06.05.2026 – Mir besser, dem Kater schlechter

Noch einmal sehr OK geschlafen, das tut dem Auskurieren gut. Morgendlicher Reboot, Rhabarberkompott und Tee zum Frühstück, Katzenkuscheln wann immer möglich… Das Katerchen wirkt heute wieder etwas weniger zufrieden mit der Welt, läuft mehrmals zu den Fressnäpfen und findet da nichts Gutes, zieht sich wieder mehr zurück…

Gegen Mittag schnappe ich mir meine Regenjacke und die gestern rausgefallene Teilkrone und fahre zur Zahnärztin. Wir starten einen besonders sorgfältigen Wiedereinklebeversuch, aber wenn der nicht hält, müssen wir in eine Vollkrone umwandeln…

Wieder zuhause esse ich Ramen und Miso-Kohl zu Mittag und bin dann stark versucht, mich zum Mittagsschlaf hinzulegen, aber Nimbin liegt auf mir und schläft und man soll ja schlafende (vor allem kranke) Katzen nicht wecken, also bleibe ich tapfer wach und als der Kater aufsteht ist auch mein Suppenkoma überwunden.

Ich mache eine Weile Sinnvolles am Laptop, versuche erfolglos, dem Kater seine Tablette zu geben (Er versteht leider nicht, dass es ihm danach besser gehen würde, kämpft sichtlich mit Aufstoßen…), biete ihm verschiedenstes Naschwerk an. Wir entdecken, dass er das Schonkost-Spezialfutter (den flüssigen Teil) schon mögen würde, wenn er den von meinem Finger ablecken kann statt aus der Schüssel. Also machen wir das eine Weile, bis ich ihm zu langsam bin und er doch die Schüssel ausschlabbert (wie gesagt nur den flüssigen Teil).

Irgendwann ist es Abend und ich lasse mich berieseln – ein bisschen YouTube (Josh Johnson) ein bisschen Netflix (La legge di Lidia Poët). Zu leckeren Stullen gibt es dann den Film Eine Million Minuten, der gute Schauspieler*innen und wunderschöne Landschaften hat und ein paar der Probleme unserer Zeit verhandelt, allerdings auf eine sehr privilegierte Art.

Ansonsten bereiten sich hier alle auf den morgigen Tierarztbesuch vor – weil Nimbin nüchtern sein soll (ha, haha), stelle ich vor dem Schlafengehen sämtliches Essen weg, was prompt dazu führt, dass beide Katzen nochmal Hunger kriegen und noch eine letzte Runde bekommen (Nimbin knabbert ein bisschen Trockenfutter). Als wir danach alle wieder zur Ruhe gekommen sind, schlafe ich erstmal schnell ein, aber die Nacht wird deutlich unruhiger als die letzten…

05.05.2026 – Auskurieren #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Das erste Mal meldet sich der Tag kurz vor 1, als die Klingel geht. Ich erwache unwillig und will erst ignorieren, dann beschleicht mich das Gefühl, ich könne doch legitim gemeint sein und schaue aufs Handy: Drei stummgeschaltete Anrufe von der Mitbewohnerin. Ich rufe zur Sicherheit zurück und ja, sie steht schlüssellos (zum Glück nur vergessen) vor dem Haus und entschuldigt sich tausendfach. Ich lasse sie rein und krieche wieder zu den Katzen ins Bett. Nach einer Weile schlafe ich wieder ein.

Das nächste Aufwachen ist dann erst gegen halb 8, da ich krank bin, hatte ich keinen Wecker gestellt. Ich liege allein im Bett, Noosa schnarcht unten drunter, Nimbin hat sich irgendwann in den Morgenstunden in den Kleiderschrank zurückgezogen.

Ich lese das Internet leer, blogge, mache Französisch, Italienisch und die tägliche Rätselrunde, telefoniere mit dem Liebsten und dann versuchen wir es mal mit Frühstück. Die Katzen sind nicht interessiert, Noosa hat über Nacht ordentlich gemampft, Nimbin hat Dinge im Bauch, die machen, dass er nicht essen will. Trotzdem mache ich mir inzwischen weniger Sorgen, denn er verhält sich nicht mehr wie ein schwerkranker Kater, sondern putzt sich, kuschelt, springt mir auf den Schoß… Mal sehen, ob das mit dem Fressen auch wieder wird, oder ob auf die Untersuchung am Donnerstag nächste Schritte folgen müssen.

Mein Frühstück ist eine unappetitlich aussehende aber leckere Mischung aus Porridge, Rhabarberkompott und Ahornsirup, dazu Orange und Matcha Latte. Außerdem habe ich den Waldmeistersirup nach vier Tagen abgeseiht und abgefüllt und teste einen ersten Schluck in Wasser. Sehr lecker, aber unverdünnt ganz schön bräunlich, da ich Rohrzucker verwendet habe.

Beide Katzen kommen nacheinander dazu und setzen sich abwechselnd auf meinen Schoß. Ich vertreibe mir noch eine Weile die Zeit auf dem Balkon, kümmere mich dann ein bisschen um den Haushalt und setze mich auch noch an den Schreibtisch, um ein paar Dinge zu erledigen. Das trägt mich bis zum Mittagessenhunger (auch ich habe wenig gegessen die letzten Tage). Es gibt Stullen mit selbst gemachten Bohnen-Aufstrich, Ziegenkäse, Avocado, getrockneten Tomaten und Kresse.

Als ich das Geschirr in die Küche bringe steht da die Mitbewohnerin und macht sich etwas zu essen. Wir quatschten ein wenig, dann versuche ich dem Kater eine Tablette zu geben und scheitere wieder spektakulär. Nicht nur ist er schwer zu fassen, er macht auch den Kiefer ganz fest zu und faucht, wenn ich versuche ihn aufzukriegen. Und dann rennt er weg. Da er trotzdem inzwischen ab und zu etwas isst – ein paar Brocken Trockenfutter, das Flüssige vom Nassfutter – lasse ich ihn gewähren. Viel Spielraum habe ich eh nicht. Später am Abend wird auch die Salbe ins Ohr ein Ringen, aber diesmal gewinne ich.

Danach überfällt mich gnadenlose Müdigkeit und ich lege mich hin. Komatöser Tiefschlaf folgt für eine gute Stunde. Hinterher ist nicht mehr viel mit mir los und ich ergebe mich dem Faulenzen und Auskurieren, was nach der turbulenten ersten Krankheitswoche auch wirklich vonnöten ist (aktuell landet nicht einmal die Hälfte der Unbill im Blog).

Am frühen Abend mache ich mir gebackenen Kohl mit Misobutter und schwarzem Sesam zum Abendbrot und setze mich damit nochmal raus auf den Balkon, wieder abwechselnd mit jeweils einer Katze auf dem Schoß.

Zum Nachtisch gibt es mehr Rhabarberkompott, dann geht es wieder Richtung Bett. Als ich beim Fernsehen Schokolade nasche weitere Unbill: Die Toblerone zieht mir die Teilkrone raus, die gerade erst vor sechs Wochen erneuert wurde. Ich schwanke zwischen Heulen und Lachen, entscheide mich dann für Letzteres, klicke mir für morgen einen Zahnarzttermin, telefoniere nochmal mit dem Liebsten, gucke weiter fern und mache beizeiten das Licht aus.

04.05.2026 – Immer noch uff

Ich schlafe durch, der Katzenwecker heißt heute Noosa und geht erst um 5, als ich mich schon ausgeschlafen fühle. Nimbin hingegen ist nirgendwo zu sehen und wird erst später seine Aufwartung machen. Ich erledige meinen gesamten morgendlichen Reboot im Bett und dann ist es immer noch sehr früh. Ich stehe trotzdem auf. Beim Anziehen wird klar, dass Nimbin in meinem Kleiderschrank liegt. Er lässt sich auch von meinem Anziehen nicht stören, aber als ich dann in der Küche hantiere, stehen plötzlich beide Katzen da. Immer wieder heute passiert das, dass Nimbin Interesse an Essen zeigt und mit einigem Durchprobieren stelle ich fest, dass aktuell das neue Trockenfutter und ein stinknormales Nassfutter gehen. An beiden arbeitet er sehr engagiert und bricht dann nach kurzer Zeit ab und hinterher stellt sich heraus, dass er vor allem daran geleckt und nur sehr wenig wirklich verspeist hat. Trotzdem, a win is a win.

Weil es heute nochmal schön werden soll, sitze ich dann um 8 mit Tee, Müsli und Laptop auf dem Balkon und fange an zu arbeiten. Ich bearbeite ein paar E-Mails und spreche mit ein paar Kolleginnen, dann wird schnell klar, dass ich eigentlich noch nicht wieder fit genug bin. Alle haben Verständnis und die Sprechstundenhilfe in der Hausarztpraxis verlängert meine Krankschreibung routiniert – mit RSV ist halt nicht zu spaßen und durch die Katergeschichte kommt das Auskurieren hier gerade deutlich zu kurz.

Den Rest des Tages verbringe ich dann auch größtenteils auf dem Balkon oder der Couch (u. a. mit diesem Podcast: Reclaim: Tic Tac Toe), unterbrochen nur von verschiedenen Haushaltsangelegenheiten und eben Katerversorgung. Die Tablette bekomme ich heute wieder nicht in ihn hinein, aber er erbricht sich nicht und frisst ab und zu, also ist das vermutlich OK. Die Salbe geht auch schwerer zu applizieren als die letzten Tage, was mich frustriert, denn eigentlich ist das ja nur Ohrenstreicheln, was er sonst sehr gerne und ausgiebig hat, nur eben nicht mit Handschuh und Salbe dazwischen. Immerhin verzeiht er mir die vielen Unzumutbarkeiten immer noch relativ schnell.

Zu den Haushaltdingen gehören heute neben Wäsche waschen und Müll wegbringen das Kleinschneiden und Einfrieren von Porree und Karotten aus der Gemüsekiste für zukünftige Suppen-/Saucenkonstellationen, ein kurzer Einkauf und dann die Abendessenszubereitung. (Erste Mahlzeit des Tages morgens um 8, zweite nach 18 Uhr. Virus und Sorgen bringen mich unfreiwillig zum Intervallfasten.) Die Mitbewohnerin hat vorhin aus Versehen statt ihren Kichererbsen meine weißen Bohnen aufgemacht, deshalb verarbeite ich die schnell zu einem Aufstrich/Dip und dazu gibt es gebackene Kartoffeln, Rote Bete und einen Salatrest, zum Nachtisch Rhabarberkompott und Vanilleeis – bis auf das Eis heute alles komplett vegan. Passt aber, denn ich schmeiße ja gerade auch viel totes Tier in Form von Katzenfutter ungegessen weg.

Der Abend endet dann mit Badewanne, ein paar Seiten Buch, ein paar Minuten Hörbuch und frühem Einschlafen, flankiert von zwei kuscheligen Katzen.

03.05.2026 – Heißer Sonntag

Dieses Bloggen am Morgen über gestern macht, dass mir die Tage ein wenig ineinander fließen. Wenn ich es aber richtig sortiert habe, dann wache ich heute relativ früh das erste Mal auf, zwischen beiden Katzen, weil das Katerchen mir eine Pfote ins Gesicht steckt und insistiert. Ich fülle Trockenfutter nach und tatsächlich knabbert es ein wenig daran, so dass ich mich beruhigt wieder hinlege und nochmal ein bisschen weiterschlafe. Kurz vor 9 ist die Nacht dann endgültig vorbei und ich starte in den morgendlichen Reboot. Danach gibt es Frühstück auf dem Balkon.

Quark mit TK-Blaubeeren und Erdbeermüsli, Orange, Sencha mit Minze und Limettensaft auf Eis

Es ist heiß heute, laut Wetterbericht werden es zwischendrin 28 Grad. Die Katzen sind dementsprechend ziemlich inaktiv, Noosa liegt fast den ganzen Tag unterm Bett und pennt, Nimbin liegt erst auf dem Bett, aber nachdem ich ihm unter viel Streicheln und Trickserei eine Tablette heruntergezwungen habe, ist er beleidigt und verzieht sich für Stunden in den Schrank. Ich verbringe weite Teile des Tages draußen auf dem Balkon, höre leise Musik (Gianna Nannini) und lese das Buch zu Ende, das ich neulich in der Magnolienstraße gefunden habe.

Amy Liptrot – The Instant ist ganz viele Dinge auf einmal – Berlin-Roman, Naturbeobachtung, Zeitgeistbeobachtung, poetisierte Biografie, tragische Romanze… Am Anfang hatte ich Sorge, dass es zu sehr um diese gehypte Berlin-Vision geht, die so viele Expats und aus dem ländlichen Deutschland Zugezogene hier leben, mit den Clubs und den Drogen und der ganzen Freiheit und den ganzen Klischees, die daraus erwachsen. Von wegen in Berlin tragen alle Schwarz, haben keine richtigen Jobs und keine echten Beziehungen. Ein bisschen geht es darum auch, aber dann halt auch um einerseits die wahre Geschichte der Autorin und andererseits um Berlin aus ganz anderer Sicht – Vögel, Waschbären, Verkehrsinseln… Macht Spaß. Der zweite Teil dreht sich dann viel um besagte Romanze, von der zu Beginn eigentlich klar ist, dass es böse endet. In der Beschreibung des Endes und der Umgang der Erzählerin damit, erkenne ich viel von mir selbst wieder. Der Vorgängerroman der Autorin wandert dann auch direkt auf meine To-Read-Liste.

Am Nachmittag sind die Katzen immer noch in ihren Verstecken und ich traue mich dann einfach mal aus dem Haus und spaziere in Rock und T-Shirt zum Helmi, wo ich den extra aus Südberlin angereisten Liebsten auf ein Eis treffe. Bei Matcha-Mangolassi und Zitrone-Cheesecake sitzen wir mit den ganzen anderen Leuten auf der Wiese und erzählen, so wie Berlin am schönsten ist.

Danach spazieren wir zu mir und werden von Nimbin begrüßt, der sein Schmollen und Verstecken aufgegeben hat und kuscheln will. Eigentlich auch Essen, aber nichts von den angebotenen Sachen ist ihm Recht. Wir setzen uns mit Limettenwasser auf den Balkon und der Kater springt mir auf den Schoß. Noosa gesellt sich auch bald dazu. Der Liebste war ja schon einige Wochen nicht mehr hier und ihm fällt noch mehr auf als mir, wie sehr Nimbin ab- und gleichzeitig Noosa zugenommen hat. Man kann sagen, Nimbin hat seiner Schwester ungefähr ein Kilo abgegeben. Wäre es nicht so traurig, könnte man drüber lachen.

Nachdem der Liebste wieder aufgebrochen ist, fange ich das Buch an, dass mir neulich beim Sortieren seiner Bücher auf den SuB gewandert ist: Michael Kraske, Christian Werner – Tief im Osten. Begegnungen mit der anderen deutschen Art. Das hat ihm ein inzwischen verstorbener DDR-Bürgerrechtler und später Bundespolitiker vor vielen Jahren mal geschenkt. Geht gut los.

Als ich Hunger bekomme, koche ich Pasta und dazu gibt es Avocado, Knoblauch, getrocknete Tomaten und eingelegte Artischocken. Obwohl es draußen noch gemütlich warm ist, werde ich müde und verziehe mich zu den Katzen aufs Bett. Ich verabreiche Nimbin seine Salbe, was nicht so schwierig ist wie Tabletten geben, aber viel einfacher wäre, wenn ich dabei nicht Handschuhe tragen müsste. Er ist dann aber nicht lange sauer und kommt schnell wieder kuscheln.

Den Rest des Abends verbringe ich mit einem Film, den mir der Indiejunge empfohlen hat. The Materialists wird als RomCom beworben, ist aber eher so etwas wie eine Gesellschaftssatire. Auf jeden Fall interessant und mit guten Schauspieler*innen.

Danach ausführliche Abendroutine, inklusive des Versuchs, nochmal Essen in den Kater zu bekommen. Er probiert ein bisschen Nassfutter, ich nehme das als Sieg. Ansonsten ist er den Rest des Abends sehr kuschelig und aktiv, putzt sich ausführlich usw. Ich beobachte weiter sorgfältig und harre der Dinge, die da kommen.

Zum Einschlafen, das heute sehr schnell kommt, gibt es jetzt den dritten Tag in Folge Lukas Rietzschel – Sanditz als Hörbuch. Auch das lässt sich bisher sehr gut an und ich erkenne die Menschen aus der Gegend, in der ich aufgewachsen bin, sehr gut wieder. Vielleicht eine Art aktualisierter Einblick für Leute, die mit dem Osten fremdeln und sich fragen, warum und wieso das dort alles passiert.

02.05.2026 – Aufregender Ausflug

Diese Nacht ist wieder sehr kurz, bei einer der verschiedenen Aufwachsituationen gegen halb 4 fällt mir auf, dass das Katerchen extrem lethargisch da liegt, flach wie eine Flunder, und auf mein Streicheln dann auch quasi nicht reagiert. Ich mache mir große Sorgen, vermutlich aus einer Mischung aus ungewohntem Katerverhalten, der Gesamtsituation (das Tier hat schon wieder zwei Tage quasi Nix gegessen) und der Uhrzeit, die ja für drohende Gedankengebilde prädestiniert ist. Ich bleibe dann wach, mache Kreuzworträtsel und beobachte.

Als ich schon ganz verzweifeln will, steht das Katerchen im Morgengrauen einfach auf, streckt sich, hüpft vom Bett, geht Katzengras fressen, etwas trinken, aufs Klo und legt sich dann zum Kuscheln zu mir. Ja was denn nun?

An Einschlafen ist trotzdem nicht mehr zu denken, der Morgen wird heute zu spannend. Ich starte früh in den morgendlichen Reboot und irgendwann gegen 8 stehe ich dann auf, dusche, frühstücke, telefoniere mit dem Liebsten und dann geht’s los.

Ich bereite alles für den Tierarztbesuch vor, stecke als letztes den sich nur begrenzt wehrenden Kater in die Transporttasche, die mit einem Handtuch und Katzenminze ausgestattet ist und trage ihn nach unten vors Haus. Er maunzt von da an regelmäßig ängstlich. Unten rufe ich per App ein Taxi, das in zwei Minuten ankommt, und wir fahren quer durch den Kiez zu der Praxis, die die fahrende Tierärztin mir empfohlen hat, um die Ecke von meiner Physiopraxis.

Ich hatte mich auf lange Wartezeiten eingestellt, aber da wir die ersten sind und die Praxis groß, kommen wir gleich in ein Extra-Wartezimmer und sind dann schon nach 20 Minuten dran. Im Untersuchungsraum darf Nimbin aus der Tasche und ist wie verwandelt. Zwar noch ängstlich und aufgeregt, aber sehr aktiv, Augen weit geöffnet (auch die dritten Lider, die seit Tagen nicht mehr richtig aufgingen). Die Tierärztin und ihre Assistentin streicheln und untersuchen ihn. Dann kommt der Ultraschall.

Das Katerchen wird auf den Rücken in ein Schaumstoffkissen gelegt, die Assistentin hält die Hinterbeine fest und streichelt da, ich halte die Vorderbeine fest und streichle den Kopf. Die Tierärztin rasiert ihm den Bauch, desinfiziert, tut Gel drauf und führt den Ultraschall durch. Wir alle reden beruhigend auf Nimbin ein und die Tierärztin meint, wenn es doof ist, soll er sich gerne ihr Gesicht merken. Nach guten 10 Minuten sind wir fertig. Das Gel wird weggewischt und dann darf Nimbin zurück in die Tasche. Dann besprechen wir den Befund.

Es gibt mehrere Auffälligkeiten und Veränderungen beim Kater, die auf drei mögliche Diagnosen hindeuten, die verschiedene Behandlungswege ermöglichen würden. Es seien vermutlich alle gut behandelbar, aber erst muss man herausfinden, was genau los ist und dafür muss nochmal in eine Spezialpraxis untersucht werden, hoffentlich mit Punktion, evtl. auch mit Biopsie. Ich bekomme am Montag Befund, Ultraschallbilder und Überweisung und soll dann einen Termin dort ausmachen.

In der Zwischenzeit soll der Kater weiter zum Essen (in kleinen Portionen) animiert und vom Kotzen abgehalten werden. Deswegen gibt es weitere Anti-Übelkeitstabletten und neu ein appetitanregendes Gel, das in die Ohren geschmiert wird und dass die fahrende Tierärztin leider nicht dabei hatte. Ich bekomme noch gezeigt, wie man das genau appliziert, darf dann bezahlen (immerhin nur etwas über die Hälfte von der Untersuchung am Mittwoch, aber die war ja auch für beide Katzen) und dann geht es mit dem nächsten Taxi zurück nach Hause.

Nimbin ist ganz froh, wieder zu Hause zu sein. Ich auch, aber meine Sorgen sind nicht unbedingt weniger geworden. Die ganze Situation ist ziemlich überwältigend – der Aufwand, die Kosten, die Verantwortung, die Emotionen… Und der nagende Gedanke, dass das alles anders verlaufen würde, wenn Nimbin und ich noch auf dem Land leben würden – da kommen wir ja beide her, auch wenn ich 30 Jahre älter bin als er. Die Option, dass er sich einfach irgendwann der Situation ergibt und sich irgendwo draußen verzieht und nicht mehr wiederkommt, die haben wir hier nicht, hier muss jeder Schritt gemacht, entschieden und am Ende auch bezahlt werden und das von mir. Zu einer Zeit, in der eh schon alles trubelig und viel ist und ich demnächst auch viele Pläne habe, unterwegs zu sein, verhandelbare und unverhandelbare.

Vielleicht bin ich auch einfach gerade zu krank und zu müde. Immerhin war heute der RSV-Test negativ, so dass ich ohne Maske unterwegs sein konnte. Damit Nimbin endlich wieder was frisst, bekommt er dann die Salbe ins Ohr, was ganz gut funktioniert. Angeblich soll sie nach einer Stunde wirken, aber da passiert erstmal gar nix. Dafür wirkt er aber erstmal ganz entspannt mit seinem rasierten Bauch und ich kann mich erstmal beruhigt zum Mittagsschlaf hinlegen.

Als ich wieder wach werde (nach viel zu kurzer Zeit), mache ich mir ein Sandwich und versuche erfolglos, Nimbin was zum Essen anzubieten. Er sitzt nämlich ganz interessiert an den Fressnäpfen, aber findet dann doch nichts gut – keine Schleckies (die habe ich ihm vielleicht mit der Tablettenaktion vorgestern versaut), kein Thunfisch, keine Leckerlis, keine der zwei Sorten Nass- und Trockenfutter… Hmpf. Er legt sich dann aber an einen seiner Lieblingsplätze und das schafft eine gewisse Normalität.

Ich versuche mich abzulenken und schaue die beiden nächsten Folgen der neuen Scrubs-Staffel und dann sehe ich, dass auf dem gleichen Streaming-Dienst gerade Die Manns verfügbar sind. Das passt ja ganz gut zur Lektüre der letzten Tage und verdient in der aktuellen Situation einen Rewatch.

Zwischendrin ist es nach 24 Stunden wieder Zeit für eine Tablette für den Kater und weil er grad so schön im Blumenkasten liegt, versuche ich es da. Dreimal. Er wehrt sich mit Händen und Füßen und spuckt die Tablette wieder aus. Mist. Zum Glück steht er dann aber wenig später in der Küche und acht Stunden nach der Appetitsalbe knabbert er ein bisschen Trockenfutter und mampft ein bisschen Nassfutter, geht dann aufs Klo und kuschelt sich zu mir ins Bett. Vielleicht braucht er die Tablette dann ja heute gar nicht.

Noch ein bisschen später esse ich eine Ramen-Suppe, dann sind die Manns vorbei, ich mache mich bettfertig, lese noch ein paar Seiten und mache dann gegen halb 11 das Licht aus.

01.05.2026 – Neuer Monat, neues Glück?

Ich schlafe gut, bis Nimbin mir gegen halb 5 eine Pfote ins Gesicht steckt, was mich erstaunlich glücklich macht, denn erst will er kuscheln und dann will er was fressen. Halb verschlafen setze ich mich zu ihm auf den Küchenboden und biete verschiedenes an. Mehrere Sorten Nass- und Trockenfutter, Thunfisch, drei Sorten Schleckies… Nichts schlägt an, aber er bleibt freundlich interessiert. Am Ende knabbert er ein bisschen an ein paar Snacks und legt sich dann wieder hin. Ich mich auch, er kuschelt sich an mich ran und wir schlafen nochmal einige Stunden weiter.

Halb 10 bin ich dann richtig wach und telefoniere mit dem Liebsten, der sich schon wundert, dass ich so lange schlafe. Dann langsamer morgendlicher Reboot und gegen halb 12 Frühstück auf dem Balkon.

Zwischendrin versuche ich nochmal, Nimbin zum Essen zu überreden, er schlabbert ein bisschen Thunfischwasser. Aber immerhin springt er mir für ein paar Momente auf den Schoß und geht immer wieder zum Katzengras und frisst das – lösungsorientierter Kater. Er fühlt sich nicht wohl und weiß, dass Kotzen normalerweise hilft. Allerdings unterdrückt das Medikament gegen Übelkeit halt auch seinen Würgereflex und so kommt er damit nicht weiter. Ich denke darüber nach, ihm heute keine Tablette zu geben, damit er sich vielleicht später Erleichterung verschaffen kann.

Selbst bin ich immer noch ganz schön platt und lege mich nach dem Frühstück wieder ins Bett, die Katzen dazu. Ich beschäftige mich mit allen möglichen Dingen und dann längere Zeit am Stück geistig am Laptop. Dabei kann ich mich erstaunlich gut konzentrieren und bin richtig produktiv.

Darüber vergeht der Tag und plötzlich ist es Abendbrotzeit. Kein Erfolg bei Nimbin, also beschließe ich, ihm doch eine Tablette zu geben, damit ihm wenigstens weniger übel ist. Das geht heute deutlich schlechter als gestern, da ich ihn nicht mit Schleckies bestechen kann. Er ist dann auch sehr empört und unglücklich und speichelt sehr viel, rennt vor mir weg… Ich fühle mich furchtbar.

Kurz danach aber kommt er wieder kuscheln, frisst nochmal Katzengras, trinkt, geht aufs Klo… Und legt sich dann wieder hin, ohne was essen zu wollen. Ich habe ob der Situation auch kaum Appetit und schaufle mir gedankenlos die Reste von gestern rein.

Noosa ist von dem Ganzen reichlich unbeeindruckt, ignoriert den Zustand ihres Bruders, frisst sich am Buffet rund und verlangt ständig nach meiner Aufmerksamkeit.

Ich höre mein Hörbuch über die Manns in Sanary zu Ende (empfehlenswert!) und mache mich dann früh bettfertig. Nimbin kommt mehrfach zu mir kuscheln, wird aber bald von Platzhirschin Noosa verdrängt und bleibt dann eher apathisch am Fußende. Bis Licht aus kein Interesse mehr an Futter.

Mich erreicht kurz vor Lichtaus die E-Mail mit der Tierarztrechnung und ich muss ganz schön dolle schlucken und mache mir dann noch ewig Gedanken, über die Katergesundheit, den Tierarztbesuch morgen und was da noch alles an Kosten auf mich zukommen mag… Rat an alle, die sich frisch junge Katzen anschaffen: Versicherung ist ne gute Idee, jetzt mit den 13jährigen lohnt es sich vermutlich finanziell nicht mehr, damit anzufangen…

30.04.2026 – Auf und Ab

Gegen 2 habe ich das letzte Mal auf die Uhr geguckt, gegen halb 5 ist Katzenwecken angesagt, dann kann ich nicht mehr einschlafen – eine Mischung aus Krankheitssymptomen (Nase, Kopf, Husten), Katerbeobachtung und Kopfkino. Ich bekomme ein wenig Futter in den Kater hinein und bin dann erstmal etwas beruhigter, widme mich dem morgendlichen Reboot. Inzwischen macht die Situation, dass ich selber kaum Appetit habe. Mein Frühstück besteht aus Kaffee, Schokolade und schließlich einem trockenen Rosinenstuten auf dem Weg, denn ich muss trotz allem wegen eines Termins kurz nach 9 in die Stadt.

Immerhin scheint die Sonne und es frühlingt. Trotzdem ist es anstrengend, unterwegs zu sein, in Innenräumen Maske zu tragen und besonders, Treppen zu steigen. Kurz vor 11 bin ich wieder zuhause und packe mich aufs Sofa.

Das Katerchen liegt die meiste Zeit lethargisch auf dem Bett herum, hat dann aber zwischendurch auch Energieschübe und will gestreichelt werden, kuscheln oder auf mir schlafen. Halb 1 wähle ich mich in einen Arbeitscall ein, nur zum Zuhören, aber der ist wichtig. Dann bekommt das Katerchen eine neue Runde Schlecki und geht direkt danach viel trinken – die Dinger scheinen Durst zu machen. Irgendwann ruft die Tierärztin an und gibt erstmal Entwarnung zu ganz akut kritischen Sachen. Vermutlich haben wir es mit einer chronischen Entzündung zu tun, das muss aber mit Ultraschall abgeklärt werden. Wenn sich der Zustand nicht dramatisch verschlechtert, machen wir das am Sonnabend.

Parallel dazu kommt Post an, die dem Tag eine unerwartete Wendung zum Positiven gibt. Mit besserer Laune – auch weil ich es geschafft habe, Nimbin eine Tablette zu verabreichen und das Katerchen gerade gierig Thunfisch verschlingt, die größte Herausforderung ist, Noosa davon abzuhalten auch alles zu inhalieren, was ich ihm anbiete bzw. ihm das wegzunehmen. Also betreutes Fressen, ich setze mich dazu.

Dann merke ich, dass ich auch mal was essen sollte und wage mich – es ist grad wundertechnisch alles drin – an den grünen Spargel aus der Gemüsekiste. Dazu gibt es gebackene Kartoffeln, Kabeljau und einen Avocado-Ei-Senf-Schnittlauch-Dip. Kann man essen, nächstes Mal muss der Spargel dann aber früher aus dem Ofen. Zwischendrin ernte ich den Waldmeister ab und hänge ihn zum Anwelken auf, statt heute an Hexenfeuern zu sitzen oder in den Mai zu tanzen. Darauf bereite ich dann morgen Waldmeistersirup zu, für Maibowle bin ich nicht fit genug gerade, aber dann wird das eben im Laufe des Monats nachgeholt.

Plötzlich dann Stimmungswende: Der Kater hat lautstark Schmerzen, vielleicht zu viel Thunfisch auf einmal? Ich versuche es mit Katzenminze auf einem Handtuch und das beruhigt ihn erstmal relativ schnell, er räkelt sich darin und schreit zumindest nicht mehr.

Den Rest des Tages ist er wieder relativ lethargisch, zieht sich zurück, schläft viel. Ich telefoniere in der Zwischenzeit und bin dann genervt, als mich eine Katze dabei stört, bis ich merke, dass der Kater das ist und er kuscheln will. Wieder Stimmungswechsel. Zwischenzeitlich macht sich auch der Schlafmangel immer deutlicher bemerkbar.

Gegen 9 nochmal eine Runde Kater zum Essen verführen, Katze davon abhalten noch runder zu werden, und dann geht es ins Bett. Diesmal schlafen wir alle drei schnell.

29.04.2026 – Holterdipolter

Nochmal ziemlich okay geschlafen, dann aber vor der Zeit geweckt worden, weil Nimbin sich schon wieder lautstark und unter merklichen Schmerzen erbrach. Da das in den letzten Tagen zu oft vorkommt (und er wenig bis gar nichts frisst), buche ich wohl oder übel einen Termin bei den fahrenden Tierärzt*innen.

Ansonsten relativ normaler Start in den Tag, ich bin immer noch krank, der RSV-Test ist immer noch positiv, aber die Umstände machen, dass ich mich nicht komplett aufs Genesen konzentrieren kann, sondern aufstehen und Dinge tun muss. Zum Glück erst nach Frühstück, morgendlichem Reboot auf dem Balkon und einer Runde Badewanne.

Ostfriesentee, Kräutertee, Rosinenstuten mit Erdnussbutter und Feigenmarmelade, Apfel, letzter Sanddornsaft

Die Katzen sind relativ entspannt und chillen mit mir auf dem Balkon, später aber versteckt sich Nimbin im Wäscheschrank, ob wegen Schmerzen oder Tierarztahnung ist schwer zu sagen.

Ich bekomme dann aber beide rechtzeitig im Wohnzimmer eingesperrt.

Die Tierärztin klingelt pünktlich und bekommt von mir (mit Maske) die Lage geschildert. Als wir ins Wohnzimmer gehen, hat Noosa sich wie erwartet hinterm Sofa versteckt, Nimbin hingegen blieb entspannt auf dem Sofa sitzen und wird dann auch als erstes untersucht. Das läuft erstaunlich gut, nur als ihm Blut abgenommen wird und beim Fieber messen ist er etwas unleidlich. Dann bekommt er noch eine Spritze gegen Schmerzen und Übelkeit und darf auf den Balkon.

Völlig überraschend ist Noosa in der Zwischenzeit neugierig hinterm Sofa vorgekrochen und beäugt uns – diese Tierärztin ist der Hammer, so entspannt habe ich beide Tiere noch nie erlebt in der Situation! Untersuchen lässt sich Noosa trotzdem nicht so gern und zum Glück dauert es bei ihr auch nicht so lange und geht bis aufs Fiebermessen auch unkompliziert vorbei. Sie versteckt sich im Katzentunnel, während die Tierärztin und ich letzte Worte wechseln.

Meine Aufgabe für die nächsten Tage nun: Nimbin zum Essen bekommen, mit notfalls sämtlichen mir zur Verfügung stehenden und sonst eher nicht erlaubten Mitteln wie Schleckies, Thunfisch etc. Hochkalorische Astronautennahrung lässt sie mir auch noch da, genau wie Tabletten, die ich ab morgen versuchen muss, in ihn hineinzubekommen. Dann gibt es hoffentlich auch die Ergebnisse der Blutuntersuchung und ggf. weitere Schritte. Das einzig Angenehme an der Situation ist, dass das Katertier durch die aktuellen Probleme auf Normalgewicht geschrumpft ist.

Damit wiegt er erstmals weniger als seine Schwester, die seine Zurückhaltung (am Napf wie im Alltag) ausgenutzt hat, um deutlich dominanter und aber auch dicker zu werden. Während also die eine Katze viel mehr essen muss, muss die andere Katze deutlich weniger essen und viel komplizierter kann man sich das eigentlich nicht vorstellen.

Ich gehe dann raus in die Sonne und besorge eine breite Auswahl an neuen Futter- und Snacksorten, außerdem Magerquark und Thunfisch im eigenen Saft.

Große Erleichterung: Leberwurst-Schlecki ist der Shit, findet Nimbin. Noosa leider auch. Thunfisch ähnlich. Aber immerhin ist erstmal etwas Essen im Kater, wir triagieren hier gerade Probleme. Dann gibt es für mich auch erstmal ein Avocadobrot – zum sehr späten Mittag- und wie sich später herausstellt auch frühen Abendessen.

Der Rest des Tages vergeht mit diversen Telefonaten, weiteren Thunfisch- und Schlecki-Einsätzen (Lachs ist auch gut!) und noch viel Kram am Laptop. Zu normaler Zeit geht es ins Bett, aber das Einschlafen dauert noch eine ganze Weile. Es hilft ein bisschen, dass sich Nimbin irgendwann schnurrend in meine Bauchkuhle kuschelt.

28.04.2026 – Premiere

Heute dann also das erste Mal offiziell krankgeschrieben im neuen Job. Nach kurzer Eingewöhnung ist es ähnlich wie krankgeschrieben sein im alten Job und in jedem anderen Job, schätze ich. Ich wache trotz allem recht früh auf, habe aber erstaunlich okay geschlafen und fühle mich schon etwas besser. Morgendlicher Reboot, zwischendrin Frühstück.

Tee, Müsli, TK-Beeren, heißer Sanddornsaft

Zum Essen gucke ich noch die Virgin River-Staffel zu Ende, die natürlich nochmal ordentlich Cliffhanger bietet, nachdem die letzten Folgen auch gut auf ein Serienfinale hätten hindeuten können – vermutlich hat man sich kurzfristig entschlossen, weiter zu machen. Ich lese einen Artikel in der New York Times dazu und so wie es aussieht, liegt die Serie so im aktuellen Romance-Trend (und hat zudem ein neues Level an Spice erreicht), dass sie uns wohl noch eine ganze Weile erhalten bleiben wird. Gibt ja keinen Guck-Zwang, zum Glück, vor allem wo sich jetzt für Hope (die Bürgermeisterin, nicht der Wahl) zum zweiten Mal ein Enemies to Lovers Trope ankündigt. Meine neuen Kolleg*innen wären übrigens sehr stolz auf meine korrekte Anwendung der Fachbegriffe.

Danach stehe ich auf und erledige Haushaltsdinge, was erstaunlich gut geht, während ich in der Wohnung hin und her wusele. Als ich dann allerdings raus muss (Müll wegbringen, letzte Medikamente aus der Apotheke abholen, Katzengras und Katzenstreu kaufen, alles mit Maske selbstverständlich), merke ich dann aber, dass ich noch ordentlich mit dem Virus kämpfe. Zuhause gibt es schnelles Mittagessen von gestern (Pellkartoffeln, bunter Quark) und dann erstmal einen sehr langen, tiefen Mittagsschlaf, flankiert von zwei Kuschelkatzen.

Den Rest des Tages bleibe ich dann brav im Bett, gucke ein paar Sachen im Internet, telefoniere mit dem Liebsten, schreibe mit der Freundin in Frankreich und höre weiter im Hörbuch. Zwischendurch gibt es noch einen Schnittchenteller, aka Girl Dinner und ordentlich Schokolade, dann ist gegen 23 Uhr wieder Schlafenszeit…

27.04.2026 – Hmpf

Mal wieder eine sehr katzenreiche Nacht, dazwischen immer mal wieder Husten. Es ist doch jetzt schönster Frühling, wer will denn da erkältet sein? Ich entscheide mich gleich morgens für größtenteils Bett-Office und mache dann zwischen morgendlichem Reboot und Arbeitsbeginn, also während ich das Frühstück zubereite, nochmal einen Kombitest. Hatte ich Freitag schon, da war alles negativ. Heute der zweite dann leider nicht mehr. Kein COVID (Das fühlt sich auch anders an, da kenne ich mich ja inzwischen aus!), keine Grippe, dafür roter Strich beim RSV. Hmpf. Ich informiere die vielen Kontakte vom Wochenende, erfahre erfreut, dass das kleinste Geschwister vom Teilzeitkind geimpft ist und beruhige mich damit, dass RSV über Tröpfchen und nicht Aerosol übertragen wird, ich also hoffentlich weniger Leute angesteckt habe als mit COVID möglich wären.

Ich sage den Lesungsbesuch für heute Abed schweren Herzens ab, bekomme aber wenigstens die Tickets los und ein signiertes Buch organisiert.

Dann sage ich auf Arbeit Bescheid, dass ich diese Woche zuhause bleiben werde und mache mich an eben diese. Zum Glück heute nur ein Meeting und nicht zu viele zeitsensible Aufgaben, so kann ich es ruhig angehen lassen.

Frühstück mit Kaffee, Orange, Banane und viel Gesundwerd-Tee: Ingwer, Kurkuma, Minze, Melisse, Thymian, Salbei, Honig
Mittag: Papaya-Salat mit Tofu von gestern

Am frühen Nachmittag stehe ich auf und ziehe mich an, damit ich nach meinem Meeting noch den nötigen Elan habe, rauszugehen und ein paar Dinge zu besorgen. Dann ein guter Call, produktiv und menschlich hilfreich mit tief im Westen und dann gehe ich tatsächlich nach draußen. Der Plan ist Apotheke, Drogerie, Discounter. In der Apotheke hole ich eine Verschreibung ab und fülle Vorräte auf, unter anderem Nasenspray und Kombitests. Als ich den RSV-Strich erwähne, sagt die Apothekerin, dass ich damit zur Hausärztin sollte. Also rufe ich spontan in der Praxis an und habe noch eine halbe Stunde, bis die offene Sprechstunde endet.

Ich fahre mit zwei Straßenbahnen zur Hausärztin, sitze dann über eine Stunde da im Wartezimmer und habe in dieser Zeit ausreichend Gelegenheit, die Kombination von Maske und Brille doof zu finden – mit der Maske sitzt meine Brille so locker, dass sie ständig runterfällt, wenn ich nach unten gucke. Und das Naseputzen wird auch eins schwieriger, wenn man dafür erst die Brille, dann die Maske abnehmen muss und dann schnell wieder die Maske rauf, die Brille rauf…

Die Untersuchung ist dann unspektakulär, die Lunge ist frei, der Hals leicht rot. Behandlung wie jeder andere Virusinfekt, nur halt Leute treffen noch stärker vermeiden. Und eine Krankschreibung gibt es, plus tadelndem Blick, weil ich heute gearbeitet habe.

Auf dem Heimweg dann Drogerie und Discounter, am Ende bin ich ganz schön schwer bepackt, muss aber auch noch die Gemüsekiste bei der Nachbarin abholen, die dort gelandet ist, weil ich ja viel länger unterwegs war als geplant.

Es ist schon Abendbrotzeit, also bastle ich mir ein Kindheitsgericht, das bestimmt auch total schnell gesund macht und verräume währenddessen Einkäufe und Besorgungen, so dass ich direkt mit dem Essen wieder ins Bett plumpsen kann, der Ausflug war doch sehr anstrengend.

Pellkartoffeln mit Leinöl und buntem Quark (in dem Fall mit Apfel, Gurke, Tomate, saurer Gurke, gekochtem Ei, Schnittlauch, Petersilie, Liebstöckel, Melisse, Oregano, Basilikum und Kresse)

Nach dem Essen werfe ich nochmal den Arbeitslaptop an, melde mich offiziell krank, finde heraus, wie Abwesenheitsnotizen in Outlook funktionieren, sage Meetings ab, koordiniere Arbeitsaufgaben und schaffe mir so viel Freiraum wie möglich, um die nächsten drei Tage in Ruhe krank sein zu können.

Dann telefoniere ich nochmal mit dem Liebsten und verbringe den Abend dann mit weiteren Folgen Virgin River. Zum Einschlafen gibt es dann wieder Hörbuch, nämlich Florian Illies – Wenn die Sonne untergeht – passt ja gut zur Weltlage und außerdem lese ich ja irgendwie alles, was sich mit den Manns beschäftigt, wenn auch nicht alles, was sie selbst geschrieben haben. Bin da mehr Lore-Fan als Content-Fan…