Jetzt ist Noosa fast drei Monate schon ein Einzelkatz. Sie ist deutlich fordernder und lauter als vorher und das mit vollem (Krallen-)Einsatz. Ich bin gespannt, ob sich das irgendwann relativiert. Heute Nacht zumindest verbringt sie mehrere ihrer Schlafphasen unter dem Bett, was mir auch längere Schlafphasen erlaubt. Aber: Es ist alles nur eine Phase, netto bekomme ich trotzdem noch zu wenig Schlaf und zu viele Kratzer.
Es ist etwas weniger heiß heute, zumindest draußen. Das Drinnen, besonders im Arbeitszimmer, ist immer noch ziemlich unangenehm. Ich frühstücke Skyr mit Brombeermarmelade, Granola und Aprikose, dazu gibt es Sencha mit Minze und Mangosaft und die morgendlichen E-Mails.

Das Spannendste am Arbeitsvormittag ist, dass es zwischendurch klingelt und mir Unterlagen für einen übermorgen beginnenden Kurs persönlich in den Briefkasten geworfen werden. Ich bin von Nacht und Hitze noch ganz verknorkelt und außerdem im Schlafanzug, daher sage ich nicht persönlich „Hallo“, sondern schreibe meinen Dank später per Nachricht. Als ich realisiere, dass es draußen kühler ist als drinnen, reiße ich das Fenster auf, werfe den Ventilator an und gönne mir zur schnelleren Abkühlung und Wachwerdung noch eine Mate auf Eis. Danach geht’s eigentlich.
Die Mittagspause nutze ich für Haushaltsdinge, ganz spannend, wie schnell so ein Putztag erledigt sein kann, wenn die zeitlichen Ressourcen knapp sind – habe allerdings auch nur ein verkürztes Programm gefahren. Dann Mittagessen. Ich werfe den restlichen veganen Bacon in den Speiseföhn und beschwere ihn gegen das Herumfliegen mit einer Tomate und dem Rest Gouda. Dazu gibt es Walnussbrot und Salat zum Einwickeln.

Keine besonderen Vorkommnisse am Nachmittag, erst nach Feierabend wird es wieder spannend: Ich fahre nach Mitte und treffe mich zum frühen Abendessen mit einer Freundin und einem gemeinsamen Freund und dessen Frau. Die Freundin sah ich zuletzt an meinem Geburtstag, den Freund vor wahrscheinlich knapp 10 Jahren (überlegen wir so und kommen nicht drauf), seine Frau noch nie. Die Beiden wohnen in Kalifornien und haben zwei deutsch-amerikanische Kinder, die heute bei Oma und Opa sind.
Das Spannendste daran ist, dass dieser Freund und ich uns kennen, weil er 1999 (vor, checks notes) 27 Jahren auf meine damalige Homepage gestoßen ist und einen Eintrag in meinem Gästebuch hinterlassen hat. Daraufhin schrieben wir uns E-Mails, telefonierten und irgendwann trafen wir uns zu einem Wochenende voller Computerspiele (hauptsächlich Captain Comic und Commander Keen, die waren damals schon sehr retro!). Das war aufregend, ich war 16 und wohnte noch bei meinen Eltern, er war zwei Jahre älter und kam mit dem Zug aus Thüringen angereist. Für mich damals die erste Person aus diesem Internet, die ich im real life traf.
Danach blieben wir lose über Postkarten in Kontakt, bis wir 2005 durch Zufall drei Monate nicht weit voneinander in Kanada wohnten und uns in der Zeit mehrmals trafen. Damals lernte ich auch die gemeinsame Freundin kennen.
Bald darauf ging ich zurück nach Deutschland, er zog in die USA, die gemeinsame Freundin ein paar Jahre später ebenfalls nach Deutschland und seitdem sehen wir uns alle Jubeljahre mal für ein Essen, wenn er in Berlin ist. Ist aber jedes Mal wieder sehr angenehm und witzig und vielleicht besuche ich ihn ja mal in Kalifornien, wenn der Spuk dort drüben vorbei ist?
Nach dem Essen (soviel geredet, kein Foto von der Pfifferlingspasta gemacht) müssen die Beiden zum Bahnhof, die gemeinsame Freundin und ich fahren noch ein Stück Weges gemeinsam und ich dann allein weiter zum Liebsten.
Dort gibt es die erste (Doppel-)Folge der neuen Staffel Ted Lasso, leckere Orangen-Maracuja-Limo und dann ein frühes Zubettgehen – die katzenlose Nacht muss ja in vollen Zügen ausgenutzt werden!



























































