So, heute muss wieder ein bisschen Bewegung in die Sache kommen, heute findet nämlich eine kleine Premiere statt, doch dazu später mehr. Erstmal ausführliches Frühstück vorbereiten mit wieder jede Menge Getränken.

Nach ausführlichem morgendlichen Reboot am Frühstücksbüffet raffe ich mich auf, schmeiße einen Podcast nach dem anderen an und kümmere mich um den Haushalt. Das Bett wird frisch bezogen, das Katzenklo im Bad durchsiebt, dann das Katzenklo auf dem Balkon auch – der Schnee schmilzt grad endgültig weg laut Wetter-App, am Donnerstag werden 17 Grad – die Glasflaschengetränkekisten wandern nach den letzten sehr kalten Tagen zurück auf den Balkon, ebenso wie das bisher unausgepackte Paket Katzenfutter. Dann noch zwei Runden Müll runterbringen und schon geht es an den Schreibtisch für ein paar Stunden im Projekt.
Bald wird es Zeit für Aufbruch: Ich pfeife mir eine Ladung Aspirin Complex rein und mache mich auf den Weg, mit dem Fuß und der S-Bahn rüber nach – immer noch Pberg, aber knapp. Dort hole ich mir schnell ein paar Chocolate Chip Cookies zum Snacken und treffe dann auf den Liebsten und das Teilzeitkind. Wir haben großes vor, denn Escape Berlin hat uns (mich) eingeladen, ein kostenloses Escape Game bei ihnen zu spielen und darüber zu berichten. Die ursprüngliche Einladung ist ehrlicherweise schon ewig her – präpandemisch und sogar schon prä-Liebster+Teilzeitkind. Irgendwie hat es damals nicht gepasst, dann gab es Terminschwierigkeiten, dann Pandemie, dann hatte ich es vergessen und dann irgendwann kam eine Erinnerung und ich beschloss Nägel mit Köpfen zu machen.

Heute also ist es soweit, inzwischen ist das Set-up auch perfekt, das Teilzeitkind ist alt genug für die schweren Räume und wir Drei haben uns im letzten Sommerurlaub ins kooperative Spielen eingegroovet. Zeit, als Detectives von Scotland Yard Sherlock Holmes zu finden, der irgendwie in seiner eigenen Wohnung verschwunden ist! Erstmal müssen wir allerdings im Vorraum warten, der voller aufgekratzter Kinder ist, die auf ihre eigenen Escape Rooms oder Laser Quest Einsätze warten. Das Teilzeitkind ist leicht genervt (noch drei Monate bis Teilzeitteenie!), was sich aber schnell gibt, sobald wir endlich dran sind.


Wir werden in einen spärlich und viktorianisch eingerichteten Raum geführt, dann geht die Tür zu und die Zeit läuft. Wir sollen und dürfen alles untersuchen, alles öffnen, was wir ohne Gewalt aufkriegen. Wenn es gar nicht weiter geht, gibt es über den Bildschirm oben Hinweise. Wie die Profis schwärmen wir aus und durchstöbern das Zimmer, die Schränke, die Sofakissen und finden bald erste Hinweise. Einige können wir direkt kombinieren, andere werden später wichtig. Mit vereinten Kräften (und dem einen oder anderen Hinweis über den Bildschirm, meist nur Kleinigkeiten) lösen wir Rätsel, öffnen versteckte Räume, entschlüsseln Codes, führen Experimente durch und finden am Ende erfolgreich den Meisterdetektiv – knapp vor Ende des Countdowns.
Ich bin ziemlich beeindruckt davon, wie gut wir das machen, wie jede*r von uns mal einen hellen Moment hat, wie Dinge, die man irgendwo aus dem Augenwinkel gesehen hat, später Sinn ergeben. Eigentlich ist der Raum für 5 Personen ausgelegt und es gibt Situationen, wo man zu mehreren schneller sein könnte – vorausgesetzt man kommuniziert gut, aber wir schaffen es auch zu dritt gut, vor allem mit einem schlauen und beweglichen zwölfjährigem Kind, einem strategischen Gamer wie dem Liebsten (Das Ganze ist wie ein Point-and-Click-Adventure IRL!) und einer gründlichen Sucherin wie mir. Wir sind schon ein eingespieltes Team. Die Hinweise über den Bildschirm brauchen wir fast nur, wenn wir zwar einen Weg richtig erkannt, uns aber im Detail verlaufen haben – nur einmal werden wir überhaupt erst auf den Weg geführt und das vermutlich auch nur, weil der Spielleiter die Zeit im Auge hatte – herausgefunden hätten wir es auch ohne den Hinweis noch.
Wir haben jedenfalls richtig viel Spaß und werden das Erlebnis gerne weiterempfehlen und ggf. auch verschenken – auf jeden Fall etwas für Leute, die gerne rätseln, quizzen, knobeln oder gemeinsam Probleme lösen. Es empfiehlt sich übrigens, jemanden dabei zu haben, der keine Rückenprobleme hat – manchmal muss erst wer kriechen, damit später alle aufrecht gehen können – und die gesamte Anlage ist leider nicht barrierefrei. Vielleicht nehmen wir drei demnächst auch nochmal einen der vielen anderen Räume unter die Lupe (pun intended). Außerhalb Berlins gibt es die übrigens auch. Danke nochmal für die Einladung an Escape Berlin!
Wir verabschieden uns an der S-Bahn, das Teilzeitkind fährt zurück zu Mama, der Liebste nach Südberlin und ich in mein Bett im Pberg. Es gibt wieder viel Tee und dann bestelle ich mir eine große Portion Sushi – Ingwer und Wasabi sind ja so gut für Erkältungen…

Dazu und danach schaue ich bis zur Schlafenszeit weiter Younger. Ich habe nochmal nachgefragt, was die Lichtenberger Freundin daran an mich erinnert und sie meint, ich bewege mich wie Sutton Foster. OK, damit kann ich leben. Außerdem bin ich inzwischen invested in ihre Beziehung und verfolge außerdem gespannt die Dynamiken in ihrem Verlagswelt-Job. Alles Recherche!






































