Warum singen mich gesund macht oder Reise in die Vergangenheit

Nach dem Konzertbesuch neulich und besonders seit dem konspirativen Musizieren am Mittwoch musste ich wieder öfter an meine Chor-Vergangenheit denken, in der solche musikalische Zusammenkünfte zu meinen regelmäßigsten Freizeitbeschäftigungen gehörten. War das schön damals! Nun muss man wissen, dass ich eigentlich mit einem großen dicken Vorurteil gegenüber Chören aufgewachsen bin. Die Chormusik, die ich kannte, fand ich weitestgehend langweilig. Und die Chorleute, die ich kannte, kamen immer ziemlich sektenmäßig rüber. Das mag daran gelegen haben, dass die einzigen Chorleute, die ich bewusst wahrnahm, die von Ten Sing waren, einem kirchlich angehauchten Chorprojekt, aus dem bei uns zuhause z. B. Silbermond hervorgingen. Das wirkte von außen immer wie eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich relativ undurchlässig nach außen hin abgrenzte und untereinander eine Friede-Freude-Eierkuchen-Gemeinschaft lebten, die mir irgendwie suspekt vorkam. Ein paar Jahre später gehörte ich dann zu genau so einer eingeschworenen Gemeinschaft, nur ohne den kirchlichen Aspekt. Die Gründe dafür? Freundschaft, Musik und Alkohol…

Wir schreiben das Jahr 2004 und ich studiere in Rostock. Die beste Kolleginnenfreundin (damals noch beste Kommilitoninnenfreundin) und ich gehen mindestens einmal pro Woche abends zusammen in unserem Lieblingsclub tanzen. Seit sie vor ein paar Monaten angefangen hat, in einem Chor zu singen, sind immer öfter auch verschiedene Chormitglieder dabei, die ebenfalls zu Freunden werden. Nach und nach entwickelt sich eine gewisse Routine: Montags Filmabend bei dem Freund, von dem ich bald erfahre, dass er der Chorleiter ist. Dienstags Tanzen im Club. Mittwochs Kneipenabend in der Chor-Stammkneipe und entweder donnerstags, freitags oder sonnabends nochmal Tanzen, je nach aktuellem Clubprogramm. Es sind übrigens Semesterferien, während des Semesters waren wir unter der Woche meist nur einmal tanzen… 😉 Jedenfalls, da Semesterferien sind, finden keine Chorproben statt, wohl aber die Nachprobenabende in der Kneipe. So lernen mein damaliger Freund und ich nach und nach den halben Chor schon auf freundschaftlicher Basis kennen, ohne jemals einer Probe beigewohnt zu haben. Bei den Abenden ist immer eine Gitarre dabei und irgendwann wird gesungen – Gassenhauer aus “Das Ding“, ein paar der Chorlieder (I Will Sing Hallelujah, Your Shining Eyes, Lift Your Head Up High…) und am Ende des Abends immer Nothing Else Matters in der Akustikversion inkl. jedes einzelnen Gitarrentons.

Am Ende der Semesterferien sind mein Freund und ich weichgeklopft und ab der ersten Chorprobe sind wir dabei. Ich weiß noch genau, dass wir an jenem ersten offiziellen Abend das bereits genannte I Will Sing Hallelujah endlich richtig lernten, außerdem Money Money Money von ABBA und You’re The One That I Want vom Grease-Soundtrack. Und nach der Probe ging es natürlich wieder in die Stammkneipe. Ab da gehörten wir endgültig dazu und für die nächsten 2-3 Jahre bestimmten der Chor und seine Mitglieder einen großen Teil meiner/unserer Freizeitgestaltung und weite Teile des Freundeskreises. Egal, was man geplant hatte – für jede Aktivität fanden sich Leute, die mitmachten. Zu den offiziellen Chorproben, Kneipenabenden, Chorfahrten, Probentagen und Konzerten kamen diverse Spieleabende, Filmabende, Parties aller Art, Grill-Sessions am Strand und im Stadthafen, Ausflüge zu Konzerten nach Stralsund oder Berlin… Dazu kam unser Forum auf der Chor-Webseite sowie ICQ und Co., über die wir miteinander kommunizierten, wenn wir uns nicht sahen.

Aber eigentlich sahen wir irgendjemanden aus dem Chor ohnehin jeden Tag. Mein damaliger Freund und ich wohnten sehr zentral in Rostock und so war unsere Wohnung oftmals der Treff- und Ausgangspunkt – mal geplant, mal spontan – für diverse Aktivitäten. Es gab eine Zeit, in der es täglich um ungefähr die gleiche Zeit klingelte und wir einfach nur noch die Tür öffneten. Eines der Chormitglieder wohnte quasi bei uns, weil wir ein Klavier hatten. Und eine Gitarre. Und eine Ukulele. Es bedurfte keiner Begrüßung oder Bedienung mehr, sie waren bei uns einfach zuhause, wussten wo alles war und gehörten quasi zum Inventar der Wohnung. Ich habe jede Menge tolle Leute über diesen Chor kennengelernt und einige davon gehören auch heute noch zu meinen engsten Freund*innen.

Aufgelöst hat sich das Ganze für mich irgendwann nach und nach, als sich auch der Rest meines Lebens änderte. Mit dem Freund war Schluss, irgendwann war ein neuer da. Ich lebte in einer WG, lernte neue Leute kennen und verbrachte sehr viel Zeit auf Konzerten, Festivals und in anderen Clubs als dem alten Stammclub. Eine Zeit lang ging ich noch regelmäßig zu den Proben, dann irgendwann nur noch unregelmäßig, dann nur noch zu den Kneipenabenden und irgendwann hörte auch das auf. Es hat halt alles seine Zeit. Und so ein Studierendenchor hat eine hohe Fluktuation. Menschen ziehen weg, neue kommen dazu, außerdem gibt es natürlich wie in jeder größeren Clique den einen oder anderen Konflikt aufgrund von geschlossenen und wieder gelösten Beziehungen einzelner… Irgendwann war es einfach nicht mehr das, was es mal war.

Heute aber habe ich mir die alten Noten nochmal vorgeholt. Mir ist nämlich in der letzten Zeit wieder bewusst geworden, wie gut mir dieses gemeinsame Musik machen tut. Und das Singen im Allgemeinen. Gestern und vorgestern war ich lange zu Fuß in der Stadt unterwegs und da ich meine Kopfhörer gerade irgendwie versaubeutelt habe, musste ich mir selbst was vorsingen. Da fallen mir dann oft die alten Chorlieder ein – Bohemian Rhapsody und Don’t Stop Me Now natürlich, aber auch viele andere, die ich nicht wie diese aus dem Stegreif auswendig zusammenbekomme. Deswegen also heute nochmal das Herausholen und Absingen des gesamten Repertoires – der Hase war nicht da und die Katzen sind mittlerweile relativ resistent meinem schiefen Gesang gegenüber. Und wieder einmal merkte ich: Singen ist gesund und wirkt ausgleichend und aufmunternd auf mich. Daher freue ich mich sehr auf die nun folgende Woche, in der ich nicht nur Besuch von meiner Musikstudentinnencousine bekomme, mit der ich bestimmt das eine oder andere Liedchen schmettern werde, sondern auch noch eine lustige Karaoke-Runde angesetzt ist. Denn wie sangen schon die Wise Guys:

Wenn die Luft aus der Lunge Richtung Kehlkopf fließt,
wenn das Stimmbandsystem alles gut verschließt,
wenn die Stimmlippen mitwippen, bis sie richtig schwingen,
bezeichnet man den Vorgang allgemein als ‘Singen’.
Der Kehlkopf ist dabei der Tongenerator,
die Stimmbänder sind gewissermaßen der Vibrator.
Über sechzig Muskeln geben Gas,
doch das Allerbeste: Singen macht Spaß!

Sing!
Sing mal wieder –
Bach-Choräle, Pop oder Kinderlieder!
Sing (Sing mit)!
Band oder Chor,
oder sing dir in der Dusche selbst was vor.
Sing!
Sing wenn du verlierst!
Singen hilft immer. Aber nur wenn du’s probierst.
Sing (Sing mit)!
Auch wenn du gewinnst,
sing auch dann, wenn alle Leute denken, dass du spinnst.

Wer nicht schön singen kann – na, der singt halt laut,
denn die Hauptsache ist, dass man sich was traut.
Nur mit Scheuklappen rumtappen? Was soll das denn bringen?
Mach’ dich einfach locker und fang an zu singen!
Wer singt, bei dem kann man ohne Sorge pennen,
weil böse Menschen eben keine guten Lieder kennen.
Das Singen, das öffnet dir Tor und Tür.
Und manche Leute kriegen sogar Geld dafür…

Sing!
Sing mal wieder –
Rock, Punk, Soul oder Weihnachtslieder!
Sing (Sing mit),
Singen ist gesund!
Sperr die Ohren auf und benutz deinen Mund.
Sing!
Sing wenn du gewinnst!
sing, wenn alle Leute denken, dass du spinnst.
Sing (Sing mit)!
Auch wenn du verlierst,
Sing deinen Frust weg, bevor du explodierst.

Sing im Stadion,
sing im Friseursalon,
sing in der Warteschlange,
sing trotz Zahnarztzange!
Sing im Abendrot,
sing auf’m Segelboot,
sing, wenn du spontan verreist,
sing, außer wenn du Dieter Bohlen heißt!
Sing, wenn du bei ‘ner Taufe bist,
sing, wenn die Taufe schon gelaufen ist,
sing zur Beförderung,
sing auch bei ‘ner Beerdigung!

 

Noosas großes Abenteuer, Frühling in Berlin und ausgiebiges Couchen

Noosa ist ja bekanntlich die allersüßeste Katze auf der ganzen weiten Welt, aber ganz einfach ist sie auf jeden Fall nicht. Alle, die schon einmal hier in der Wohnung waren, wissen das. Denn von denen hat sie kaum jemand so richtig gesehen, geschweige denn angefasst. Während die kleine freche Miez das allerkuscheligste Wesen ist, wenn nur der Hase und ich zuhause sind, so wird sie zu einem Phantom, das schneller verschwindet, als sein Schatten, wenn andere Leute da sind. Ein paar Ausnahmen gibt es inzwischen: Wer häufig hier ist, eine angenehme Stimme, ein ruhiges Wesen und einen entspannten Gang hat, kann Noosa sehen und manchmal sogar streicheln. Es gibt aber auch Leute, die sie noch nie aus der Nähe gesehen haben, obwohl sie regelmäßig hier sind. So ging es sogar uns in den ersten Wochen.

Als Noosa und Nimbin vor fast 6 Jahren bei uns einzogen, lebte Noosa die erste Zeit unter dem Schrank und kam nur raus, wenn wir im Bett lagen. Erst nach mehreren Wochen traute sie sich, von uns gesehen zu werden. Irgendwann fraß sie sogar in unserer Gegenwart. Streicheln ließ sie sich vielleicht nach einem halben Jahr zum ersten Mal und es dauerte mindestens drei Jahre, bis wir sie hochnehmen und ein paar Schritte tragen konnten. Lange macht sie das bis heute nicht mit, sie ist eine sehr selbstbestimmte Miez. Wenn es klingelt, wenn jemand außer uns an der Wohnungstür ist, wenn der Staubsauger läuft oder wenn fremde Menschen da sind, dann hockt sie hinter der Couch und kommt mitunter auch halbe Tage nicht dahinter hervor, bis alles wieder so ist, wie sie es mag.

So kann man vielleicht verstehen, dass wir auf Tierarztbesuche mit ihr bisher weitestgehend verzichtet haben. Sie hat alle Grundimpfungen mitgemacht und wurde nach ihrer ersten Rolligkeit kastriert, aber in den letzten Jahren haben wir ihr den Stress dann nicht mehr angetan. Nimbin übrigens auch nicht, aber der hatte immerhin noch einen heldenhaften Auftritt als Blutspender, bei dem er auch nochmal durchgecheckt wurde. Gesundheitlich ging es den beiden Biestern eigentlich immer ziemlich gut, soweit wir das mitbekommen haben. Und da sie nunmal reine Wohnungs- bzw. Balkonkatzen sind, hörten wir auch irgendwann auf, uns über Impfungen Gedanken zu machen – hinzu kam, dass unser Tierarzt uns nicht besonders sympathisch war…

In letzter Zeit aber merkten wir, dass Noosa vermehrt sabberte und vor ein paar Tagen fand der Hase dann beim Aufräumen einen Katzenzahn. Beide Katzen lassen sich von uns ungern ins Maul gucken, daher war klar, dass beide endlich mal wieder einen Tierarztbesuch gewonnen hatten. Noosa sollte anfangen, da es bei ihr wahrscheinlich schwieriger werden würde und wenn sie erst einmal Nimbin in der Box aus der Wohnung verschwinden sähe, für einige Zeit wahrscheinlich völlig unmöglich geworden wäre, sie einzufangen. Als der Hase sie zur Kastration brachte, dauerte es über eine Stunde, sie in die Kiste zu bekommen und hinterher waren seine Unterarme komplett zerkratzt.

Zum Glück ist sie in den letzten Jahren sehr viel entspannter geworden und lässt sich von mir eigentlich fast immer gerne hochheben und streicheln. Deswegen habe ich es heute mit nur zwei Versuchen und innerhalb von wenigen Minuten geschafft, sie einzufangen und in die Transportbox zu sperren. Vielleicht haben auch ihre Kuscheldecke und ein Katzenminzekissen in der Kiste dabei geholfen.

Der neue Tierarzt ist auch nur 700 m entfernt, aber da der Weg dorthin an einer sehr viel befahrenen und damit lauten Straße entlangführt, habe ich mir doch für beide Wege ein Taxi genommen. Der Taxifahrer auf dem Hinweg war ein großer Tierfreund, machte sofort sein Radio aus und erzählte mir dann von seiner patentierten Katzenklo-Erfindung (mit Sensor, über den die Halter*innen informiert werden, wenn das Klo benutzt wurde und der eine Lüftung anstellt, die solange läuft, bis der Geruch verschwunden ist).

Auf dem Rückweg hingegen nahm mich erst der zweite Fahrer mit – der erste beschwerte sich, dass ich die Katze nicht angekündigt hätte und er jetzt ganz umsonst gekommen wäre. Ich finde es übrigens ganz großartig, in der Zukunft zu leben: Ich sage meinem Handy, dass ich ein Taxi brauche und 1-3 Minuten später, steht es vor mir. Am Ende bezahle ich mit einmal Display-Wischen und wenn ich nicht möchte, muss ich mich nichtmal groß mit dem Fahrer unterhalten (mache ich aber doch fast immer, außer ich bin zu müde).

Beim Tierarzt waren vor uns bereits ein Mann mit zwei Katzen (in zwei Transportboxen übereinander, in einen typischen Prenzlauer-Berg-Buggy gestapelt) und eine Frau mit Hund da. Die Frau erzählte sehr laut und ausschweifend von ihrem Hund und ihrer verstorbenen Katze. Der Mann antwortete sparsam und eher leise. Ich sagte gar nichts und versuchte, für die aufgeregte Noosa (starr vor Angst mit weit aufgerissenen Augen und ab und zu mit kläglichen Lauten, wie ich sie seit Jahren nicht von ihr gehört hatte) Ruhe auszustrahlen. Zum Glück kam die Hundefrau als nächstes dran, danach waren wir Katzenmenschen unter uns und es war still.

Während der Untersuchung war Noosa dann erstaunlich kooperativ, obwohl ihr Herz vor Aufregung ganz schön schnell schlug. Durch unsere Tierarztscheu ist uns leider entgangen, dass sie in den letzten Jahren schon einige Zähne verloren hat (kommt von nicht behandeltem Zahnstein). Das ist aber zum Glück relativ unproblematisch und beeinträchtigt sie nicht sehr. Nur wenn sich im Kiefer verbleibende Wurzeln entzünden sollten, könnte es zu Problemen kommen, deswegen müssen wir ihr jetzt wohl doch ab und zu mal ins Maul gucken.

Außerdem wurde sie entwurmt und geimpft (in 4 Wochen ist Auffrischung) und wird jetzt, wo sie so tapfer war, wieder eine regelmäßige Patientin werden, dann sollte es auch mit dem Zahnstein besser werden. Ich habe ihr dann später am Tag noch spezielle Zahnpflege-Snacks gekauft, von denen bekommen beide Miezen jetzt täglich einen. Und demnächst ist dann Nimbin dran mit dem Arztbesuch. (Das wird ein Spaß, schon unserer kleinen, zarten Noosa wurde heute ein Übergewicht von etwa 500 g attestiert, wie soll das erst bei ihrem großen, kräftigen Bruder werden?)

*

Zum Glück wird da draußen ja gerade vehement Frühling. Wie schon gestern waren auch heute zu Hochzeiten 13 Grad draußen und die Sonne schien die ganze Zeit. Es war richtig warm, die Straßencafés voll und selbst im Gras lagen schon Leute und sonnten sich. Wenn das so weiter geht, können die Balkontüren bald wieder den ganzen Tag offen stehen und die Katzen sich im Kreis rein und raus jagen, dann machen sie auch wieder etwas mehr Sport. Ich nutzte die Sonne ebenfalls noch für einen ausgedehnten Spaziergang und schaute mir mal wieder eine neue Gegend an. Wir wohnen ja im Prenzlauer Berg, aber nur wenige Meter weiter ist es schon Weißensee bzw. Pankow. In Weißensee bin ich noch relativ häufig unterwegs, da gibt es schließlich Seen und ein schönes Café mit leckerem Kuchen. In Pankow hingegen bin ich fast nie, deswegen lenkte ich meine Schritte vom Haustiergeschäft aus heute mal in diese Richtung. An der Brotfabrik am Caligariplatz vorbei ging es erst einmal ein Stück nach Norden und als es dort zu ungemütlich wurde, einmal mitten durch bis zum U-Bahnhof Vinetastraße, wo ein lieber Freund früher im Blumenladen gearbeitet hattet, dann durch die gleichnamige Straße zurück und am Ende hinunter zur Wisbyer, wo ich im Bioladen meine Einkäufe erledigte.

Nebenan gibt es ein Geschäft für mediterrane Delikatessen, das da schon ewig ist, aber in dem ich noch nie war (in dem Bioladen hingegen zumindest alle paar Monate mal). Diesmal ging ich spontan rein, um mich “nur mal umzusehen”. Zum Glück hatte ich schon einen schweren Beutel dabei, sonst hätte ich wahrscheinlich viel zu viel eingekauft. Mitnehmen musste ich aber den Leone und den Lamùri, meine beiden sizilianischen Lieblingsweine vom Weingut der Familie meiner lieben Freundin Fabrizia. Diese Weine findet man in Berlin relativ selten im Laden, selbst der italienische Supermarkt, in dem ich regelmäßiger einkaufe, führt sie nicht. Also griff ich schnell jeweils zu einer Flasche und verließ dann den Laden umgehend, aus Angst, noch mehr Geld auszugeben. Ich werde aber demnächst mit dem Hasen wiederkommen und dann auch mal die Frischfischtheke genauer in Augenschein nehmen.

*

Als ich wieder zuhause war, wurde es endlich Zeit, auf der Couch zusammenzuklappen und all die Serien zu gucken, die ich diese Woche noch nicht geschafft hatte. Der Rest des Wochenendes ist dem Auskurieren meiner diversen Wehwehchen gewidmet.

Mobster Dinner: Balls

Relativ regelmäßig treffen wir uns ja an Freitagen mit einer großen Gruppe von Freund*innen zum Mobster Dinner. Der Name hat nichts mit der Mafia zu tun, sondern damit, dass beim allerersten Dinner, das unter dem Motto “Lobster” stand, scheinbar ziemlich viel gemobbt wurde (ganz liebevoll natürlich). Daraus entstand dann eben der M-obster. Gleich geblieben ist über die Jahre, dass es jeweils ein Motto gibt, das Mobben ist hingegen mal mehr, mal weniger intensiv.

Hätten wir den ersten Teil der Überschrift geklärt. Der zweite betrifft das heutige Motto: Balls. Auch dieses hat eine etymologische Entwicklung durchgemacht, denn ursprünglich ging es dabei mal um Meatballs. Anglophile können sich vielleicht ungefähr vorstellen, auf welchen Umwegen wir von Meatballs im Speziellen zu Balls im Allgemeinen gekommen sind. Einen kulinarischen Grund gibt es aber auch: Vorspeise und Dessert bleiben fleischfrei, aber dennoch kugelig.

Jetzt essen, nicht mehr schreiben!

Zwei legendäre Abende

Ich habe ja noch gar nicht richtig von den letzten beiden Abenden erzählen können, die jeder für sich genommen und in ihrer Gesamtheit ziemlich legendär waren. Die richtigen Menschen zur richtigen Zeit gemeinsam am richtigen Ort waren das.

Es begann am Dienstagabend mit dem Geburtstag meiner Mama, bei dem außer dem Hasen und mir mehr so Leute der Elterngeneration waren – Verwandte ebenso wie alte und vergleichsweise neue Freunde. Es gab gutes Essen und guten Wein und ziemlich schnell drehten sich die Gespräche um Vergangenes. Gemeinsame Erinnerungen von Menschen, die sich seit über 40 Jahren (und teilweise über 60 Jahren) kennen. Der Hase und ich konnten uns bequem auf dem Sofa zurücklehnen und einem ganz besonderen Schauspiel beiwohnen.

Es ist ja so eine Sache mit der Erinnerung: Sie ist subjektiv, selektiv und mitunter auch schlicht und ergreifend spekulativ. Da sitzen also Menschen beisammen, die vor 45 Jahren eine (oder zwei?) Reisen zusammen unternommen haben und als Rucksacktouristen durch Bulgarien getrampt und in den dortigen Hochgebirgen gewandert sind.

Aber da fängt es schon an: Waren denn alle auf beiden Reisen dabei? Oder hat diejenige Recht, die steif und fest behauptet, nur ein einziges Mal in Bulgarien gewesen zu sein? Und zu welchem der männlichen Mitreisenden gehörte eigentlich “die anstrengende Freundin”, an die sich alle erinnern? Wer hat wann wo weswegen gekotzt? Wer schlief mit wem in welchem Zelt? Und als sie nach dem Regen mit den Schäfern zusammen am Feuer saßen, wurde da ein Schaf frisch geschlachtet oder hatte jemand rohes Fleisch im Rucksack dabei? Und dann waren da doch in dieser Massenunterkunft diese beiden Schwulen, die die ganze Nacht über Sex hatten, so dass ein Mitreisender, der sich mit ihnen ein großes Bett teilte, nicht schlafen konnte? Wann war das nochmal und wo? Und wie sind sie da hingekommen? Und wer war nochmal dabei? Am Ende wird das Fotoarchiv zur Hilfe genommen, das natürlich längst digitalisiert ist. Die Fakten scheinen nun klar, aber die Erinnerung sagt trotzdem etwas ganz anderes… Was ist wahr?

Das war alles wirklich sehr, sehr amüsant anzusehen, gerade auch wegen der bestehenden Geschwister- und Liebesbeziehungen und der Art, wie sich diese auf die Gesprächsdynamik und Wahrheitsfindung auswirkten. Wir haben alle Tränen gelacht. Übrigens waren Filmschaffende unter den Gäst*innen. Solltet Ihr ähnliche Szenen also demnächst im Fernsehen sehen, dann wisst Ihr, woher die Inspiration kam… Was mir dabei noch aufgefallen ist: Anscheinend hatten meine Eltern eine viel wildere Jugend als ich selbst, ich sollte da evtl. dringend nochmal was nachholen!

Deswegen traf es sich auch sehr gut, dass ich am Mittwochabend direkt zu einem kleinen konspirativen Treffen geladen war, bei dem in der Ecke eines Fensters oben links im Großraumbüro (Kenner wissen) mit wenigen Handgriffen ein Lounge-Bereich in einen Probenraum verwandelt wurde. Schlagzeug, Bass, zwei Gitarren, Percussion-Spielereien… alles da.  Und dann wurde da bis kurz vor Mitternacht musiziert, wobei mir vor allem eine beobachtende Rolle zukam. Aber wer mich kennt weiß: Wenn die Musik nicht so laut wär, dann wär sie auch nur halb so schön. Und wenn irgendwo Lieder gespielt werden, die ich mag, dann muss ich da auch mitsingen. Zum Glück wurde das von den Profis enthusiastisch begrüßt und die Gitarre war auch so laut, dass die schiefen Töne einfach verschluckt wurden.

So ging es kreuz und quer durch die Musikgeschichte – von Bob Marley über Rage Against the Machine und Nirvana bis zu Oasis, Die Ärzte, Fools Garden und Silbermond. Selbst ein katholisches Kirchenlied wurde von den drei anwesenden Katholik*innen verpunkt und zu Gehör gebracht, während die vier anwesenden Nichtkatholik*innen (samt Hund) etwas ratlos durch die Gegend schauten. Besonders schön war auch, wie auf der Suche nach neuem Liedgut die Inspiration mal aus der einen, mal aus der anderen Ecke kam. Mal war es eine Bassline, mal ein Gitarrenriff, mal ein Drumbreak, das von den anderen erkannt und aufgenommen wurde. Nicht immer wusste ich sofort, um welchen Song es gehen sollte, aber einige habe ich dann doch als einzige mehr oder weniger sofort erkannt und mitgesungen, etwa den “Schunder-Song” und “Hurra” von Die Ärzte oder “Durch die Nacht” von Silbermond.

Am Ende hatte fast jeder mal am Schlagzeug gesessen und auch Bass und Gitarren wechselten regelmäßig die Besitzer. Und ich wusste mal wieder, dass ich zwar nicht wirklich gut singen kann (besonders in schwierigen Tonlagen, in denen ich innerhalb einer Strophe ständig die Oktave wechseln muss, um die Töne halbwegs zu erreichen), aber dabei wirklich unglaublich viel Spaß habe – zumindest wenn die Musik und die Begleitung stimmen. Zum Glück ist die nächste Runde bereits angesetzt und vorher treffe ich alle Beteiligten schon nächste Woche in der Karaoke-Kabine wieder ❤

Ein langer Abend und 1000 Fragen

Der Abend heute wird etwas länger werden, deshalb bleibt wohl keine Zeit für einen schönen Text über Piraten am Arbeitsplatz und konspirative musikalische Ereignisse. Stattdessen haue ich einfach die nächsten zehn der 1000 Fragen an mich selbst raus und vertage eine etwaige Berichterstattung auf morgen.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

41. Trennst du deinen Müll?

Ich wollte gerade “nicht sklavisch” schreiben, weiß aber aus vergangenen Auslandserfahrungen, das schon das halbherzige Mülltrennen in Deutschland recht sklavisch wirken kann. Grundsätzlich trenne ich Müll, aber spüle keine Joghurtbecher aus und trenne nicht jedes Stück Verpackung in seine einzelnen Bestandteile auf. Der Teebeutel landet vollständig im Bio-Müll, der Milchkarton in der gelben Tonne, die Flasche mit Etikett im Altglas und der Briefumschlag trotz Fenster im Papiermüll. Dafür versuche ich aber, daran zu denken, dass Kassenbons in den Restmüll gehören.

 

42. Warst du gut in der Schule?

Am Anfang sehr gut, dann viele Jahre lang gut, dann kurz mehr so mittelgut und am Ende wieder ziemlich gut. Der Wechsel aufs Gymnasium und die heiße Phase der Pubertät hinterließen jeweils ihre Spuren, kurz vorm Abi habe ich dann nochmal angezogen und kam am Ende mit einer 2,1 da raus.

 

43. Wie lange stehst du normalerweise unter der Dusche?

Normalerweise kürzer als ein herkömmlicher Popsong – der Hase ist immer völlig von den Socken, wie schnell das geht. Wenn ich Haare waschen muss oder sonstige Dinge zu erledigen habe, kann es auch mal etwas länger dauern (aber maximal 5 Minuten). Für alles Längere gibt es die Badewanne, das liegt mir mehr. (Pun intended)

 

44. Glaubst du, dass es außerirdisches Leben gibt?

Leben bestimmt. Wie weit dieses entwickelt ist, wage ich nicht zu spekulieren. Und selbst wenn es irgendwo weit entwickeltes und bewusstes Leben gibt, halte ich die Wahrscheinlichkeit für sehr gering, das wir ihm begegnen werden. Weil ist ja groß, das Draußen.

 

45. Um wie viel Uhr stehst du in der Regel auf?

Während der Woche um 8, am Wochenende stark schwankend, aber sicher nicht vor 9.

 

46. Feierst du immer deinen Geburtstag?

Aber sowas von! Der wichtigste und schönste und außerdem längste Tag des Jahres! (Und Sommeranfang ist außerdem.) Eigentlich halte ich es gerne mit Lorelai Gilmore und Nilz Bokelberg und feiere meine Geburtstagswoche!

 

47. Wie oft am Tag bist du auf Facebook?

Der Tab ist eigentlich immer offen, was aber nicht heißt, dass ich da ständig aktiv bin. Nur, dass es schwer zu quantifizieren ist. Unterwegs hängt es vom Grad meiner Langeweile und der Frequenz meiner Notifications ab. Auf meinem Handy waren es laut Bildschirmzeit-Bericht letzte Woche 2 Stunden 40 min, verteilt auf 7 Tage.

 

48. Welchen Raum in deiner Wohnung magst du am liebsten?

Im Moment ist es das Wohnzimmer, da stehen meine Lieblingscouch, der Esstisch, das Klavier, der Fernseher… Und man kann durchs große Fenster auf den Balkon und nach draußen gucken. Eigentlich soll die Bibliothek mal der Lieblingsraum werden (Bücherwände! Sessel! Schaukelstuhl! Noch ein Sofa!), aber die ist gerade noch mehr Rumpelkammer als alles andere…
49. Wann hast du zuletzt einen Hund (oder ein anderes Tier) gestreichelt?

Heute morgen beide Katzen.
50. Was kannst du richtig gut?

Mir wird öfters unterstellt, ich könne gut schreiben bzw. Dinge formulieren (und dann auch noch mit “so unglaublich viel Fingerspitzengefühl”!). Da ich mich aber – wie wohl alle – immer mit denen vergleiche, die es besser können, traue ich dieser Art Komplimenten nicht immer. Mein Englisch ist auch ganz in Ordnung, mein Italienisch reicht für Gespräche über das Essen und das mit der Tomatensauce habe ich inzwischen auch einigermaßen raus 😉 (Der Hase findet auch, ich könnte unglaublich gut still liegen und mich nicht bewegen, deswegen schlafen die Katzen so gerne auf mir.)

#12v12 im Februar – Badewanne, Bett, Büro & Burtstag

Es ist der 12. und halb Blogdeutschland dokumentiert seinen Alltag wieder in zwölf Bildern. Meine zwölf findet Ihr hier, die anderen gibt es hier.

 

  1. Die Nacht endet jäh gegen dreiviertel 4. Man könnte Noosa eine Mitschuld geben, da wir diese Nacht ja im Familienbett geschlafen haben und sie mir die ganze Nacht über nicht von der Seite wich (aber durchaus mal meine Seite wechselte – rechts, links, oben, unten, drauf), aber es waren eher körperliche Beschwerden. Die führten dann auch dazu, dass ich nicht wieder einschlafen konnte und gegen 5 aufgab, mir eine große Kanne Tee kochte und mich damit in die Badewanne verzog. Als der Hase aufstand, war die Kanne leer. Ich stieg aus der Wanne aus, machte mir eine zweite Kanne und trank die dann noch gemütlich im Bett.

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2. Mit fast 3 Litern Tee im Bauch konnte ich dann aufstehen und wie gewohnt meinem Tag nachgehen. Zur Sicherheit gabs trotzdem unterwegs und im Büro weiter Tee.

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3. Zum Frühstück im Büro nahm ich mir wie aktuell täglich Obst vom Buffet mit.

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4. Dazu kam ein überraschendes Stück Quarkkuchen, dass ein Kollege mitbrachte. Dabei werteten wir unsere Team-Fotos von vorletzter Woche aus.

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5. Mittags trifft sich die nach Urlaub und Krankheit wieder vollständige Mittagsclique in der sonnendurchfluteten Lounge.

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6. Wegen Anlass hatte ich heute Rotwein dabei. Interessanterweise wurde das von niemandem kommentiert.

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7. Irgendwann am Nachmittag legte sich nachvollziehbarer Weise eine bleierne Müdigkeit über mich. Zum Glück machte ein lieber Kollege eine Runde salziges Popcorn. Damit schaffte ich es bis zum Feierabend.

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8. Auf dem Weg noch schnell Geburtstagsblumen für Mama besorgt.

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9. Die sehen in ihrer neuen Umgebung ganz schön gut aus!

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10. Ich platzte mitten in die Essensvorbereitung für die Feier und wurde direkt mit der Guacamole betraut.

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11. Beim Salat zupfen läuft im Hintergrund Rage Against The Machine – Killing In The Name Of.

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12. Das Buffet ist eröffnet!

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Ein müder Tag und 1000 Fragen

Heute ist ein müder Tag. Ein sehr müder Tag. Obwohl ich um 10 im Bett lag und trotz Tolstoi-Hörbuch (Familienglück) war ich auch um 1 noch wach und wieder wach dann gegen 6. Keine Ahnung wieso, Vollmond war jedenfalls nicht. Allerdings hatte das den Vorteil, dass ich ohne Hetzen schon halb 9 im Büro war und dann ganz easy um 5 Feierabend machen konnte. Auf dem Heimweg habe ich noch schnell zwei Jacken aus der Schneiderei geholt (jetzt habe ich wieder eine heile Winterjacke!). Und dann war ich trotzdem schon deutlich vor 6 zuhause. Da der Hase da noch lange nicht Feierabend machen konnte, fiel mir die Aufgabe zu, Staub zu saugen. Ich hasse es so sehr (80qm, 7 Räume, jede Menge Winkel, Katzenhaare, Katzenstreu, 1000 Sachen auf dem Boden, die zur Seite oder hochgenommen werden müssen…). Eigentlich ist das Staubsaugen zum Glück selbstgewählte Hasenaufgabe, aber was will man machen, wenn die Brotarbeit ruft.

Zur Belohnung gibt es für uns beide dann heute Essen von auswärts, den nächsten Oscar-Film und ganz viel Katzenkuscheln heute Nacht. Normalerweise schlafen die Miezen ja in dem Teil der Wohnung, in dem wir nicht schlafen, aber zu besonderen Anlässen schlagen wir auch mal das “Familienbett” im Wohnzimmer auf und da dürfen sie dann durchaus mit rein und freuen sich jedes Mal sehr (und ich mich auch). Nimbin schlüpft so gern mit unter die Decke und nichts bringt mich zuverlässiger zum Einschlafen als Noosa, die sich neben mein Gesicht kuschelt und schnurrt wie zehn Sägewerke. Apropos Noosa – heute vor 6 Jahren waren wir in Noosa, sagt Facebook. Neben Nimbin war das für uns einer der schönsten Orte in Australien.

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Ansonsten habe ich heute aber müdigkeitsbedingt nicht viel zu erzählen, deswegen gehts direkt weiter mit den nächsten 10 der 1000 Fragen an mich selbst.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

31. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?

Zuletzt IN einem Buch gelesen habe ich in Matthias Dettmann (Hrsg.): Rostock. Mein Arkadien, heute in der Mittagspause. Das letzte ausgelesene Buch war Anne Stern: Das Glück ist ein flüchtiger Vogel.

 

32. Warum hast du die Frisur, die du jetzt trägst?

a. Aus Faulheit. Ich habe mir zuletzt vor etwa 4 Jahren die Haare schneiden lassen (und auch da nur die Spitzen). One less thing to think about.

b. Weils gut aussieht – wenn die Haare frisch gewaschen und einigermaßen gekämmt sind, kann man die offen tragen und das gefällt nicht nur mir immer sehr gut.

c. Weil die langen Haare alles mögliche kaschieren.

 

33. Bist du von deinem Mobiltelefon abhängig?

In einem ganz wahrhaftigen Sinne sicher nicht, ich könnte schon ohne überleben, wenn ich müsste. Solange ich es aber in der Nähe und unter Strom habe: Ja, sehr.

 

34. Wie viel Geld hast du auf deinem Bankkonto?

Das schwankt im Laufe eines Monats ganz schön. Grad auf jeden Fall genug.

 

35. In welchen Laden gehst du gern?

In den italienischen Supermarkt an der Greifswalder, in Asiamärkte und andere kulinarische Spezialitätenläden und natürlich in Buchhandlungen. Alles andere hat über die Jahre irgendwie seinen Reiz verloren.

 

36. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe?

Auf jeden Fall kein Langweiliges. Außer ich bin irgendwo auf dem Land und es gibt nur Apfelschorle oder KiBa oder so. Ansonsten suche ich mir gerne etwas aus, was ich woanders nicht bekomme – hausgemachte Limonaden oder Eistees, besondere Teesorten oder Säfte… Und in Kneipen natürlich auch gerne mal Craft Beer oder Cocktails. Wein eher zum Essen.  Und generell achte ich auswärts meist darauf, dass ich viel Flüssigkeit für mein Geld bekomme. Kurze sind also eher selten und auch bei Cocktails bevorzuge ich die in den großen Gläsern.

 

37. Weißt du normalerweise, wann es Zeit ist, zu gehen?

Wenn ich mich (körperlich und mit den Menschen um mich herum) wohlfühle, bleibe ich meist bis zum Schluss. Also nein, nicht wirklich.

 

38. Wenn du dich selbstständig machen würdest, mit welcher Tätigkeit?

Wenn ich spontan Geld verdienen müsste, vermutlich als Übersetzerin, Texterin, Lektorin. Auch wenn man da viel Akquise betreiben muss, um über die Runden zu kommen. Das kann ich halt am Besten. Ansonsten spielen der Hase und ich ab und zu mal mit Ideen, wie man sich ein Leben in schönen Gegenden finanzieren könnte. Das hat dann meist was mit Gästen, Essen und Lebensgefühl zu tun.

 

39. Willst du immer gewinnen?

Nee, dafür tu ich das zu selten, das wäre ernüchternd. Einen gewissen Ehrgeiz entwickle ich beim Tischtennis oder bei Spielen, die was mit Wissen und/oder Worten zu tun haben. Tabu, Cranium, Cards Against Humanity… Da bin ich vorne mit dabei.

 

40. Gehst du in die Kirche? 

Ich habe mit 22 in Toronto zum ersten Mal eine Kirche während eines Gottesdienstes betreten. Und zwar um mir meine Weltoffenheit zu beweisen und weil ich neugierig war. Seitdem war ich – wenn ich richtig zähle – auf drei Taufen, drei Beerdigungen und zwei Hochzeiten in der Kirche. Und zwei oder dreimal zu Weihnachten mit der Hasenfamilie. Ich denke ich kann reinen Herzens behaupten: Nein.