22.08.2026 – Berliniger Samstag

Also eigentlich Berliner Sonnabend, versteht sich. Die Samstagisierung schreitet aber stark voran, selbst im ostdeutschen Teil des Umfelds.

Heute kann ich ganz wochenendlich den Morgen mal etwas ruhiger angehen lassen und gönne mir ausführlichen Reboot im Bett, Duschen mit Haarewaschen und dann ausführliches Frühstück auf dem Balkon, bis es ans Tagwerk geht.

Das beginnt heute mit einem Einkauf – ein paar Kleinigkeiten fehlen für den Alltag, aber vor allem habe ich heute Abend einen Salat auf eine Party mitzubringen und brauche dafür noch Zutaten. Als ich wieder da bin, habe ich noch genügend Zeit, den Salat zuzubereiten (Süßkartoffel, schwarze Bohnen, Mais, Paprika, Gurke, Tomate, rote Zwiebel mit einem Avocado-Limetten-Dressing und Koriander), bis ich mich wieder auf dem Balkon in meinen Kurs einwähle. Heute sind wir etwas schneller durch als gestern, so dass ich dann kurz nach 14 Uhr meine Sachen zusammenpacken und nach Friedrichshain fahren kann.

Erste Station ist eine Buchhandlung, in der ich nach Geschenken für die beiden Geburtstagskinder auf der Party nachher stöbere und auch bald gut fündig werde, auch wenn das ursprünglich avisierte Buch gerade ausverkauft ist. Beim Stöbern fällt mir auf, wie viel besser als früher ich über die aktuellen Neuerscheinungen informiert bin, seit ich in der Buchbranche arbeite. Immer wieder schön, wie da angenehmes Wissen in mich hineindiffundiert.

Aus der Buchhandlung geht es dann weiter in ein Café. Ich bestelle Chai Latte, Schokoladentorte mit Sanddorn und Käsekuchen mit Apfel und Mandeln und verbringe gute anderthalb Stunden mit Genießen, Schlürfen und Buchlesen – mit Musik auf den Ohren allerdings, weil ich sonst die Gespräche um mich herum nicht ausblenden und mich aufs Buch konzentrieren kann… Nicht ganz das ideale Bild, aber manchmal muss man sich an die Situation anpassen und ich schaffe immerhin einige Kapitel am Stück, juhu!

Nach dem letzten Schluck ist es auch schon fast Zeit, aufzubrechen und so laufe ich voll bepackt weiter nach Lichtenberg, sitze dort noch kurz auf einer Parkbank, bis es auch wirklich 18 Uhr ist, und dann klingele ich und steige hoch zur Doppelgeburtstagsparty.

Das erwachsene Geburtstagskind hat deutlich mehr Gäste als das zehnjährige Geburtstagskind – es sind eben noch Ferien. Der Vorteil ist, dass der Lautstärke- und Hektikpegel deutlich niedriger ist als letztes Jahr und es keine Spiele gibt, sondern einfach nur Gespräche. Und gutes Essen sowieso.

Gegen 21 Uhr ist der offizielle Teil der Party vorbei, was aber hauptsächlich bedeutet, dass das kleinere Geburtstagskind mit seinem Papa nach Hause geht und die anderen Erwachsenen weiterfeiern. Ich gehöre dann kurz nach 1 zu den letzten, die gehen und liege erst gegen 2 mit Noosa im Bett. Aber so soll ein Sonnabend in Berlin ja auch eigentlich sein…

21.08.2026 – Fast schon Wochenende

Wieder eine katzige Nacht, das Noosalein ist dieser Tage insgesamt sehr aktiv, frisst viel mehr als in den letzten heißen Wochen und braucht tags wie nachts viel Aufmerksamkeit. Ich bräuchte mal wieder richtig langen, guten Schlaf, aber die sicherste Methode – eine Nacht außerhalb, hätte zur Folge, dass sie danach erstmal noch anhänglicher ist… Zum Glück gibt es bald öfter die Gelegenheit zum Mittagsschlaf.

Heute jedoch nicht. Heute gibt es nach dem morgendlichen Reboot Balkonoffice und gleich um 9 ein Kurstreffen. Ich entschuldige mich direkt, dass ich noch beim Frühstücken bin, aber den anderen geht es ganz genauso und so essen wir erstmal auf und smalltalken dabei, bevor wir uns an die Arbeit machen. Danach übliche Arbeitsdinge, E-Mails, ein Meeting…

Zum Mittagessen gibt es eine schnelle Sesam-Ramen-Suppe und den Rest Hofbirnen mit Joghurt und Zimt, dazu Maracujaschorle.

Als es dann doch Feierabend und Wochenende ist, fahre ich mit der S-Bahn rüber nach Charlottenburg und treffe die dortige Freundin mit ihren Kindern. Wir haben uns schon wieder ewig nicht gesehen, es gibt sehr viel zu erzählen. Erstmal aber vor allem Kinderbespaßung, die haben wenig Verständnis für Erwachsenenredebedarf. Wir spielen Kaufladen, Knoten knüpfen und entwirren, beim Hopsen und Herumturnen zusehen und bewundern… Nebenbei kocht meine Freundin Abendbrot und dann wird gegessen.

Das kleine Kind will danach direkt ins Bett gebracht werden, mit dem großen Kind lese ich derweil Bücher und wir sprechen über die nächstes Jahr anstehende Schule und über seine Heirats- und Ranzenpläne. Man ist nämlich bereits verlobt!

Später kommt die Freundin wieder dazu und wir sitzen noch zu dritt auf dem Sofa, erzählen vom Urlaub und lustige Witze, bis auch das große Kind bereit ist, auf dem Mamadrachen ins Bett zu fliegen. Die Zeit nutze ich, um kurz mit dem Liebsten zu telefonieren, danach haben die Freundin und ich endlich Zeit für ausführlichen Austausch, nur unterbrochen vom ersten nächtlichen Aufwachen des kleinen Kindes. Gegen 11 verabschiede ich mich dann und wir wünschen uns gegenseitig möglichst viel zusammenhängenden Schlaf diese Nacht.

20.08.2026 – Das Tempo zieht an

Diese Nacht ist wieder sehr zerstückelt, da Noosa und ich versetzte Schlaf- und Wachphasen haben, am Morgen bin ich dann ziemlich gerädert und sie schläft einfach, während ich nach dem morgendlichen Reboot aufstehe, uns Frühstück mache und mich auf dem Balkon-Office einrichte. Das Wetter ist auch eher merkwürdig – zwischen Jacke überziehen und in Decke kuscheln bei bedecktem Himmel und alles abwerfen und schwitzen, sobald die Sonne rausguckt.

Heute wird wieder viel kommuniziert – ein Arbeitstag mit einigen Meetings, nebenher Textnachrichten mit dem Polarmeer, mit dem Berliner Westen, mit dem Liebsten, der sich durch Baustellengewirr ins Büro und zurück kämpft, mit Kanada natürlich und mit dem Lieblingsnachbar auch noch… Gegen Mittag gibt es dann Stullen, einen Obstlesegang im Hof (ein paar Birnen sind einigermaßen mitnahmewert) und einen Einkauf im Haustierbedarf.

Zum Feierabend fahre ich mit Sporttasche und S-Bahn nach Lichtenberg, turne eine ziemlich kräftezehrende Runde im Wasser (mit einem Trainer, der aussieht wie Bad Bunny) und hänge dann für eine längere Session im Dampfbad rum. Sauna hätte ich auch noch gemacht, aber irgendwie habe ich in der Eile das Handtuch vergessen und könnte so nicht liegen, das ist ja dann auch nix.

So also direkt wieder nach Hause und noch in der S-Bahn Sushi fürs Abendbrot bestellen. Zuhause gibt’s Abendessen für Noosa, dann Hausaufgaben für den Kurs morgen und dann endlich das Sushi.

Dazu fange ich auf Netflix einen französischen Film an (auf Französisch, mit französischen Untertiteln), der eine Hausgemeinschaft während des COVID-Lockdowns „begleitet“. Mir den Untertiteln verstehe ich ziemlich viel, aber schon nach der Hälfte fallen mir die Augen zu und ich mache mich bettfertig. Den ganzen Tag über denke ich immer wieder darüber nach, was in den letzten drei Wochen, seit wir wieder in Deutschland gelandet sind alles schon passiert ist und was in den nächsten Wochen alles so ansteht und wie voll mein Kalender ist und dann werde ich noch viel müder. Urlaubsgefühl endgültig vorbei, passend zum Kalender echtes Back-to-School-Feeling…

19.08.2026 – Busy busy

Trotz katzenfreiem Bett nicht so wahnsinnig viel geschlafen, dafür aber am Stück, was sich gleich viel erholsamer anfühlt. Zeit für langen und langsamen morgendlichen Reboot, nachdem ich mich mit der Kaffeemaschine im Hotelzimmer auseinandergesetzt habe. Das Konzept mit den Kapseln ist ja relativ easy zu durchschauen, ich hatte aber drei verschiedene Farben zur Auswahl, ohne Erklärung, was was ist und auch online ließ sich keine Übersicht finden (waren nicht vom Marktführer). Keine Ahnung also, ob ich da jetzt etwas starkes, schwaches oder gar koffeinfreies trinke, ich kippe auf Verdacht einfach mal Kaffeeweißer und Zucker hinzu und denke irgendwas davon wird schon helfen.

Irgendwann ist dann Aufstehzeit, Liebstentelefonat, Fertigmachen zum Frühstück. Das Buffet ist sehr erfreulich, auch wenn die Backzeit der Waffeln auf zu lang eingestellt ist. Selbes Prinzip wie neulich in Fredricton, allerdings gibts hier ein Porzellankännchen für den Teig, statt multipler Pappbecher. Außerdem echten Ahornsirup und falls man den nicht mag sage und schreibe drei Sorten Honig.

Ebenfalls im Raum: Eine Reisegruppe von etwa zehn- bis zwölfjährigen Jungs aus dem fernen Osten, die sehr viel Spaß mit dem Waffeleisen haben und auch sonst den Frühstücksraum zu ihrer Spielwiese machen. Zum Glück bin ich schon eine Weile wach, sonst wäre ich vielleicht nicht nur amüsiert gewesen.

Frühstück vorbei, Zähne putzen, businessfein machen, Koffer packen, auschecken. Der Weg ist nicht weit und so bin ich pünktlich bei meinem ersten Termin, dem ersten von sieben heute. Dazwischen noch fix etwas abarbeiten und ab und an durchatmen, Getränke holen oder wegbringen. Der fünfte Termin ist dann zum Glück ein Business Lunch mit leckeren Tagliatelle mit Pesto und Burrata.

Der letzte Termin geht bis 16 Uhr, dann nehme ich den RegionalExpress zum Hauptbahnhof, besorge mir noch eine Blaubeermilch für die Fahrt (Joghurt war aus) und besteige den Zug, der dank Startbahnhof schon deutlich früher da steht und auch fast pünktlich losfährt. Natürlich gibt es unterwegs wieder die üblichen Verspätungen, aber insgesamt sind es dann doch wieder nur 20 Minuten oder so. Ich vertreibe mir die Zeit mit der aktuellen Folge des Alles gesagt?-Podcasts mit Katja Hoyer und setze nebenbei Bücher von ihr auf meine Wunschliste.

Endlich zuhause bin ich dann kurz vor 22 Uhr. Noch eben Koffer auspacken, Noosa versorgen, mit dem Liebsten telefonieren und dann gibt es zum Runterkommen nach diesen zwei anstrengenden Tagen noch die neue Folge Ted Lasso – genau das Richtige dafür.

18.08.2026 – On the Rail again

Schwierige Nacht, weil unruhiges Katz und genug im Kopf, um von jeder Bewegung nachhaltig wach zu werden. Dementsprechend langsam bin ich dann beim morgendlichen Fertigmachen, das heute neben dem normalen Reboot noch Bürovorbereitung und Kofferpacken enthält. Nebenbei schlürfe ich eine Mate, das hilft ein bisschen.

Wegen des Koffers nehme ich eine leicht andere Route zum Büro als sonst, mit weniger Treppen. Und am Ende mit U-Bahn statt Fußweg über den Fluss, weil es wirklich schon ganz schön spät ist. Das Büro ist dann vergleichsweise leer – mehr von „uns“, aber weniger von den anderen als letzte Woche – die Urlaubszeit schlägt sich nieder. Gibt auch kein Bürofrühstück, aber anlassbezogenen Kuchen von einer Kollegin und ich habe eh noch Müsli und Feigen dabei.

Das übliche Dienstagvormittagsmeeting, dann Bäckergang mit einer Kollegin und Mittagessen in „unserer“ Runde, immerhin durchs Fenster mit Blick auf den Fluss. Es ist kühl heute für Mitte August – morgens waren es nur 14 Grad, später immerhin knapp 20 aber bei grauem Himmel.

Am frühen Nachmittag verabschiede ich mich, rollkoffere jetzt doch über den Fluss und fahre mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof. Der Zug nach Frankfurt fährt auf die Minute pünktlich ab und das muss man ja auch mal positiv erwähnen. Er ist auch halbwegs leer, kein Vergleich zu unseren Erlebnissen am Wochenende.

Er bleibt aber auch, wie vom Liebsten prognostiziert, vor dem Frankfurter Hauptbahnhof noch einmal stehen und landet so am Ende bei 20 Minuten Verspätung. Alles beim Alten also.

Und dann gibt es eine Premiere: Erstmals steige ich in Frankfurt nicht einfach um – etwa in den Zug nach Köln oder das Flugzeug nach Kanada oder irgendwo anders hin, sondern bleibe einfach da. Mit der S-Bahn geht es noch ein paar Stationen – auch der Frankfurter Hauptbahnhof kann kaputte Rolltreppen – und dann bin ich da. Das echte Frankfurt empfängt mich mit einem nicht barrierefreien, dafür sehr bunten S-Bahnhof.

Dann geht es noch durch einen kleinen Park und schließlich ins Hotel, auch das überall mit Stufen, zum Glück bin ich ja seit längerem wieder gut zu Fuß und der Koffer ist leicht.

Der Concierge scheint noch recht frisch zu sein, er weist mich nicht deutlich genug darauf hin, dass mein Zimmer im Erdgeschoss (bzw. Hochparterre) ist UND codiert meine Karte falsch, so dass ich erst vor dem falschen Zimmer im falschen Stockwerk stehe und dann nochmal vor dem richtigen mit der falschen Karte.

Dann klappt es aber und ich kann mein Zuhause für diese Nacht beziehen, mit dem Liebsten telefonieren und mich fürs Abendessen fertig machen.

Die Kolleg*innen hatten mir verschiedene Tipps für Abendessenspots gegeben, aber es ist jetzt schon 20 Uhr, ich bin hundemüde und habe morgen wieder einen langen Tag vor mir, also gehe ich einfach ins Hotelrestaurant, die haben auch Äppelwoi und grie Soß.

Leider nicht mit den angekündigten Handkäsknödeln, was man mir aber erst eine ganze Weile später mitteilt. Nochmal eine ganze Weile später kann ich alternativ das Frankfurter Schnitzel bestellen, was meinen Schnitzelcount für dieses Jahr (evtl. sogar das Jahrzehnt?) innerhalb von vier Tagen von 0 auf 2 bringt. Schmeckt aber ganz gut.

Die grüne Sauce ist wirklich lecker, das Schnitzel auch. Die Kartoffeln und der Salat haben sehr gute und weniger gute Bissen. Alles bisschen halbherzig zubereitet, fürchte ich. Der Apfelwein ist… interessant. Ich mag ja cider und cidre ich mag auch ab und an den Apfelwein, den ich von zuhause kenne, der aber eigentlich keine Kohlensäure hat, sondern eher wie Weißwein, nur halt aus Äpfeln statt Trauben, schmeckt. Der hessische Äppelwoi ist hingegen irgendwas dazwischen, wie sehr saure, etwas schal gewordene Apfelschorle. Muss ich jetzt nicht in Mengen trinken und ist wahrscheinlich der Auslöser für eine ziemlich starke Histaminreaktion, die mir für den Abend dann den Rest gibt.

Ich bin froh, als ich auf dem Zimmer bin, dusche noch ausführlich und lege mich dann bereits kurz vor 10 final ins Bett, ohne mir noch Lesen oder eine Serie vorzunehmen. Lieber das wirklich gemütliche Hotelbett und die katzenfreie Umgebung nutzen, um ein wenig Schlaf nachzuholen!

17.08.2026 – Hallo Woche

Der Wecker klingelt heute halb 7, damit genug Zeit für alles bleibt, bevor ich ein Meeting um Punkt 9 Uhr habe. Eigentlich kein Problem, hätte Noosa mich nicht wieder die halbe Nacht beschäftigt und würde dann gemütlich neben und auf mir pennen, während ich meinen morgendlichen Reboot durchziehe. Ich schaffe es trotzdem und bin sogar ausreichend vor 9 am Schreibtisch, um schnell noch etwas Nahrung einzuwerfen und die E-Mails durchzugehen.

Nach dem Meeting dann Nachbereitungen und Dringendes, bevor ich die Mittagspause vorziehe und nach Mitte fahre, um in der Wohnung der Ellis nach dem Rechten zu sehen und auf dem Rückweg Einkäufe zu erledigen. Dann mit zweitem Frühstück zurück ans Werk.

Am frühen Nachmittag anderthalb Stunden Kurstreffen über Zoom, dann zum Mittag die Poké-Reste von gestern, danach ein Telefonat, dann nochmal weiter bis zum Feierabend. Um 19 Uhr dann noch ein Webinar, bei dem ich mir nebenbei noch Abendbrot mache.

Und dann ist endlich Feierabend, Noosa und ich gucken Anne with an E zu Ende und gehen gegen halb 11 ins Bett und starten einen neuen Anlauf für gutes Co-Sleeping, denn morgen wird es wieder lang und ich schlafe dann auch wieder woanders. Die Woche gibt alles für den Plot!

16.08.2026 – In vollen Zügen

Meine Nacht erkläre ich gegen 7 für beendet, der Liebste hat noch ein Stündchen, bis es ihn nach Kaffee drängt. Den zweiten macht dann er, als ich mich schon ins Wohnzimmer zu Liebstenschwester und Nifftenkind setze. Der Liebstenschwager und er gehen dann Brötchen holen. Wenig später sitzen wir beim Frühstück, mit noch mehr Besuch. Der erste Teil ist Vergnügen, im zweiten Teil kommt die Pflicht: Wir müssen alle sehr viel Torte essen. Ich esse für den Liebsten mit und leiste so einen wichtigen Beitrag zum Familienfrieden.

Gegen Mittag verabschieden sich die anderen Gäste und wir packen unsere Sachen. Eine halbe Stunde vor Aufbruch schaue ich in der App nochmal nach unsere Verbindung und sehe, dass sie nicht mehr fahrbar ist, ohne dass es eine Benachrichtigung gab. Wir disponieren um und müssen plötzlich in sechs Minuten schon die Straßenbahn nehmen. Klappt aber. Als wir am Bahnhof ankommen, kommt die Benachrichtigung, dass der Alternativzug eine halbe Stunde verspätet ist. Wir holen uns koffeinhaltige Kaltgetränke und ich bezahle nochmal 1,50 € für einen Toilettengang außerdem kaufe ich neue Reservierungen für den Zug, schon wieder. Das Bahnchaos ist teuer.

Als es soweit ist, gondeln wir gemütlich eine Stunde nach Hannover, haben dann dort nochmal eine Dreiviertelstunde Aufenthalt und besteigen dann den Zug, für den es keine Sitzplätze mehr zu reservieren gab. Bis Wolfsburg sitzen wir auf dem Boden vor Koffern, danach können wir auf die Plätze von zwei Damen wechseln, denen wir den Weg zu ihren Koffern freimachen mussten. Sie saßen auf unreservierten Plätzen, Bingo! Weiter nach Berlin, dann nochmal unmotiviertes Stehen an der Beusselstraße. Am Ende sind wir nur 40 Minuten später als ursprünglich geplant zurück in der Hauptstadt, zu wenig für eine Erstattung, aber mit so viel mehr Hektik, Aufwand und Rückenbeschwerden…

Weil ich keine Lust habe, vier Stockwerke raufzufahren, fahre ich nur eins rauf und dann direkt wieder runter und nehme die U-Bahn zum Alex. Das dauert durchaus länger insgesamt, aber öfter mal was Neues! Das Umsteigen dauert auch viel länger, wegen der Baustelle, aber dann bringt mich die Straßenbahn gewohnt zuverlässig nach Hause. Noosa bequemt sich nicht von der Couch, um mich zu begrüßen, aber erzählt mir ein paar Takte.

Ich entschuldige mich mit Streicheleinheiten, dann packe ich meine Sachen aus, stelle die Waschmaschine an und bestelle Essen. Bis das ankommt erledige ich Hausaufgaben für meine Kurseinheit morgen.

Vegane Poké Bowl und gebackene Ananas

Zum Essen schaue ich endlich die vielfach angepriesene Doku über die KTV, mit viel Footage vom zweiten Wohnzimmer und dem dortigen Gastgeber. Es folgt ein bisschen Anne with an E (mit viel Drama und der Residential School), dann Badewanne und Bett. Gutes Wochenende, insgesamt!

15.08.2026 – Schulanfang

Heute hat das Nifftenkind Schuleingangsfeier und damit tritt erstmal alles andere in den Hintergrund. Es reicht noch für den gemütlichen Kaffee im Bett samt morgendlichen Reboot, aber dann ist Action angesagt. Frühstück gibt es on the fly, es müssen fünf Menschen durchs Bad und halb 11 aus dem Haus. Das Nifftenkind und seine Eltern machen sich auf den Weg zur Schule, der Liebste und ich laufen am Wasser entlang zur Partylocation.

Dort fallen wir in den festlich eingedeckten Raum ein und dekorieren ihn mit Girlanden, Ballons und Luftschlangen. Leider verbrauchen wir das komplette Helium, so dass wir nicht noch Schabernack damit treiben können. Aber ausmalen dürfen wir immerhin noch!

Als wir soweit fertig sind, sitzen wir eine Weile draußen im Schatten auf einer Bank und schnaufen durch, bis die ersten Gäst*innen in Empfang genommen werden. Insgesamt sind wir am Ende 23 Menschen und zwei Hunde. Als vorletztes und unter großem Jubel läuft das um 20 Zentimeter gewachsene stolze Nifftenkind mit Regenschirm und Zuckertüte (Schultüte heißt das hier im Westen) ein, gefolgt von Mama und Papa mit dem Schulranzen und der nicht minder stolzen Liebstenmama, die der Zeremonie beiwohnen durfte. Es gibt ein großes Hallo, eine erste Runde Auspacken (erst die Schultüte, dann diverse zusätzliche Geschenke der vielen Gäst*innen). Pausiert wird erst, als die Vorspeisen serviert werden.

Bruschetta, Auberginenbällchen, verschiedene Dips und Brot

Dann gehen die anwesenden Kinder erstmal eine Runde stiften und verlustieren sich auf draußen (unabhängig von uns) installierten Hüpfburgen, während die Erwachsenen durchatmen, kühle Getränke zu sich nehmen und erzählen). Es folgt dann der vom Nifftenkind ausgewählte Hauptgang – Schnitzel mit Pommes! Meine Portion hat einen erheblich größeren Gemüseanteil als die der Kinder.

Dann wieder Geschenke auspacken, spielen, Ballons werfen, Tanzen… Irgendwann gibt es Eis zum Nachtisch und noch später eine beachtliche zweistöckige Torte, für die sich das Nifftenkind in sorgfältiger Verkostung für die Sorten Juicy Lemon und White Chocolate Cassis entschieden hat. Wir sind alle sehr zufrieden mit dem Geschmack des Nifftenkinds!

Gegen 18 Uhr löst sich die Feiergesellschaft langsam auf und macht Platz für andere Feiern (unter anderem ein 30. Hochzeitsjubiläum ganz in weiß). Die verschiedenen Großeltern, Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen (nur ein Cousin und das Teilzeitkind waren heute leider verhindert) zerstreuen sich wieder in alle Winde und wir laufen am Wasser entlang zurück in die Wohnung der Liebstenschwester. Dabei die zweite Sichtung von Nilgänsen heute.

In der Wohnung sind wir dann noch zu acht, mit zwei völlig aufgedrehten Kindern und sechs völlig platten Erwachsenen. Gegen 9 geht der letzte Besuch nach Hause und das Nifftenkind wird langsam ins Bett gebracht. Das dauert heute etwas länger als sonst. Gegen 11 dann nur noch wir vier, die Couch und der Fernseher und ich verabschiede mich dann auf einfach ins Bett. Was für ein Tag!

14.08.2026 – Schon wieder Aufbruch

Ein Sommerhomeofficefreitag wie er im Buche steht. Morgendlicher Reboot im Bett, Frühstück und Losarbeit auf dem Balkon.

Müsli mit Apfel, ein Kaffee zwischen Flat White und Cappuccino, Blaubeer-Maracuja-Smoothie

Es ist ziemlich heiß, aber nicht so unangenehm, dass ich auf den schattigen Fußboden flüchten müsste. Zwei Meetings gibt es bis zur Mittagspause, in der ich ein paar Brotreste esse, den Müll runterbringe und Sachen packe.

Zum Feierabend geht es wieder hinaus in die Welt, aber erstmal mit Straßenbahn und S-Bahn zum Hauptbahnhof. Dort besorge ich Reiseproviant, treffe auf den Liebsten und dann steigen wir mit der inzwischen eingeplanten Verspätung in einen Zug. Es ist ein anderer, als der ursprünglich gebuchte, unsere Reservierungen wurden verändert und wir landen in verschiedenen Abteilen. Das vom Liebsten bleibt aber halbleer, so dass ich zu ihm umziehen kann und wir eine entspannte Fahrt bis Hannover haben, wo es unfassbar heiß ist.

Dort heißt es dann umsteigen – laut Bahn-App wartet der Anschlusszug nicht, was aber egal ist, weil der selbst so verspätet ist, dass wir ihn locker kriegen. Zum Glück haben wir auch hier reserviert und haben nach Verscheuchen zweier unglücklicher Passagiere auch wieder einen Sitzplatz. Um uns herum stapeln sich Menschen und Gepäck und der gesamte Gang ist von einer U16-Hockey-Mannschaft auf Hessen belegt, die sich lautstark unterhalten, Spiele spielen und Dating-Tipps geben. In bester Jugendsprache, wie sie auch das Teilzeitkind verwendet. Wir setzen unsere Kopfhörer auf und fliehen. Bei mir gibt’s jede Menge laute Gitarrenmusik, das hilft.

In Bremen ist es auch heiß, trotzdem laufen wir ein paar Straßenbahnstationen, weil der Liebste keine Lust hat, weiter zwischen Menschen zu stehen und auf Züge zu warten. Irgendwann steigen wir dann aber ein und fahren das letzte Stück.

Liebstenschwester und Liebstenschwager begrüßen uns im Flur, das Nifftenkind hat sich vor Aufregung in sein Zimmer zurückgezogen und liegt bereits im Schlafanzug auf seiner Matratze. Ich lege mich dazu und dann wird erstmal gekuschelt. Dann nochmal kurz en famille im Wohnzimmer die Lage und den morgigen Tag besprechen, bevor das Nifftenkind endgültig ins Bett gebracht wird. Die Großen sitzen dann noch bei Bier, Sarti Spritz und Gin Tonic auf dem Balkon, reflektieren den Urlaub und besprechen, was in den zwei Wochen seitdem passiert ist…

13.08.2026 – Noch so ein Sommertag

Aufwachen zwischen Noosa und Liebsten gegen halb 5. Wieder einschlafen ist durchaus eingeplant, fällt dann aber aus einer Vielzahl von Gründen aus. Kurz nach 6 stehe ich auf und koche Kaffee, halb 7 klingelt der Wecker. Gemütlicher Morgen im Bett, halb 8 muss der Liebste los und ich blogge und mache Französisch und Italienisch und die täglichen Rätsel. Um 9 sitze ich mit Laptop und Frühstück auf dem Balkon und arbeite los.

Rosinenstuten mit Kirsch-Johannisbeer-Marmelade, Sencha

Kurz vor der Mittagspause habe ich ein längeres Meeting, danach geht es nach draußen, Kopf frei kriegen, Dinge im Drogeriemarkt und beim Haustierbedarf kaufen. Unter anderem ein neues Kratzspielzeug für Noosa, das sie später am Tag, wenn keiner guckt, ordentlich einweihen wird.

Direkt nach der Mittagspause noch ein Meeting und erst danach habe ich Muße fürs eigentliche Mittagessen und mache mir Spaghetti mit Bottarga, Anchovis, Kapern, Tomatenmark, Zitronensaft und Petersilie.

Von dort ist es dann nicht mehr weit bis zum Feierabend und ich fahre zum ersten Mal seit langem wieder zum Sport – heute sind ja nur 28 Grad, da kann man auch mal ins Fitnessstudio gehen. Der Kurs ist angenehm leer, das Planschen macht Freude, wenn auch die körperliche Anstrengung erstmal ungewohnt ist. Danach Dampfbad und wenigstens mal kurz in die Sauna – für längere Ausschweifungen dort muss es erstmal wieder herbstlicher werden, aber das ist ja nur eine Frage der Zeit.

Heimweg immer noch im Hellen, „Abendbrot“ dann wieder auf dem Balkon. Es gibt sehr viel Mango-Lassi aus dem Rest Joghurt, TK-Mangos, Erbsenmilch und dem Rest Rosenwasser. Achja und es trudeln gleichzeitig meine Wahlbenachrichtigung und meine Briefwahlunterlagen ein, ich bin dem System mal wieder voraus.

Telefonat mit dem Lieblingsnachbarn, Familienchat zwischen Kanada, Grönland und Berlin und dann fragt der Liebste rücksichtsvoll, ob er die neue Folge Ted Lasso schon ohne mich gucken darf. Wir entscheiden uns für parallel und sind beide sehr angetan. Danach wechsle ich mit Noosa aufs Sofa und wir gucken Anne with an E, bis mir die Augen zufallen. Staffel 2 geschafft!