg Einkäufe zu erledigen. Dann mit zweitem Frühstück zurück ans Werk.

Am frühen Nachmittag anderthalb Stunden Kurstreffen über Zoom, dann zum Mittag die Poké-Reste von gestern, danach ein Telefonat, dann nochmal weiter bis zum Feierabend. Um 19 Uhr dann noch ein Webinar, bei dem ich mir nebenbei noch Abendbrot mache.

Und dann ist endlich Feierabend, Noosa und ich gucken Anne with an E zu Ende und gehen gegen halb 11 ins Bett und starten einen neuen Anlauf für gutes Co-Sleeping, denn morgen wird es wieder lang und ich schlafe dann auch wieder woanders. Die Woche gibt alles für den Plot!

16.08.2026 – In vollen Zügen

Meine Nacht erkläre ich gegen 7 für beendet, der Liebste hat noch ein Stündchen, bis es ihn nach Kaffee drängt. Den zweiten macht dann er, als ich mich schon ins Wohnzimmer zu Liebstenschwester und Nifftenkind setze. Der Liebstenschwager und er gehen dann Brötchen holen. Wenig später sitzen wir beim Frühstück, mit noch mehr Besuch. Der erste Teil ist Vergnügen, im zweiten Teil kommt die Pflicht: Wir müssen alle sehr viel Torte essen. Ich esse für den Liebsten mit und leiste so einen wichtigen Beitrag zum Familienfrieden.

Gegen Mittag verabschieden sich die anderen Gäste und wir packen unsere Sachen. Eine halbe Stunde vor Aufbruch schaue ich in der App nochmal nach unsere Verbindung und sehe, dass sie nicht mehr fahrbar ist, ohne dass es eine Benachrichtigung gab. Wir disponieren um und müssen plötzlich in sechs Minuten schon die Straßenbahn nehmen. Klappt aber. Als wir am Bahnhof ankommen, kommt die Benachrichtigung, dass der Alternativzug eine halbe Stunde verspätet ist. Wir holen uns koffeinhaltige Kaltgetränke und ich bezahle nochmal 1,50 € für einen Toilettengang außerdem kaufe ich neue Reservierungen für den Zug, schon wieder. Das Bahnchaos ist teuer.

Als es soweit ist, gondeln wir gemütlich eine Stunde nach Hannover, haben dann dort nochmal eine Dreiviertelstunde Aufenthalt und besteigen dann den Zug, für den es keine Sitzplätze mehr zu reservieren gab. Bis Wolfsburg sitzen wir auf dem Boden vor Koffern, danach können wir auf die Plätze von zwei Damen wechseln, denen wir den Weg zu ihren Koffern freimachen mussten. Sie saßen auf unreservierten Plätzen, Bingo! Weiter nach Berlin, dann nochmal unmotiviertes Stehen an der Beusselstraße. Am Ende sind wir nur 40 Minuten später als ursprünglich geplant zurück in der Hauptstadt, zu wenig für eine Erstattung, aber mit so viel mehr Hektik, Aufwand und Rückenbeschwerden…

Weil ich keine Lust habe, vier Stockwerke raufzufahren, fahre ich nur eins rauf und dann direkt wieder runter und nehme die U-Bahn zum Alex. Das dauert durchaus länger insgesamt, aber öfter mal was Neues! Das Umsteigen dauert auch viel länger, wegen der Baustelle, aber dann bringt mich die Straßenbahn gewohnt zuverlässig nach Hause. Noosa bequemt sich nicht von der Couch, um mich zu begrüßen, aber erzählt mir ein paar Takte.

Ich entschuldige mich mit Streicheleinheiten, dann packe ich meine Sachen aus, stelle die Waschmaschine an und bestelle Essen. Bis das ankommt erledige ich Hausaufgaben für meine Kurseinheit morgen.

Vegane Poké Bowl und gebackene Ananas

Zum Essen schaue ich endlich die vielfach angepriesene Doku über die KTV, mit viel Footage vom zweiten Wohnzimmer und dem dortigen Gastgeber. Es folgt ein bisschen Anne with an E (mit viel Drama und der Residential School), dann Badewanne und Bett. Gutes Wochenende, insgesamt!

15.08.2026 – Schulanfang

Heute hat das Nifftenkind Schuleingangsfeier und damit tritt erstmal alles andere in den Hintergrund. Es reicht noch für den gemütlichen Kaffee im Bett samt morgendlichen Reboot, aber dann ist Action angesagt. Frühstück gibt es on the fly, es müssen fünf Menschen durchs Bad und halb 11 aus dem Haus. Das Nifftenkind und seine Eltern machen sich auf den Weg zur Schule, der Liebste und ich laufen am Wasser entlang zur Partylocation.

Dort fallen wir in den festlich eingedeckten Raum ein und dekorieren ihn mit Girlanden, Ballons und Luftschlangen. Leider verbrauchen wir das komplette Helium, so dass wir nicht noch Schabernack damit treiben können. Aber ausmalen dürfen wir immerhin noch!

Als wir soweit fertig sind, sitzen wir eine Weile draußen im Schatten auf einer Bank und schnaufen durch, bis die ersten Gäst*innen in Empfang genommen werden. Insgesamt sind wir am Ende 23 Menschen und zwei Hunde. Als vorletztes und unter großem Jubel läuft das um 20 Zentimeter gewachsene stolze Nifftenkind mit Regenschirm und Zuckertüte (Schultüte heißt das hier im Westen) ein, gefolgt von Mama und Papa mit dem Schulranzen und der nicht minder stolzen Liebstenmama, die der Zeremonie beiwohnen durfte. Es gibt ein großes Hallo, eine erste Runde Auspacken (erst die Schultüte, dann diverse zusätzliche Geschenke der vielen Gäst*innen). Pausiert wird erst, als die Vorspeisen serviert werden.

Bruschetta, Auberginenbällchen, verschiedene Dips und Brot

Dann gehen die anwesenden Kinder erstmal eine Runde stiften und verlustieren sich auf draußen (unabhängig von uns) installierten Hüpfburgen, während die Erwachsenen durchatmen, kühle Getränke zu sich nehmen und erzählen). Es folgt dann der vom Nifftenkind ausgewählte Hauptgang – Schnitzel mit Pommes! Meine Portion hat einen erheblich größeren Gemüseanteil als die der Kinder.

Dann wieder Geschenke auspacken, spielen, Ballons werfen, Tanzen… Irgendwann gibt es Eis zum Nachtisch und noch später eine beachtliche zweistöckige Torte, für die sich das Nifftenkind in sorgfältiger Verkostung für die Sorten Juicy Lemon und White Chocolate Cassis entschieden hat. Wir sind alle sehr zufrieden mit dem Geschmack des Nifftenkinds!

Gegen 18 Uhr löst sich die Feiergesellschaft langsam auf und macht Platz für andere Feiern (unter anderem ein 30. Hochzeitsjubiläum ganz in weiß). Die verschiedenen Großeltern, Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen (nur ein Cousin und das Teilzeitkind waren heute leider verhindert) zerstreuen sich wieder in alle Winde und wir laufen am Wasser entlang zurück in die Wohnung der Liebstenschwester. Dabei die zweite Sichtung von Nilgänsen heute.

In der Wohnung sind wir dann noch zu acht, mit zwei völlig aufgedrehten Kindern und sechs völlig platten Erwachsenen. Gegen 9 geht der letzte Besuch nach Hause und das Nifftenkind wird langsam ins Bett gebracht. Das dauert heute etwas länger als sonst. Gegen 11 dann nur noch wir vier, die Couch und der Fernseher und ich verabschiede mich dann auf einfach ins Bett. Was für ein Tag!

14.08.2026 – Schon wieder Aufbruch

Ein Sommerhomeofficefreitag wie er im Buche steht. Morgendlicher Reboot im Bett, Frühstück und Losarbeit auf dem Balkon.

Müsli mit Apfel, ein Kaffee zwischen Flat White und Cappuccino, Blaubeer-Maracuja-Smoothie

Es ist ziemlich heiß, aber nicht so unangenehm, dass ich auf den schattigen Fußboden flüchten müsste. Zwei Meetings gibt es bis zur Mittagspause, in der ich ein paar Brotreste esse, den Müll runterbringe und Sachen packe.

Zum Feierabend geht es wieder hinaus in die Welt, aber erstmal mit Straßenbahn und S-Bahn zum Hauptbahnhof. Dort besorge ich Reiseproviant, treffe auf den Liebsten und dann steigen wir mit der inzwischen eingeplanten Verspätung in einen Zug. Es ist ein anderer, als der ursprünglich gebuchte, unsere Reservierungen wurden verändert und wir landen in verschiedenen Abteilen. Das vom Liebsten bleibt aber halbleer, so dass ich zu ihm umziehen kann und wir eine entspannte Fahrt bis Hannover haben, wo es unfassbar heiß ist.

Dort heißt es dann umsteigen – laut Bahn-App wartet der Anschlusszug nicht, was aber egal ist, weil der selbst so verspätet ist, dass wir ihn locker kriegen. Zum Glück haben wir auch hier reserviert und haben nach Verscheuchen zweier unglücklicher Passagiere auch wieder einen Sitzplatz. Um uns herum stapeln sich Menschen und Gepäck und der gesamte Gang ist von einer U16-Hockey-Mannschaft auf Hessen belegt, die sich lautstark unterhalten, Spiele spielen und Dating-Tipps geben. In bester Jugendsprache, wie sie auch das Teilzeitkind verwendet. Wir setzen unsere Kopfhörer auf und fliehen. Bei mir gibt’s jede Menge laute Gitarrenmusik, das hilft.

In Bremen ist es auch heiß, trotzdem laufen wir ein paar Straßenbahnstationen, weil der Liebste keine Lust hat, weiter zwischen Menschen zu stehen und auf Züge zu warten. Irgendwann steigen wir dann aber ein und fahren das letzte Stück.

Liebstenschwester und Liebstenschwager begrüßen uns im Flur, das Nifftenkind hat sich vor Aufregung in sein Zimmer zurückgezogen und liegt bereits im Schlafanzug auf seiner Matratze. Ich lege mich dazu und dann wird erstmal gekuschelt. Dann nochmal kurz en famille im Wohnzimmer die Lage und den morgigen Tag besprechen, bevor das Nifftenkind endgültig ins Bett gebracht wird. Die Großen sitzen dann noch bei Bier, Sarti Spritz und Gin Tonic auf dem Balkon, reflektieren den Urlaub und besprechen, was in den zwei Wochen seitdem passiert ist…

13.08.2026 – Noch so ein Sommertag

Aufwachen zwischen Noosa und Liebsten gegen halb 5. Wieder einschlafen ist durchaus eingeplant, fällt dann aber aus einer Vielzahl von Gründen aus. Kurz nach 6 stehe ich auf und koche Kaffee, halb 7 klingelt der Wecker. Gemütlicher Morgen im Bett, halb 8 muss der Liebste los und ich blogge und mache Französisch und Italienisch und die täglichen Rätsel. Um 9 sitze ich mit Laptop und Frühstück auf dem Balkon und arbeite los.

Rosinenstuten mit Kirsch-Johannisbeer-Marmelade, Sencha

Kurz vor der Mittagspause habe ich ein längeres Meeting, danach geht es nach draußen, Kopf frei kriegen, Dinge im Drogeriemarkt und beim Haustierbedarf kaufen. Unter anderem ein neues Kratzspielzeug für Noosa, das sie später am Tag, wenn keiner guckt, ordentlich einweihen wird.

Direkt nach der Mittagspause noch ein Meeting und erst danach habe ich Muße fürs eigentliche Mittagessen und mache mir Spaghetti mit Bottarga, Anchovis, Kapern, Tomatenmark, Zitronensaft und Petersilie.

Von dort ist es dann nicht mehr weit bis zum Feierabend und ich fahre zum ersten Mal seit langem wieder zum Sport – heute sind ja nur 28 Grad, da kann man auch mal ins Fitnessstudio gehen. Der Kurs ist angenehm leer, das Planschen macht Freude, wenn auch die körperliche Anstrengung erstmal ungewohnt ist. Danach Dampfbad und wenigstens mal kurz in die Sauna – für längere Ausschweifungen dort muss es erstmal wieder herbstlicher werden, aber das ist ja nur eine Frage der Zeit.

Heimweg immer noch im Hellen, „Abendbrot“ dann wieder auf dem Balkon. Es gibt sehr viel Mango-Lassi aus dem Rest Joghurt, TK-Mangos, Erbsenmilch und dem Rest Rosenwasser. Achja und es trudeln gleichzeitig meine Wahlbenachrichtigung und meine Briefwahlunterlagen ein, ich bin dem System mal wieder voraus.

Telefonat mit dem Lieblingsnachbarn, Familienchat zwischen Kanada, Grönland und Berlin und dann fragt der Liebste rücksichtsvoll, ob er die neue Folge Ted Lasso schon ohne mich gucken darf. Wir entscheiden uns für parallel und sind beide sehr angetan. Danach wechsle ich mit Noosa aufs Sofa und wir gucken Anne with an E, bis mir die Augen zufallen. Staffel 2 geschafft!

12.08.2026 – All The Things

Heute ein ziemlich voller Tag, beginnend aber mit gemütlichem Morgen mit Noosa und morgendlichem Reboot im Bett. Dann Frühstück auf dem Balkon zu ersten Arbeitsdingen, die Sonneneinstrahlung ist gerade noch so, dass ich gut am Tisch sitzen kann.

Matcha Latte, Müsli mit Joghurt und Marmelade, Mirabellen

Schon zum ersten Meeting um 10 verziehe ich mich wieder in meine schattige Lümmelecke auf dem Balkonboden, vielleicht sollte ich mir dafür mal ein professionelleres Setup besorgen, sie scheint sich zu etablieren. Zwischen zwei Meetings ein bisschen Denken nebst Haushaltsdingen, das lässt sich ja im Homeoffice immer gut verbinden.

Nach dem zweiten Meeting ist dann Zeit fürs Mittagessen und ich bereite mir aus einem Rest gekochten Kartoffeln, Mehl und Zwetschgen Omas Pflaumenknödel zu – dazu Butter und Zimt, wie sich das gehört. Inzwischen kann ich auch wieder am Tisch sitzen.

Der Rest des Arbeitstags vergeht wie im Fluge, nebenan verfolge ich die sich verschiebende Konstellation verschiedener beweglicher Teile, die über den Verlauf des Abends entscheiden werden:

  • Sonnenfinsternis mit Höhepunkt gegen 20 Uhr. Der Plan ist, mit dem Liebsten und dem Lieblingsnachbarn nebenan zum Planetarium zu gehen, wo es Brillen und diverse Vorträge und Shows, auch zu den Perseiden später geben soll. Ab 17 Uhr geht es dort los, gegen 19 Uhr will der Liebste da sein.
  • Heute oder morgen wird das Treppenhaus gereinigt, danach ist der Boden im Treppenhaus drei Stunden lang rutschig und man soll eher nicht durchlatschen. Ich habe vormittags beim Müllwegbringen gesehen, dass die anderen Aufgänge bereits dran sind und gehe davon aus, dass das heute passieren wird.
  • Zwischen 17 und 20 Uhr ist Rauchmelderprüfung angekündigt, potenziell ganz schlechtes Timing.
  • Ein Paket ist schon den ganzen Tag (mit einem Tag Verspätung) auf dem Weg zu mir, das Live-Tracking funktioniert aber nicht.
  • Eigentlich bin ich für 19 Uhr zu einem Webinar angemeldet, aber davon kann ich mir auch später die Aufzeichnung anschauen.

Wer das alles so geplant hat, ohne die Sonnenfinsternis zu bedenken, weiß ich auch nicht…

Und dann passiert aber irgendwie alles ganz schnell: Kurz nach 17 Uhr klingelt es und der Rauchmeldermensch kommt. Wenige Minuten später das Paket. Das Treppenhaus sieht auch trocken aus. (Später werde ich feststellen, dass unser Haus doch erst morgen dran ist…) Der Liebste ist auf dem Weg, ich mach mir noch fix ne Stulle, weil wir erst nach der Show um 21 Uhr einen Döner holen gehen wollen, und dann geht’s los.

Der Lieblingsnachbar schickt ein Foto von seinem Heimweg am Planetarium vorbei – Menschenmengen. Ohje. Dann ruft er an und berichtet, dass die Straße rund ums Planetarium gesperrt ist, Veranstaltung wegen Überfüllung geschlossen. Ich hole den Liebsten etwas von der S-Bahn entfernt ab, er muss sich durch Menschenmengen kämpfen und die Polizei lässt nur noch Leute Richtung Planetarium laufen, deren Perso sie als Anwohner ausweist. Dann ändern wir wohl mal unsere Pläne. Nach kurzer Lagebesprechung gehen wir uns zu dritt in Weißensee einen Döner holen (der avisierte Dönerladen liegt neben dem S-Bahnhof, da ist heute kein Durchkommen mehr) und setzen uns dann mit Döner und Aperol Spritz beim Lieblingsnachbar auf den Balkon.

Hier kann man die Sonne bis kurz vorm Höhepunkt noch sehen, allerdings haben wir keine Brillen und gucken also stattdessen auf den Livestream. Es wird merklich dunkler, aber nicht dunkel, dann wieder heller und dann wieder dunkler – zwischen Höhepunkt der Sonnenfinsternis und Sonnenuntergang liegen in Berlin 30 Minuten.

Aber hey, wir haben ein historisches Ereignis zusammenverbracht! Ich weiß auch noch, wo und mit wem ich bei den Sonnenfinsternissen 1999 und 2015 war. Ob wir die 2081 noch mitbekommen ist eher fraglich, aber wir sind ja auch nicht an Deutschland gefesselt und vielleicht gibt’s ja vorher nochmal irgendwo die Gelegenheit – dann mit etwas besserer Planung…

Wir sitzen dann noch bis gegen 22 Uhr auf dem Balkon und erzählen, dann gehen der Liebste und ich zu Noosa ins Bett und gucken noch im Internet herum, wie der Rest der Welt das so erlebt hat…

11.08.2026 – Hallo, Büro!

Heute geht es zum ersten Mal seit sechs Wochen (drei Wochen Urlaubs-, drei Wochen Wasserschadensbedingt) wieder ins Büro. Der Wecker klingelt also früh, der morgendliche Reboot verläuft zügig und kurz nach 8 bin ich schon draußen auf dem Weg zur Bahn und telefoniere im Laufen mit dem Liebsten. Zwei S-Bahnen nach Friedrichshain, dann rüberlaufen nach Kreuzberg. Strahlender Sonnenschein auf den beiden Kaulitz-Enten, die neuerdings auf der Spree liegen – ich sehe sie heute das erste Mal live.

Das Körpergedächtnis findet den Weg noch, der Schlüssel passt noch, alles gut. Mein angestammter Arbeitsplatz hingegen war direkt vom Wasserschaden betroffen, ich suche mir für heute einen anderen – zum Glück hatte ich dort keine persönlichen Gegenstände liegen… Die Kaffeemaschine war nicht betroffen und der Kühlschrank auch nicht – erstes Frühstück nach der Weg-Mate also Cappuccino und Müsli mit Heidelbeeren.

Das Büro ist trotzdem ziemlich leer, es ist immer noch Urlaubszeit. Ein paar Leute kommen dann aber doch zum Bürofrühstück zusammen und tauschen sich aus. Beherrschendes Thema heute: Wirklich jedes Urlaubsziel war in einer Gegend mit Waldbränden in der Nähe. Das neue Normal…

Normale Arbeit, ein wöchentlicher Call und dann gehe ich mit einer Kollegin leckere Mantı essen. Es ist zwar heute nicht heiß, aber das Draußensitzen wird uns von Wespen vergällt – drinnen am offenen Fenster geht es dann aber einigermaßen.

Der Nachmittag ist dann weiter unspektakulär. Nach Feierabend nehme ich den gleichen Weg zurück. Zuhause erstmal kurz Couchen und Liebstentelefonat inkl. Pläneschmieden. Dann raffe ich mich nochmal auf und koche mir aus den Resten Zucchini, Zwiebeln und Passata eine „Tomatensuppe“, damit ich Reibekäse reinwerfen kann. Schmeckt sehr gut.

Dazu und danach ein paar Folgen Anne with an E, das immer weiter vom literarischen Kanon abweicht, auch wenn zwischendurch immer mal ein paar Originalszenen eingeflochten sind. Krasser Mindfuck z. B., als Gilbert in der Karibik ein Baby in Beckenlage entbindet (weil er das bei Kühen schon gemacht hat) und später wieder in Avonlea zur Schule geht und in der Theateraufführung mitspielt, während Anne zwar übers Küssen fantasiert, aber ansonsten weiter ihre verpasste Kindheit nachholt.

10.08.2026 – Langsamer Montag

Im Vergleich zum eben vergangenen Wochenende habe ich heute erstaunlich wenig fest verplante Zeitblöcke. Der Tag fängt auch ähnlich an, der Wecker klingelt zur gleichen Zeit. Morgendlicher Reboot, dann mache ich es mir wieder mit Frühstück (Skyr, Granola, Heidelbeeren, Cappuccino) und Laptop auf dem Balkon gemütlich – diesmal mit dem Arbeitslaptop.

Wenig später knallt die Sonne und ich wende das Wissen von gestern an und mache mir eine Balkonecke auf dem Fußboden gemütlich für das einzige Meeting des Tages (mit verschwommenen Hintergrund, wobei ich das auch transparent zeigen könnte in der Konstellation, so fällt es aber erst gar nicht auf).

Irgendwann ist Mittagszeit und ich mache mit Pellkartoffeln mit Butter und Romasalat, immer wieder erstaunlich lecker, und dazu Pflaumen, Mirabellen und Ginger Beer mit Mangosaft. Nach dem Essen mache ich noch eben meine Hausaufgaben für den Kurs, bevor es zurück an die Arbeit geht.

Auf den Kopfhörern viel Livemusik der Kelly Family, denn heute vor 30 (!) Jahren war ich auf meinem ersten großen Konzert von ihnen, auf der Festwiese in Leipzig – davor gabs nur ein paar Straßenkonzerte, bei denen ich aber nicht in meiner Eigenschaft als Fan war. Jetzt aber schon, so richtig mit Basecap, T-Shirt und Gedränge, Fotos von der Leinwand und ab und an einen erhaschten Blick auf winzig kleine Kellys sehr weit entfernt. Meine Eltern haben es tapfer ertragen und mich glaube ich ab dem nächsten Konzert nur noch abgesetzt und abgeholt…

Zum Feierabend habe ich dann noch ein Kleingruppentreffen aus dem Kurs, für zwei Stunden angesetzt, aber wir schaffen das Pensum in gut einer, sehr schön. So kann ich den knurrenden Magen dann auch bald besänftigen. Es gibt Schnittchenteller und noch ein paar Folgen Anne with an E, der Liebste ist da nämlich gestern in ein Rabbit Hole gefallen und ich muss aufholen.

Am späteren Abend dann Badewanne und Bett, bevor es morgen zum ersten Mal seit langer, langer Zeit wieder ins Büro geht. Bin schon ganz aufgeregt…

09.08.2026 – Sommersonntag, Berlin

Der Wecker klingelt wieder, denn nachher ist wieder Kurs angesagt. Dass es diesmal eine Viertelstunde später losgehen soll, entspannt mich tatsächlich und ich gehe gelassen durch den morgendlichen Reboot. Obwohl es richtig heiß werden soll, richte ich mich auf dem Balkon ein. Ganz früh am Morgen geht es noch, später ziehe ich mir etwas über die nackten Arme, gegen die Sonne, noch später räume ich um, sitze teilweise auf dem Boden und dann dann nochmal später wieder an ganz anderer Stelle. Heute sehr dankbar dafür, dass der Balkon nicht „richtig“ eingerichtet ist, sondern eher modular und dass ich das alles je nach Bedarf ständig neu sortieren kann.

Zum Frühstück gibt es Skyr mit Steinobst, lauter prunus-Varianten: weiße Nektarine, Aprikose, Zwetschge und Mirabelle. Als mir das auffällt, lasse ich schmunzelnd die ebenfalls vorhandenen Heidelbeeren weg und tue statt Granola noch Mandeln dazu. Gattungsreines Frühstück! Dazu gibt es Iced Erbsenlatte mit ordentlich viel Espresso.

Zum Warmwerden gibt es heute im Kurs die Frage nach der geographischen Herkunft und ich muss kurz mal betonen, dass ich sehr wohl eine Ostsozialisation habe, auch wenn in den ersten Wochen meiner ersten Klasse die Wiedervereinigung stattgefunden hat. Im nächsten Programmpunkt dann „automatisiertes Schreiben“, also das, was ich damals im „Language of Food“-Workshop als Morning Pages kennengelernt und danach eine Zeitlang regelmäßig gemacht habe. Brauche daher nur ganz kurz, um wieder reinzukommen und hätte schon Lust, das wieder irgendwie in meinen Alltag einzubauen. Mein morgendlicher Reboot enthält aber schon so viel und ein nicht unwesentlicher Teil davon ist Schreiben… Vielleicht mache ich das eher sporadisch, irgendwann später am Tag?

Auch ansonsten wird heute viel geschrieben und geredet und einen Theorieteil gibt’s auch wieder. Dazwischen rotiere ich um den Balkon herum und esse zum Mittag Tomate-Mozzarella und Kapernäpfel mit Walnussbrot, dazu die morgens verschmähten Heidelbeeren, zerstoßen, mit Zitrone und Wasser.

Am Ende machen wir noch jede Menge Termine in Kleingruppen für die nächsten Wochen aus, bevor es im September dann wieder mit allen zusammen weitergehen wird. Gegen 17 Uhr sind wir fertig und mich zieht es wieder nach draußen, der Kopf hat zu tun und ich will auch noch was erleben, bevor das Wochenende rum ist.

Ich nutze die Gelegenheit und fahre eine Runde Wohnungen sitten, lüften, Pflanzen gießen, nach Post gucken. In Mitte gibt’s zur Belohnung Eis, in Friedrichshain nehme ich noch Kühlschrankinhalte mit.

Pberg stabil

Gegen 20 Uhr bin ich wieder zuhause und koche mit Podcast auf den Ohren Abendbrot. Es gibt gebackene Süßkartoffel (aus der Mikrowelle statt dem Speisefön, das geht schneller) mit Reibekäse und dazu Kräuterskyr (mit frischem Basilikum, Minze und Zitronenmelisse vom Balkon) und roter Zwiebel, dazu Ginger Beer mit Limette.

Für den Wellness-Aspekt mache ich hinterher noch ein Fußbad – interessante Sitzhaltungen auf dem Balkonboden und lange Flip-Flop-Wege in der Stadt machen ein wenig Fußweh – und dann geht es zwischen 22 und 23 Uhr ins Bett, Wochenende isch over.