Der Plan mit dem richtig viel Schlafen hat nicht ganz so gut geklappt wie gestern. Irgendwie habe ich beim Einschlafen die Ohropax vergessen und war dann ab 3 eine Zeitlang knallewach, als der nächste DJ anfing. Bis ich das mit den Ohropax gemerkt habe, dann bin ich nochmal eingeschlafen, aber nicht mehr so tief, wohl auch, weil die Musik am letzten Tag dann eben bis um 6 ging und um 8 die Nacht wärme- und blasenbedingt vorbei ist.
Ich erledige wenig vom morgendlichen Reboot, da kaum Internet ins Zelt zu kriegen ist. Dafür stehe ich früh auf, gehe Zähneputzen, ziehe mich an und packe dann meine Sachen und baue das Zelt ab. Kurz nach 9 sitze ich dann als eine der ersten beim Frühstück, kriege direkt Kaffee und esse mich durch einen Großteil der mir verbliebenen Vorräte. Gegen halb 11 sind auch die letzten der Anderen wach. Ich räume meinen Platz, gehe Müll sammeln und tausche meine fast nicht gefüllten Mülltüten gegen einen neuen Immergut-Beutel ein, statt die 5 Euro Müllpfand zurückzunehmen.
Dann verabschiede ich mich direkt von der Bezugsgruppe, lade meine Campingtasche in den Bus der Beinahe-Nachbarin und mache mich mit leichtem Gepäck auf den Heimweg. Shuttle-Bus (Der Zug ist kaputt), lange Umsteigezeit am Bahnhof, die genau zum Bloggen reicht, RegionalExpress nach Oranienburg, der zum Rätseln reicht, S-Bahn nach Gesundbrunnen, S-Bahn in den Pberg, Heimweg. Das leichte Gepäck ist am Ende trotzdem ganz schön schwer.
Nach insgesamt gut drei Stunden habe ich es geschafft und lasse mich ausgiebig von Noosa anschreien, die einerseits empört ist, dass ich schon wieder so lange weg war, andererseits froh über meine Rückkehr. Wir spielen und kuscheln erstmal eine Runde. Dann packe ich meine Sachen aus und telefoniere zum ersten Mal seit Donnerstagvormittag mit dem Liebsten – ein Hoch auf Telefon- und Internetempfang! Wir erzählen uns die letzten Tage und kommen dann überein, den Rest des Sonntags ganz hart zu chillen.
Ich für meinen Teil komme diesem Anspruch so gar nicht nach, stattdessen
- wasche ich Wäsche und hänge sie auf
- mache ich meine Französisch- und Italienisch-Aufgaben
- lasse ich den Geschirrspüler durchlaufen und räume ihn aus
- mache ich ausführlichen Katzensport mit Noosa
- koche ich mir Spaghetti mit einer Marcella-Hazan-inspirierten Sauce aus Dosenkirschtomaten plus Basilikum, einem Rest Käsewürstchen und Parmesan
- plane ich meine Geburtstagsparty und schreibe die Einladungen
- beende ich das Katalogisieren der Plattensammlung der Liebsteneltern und finde dabei noch einige Schätze
- setze ich mich nochmal für zwei Stunden oder so an mein Projekt und dann ist es plötzlich fertig und ich habe jetzt ein neues Zertifikat, mit dem ich mich und meinen Lebenslauf schmücken kann

Dann ist es plötzlich schon halb 10, wo ist die Zeit nur hin? Höhö. Ich lege mich mit einem Wildberry Lillet in die Badewanne, stoße remote mit der Familie auf Oma an, die heute vor 14 Jahren gestorben ist, und denke nach über die Zeit, die vergeht.

Der Mai hat insgesamt ganz schön beschissen angefangen (tatsächlich begannen die Einschläge schon im April, um Ostern herum), so viel privaten, gesundheitlichen und beruflichen Mist auf einmal hatte ich glaube ich noch nie zur gleichen Zeit. Dafür waren die letzten zwei Wochen des Mais dann wohl der Ausgleich, denn plötzlich ging es aufwärts, stimmungsmäßig und in den Entwicklungen. Jetzt noch unverhofft den Projektabschluss schon zum Monatsende und deutlich vor der veranschlagten Zeit geschafft. Vielleicht kann der Monatswechsel auch ein Perspektivwechsel werden und der Rest des Jahres wird jetzt besser? Darauf einen Wildberry Lillet, gute Musik und Noosa kraulen!





















































