05.03.2026 – Homeoffice und Portugiesisch #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Der Wecker klingelt 6:30, ich bin aber schon seit kurz vor 6 wach. Ich bleibe wie immer noch im Bett und tue die verschiedenen morgendlichen Dinge – Internet leer lesen, Bloggen, Französisch lernen, Italienisch lernen, die täglichen Rätsel (Bandle irgendwie schon länger nicht mehr, dafür neu im Programm das Midi Crossword und Clues by Sam), mit dem Liebsten telefonieren (heute sogar zweimal). Kurz nach 7 bricht die Mitbewohnerin zur Arbeit auf. Halb 8 stehe ich dann auf, mache mich tagfein, füttere die Katzen und mache mir Frühstück. Um 9 sitze ich damit am Schreibtisch.

Frisch gepresster Tarocco-Orangensaft mit Kokoswasser, Müsli mit Hafermilch, vietnamesischer Kaffee mit Kaffeesahne

Ich lese E-Mails und Benachrichtigungen (Immer noch total ungewohnt, dass während ich nicht arbeite kein riesiger Berg an Zeug anwächst, um den ich mich direkt kümmern muss, sondern ich größtenteils einfach da weitermachen kann, wo ich gestern Nachmittag aufgehört habe. Der Job hat wirklich viele Vorteile. Witzig, dass ich beim letzten #WMDEDGT noch gar nicht wusste, dass ich ihn bekommen würde – die Zeit rennt grad sehr.)

In der Mittagspause spaziere ich mit arbeitsbezogenem Podcast durch die heute kalte Frühlingssonne und kaufe Dinge im Drogeriemarkt und im Haustierbedarf ein, dann esse ich den Rest Reis mit Scheiß und Matjes.

Mit einer Mate geht es zurück an den Schreibtisch und in zwei aufeinanderfolgende Meetings mit relativ kurzer Pause dazwischen. Danach sind meine beiden eingereichten Urlaube genehmigt, den Frühlings- und Sommerplänen steht nichts entgegen, juhu! Ich arbeite weiter vor mich hin, werde nochmal in einen spontanen Call gezogen, um eine Entscheidung zu treffen und setze die danach auch direkt noch um. Und dann ist es auch schon wieder kurz vor 18 Uhr. Der Laptop verlangt ein System-Update, das lasse ich ihn machen, während ich schon mal die Wäsche aufhänge. Feierabend, Katzen füttern und direkt los in den Abend.

Ich fahre mit S- und U-Bahn nach Friedrichshain und treffe die beste Freundin in einem portugiesischen Restaurant. Es ist das nachgeholte Geburtstagsessen, das wir vor 5 Wochen wegen meiner Stürze auf dem Eis, vor 2 Wochen wegen meiner Erkältung und vor einer Woche wegen ihrer Erkältung verschieben mussten. Heute aber!

Es gibt insgesamt Essen, das ich so auch in einer spanischen Tapas-Bar erwarten würde, hier und da mit einem kleinen Twist und unter leicht anderem Namen, Petiscos nämlich. Wir trinken Wein (sie) bzw. Tinto de Verão (ich) und essen Oliven, Kartoffelspalten mit Aioli, kleine pikante Tintenfische, Manchego mit Olivenöl, Pflaumen im Speckmantel und Pimentos de Padrão – kommt mir alles spanisch vor, aber schmeckt sehr gut.

Zum Nachtisch noch ein Pastel de nata, das immerhin wirklich portugiesisch und mit extra Zimt oben drauf.

Wir unterhalten uns sehr gut, haben ja einige Wochen an Erlebnissen aufzuholen, inklusive meiner Schwärmerei über den neuen Job. Witzigerweise sitzt am Nebentisch eine gute Freundin der besten Freundin, die ich auch kenne, mit zwei weiteren Freundinnen – Berlin ist ein Dorf!

Kurz vor halb 11 verabschiede ich mich von den Friedrichshainerinnen, die noch zusammenrücken, und fahre mit Straßenbahn und S-Bahn zurück in den Pberg.

Die Lichter der Stadt

Um 23:14 schreibe ich dem Liebsten einen Gute-Nacht-Gruß, da liege ich schon im Bett und im Podcast, den ich gerade höre, sind noch 10 Minuten übrig. Das Ende kriege ich schon nicht mehr mit.

04.03.2026 – Büromittwoch

Heute außerplanmäßig wieder Büro, weil es etwas physisches vor Ort zu tun gibt, dafür dann morgen Homeoffice – zwei Tage Büro sind auch völlig ausreichend, finden alle im Team.

Noosa schnarcht mich eine halbe Stunde vor dem Weckerklingeln wach, so dass ich den Großteil des morgendlichen Reboots schaffe, bevor ich mit Matcha Latte und Müsli das Haus verlasse. Die neue Folge von Kaulitz Hills reicht dabei genau von Aufstehen bis Ankunft im Büro (bei Nutzung der „zwei S-Bahnen und viel Laufen“-Variante).

Im Büro dann Mandelmilch ins Müsli und Frühstück beim morgendlichen Überblick verschaffen und ersten Gesprächen mit den anwesenden Kolleginnen, heute geht es um Lesegewohnheiten, Bücherstapel (der „SUB“ – Stapel ungelesener Bücher) und wie man Leseroutinen in den Alltag integrieren kann.

Dann arbeite ich Dinge ab bis zum ersten Meeting – zwei vor Ort, zwei remote. Bald darauf geht es mit einer Kollegin Mittagessen holen (wir haben uns zu veganen Köttbullar verabredet) und dann in die gemeinsame Mittagspause mit Spreeblick zu viert.

Hinterher lasse ich mich gegen das Suppenkoma in die Bedienung der Siebträgerkaffeemaschine einweihen und genieße dann sehr guten Espresso mit aufgeschäumter Hafermilch. Nächstes Mal nehme ich glaube ich doppelten Espresso und etwas weniger Milch und feile noch an meiner Latte Art. Fürs erste Mal bin ich aber sehr stolz.

Ich habe jetzt also ein Büro mit knarzenden Dielen, fancy Kaffeemaschine und MacBooks – nach 18 Jahren im Berlin endlich zum Hipster geworden.

Weiter Dinge abarbeiten, dann ein Präsenzmeeting, dann die physische Aufgabe – wir kleben zu viert Dinge auf Dinge und verpacken sie und erzählen uns dabei Geschichten von früheren solchen Einsätzen in früheren Jobs und Situationen. Es ist sehr lustig.

Nach einer Stunde muss ich den Rest den anderen überlassen, denn ich habe das erste offizielle Meeting mit meinem Chef (der war letzte Woche im Urlaub). Danach schwirrt mir der Kopf von jeder Menge Input, Information und Inspirationen und ich habe einige neue Dinge auf meiner To-Read-Liste.

Gut, dass die Anderen auch bereit für den Feierabend sind. Wir verlassen zu viert das Büro und mit einer der Kolleginnen habe ich bis auf die letzten zehn Minuten den gleichen Heimweg. Wir nehmen die Fuß-Straßenbahn-Fuß-Variante und unterhalten uns über Lebensläufe, Urlaubspläne und Musikgeschmäcker. Als wir uns verabschieden, hüpfe ich noch schnell in den Supermarkt und kaufe die Dinge von meinem Einkaufszettel, die Sonnabendnachmittag schon ausverkauft waren.

An der Haustür treffe ich dann die Mitbewohnerin, die ebenfalls von der Arbeit zurückkommt. Wir machen uns gleichzeitig Abendbrot und quatschen ein bisschen. Dann ruft der Liebste an und ich verziehe mich mit Telefonat und Essen ins Wohnzimmer. Zu Scheiß mit Reis von gestern gibt es MSC-zertifizierten Matjes mit „Hausfrauensauce“ und jetzt schmeckt das auch bisschen interessanter als gestern.

Nach dem Telefonat schaue ich die zweite Hälfte von dem Webinar nach, das ich gestern angefangen hatte und dann muss ich einfach ein bisschen vor mich hinstarren. Badewanne und Buch klingt verlockend (die Leseroutinen!), aber gerade will ich einfach nur hier sitzen.

Das tue ich also ausgiebig (und gucke nebenbei ein bisschen TikTok und Nachrichten vom Tage) und dann ist es auch schon wieder nach 22 Uhr und ich gehe einfach ins Bett.

03.03.2026 – Bürodienstag

Wenige Minuten vorm Weckerklingeln ist diesmal der Liebste wach, steht auf und macht Kaffee. Trotz kurzer Nacht ist das Teilzeitkind ganz im Plan und erledigt seine morgendliche Routine inklusive Frühstücken und Lunchbox packen völlig eigenständig, während wir noch halb benommen unseren Kaffee schlürfen und die Weltlage durch unsere Telefone wahrnehmen. Als das Kindelein dann halb 8 das Haus verlässt und zur Schule aufbricht, bin ich eben mit Bloggen fertig und kann also als nächste ins Bad. Fügt sich alles. Dann noch ein schnelles Frühstück, bevor auch ich mich in die Welt aufmache und der Liebste seinen Rechner hochfährt.

Mit insgesamt drei U-Bahnen fahre ich nach Kreuzberg (den weniger reichen Teil) ins Büro. Fühlt sich immer noch ganz neu und aufregend an. Heute ist eine weitere neue Kollegin das erste Mal da und ich kann gleich mal meine Alte-Häsinnen-Rolle üben und Fragen beantworten. Recht ambitioniert für Tag 7, aber klappt schon einigermaßen. Da heute der allgemeine Bürotag ist, gibt es um 10 dann gemeinsame Frühstücksrunde, heute sogar mit selbst gebackenem Kuchen von einer der Co-CEOs.

Direkt im Anschluss dann erst ein Präsenz-Meeting und dann mein erstes selbst geleitetes Remote-Meeting. Aufregend! Danach gehe ich mit drei Kolleginnen etwas zum Mittagessen holen und es gibt wieder Mittag mit Spreeblick, zum Kısır hole ich mir noch Gurken und Kuchen vom Frühstücksbuffet. Überhaupt esse ich ziemlich viel (zwischendurch) an diesem Bürotag und erinnere mich wieder, dass das ein gängiges Konzept ist.

Am Nachmittag dann zwei weitere Präsenz-Meetings (nicht ganz, beim Zweiten wählt sich ein Kollege wegen verletztem Fuß (I can relate!) von Zuhause aus ein und wir anderen fünf sitzen mit unseren Laptops um einen Tisch, sieht in Teams sehr witzig aus, vor allem, weil Teams und nicht in einer fortlaufenden Reihenfolge anzeigt, so dass es für den Kollegen, der den Raum ja kennt, sehr verwirrend sein muss.

Ein weiteres Meeting fällt dann aus, so dass ich tatsächlich auch noch ein bisschen zum Dinge abarbeiten komme. Außerdem veröffentliche ich heute Nachmittag die ersten Dinge im Namen der Firma selbst, noch so ein Meilenstein!

Der Feierabend kommt dann rechtzeitig für schöne Abendhimmelfotos auf dem Weg zur S-Bahn.

Mit zwei S-Bahnen geht es nach Hause in den Pberg, Katzen kuscheln und Abendbrot kochen. Ich muss mich langsam mal um die Karotten kümmern und Sahne muss auch weg. Es wird dann eine Variante von „Scheiß mit Reis“, zu der auch noch Kohlrabi und Blumenkohl aus der Gemüsekiste und TK-Erbsen kommen. Gewürzt mit Gemüsebrühe, Selleriesalz, Petersilie, Schnittlauch, Pfeffer und einem Spritzer Zitrone. Schmeckt bisschen nach Kantinenessen und danach, weswegen der pakistanische Ex-Mitbewohner sagt, die Deutschen würden ihr Essen nicht würzen. Aber das darf auch mal so sein und immerhin schmeckt das Gemüse nach Gemüse und der Reis nach Reis.

Den Abend verbringe ich dann erst mit Reiseplanungen mit dem Liebsten und dann mit dem Nachschauen des ersten Teils eines Webinars, das ich letzte Woche wegen Lohnarbeit verpasst habe. Muss dann aber pausieren und ins Bett gehen, denn morgen ist ja wieder Lohnarbeit. Sowas.

02.03.2026 – Montagskultur

Montag. Weckerklingeln. Seit neuestem eine Stunde früher als vorher, damit ich genügend Zeit für einen gemütlichen morgendlichen Reboot habe. Geht erstaunlich gut, zum Glück wird es ja auch schon viel früher hell jetzt. Nach dem Reboot also mit Frühstück an den Schreibtisch.

Sehr gute Tarocco-Blutorange, Mangomüsli auf Joghurt, Ostfriesentee mit Erbsenmilch

Ich arbeite los, löse schnell ein paar technische Probleme, die meinem Freitagnachmittagkopf unüberwindlich geschienen hatten und habe dann auch schon das erste Meeting.

Danach arbeite ich fleißig meine ersten eigenen Aufgaben von letzter Woche zu Ende ab und starte dann mit meinen ersten beiden Projekten, für die ich die Verantwortung trage. Das aber draußen auf dem Balkon, die Sonne ballert schon wieder. Heute creme ich mich aber vorher ein, ich habe in den letzten Februartagen tatsächlich den ersten Sonnenbrand des Jahres gewonnen.

Als die Sonne ums Eck ist, mache ich Mittagspause. Es gibt Restepasta von gestern, dann Katzenklo durchsieben, Biomüll wegbringen und Übernachtungsrucksack für später packen. Die Pause reicht genau aus, dann ist wieder Meeting. Nach diesem Musik an und weiter arbeiten, bis es plötzlich Feierabend ist und ich auch los muss.

Mit S- und U-Bahn geht es nach Kreuzberg (das andere Kreuzberg, das reichere, wie der Liebste sagt). Ich treffe den Liebsten und das Teilzeitkind und dann lösen wir ein weiteres Weihnachtsgeschenk ein, dass das Kindelein von uns bekommen hat.

Wir sind bei der Aufzeichnung der ersten Folge von Funfacts.de, die man sich bereits anschauen kann. Die Freitagsfolge mit Luisa Neubauer wird ebenfalls aufgezeichnet. Luisa stellt sich dem Publikum mit: „Hallo, ich bin Luisa und für die Freitage zuständig.“ vor und erntet einen von ihr ungeplanten Szenenapplaus vorm Publikum. Witzig. Vor, zwischen und nach den Aufzeichnungen liest Marc-Uwe aus dem neuen Känguru-Buch, das nächste Woche erscheint und schon wieder so witzig ist, wie die Vorgänger. Wir lachen Tränen, fast die ganze Zeit. Auch, als der Liebste bei der Aufzeichnung einen Zwischenruf tätigt, bei dem Marc-Uwe dann auch kichern muss. Leider hat er sich kurz danach verhaspelt und musste die Passage neu drehen, so dass des Liebsten Fame-Moment am Ende nicht in der fertigen Folge gelandet ist.

Nach der Vorstellung ist es schon sehr spät, wir fahren alle zusammen schnell nach Südberlin und gehen in der üblichen Reihenfolge nacheinander ins Bett. Morgen wieder Büro!

01.03.2026 – Märzsonntag

Meteorologisch ist dann jetzt also Frühling, auch wenn es heute nicht mehr so sonnig warm ist wie die letzten beiden Tage. Ist ja aber auch nur ein willkürliches Datum für die Statistik, habe ich neulich im Radio gelernt. Sonntag ist auch und das gefällt mir als neuerdings wieder lohnarbeitender Person einerseits sehr gut und andererseits schwingt auch wieder ein bisschen Wehmut mit, dass das Wochenende so schnell vorbeigeht. Da kann der Job noch so schön sein, die gesamtgesellschaftliche Prägung wiegt schwer.

Erstmal aber ganz in Ruhe morgendlicher Reboot im Bett, da die Sonne noch nicht auf den Balkon lockt. Bis das Frühstück fertig ist, hat sie es aber auch geschafft und dann sitze ich eben wieder draußen.

Caffè latte mit aufgeschäumter Erbsenmilch, Brot mit letzter Crowdfarming-Avocado, Brot mit Badejunge, letzte Crowdfarming-Apfelsine, Banane

Dann hole ich mir den Laptop nach draußen und mache zum neuen Monat meinen neuen Job LinkedIn-offiziell, komplett auch mit Profil- und Titelbildwechsel. Die nächsten Stunden trudeln immer wieder Glückwünsche ein, fühlt sich ein bisschen an wie Geburtstag haben.

Als die Sonne um die Hausecke ist, wechsele ich nach drinnen und stecke noch anderthalb Stunden ins Projekt, bevor ich mich mit Geschenk bewaffnet auf den Weg nach Friedrichshain mache, wo die eine Berliner Cousine zum Geburtstagskaffee geladen hat. Es ist ihre komplette große Kernfamilie anwesend, also meine Tante, mein Onkel und ihre beiden Schwestern samt großen und kleinen Anhängen, was ein ganz schönes (und wirklich schönes) Gewusel bedeutet.

Beerenblondie und Schokokuchen

Es gibt viel zu erzählen über Alltagsdinge, Arbeitsdinge, Urlaubspläne und ganz viel auch über Hörbücher und Hörspiele.

Kurz vor 18 Uhr verabschiede ich mich wieder nach Hause. Dort mache ich mir eine schnelle Pasta mit Crowdfarming-Zucchini, dazu gibt es Granatapfeltee, den die Mitbewohnerin aus der Türkei mitgebracht hat.

Den Rest des Abends verbringe ich mit meinem Puzzle und komme dadurch mal fast zwei ganze Wochen in den Jahrestagen weiter, bevor es in die Wanne und ins Bett geht.

(Nachtrag zum Weltgeschehen: Es ist gut, wenn autokratische Herrscher nicht mehr herrschen. Wenn das durch Tötung geschieht, habe ich dabei immer irgendwie kein Jubelgefühl in mir. Ich erinnere mich an ähnliche Gedanken bei Saddam Hussein und Osama bin Laden. Zum ganzen Drumherum habe ich auch Meinungen, aber die sind volatil, wie alles in diesen Zeiten.)

28.02.2026 – Frühlingsbefehl

Nach brutto 8 Stunden Bettzeit wache ich auf und will eigentlich erstmal ganz gemütlich dem morgendlichen Reboot im Bett fröhnen aber dann lockt mich die Sonne doch ziemlich schnell auf den Balkon. Also mit eigentlich noch schlafenden Magen „schnell“ Frühstück gemacht und in die Sonne gesetzt (Nein, mein Balkon ist noch weder sauber noch bepflanzt, es ist Februar! Aber sitzen kann ich da trotzdem sehr gut.)

Das Frühstück hat mehrere Experimente in sich: Der Rest Sanddornsaft wurde mit Kokoswasser gemischt, was erstaunlich gut geht. Das Ei wurde in der Mikrowelle pochiert, was auch erstaunlich gut geht, aber da muss ich noch bisschen experimentieren, bis es auf den Punkt ist. Ansonsten Avocadobrot, Brot mit Ziegenkäse und Zitronenmarmelade, Brot mit Ahornsirupaufstrich, Matcha Latte, Orange. Farblich auch eine sehr ausgewogene Komposition!

Jetzt also ausführlicher Reboot in der Sonne. Internetrunde, Bloggen, Französisch, Italienisch, Rätsel, Liebstentelefonat… Es ist danach noch ein bisschen Sonne übrig, also hole ich mir auch noch mein Buch raus. Dann ist gegen 13 Uhr Schluss mit Balkonsonne und ich gehe rein. Langes Urlaubsplanungstelefonat mit dem Liebsten, der Liebstenschwester, der Liebstenmama, dann meinen Eltern… Wir haben einen Schlachtplan und To Dos.

Dann gibt es einen Podcast auf die Ohren und eine Runde Haushalt, zwischendurch klingelt der Paketbote und bringt Crowdfarming-Gemüse. Ohne den angekündigten Fenchel leider.

Kohl, Blumenkohl, Kohlrabi, Süßkartoffeln, Zucchini, Tomaten, Kurkuma

Ich fotografiere und verräume, dann esse ich die Reste des Thai-Essens von gestern, bevor ich ins Draußen gehe. Dort ist die Sonne noch einwandfrei vorhanden und überall sitzen Menschen vor Cafés und Restaurants. Die ersten zwei Läden auf meiner Liste haben allerdings schon zu, es ist inzwischen schon später Nachmittag. Ich fahre zwei Stationen S-Bahn auf den wohl wichtigsten Einkaufsboulevard Ost-Berlins (zumindest zu DDR-Zeiten) und finde dort für beide Läden adäquaten Ersatz. Dann spaziere ich durch die Dämmerung (es wird viel zu früh dunkel für die Temperatur!) zurück in meinen eigenen Kiez und kaufe noch ein paar Lebensmittel ein.

Wieder zuhause gibt es Abendbrot für die Katzen und dann für mich. Nach üppigem Frühstück und Mittag nur eine Burrata mit Tomate, Oliven und Taralli, dazu einen Sarti mit Ginger Beer.

Zwischen Abendbrot und Tagesschau passt noch ein bisschen Buch. Dann Nachrichten und Brennpunkt, die Weltlage ist danach. Morgens war ich dazu aufgewacht, dass das amerikanische Kriegsministerium zu ChatGPT wechselt, weil der vorherige AI-Partner moralische Bedenken hatte, dass die Milliardäre demnächst CNN gleichschalten und dass außerdem der Krieg gegen den Iran begonnen hat. Ein unheimliches Tryptichon an Nachrichten, das sich über den Tag noch mit iranischen Gegenschlägen in der ganzen Region intensiviert hat.

Ich lasse mir dann aber vom linearen Fernsehen nicht vorschreiben, wie mein Abend weiter zu verlaufen hat und schaue nach dem Grusel nicht einfach ESC-Vorentscheid sondern trage meinen Eskapismus zu Netflix. Das neue Special von Taylor Tomlinson ist da und wieder sehr gut. Danach noch ein paar Folgen Younger und gegen Mitternacht liege ich dann wieder brav im Bett.

27.02.2026 – Hiermit erkläre ich die Balkonsaison für eröffnet

Mein letztes Balkonfrühstück 2025 hatte ich im November, das erste Balkonoffice 2026 im Februar. Das Klima ist eindeutig kaputt aber über das aktuelle Wetter freue ich mich trotzdem.

Vom Wecker geweckt worden, den Großteil des morgendlichen Reboots im Bett erledigt, dann Katzen versorgt und mit Frühstück pünktlich um 9 an den Schreibtisch.

Gegen 10:00 wird es dann draußen auf dem Balkon sonnig genug und ich verlege meinen Arbeitsplatz nach draußen, rechtzeitig für das erste Meeting des Tages um 11.

Noosa brütet Tulpenzwiebeln aus
Ich glaub, es geht schon wieder los

Bis kurz nach 13 Uhr bleibe ich auf dem Balkon, dann ist Schatten und zu kalt zum Sitzen. Ich nutze das direkt als Anstoß, in die Mittagspause zu gehen und mache mich im Kiez auf die Suche nach Eis (vorher gab’s schon den Rest Pasta von gestern). Der Hipsterladen in der Straße macht erst am 1. März auf, das italienische Eiscafé hat auch zu, aber der richtig hippe Hipsterladen (der mit den kilometerlangen Schlangen) hat auf und um die Uhrzeit sind auch nur so zehn Leute vor mir.

Die zwei Kugeln kosten mich 6,40 € aber was muss das muss. Der Eiskurs ist jedenfalls schon wieder gestiegen, ich glaube letztes Jahr war der Preis noch unter 3 € die Kugel… Sind aber auch riesig und halt gut.

Wieder zurück am Schreibtisch dann noch ein Meeting und dann mache ich mir laute Musik an und vertiefe mich bis zum Feierabend in meinen beiden ersten echten eigenen Aufgaben.

Dann Laptop zu, Zimmerwechsel, anderer Laptop auf. Heute aber keine Projektarbeit mehr, ich gönne mir einen freien Abend.

Thai-Frühlingsrollen, Mango-Curry mit gebackenem Hühnchen, gebackene Ananas

Erstmal Essen bestellen, dann einen kurzen Call mit einer Bekannten und dann schaue ich die zweite Hälfte der neuen Bridgerton-Staffel, was überraschend bis kurz vor 1 dauert. Aber ist ja Wochenende!

Rum mit Ginger Beer, Limettensaft und Orangenscheibe

26.02.2026 – Erst so dann so

Unauffällige Nacht mit Schlaf bis kurz vor Weckerklingeln, dann emsiger morgendlicher Reboot (nicht komplett, man hat ja keine Zeit mehr mit so einem Vollzeitjob), fertig machen für einen Büro-Tag inkl. Mittagsstullen schmieren und Frühstück vorbereiten und dann geht’s ins Draußen. Bei schönstem Sonnenschein und blauem Himmel telefoniere ich auf dem Weg zur Bahn mit dem Liebsten. Heute probiere ich eine dritte Route ins Büro aus – S-Bahn, S-Bahn und bei Zeit und gutem Wetter laufen, sonst noch U-Bahn.

Gleich beim Einsteigen treffe ich einen Freund, der ebenfalls auf dem Weg zur Arbeit ist. Was für ein schöner Zufall! Wir updaten uns, bis ich umsteigen muss. Nach der zweiten S-Bahn laufe ich über die Spree und freue mich des Lebns, des Wetters und des neuen Jobs.

Im Büro komme ich als eine der ersten an (Es ist tatsächlich grad noch vor 9), packe meinen Laptop aus, stelle mein Mittag in den Kühlschrank, gieße mir Milch ins Müsli, komme zurück an den Laptop, will mich einloggen und dann stimmt mein Passwort nicht. Der Laptop ist noch mit dem Passwort gesichert, dass mir am Montag auf einem Zettel zugesteckt wurde. Tagsüber logge ich mich mit Fingerabdruck ein und für alle anderen Anwendungfälle habe ich ein eigenes von mir erstelltes Passwort. Ich probiere noch zwei Kombinationen der Komponenten aus dem Passwort, die ich alle noch weiß, nur in der Reihenfolge hapert es. Dann ist der Laptop erstmal gesperrt. Ich frage herum, wer mir helfen kann, aber leider ist die einzige Person, die das könnte, heute nicht verfügbar.

Also packe ich meine Sachen wieder ein, tue das Müsli samt nun Mandelmilch zurück in die Transportbox und verabschiede mich ins Homeoffice, wo der Zettel liegt. Ich nehme den gleichen Weg zurück, genieße nochmal die Sonne, wenn auch etwas hektischer, und merke dann in der zweiten S-Bahn, dass sich die Mandelmilch über das Innere meines Rucksacks ergießt. Und das Äußere. Und meinen Mantel. Zum Glück habe ich viele Taschentücher dabei (Schnupfen sei Dank), um die größte Schadensbegrenzung einzuleiten.

Zuhause dann erstmal Notfallprogramm: Der Laptop ist zum Glück trocken geblieben, anderes muss zum Trocknen auf die Heizung, Textiles inkl. Rucksack und Mantel kommt direkt in die Waschmaschine. Ich fülle das Müsli wieder in eine Schüssel um, gieße Milch nach (Höhö) und sitze dann ab kurz nach 10 mit voll funktionstüchtigem Equipment und Passwort endlich am Schreibtisch.

Ab dann ist es ein ganz ordinärerer Homeoffice-Tag. Die Katzen nehmen fleißig an den beiden Meetings teil, ansonsten arbeite ich ganz ungestört und mit weniger Hektik als an den letzten Tagen und bin wieder sehr glücklich über den neuen Job. Ich will es ja nicht beschreiben, aber ich glaube, ich bin genau da gelandet, wo ich hingehöre.

In der Mittagspause geht es aufs Sofa, den Rest vom morgendlichen Reboot nachholen – eigentlich hätte ich gerne auf dem Balkon gesessen, aber die Sonne ist gerade schon wieder um die Hauswand rum. Morgen dann Zum Feierabend verschwinde ich in der Küche (Das Beste am Homeoffice ist ja die wegfallende Fahrzeit!) und koche mir Süßkartoffel-Mac‘n‘Cheese.

Nach einer kurzen Verschnaufpause fürs Gehirn lege ich dann ab 20 Uhr nochmal gute zwei Stunden Arbeit im Projekt ein, mehrfach unterbrochen von Liebstentelefonaten. Brutto ist es dann also halb 11, als ich auch den privaten Laptop zuklappe und mich bettfertig mache. Ein paar Seiten Buch schaffe ich noch, aber dann fallen mir kurz nach 11 die Augen zu – auch gut.

25.02.2026 – Homeoffice

Ich erwache deutlich vorm Weckerklingeln von einem lauten Schnarchen. Im Halbschlaf überlege ich schon, wie ich den Liebsten gleich genüsslich mit dem Ellenbogen in die Rippen… Da fällt mir ein, dass der ja gar nicht da ist. Also Augen auf und da liegt Noosa auf dem Kopfkissen neben mir und sägt quasi einen einen ganzen Wald um. Hmpf. Keine Gewalt gegen Katzen, aber zum Glück wird sie durch mein Umdrehen geweckt und das Schnarchen hört auf. Ich mache mir einen Podcast an und döse weiter, bis der Wecker klingelt.

Dann beginnt er, der erste Homeoffice-Tag im neuen Job. Fühlt sich ein bisschen an wie die meisten Tage der letzten Monate, nur dass ich mich mit dem morgendlichen Reboot ein bisschen mehr beeile und mich auch komplett tagfein mache, bevor ich an den Schreibtisch gehe. Allerdings ohne Frühstück und nur mit einer Mate, denn ich habe gleich um 9 das erste Meeting und will der Kollegin nicht gleich was voressen.

Dafür kommt aber Nimbin gleich mit in den Call und den ganzen Tag über schieben die Katzen Meeting-Schichtdienst, genau wie früher im alten Job. Sie werden dafür auch genauso gefeiert, die Welt ist wieder in den Fugen.

Nach dem ersten Meeting mache ich mir dann Müsli mit Joghurt, bevor ich mich in den Rest der Arbeit werfe. Zwei Vormittagsmeetings stehen noch an, dann ist Mittagspause, in der ich an einem Webinar aus dem anderen Projekt teilnehme, dabei den Rest Salat von gestern esse und danach durch die Wohnung wusele, ein bisschen aufräume und zwischendurch mehrfach auf den Balkon gehe und den grünen Rasen, den blauen Himmel und die Sonne Bewundere. Nach dem Webinar noch ein kurzer Spaziergang zum Drogeriemarkt und dann geht es zurück an die Arbeit, für die ich bezahlt werde (für die im Projekt bezahle ich).

Der Nachmittag hat nochmal zwei Meetings, dazwischen arbeite ich an meiner ersten richtigen eigenen Aufgabe. Feierabend ist dann entsprechend der längeren Mittagspause später als an den letzten Tagen, dafür bin ich aber auch einfach schon zuhause und stehe direkt nach Laptop-Zuklappen in der Küche.

Während ich mit dem Liebsten telefoniere, mache ich mir aus den letzten Kartoffeln, dem letzten Quark und dem letzten Leinöl Abendbrot, dazu Spreewaldgurken und Sanddornschorle – ein Potpourri von Heimatfutter.

Nach dem Essen eine kurze Runde durchs Internet, gucken, ob die Welt noch steht. Man kommt ja tagsüber zu nix, wenn man neue Lohnarbeit hat! Ab 20 Uhr dann nochmal anderthalb Stunden im Projekt, unterbrochen nur von einem Telefonat mit der besten Freundin, die – langsam wird’s witzig – unser morgiges Essen absagt, weil jetzt bei Versuch Nummer 3 sie diejenige ist, die krank ist. Mal sehen, ob wir es nächste Woche dann schaffen! Muss ich also morgen nicht daran denken, die Geburtstagsgeschenke mit ins Büro zu nehmen.

Kurz vor 10 dann finaler Feierabend und ab in die Badewanne. Dort schaue ich noch das neue Video von Josh Johnson an, das im Verlauf immer witziger wird, und dann geht es ab in die Heia. Guter Tag!

24.02.2026 – Volldampf

[Einschub aus dem morgendlichen Reboot: Weil ich eben bei Horax darüber las, dass man oft alte Texte von sich selbst liest und keinerlei Erinnerung daran hat, sowas schon mal geschrieben oder gedacht zu haben – geht ihm so, ging Lichtenberg so, geht mir so – fiel mir dazu ein Zitat aus „The Importance of Being Earnest“ ein:

I never travel without my diary. One should always have something sensational to read in the train.

Lässt sich so auch aufs Bloggen übergehen, das Telefon hat man ja auch immer dabei…]

Sehr zerstückelte Nacht, erkältungsbedingt und weil in meinem Kopf die vielen neuen Eindrücke von gestern Achterbahn fahren. Trotzdem nicht ganz so viel Zeit für den morgendlichen Reboot gehabt, weil ich heute früher im Büro sein möchte. (Büro! Wie krass ist das denn auf einmal? Muss das erst mal in Ruhe realisieren, dass das jetzt so plötzlich wieder mein Leben ist.) Ich frühstücke ein schnelles Porridge mit Blaubeeren und Ahornsirup und einen Kaffee, während ich mit dem Liebsten telefoniere, mache mir einen Ingwertee für unterwegs und ein Aspirin Complex für gleich jetzt und dann bin ich auch schon aus der Tür.

Heute teste ich eine andere Route, mit der Straßenbahn zum Alex wie „früher“ und dann mit zwei U-Bahnen weiter nach Kreuzberg. Geht erstaunlich gut und schnell und ich habe sogar fast durchgehend Sitzplätze. Wird als gangbare Variante auf jeden Fall vorgemerkt.

Im Büro erstmal kurz ankommen, Ingwertee wieder aufgießen, weitere Kolleg*innen kennenlernen (Dienstag ist der Tag mit der höchsten Vor-Ort-Präsenz), E-Mails und Terminkalender checken und dann erstmal Bürofrühstück mit allen, inklusive sehr niedlichem Bürohund. Schön!

Dann geht es weiter mit der Einarbeitung, es gibt weiter viel zu lesen, erkunden, einzurichten, Fragen zu notieren… Dann der erste Call des Tages und kurz danach ist es schon Zeit für die Mittagspause, die wir heute in größerer Runde mit mitgebrachtem Essen und Spreeblick verbringen.

Gestern Abend noch zusammengeworfener Salat aus Kichererbsen, Avocado, Gurke, Karotte, Apfel, Petersilie, Koriander, Olivenöl und Limettensaft

Nach dem Essen ein Vor-Ort-Meeting und dann noch insgesamt vier Calls. Die Zeit verfliegt nur so und schon ist wieder Feierabend.

Heute holt mich der Liebste ab. Kurz nach Sonnenuntergang spazieren wir an der Spree entlang und rüber nach Friedrichshain, nehmen dann die Straßenbahn in den Prenzlauer Berg und gehen dort schön essen. Feste feiern wie sie fallen und so.

Campari Soda
Caponata auf „Burrata-Creme“, also vermutlich auf Stracciatella
Tagliolini ai frutti di mare

Zum Essen trinken wir einen Weißwein von Fabrizias Familie und haben uns viel zu erzählen. Dann spazieren wir zusammen zur S-Bahn, mit der der Liebste zurück nach Südberlin fährt und ich laufe nach Hause. Die Katzen sind heute ganz alert an der Tür, die Futternäpfe sind nämlich schon leer und warum bitte gibt es denn erst um 10 Abendbrot?? Ich füttere, putze mir die Zähne und falle ins Bett. Schon bevor ich fertig nachgelesen habe, was sonst noch so in der Welt passiert ist, schlafe ich tief und fest.