Heute ist der Tag, an dem sich die Erkältung von „schwallhafter Schleim“ langsam hin zur „inneren Verhärtung“ und Dumpfheit in der Birne weiterentwickelt. Weil ich die letzten beiden Tage ordentlich rangeklotzt habe, kann ich es heute etwas ruhiger angehen lassen und sitze nach langem Nachtschlaf erst um 10 am Schreibtisch.
Noosa und Nimbin sorgen mit einem Sitzstreik dafür, dass ich erst esse und dann los arbeite.Hirsebrei mit Banane, Zimt, Fenchelsamen, Nelken und Kardamom. Sencha. Heißer Sanddorn mit Granatapfel und Flohsamenschalen
Um die Mittageszeit gibt es Webinare, das letzte verfolge ich am Ende nur noch akustisch, während ich mir zum Mittagessen asiatische Weizennudeln koche – in Gemüsebrühe und mit Algen, TK-Spinat, Zwiebeln, Chili, Fischsauce und Limettensaft.
Nach der Mittagspause dann ein kleines Formtief, ich will aber noch was schaffen und hole mir eine wirklich eiskalte Mate vom Balkon. Dann kommt auch noch ein Paket an, inkl. eines Ingwer-Shot-Werbegeschenks. Beides zusammen trägt mich dann nochmal bis zum Beginn des Abendwebinars um 18 Uhr. Danach schnelle Abendbrotzubereitung und dann ab 19 Uhr gemeinsames virtuelles Curling-Gucken mit dem Liebsten – die Olympischen Spiele fangen nämlich heute an, auch wenn die große Eröffnungsfeier erst später ist.
Zu Essen gibt es das letzte bisschen Avocado auf selbst gebackenem Brot, dazu Fenchel-Rotkost, den letzten Mango-Pudding, passendes italienisches Bier und kanadische Schokolade. Es spielen u. a. Kanada gegen Tschechien, der Liebste verfolgt nebenher auch noch die drei parallelen Ansetzungen und informiert mich über die Dramen dort (vorzeitige Aufgabe von Südkorea gegen Schweden, Extra-End bei Estland gegen Schweiz), während ich mich ganz darauf konzentriere, wie Kanada den Tschech*innen (heute ist das Gemischte Doppel dran) haushoch überlegen ist, trotz kanadischem Coach für Tschechien. Wenn ich will, kann ich jetzt fast drei Wochen lang jeden Tag Curling gucken – mal sehen.
Danach noch ein bisschen Berieselung durch amerikanische Late Nights und Josh Johnson, aber um 23 Uhr liegen meine Schnupfennase und ich wieder im Bett.
Jo, da ist der nächste Schnupfen, wenn ich richtig zähle der dritte in dieser Erkältungsperiode, wobei der zweite ja zu COVID gehörte. Grummel. Immerhin bin ich bis auf die laufende Nase und manchmal Frösteln ansonsten ziemlich fit. Allerdings auch schon gegen halb 5 wach, das ist nicht so schön. Gegen 6 gebe ich auf und beginne meinen morgendlichen Reboot, dann stehe ich wieder ziemlich früh auf und mache mir Frühstück für am Schreibtisch, an dem ich dann schon sitze, als der Liebste zum morgendlichen Appell anruft. (Appell hier bitte Französisch gelesen…)
Hirsebrei mit der schon wieder letzten Orange und Zimt, Zitronenwasser mit Flohsamenschalen, Thymian-Ingwer-Tee, Mate
Es folgen wieder Stunden emsigen Fleißes. Nach einem Call schon in der Mittagszeit verschwinde ich in die Küche und mache mir Pasta mit Avocado.
Danach mache ich mich für einen Videocalltermin mit Kamera an zurecht und halte diesen ab. Hinterher traue ich mich ins Draußen, denn meine Taschentücher sind so gut wie alle und die Sonne scheint. Die Streusituation ist immer noch verheerend hier in meiner kleinen Ecke vom eisigen Prenzlauer Berg, es wird aber besser, je näher ich der großen Straße komme. Jetzt wo ich mehr laufe, merke ich, dass das Knie (und die Weichteile drumherum) doch noch ganz schön mitgenommen sind. Der Fuß hingegen meldet sich kaum noch, der Arm gar nicht mehr. (Also der rechte Fuß von letzter Woche, der linke ist ja schon länger wieder ganz zufrieden. Und der Arm auch von letzter Woche, die Schulter und der Ellenbogen sind immer noch manchmal böse auf mich, nach anderthalb Jahren…)
Ich kaufe ein paar Dinge im Drogeriemarkt ein (Heißer Sanddorn mit Granatapfel ist quasi Medizin, kein Lebensmittel!) und gehe vorsichtig wieder nach Hause. Dort dann heiße Vitamine und Weihnachtssüßkram (Endlich auf der Zielgeraden…) zur nächsten Schreibtischeinheit.
Die zieht sich dann nochmal bis 19 Uhr. Da wäre nochmal ein Webinar, aber das lasse ich wie gestern auch sausen – Kopf ist zu. Stattdessen kümmere ich mich ums Abendbrot und bereite die andalusischen Calçots, die in der Crowdfarming-Kiste waren, einigermaßen authentisch zu – in der Pfanne statt auf dem Grill und daher etwas besser geputzt vorher. Dazu selbst gebackenes Brot und Knoblauch-Tomatenbutter statt der klassisch dazu gereichten Romesco-Sauce. Kann man gut machen!
Hinterher geht es standepede in die Wanne und von da ins Bett. Eigentlich möchte ich noch lesen, aber dann ist das Licht doch ganz schnell aus und gegen 10 schlafe ich schon tief und fest.
Lichtmess, Candlemas, Kyndelmäss… Kenne ich ja vor allem von Astrid Lindgrens Lichtmesskrapfen. Ist aber auch der wirklich letzte (40.) Tag von Weihnachten. Spätestens jetzt bauen Purist*innen den Baum ab. Es ist auch ein Tag, an dem es spürbar wieder heller wird (fällt mir gegen 17 Uhr auf, als es noch nicht ganz dunkel ist in Berlin) und der Tag zwischen der Wintersonnenwende und der Tagundnachtgleiche im Frühling. Die Kelt*innen feierten Imbolc, die Amerikaner*innen den Groundhog Day und auf der ganzen Welt fragen sich die Menschen, ob wir einen frühen Frühling haben werden oder nicht. Punxsatawny Phil sagt übrigens nein, in Nova Scotia hat Lucy die Lobster die Aufgabe übernommen und sagt ja. (Mal wieder ein Beispiel, wie die christliche Kirche einen bestehenden Festtag genutzt hat, um „was mit Jesus“ zu terminieren…)
Für mich beginnt heute ein neues Projekt, das viel Schreibtisch- und Bildschirmzeit zusätzlich bedeutet. Passend dazu geht es meinem Fuß deutlich besser. (Der Rest vom Bein meckert noch hie und da, mir wabern Gedanken an typische Fußballverletzungen durch den Kopf – irgendwas mit Waden, Zerrungen oder so?) Unpassend dazu läuft mir seit heute die Nase, was soll das denn jetzt?!
Ich bin also mal wieder vor dem Weckerklingeln wach, arbeite mich durch meinen morgendlichen Reboot, stehe dann auf und dusche und sitze pünktlich um 9 mit meinem Frühstück am Schreibtisch.
Weihnachtssüßkram, der muss jetzt dringend weg, siehe Lichtmess, Mate und Zitronenwasser mit Flohsamenschalen
Dann geht es deepdivig hinein ins neue Projekt, unterbrochen nur von gelegentlichen Telefonaten, Katzenbedürfnissen und Getränkenachschubsicherung. Auf die Mate folgt erst eine große Tanne Earl Grey, dann eine große Kanne Thymian-Ingwer-Zitronen-Tee. Zu Mittag mache ich mir zwei große Kartoffeln als Brei mit Leinöl, dazu TK-Bohnen mit Bohnenkraut und Röstzwiebeln.
Nach dem Essen habe ich einen Call, dann deepdive ich weiter, mit kurzen Unterbrechungen bis kurz nach 18 Uhr. Und schon ist Abendbrotzeit. Ich backe selbstgemachtes Brot auf, mische mit Knoblauch und Tomatenmark eine Tomatenbutter zurecht und backe dazu Fenchel mit Olivenöl und Dill.
Das Webinar um 19 Uhr lasse ich dann sausen – der Kopf ist sowohl physisch als auch mental inzwischen zu dicht. Stattdessen lege ich mich auf die Couch, mache für innere Wärme das Netflix-Kaminfeuer an und lese mal eben Berit Glanz‘ Unter weitem Himmel zu Ende, das ich ja eigentlich erst gestern angefangen habe. Huch! Dann schnell bettfertig machen und gegen halb 11 im Bett gleich die nächste Island-Literatur anfangen – auf Empfehlung von Mek gibt es die Erzählungen von Ásta Sigurðardóttir, ungleich schwerere Kost als Berit Glanz. Nach zweien davon mache ich für heute Feierabend.
Ich erwache nach guter Nacht und bin erstaunt, wie wenig Schmerzen ich jetzt habe. Der Fuß fühlt sich im Prinzip wieder wie vor dem Sturz an (erst als ich ein bisschen herumlaufe, merke ich noch was), dafür mucken Knie und Umgebung jetzt etwas mehr auf. Der Arm tut wieder mehr an den eh vorgesehenen Stellen weh als an dem neuen Bluterguss. Insgesamt scheine ich also diesmal Glück gehabt zu haben. Ich denke nun also tatsächlich darüber nach, die ursprünglichen Sonntagspläne mit dem Liebsten doch anzugehen, bin aber noch etwas zurückhaltend ob der Gefahr erneuter Stürze. Die Motivation des Liebsten hat sich aufgrund eigener körperlicher Befindlichkeiten aber sowieso in die andere Richtung entwickelt, so dass wir uns vertagen und jeweils einen weiteren Tag Ruhe verordnen.
Ich mache mir ein ausgiebiges Sonntagsfrühstück, das diesmal auch Käsebrot und Anchovibrot enthält, Orange und Banane, Espresso mit Kakao, Zitronenwasser, Flohsamenschalen in Johannisbeerwasser… Und dann entwickelt sich der Tag irgendwie zum Filmegucken.
Fast Times at Ridgemont High ist das Drehbuchdebüt von Cameron Crowe, dessen Biographie ich gestern zu Ende gelesen habe. Es ist auch einer der ersten großen Filme mit Sean Penn (und Nicholas Cage…) und der Grund, warum karierte Vans so beliebt sind/wurden. Kann man gut gucken, ein Zeitdokument. Das Spannendste daran ist, dass die Grundlage für das Drehbuch (und vorher Buch) ist, dass sich Cameron Crowe ein Jahr lang undercover an eine kalifornische High School geschmuggelt hat, um das Lebensgefühl der Teenager Ende der 70er/Anfang der 80er einzufangen.
Film Nummer 2 heißt Peace by Chocolate, spielt in Nova Scotia und erzählt eine noch wahrere Geschichte, über eine geflüchtete syrische Familie, die sich in Antigonish noch niederlässt und ein Schokoladengeschäft aufbaut, das heute bis weit über die Grenzen Nova Scotias bekannt ist und zum Beispiel eine eigene NGO gegründet hat. Zu Weihnachten bekam ich zwei Tafeln ihrer Schokolade, die auch echt gut ist, besonders für nordamerikanische Verhältnisse…
Irgendwo zwischendrin mache ich eine Pause und bereite mir Pflaumenknödel zu, aus Kartoffeln, Mehl und TK-Pflaumen, dazu Butter, Zimt und Zucker.
Der dritte Film ist dann Maudie, ebenfalls eine wahre Geschichte, ebenfalls in Nova Scotia und mit Ethan Hawke und Sally Hawkins. Maud Lewis begegnet einem in Nova Scotia ja auf Schritt und Tritt, jetzt weiß ich noch ein bisschen mehr über sie. Große schauspielerische Leistungen natürlich auch. Und die Landschaft macht Vorfreude auf den Sommer (in Peace by Chocolate ist aus künstlerischen Gründen die meiste Zeit Winter).
Zum Abendbrot gibt es nur was Leichtes – eine Chicken-Ramen-Suppe mit viel TK-Spinat und Ingwer und Zitronengras. Dazu und danach schaue ich weiter Letterkenny.
Und dann ist wieder mit-Buch-ins-Bett-Zeit und ich verliere mich in den ersten 100 Seiten von Berit Glanz‘ Unter weitem Himmel – Island, Frankreich, 1906 und 2024 und zwischendurch immer wieder ein Eishai, dem ich ja im letzten Sommer schon im Buch vom Meer begegnete. Bin gespannt, wo das noch hinführt…
Diesmal bin ich vernünftig und schone meine diversen lädierten Glieder! Es hilft aber auch, dass mich heute echt nichts nach draußen zieht und es drinnen sehr gemütlich ist. Ich verbringe den Tag im Bett, kühle nochmal weiter den Knöchel, sehe dem Bluterguss am Arm beim Verblassen zu, teste zwischendurch immer mal, wie sich das Knie fühlt und lese ansonsten Cameron Crowes The Uncool zu Ende. Pünktlich zum Monatsende das fünfte Buch des Jahres geschafft, läuft bei mir (besonders, wenn ich nicht laufe). Beim Lesen läuft passende Musik, immer je nach dem, was der junge Cameron da gerade treibt (Allman Brothers Band, Rita Coolidge, The Wailers, um nur einige zu nennen) und ab und an Fallen mir die Augen zu und dann schlafe ich einfach ein bisschen.
Aufstehen tue ich nur, um menschlichen und tierischen Bedürfnissen nachzugehen. Dabei entstehen drei Mahlzeiten:
Selbst gebackenes Brot mit zweimal Zitronenmarmelade, Honig, Ahornsirupaufstrich und Nuss-Nougat-Creme, Flohsamenschalen in Holunderblütenwasser, Tee („frisches Weißbrot mit Zitronenmarmelade und Nuss-Nougat-Creme“ sagt Boris Blocksberg in meinem Kopf)Fenchel-Orangen-Salat mit SalzkapernGebackene Süßkartoffel mit dem Rest Bärlauch-Orangen-Mandel-Pesto und Zitronenwasser
Ansonsten passiert wirklich nicht viel und das ist mal sehr angenehm. Meine Bildschirmzeit ist dank des Buchs auch gleich viel geringer, auch das ist erstaunlich schön. Ab Montag wird sie absehbar eher wieder explodieren, daher freue ich mich über die Gelegenheit. Manchmal müssen die halt von außen geschaffen werden.
Nach dem Buch gucke ich dann aber doch noch einen passenden Film – Musik, Teenager, Coming of Age, es ist ein Wunder, dass ich den noch nie gesehen habe, aber Netflix weiß scheinbar, was gut für mich ist: Empire Records mit Liv Tyler und Renée Zellweger (u. a.). Nebenbei denke ich darüber nach, warum Liv Tyler nach That Thing You Do!, Armageddon und Herr der Ringe gefühlt wieder in der Versenkung verschwunden ist… Ihre Filmografie der letzten Jahre ist ein großer Mix aus „Interessiert mich nicht“ und „Noch nie von gehört“. Mal näher recherchieren…
Ich wache kurz vorm Weckerklingeln auf und mein Arm schmerzt, ob des gestrigen Sturzes, ein wenig, aber aushaltbar. Trotzdem ärgere ich mich gleich wieder. Dann aber gibt es Kaffee im Bett während das Teilzeitkind sich zum Frühstück Eier brät und dann zur Schule, zu den Zeugnissen und in den Winterurlaub aufbricht. Dann noch weiter im Bett herumsandeln, bis der Liebste arbeiten muss. Das ist mein Zeichen, aufzustehen und den nächsten Kaffee zu machen. Ich koche einmal aufwändig Wasser in der Moka, weil ich den Kaffee vergesse und lasse dann die leere Mikrowelle laufen, während die Tassen mit der Milch noch auf der Küchentheke stehen… Nicht mein Tag.
Zum Frühstück dann Kaffee, O-Saft, Mandarine, Brot mit Snickers Spread, Brot mit Erdbeermarmelade
Nach dem Frühstüch verabschiede ich mich und laufe vorsichtig durch das glatte Draußen zur S-Bahn. Ich fahre bis zur Friedrichstraße und laufe vorsichtig ins Kulturkaufhaus, ein Geburtstagsgeschenk für die beste Freundin besorgen, mit der ich heute Abend verabredet bin. Dann vorsichtig zum Drogeriemarkt, vorsichtig zur anderen S-Bahn und am Alex vorsichtig umsteigen in die Straßenbahn. Ich steige vorsichtig aus der Straßenbahn aus, bin dann einen kurzen Moment unvorsichtig und liege schon wieder auf dem Eis – ein Bein (Knie und Knöchel) schmerzhaft verdreht, das andere Bein knapp nicht unter der Straßenbahn. Drei andere Leute helfen mir auf, denn es ist zu glatt, um Halt zu finden. Ich bedanke mich, halte mich am Ampelpfosten fest und veratme den Schreck, bevor ich vorsichtig den Weg nach Hause humpele, während das Adrenalin weicht und die Schmerzen stärker werden und die im Arm übertönen.
Zuhause warne ich im Treppenhaus noch die Nachbarin, die gerade fröhlich nach unten hüpft, dann packe ich schnell meinen Rucksack aus, koche Tee, füttere die Katzen, hole mir zwei Kühlpacks aus dem Tiefkühlfach und lege mich mit beiden aufs Bett. Erst der besten Freundin absagen, dann mit dem Liebsten telefonieren und dann der Familie Bescheid sagen.
Ich liege da, immer noch ein bisschen voller Adrenalin, kühle Knie und Knöchel und habe ungute Erinnerungen an den anderen Fuß, vor knapp einem Jahr. Am Anfang fühlt es sich ähnlich an, aber im Laufe des Tages scheint sich herauszukristallisieren, dass es diesmal nicht so schlimm wird. Das Knie ist relativ schnell wieder halbwegs OK und schwillt nicht an, nur drumherum weht es ein wenig. Der Knöchel schwillt ein wenig an, aber nichts im Vergleich zu letztem Jahr und ich kann damit auftreten. Ich halte ein Mittagsschläfchen und danach sieht die Welt schon ein bisschen besser aus.
Am Nachmittag koche ich mir Pasta mit Anchovis, Knoblauch, Kapern, Bottarga, Petersilie und Zitrone, dazu geröstete Semmelbrösel. Kurz danach kommt die Gemüsekiste an – einen Tag zu früh und wieder in anderer Zusammensetzung als angekündigt. Es fehlen Kohlrabi, Gurken und Kohl, dafür gibt es Fenchel.
Ich erledige endlich meine heutigen Italienisch- und Französisch-Aufgaben, der Rest vom morgendlichen Reboot ist am Morgen schon passiert. Dann noch ein bisschen Produktivität am Laptop, aber ich übertreibe mal nicht, schließlich bin ich malad. Stattdessen schaue ich die neue halbe Staffel Bridgerton und bin ein wenig enttäuscht, dass die Story so Aschenputtel ist und dass nicht mehr auf Benedicts Bisexualität eingegangen wird, jetzt wo seine Staffel dran ist. Die Serie ist doch sonst so gut mit Repräsentation.
Zum Abendbrot gibt es die reife Tomate aus der Kiste mit der vorletzten Avocado, dem Rest Dosenmais und einem Limettendressing. Dieses Wochenende halte ich meine Keine-Lebensmittel-nachkaufen-Challenge noch durch, aber ich denke am Montag oder spätestens Dienstag werde ich dann doch mal wieder in den Supermarkt gehen. Ich könnte noch eine ganze Weile von Nudeln mit Ketchup, Asianudeln mit Algenbrühe, verschiedenen Gemüsekombinationen und Süßkram leben, aber ich brauche für die Abwechslung und das Wohlbefinden auch wieder (vegane) Milchprodukte, (vegane) Fleisch- und Fischprodukte, Müsli und frisches Obst – die letzte Kiste und schon fast wieder aufgegessen. Ich werde aber mit Bedacht nachkaufen und trotzdem gucken, dass ich weiter Dinge aufbrauche.
Den Rest des Abends verbringe ich dann wieder mit Letterkenny und verarbeite nebenbei die Nachrichtenlage. Der Tag hatte diesbezüglich ja großartig angefangen, mit dem Auftritt von Mark Carney beim Canadian Media Summit und seiner Rede über Heated Rivalry. Dann aber im Laufe des Tages die Nachricht über die Festnahme (und zum Glück spätere Freilassung) von Don Lemon, die neue Ladung Epstein Files, körperliche Funktionen im Oval Office und dann auch noch der Tod von Catherine O‘Hara… it is a lot.
Vor dem Einschlafen mache ich noch ein Erinnerungsfoto vom Arm, der nach dem gestrigen Sturz wohl den Höhepunkt an Bluterguss erreicht hat, und eins vom Knöchel, zu Dokumentations- und Vergleichszwecken – das zeige ich aber nicht, es gibt ja Menschen mit Fußphobie…
Ich wache kurz vor dem Weckerklingeln seltsam erholt auf, dann höre ich ein leises, heiseres Miauen an der Balkontür, das schnell lauter wird, als ich die Tür aufmache. Huch, Nimbin hat draußen geschlafen und Noosa hat, pragmatisch wie sie ist, nicht Bescheid gesagt, sondern sich über mehr Platz im Bett und mehr Aufmerksamkeit von mir gefreut. Der arme schwarze Kater ist ganz kurz erbost und meckert, dann guckt er nach dem Futter, dann kuschelt er sich schnurrend an mich und wärmt sich wieder auf. Eine Viertelstunde später ist alles wieder wie es soll – sind halt insgesamt doch eher Wildtiere, obwohl sie die Vorzüge einer warmen Wohnung und regelmäßig servierter Mahlzeiten sehr zu schätzen wissen. Ich bin trotzdem ganz froh, dass die Minusgrade im Moment nicht mehr so tief gehen (und es auf dem Balkon auch ein Katzenklo gibt).
Ich lese Blogs und schreibe Blog und dann muss ich auch schon aufstehen. Schnelles Frühstück aus Lebkuchen und kanarischer Banane, den letzten vietnamesischen Kaffee in den Becher und schon geht es ins Draußen. Ganz schön schlitterig auf den Wegen, aber ich komme unfallfrei zur Straßenbahn. In Mitte ist besser geräumt, Umsteigen klappt gut und von der U-Bahn zum Fitnessstudio ist es komplett unproblematisch. Kurz darauf sitze ich im Whirlpool und lasse mich noch ein paar Minuten wachmassieren, bis der Kurs losgeht.
Statt Aquapogo ist heute eher Aquadisco dran, aber das passt auch sehr gut. 45 Minuten laufen gefühlt alle Tanzfilme der 70er und 80er durch (Grease, Saturday Night Fever, Footloose, Dirty Dancing) und für Pulp Fiction ist auch noch Zeit. Und für „Walking on Sunshine“. Ich fühle mich wie im Studentenclub der Nuller Jahre und komme vor lauter Mitsingen mehr aus der Puste, als er der reine Sport verlangt. Unbedingt wieder öfter tanzen, sage ich mir. Sehr gut übrigens: Arm und Schulter machen nach anderthalb Jahren fleißig mit, tun nur ganz leicht weh, und vom Fuß merke ich schon nach einem Dreivierteljahr gar nichts mehr.
Es folgen Dampfbad, Ruheraum, Sauna, Ruheraum, Duschen, Cremen, Anziehen, Föhnen und dann bin ich nach knapp zwei Stunden schon wieder draußen. Am Alex kaufe ich mir noch einen neuen Zweitbikini (anprobieren erst später, habe ich jetzt keinen Nerv mehr und zurückbringen geht ja trotzdem) und dann geht es wieder zurück nach Hause. Ich bringe noch fix den Müll runter und dann gibt es Mittagessen am Schreibtisch.
Selbst gebackenes Brot, letzter Kräuterfrischkäse, Avocado mit Limette
Ich bin ein paar Stunden alleine fleißig, dann habe ich anderthalb Stunden Workshop mit zehn anderen und dann ist Feierabend. Schnell Sachen packen und wieder los, diesmal nach Südberlin. Dort, auf dem Weg von der S-Bahn zur Liebstenwohnung, reißt dann doch mein Streak: Ich war ja so stolz darauf, diesen Winter trotz aller Glätte und viel Draußensein noch nicht einmal gestürzt zu sein. Tja. Ein abschüssiger, ungestreuter Weg mit überfrorenem Kopfsteinpflaster und ohne Beleuchtung bringt mich ins Schlingern, der volle Rucksack zieht mich zusätzlich nach hinten und dann liege ich. Nicht ohne vorher noch unsanft mit dem linken Arm auf der Gehwegbegrenzung aufzukommen. Natürlich mit dem Linken, warum Schmerz und Verletzungen unnötig verteilen?
Ich ärgere mich, versuche dann aufzustehen, was aufgrund der Glätte des Untergrunds nicht gelingt, rutsche dann auf dem Po bis nach unten, wo es eisfreie Stellen gibt, und rappele mich dort wieder auf (mit Mühe, wegen Rucksack). Dann stapfe ich frustriert zum Liebsten und lasse meinen Unmut an ihm und dem Teilzeitkind aus. Zum Glück gibt es dann aufgetautes Roastbeef von Weihnachten, Klöße, Rotkraut, Sauce und ein Glas Wein und dann geht es schon wieder.
Den Abend verbringe ich mit dem Liebsten auf der Couch, während sich an Arm und Hand ein paar ordentliche Blutergüsse bilden. Ansonsten fühlt sich alles etwas sore an, scheint aber nicht ernsthaft verletzt zu sein. Nervig, aber ein ganz anderes Erlebnis als vor anderthalb Jahren, als ich wochenlang trotz Schmerzmitteln nicht richtig schlafen konnte und den Gang zum Arzt aufgrund anderer Prioritäten unverantwortlich verschleppt habe. Das hier wird in ein paar Tagen vergessen sein. Trotzdem früh ins Bett, morgen klingelt der Wecker wieder früh!
Der Wecker hätte sehr früh geklingelt, aber mein Kopf und die Katzen lassen mich einfach schon gegen 4, nach einem Toilettengang, nicht mehr einschlafen. Finde ich erstmal nicht schlimm, bis dann gegen 9 eine bleierne Müdigkeit einsetzt, die ich so nicht gebraucht hätte. Auf jeden Fall ist der morgendliche Reboot sehr früh erledigt, gebloggt wird schon vor 7 und halb 9 sitze ich bereits mit Frühstück am Schreibtisch.
Porridge aus letzten Haferflocken, dazu letzte TK-Himbeeren und ein paar Pistazien, Sencha
Kurz nach zehn habe ich einen einstündigen Videocall, bei dem ich zum Glück schnell munter werde. Danach muss es schnell gehen. Ich packe meinen Kram zusammen, backe eine TK-Brezel auf und nehme mir dann ein Mittagessen auf die Hand mit:
Ein paar Walnusskerne (unten in der Tüte), TK-Breze, kanarische Banane
Dann geht es durch die verzauberte Winterwelt zur S-Bahn.
So vereiste Bäume habe ich selten gesehen – ja, ich war zwei Tage nicht draußen – zum ersten Mal ganz bewusst vor 21 Jahren an den Niagarafällen. Bin ganz verzückt, besonders als Wind aufkommt und die Bäume anfangen zu klingeln.
In der S-Bahn esse ich Nüsse und Breze, beim Umsteigen die Banane. Dann noch mehr S-Bahn, noch ein bisschen Laufen (Penguin Style), dann habe ich einen zweistündigen Vor-Ort-Termin. Hinterher schlittere ich auf gleichem Wege wieder zurück und kurz vor 16 Uhr bin ich wieder zuhause und ruhe mich erstmal kurz aus und telefoniere mit dem Liebsten.
Um 16:30 dann nochmal ein kurzer Videocall, dann ist das Energielevel im Kopf auch erschöpft. Ab auf die Couch bzw. dann relativ schnell in die Küche, Abendbrot kochen. Es gibt aus drei von den 4000 Tonnen Kartoffeln für Berlin Kartoffelbrei, dazu mache ich die restliche Tomatensauce von gestern warm, ergänze mit Dosenmais und Chilipulver und zermatsche eine halbe Avocado mit Limettensaft. Sehr lecker! Nebenan plane ich die nächsten Tage essensmäßig durch und schätze, dass ich wohl Anfang nächster Woche das erste Mal seit dem 20. Dezember Lebensmittel kaufen werde… Aber warten wir‘s ab.
Den Rest des Abends verbringe ich mit amerikanischen Late Night Shows, dem dieswöchigen Josh-Johnson-Video und der vierten Staffel Letterkenny, die wieder viel für mein Sprachwitzzentrum tut. Kurz nach Mitternacht ins Bett und dann wird mal richtig geschlafen!
Eigentlich dachte ich heute an einen ganz geruhsamen Tag, stellte mir eine Yoga-Session am Morgen vor, ein Bad am Abend und dazwischen gemütliche Produktivität. Aber irgendwie ist dann ständig irgendwas und die nötige Ruhe will sich nicht einstellen.
Das Frühstück gibt es also direkt am Schreibtisch, mit den Resten von zwei Müslisorten (Blaubeer-Cassis und Cranberry-Schoko) und der letzten Hafermilch. Ein weiterer Rest Erdbeermüsli ist noch da, aber der wird wohl warten müssen, bis ich meine Challenge beendet habe und Milch nachgekauft habe (Der Rabattgutschein für die nächste Müslibestellung liegt auch schon bereit). Oder ich esse den Rest mit frisch gepresstem O-Saft? Den strecke ich mir heute jedenfalls mit frisch gepresstem Zitronensaft und Wasser und rühre außerdem Flohsamenschalen ein. Zum Müsli gibt’s eine kanarische Banane und zu allem schwarzen Tee mit Mango.
Dann bin ich fleißig am Schreibtisch – Organisieren, Recherchieren, Kommunizieren, Telefonieren… lauter Ieren jedenfalls. Zwischendurch ein kurzes Webinar, dann weiter Ieren.
Mittags mache ich mir die restlichen Kartoffeln mit Bärlauch-Orangen-Mandel-Pesto von gestern warm und dazu noch ein paar TK-Bohnen mit Bohnenkraut und Butter.
Es geht weiter am Schreibtisch, bis ich die nächste Pause brauche und Abendbrot mache. Es gibt die letzte Dose Tomaten in Form von Marcella Hazans berühmter Tomatensauce, dazu Spaghetti, Basilikum und Grana Padano.
Während die Sauce köchelt, iere ich weiter, mit dem Laptop in der Küche. Nach dem Essen mit dem Laptop auf dem Sofa und nach dem Sofa auf dem Handy in der Badewanne und im Bett (jetzt aber nur noch auditiv). Dann 23 Uhr Schlafenszeit, denn morgen wird ein langer, voller Tag…
Ein Montag mit Ausschlafen, das passt ganz gut nach der Feierei am Wochenende. Gerade noch rechtzeitig mit dem Liebsten telefoniert, bevor er in einen anstrengenden Arbeitstag startet und dann erstmal in Ruhe den morgendlichen Reboot absolviert. Zum Frühstück dann von dem experimentellen Brot von gestern – mit Kräuterfrischkäse bzw. Butter und Honig und dazu eine Crowdfarming-Apfelsine und Earl Grey.
Dann setze auch ich mich an den Schreibtisch. Es gibt ein paar bürokratische Sachen zu klären, dann die üblichen täglichen Erledigungen. Dazu höre ich Jawls neues Album (Malcolm F – Circles & Squares), das heute erschienen ist. Ich habe es natürlich schon vor einer Weile presaved, aber Tidal und ich fremdeln noch in der UX. Ich bekomme den Release Day über Instagram mit und suche dann manuell in Tidal – ohne Erfolg, die Suchfunktion ist unterirdisch. Dann klicke ich auf den obigen Link und plötzlich ist das Album da und läuft dann den ganzen Tag immer wieder mal. Gefällt mir sehr gut und holt mich noch ein bisschen mehr ab als der Vorgänger. Jawl hat auch Liner Notes dazu verfasst.
Nach der ersten Schreibtisch-Schicht lege ich eine Runde Haushalt ein, während die Mitbewohnerin putzt, und mache mir dann die algenbasierte Brühe von gestern wieder heiß, diesmal gibt es Reisnudeln dazu statt der Weizennudeln von gestern. Spannend: Die Algen machen ordentlich Schaum beim Kochen.
Die zweite Schreibtischschicht betrifft dann meine Steuererklärung, die ich eigentlich schon komplett fertig machen könnte, wenn nicht noch verschiedene Unterlagen fehlen würden, ich schreibe Listen und setze mir Reminder in den Kalender. Dann räume ich eben stattdessen noch den Schreibtisch und die Ablage auf und wasche Wäsche, auch OK.
Relativ früher „Feierabend“ dann, mit dem in der Therme angefangenen Buch (Cameron Crowe – the Uncool) und einem Naschi-Teller.
Die Challenge ist heute an Tag 30 angekommen, insgesamt habe ich schon seit 36 Tagen keine Lebensmittel mehr eingekauft. Ein paar Gerichte habe ich noch auf meiner To-Do-Liste, aber so langsam ist ein Ende in Sicht. Am Wochenende kommt zwar die nächste Gemüsekiste, aber wahrscheinlich gehe ich dann im Februar (also direkt nächste Woche) doch mal wieder los und hole zumindest ein paar Kleinigkeiten, vor allem Milchprodukte und andere Proteinquellen. Und Blutorangen! Die haben schließlich gerade Saison und ich verpasse gerade die ersten Wochen davon!
Abendunterhaltung ist dann wieder Letterkenny und dann geht es gegen 23 Uhr zu langwierigen Einflusszonenkonflikten mit den Katzen ins Bett.