Verrückt: Nachdem Noosa und ich beim Schlafengehen noch eine Viertelstunde gekuschelt/gerangelt und um Platz gekämpft hatten, legte sie sich unters Bett zum Schlafen und hörte damit auch erst viele Stunden später wieder auf, als der Liebste und ich schon mit dem ersten Kaffee fertig sind. Man muss also nur den Liebsten neben mich ins Bett legen und schon kann ich vernünftig durchschlafen! Muss er jetzt halt jede Nacht hier schlafen. Leider stehen dem eine Katzenhaarallergie, ein Teilzeitkind und ein komplettes Leben am anderen Ende der Stadt im Weg. Trotzdem gut zu wissen, vielleicht ist es ja ab und an reproduzierbar.
Gegen 9 also schäle ich mich erstaunlich erholt aus den Laken (metaphorisch, ich schlafe den Großteil der Nacht ohne Decke bei der Hitze) und mache uns Kaffee. Dann ausführlicher morgendlicher Reboot und gegenseitiges Internetvorlesen. Gegen 11 stehen wir auf und machen Frühstück und ich packe mein Geschenk aus: Auch hier gibt es jetzt also einen Speisefön, ich werde berichten, wie er sich einlebt.

Während wir essen geht dann draußen die Welt unter – Gewitter, Sturmböen, Sturzregen… Nicht für lange, aber es reicht, um gegenüber eine Markise abzureißen und die Hälfte des Balkons nass zu machen. Kurz wird es auch ein wenig kühler. Wir setzen uns noch einen Moment auf den Balkon, genießen die frische Luft und planen unsere nächsten Schritte. Dann folgt langsam zunehmend hektischer werdende Betriebsamkeit – Getränke kaltstellen, Duschen, Anziehen, zusätzliche Stühle rausholen, Küche und Wohnzimmer partyfein machen, Kuchen fertigstellen, Buffet vorbereiten… Kurz nach 14 Uhr kommt meine Mama dazu und baut die von mir bestellte Nusstorte frisch zusammen.





Gegen halb 4 kommt mein Papa und ich packe eine erste Runde Geschenke aus. Dann wird noch fleißig weiter gewerkelt. Eingeladen ist zu 16 Uhr aber völlig untypisch für Berlin kommen bis Punkt 16 Uhr noch vier weitere Gäst*innen und gleich direkt danach immer noch weitere. Ich räume nebenbei noch auf, stelle Sachen hin und versuche, die Italo-Pop-Playlist über die Bluetooth Box zum Laufen zu kriegen, während der Liebste Gastgeber spielt. Das ist der Moment, wo ich ordentlich gestresst bin. Gegen halb 5 dann sitzt ein Großteil der Gäst*innen bei Kaffee, Kuchen und Mischgetränken zusammen und auch bei mir kehrt langsam Geburtstagsfreude ein. So schön, die Menschen aus verschiedenen Lebensbereichen zusammenzubringen und zu gucken, welche Gespräche sich daraus ergeben. Kanada spielt wie erwartet eine große Rolle.
Als die Geburtstagsgesellschaft immer größer wird, werden dann auch die Küche und der Balkon als Partyfläche mit genutzt und ich bin inzwischen so entspannt, dass ich weitere Geschenke auspacken kann – der Stapel ungelesener Bücher wächst gewaltig an und auch sonst gibt es viele schöne kleine Überraschungen. Zwischendurch Telefonate mit dem Teilzeitkind, der Liebstenschwester und dem Nifftenkind, die mir auch alle gratulieren wollen. Hach.
Am frühen Abend müssen nacheinander die Gäst*innen aufbrechen, die ihre jeweiligen Kinder bei Kindergeburtstagen abholen müssen. Auch zwei, die weiter zur Fête de la Musique wollen verabschieden sich, ebenso die Freundin meines Bruders, die montags immer zu nachtschlafender Zeit aufstehen muss. Der Rest passt dann geschlossen auf den Balkon, der inzwischen deutlich angenehmer temperiert ist, als das Wohnzimmer.
Es wird weiterhin getrunken und gegessen (der Lieblingsnachbar hat zusätzlich noch Eis mitgebracht) und natürlich wird noch eine Anekdote aus meiner Kindheit erzählt – so soll es sein. Zwischendurch kommt sogar Noosa kurz gucken, was wir da so treiben – den Rest der Zeit verbringt sie wieder unterm Bett, wie bei jeder Party.
Nach und nach löst sich dann die Feiergesellschaft auf, gegen 9 verabschiedet sich als letztes der Liebste nach Südberlin. Ich wusele noch eine knappe Stunde durch die Wohnung und räume auf, dann setze ich mich mit einem letzten Getränk und Buffetresten auf den Balkon, atme tief durch und beantworte die vielen Nachrichten, die den Tag über eingetrudelt sind.


Kurz vor Mitternacht krieche ich sehr zufrieden mit der Welt in die Federn und bekomme es dann ohne Liebstenunterstützung in der folgenden Nacht mit einer Noosa zu tun, die die letzten 24 Stunden überwiegend liegend und schlafend verbracht hat…








































