Ein Homeoffice-Tag, bei dem erstmal alle spät aus dem Bett kommen (nach einer längeren Wachphase zwischen 4 und 5)…
Mein Halskratzen der letzten Tage scheint sich zu einer (halb) ausgewachsenen Erkältung zu entwickeln, deshalb gibt es vor dem Frühstück einen Mehrfachtest ohne positive Ergebnisse. Dann Frühstück am Schreibtisch zum einzigen Meeting des Tages.
Ansonsten vorwiegend Stillarbeit, was ich mit Musik kompensiere. Farin Urlaub hat eine neue Single, Ringo Starr ein neues Album, die alten Herren liefern weiterhin sehr zuversichtlich.
Mittags gibt es den Rest Kartoffeln und eine frische Guacamole, außerdem viel Packerei, denn nachher geht es gleich los.
Zum Feierabend fahre ich zum Hauptbahnhof, kaufe Proviant, Kaffee und die Bravo und dann treffen der Liebste, das Teilzeitkind und ich uns am Gleis und fahren in den tiefen Westen. Also, nachdem der Zug, der neun Minuten zu spät einfährt dann noch 20 Minuten steht, angeblich, weil er auf Schulklassen wartet. Dem Teilzeitkind und mir erscheint das eine okaye Begründung und wir ergeben uns dem Schicksal. Der Liebste ist trotzdem ungehalten. Am Ende kommen wir aber nur eine Viertelstunde später an und können noch entspannt umsteigen. Am Ziel sind wir dann wieder etwas zu spät, werden vom Liebstenschwager abgeholt. Auf der Fahrt zum Hotel darf das Teilzeitkind vorn sitzen und unterhält das ganze Auto mit Geschichten aus der Schule.
Im Hotel angekommen hat die Küche schon geschlossen, also bestellen sich die anderen noch Gyros und Pizza und ich esse das letzte Sandwich aus dem Proviant. Dann geht es für alle unter 45 ins Bett und die beiden Herren nehmen noch das obligatorische Bier an der Hotelkneipe ein. Morgen wird ein großer Tag.
Zu kurz aber gut und durch geschlafen, heute mal mit kooperativen Katzen. Weil um 8 das Wasser abgestellt wird, ist der morgendliche Ablauf etwas anders. Nach Internet leer lesen und Bloggen stehe ich direkt auf – die Mitbewohnerin ist schon los – und gehe ins Bad. Dann gibt es Wasser für die Pflanzen, die Katzen, einen großen Eimer voll fürs Bad und einen großen Topf voll für die Küche – man weiß ja nie. Geplant sind nur fünf Stunden, aber… Nochmal aufs Klo, solange ich noch eine funktionierende Spülung habe, dann Frühstück machen und einpacken, Ingwer-Kurkuma-Thymian-Tee kochen und in den To-Go-Becher tun, Liebstentelefonat, die neue Decke von der Wäscheleine nehmen und für den Größenvergleich mit gestern samt Noosa drapieren…
GesternHeute
Noch eine schnelle Banane, dann geht es los ins Büro. Auf dem Weg fällt mir auf, dass die Magnolienblüten nicht nur alle ab sind, es sind auch 99,9 % Prozent der Blütenblätter bereits weg. Der Regen und die BSR, nehme ich. Dafür blühen die nächsten Bäume.
Ich nutze die Bahnfahrt für den Rest vom morgendlichen Reboot. Im Büro angekommen erledige ich schnell die erste Aufgabe des Tages, dann hole ich mir eine Mate und frühstücke Kuchen und Blaubeeren.
Mein für den Vormittag angesetztes Meeting fällt spontan aus, ich habe genug Zeit für Organisatorisches und räume ein bisschen digital auf, sortiere, dokumentierte und priorisiere. So vergeht die Zeit bis zur Mittagspause. Für die probiere ich ein koreanisches Lokal um die Ecke aus und esse für einen okayen Preis (für heutige Verhältnisse) ein sehr gutes Bibimbap mit Lachs und Banchan.
Der sizilianische Eisladen lockt, aber ich bleibe standhaft und bastle mir den Nachtisch im Büro – es ist noch selbst gemachtes Vanille- und Schokoeis vom Kollegen da, außerdem Obstreste vom Dienstagsfrühstück. Dazu mehr Tee.
Von den zwei Meetings am Nachmittag fällt wieder eines aus, das andere, mit Nordhessen, ist sehr angenehm und bringt mich weiter. Dann noch Arbeit an verschiedensten Aufgaben bis zum Feierabend. Ich laufe zurück nach Friedrichshain, nehme die S-Bahn nach Mitte und die U-Bahn nach Pankow und treffe dort die Ellis zu einem frühen Abendessen beim Sudanesen.
Foul-Teller mit Salat, Süßkartoffeln, Kartoffeln, Hummus, Erdnusssauce, Mangosauce, scharfer Sauce und verschiedenen Pasten
Nach dem Essen spazieren wir weiter zu einer Kleinkunstbühne, wo heute Abend kanadische Musik gegeben wird. Es spielen auf: Michael Friedman und Paul Pigat aus Vancouver. Wir halten ein kurzes Schwätzchen mit dem ein Heimspiel spielenden Mike (kanadischer Ossi mit breitem Ostberliner Dialekt), dann suchen wir uns unsere Plätze und vertreiben uns die Wartezeit. Das Konzert beginnt pünktlich mit einem deutschen Stück, danach wird auf Englisch gesungen und auf Englisch/Berlinerisch parliert. Zwei Gitarren, eine zwischenzeitlich nur mit fünf Seiten, zwei Stimmen, ein wilder Ritt durch Blues, Jazz, Folk und Singer/Songwriter. Dazu gibt es Ansagen, die sich unfreiwillig mit dem Kinderschänder im Weißen Haus beschäftigen, mit „Elbows Up“, aber auch mit Hoffnung, mit Vancouver, mit Ost-Berlin und der Liebe. Zum Schluss muss ganz leise gesungen, gespielt und geklatscht werden, weil es schon nach 22 Uhr ist.
Gegen halb 11 ist das Konzert dann endgültig vorbei, wir verabschieden uns noch und laufen dann zurück zur U-Bahn. Im Pberg steige ich aus und mache mich auf den Weg nach Hause. Bis ich im Bett liege ist es halb 12. Noch ein kurzes Liebstentelefonat und dann ist dieser multikulturelle Tag vorbei.
Diese Nacht ist so zerstückelt, dass man sie kaum als ernstzunehmend bezeichnen kann. Etwa jede Stunde wache ich auf, normalerweise weil Noosa irgendwie auffällig ist. Echt faszinierend, wie die Katzen in den letzten anderthalb Jahren ihre Charaktere gefühlt ausgetauscht haben. Anhänglich sind sie beide, aber die Frechheit hat auf jeden Fall die Seiten gewechselt. Naja, sie werden jetzt auch 13, wären sie Menschen würde das zur Pubertät passen (Vergleiche mit anderen fast 13-jährigen in meinem Umfeld sind rein zufällig).
Zum Glück ist Homeoffice-Tag und ich kann den Morgen langsam angehen lassen. Irgendwann sitze ich mit Frühstück auf dem Balkon und lege mit der Arbeit los.
Golden Milk mit doppeltem Espresso, Sanddornsaft, Müsli mit Blaubeeren
Die Sonne ballert ordentlich, kurz vor 12 gehen Diensthandy und Dienstlaptop hitzebedingt aus und ich wechsle nach Drinnen, denn um 12 habe ich einen Call mit tief im Westen. Der wird dann sehr schön, mit Katzenflausch auf beiden Seiten. Ich habe dann genau noch Zeit, mir Mittag zu machen, bevor es 13 Uhr ins Webinar geht.
Sandwich, Salat, Wasser mit Holundersirup, Zitrone und Minze
Nach dem Webinar dann die richtige Mittagspause. Ich spaziere bei schönstem Sonnenschein durch den Kiez, mache eine Besorgung und hole mir auf dem Rückweg ein Eis.
Blutorange und Mango-Maracuja
Wieder am Schreibtisch geht es dann für heute in den Endspurt, unter anderem mit einem Call mit Buenos Aires und einem Call mit Edinburgh und Mexiko City. Und dann ist irgendwann Feierabend. Ich packe ein Paket aus, das zwischen den Calls angekommen ist. Die vakuumierte Decke kommt erstmal direkt in die Waschmaschine und wird dann bald eingeweiht, hoffentlich hält sie der geballten Katzenpower Stand!
Dann mache ich mir Abendbrot und verarbeite den Topinambur von der Hasenmama mit einem leicht abgewandelten Rezept, das ich ebenfalls, vor Jahren, von ihr bekam. Dazu gibt es Pellkartoffeln und ein bisschen Letterkenny.
Der ganz ursprüngliche Plan war, heute noch im Projekt zu arbeiten, aber ich bin nach der Nacht zu müde. Der eins weniger ursprüngliche Plan war, nur kurz fernzusehen, dann Duschen und früh ins Bett zu gehen. Stattdessen gucke ich etwas länger fern als geplant und kann mich danach ewig nicht aufraffen, wieder vom Sofa aufzustehen. Dann immer Katzenklo saubermachen. Ich verliere aber den Schwung, als der Liebste anruft und wir erstmal eine Stunde telefonieren (was sehr gut ist und Spaß macht). Danach liege ich dann aber wieder rum und warte auf den Elan für die Dusche. Und so ist es am Ende dann doch schon halb 12, als ich endlich das Licht ausmache… Hmpf.
Der Morgen beginnt um 5:45 mit Noosas Versuch, mir ein Nasenpiercing von innen nach außen zu verpassen. Wenig überraschend bin ich sofort hellwach und kann sie mit einem „Sag mal, spinnst Du jetzt komplett“ aus meiner Nase entfernen. Kuscheln will sie kurz danach trotzdem. Bevor ich nochmal wegdöse, kotzt zum Glück Nimbin lautstark, so dass ich dann eben einfach wachbleibe und reboote.
So schaffe ich das komplette Programm, inklusive Liebstentelefonat, bevor ich aufstehen muss, packe dann jede Menge Kram zusammen, mache mir einen Zimtblätter-Zitronen-Tee für unterwegs und bin pünktlich unterwegs. Heute muss ich auf dem Weg zur Arbeit noch fürs Bürofrühstück einkaufen – meine Abteilung ist diese Woche dran und weil ich ich bin und auf gutes Essen Wert lege, beteilige ich mich an den Vorbereitungen.
Dann geht es noch voller bepackt (Rucksack, Sporttasche, Einkaufsbeutel, Tee) und mit Podcast auf den Ohren mit zwei S-Bahnen nach Friedrichshain und bei schönstem Sonnenschein über die Brücke nach Kreuzberg. Da ich alle Hände voll habe ohne Foto.
Im Büro angekommen baue ich den Laptop auf, erledige eine dringende Aufgabe und mache mir dann Kaffee in der wohl besten Tasse.
Die Latte Art hat noch Potenzial
Dann geht es gemeinsam mit anderen Kolleginnen ans Schnippeln und Vorbereiten, der Kollege mit dem Gebäck kommt auch dazu und um Punkt 9 steht dann ein Frühstück, das sich sehen lassen kann, sehr gelobt wird und hoffentlich Standards setzt. Wir haben heute ein bisschen mehr gemacht, weil die Bude voll ist – mit Besuch von außerhalb, vielen, die sonst im Homeoffice arbeiten etc.
Nach dem Frühstück geht es zurück an den Platz, jetzt sind die morgendlichen E-Mails und Nachrichten dran und dann der einzige Videocall des Tages – heute mit München, Hamburg und dem Nebenraum. Danach mache ich mir den nächsten Kaffee, diesmal als Espresso Tonic, die Büroküche gibt das her, auch wenn ich den Espresso etwas zu hektisch eingieße und es optisch so nicht ganz optimal wird.
Bald darauf ist schon Mittagspause. Wir holen uns jetzt was vom Bäcker (ich nur einen Quarkbecher mit Obst und Streuseln) und suchen uns draußen ein sonniges Fleckchen zum Essen und Schwatzen. Danach noch ein wenig Stillarbeit, bevor es zum großen Live-Meeting geht, für das alle gekommen sind, sogar der Bürohund. Das ist sehr schön und vergleichsweise lang und danach gibt es noch viel zu erzählen und auszutauschen. Nebenbei esse ich noch das Müsli mit Blaubeeren, das ich mir extra eingepackt hatte, um vor dem Sport nochmal Energie zu tanken.
Zum Feierabend nämlich laufe ich wieder hinüber und durch Friedrichshain nach Lichtenberg. Kurz vor 19 Uhr bin ich im Wasser, schwimme noch ein paar Bahnen, mache ein paar Physioübungen und dann gibt es 50 Minuten betreutes Strampeln, sehr intensiv wieder. Es ist ganz erstaunlich, dass ich dabei nach kurzer Zeit sehr viel über Essen nachdenke, denn eigentlich habe ich den ganzen Tag gegessen. Muss daran liegen, dass ich mit einer Poolnudel hantiere und diese im Verlauf dann zu einer Poolbrezel verknoten muss?
Nach dem Strampeln kommen Dampfbad und Sauna, immerhin nicht mehr so voll um diese Zeit und auch in der Umkleide lichtet es sich langsam (als ich ankam war so gut wie jeder Spind belegt). Auf dem Weg zur S-Bahn ist noch ein in Rest Sonnenuntergang zu sehen, als ich in Prenzlauer Berg aussteige, ist es bereits dunkel.
Zuhause heißt es Badesachen aufhängen, Katzen füttern, Avocados auspacken (wie erhofft sind alle noch unreif, so dass ich hoffentlich viele Wochen was von den letzten der Saison haben werde), Suppe von gestern aufwärmen und dann ab vor die Glotze.
Ich schaue die vierte neue Folge Scrubs, die wieder sehr schön ist, und erfülle dann meine generationale Pflicht und schaue noch den Malcolm In The Middle Reboot. Auch ein gut gelungenes Stück Popkultur, man findet sehr schnell wieder rein, alles ist genauso witzig und/oder anstrengend wie damals und Bryan Cranston läuft zu Hochform auf (Ob es ohne diese Serie jemals ein Breaking Bad gegeben hätte? Mit allen Folgen für unsere heutige Serienkultur?)
Am Ende ist alles gut und Mitternacht ist es auch schon fast, also gehe ich schnell schlafen.
Geweckt vom parallelen Weckerklingeln beim Liebsten und mir. Während ich direkt in meinen morgendlichen Reboot starte, muss er erstmal noch eine Viertelstunde mit geschlossenen Augen da liegen. Dann steht er auf und macht Kaffee, derweil das Teilzeitkind schon längst im Bad ist und sich für die Schule schick macht.
Eine Stunde später sind weite Teile des Reboots vorbei, der Kaffee leer und ich gehe ins Bad. Als ich wieder rauskomme geht das Teilzeitkind los, ich packe meinen Kram zusammen und der Liebste geht ins Bad. Am Ende brechen wir zu zweit auf und gehen gemeinsam zur Bahn – er ins Büro, ich ins Homeoffice. Ich nutze die Bahnfahrt dann fürs Bloggen und die Sprachen, das hat morgens noch gefehlt.
Wieder zuhause schnell Katzen füttern, Tee kochen (Ingwer, Kurkuma, Zitrone), Müsli zusammenschütten und dann sitze ich kurz nach 9 am Schreibtisch als wäre nichts gewesen. Die Katzen auch.
Der Arbeitstag tröpfelt vor sich hin, zwischendurch ein Telefonat mit dem Bruder, der gute Nachrichten hat, dann ein Meeting mit „tief im Westen“, auch am Telefon, weil meine DSL-Leitung gewartet wird und ich ständig rausfliege, dann Stillarbeit und nebenbei Wäsche waschen.
Zum Mittag mache ich mir Misosuppe mit Algen, Mu-Err-Pilzen, Räuchertofu und Nudeln, mit ordentlich TK-Koriander und frischem Schnittlauch.
Für die Nachmittagssession koche ich mir Tee aus Zimtblättern, die ich vor inzwischen elf Jahren aus Jamaika mitgebracht habe – unsere Gastgeberin hatte sie gepflückt, mir frischen Tee aufgebrüht und den Rest für mich getrocknet. Sind immer noch sehr aromatisch! Zwischendrin klingelt der Paketbote und bringt meine monatliche Obstkiste. Weil das die letzten Avocados der Saison sind, hatte ich noch eine Extrakiste bestellt, die kommt dann aber erst morgen.
Später ein Liebstentelefonat, sein gewerkschaftlich organisierter Job ist schon wieder geschafft und er bereits zu Hause. Ich selber mache dann nach normaler Vollzeit Feierabend, ziehe mich nochmal um, bringe Müll weg und fahre mit Straßenbahn und U-Bahn nach Kreuzberg.
Ein Kollege aus München ist zu Gast, deswegen treffen sich einige Kolleg*innen und weitere Menschen aus der Branche zum Pizzaessen. Völlig angemessener Vorgang, wie ich finde. Es gibt leckere neapolitanische Pizzen (wobei meine romana mit Kapern und Sardellen ja quasi ein Hybrid ist, zumal römische Pizza ganz anders beschaffen ist als neapolitanische) und spannende und witzige Gespräche. Ich lerne immer noch so viel Neues über diese Branche, in der ich jetzt unterwegs bin.
Am Ende läuft eine Kollegin nach Hause nach Neukölln, zwei fahren Fahrrad und wir anderen laufen gemeinsam zur U-Bahn und verteilen uns in zwei Richtungen – die einen nach Norden, die anderen nach Westen. Mit der Kollegin, die hier im Kiez wohnt fahre ich dann noch Straßenbahn und rede über Gilmore-Girls-Rezeption früher und heute.
Zuhause nochmal schnell in die Badewanne zum Aufwärmen, nochmal schnell mit dem Liebsten telefonieren, nochmal schnell die Katzen füttern und dann ab in die Falle. Die Katzen sind schon da.
Aufwachen gegen Wochenweckerzeit, zum Glück war ich früh genug im Bett. Bis der Liebste wach wird und Kaffee macht, ist der Großteil des morgendlichen Reboots schon geschafft. Dann aber gemütliches Herumsandeln, am Kaffee nippen, sich gegenseitig das Internet vorlesen und lauschen, wie das Teilzeitkind in der Küche das erste Frühstück zu sich nimmt und fernsieht. Gegen 10 stehen wir dann auch auf und machen unser bzw. des Teilzeitkinds zweites Frühstück.
Hinterher hat die hiesige WG Putztag und ich lese ein bisschen – hatte ja gestern schon Putztag. Als das Bad wieder betretbar ist, mache ich mich für den Tag bereit und dann kann der Sonntag kurz nach 12 quasi losgehen.
Das Teilzeitkind und ich verbringen den ersten Teil des Nachmittags mit Taylor Swift hören und Kuchenteig zusammenrühren. Während der Kuchen im Ofen ist, holen wir den Liebsten dazu und wir basteln zu dritt an einem Projekt, das die beiden vor einiger Zeit (euphemistisch ausgedrückt) geschenkt bekommen haben. Ungünstigerweise geht dabei etwas kaputt, gerade als der Kuchen fertig ist. Bastelzwangspause also, dafür dann aber Kuchen essen mit der ganzen WG.
Danach ist erstmal wieder Chillzeit angesagt, inkl. Nachmittagsschläfchen beim Liebsten und mir. Am frühen Abend finden wir dann wieder in der Küche zusammen. Wir telefonieren mit der Liebstenschwester, schmieden Pläne fürs nächste Wochenende und der Liebste kocht Pasta zum Abendbrot, auf Wunsch des Teilzeitkinds mit Garnelen, Tomaten, Oliven und viel Knoblauch.
Und weil es dann noch so früh ist und Wochenende, gibt es noch einen weiteren Meilenstein: Wir gucken die ersten beiden Folgen Gilmore Girls und bekommen das Teilzeitkind erwartungs- und wunschgemäß erfolgreich indoktriniert. Sehr schön! Hinterher geht es, in altersgemäßer Reihenfolge, ins Bett.
Erstes Aufwachen als die Mitbewohnerin aus dem Haus muss, dann schlafe ich einfach nochmal ein und weiter bis halb 9 oder so. Fühlt sich luxuriös an. Meinem Biorhythmus gefällt das so, dass ich schon nach der Hälfte des morgendlichen Reboots aufstehe, den Katzen und mir Frühstück mache und mich für die zweite Hälfte auf den Balkon setze. Es gibt Blaubeer-Pancakes, Ahornsirup, Orange, Banane, Sanddornsaft und Sencha mit Yuzu.
Mitten im Französisch-Teil des Reboots stehen dann schon plötzlich schon die Hasenmama und der Hasenpapa auf der Matte. Ich bin kurz irritiert, weil ich noch im Schlafanzug bin und die Wohnung noch nicht geputzt habe, aber ist ja irgendwie alles Familie und deswegen egal. Findet Nimbin auch, der sehr schnell um die beiden herumscharwenzelt wie früher, während Noosa sich unter dem Bett versteckt, auch wie früher.
Die beiden sind gekommen, um mir und meinen Lieben Eier von ihren Hühnern vorbeizubringen, 46 Stück nämlich. Und Topinambur aus eigenem Anbau. Und ein Glas Honig von den Bienen vom Hasenbruder. Und diverse Marmeladen von der Ex-Freundin vom Hasenbruder, ebenfalls mit lieben Grüßen. Ich fühle mich reich beschenkt, menschlich wie kulinarisch. Wir quatschen zwanzig Minuten, dann fahren die beiden weiter, um den Hasen und seine Freundin fürs Wochenende zu besuchen, ich beende meinen Reboot und dann wird doch noch geputzt.
Mit allem Drum und Dran bin ich gegen 15 Uhr fertig, dann fahre ich nach Mitte zu den Ellis, übergebe einen Teil Eier, Marmeladen und Topinambur und dann geht es mit Kaffee und Kuchen raus auf deren Balkon.
Anderthalb Stunden später laufe ich zum Bus, der mich zur S-Bahn bringt, die mich nach Südberlin bringt. Dort blühen die Kirschen ordentlich.
Ich lege mich beim Liebsten aufs Sofa und kurz danach kommen er und das Teilzeitkind vom Einkaufen zurück. Ich überreiche Marmelade und Eier und dann bestellen wir uns Abendbrot und erzählen uns unseren Tag. Das Teilzeitkind ist ganz entzückt, dass die Haseneltern große Fans von seinen Auftritten in meinem Blog sind, grüßt zurück und ist jetzt auch Fan von ihnen.
Wir essen Burger und gucken einen Film aus den 90ern und dann werden alle sehr schnell sehr müde. Gegen halb 11 liegen das Kindelein und ich schon in unseren Betten, der Liebste muss sich noch ein bisschen im Weltraum rumtreiben oder so.
Aufwachen kurz vor dem (auf eine Stunde später gestellten Wecker), so reicht die Zeit für morgendlichen Reboot und den Gang nach nebenan ins Arbeitszimmer aus. Zum Frühstück gibt es Rosinenbrot mit Erdnussbutter und Mangomarmelade, Apfel und Matcha Latte.
Nach den üblichen Arbeitsdingen des Morgens habe ich um 10 das einzige Meeting des Tages, danach wird es eher kreativ und ich wechsle hinaus ins Balkonoffice.
In der Mittagspause gehe ich raus, bringe ein bisschen Müll weg, kaufe ein paar Kleinigkeiten ein und vervollständige die Balkonpflanzensituation. Habe jetzt zusätzlich zu den mehrjährigen Blumen wieder Lavendel, vier verschiedene blühende Dekodinger für gute Laune und Insekten und am wichtigsten: die Kräuter, in dem Fall Rosmarin, Thymian, Salbei, Pfefferminze, Oregano, Schnittlauch, glatte Petersilie, krause Petersilie, Liebstöckel und Zitronenmelisse. Dazu an einer schattigen Stelle Waldmeister (bald ist Maibowlenzeit) und drinnen in der Küche Basilikum. Dill und Koriander brauche ich auch viel, aber da bin ich eher bei Tiefkühlware oder Bünden bei Bedarf, die verwelken mit auf dem heißen Balkon zu schnell. (Werden einige der anderen auch, spätestens im Hochsommer).
Es gibt dann zum Mittag Stullen, Zitronenwasser und einen Salat mit Joghurt-Balkonkräuter-Dressing.
Fast zu heiß ist es auf dem Balkon, aber als die Sonne dann um die Ecke rum ist plötzlich erstaunlich kühl. Ich wechsle wieder an den Schreibtisch und bringe dort die Arbeitswoche zu Ende.
Dann nochmal eine Runde durch den Kiez, Übertöpfe kaufen für die neuen Pflanzen vom Mittag und dann endlich Feierabend. Ich mixe mir eine aperitiven Gin Tonic und verkoche die letzten beiden Salsiccie mit roter Zwiebel, Fenchelsamen, frischem Rosmarin und einer Dose Datteltomaten, dazu kupfergepresste Fusilli und Grana Padano. Sehr, sehr lecker und in eine Decke eingewickelt auf dem Balkon verspeist.
Als es dunkelt, wechsele ich aufs Sofa und lese Sanditon aus. Buch 15 dieses Jahr ist abgehakt. Von den drei enthaltenen Werken ist mir „The Watsons“ das Liebste, „Lady Susan“ ist abgeschlossen, aber auch eine unangenehme Figur, „Sanditon“ ist zu unfertig, das wäre nach ein paar Überarbeitungen und Erweiterungen bestimmt noch gut geworden, aber da war Jane Austen ja dann schon tot. „The Watsons“ hingegen liest sich so wie andere ihrer Romane, ist halt irgendwann nicht weitergeschrieben worden.
Nach dem Buch kommt der Film, heute ist es Like a complete unknown. Wieder Biopic eines großen musikalischen Helden, ähnlich gut gemacht wie gestern, aber anders. Timothée Chalamet passt mal sehr gut und mal eher weniger, aber ich habe direkt Lust, mich nochmal mehr mit der Zeit, der Musik und der Geschichte zu befassen. Und mit den anderen Charakteren wie Woody Guthrie, Pete Seeger (Immerhin kenne ich jemanden, der bei ihm schon auf dem Schoß gesessen hat…), Johnny Cash, Joan Baez und Suze Rotolo. Und ich hätte glaube ich wenig Lust, mit Bob Dylan befreundet zu sein, aber das geht wohl den meisten Menschen so. Vielleicht höre ich aber nochmal ein wenig in seinen „Podcast“ rein…
Bettgehzeit ist gegen Mitternacht und ich genieße das Gefühl von frischem Schlafanzug, frischer Bettdecke und frischem Buch. Amy Liptrot – The Instant habe ich neulich in der Magnolienstraße von einem Fensterbrett mitgenommen, mal gucken, was das kann.
Mal wieder vor dem Wecker von Katzenkrallen geweckt worden, diesmal aber weniger als fünf Minuten vorher, das lasse ich ausnahmsweise durchgehen. Ich lese das Internet leer, verblogge den restlichen Tag, telefoniere mit dem Liebsten, knacke das nächste Duolingo-Level in Französisch, mache die tägliche Italienisch-Wiederholung und muss dann wirklich langsam aufstehen – die Rätsel hebe ich mir für die Bahn auf.
Schnelles Fertigmachen, Katzen füttern, Müsli einpacken, Weg-Mate schnappen und dann geht es auch schon raus in den sonnigen Frühlingstag. Inzwischen ist viel Blütenrieselns, bräunliche von den Magnolien, weiße von Kirschen und Mirabellen. Aber einiges hängt auch noch.
Mit zwei S-Bahnen nach Friedrichshain, über die Brücke nach Kreuzberg, pünktlich um 9 im Büro. Ich mache mir einen Hafermilch-Latte macchiato und gieße weitere Hafermilch ins Müsli. Frühstück an E-Mails und Nachrichten, während die Kollegin nebenan ihr Meeting hat. Danach haben wir viel zu besprechen.
Mit einem anderen Kollegen gibt es dann ebenso viel zu besprechen, vorher aber auch noch ganz physische Aufgaben mit Sortieren, Dokumentieren und Transportieren. Ich betrete zum ersten Mal den Keller und bin ganz froh, einen Auskenner dabei zu haben, denn das Gewirr der Gänge ist doch etwas unübersichtlich. Zurück im Tageslichtbereich gehen die Gespräche in die Mittagspause über, die wir zu dritt in der Markthalle verbringen.
Fusilli mit Cime di rapa, Parmesan und Semmelbröseln
Zurück im Büro gibt es eine Bionade aus dem Kühlschrank und dann wieder einfache Laptop-Arbeit. Das letzte Kolleginnen-Meeting des Tages verlegen wir dann kurzerhand raus in die Sonne. Die betreffende Kollegin (die ich gestern im Supermarkt traf) arbeitet heute aus dem Homeoffice, also direkt bei mir um die Ecke. Ich verlege den Heimweg also bereits auf den Nachmittag, treffe die Kollegin am Späti und dann setzen wir uns mit Getränk in den Park (20 Grad!) und besprechen dort, was zu besprechen ist. Der Heimweg nach Feierabend ist dann erfreulich kurz.
Zuhause telefoniere ich mit dem Liebsten und mache mir den Rest Kichererbsen-Curry von gestern warm. Dann faules Berieselnlassen auf dem Sofa, aber zumindest mit inhaltlichem Anspruch: Ich schaue Deliver Me From Nowhere über Bruce Springsteens Verhältnis zu seinem Vater, seine Depressionen und die Entstehung von „Nebraska“ und „Born in the USA“. Gut gemacht und manchmal sehe ich zwischendurch kurz nicht, dass das Jeremy Allen White, also Carmy aus The Bear ist – er spielt gut!
Danach bin ich noch nicht ganz bettschwer und schaue daher die ersten drei Folgen vom Scrubs-Reboot, nachdem eine Kollegin am Dienstag geschwärmt hat, wie großartig es ist. Und die ist so jung, dass sie die ersten Staffeln der Originalserie nur als Rerun kennen kann, wir stellten Dienstag fest, dass sie biologisch meine Tochter sein könnte…) Die erste Folge begeistert mich wirklich schwer (nach all den Jahren funktioniert das Premise immer noch und ist vor allem auf heutiges Niveau upgegradet), die zweite ist auch toll, die dritte fällt ein bisschen ab, aber das kann dann auch an meiner Müdigkeit liegen. Ich zwinge mich kurz vor Mitternacht ins Bett.
Heute mal ganz entspannt keinen Schritt aus dem Kiez rausbewegt und trotzdem jede Menge erlebt.
Der Tag beginnt nicht wie erhofft um 7, der erste Krallenstupser kommt halb 6. Dreiviertel 6 gebe ich auf und beginne den Tag. Kurz nach halb 8 Liebstentelefonat, gegen halb 9 ist der morgendliche Reboot endgültig abgeschlossen und ich stehe auf. Es ist wie angekündigt Wetter, daher geht es direkt ins Balkonoffice, mit Müsi, Joghurt und Sanddornschorle.
Um 10 kurze Unterbrechung, um Tickets für die Beste Band der Welt zu kaufen. Das Brüderchen und ich hängen uns beide in die Schlange der ständig Aktualisierenden, aber nur er hat Glück und kann acht Tickets ergattern (mehr gibt es nicht pro Person), um die dann im Nachhinein noch zu schachern sein wird, denn idealerweise hätten wir ein paar mehr gebraucht. Ein furchtbarer Prozess, auch wenn kurz ein schönes Gemeinschaftsgefühl aufkommt, weil halb Deutschland grad aus guten Gründen das selbe Unterfangen hat. Hinterher ist die Aufregung in den sozialen Netzen groß, denn vielen geht es so wie mir.
Darauf mache ich mir erstmal einen Espresso Tonic, ein bisschen Koffein wäre schon wichtig für den Rest des Arbeitstages. Inzwischen wird es aber auch im T-Shirt draußen sehr warm, so dass ich kurz vorm 11-Uhr-Meeting doch nach drinnen an den Schreibtisch wechsle. Es folgt eine Stunde angenehmstes Brainstormen mit München und Köln.
Dann weiter Stillarbeit, um 13 Uhr ein Webinar, dann endlich Mittagspause. Die eingeplante Stunde reicht genau, um zum Baumarkt zu gehen und jede Menge Kräuter und ein paar Blumen für den Balkon zu kaufen, die in den Blumenkästen zu verteilen (in den Töpfen, bei zu viel Erde machen die Katzen erfahrungsgemäß Unfug) und einen Stullenteller vorzubereiten.
Nimbin reicht eigentlich das Katzengras
Mit dieser Stärkung fliegt der Rest des Arbeitstages quasi vorbei. Zwischendurch holt noch eine Nachbarin ihr Paket ab und wir teilen unser Leid mit Vermietern und Handwerkern.
Zum Feierabend treffe ich dann den Lieblingsnachbarn an der Ecke und wir machen einen unserer üblichen Eis-Spaziergänge.
Pistazie-Nougat und Rhabarber-Butterstreusel
Wir updaten uns über die letzten Wochen, laufen einmal quer durch den Pberg, hören die Gespräche telefonierender Passant*innen mit und überlegen uns, worum es geht… („Ich lege jetzt auf, Arne, und gehe bei Dir heute auch nicht nochmal ran!“ „I don‘t give a flying fuck what they are doing.“, …)
Kurz vor Zuhause erzähle ich von meinem Eier-Dilemma im Supermarkt („Meine These: Sie verkaufen keine!“) und der Lieblingsnachbar ist sofort zu einem Sidequest bereit. Wir betreten also den Supermarkt und laufen prompt der Kollegin in die Arme, mit der ich als letztes vor dem Feierabend noch geschrieben habe. Sie beteiligt sich gerne am Sidequest und führt uns aber zielsicher an die Stelle, wo die Eier verkauft würden, wenn es denn welche gäbe – ein Schild informiert, dass die Eiersituation gerade schwierig ist. Ich könnte schwören, dass ich an genau der Stelle zumindest die letzten beiden Male lang gegangen bin und dort keine Spur von – nicht einmal ausverkauften – Eiern war. Ich bin ja nicht blind. Vermutlich stand etwas davor. Ich werde das weiter beobachten, denn ab und zu muss ich in diesen Supermarkt, um Sanddornsaft nachzukaufen.
Wir überlassen die Kollegin ihrem Einkauf, verlassen den Supermarkt ohne eigene Einkäufe und verabschieden uns bald darauf.
Wieder zuhause koche ich mir aus dem Rest Reis und der letzten Kartoffel von gestern plus einer Dose Kichererbsen, Fenchelsamen, Cumin, Koreander, Zwiebeln Knoblauch, Salz, grüner Chili und Zitronensaft ein Dings, wie es der pakistanische Mitbewohner oft zubereitete. Dazu gibt es Joghurt, Pfirsich-Chutney und Kirschtee.
Bald nach dem Essen ist der Liebste von seiner Dienstreise zurück und wir telefonieren nochmal. Dann geht es für mich in die Badewanne und als ich endlich im Bett liege ist es auch schon fast wieder 23 Uhr. Huch.