30.04.2026 – Auf und Ab

Gegen 2 habe ich das letzte Mal auf die Uhr geguckt, gegen halb 5 ist Katzenwecken angesagt, dann kann ich nicht mehr einschlafen – eine Mischung aus Krankheitssymptomen (Nase, Kopf, Husten), Katerbeobachtung und Kopfkino. Ich bekomme ein wenig Futter in den Kater hinein und bin dann erstmal etwas beruhigter, widme mich dem morgendlichen Reboot. Inzwischen macht die Situation, dass ich selber kaum Appetit habe. Mein Frühstück besteht aus Kaffee, Schokolade und schließlich einem trockenen Rosinenstuten auf dem Weg, denn ich muss trotz allem wegen eines Termins kurz nach 9 in die Stadt.

Immerhin scheint die Sonne und es frühlingt. Trotzdem ist es anstrengend, unterwegs zu sein, in Innenräumen Maske zu tragen und besonders, Treppen zu steigen. Kurz vor 11 bin ich wieder zuhause und packe mich aufs Sofa.

Das Katerchen liegt die meiste Zeit lethargisch auf dem Bett herum, hat dann aber zwischendurch auch Energieschübe und will gestreichelt werden, kuscheln oder auf mir schlafen. Halb 1 wähle ich mich in einen Arbeitscall ein, nur zum Zuhören, aber der ist wichtig. Dann bekommt das Katerchen eine neue Runde Schlecki und geht direkt danach viel trinken – die Dinger scheinen Durst zu machen. Irgendwann ruft die Tierärztin an und gibt erstmal Entwarnung zu ganz akut kritischen Sachen. Vermutlich haben wir es mit einer chronischen Entzündung zu tun, das muss aber mit Ultraschall abgeklärt werden. Wenn sich der Zustand nicht dramatisch verschlechtert, machen wir das am Sonnabend.

Parallel dazu kommt Post an, die dem Tag eine unerwartete Wendung zum Positiven gibt. Mit besserer Laune – auch weil ich es geschafft habe, Nimbin eine Tablette zu verabreichen und das Katerchen gerade gierig Thunfisch verschlingt, die größte Herausforderung ist, Noosa davon abzuhalten auch alles zu inhalieren, was ich ihm anbiete bzw. ihm das wegzunehmen. Also betreutes Fressen, ich setze mich dazu.

Dann merke ich, dass ich auch mal was essen sollte und wage mich – es ist grad wundertechnisch alles drin – an den grünen Spargel aus der Gemüsekiste. Dazu gibt es gebackene Kartoffeln, Kabeljau und einen Avocado-Ei-Senf-Schnittlauch-Dip. Kann man essen, nächstes Mal muss der Spargel dann aber früher aus dem Ofen. Zwischendrin ernte ich den Waldmeister ab und hänge ihn zum Anwelken auf, statt heute an Hexenfeuern zu sitzen oder in den Mai zu tanzen. Darauf bereite ich dann morgen Waldmeistersirup zu, für Maibowle bin ich nicht fit genug gerade, aber dann wird das eben im Laufe des Monats nachgeholt.

Plötzlich dann Stimmungswende: Der Kater hat lautstark Schmerzen, vielleicht zu viel Thunfisch auf einmal? Ich versuche es mit Katzenminze auf einem Handtuch und das beruhigt ihn erstmal relativ schnell, er räkelt sich darin und schreit zumindest nicht mehr.

Den Rest des Tages ist er wieder relativ lethargisch, zieht sich zurück, schläft viel. Ich telefoniere in der Zwischenzeit und bin dann genervt, als mich eine Katze dabei stört, bis ich merke, dass der Kater das ist und er kuscheln will. Wieder Stimmungswechsel. Zwischenzeitlich macht sich auch der Schlafmangel immer deutlicher bemerkbar.

Gegen 9 nochmal eine Runde Kater zum Essen verführen, Katze davon abhalten noch runder zu werden, und dann geht es ins Bett. Diesmal schlafen wir alle drei schnell.

29.04.2026 – Holterdipolter

Nochmal ziemlich okay geschlafen, dann aber vor der Zeit geweckt worden, weil Nimbin sich schon wieder lautstark und unter merklichen Schmerzen erbrach. Da das in den letzten Tagen zu oft vorkommt (und er wenig bis gar nichts frisst), buche ich wohl oder übel einen Termin bei den fahrenden Tierärzt*innen.

Ansonsten relativ normaler Start in den Tag, ich bin immer noch krank, der RSV-Test ist immer noch positiv, aber die Umstände machen, dass ich mich nicht komplett aufs Genesen konzentrieren kann, sondern aufstehen und Dinge tun muss. Zum Glück erst nach Frühstück, morgendlichem Reboot auf dem Balkon und einer Runde Badewanne.

Ostfriesentee, Kräutertee, Rosinenstuten mit Erdnussbutter und Feigenmarmelade, Apfel, letzter Sanddornsaft

Die Katzen sind relativ entspannt und chillen mit mir auf dem Balkon, später aber versteckt sich Nimbin im Wäscheschrank, ob wegen Schmerzen oder Tierarztahnung ist schwer zu sagen.

Ich bekomme dann aber beide rechtzeitig im Wohnzimmer eingesperrt.

Die Tierärztin klingelt pünktlich und bekommt von mir (mit Maske) die Lage geschildert. Als wir ins Wohnzimmer gehen, hat Noosa sich wie erwartet hinterm Sofa versteckt, Nimbin hingegen blieb entspannt auf dem Sofa sitzen und wird dann auch als erstes untersucht. Das läuft erstaunlich gut, nur als ihm Blut abgenommen wird und beim Fieber messen ist er etwas unleidlich. Dann bekommt er noch eine Spritze gegen Schmerzen und Übelkeit und darf auf den Balkon.

Völlig überraschend ist Noosa in der Zwischenzeit neugierig hinterm Sofa vorgekrochen und beäugt uns – diese Tierärztin ist der Hammer, so entspannt habe ich beide Tiere noch nie erlebt in der Situation! Untersuchen lässt sich Noosa trotzdem nicht so gern und zum Glück dauert es bei ihr auch nicht so lange und geht bis aufs Fiebermessen auch unkompliziert vorbei. Sie versteckt sich im Katzentunnel, während die Tierärztin und ich letzte Worte wechseln.

Meine Aufgabe für die nächsten Tage nun: Nimbin zum Essen bekommen, mit notfalls sämtlichen mir zur Verfügung stehenden und sonst eher nicht erlaubten Mitteln wie Schleckies, Thunfisch etc. Hochkalorische Astronautennahrung lässt sie mir auch noch da, genau wie Tabletten, die ich ab morgen versuchen muss, in ihn hineinzubekommen. Dann gibt es hoffentlich auch die Ergebnisse der Blutuntersuchung und ggf. weitere Schritte. Das einzig Angenehme an der Situation ist, dass das Katertier durch die aktuellen Probleme auf Normalgewicht geschrumpft ist.

Damit wiegt er erstmals weniger als seine Schwester, die seine Zurückhaltung (am Napf wie im Alltag) ausgenutzt hat, um deutlich dominanter und aber auch dicker zu werden. Während also die eine Katze viel mehr essen muss, muss die andere Katze deutlich weniger essen und viel komplizierter kann man sich das eigentlich nicht vorstellen.

Ich gehe dann raus in die Sonne und besorge eine breite Auswahl an neuen Futter- und Snacksorten, außerdem Magerquark und Thunfisch im eigenen Saft.

Große Erleichterung: Leberwurst-Schlecki ist der Shit, findet Nimbin. Noosa leider auch. Thunfisch ähnlich. Aber immerhin ist erstmal etwas Essen im Kater, wir triagieren hier gerade Probleme. Dann gibt es für mich auch erstmal ein Avocadobrot – zum sehr späten Mittag- und wie sich später herausstellt auch frühen Abendessen.

Der Rest des Tages vergeht mit diversen Telefonaten, weiteren Thunfisch- und Schlecki-Einsätzen (Lachs ist auch gut!) und noch viel Kram am Laptop. Zu normaler Zeit geht es ins Bett, aber das Einschlafen dauert noch eine ganze Weile. Es hilft ein bisschen, dass sich Nimbin irgendwann schnurrend in meine Bauchkuhle kuschelt.

28.04.2026 – Premiere

Heute dann also das erste Mal offiziell krankgeschrieben im neuen Job. Nach kurzer Eingewöhnung ist es ähnlich wie krankgeschrieben sein im alten Job und in jedem anderen Job, schätze ich. Ich wache trotz allem recht früh auf, habe aber erstaunlich okay geschlafen und fühle mich schon etwas besser. Morgendlicher Reboot, zwischendrin Frühstück.

Tee, Müsli, TK-Beeren, heißer Sanddornsaft

Zum Essen gucke ich noch die Virgin River-Staffel zu Ende, die natürlich nochmal ordentlich Cliffhanger bietet, nachdem die letzten Folgen auch gut auf ein Serienfinale hätten hindeuten können – vermutlich hat man sich kurzfristig entschlossen, weiter zu machen. Ich lese einen Artikel in der New York Times dazu und so wie es aussieht, liegt die Serie so im aktuellen Romance-Trend (und hat zudem ein neues Level an Spice erreicht), dass sie uns wohl noch eine ganze Weile erhalten bleiben wird. Gibt ja keinen Guck-Zwang, zum Glück, vor allem wo sich jetzt für Hope (die Bürgermeisterin, nicht der Wahl) zum zweiten Mal ein Enemies to Lovers Trope ankündigt. Meine neuen Kolleg*innen wären übrigens sehr stolz auf meine korrekte Anwendung der Fachbegriffe.

Danach stehe ich auf und erledige Haushaltsdinge, was erstaunlich gut geht, während ich in der Wohnung hin und her wusele. Als ich dann allerdings raus muss (Müll wegbringen, letzte Medikamente aus der Apotheke abholen, Katzengras und Katzenstreu kaufen, alles mit Maske selbstverständlich), merke ich dann aber, dass ich noch ordentlich mit dem Virus kämpfe. Zuhause gibt es schnelles Mittagessen von gestern (Pellkartoffeln, bunter Quark) und dann erstmal einen sehr langen, tiefen Mittagsschlaf, flankiert von zwei Kuschelkatzen.

Den Rest des Tages bleibe ich dann brav im Bett, gucke ein paar Sachen im Internet, telefoniere mit dem Liebsten, schreibe mit der Freundin in Frankreich und höre weiter im Hörbuch. Zwischendurch gibt es noch einen Schnittchenteller, aka Girl Dinner und ordentlich Schokolade, dann ist gegen 23 Uhr wieder Schlafenszeit…

27.04.2026 – Hmpf

Mal wieder eine sehr katzenreiche Nacht, dazwischen immer mal wieder Husten. Es ist doch jetzt schönster Frühling, wer will denn da erkältet sein? Ich entscheide mich gleich morgens für größtenteils Bett-Office und mache dann zwischen morgendlichem Reboot und Arbeitsbeginn, also während ich das Frühstück zubereite, nochmal einen Kombitest. Hatte ich Freitag schon, da war alles negativ. Heute der zweite dann leider nicht mehr. Kein COVID (Das fühlt sich auch anders an, da kenne ich mich ja inzwischen aus!), keine Grippe, dafür roter Strich beim RSV. Hmpf. Ich informiere die vielen Kontakte vom Wochenende, erfahre erfreut, dass das kleinste Geschwister vom Teilzeitkind geimpft ist und beruhige mich damit, dass RSV über Tröpfchen und nicht Aerosol übertragen wird, ich also hoffentlich weniger Leute angesteckt habe als mit COVID möglich wären.

Ich sage den Lesungsbesuch für heute Abed schweren Herzens ab, bekomme aber wenigstens die Tickets los und ein signiertes Buch organisiert.

Dann sage ich auf Arbeit Bescheid, dass ich diese Woche zuhause bleiben werde und mache mich an eben diese. Zum Glück heute nur ein Meeting und nicht zu viele zeitsensible Aufgaben, so kann ich es ruhig angehen lassen.

Frühstück mit Kaffee, Orange, Banane und viel Gesundwerd-Tee: Ingwer, Kurkuma, Minze, Melisse, Thymian, Salbei, Honig
Mittag: Papaya-Salat mit Tofu von gestern

Am frühen Nachmittag stehe ich auf und ziehe mich an, damit ich nach meinem Meeting noch den nötigen Elan habe, rauszugehen und ein paar Dinge zu besorgen. Dann ein guter Call, produktiv und menschlich hilfreich mit tief im Westen und dann gehe ich tatsächlich nach draußen. Der Plan ist Apotheke, Drogerie, Discounter. In der Apotheke hole ich eine Verschreibung ab und fülle Vorräte auf, unter anderem Nasenspray und Kombitests. Als ich den RSV-Strich erwähne, sagt die Apothekerin, dass ich damit zur Hausärztin sollte. Also rufe ich spontan in der Praxis an und habe noch eine halbe Stunde, bis die offene Sprechstunde endet.

Ich fahre mit zwei Straßenbahnen zur Hausärztin, sitze dann über eine Stunde da im Wartezimmer und habe in dieser Zeit ausreichend Gelegenheit, die Kombination von Maske und Brille doof zu finden – mit der Maske sitzt meine Brille so locker, dass sie ständig runterfällt, wenn ich nach unten gucke. Und das Naseputzen wird auch eins schwieriger, wenn man dafür erst die Brille, dann die Maske abnehmen muss und dann schnell wieder die Maske rauf, die Brille rauf…

Die Untersuchung ist dann unspektakulär, die Lunge ist frei, der Hals leicht rot. Behandlung wie jeder andere Virusinfekt, nur halt Leute treffen noch stärker vermeiden. Und eine Krankschreibung gibt es, plus tadelndem Blick, weil ich heute gearbeitet habe.

Auf dem Heimweg dann Drogerie und Discounter, am Ende bin ich ganz schön schwer bepackt, muss aber auch noch die Gemüsekiste bei der Nachbarin abholen, die dort gelandet ist, weil ich ja viel länger unterwegs war als geplant.

Es ist schon Abendbrotzeit, also bastle ich mir ein Kindheitsgericht, das bestimmt auch total schnell gesund macht und verräume währenddessen Einkäufe und Besorgungen, so dass ich direkt mit dem Essen wieder ins Bett plumpsen kann, der Ausflug war doch sehr anstrengend.

Pellkartoffeln mit Leinöl und buntem Quark (in dem Fall mit Apfel, Gurke, Tomate, saurer Gurke, gekochtem Ei, Schnittlauch, Petersilie, Liebstöckel, Melisse, Oregano, Basilikum und Kresse)

Nach dem Essen werfe ich nochmal den Arbeitslaptop an, melde mich offiziell krank, finde heraus, wie Abwesenheitsnotizen in Outlook funktionieren, sage Meetings ab, koordiniere Arbeitsaufgaben und schaffe mir so viel Freiraum wie möglich, um die nächsten drei Tage in Ruhe krank sein zu können.

Dann telefoniere ich nochmal mit dem Liebsten und verbringe den Abend dann mit weiteren Folgen Virgin River. Zum Einschlafen gibt es dann wieder Hörbuch, nämlich Florian Illies – Wenn die Sonne untergeht – passt ja gut zur Weltlage und außerdem lese ich ja irgendwie alles, was sich mit den Manns beschäftigt, wenn auch nicht alles, was sie selbst geschrieben haben. Bin da mehr Lore-Fan als Content-Fan…

26.04.2026 – Ab nach Hause

Verhältnismäßig lange ausgeschlafen, bis nach 8 (Erzähle das niemandem meinem Teen-/Twen-Ich, die lachen mich aus!). Zum Frühstück treffen wir uns viertel 10 am Buffet.

Danach heißt es Sachen packen, Schlüssel abgeben und der Liebstenschwager fährt uns wieder in zwei Schichten zur Liebstenmama. Dort ist die Bude schon ziemlich voll, mit zwei Liebstencousinen, davon eine mit Mann und Kind. Es wird nochmal viel erzählt, dann lichten sich die Reihen, der Liebste löst noch ein Computerproblem, wir packen noch den Geburtstagszug und Reste vom Geburtstagskuchen ein, dann nehmen wir drei den Bus zum Bahnhof und der Rest der Sippe fährt noch in den Zoo.

Meine Erkältung macht auf dem Weg zum Bahnhof nochmal einen Sprung nach vorne. Ich hole mir eine frischen Ingwer-Zitrone-Tee und setze mich auf den Bahnsteig, während der Liebste und das Teilzeitkind noch eine Runde drehen. Dann endlich Zug, Sitzen, Kopfhörer auf. Ich blogge zu Ende, mache Französisch, Italienisch und Rätsel, rühre mir in den Rest lauwarmen Tee eine Aspirin Complex und verschlafe dann den Großteil der Zugfahrt komatös. Kurz vor Berlin serviert mir der Liebste zum Aufwachen ein Stück Kuchen und dann geht es schon etwas besser.

Bis Westhafen ist der Zug pünktlich, dann stehen wir eine Viertelstunde auf freier Strecke, weil im Bahnhof noch kein Platz ist. Die Mitreisenden werden unruhig, ich höre Hörbuch. Dann endlich Aussteigen. Der Liebste und das Teilzeitkind verabschieden sich nach Südberlin, ich fahre mit S-Bahn und Straßenbahn nach Hause.

Dort dann erstmal Essen bestellen, Koffer auspacken, Waschmaschine anstellen, Katzen versorgen, Bett neu beziehen. Noch bevor ich meinen Schlafanzug anhabe klingelt es.

Das Rindfleisch mit Mango und Reis ist warm und wird mein Abendbrot, der Papayasalat mit Tofu ist eh schon kalt, ich hebe ihn mir für morgen auf. Nebenbei höre ich mein Hörbuch zu Ende (Fiona Sironic – Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft) und habe da jetzt jede Menge Gedanken dazu für Partygespräche – wirklich interessantes Buch! Dann schaue ich noch ein bisschen die neue Staffel Virgin River, bis die Wäsche aufgehängt werden kann und lege mich direkt wieder hin und schlafe ein.

25.04.2026 – Party Time

Nacht im Hotel wieder mit Wachzeit zwischen 4 und 5 – da schleicht sich gerade wieder ein ungünstiger Rhythmus ein. Später, zu angemessener Zeit, morgendlicher Reboot. Irgendwann schreibt die Liebstenschwester, dass der Frühstückstisch reserviert sei und das Teilzeitkind und ich gehen zum Essen, während der Liebste sich hübsch macht für den Geburtstag seiner Mama. Wir treffen die Liebstenschwester samt Mann und Nifftenkind und lassen uns das Buffet schmecken. Dann machen auch wir uns schick und passen nebenbei auf das Nifftenkind auf, während der Mann der Liebstenschwester schon mal seine Frau und den Liebsten zur Partylocation kutschiert, bevor er uns drei abholt.

Vor Ort gibt es Tische einzudecken, Servietten zu drapieren, Gläser zu platzieren, Sektflaschen zu entkorken, das Geburtstagskind (die Liebstenmama) zu herzen und beschenken, Gäste zu begrüßen und mit Getränken zu versorgen und zwischendurch meinen Papa anzurufen, der ebenfalls Geburtstag hat, aber zehn Jahre jünger ist und deswegen in der Feierreihenfolge nach hinten verschoben wurde.

Gegen 12 dann folgen ausschweifende Reden – vom Geburtstagskind selbst sowie von seinem großen Bruder – dann singen das Teilzeitkind und das Nifftenkind noch ein Lied und dann wird endlich das Buffet eröffnet.

Der Nachtisch ist so schnell verputzt, dass ich gar nicht mehr zum Fotografieren komme. Bis zum Kuchen entsteht dann eine längere Pause, in der das Nifftenkind sich zu langweilen beginnt, zumal auch das Nifftenkind zweiten Grades mit seinem Papa Mittagsschlaf machen gegangen ist. Also schnappe ich mir das Nifftenkind und das Teilzeitkind für eine Runde Frischluft und Bewegung und wir machen bei schönstem Frühlingssonnenschein einen Spaziergang zum Liebstenpapa und gucken, ob die Quietscheentchen auf seinem Grab noch da sind. Sind sie. Wir arrangieren nochmal neu, winken dem Opa zu und laufen im die Ecke und das winken auch dem Opa vom Nifftenkind 2. Grades zu, dann geht es zurück zur Party. Dort wurde gerade rechtzeitig der Kuchen aufgetragen, so dass wir jetzt alle wieder gut beschäftigt sind.

Bald darauf ist der offizielle Teil des Tages vorbei, der Großteil der Gäste verabschiedet sich und wir versetzen den Raum wieder zurück in den Normalzustand. Danach fahren fünf zurück ins Hotel und gehen Schwimmen und ich lege mich im Gästezimmer der Liebstenmama zum Mittagsschlaf hin. Klappt so mittel, weil ich ganz schön viel husten muss und nicht richtig zur Ruhe kommen. Nach knapp zwei Stunden stehe ich wieder auf und setze mich mit einem Salbeitee zur Liebstenmama, ihrer Schwester und ihrer Nichte raus auf den Balkon in die Sonne.

Kurz darauf ist auch der Rest der Bande wieder da und es gibt Resteabendbrot aus zwei Suppen, Mini-Quiches und Salat. Hinterher fahren wir in zwei Fuhren zurück ins Hotel. Ich lege mich mit den beiden Kindern ins Bett und wir schauen erst Peppa Wutz und als das Niffenkind abgeholt wird dann noch eine Folge Gilmore Girls, während der Liebste mit seinem Schwager noch einen Absacker nimmt. Gegen 23 Uhr liegen dann alle in ihren Betten und ich schlafe unumwunden ein…

24.04.2026 – Family Time

Ein Homeoffice-Tag, bei dem erstmal alle spät aus dem Bett kommen (nach einer längeren Wachphase zwischen 4 und 5)…

Mein Halskratzen der letzten Tage scheint sich zu einer (halb) ausgewachsenen Erkältung zu entwickeln, deshalb gibt es vor dem Frühstück einen Mehrfachtest ohne positive Ergebnisse. Dann Frühstück am Schreibtisch zum einzigen Meeting des Tages.

Ansonsten vorwiegend Stillarbeit, was ich mit Musik kompensiere. Farin Urlaub hat eine neue Single, Ringo Starr ein neues Album, die alten Herren liefern weiterhin sehr zuversichtlich.

Mittags gibt es den Rest Kartoffeln und eine frische Guacamole, außerdem viel Packerei, denn nachher geht es gleich los.

Zum Feierabend fahre ich zum Hauptbahnhof, kaufe Proviant, Kaffee und die Bravo und dann treffen der Liebste, das Teilzeitkind und ich uns am Gleis und fahren in den tiefen Westen. Also, nachdem der Zug, der neun Minuten zu spät einfährt dann noch 20 Minuten steht, angeblich, weil er auf Schulklassen wartet. Dem Teilzeitkind und mir erscheint das eine okaye Begründung und wir ergeben uns dem Schicksal. Der Liebste ist trotzdem ungehalten. Am Ende kommen wir aber nur eine Viertelstunde später an und können noch entspannt umsteigen. Am Ziel sind wir dann wieder etwas zu spät, werden vom Liebstenschwager abgeholt. Auf der Fahrt zum Hotel darf das Teilzeitkind vorn sitzen und unterhält das ganze Auto mit Geschichten aus der Schule.

Im Hotel angekommen hat die Küche schon geschlossen, also bestellen sich die anderen noch Gyros und Pizza und ich esse das letzte Sandwich aus dem Proviant. Dann geht es für alle unter 45 ins Bett und die beiden Herren nehmen noch das obligatorische Bier an der Hotelkneipe ein. Morgen wird ein großer Tag.

23.04.2026 – Koreanisch, Sudanesisch, Kanadisch

Zu kurz aber gut und durch geschlafen, heute mal mit kooperativen Katzen. Weil um 8 das Wasser abgestellt wird, ist der morgendliche Ablauf etwas anders. Nach Internet leer lesen und Bloggen stehe ich direkt auf – die Mitbewohnerin ist schon los – und gehe ins Bad. Dann gibt es Wasser für die Pflanzen, die Katzen, einen großen Eimer voll fürs Bad und einen großen Topf voll für die Küche – man weiß ja nie. Geplant sind nur fünf Stunden, aber… Nochmal aufs Klo, solange ich noch eine funktionierende Spülung habe, dann Frühstück machen und einpacken, Ingwer-Kurkuma-Thymian-Tee kochen und in den To-Go-Becher tun, Liebstentelefonat, die neue Decke von der Wäscheleine nehmen und für den Größenvergleich mit gestern samt Noosa drapieren…

Gestern
Heute

Noch eine schnelle Banane, dann geht es los ins Büro. Auf dem Weg fällt mir auf, dass die Magnolienblüten nicht nur alle ab sind, es sind auch 99,9 % Prozent der Blütenblätter bereits weg. Der Regen und die BSR, nehme ich. Dafür blühen die nächsten Bäume.

Ich nutze die Bahnfahrt für den Rest vom morgendlichen Reboot. Im Büro angekommen erledige ich schnell die erste Aufgabe des Tages, dann hole ich mir eine Mate und frühstücke Kuchen und Blaubeeren.

Mein für den Vormittag angesetztes Meeting fällt spontan aus, ich habe genug Zeit für Organisatorisches und räume ein bisschen digital auf, sortiere, dokumentierte und priorisiere. So vergeht die Zeit bis zur Mittagspause. Für die probiere ich ein koreanisches Lokal um die Ecke aus und esse für einen okayen Preis (für heutige Verhältnisse) ein sehr gutes Bibimbap mit Lachs und Banchan.

Der sizilianische Eisladen lockt, aber ich bleibe standhaft und bastle mir den Nachtisch im Büro – es ist noch selbst gemachtes Vanille- und Schokoeis vom Kollegen da, außerdem Obstreste vom Dienstagsfrühstück. Dazu mehr Tee.

Von den zwei Meetings am Nachmittag fällt wieder eines aus, das andere, mit Nordhessen, ist sehr angenehm und bringt mich weiter. Dann noch Arbeit an verschiedensten Aufgaben bis zum Feierabend. Ich laufe zurück nach Friedrichshain, nehme die S-Bahn nach Mitte und die U-Bahn nach Pankow und treffe dort die Ellis zu einem frühen Abendessen beim Sudanesen.

Foul-Teller mit Salat, Süßkartoffeln, Kartoffeln, Hummus, Erdnusssauce, Mangosauce, scharfer Sauce und verschiedenen Pasten

Nach dem Essen spazieren wir weiter zu einer Kleinkunstbühne, wo heute Abend kanadische Musik gegeben wird. Es spielen auf: Michael Friedman und Paul Pigat aus Vancouver. Wir halten ein kurzes Schwätzchen mit dem ein Heimspiel spielenden Mike (kanadischer Ossi mit breitem Ostberliner Dialekt), dann suchen wir uns unsere Plätze und vertreiben uns die Wartezeit. Das Konzert beginnt pünktlich mit einem deutschen Stück, danach wird auf Englisch gesungen und auf Englisch/Berlinerisch parliert. Zwei Gitarren, eine zwischenzeitlich nur mit fünf Seiten, zwei Stimmen, ein wilder Ritt durch Blues, Jazz, Folk und Singer/Songwriter. Dazu gibt es Ansagen, die sich unfreiwillig mit dem Kinderschänder im Weißen Haus beschäftigen, mit „Elbows Up“, aber auch mit Hoffnung, mit Vancouver, mit Ost-Berlin und der Liebe. Zum Schluss muss ganz leise gesungen, gespielt und geklatscht werden, weil es schon nach 22 Uhr ist.

Gegen halb 11 ist das Konzert dann endgültig vorbei, wir verabschieden uns noch und laufen dann zurück zur U-Bahn. Im Pberg steige ich aus und mache mich auf den Weg nach Hause. Bis ich im Bett liege ist es halb 12. Noch ein kurzes Liebstentelefonat und dann ist dieser multikulturelle Tag vorbei.

Michael Friedman – Vulture Culture
Paul Pigat – Spanish Banks

22.04.2026 – All the things

Diese Nacht ist so zerstückelt, dass man sie kaum als ernstzunehmend bezeichnen kann. Etwa jede Stunde wache ich auf, normalerweise weil Noosa irgendwie auffällig ist. Echt faszinierend, wie die Katzen in den letzten anderthalb Jahren ihre Charaktere gefühlt ausgetauscht haben. Anhänglich sind sie beide, aber die Frechheit hat auf jeden Fall die Seiten gewechselt. Naja, sie werden jetzt auch 13, wären sie Menschen würde das zur Pubertät passen (Vergleiche mit anderen fast 13-jährigen in meinem Umfeld sind rein zufällig).

Zum Glück ist Homeoffice-Tag und ich kann den Morgen langsam angehen lassen. Irgendwann sitze ich mit Frühstück auf dem Balkon und lege mit der Arbeit los.

Golden Milk mit doppeltem Espresso, Sanddornsaft, Müsli mit Blaubeeren

Die Sonne ballert ordentlich, kurz vor 12 gehen Diensthandy und Dienstlaptop hitzebedingt aus und ich wechsle nach Drinnen, denn um 12 habe ich einen Call mit tief im Westen. Der wird dann sehr schön, mit Katzenflausch auf beiden Seiten. Ich habe dann genau noch Zeit, mir Mittag zu machen, bevor es 13 Uhr ins Webinar geht.

Sandwich, Salat, Wasser mit Holundersirup, Zitrone und Minze

Nach dem Webinar dann die richtige Mittagspause. Ich spaziere bei schönstem Sonnenschein durch den Kiez, mache eine Besorgung und hole mir auf dem Rückweg ein Eis.

Blutorange und Mango-Maracuja

Wieder am Schreibtisch geht es dann für heute in den Endspurt, unter anderem mit einem Call mit Buenos Aires und einem Call mit Edinburgh und Mexiko City. Und dann ist irgendwann Feierabend. Ich packe ein Paket aus, das zwischen den Calls angekommen ist. Die vakuumierte Decke kommt erstmal direkt in die Waschmaschine und wird dann bald eingeweiht, hoffentlich hält sie der geballten Katzenpower Stand!

Dann mache ich mir Abendbrot und verarbeite den Topinambur von der Hasenmama mit einem leicht abgewandelten Rezept, das ich ebenfalls, vor Jahren, von ihr bekam. Dazu gibt es Pellkartoffeln und ein bisschen Letterkenny.

Der ganz ursprüngliche Plan war, heute noch im Projekt zu arbeiten, aber ich bin nach der Nacht zu müde. Der eins weniger ursprüngliche Plan war, nur kurz fernzusehen, dann Duschen und früh ins Bett zu gehen. Stattdessen gucke ich etwas länger fern als geplant und kann mich danach ewig nicht aufraffen, wieder vom Sofa aufzustehen. Dann immer Katzenklo saubermachen. Ich verliere aber den Schwung, als der Liebste anruft und wir erstmal eine Stunde telefonieren (was sehr gut ist und Spaß macht). Danach liege ich dann aber wieder rum und warte auf den Elan für die Dusche. Und so ist es am Ende dann doch schon halb 12, als ich endlich das Licht ausmache… Hmpf.

21.04.2026 – Trubeltag

Der Morgen beginnt um 5:45 mit Noosas Versuch, mir ein Nasenpiercing von innen nach außen zu verpassen. Wenig überraschend bin ich sofort hellwach und kann sie mit einem „Sag mal, spinnst Du jetzt komplett“ aus meiner Nase entfernen. Kuscheln will sie kurz danach trotzdem. Bevor ich nochmal wegdöse, kotzt zum Glück Nimbin lautstark, so dass ich dann eben einfach wachbleibe und reboote.

So schaffe ich das komplette Programm, inklusive Liebstentelefonat, bevor ich aufstehen muss, packe dann jede Menge Kram zusammen, mache mir einen Zimtblätter-Zitronen-Tee für unterwegs und bin pünktlich unterwegs. Heute muss ich auf dem Weg zur Arbeit noch fürs Bürofrühstück einkaufen – meine Abteilung ist diese Woche dran und weil ich ich bin und auf gutes Essen Wert lege, beteilige ich mich an den Vorbereitungen.

Dann geht es noch voller bepackt (Rucksack, Sporttasche, Einkaufsbeutel, Tee) und mit Podcast auf den Ohren mit zwei S-Bahnen nach Friedrichshain und bei schönstem Sonnenschein über die Brücke nach Kreuzberg. Da ich alle Hände voll habe ohne Foto.

Im Büro angekommen baue ich den Laptop auf, erledige eine dringende Aufgabe und mache mir dann Kaffee in der wohl besten Tasse.

Die Latte Art hat noch Potenzial

Dann geht es gemeinsam mit anderen Kolleginnen ans Schnippeln und Vorbereiten, der Kollege mit dem Gebäck kommt auch dazu und um Punkt 9 steht dann ein Frühstück, das sich sehen lassen kann, sehr gelobt wird und hoffentlich Standards setzt. Wir haben heute ein bisschen mehr gemacht, weil die Bude voll ist – mit Besuch von außerhalb, vielen, die sonst im Homeoffice arbeiten etc.

Nach dem Frühstück geht es zurück an den Platz, jetzt sind die morgendlichen E-Mails und Nachrichten dran und dann der einzige Videocall des Tages – heute mit München, Hamburg und dem Nebenraum. Danach mache ich mir den nächsten Kaffee, diesmal als Espresso Tonic, die Büroküche gibt das her, auch wenn ich den Espresso etwas zu hektisch eingieße und es optisch so nicht ganz optimal wird.

Bald darauf ist schon Mittagspause. Wir holen uns jetzt was vom Bäcker (ich nur einen Quarkbecher mit Obst und Streuseln) und suchen uns draußen ein sonniges Fleckchen zum Essen und Schwatzen. Danach noch ein wenig Stillarbeit, bevor es zum großen Live-Meeting geht, für das alle gekommen sind, sogar der Bürohund. Das ist sehr schön und vergleichsweise lang und danach gibt es noch viel zu erzählen und auszutauschen. Nebenbei esse ich noch das Müsli mit Blaubeeren, das ich mir extra eingepackt hatte, um vor dem Sport nochmal Energie zu tanken.

Zum Feierabend nämlich laufe ich wieder hinüber und durch Friedrichshain nach Lichtenberg. Kurz vor 19 Uhr bin ich im Wasser, schwimme noch ein paar Bahnen, mache ein paar Physioübungen und dann gibt es 50 Minuten betreutes Strampeln, sehr intensiv wieder. Es ist ganz erstaunlich, dass ich dabei nach kurzer Zeit sehr viel über Essen nachdenke, denn eigentlich habe ich den ganzen Tag gegessen. Muss daran liegen, dass ich mit einer Poolnudel hantiere und diese im Verlauf dann zu einer Poolbrezel verknoten muss?

Nach dem Strampeln kommen Dampfbad und Sauna, immerhin nicht mehr so voll um diese Zeit und auch in der Umkleide lichtet es sich langsam (als ich ankam war so gut wie jeder Spind belegt). Auf dem Weg zur S-Bahn ist noch ein in Rest Sonnenuntergang zu sehen, als ich in Prenzlauer Berg aussteige, ist es bereits dunkel.

Zuhause heißt es Badesachen aufhängen, Katzen füttern, Avocados auspacken (wie erhofft sind alle noch unreif, so dass ich hoffentlich viele Wochen was von den letzten der Saison haben werde), Suppe von gestern aufwärmen und dann ab vor die Glotze.

Ich schaue die vierte neue Folge Scrubs, die wieder sehr schön ist, und erfülle dann meine generationale Pflicht und schaue noch den Malcolm In The Middle Reboot. Auch ein gut gelungenes Stück Popkultur, man findet sehr schnell wieder rein, alles ist genauso witzig und/oder anstrengend wie damals und Bryan Cranston läuft zu Hochform auf (Ob es ohne diese Serie jemals ein Breaking Bad gegeben hätte? Mit allen Folgen für unsere heutige Serienkultur?)

Am Ende ist alles gut und Mitternacht ist es auch schon fast, also gehe ich schnell schlafen.