14.06.2026 – Sunday Vibes

Eine ganze Nacht durchgeschlafen, immerhin bis kurz vor 8. Das gab es so auch lange nicht mehr, aber ist anscheinend noch möglich, wenn neben mir niemand miaut oder krallt oder über mich drübersteigt. Der Liebste war erfreulich leise und unbeweglich, nur muss ich dann morgens ein bisschen um meinen Teil an der Decke kämpfen, aber da bin ich schon mitten im morgendlichen Reboot.

Der wird dann mit Kaffee aufgemotzt als der Liebste wach ist. Das Teilzeitkind ist da schon längst aufgestanden, hat Rührei gefrühstückt und den Fernseher angeworfen. Wir haben also Zeit und bleiben bis gegen 11 im Bett. Dann Familienfrühstück. Hinterher hat die WG Putztag und ich lege mich nochmal hin und gucke Videos von Paddys Auftritt auf der Loreley gestern mit Kathy und Patricia (und Gentleman). Irgendwann sind die aufregenden Putzereien beendet und ich kann ins Bad.

Am Nachmittag dann einiges an Hausaufgaben- und Lernunterstützung, Urlaubsplanung usw., während es draußen immer wieder Regengüsse gibt. Schafskälte, dies das.

Am späten Nachmittag bringt mich der Liebste zur Bahn und ich fahre wieder in den Pberg. Noosa begrüßen und ab auf die Couch.

Mein Boykott der Spiele in den USA wackelt, weil ich sehen will, wie sich Curaçao schlägt. Ich bestelle mir dazu venezolanisches Essen, das ist geografisch am nächsten dran. Leckeres Essen und großer Jubel über das eine Tor. Die anderen sieben sehe ich natürlich auch und habe dazu all die Witze im Kopf, die in den sozialen Medien auch auftauchen.

Nach dem Mini-Oranje-Spiel will ich dann auch das echte Oranje-Spiel gucken, gebe aber dafür kein Geld aus, sondern suche nur andere Wege. Immerhin. Niederlande-Japan macht dann sehr viel Spaß, auch wenn im letzten Moment das Ergebnis noch kippt und weder ich noch mein Tipp einverstanden sind. Ich schaue beide Spiele übrigens, während ich mit der Freundin in Frankreich chatte, deren Stream leider etwas früher dran ist als meiner, aber irgendwann bekommen wir unsere Reaktionen angepasst.

Gegen Mitternacht geht es dann endlich ins Bett, mit einem Auge darauf hoffend, dass das Wetter dem Donald seine Geburtstagsfeier ordentlich verhagelt.

13.06.2026 – Vorfreude

Des Nächtens mal wieder mit Noosa spielen gedurft, die dann morgens ganz müde ist. Zum Glück ist ja Wochenende und ich kann mir mit dem Aufstehen Zeit lassen. Denke über Katzengras-Experimente zur Synchronisation unserer Schlafzeiten nach, Menschengras hilft da ja schließlich auch…

Nach ausführlichem morgendlichen Reboot stehe ich auf und mache ausführliches Wochenendfrühstück.

Milchkaffee, Acovado-Beeren-Maracuja-Smoothie, weich gekochtes Ei, Brot mit Edamer und Tomate, Brot mit Quark und Feigenkonfitüre, Brot mit Pflaumenmus

Nach dem gemütlichen Frühstückspart erledige ich relativ hektisch einen Teil des Haushaltsplans (höhö), im Detail Bett neu beziehen, Wäsche waschen, Katzenklo neu kalibrieren, Katzenbrunnen reinigen, Müll wegbringen. Für Einkaufen und Staubsaugen reicht die Zeit dann aber nicht mehr, man kann nicht alles haben (Außerdem könnte man argumentieren, dass Staubsaugen Teil des Putzplans ist, mit dem ich gerade nicht dran bin.) Dann schnell Sachen packen und los.

Ich fahre mit der S-Bahn zum Ostkreuz und treffe dort den Liebsten und das Teilzeitkind (Teilzeitteenie? Mal drüber nachdenken.). Gemeinsam geht es mit einer weiteren S-Bahn bis weit hinaus, kurz vor Brandenburg. Es ist dem Kindelein (Teenielein) schwer zu vermitteln, dass wir immer noch in Berlin sind, als wir fast 20 Minuten durch den Wald laufen, um vom S-Bahnhof zu unserem Ziel zu gelangen.

Dort werden wir dann aber sehr freudig und mit Kaffee, Tee und Kuchen empfangen. Wir sind zu Gast bei einem weiteren Mitglied der Berliner Nova-Scotia-Diaspora, dessen Domizil wir diesen Sommer mieten werden, da die Reisegruppe Nova Scotia um vier Personen angewachsen wird und es zu neunt bei meinen Eltern ganz schön kuschelig werden wird. Wir bekommen detaillierte Informationen zum Bonushaus, außerdem Insidertipps zur lokalen Craft-Beer-Szene. Die Vorfreude wächst, noch vier Wochen, bis wir wieder losziehen!

Dann geht es durch den Wald zurück und mit zwei S-Bahnen nach Südberlin. Das Teilzeitkind und ich drucken im Drogeriemarkt Dinge aus, während der Liebste fürs Sonntagsfrühstück einkauft. Dann geht es zu dritt auf die Couch. Endlich.

Wir bestellen uns ein griechisches Festmahl und schauen die neue Staffel LOL, weil der Liebste aus Gründen grad einen kostenlosen Probemonat beim bösen Milliardärsladen hat. Das ist auf jeden Fall unterhaltsamer als es die aktuelle Folge Schweiz-Katar beim anderen bösen Milliardärsladen wäre.

Und dann gehen wir einfach schlafen und ich freue mich über eine Nacht ohne Katzenkrallen und Anmiauen.

12.06.2026 – Drinnitag

Es ist grau draußen und frisch, temperaturtechnisch nur etwa die „Hälfte“ von dem, was laut Wetterbericht nächste Woche auf uns zu kommt. Ein guter Tag, um Herumzuschlumpfen. Dafür gebe ich mir aber mit dem Frühstück mehr Mühe und koche mir sogar an einem herkömmlichen Wochentag ein Ei!

Wochenendsimulation

Das esse ich dann doch draußen und eigentlich will ich dann auch draußen arbeiten, aber das WLAN ist ein bisschen zickig und so lande ich dann doch wieder am Schreibtisch.

Mittags gebe ich mir wieder Mühe mit dem Essen und koche mir ein Süppchen mit Poree und Erbsen, Suppennudeln und Wiener Würstchen.

Am Nachmittag gleite ich langsam von der Arbeitswoche ins Wochenende hinüber und erledige nebenbei schon mal ein paar Haushaltsdinge.

Dann Feierabend, Nickerchen und endgültiges Couch-Versacken. Ich versuche, meinen TikTok-Algorithmus auf den bevorstehenden Urlaub einzustimmen, bleibe aber dummerweise immer wieder an Videos zu anderen Dingen hängen, die mich halt auch interessieren. Ein Teufelskreis. Meine For-You-Page ist aktuell fast ausschließlich auf Deutsch, das kann aber nicht nur an meinem Guckverhalten liegen, denn meine gefolgten Inhalte sind in diversen Sprachen und aus aller Welt. Möglicherweise hat da jemand am Algo gespielt? Werde das weiter verfolgen.

Dann ist Abendbrotzeit und weil ich heute lineares Fernsehen schauen werde, gibt es einen klassischen Schnittchenteller.

Dazu dann die Tagesschau, Vorberichterstattung und dann das Spiel Kanada-Bosnien und Herzegowina. Ich betreibe Promispotting – Will Arnett kündigt bewegt patriotisch den Einlauf der Flaggen an, Mike Myers steht krebsrot und müde im Publikum, Ryan Reynolds ist da auch in der Nähe, Michael Bublé darf den Eröffnungssong singen (und singt einen US-amerikanischen Soul-Klassiker?) und Alanis Morrissette singt die kanadische Hymne. Hach, schön.

Das Spiel selbst ist okayish, fesselnd ist anders aber ich freue mich dann doch sehr über das kanadische Ausgleichstor (das erst kommt, nachdem der Spieler aus Nova Scotia eingewechselt wurde, just sayin‘). Trotzdem kein Punkt fürs Tippspiel, aber da war ich wohl zu optimistisch.

Nach dem Spiel geht es aus reinen Vernunftsgründen früh ins Bett für so einen Wochenendabend. Hoffentlich kommen noch ein paar lange Sommerabende, von denke ich richtig etwas habe!

11.06.2026 – Zweieisig fahren

Erstaunlich erholt vom Wecker geweckt worden, so beginnt der Tag doch gleich ganz anders. Fürs Protokoll: Das fällt fast unter gut geschlafen, im Vergleich zu den letzten beiden Nächten grandios gut! Morgendlicher Reboot im Bett, dann Frühstück und Balkon-Office.

Iced Maple Latte oder so, Brot mit Feigenkonfitüre, Sandwich mit Meerrettich, veganem Rinderschinken, Edamer und dazu Tomaten, Kirschen

Die Arbeit flutscht trotz ordentlich Sonne ganz famos. In der Mittagspause fahre ich mit zwei S-Bahnen zur Freundin in Lichtenberg zum verabredeten Co-Working. Sie serviert indisches Essen vom Restaurant unten, dann gibt es von ihr zubereiteten Frozen Joghurt mit Honig und Brombeeren, dazu Brownie Bits, Kakao-Nibs und von mir mitgebrachte Erdbeeren.

Paneer Madras

Ich arbeite weiter, sie auch, wir sind beide erstaunlich produktiv und simulieren nebenher Bürogespräche.

Nach Feierabend geht es mit S- und U-Bahn quasi vorbei am eigentlichen Büro nach Kreuzberg. Dort treffe ich den Liebsten und das Teilzeitkind zu einem Draußen-Abendessen mit Dumplings (und Vorspeisen und Rindfleisch mit Zwiebeln).

Saucenbuffet
Vorspeisen

Nach dem Essen und den neusten Neuigkeiten aus der Schule (Endzeitstimmung mit Unterstufenparty morgen, Konzert nächste Woche, Projekttagen kurz vor Schluss) laufen wir noch zum sizilianischen Eisladen, weil muss so.

Danach trennen sich unsere Wege wieder, die beiden fahren mit zwei U-Bahnen nach Südberlin, ich mit U-Bahn und zwei S-Bahnen in den Pberg.

Rechtzeitig zum Rest der Eröffnungsfeier der WM sitzen Noosa und ich auf dem Sofa. Zum Glück findet die in Mexiko statt, so dass man das schlechte Gewissen beim Gucken noch einigermaßen ausblenden kann. Das Spiel ist dann bis auf die vielen roten Karten und das frühe erste Tor nicht sooo spannend, gibt aber zwei Punkte fürs Büro-Tippspiel, immerhin.

10.06.2026 – Schlafwandlerisch

Wir reden ja nicht mehr darüber, aber auch der heutige Tag ist eine Herausforderung. Gestern beim Minigolfspielen schon fühlte ich mich ein wenig betrunken, obwohl es das eine Glas Wein erst später beim Essen gab. Heute muss ich mich schon arg zusammenreißen, um halbwegs klare Gedanken formulieren zu können. Zum Glück ist wieder Homeoffice.

Ich kann mir morgens dann auch erstmal Zeit lassen, aber als ich mich gerade mit dem Frühstück (Matcha mit wenig Latte, Müsli, Pfirsich) auf dem Balkon niedergelassen habe, ploppt eine Erinnerung auf an ein drittes Meeting, das ich heute habe, vor den beiden, die ich mental eingeplant hatte. Upsi. Also doch schnell an den Schreibtisch, der zweite Bildschirm wird gebraucht.

Dafür dann ein sehr angenehmes Meeting mit München. Danach arbeite ich E-Mails ab, dann noch mal ein sehr angenehmes Meeting mit München und Köln und guten Ideen und viel zu lachen. Das dritte Meeting ist dann mit Hamburg und ebenfalls produktiv und angenehm. Alles absolviert, was heute viel Aufmerksamkeit erfordert, sehr gut!

In der Mittagspause (Tomate-Mozzarella) kommt der Hase vorbei, um Noosa zu besuchen. Mit viel Geduld und einer neuen Sorte Leckerli gelingt es ihm, sie nach einer Weile unter dem Bett hervorzulocken, vielleicht darf er sie nächstes Mal ja sogar streicheln…

Danach sitze ich wieder am Schreibtisch und Noosa natürlich direkt auf meinem Schoß, wie sie mir auch sonst ja kaum von der Seite weicht.

Zum Feierabend dann ein komatöses Nachmittagsschläfchen. Danach geht es mir körperlich besser, aber richtig wach wird der Geist nicht mehr. Ich esse Resteteller/Girl Dinner und gucke dann die noch fehlenden zwei Folgen Tucci in Italy, bringe noch eben den Müll weg und hole ein Päckchen bei den Nachbarn ab und bereite dann alles für ein frühes Zubettgehen und möglichst guten Schlaf vor. (Spoiler: Gar nicht mal so unerfolgreich!)

09.06.2026 – Von Kugeln und Bällen

Wir wollten ja über die Schlafthematik den Mantel des Schweigens breiten. Von daher begnüge ich mich mit der Auskunft, dass ich gegen 6 in der Küche stehe und Espressopulver verstreut, mich dann aber kurz danach mit einem riesigen Caffè latte, Keksen und Obst auf den Balkon setze. Um 7 habe ich fertig gebloggt, kurz nach halb 8 ist der morgendliche Reboot komplett beendet. Noosa liegt auf mir und schlieft tief und fest und ich denke über die Ungerechtigkeit des Lebens nach, als ich mich für die Arbeit fertig mache.

Kurz nach 8 verlasse ich das Haus und weil ich immer noch zu früh dran bin, nehme ich einen anderen Weg, hole bestellte Medikamente in der Apotheke ab und laufe dann mit dem Liebsten telefonierend weiter zur Straßenbahn nach Friedrichshain. Ab da normal: Ich laufe über die Brücke nach Kreuzberg und komme rechtzeitig vor dem Regen im Büro an, gegen 9 als insgesamt zweite Person.

Der Koffeinpegel sinkt schon wieder, ich kippe eine Mate nach und begrüße nach und nach eintreffende Kolleg*innen aus Berlin und von anderswo und außerdem Besuch aus dem Süden. Um 10 dann das offizielle Bürofrühstück samt Bürohund.

Um 10:30 dann ein Meeting mit Frankfurt. Hinterher noch ein paar Absprachen und dann ist schon wieder Mittagszeit. Wir holen uns was beim Bäcker (ich Gnocchi mit Pesto) und essen dann in großer Runde im Konferenzraum.

Das nächste Meeting nehmen wir dann, weil wir endlich mal am gleichen Ort sind, mit nach draußen und drehen eine Runde durch Kreuzberg, kehren schließlich beim sizilianischen Eisladen ein.

Zurück im Büro braucht es den nächsten Kaffee, dann geht es für eine weitere Besprechung raus ans Wasser. Der Rest des Arbeitstages vergeht dann wieder normal am Schreibtisch.

Am späten Nachmittag verlassen wir als große Gruppe das Büro und fahren mit U-Bahn und Bus rüber nach Neukölln, zu dem Minigolfplatz, auf dem ich früher mal jeden Sonntag mit der Rostocker Crew verbracht habe. Es gibt Getränke für alle, dann bilden wir vier Gruppen und gehen ans Werk. Meine Gruppe ist die kleinste, damit schnellste und auch einzige, die in der veranschlagten Zeit alle Bahnen schafft. Und irgendwie schaffe ich es auch, die Gruppe zu gewinnen, mit durchschnittlich drei Schlägen pro Bahn und sechs Schlägen Vorsprung vor der Zweitplatzierten. Huch! Hat all das Training damals doch was gebracht.

Als somit eigentlich Gewinnerin des Abends gehe ich ganz beflügelt mit den anderen hinüber ins Restaurant, in dem wir für 20 Uhr reserviert haben. Wir teilen uns verschiedene Vorspeisen, die allesamt sehr lecker sind: Hummus, Kopfsalat mit Senf-Dressing, Panko und Senfsaat, gebackenen Chicorée mit Trauben, Frischkäse, Schluppen und Chiliöl, gebackene Aubergine mit Knoblauchmayo, Kräuteröl und Zitronenpfeffer (mein Favorit) und Perlgraupen mit Apfel-Chutney, roter Bete, Staudensellerie und Kaiserschoten. Sah alles sehr toll aus, verteilt auf meinem Teller dann eher so:

Zum Hauptgang gibt es für mich dann Grüne Sauce mit frittierten Kartoffelklößchen und Ei, gleich viel fotogener:

Es wird erzählt, gelacht und Wein getrunken und kurz nach 10 gibt es dann erste Auflösungserscheinungen, denen ich mich aufgrund der letzten und mit Ausblick auf die nächste Nacht anschließe. Mit zwei anderen laufe ich zur Ringbahn, stelle fest, dass es ähnlich wie „neulich“ nach dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt wieder Probleme in meiner Ringbahnrichtung gibt und ich mit nur 10 Minuten längerem Weg zwei mal Umsteigen spare, und dann fahren wir eben zu dritt im Uhrzeigersinn. Eine Kollegin steigt in Wilmersdorf aus, von der anderen verabschiede ich mich an unserer Station im Prenzlauer Berg.

Ich laufe nach Hause, werde freudig von Noosa begrüßt, füttere sie, spiele noch kurz mit ihr und mache dann gegen halb 12 das Licht aus.

08.06.2026 – Hallo, Woche

Nun also eine weitere Woche, die fünftletzte vor dem Sommerurlaub. Montag, also Homeoffice. Der Arbeitstag beginnt mit Sencha, Müsli mit Pfirsich, Noosa auf dem Schoß und zwei Bildschirmen am Schreibtisch. Meetingfrei ist der Arbeitstag auch, sehr angenehm, es läuft die ganze Zeit Musik!

Mittags esse ich den Rest Pad Thai von gestern und gönne mir einen dringend benötigten Powernap. Danach geht es ohne noch einen zweiten Bildschirm zu benötigen auf dem Balkon weiter.

Zum Feierabend dann hektische Betriebsamkeit – Einkäufe und Besorgungen, Pellkartoffeln mit Sahnehering, Spaziergang durch die Höfe und Gärten der Gegend, von denen ich viele zum ersten Mal bewusst betrete, nach nun 12,5 Jahren! Was so eine Nachbarschaftsveranstaltung alles auslösen kann.

Es gibt hier einen tragenden Feigenbaum?!

Zu all dem höre ich Alena Schröders „Bei Euch ist es immer so unheimlich still“ zu Ende, das Prequel zu „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid.“ Ist wieder so gut, dass ich direkt danach noch mit dem Sequel „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ anfange. Damit und mit einem Sarti Soda samt Noosa sitze ich dann wieder auf dem Balkon, bis es dunkel wird.

07.06.2026 – Sommersonntag

Finales Aufwachen um 9, da ist der Liebste schon hellwach und berichtet, dass eben schon jemand mit Kaffee vorbeigelaufen ist (wir schliefen in einem Durchgangszimmer). Ich glaube ihm das mal unbesehen und dann steht er auf und holt uns auch Kaffee. Gemütlicher morgendlicher Reboot zu zweit im Bett, während Teile der Partygesellschaft schon beim Frühstück sitzen oder sogar schon auf dem Weg nach Hause sind. Kurz nach 10 dann habe ich gebloggt und meine Sprachaufgaben erfüllt und wir stehen auf und setzen uns zum Rest.

Es gibt mehr Kaffee, Brötchen, Eier von eigenen Hühnern, selbst gemachte Marmelade und einiges mehr. Zum „Nachtisch“ servieren die Kinder Pudding mit eigenen Erdbeeren und, Schlagsahne und österreichischen Waffeln.

Es ist ein Kommen und Gehen an der Frühstückstafel, als immer mehr Feiergestalten auftauchen und andere abreisen. Zwischendurch machen wir uns auch fertig und dann wird der Liebste, der noch Pläne zuhause hat, mit zwei anderen Gästinnen zum Bahnhof gebracht. Ich hingegen bleibe noch da und genieße eine gewisse Nachfeiersonntägliche Sommerträgheit, räume ein bisschen mit auf, spiele ein bisschen Karten, nicke beim Rätseln fast weg… Dann habe ich noch einen Auftrag, fahre mit meinem Onkel zur nächstgelegenen Packstation und helfe ihm mit meinem Handy, ein Päckchen auszulösen, dass dort entgegen vorheriger Absprachen abgeliefert wurde.

Danach gibt es Mittagessen – mehr Spargelsuppe für die Anderen, lokale Räucherforelle und diverse Salatreste von gestern.

Der Nachmittag tröpfelt gemütlich weiter vor sich hin, die Zahl der Anwesenden schrumpft weiter. Am Ende bringt die Cousine, mit der wir gestern gekommen sind, die feiernde Cousine, ihren Freund und mich zum Bahnhof und wir fahren zurück nach Berlin. Dabei nehmen wir eine andere Route als gestern, denn der RegionalExpress ist Sonntag abends so voll. Wir fahren mit einer Regionalbahn nach Potsdam und wollen von dort mit einem anderen RegionalExpress in die Bundeshauptstadt. Da der aber Verspätung hat, sind wir mit der S-Bahn schneller und zuckeln langsam aber mit Sitzplätzen nach Mitte.

Am Alex trennen sich unsere Wege. Ich fahre mit der Straßenbahn nach Hause und treffe am Briefkasten die Nachbarin samt Sohn, die ich auch gestern bei der Abfahrt schon getroffen habe und wir erzählen uns von unseren Wochenenden. Alles sehr familiär hier. Oben begrüßt mich Noosa mehr enthusiastisch als schimpfend, das ist auch sehr angenehm. Ich bestelle Essen (Sommerrollen, Pad Thai mit Hähnchen, Mango-Lassi), telefoniere nochmal mit dem Liebsten und lasse dann das Wochenende zur neuen Staffel The Four Seasons ausklingen. Passt alles gut zusammen.

06.06.2025 – Feierei im Brandenburgischen

Gar nicht ganz so furchtbar geschlafen, übrigens! Gegen 8 muss ich aufs Klo und nutze die Gelegenheit gleich, um Noosa zu füttern und mir einen Matcha Latte zu machen und statt mich damit wieder ins Bett zu legen setze ich mich auf den Balkon und mache den morgendlichen Reboot da. Gut fürs Gesamtgefühl und schnelleres Hereinkommen in den Tag.

Das ist auch nötig, denn bis alles erledigt ist, was zum Morgen dazugehört, muss ich schon fast los. Halb 12 gibt es ein Frühstückssandwich mit veganem Rinderschinken, Schafskäse, Gurke und Sahnemeerrettich und den Rest Paprika und dann verlasse ich kurz darauf das Haus und fahre zum Alex. Dort steige ich entspannt in den (leicht verspäteten) RegionalExpress ein, finde meine Cousine und als der Liebste zwölf Minuten später dazusteigt, haben wir schon eine ganze Menge erzählt und eine Chipspackung geöffnet. Es folgt eine Ananas-Limetten-Limo.

Nach gar nicht allzu langer Zeit steigen wir aus und werden von einer weiteren Cousine abgeholt. Auf der Fahrt zum Tantenhaus machen wir einen Umweg und kaufen geräucherte Forellen direkt ab Teich. Die Gespräche mäandern wild von Kindergeburtstagen bis zu Baseballschlägerjahren und setzen damit ungefähr den Ton für den Rest des Tages.

Am Tantenhaus angekommen treffen wir die dritte Cousine, die heute ihren Geburtstag nachfeiert und einen Teil ihrer Gäst*innen. Wir kommen pünktlich zum Mittagessen – Spargel aus dem Garten, als Suppe und Stangen, dazu Kartoffeln und Rührei (auf Kinderwunsch mit Pesto). Der Liebste traut sich an Spargelsuppe, ich an den grünen Spargel. Um den weißen machen wir beide wie gehabt einen großen Bogen und essen uns an Kartoffeln und Ei satt.

Spannende Gespräche um Lokalgeschichte mit ausufernden Theorien und Einwürfen vom Onkel, der hier ja seit Generationen verwurzelt ist und sich ausführlich beschäftigt hat. Die Themen reichen zurück bis 1100 C.E. Währenddessen trudeln immer mehr Gäst*innen ein. Irgendwann wechseln wir aus der Weinlaube hinüber an den Teich, wo zwei der Jüngsten sich ins kühle Nass trauen (das älteste Kind und der jüngste Erwachsene). Andere Festteilnehmende sind zu einem See in der Nähe gefahren.

Am frühen Abend wird der Grill angeworfen. Es gibt jede Menge Brot, Salate und Vegetarisches, wer Fleisch und Wurst will, hat sich etwas mitgebracht. Was für ein Festmahl! Ich traue mich an ein bisschen Alkohol – ein Glas Cidre, ein Glas Kirschbowle, aufgetaut vom großen Fest letzten Sommer.

Nach dem Essen wird die Feuerstelle frequentiert. Die drei anwesenden Kinder und einige Erwachsene machen Stockbrot und Marshmallows und Stockbrot mit Marshmallows.

Am Feuer sitze ich dann – bei einem Glas Weißwein – bis ungefähr 2 Uhr und gehe als eine der letzten ins Bett. Der Liebste und der ganz harte Kern halten noch länger durch, die haben aber auch keine kleine Katze zuhause…

05.06.2026 – Geistiger Brückentag #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Nicht mehr über schlechten Schlaf zu bloggen hat den Vorteil, dass ich weniger drüber nachdenke und er mich weniger stört. Andererseits erinnere ich mich halt auch am nächsten Morgen nicht mehr, wie denn die vorletzte Nacht war. (Shrug-Emoji) Irgendwann jedenfalls bin ich wach und beginne den Tag. Da viele der Menschen mit denen ich, intern wie extern, zusammenarbeite, heute einen Brückentag genießen, steht mir ein Arbeitstag bevor, der meetingfrei und deadlinefrei ist, mit zusätzlichem Input ist auch nicht zu rechnen. Ich lasse es also ruhig angehen.

Balkonfrühstück zu ausführlichem morgendlichen Reboot auf dem Balkon. Es gibt Rosinenstuten mit Feigenkonfitüre bzw. Pflaumenmus, Pfirsich und Ostfriesentee mit Erbsenmilch und Kluntje.

Der Gang zum Schreibtisch fällt dann schwer, auch weil Noosa viel lieber hätte, wenn sie auf mir liegen könnte, während ich auf der Couch liege. Ich hätte aktuell aus Gründen lieber, dass sie auf meinem Schoß liegt, während ich am Schreibtisch sitze. Wir einigen uns auf einen Kompromiss: Sie liegt vor mir auf dem Schreibtisch, während ich versuche, trotzdem an Tastatur und Maus zu kommen.

Mit guter Musik auf den Ohren geht es durch die Aufgaben des Tages.

Mittags mache ich mir eine grüne Minestrone: halbe Zwiebel, Olivenöl, Grünzeug aus dem TK (Porree, Sellerieblätter, Erbsen, Bohnen) und vom Balkon (Rosmarin, Oregano, Thymian, Petersilie), eine Grana-Padano-Rinde, Bohnenkraut und einen Rest zerkleinerte Eiernudeln), schmeckt gut!

Ich mache früh Feierabend (das Diensthandy bleibt trotzdem bis 18 Uhr auf Empfang) und gönne mir ein Nachmittagsschläfchen. Nachmittags schläft Noosa ruhiger als nachts, wir bekommen also beide noch ein bisschen Schlaf aufgeholt.

Dann gibt es für mich einen Smoothie aus Pfirsich und TK-Beeren und Vanilleeis, für Noosa ein Leckerli.

Da das Diensthandy weiter stumm bleibt, gehe ich endgültig in den Wochenendmodus und nähre meinen Geist mit weiteren Folgen von Tucci in Italy, nämlich Le Marche, Sardegna, Veneto, Toscana, Lombardia und Trentino-Alto Adige. Ich lerne mal wieder viel, unter anderem, warum in Sardinien so wenig Fisch gegessen wird (Die Römer sind Schuld, natürlich!) und bekomme genug Hunger für den Rest Minestrone.

Badewanne, Bett, Buch, aber geschlafen wird dann erst wieder nach Mitternacht.