12.04.2026 – Ferienende

Ordentlich was weggeschlafen heute Nacht, nur dass irgendwann am Morgen die Katzen abwechselnd Anstupsdienst haben nervt. Dazu gab es einen ganz merkwürdigen Traum, in dem sich wohl vor allem die Weltlage niederschlug. Endete aber in einer doch bisschen witzigen Pointe, mit Leuten, die fremde Wohnungen besetzen, weil man sonst ja hier in Berlin nischt bezahlbaret mehr findet. Anyway, irgendwann ist endgültig wach und morgendlicher Reboot angesagt. Dazu mache ich mir einen großen Ostfriesentee und trinke den im Bett, denn draußen ist es grau (Wolken und Saharastaub) und dementsprechend kühl.

Gestern hatte ich noch die Vorstellung, mich heute evtl. nochmal ein bis zwei Stunden an den Schreibtisch zu setzen, tatsächlich bin ich aber vollauf beschäftigt: Internet leer lesen, Bloggen, mit dem Liebsten telefonieren, Französisch, Italienisch, Rätsel, Katzen füttern, Frühstücken.

Rosinestuten mit veganer Lyoner und süßem Senf, bzw. Tilsiter mit Gurke und Meerrettich, vorletzte Crowdfarming-Orange, Tee

Katzenklo säubern, Pflanzen gießen, Müll wegbringen, Rucksack packen… Und schon hätte ich nur noch eine halbe Stunde gehabt und das reicht nicht, um sich sinnvoll ins Projekt zu vertiefen.

Stattdessen gehe ich einfach ein bisschen früher aus dem Haus, hole beim Späti nicht nur den bestellten Kaffee für den Liebsten, sondern auch noch Süßes und Spaßgetränke und fahre dann mit S- und U-Bahn nach Südberlin. Schon beim Verlassen der U-Bahn riecht es nach Popcorn, das gibt schon einen Hinweis darauf, was wir vorhaben.

Wir treffen uns am Kino und gucken auf Wunsch des Teilzeitkinds Woodwalkers 2. Der Liebste und ich haben den ersten Teil nicht gesehen, sind aber erfreulich angetan, was vor allem an den witzigen Dialogen, der Landschaft und in meinem Fall den Schauspieler*innen (speziell Hannah Herzsprung, Lucas Gregorowicz, Tom Schilling, Moritz Bleibtreu, Martina Gedeck) liegt, die in so einem Fantasy-Setting zu sehen schon unterhaltsam ist. Kann man auf jeden Fall gut gucken an einem Sonntagnachmittag.

Hinterher laufen wir nach Hause, chillen ein bisschen in den verschiedenen neuen Zimmern und treffen uns dann wieder, um beim Stammitaliener das Ferienendessen einzunehmen. Der patrone macht uns sogar den Fernseher an, es laufen Sizilienbilder in Endlosschleife, was uns zu Braistorming zu zukünftigen Urlauben führt.

Caprese, Carpaccio, Bruschetta
Pizza, Pizza, Gnocchi in Salbeibutter

Wir verzichten dann pappsatt auf den Nachtisch, haben ja auch noch Popcorn übrig. Zuhause geht es auf die Couch und wir gucken die erste Hälfte des Finales von The Voice Kids nach, denn vor einer Woche hatten wir nur die zweite Hälfte gesehen. Währenddessen stellt sich im Klassenchat heraus, dass alle Eltern vergessen haben, dass Morgen die Lehrer geschult werden und die Kinder frei haben. Kurze Umplanung bei uns, glückliches Kind. Und dann geht es trotz allem früh ins Bett, denn der Rest von uns hat morgen weiterhin Montag.

11.04.2026 – Prokrastinationnabend

Nach fast komplett aushäusigem Osterwochenende und voll gepackter kurzer Woche hatte ich mir für heute einen produktiven Tag vorgestellt, mit zwei größeren Aufgaben und ein paar kleineren Erledigungen, bevor ich morgen wieder auswärts im Einsatz bin.

Die Nacht ist relativ kurz, weil die Katzen nach schon wieder mehreren Nächten ohne mich viel Aufmerksamkeit benötigen. Irgendwann zwischen 7 und 8 gebe ich auf und beginne den morgendlichen Reboot. Aufstehen und Frühstück machen ist dann erst gegen halb 11, evtl. habe ich dazwischen das erste Mal heute prokrastiniert. Dafür aber ist es inzwischen sonnig draußen, also Balkonfrühstück!

Es gibt vietnamesischen Kaffee, Brot mit Mangomarmelade, Brot mit Maasdamer und Kaviarcreme (beides Roggenbrot übrigens, mir war beim Einkaufen nach gutem, deutschen Brot) und einen riesigen Smoothie (zwei Bananen, eine Orange, Joghurt, Cranberrysaft, Flohsamenschalen und Wildheidelbeeren), der mir so eingefallen ist, weil gerade das deutsche Hörbuch zu Heated Rivalry erschienen ist – if you know you know.

Bis der Smoothie ausgeschlürft ist und die Sonne um die Hausecke rum ist, bleibe ich dann einfach noch draußen sitzen, höre das aktuelle Album von Jawl (macht nochmal drei Streams oder so) und lese weiter in meinem Buch – „Lady Susan“ zu Ende und „The Watsons“ an. Dann wird es zum Glück schattig und frisch, sonst hätten mich Musik, Buch und lockende Düfte von Cannabis (meine Hausseite) und Knoblauch (die Balkongrillenden auf der anderen Seite) wohl weiter draußen gehalten. Stattdessen gehe ich rein und widme mich dem Programmpunkt Haarpflege. War eigentlich für eine kurze Duschung am Morgen eingeplant, wird jetzt aber zu einer längeren Badung am Nachmittag, so dass ich noch ein bisschen weiterlesen kann.

Danach dann wirklich hartes Prokrastinieren – bevor ich mich wirklich an den Schreibtisch setzen kann, muss ich:

  • Wäsche zusammenlegen und neue Wäsche aufhängen
  • Den Katzenbrunnen auseinandernehmen, komplett reinigen, wieder auffüllen, wieder ans WLAN anschließen (Er hatte schon vor einer Woche oder so die Verbindung verloren)
  • Mein Bett machen
  • Ein bisschen aufräumen
  • Einen Einkaufszettel schreiben
  • Einen Snackteller bauen
Kohlrabi, Oliven, Grana Padano und Pistazien

Damit schaffe ich es dann „schon“ 15 Uhr endlich an den Schreibtisch. Etwa eine Stunde benötige ich, um die Rückfragen des Finanzamts zu meiner Steuererklärung zu beantworten, davon etwa 2/3 damit, das richtige Kontaktformular in ELSTER zu finden. Die Fragen kommen über mein Elsterpostfach, aber als Nachricht ohne Inhalt, sondern mit angehängtem PDF quasi in Briefform. Mit Nachricht gäbe es vielleicht eine „Antworten“-Funktion, so aber nicht. Es gibt in ELSTER keine prominent sichtbare Kontaktmöglichkeit, außer dem Nachreichen von Belegen, um die es aber hier nicht geht. Ich muss dann mehrfach googlen, um über die Suchergebnisse dann auf die richtige Seite in ELSTER zu kommen und finde sie trotz angegebenem Pfad nicht über das Portal selbst wieder. Das Ganze also zweimal, denn es sind zwei verschiedene Rückfragen (von der gleichen sachbearbeitenden Person, die aber nur mit dem [Nachname] unterschrieben hat, so dass ich mit „Hallo“ antworten muss und nicht „Sehr geehrte/r Herr/Frau [Nachname]“ antworten kann und mich unfreiwillig unhöflich finde.

Danach brauche ich erstmal eine Verschnaufpause und ein Telefonat mit dem Liebsten, bevor ich mich der zweiten, größeren Aufgabe widmen kann: Meinem Projekt. Hier hatte ich mir vorgestellt, heute diverse Stunden reinzustecken. Ich habe dann aber nur noch zwei in mir, weil es mit viel Nachdenken und Machen verbunden ist, nicht wie bisher hauptsächlich mit Input aufnehmen und verarbeiten.

Gegen 18 Uhr klappe ich den Laptop zu und setze die Kopfhörer auf. Die anderthalb Stunden Wochendämmerung reichen genau für Einkaufen und Kochen. Beim Einkaufen gehen fällt mir auf, wie mitgenommen ein Großteil des Gemüses am Sonnabendabend bereits aussieht und wie jedes Mal finde ich in diesem speziellen Supermarkt keine Eier. Ich habe den Verdacht, dass sie die seit ihrem Umbau vor ein paar Jahren einfach aus dem Sortiment genommen haben. Klingt unrealistisch, aber ich habe keine andere Erklärung (Und wer will schon fragen?). Letztes Mal bin ich dann noch in den Discounter nebenan gegangen, um Eier zu holen, diesmal bin ich zu vollgepackt. Gibt es eben kein Sonntagseis morgen.

Dafür koche ich mir ein sehr leckeres rotes Thai-Curry mit Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Kurkuma, letzten Karotten, gelber Paprika, braunen Champignons, TK-Bohnen und eingelegten Bambussprossen, dazu Limettensaft, Basmati, schwarzen Sesam und Kresse. Tofu hatte ich auch noch gekauft, den lasse ich aber am Ende weg, weil es sonst insgesamt zu viel wird.

Nach dem Essen lese ich „The Watsons“ zu Ende und fange „Sanditon“ an. Ab 21 Uhr fallen mir immer wieder die Augen zu. Gegen halb 11 schleppe ich mich mit dem Umweg übers Bad endlich ins Bett und schlafe direkt ein…

10.04.2026 – Freitägliches

Aufwachen neben dem Liebsten ist schon sehr schön, das mal wieder öfter einplanen! Passiert auch wieder vor dem Wecker, so dass ich zwischen Aufwachen, Kaffeetrinken und Aufstehen fast den kompletten morgendlichen Reboot unterbringe.

Ab 9 dann wieder Küchenoffice wie gestern, heute aber etwas entspannter, weil es weder geplante noch ungeplante Calls gibt, außerdem nur zwei Aufgaben, die zwingend heute fertig werden müssen. Der Rest ist Aufräumen, Abschließen Dokumentieren von Abgeschlossenem bzw. Recherchieren, Einlesen, Planen von Kommendem.

Zum Mittag machen wir uns beide je eine Ramensuppe – der Liebste in der Veggie-, ich in der Sesamvariante. Dann plätschert der Arbeitsnachmittag weiter vor sich hin und zum Feierabend bin ich auf jeden Fall wieder klüger als noch am Morgen.

Dann Sachen packen und verabschieden – der Liebste dreht eine Feierabendrunde mit dem Rad und ich fahre mit U- und S-Bahn zurück in den Pberg. Die Katzen verhungern dramatisch, das liegt aber tatsächlich daran, dass die Mitbewohnerin gestern bereits vereist ist und das letzte Nassfutter von gestern inzwischen trocken ist. Vom Trockenfutter wäre noch da, aber wir sind ja wählerisch. Ich erneuere also alle Näpfe, durchsiebe das Katzenklo, wische Haarballkotze auf und mache es mir dann auf dem Sofa gemütlich und bestelle Abendbrot.

Blini mit Kaviar, Wareniki mit Kirschen und Vanillesauce, Beerenlimonade

Ich schicke der Mitbewohnerin ein Foto vom ukrainischen Essen und gratuliere ihr zum Geburtstag. Dann telefoniere ich den Rest des Abends mit der Freundin in Frankreich. Das letzte Mal ist fast vier Monate her und so haben wir uns viel zu erzählen, was dazu führt, dass ich erst nach 1 ins Bett plumpse. Wie so ne Erwachsene am Wochenende.

09.04.2026 – Abenteuer in Südberlin

Morgens zur normalen Weckerzeit aufgewacht, obwohl der Wecker auf später gestellt ist. Schadet aber nichts, so habe ich die Hälfte vom Reboot schon erledigt, als der Liebste aufwacht und Kaffee macht. Gemütliches Herumsandeln im Bett mit gegenseitigem Zeigen bzw. Vorlesen von Bemerknissen im Internet. Irgendwann müssen wir dann beide aufstehen und an die Arbeit gehen. Hier habe ich wirklich wirklich lange kein Homeoffice mehr gemacht und fühle mich damit fast an Pandemiezeiten erinnert. Ein kurzer Check ergibt, dass auch der inzwischen höhergestellte Schreibtisch des Teilzeitkinds noch kein ergonomisches Arbeitsumfeld für mich ergibt, also holen wir seinen Monitor in die Küche.

Mit Müsli, O-Saft, Kaffee und später Tee geht es durch den Arbeitsvormittag. Spontaner Call mit Mitte, geplanter Call mit Köln, dazwischen jede Menge Kleinkram.

Mittags gibt es Stullen und für mich Apfel, mehr Tee und Gespräche mit dem Liebsten. Dann weiter im Tandem mit Mitte durch den Arbeitstag, bis wir am Nachmittag endlich den Abschluss eines der größten Projekte der letzten Monate feiern können – in das ich erst ziemlich spät eingestiegen bin, das ich seitdem aber verantworte. Schulterklopfen angemessen. Danach atme ich kurz tief durch und habe dann noch einen letzten Call, mit London und Mexico Stadt, bevor offiziell Feierabend ist und wir den Küchenarbeitsplatz für heute wieder abbauen.

Die Mitbewohnerin des Liebsten bringt nämlich Besuch mit zum Kochen und gemeinsamen Essen. Während die Kocherei beginnt, finalisieren der Liebste und ich den Zimmertausch und entstauben und sortieren den Rest seiner Bücher, die noch im Wohnzimmer lagerten. Eins kommt auf meinem SuB zuhause, die anderen verteilen sich im neuen Zimmer und im Wohnzimmerregal.

Bald darauf ist das Essen fertig. Es gibt koreanisches Budae-jjigae, umgangssprachlich „Army Stew“, eine Fusion amerikanischer und koreanischer Arme-Leute-Küche mit Wurzeln im so genannten Koreakrieg. Erstaunlich lecker, obwohl die Baked Beans fehlen und die Köchinnen statt Rinderbrühe Fischsauce verwendet haben!

Wir sitzen in koreanisch-japanisch-chinesisch-deutscher Runde am Tisch, essen und erzählen und lernen alle wieder spannende Sachen über unsere (Ess-)Kulturen. Danach ziehen der Liebste und ich uns in sein Zimmer zurück und überlassen den Freundinnen den Wohnbereich.

Noch ein bisschen gemeinsames Internetleerlesen, dabei gibt es den Rest Osterschokolade (für mich, der Liebste ist dahingehend ein praktischer Freund, der macht sich nichts aus Schokolade) und dann zockt der Liebste noch ein bisschen und ich lege mich gegen halb 11 schlafen.

08.04.2026 – Jede Menge Meter

Der Wecker würde sehr früh klingeln, aber ich bin noch viel früher wach. Unruhige Nacht mit vielen Gedanken (nach gestern unruhiger Nacht mit vielen Katzen, aber die sind wohl von gestern noch müde und haben quasi durchgeschlafen). Irgendwann gegen 3 hatte ich mich überzeugt, dass kein Atomkrieg begonnen hatte, dann konnte ich nochmal bis 5 schlafen. Der Wecker klingelte um 6. Morgendlicher Reboot bis zum Aufstehen gegen 7, dann Katzenversorgung, Anziehen, eine schnelle Banane im Stehen und raus zum ersten Gang des Tages.

Mit zwei Straßenbahnen geht es zum Facharzttermin, während der Wartezeit beim Umsteigen telefoniere ich mit dem Liebsten, der jetzt auch wach ist. Dann Anmeldung, Untersuchung, Blutabnahme, Gespräch. (Zwischendurch ein bisschen länger Gespräch, weil die Fachärztin die beste Freundin ist. Ich darf dabei sein, während sie aus den Fahrradklamotten in die Arbeitsklamotten wechselt. Dann wieder mit zwei Straßenbahnen zurück, unterwegs noch Klopapier kaufen. Zuhause Waschmaschine an, Tee kochen, Müsli zubereiten und ab an den Schreibtisch.

Heute zwei geplante Calls und zwei spontane, dazwischen viel Backend und Koordination. Beim zweiten geplanten Call bekomme ich ein Kompliment für meinen Hoodie, weil da Schwalben drauf sind. Ich finde sie sehr stilisiert, aber der Kollege ist studierter Biologe und kann mir anhand der Form sogar sagen, welche Art Schwalbe es ist (habs wieder vergessen).

In der Mittagspause gehe ich ein paar Kleinigkeiten einkaufen (2. Gang) und eine auch eine große Menge Katzenstreu. Dann noch Katzenklo durchsieben, Pflanzen gießen und Stullen schmieren.

Weiter im Takt bis Feierabend. Dann noch schnell Katzen füttern, Übernachtungsrucksack schnappen und ab nach Südberlin (3. Gang), mit zwei S-Bahnen zum Liebsten, Gepäck abwerfen und dann mit ihm weiter nach Brandenburg (4. Gang). Mit dem Fuß, dem Bus und nochmal dem Fuß über die Stadtgrenze und zum Haus der Teilzeitkindmama, die uns mit Mann und vier Kindern inklusive des Teilzeitkinds zum Angrillen empfängt.

Wir sitzen warm eingepackt draußen, schlemmen und erzählen, bis die Bettgehroutine einsetzt. Das kleinste Kind wird gebettet, alle über 12 räumen den Tisch ab, die zwei dazwischen toben. Dann verabschieden wir uns wieder und nehmen den gleichen Weg zurück nach Südberlin (5. Gang). Auf dem Heimweg nochmal Einkäufe für diesen Haushalt und dann ist nur noch Liegen angesagt (Liegen, Lesen und Osternougateier zum halben Preis). Gegen 22 Uhr schnell Zähne putzen und dann schaffe ich höchstens noch zwei Seiten…

07.04.2026 – Montag/Dienstag

Durch den freien Montag fühlt sich der Dienstag wie ein richtiger Montag an. Also nicht nur überhaupt, sondern weil Dienstag ja auch Bürotag, es geht also von 0 auf 100, ohne den sonst üblichen Wocheneinstieg über das Honeoffice. Trotzdem schaffe ich weite Teile des wöchentlichen Reboots noch im Bett und komme trotzdem pünktlich um 9 im Büro an.

Referenzmagnolien im Kiez

Nach der ersten Stunde und ordentlich Mate für mich gibt es die wöchentliche Frühstücksrunde, diesmal erweitert um Geburtstagskuchen und -scones von einer Kollegin.

Ansonsten ist der Tag ziemlich busy und ich verbringe viel Zeit entweder im Call mit Kolleg*innen oder im Backend-Flöz. Mittags gibt es den Rest Zitronenrisotto und Kabeljau mit Blick auf die Spree und Kolleginnen. Der Nachmittag geht weiter, wie der Vormittag angefangen hat.

Zum Feierabend hat es draußen aufgeklart, es gibt blauen Himmel, Sonne, Baumblüten. Ich habe es aber eilig und die Hände voll, daher kein Foto. Zum ersten Mal seit Wochen geht es heute zum Sport und ich schaffe es, fast pünktlich ins Wasser zu gleiten. 45 Minuten angeleitetes Zappeln verfliegen heute wie nichts, aber gut tut es doch. Danach versuche ich es kurz im Dampfbad, da ist aber um diese Uhrzeit kein Sitzplatz mehr frei und die ersten stehen schon. Ich verzichte und sichere mir stattdessen einen halbwegs ruhigen Platz in der Sauna. Danach direkt Duschen, Umziehen und nach Hause. Fitnessstudio zum Feierabend ist deutlich weniger gemütlich als tagsüber, wen wunderts.

Veganer Schinken mit Meerrettich, Maasdamer mit Kaviarcreme

Zuhause dann Liebstentelefonat, Stullenteller, mit Entsetzen die Geschehnisse verfolgen, Badewanne und früh ins Bett, in der Hoffnung auf etwas Schlaf vor dem noch früheren Wecker morgen.

06.04.2026 – Pasquetta in Berlin-Brandenburg

Pasquetta heißt der Ostermontag in Italien, wird meist als Picknick oder Grillparty begangen, irgendwo draußen also. Irgendwo draußen (in Brandenburg, unter einem Dach) wache auch ich auf, erst zum aus Versehen nicht ausgestellten Wecker, dann zum Klogang von jemand anders, dann zu meinem eigenen, dann zum Kaffee kochenden Bruder, der den Kaffee auch noch ans Bett bringt. Ich lese das Internet leer und blogge, dann wird der Frühstückstisch gedeckt. Draußen sieht es trügerisch sonnig aus, es ist aber kalt. Also essen wir drinnen.

Danach gibt es für die anderen Garten-, bzw. Waldarbeiter und für mich den Abwasch, ein Telefonat mit dem Liebsten und einen Spaziergang zum See.

Hinterher will ich mich gemütlich mit dem Buch und einer Decke nach draußen setzen, aber durch den Wind und viele Wolken zwischendrin wird es trotz Kuscheldecke schnell zu kalt. Also lege ich mich wieder ins Bett und lese da – bzw. höre Radio, auf radioeins geht es heute um die Nuller Jahre. Zwischendurch essen wir noch den Rest Kuchen von gestern – draußen auf einem sonnigen Fleckchen stehend, dann lege ich mich wieder hin.

Am frühen Nachmittag döse ich nochmal weg und kurz danach ist dann Aufbruchzeit. Wir packen zusammen und fahren mit dem Auto zurück nach Berlin. In Friedrichshain sind der Bruder und die Freundin zuhause, ich nehme noch zwei Straßenbahnen zurück in den Pberg und werde von den Katzen freudig begrüßt.

Erstmal auspacken, Katzen versorgen, Waschmaschine anstellen und dann mache ich mir eine Golden Milk (das volle Programm mit frischem Ingwer und Kurkuma, Zimt, Muskat, Kokosfett, Erbsenmilch, Honig und schwarzem Pfeffer) und esse dazu Schokolade – meine erste Schokolade diese Ostern, am letzten Tag. Schlimm.

Und schon ist Kochzeit. Ich bereite mir das zu, was eigentlich schon am Gründonnerstag geplant war, dann aber durch den Kinobesuch verschoben wurde. Aus einer sehr aromatischen Primo-Fiore-Zitrone koche ich mir ein Zitronenrisotto, dazu gibt es mit Knoblauch und Dill gebackenen Heilbutt.

Nach dem Essen Badewanne, bis der Radio Day vorbei ist und dann liege ich tatsächlich halb 10 im Bett und lese noch ein bisschen, aber gegen 22 Uhr fallen mir doch die Augen zu.

05.04.2026 – Familienzeit in der Nähe vom See #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Der Tag beginnt als der Liebste nicht mehr schlafen kann und deswegen schon kurz nach 7 Kaffee macht. Trotzdem haben wir es gemütlich im Bett und stehen erst kurz vor 10 auf. Dann gemeinsames Frühstück, Anziehen, noch ein bisschen Aufräumen, Sachen packen und gegen 11 mache ich mich wieder auf den Weg.

Mit der S-Bahn geht es nach Mitte – unterwegs Zeit für Französisch- und Italienisch-Übungen – und dann steige ich in den RegionalExpress und suche drei freie Plätze. Am Alex werden es sogar kurzzeitig vier, bis meine Eltern zwei davon besetzen und auf dem vierten Platz Gepäck und Kuchen landen. Entspannte Zugfahrt ins Brandenburgische mit Erzählungen der letzten Tage und einer halben Stunde ungeplanten Stehens auf freier Strecke wegen unbefugter Personen im Gleis.

Mein Bruder holt uns im Carsharing-Auto vom Bahnhof ab und wir fahren an den See – bzw. jetzt nur noch an die Nähe des Sees, aus Gründen. Dort treffen wir auf seine Freundin und dann spazieren wir erstmal ein bisschen durch Wald und Flur und am Ende auch noch an den See selbst.

Anders als vom Wetterbericht der letzten Tage versprochen ist es ganz schön grau, windet ein bisschen und ab und zu tröpfelt es. Zum Glück sitzen wir auf der Terrasse unter einem Dach und essen dann dort Kuchen und Muffins zum Kaffee. Die Mutter der Bruderfreundin kommt auch dazu und so gibt es viel zu erzählen. Und Sekt mit Erdbeeren, natürlich.

Am späteren Nachmittag verabschiedet sich die Ü70-Generation bzw. wird wieder zum Bahnhof gebracht. Während der Bruder unterwegs ist, erledige ich den Rest vom morgendlichen Reboot (die Rätsel) und telefoniere nochmal mit dem Liebsten und die Bruderfreundin bereitet alles für den kategorischen Aperitif vor, den wir mit Infrarotstrahler und Decken bewaffnet noch auf der Terrasse zu uns nehmen.

Danach wechseln wir aber endgültig nach Drinnen. Wir hören Musik und erzählen und dann gibt es Pasta mit Fenchel-Salsiccia und Rotwein, später Strawberry Daiquiri und noch später Gin & Tonic, von dem ich anscheinend kein Foto mehr gemacht habe.

Gegen Mitternacht dann tapern wir alle nacheinander nochmal rüber ins Badehaus zum Zähneputzen und fallen dann in die Federn.

04.04.2026 – Raus und Rein

Der Tag beginnt früh, um der erwarteten Rush Hour am Recyclinghof zu entgehen. Der Liebste holt ein Carsharing-Auto und bringt jede Menge Verpackungsmüll und nicht mehr benötigte Dinge aus Wohnung und Keller weg, ich helfe drinnen ein bisschen beim Anreichen. Dann morgendlicher Reboot und nachdem der Liebste zurück ist, nochmal mehr Zeug in den Keller gebracht hat und frisch geduscht ist, gehen wir zu dritt in den Stammfrühstücksladen und lassen es uns gutgehen.

Eggs Benerict mit Lachs, Crêpes mit Quark und Beerenmus, Avocadostulle, gemischtes Frühstück, italienisches Frühstück, Getränke…

Danach müssen wir uns zuhause erstmal kurz hinlegen, bis am Nachmittag die Teilzeitkindmama mit ihrem Mann und den drei Teilzeitkindgeschwistern vorbeikommt. Sie packen einen Schrank ein, einen Kinderstuhl, einen Riesenteddy und schließlich auch das Teilzeitkind und seinen Koffer für den zweiten Teil der Osterferien.

Kaum sind alle weg, machen der Liebste und ich uns wieder auf die Socken, bringen Müll und Altglas weg, stellen Kinderdinge in den Nachbarschaftstauschschrank und gehen einkaufen. Dann nach Hause, Einkäufe verräumen, Wasser herunterstürzen und wieder los. Mit zwei S-Bahnen geht es zu IKEA. Inzwischen ist es kurz nach 18 Uhr und wir essen erstmal Abendbrot.

Dann sammeln wir noch ein paar Dinge für des Liebsten neues Zimmer ein und ich erledige ein paar Besorgungen bei den Lebensmitteln. Voll bepackt geht es zurück und kurz nach 20 Uhr sind wir final zuhause. Kurz verschnaufen und den Rest Wein von gestern genießen, dann baue ich meine neue Leselampe auf (vorher hatte ich ja neben mir nur Wand, jetzt tatsächlich Nachttisch und Leselampe) und der Liebste vollendet den Ankleidebereich seines Zimmers.

Hinterher liegen wir einfach komatös auf dem Bett, bis ich mich gegen 23 Uhr nochmal aufraffe und Duschen gehe. Halb 12 fange ich an zu lesen, um Mitternacht knipse ich meine neue Lampe aus und gebe dem Schlaf nach.

03.04.2026 – Karfleißtag

Ein bisschen länger hatte ich schlafen können, aber da Katzen und innere Uhr mich halb 7, zur besten Werktagsweckerzeit weckten, packe ich die Gelegenheit und den Tag beim Schopf und startete in den morgendlichen Reboot – viel vor heute. So verlasse ich schon um 9 das Haus mit gepacktem Wochenendrucksack und einer schnellen Banane und über Scheibe Käse im Stehen im Magen, die Mate in der Hand. Mit zwei S-Bahnen geht es nach Südberlin und dort erst ins schwedisch Kaffeehaus.. Ich hole Getränke und Gebäcke und laufe weiter zu Liebstem und Teilzeitkind, die bereits fleißig am Werkeln sind.

Die beiden nutzen die erste Osterferienwoche, um nach über zwei Jahren Planung endlich ihre Zimmer zu tauschen. Das Kind möchte das Kleinere mit dem Balkon, um weniger aufräumen zu müssen, der Liebste nimmt bereitwillig das fast doppelt so große – kein Balkon mehr, aber dafür Platz. Da der Liebste die Woche über arbeiten musste, fand der Großteil der Arbeiten bisher am Abend statt. Trotzdem sind bereits beide Zimmer gemalert und in des Liebsten Zimmer stehen schon sein Schreibtisch samt dazugehörigem Technik-Arsenal und sein neues Bett fertig aufgebaut, der Rest der Möbel und jede Menge Zeug stehen in Küche und Wohnzimmer, mit einem engen Durchgangsweg für die Mitbewohnerin. Wir frühstücken also auf des Liebsten Bett.

Während das Teilzeitkind und ich noch schwatzen und schmausen, baut der Liebste sein Bücherregel auf. Dann wechseln wir alle drei das Zimmer und basteln das neue Bett des Teilzeitkinds zusammen – mit dem Umzug erfolgt auch das Upgrade von Kinder- auf Jugendzimmer, von 90 cm Hochbett auf 140 cm Flach-. Danach schleppen wir einen Teil der alten Möbel ins neue Zimmer, einige davon werden in den nächsten Wochen und Monaten noch nach und nach ersetzt. Hinterher geht es für die Beiden ans Einräumen, für mich ans Hinterherräumen, Müll wegbringen, Geschirrspüler befüllen usw. Außerdem habe ich Bücherstaubwischdienst, weil ich hier die einzige ohne Hausstauballergie bin (im Antiquariat aufgewachsen, was soll ich sagen).

So vergeht der Nachmittag. Gegen halb 6 bestellen wir Sushi für das Teilzeitkind und mich und gebratene Nudeln mit Ente und Tom Kha für den Liebsten. Dann Abendbrot und Ruhepause.

Der Liebste und ich öffnen eine Flasche Wein, das Teilzeitkind chillt in seinem neuen Zimmer, freut sich, wie aesthetic es ist und erstellt Listen, was es alles noch braucht. Zum Glück ist bald Geburtstag. 13 schon!

Später treffen das Teilzeitkind und ich uns vor der Glotze und schauen das Finale von The Voice Kids. Dabei können wir überraschenderweise über Paddy bonden, wobei das Teilzeitkind den nur als Michael Patrick Kelly und eben Coach dort kennt. Ich erspare mir eine langen Sermon über die letzten knapp 49 Jahre in seinem Leben und grinse nur ein bisschen in mich hinein.

Dafür reden wir in den Werbepausen über die furchtbaren Werbemechanismen (also ich, teachable moment) und darüber, was man alles nicht mehr kaufen oder nutzen sollte, wenn man keine Nazis oder Faschist*innen jeglicher Couleur unterstützen möchte. Will das Teilzeitkind auch nicht, aber Müller Schokomilch sei ja schon lecker und LOL läuft nun mal auf Amazon Prime usw. usw. Beim Reden fällt mir auf, wie viel den Kids derzeit „genommen“ wird – fast alle Dienste gehören bösen Milliardären, die Trump unterstützen, der Lieblingskakao unterstützt die AfD, die Lieblingsbücher und Filme die sehr erfolgreiche Anti-Trans-Lobby… Da haben die Kids die Pandemie überstanden und jetzt das. Das Klima wird auch noch kaputter gemacht und kurz vor der Siegerehrung läuft dann noch Werbung für den Wehrdienst in der Bundeswehr. Es werden sehr düstere Zeiten.

Kurz vor Mitternacht steht fest, dass Team Kelly gewonnen hat und wir können beruhigt ins Bett gehen. Erste Nacht im neuen Bett und Zimmer für das Teilzeitkind, erste Nacht im neuen Liebstenzimmer und -bett für mich. Ich muss jetzt auch nicht mehr ins Bett und über den Liebsten klettern und habe sogar eine ganz eigene Bettseite, mit Platz für meine Sachen und eigener Steckdose! Es ist nicht alles schlecht…