Der Morgen beginnt früh und hektisch, weil wir keine Zeit für das tolle Frühstückscafé von gestern haben, sondern pünktlich losfahren und trotzdem vorher noch Frühstück besorgen müssen. Gestern schon wurde ein Tim-Hortons-Beschluss gefasst, heute Morgen stehen wir dann aber fast eine halbe Stunde in der Schlange, bis alles zusammen ist. Die halbe Stunde fehlt dann wieder beim gemütlichen Fertigmachen und -packen und so kommt es, dass der Liebste noch vor dem ersten Kaffee bereits Autofahren muss. Kaffee und Gebäck dann also auf der Fahrt.


Wir fahren zur Brücke, zahlen die 20 CAD rückwirkenden Inseleintritt für die Nutzung und fahren wieder rüber aufs Festland, nach New Brunswick. Dann noch gute zwei Stunden über Land, samt einem weiteren Tim-Hortons-Stopp für den zweiten Gang, bis zum Pow Wow der Metepenagiag First Nation.


Gerade rechtzeitig zur Ankündigung des Grand Entry kommen wir an und nehmen Plätze ein. Für den Grand Entry selbst, die Flaggen, die „universelle“ Hymne und den Dank an die Veteranen, Ersthelfende, Feuerwehrleute etc. heißt es dann direkt wieder aufstehen und alle Kopfbedeckungen abnehmen, an denen keine Adlerfedern sind.


Danach gibt es verschiedene Tänze, solche für alle Teilnehmenden aus ganz Turtle Island, und spezielle für verschiedene Altersgruppen (Tiny Tots, Youths, Golden Agers…) oder Tanztraditionen (Crow Dance, Jingle Dance etc.) und einen Tanz speziell für alle Two Spirit und LGBTQIA*-Menschen. Da sind die First Nations der globalen Mehrheitsbevölkerung nämlich um einiges voraus…




Als unsere Wasserflaschen leer sind (Es ist wirklich heiß heute!) holen wir uns frisch gepresste Zitronenlimonaden, ich nehme meine mit Lavendelsirup – knapp 2 Liter aus zwei kompletten Zitronen gibt es für 8 CAD, also etwa 5 Euro.

Nochmal etwas später habe ich Hunger und esse einen „Indian Taco“, also ein Bannock/Fry Bread mit Chili con carne, Salat, Tomaten, Käse und Sour Cream.

Apropos „Indian“ – wir sind hier als Weiße natürlich in der Minderheit, aber bei weitem nicht die Einzigen. Die Familie neben uns sind aber auch Indian, allerdings „dots, not feathers“, was ich übertrieben witzig finde, als es mir auffällt.
Nach etwa vier Stunden ist der offizielle Teil des Pow Wows zu Ende. Während die Mi‘kmaq ihre Gäste zum Feast einladen (der MC spricht von Lobster und Snow Crabs, aber ist wahrscheinlich ein Scherz?) fahren wir weiter nach Miramichi, checken in unserem Hotel für diese Nacht ein und entern erstmal zur Abkühlung den Pool.

Später gibt es im hoteleigenen Pub leckeres Abendbrot, lokales Bier und regionalen Cider. Weil ich noch so satt vom Fry Bread bin, nehme ich nur einen Salat mit frittiertem Ziegenkäse (rote Bete, Apfel, Mandarinen, Kürbiskerne…), der aber dicke ausreicht.

Der Pub schließt um 9 (Kanada halt), wir werfen noch einen kurzen Blick vom Patio auf die Brücke nebenan und verziehen uns dann in unsere Betten.





























































































