24.02.2026 – Volldampf

[Einschub aus dem morgendlichen Reboot: Weil ich eben bei Horax darüber las, dass man oft alte Texte von sich selbst liest und keinerlei Erinnerung daran hat, sowas schon mal geschrieben oder gedacht zu haben – geht ihm so, ging Lichtenberg so, geht mir so – fiel mir dazu ein Zitat aus „The Importance of Being Earnest“ ein:

I never travel without my diary. One should always have something sensational to read in the train.

Lässt sich so auch aufs Bloggen übergehen, das Telefon hat man ja auch immer dabei…]

Sehr zerstückelte Nacht, erkältungsbedingt und weil in meinem Kopf die vielen neuen Eindrücke von gestern Achterbahn fahren. Trotzdem nicht ganz so viel Zeit für den morgendlichen Reboot gehabt, weil ich heute früher im Büro sein möchte. (Büro! Wie krass ist das denn auf einmal? Muss das erst mal in Ruhe realisieren, dass das jetzt so plötzlich wieder mein Leben ist.) Ich frühstücke ein schnelles Porridge mit Blaubeeren und Ahornsirup und einen Kaffee, während ich mit dem Liebsten telefoniere, mache mir einen Ingwertee für unterwegs und ein Aspirin Complex für gleich jetzt und dann bin ich auch schon aus der Tür.

Heute teste ich eine andere Route, mit der Straßenbahn zum Alex wie „früher“ und dann mit zwei U-Bahnen weiter nach Kreuzberg. Geht erstaunlich gut und schnell und ich habe sogar fast durchgehend Sitzplätze. Wird als gangbare Variante auf jeden Fall vorgemerkt.

Im Büro erstmal kurz ankommen, Ingwertee wieder aufgießen, weitere Kolleg*innen kennenlernen (Dienstag ist der Tag mit der höchsten Vor-Ort-Präsenz), E-Mails und Terminkalender checken und dann erstmal Bürofrühstück mit allen, inklusive sehr niedlichem Bürohund. Schön!

Dann geht es weiter mit der Einarbeitung, es gibt weiter viel zu lesen, erkunden, einzurichten, Fragen zu notieren… Dann der erste Call des Tages und kurz danach ist es schon Zeit für die Mittagspause, die wir heute in größerer Runde mit mitgebrachtem Essen und Spreeblick verbringen.

Gestern Abend noch zusammengeworfener Salat aus Kichererbsen, Avocado, Gurke, Karotte, Apfel, Petersilie, Koriander, Olivenöl und Limettensaft

Nach dem Essen ein Vor-Ort-Meeting und dann noch insgesamt vier Calls. Die Zeit verfliegt nur so und schon ist wieder Feierabend.

Heute holt mich der Liebste ab. Kurz nach Sonnenuntergang spazieren wir an der Spree entlang und rüber nach Friedrichshain, nehmen dann die Straßenbahn in den Prenzlauer Berg und gehen dort schön essen. Feste feiern wie sie fallen und so.

Campari Soda
Caponata auf „Burrata-Creme“, also vermutlich auf Stracciatella
Tagliolini ai frutti di mare

Zum Essen trinken wir einen Weißwein von Fabrizias Familie und haben uns viel zu erzählen. Dann spazieren wir zusammen zur S-Bahn, mit der der Liebste zurück nach Südberlin fährt und ich laufe nach Hause. Die Katzen sind heute ganz alert an der Tür, die Futternäpfe sind nämlich schon leer und warum bitte gibt es denn erst um 10 Abendbrot?? Ich füttere, putze mir die Zähne und falle ins Bett. Schon bevor ich fertig nachgelesen habe, was sonst noch so in der Welt passiert ist, schlafe ich tief und fest.

23.02.2026 – Kapitel 1

Gut geschlafen aber dann doch sehr früh aufgewacht, so früh, dass es Zeit für den gesamten morgendlichen Reboot gab, bevor ich auch nur den Gedanken hatte, jetzt aber endlich aufstehen zu müssen. Dann Frühstück für die Katzen und mich.

Joghurt mit Mango-Müsli, Matcha Latte

Dann duschen, anziehen, Sachen packen, Aspirin Complex einflößen und raus in den Tag. Auf dem Weg zur Straßenbahn telefoniere ich mit dem Liebsten, in der Bahn selbst ist die akustische Untermalung die eine Seite des Telefonats einer lautstark ungehaltenen jungen Frau. Am anderen Ende der Bahnfahrt nochmal laufen, vom Osten in den Westen, über die Spree und dann bin ich da am neuen Büro.

Erstmal gibt es eine Führung, ein Heißgetränk aus der Küche und die Begrüßung der anwesenden neuen Kolleg*innen (nicht viele, es ist Montag), dann ein wenig Bürokratie und den Dienst-Laptop. Dessen Einrichtung mit allen notwendigen Passwörtern und Zugängen benötigt den Großteil des Vormittags. Hallo, Office-Suite, lange nicht gesehen, hast Dich verändert, seit wir im alten Job vor 14 Jahren oder so auf Google umgestiegen sind! Dann noch ein kurzer Check-in mit der mich einarbeitenden Kollegin und dann lasse ich den Laptop noch ein Betriebssystem-Update machen, während wir zum Mittagessen gehen.

Pho Bo (heißt hier „Pho Love“) und einen Tee mit Apfel, Ingwer und Himbeeren

Wieder zurück im Büro gibt es die nächste Aspirin Complex und dann eine ausführlichere mentale Runde durch meinen neuen Aufgabenbereich und anstehende Termine, während draußen mit Regen und Sturm die Welt untergeht und der Fluss davon sogar aufwärts fließt.

Nach dem ersten Videocall lese ich mich noch ein wenig durch E-Mails und Übergaben und dann ist auch schon Feierabendzeit. Der Sturm hat nachgelassen, aber ich kämpfe mich durch den Regen zur Straßenbahn und nehme den gleichen Weg zurück.

Zuhause erstmal Katzen füttern – die Biester erwarten mich nicht an der Tür, sondern tauchen erst verspätet und verschlafen auf, Frechheit! Ist aber auch schon dunkel. Dann mache ich mir selbst einen Schnittchenteller und heißen Sanddornsaft.

Dann nochmal gucken, was die private Seite des Internets heute so getrieben hat, mit dem Liebsten und den Ellis telefonieren und dann bin ich auch schon wieder bettreif – der Schnupfen sowieso. Licht aus vor 10, ganz brav!

22.02.2026 – Letzter Sonntag vor der Autobahn

Passend dazu, dass das Leben ab morgen mal wieder ein neues Kapitel aufschlägt schon gegen 6 aufgewacht. Zum Glück war ich aber vorgestern ja früh im Bett, so dass ich das locker wegstecke. Ganz geruhsamer morgendlicher Reboot also, Internet leer lesen, Bloggen (erstmals für Gegenleistung, zumindest privat), Französisch, Italienisch, Rätsel, dazwischen telefoniere ich mit dem Liebsten. Irgendwann dann Frühstückszeit.

Die Erkältung muss jetzt langsam mal endgültig weg, deswegen püriere ich eine „ganze halbe“ Zitrone mit Ingwer, gieße mit heißem Wasser auf rühre Honig hinein. Der Rest heißes Wasser kommt einerseits auf Sanddornsaft, andererseits auf vietnamesisches Kaffeepulver. Ansonsten Brot mit Ziegenkäse, Crowdfarming-Orange, Crowdfarming-Zimtapfel und den letzten Chocolate Chip Cookie von gestern.

Zum und nach dem Essen gibt es Podcasts zur Vorbereitung auf morgen und als ich damit durch bin ist es auch schon Zeit für den politischen Höhepunkt des Tages: Das Goldmedaillenspiel der Männer im Eishockey zwischen den USA und Kanada. Meine kanadische Timeline ist sehr aufgeregt, auch weil dieser historische Moment für sie so früh am Tag stattfindet. Ich lasse mich anstecken und gucke mit, auch wenn ich Curling viel entspannter und angenehmer zu verfolgen finde. Das erinnert mich an damals, 2008 kurz vor Weihnachten in einem Vorort von Ottawa. Ich war bei einer Freundin zu Besuch und wir gingen alle zusammen zu einem Hockey-Spiel der örtlichen High-School-Mannschaften. Es gab die Nationalhymne, laute Musik, Showprogramm, Kaffee, Softdrinks und Beaver Tails. Gespielt wurde glaube ich auch, aber nach zwei Dritteln gingen wir nach Hause, denn die Kinder (damals 6, 5 und 2, heute dementsprechend älter, wie ich beim Scrollen durch Instagram immer wieder kopfschüttelnd feststelle) mussten ja ins Bett.

Ähnlich aufmerksam verfolge ich auch das Spiel heute, das Spannende findet in meiner Timeline statt. Also bis die USA in der Nachspielzeit durch ein Golden Goal gewinnen (heißt das beim Eishockey so?). Das ist sehr ärgerlich für die geschundene kanadische Seele und natürlich trutht jemand bei den südlichen Nachbarn kurz danach triumphierend vor sich hin und die Machtzentrale des heißesten Lands der Erde spottet kurz danach ebenfalls in den sozialen Netzwerken. Vielleicht doch ganz gut, dass Olympia dann jetzt vorbei ist. (Kurz Luft anhalten, was diesmal kurz danach für Furchtbarkeiten passieren…)

Ich bestelle mir dann doch keine Trotz-Poutine, sondern koche mir ein Süppchen mit Nudeln, Algen, Chili, Spinat, Zitronengras, Chili, Fischsauce und Limettensaft. Immer noch Mission „Viren raus!“. Dazu gucke ich zur Beruhigung der Nerven How do you know, den mir die Streaming-Plattform wohl als Reaktion auf den gestrigen Film vorschlägt. Ich wundere mich sehr, warum ich diese RomCom noch nicht kenne – mit Reese Witherspoon, Owen Wilson, Paul Rudd und Jack Nicholson als Paul Rudds kriminellem Unternehmervater?? Ist jetzt kein Highlight der Filmgeschichte, aber doch unterhaltsam.

Danach geht es in die Badewanne und gegen 22 Uhr ins Bett, Kräfte sammeln für was kommt.

21.02.2026 – Mission Sherlock Holmes

So, heute muss wieder ein bisschen Bewegung in die Sache kommen, heute findet nämlich eine kleine Premiere statt, doch dazu später mehr. Erstmal ausführliches Frühstück vorbereiten mit wieder jede Menge Getränken.

Vietnamesischer Kaffee mit Sahne, heißer Sanddorn mit Flohsamenschalen, frisch gepresster O-Saft mit Kokoswasser und Salz, Pfefferminztee mit Ingwer und Zitrone. Dazu Brombeermüsli mit Joghurt und Apfel

Nach ausführlichem morgendlichen Reboot am Frühstücksbüffet raffe ich mich auf, schmeiße einen Podcast nach dem anderen an und kümmere mich um den Haushalt. Das Bett wird frisch bezogen, das Katzenklo im Bad durchsiebt, dann das Katzenklo auf dem Balkon auch – der Schnee schmilzt grad endgültig weg laut Wetter-App, am Donnerstag werden 17 Grad – die Glasflaschengetränkekisten wandern nach den letzten sehr kalten Tagen zurück auf den Balkon, ebenso wie das bisher unausgepackte Paket Katzenfutter. Dann noch zwei Runden Müll runterbringen und schon geht es an den Schreibtisch für ein paar Stunden im Projekt.

Bald wird es Zeit für Aufbruch: Ich pfeife mir eine Ladung Aspirin Complex rein und mache mich auf den Weg, mit dem Fuß und der S-Bahn rüber nach – immer noch Pberg, aber knapp. Dort hole ich mir schnell ein paar Chocolate Chip Cookies zum Snacken und treffe dann auf den Liebsten und das Teilzeitkind. Wir haben großes vor, denn Escape Berlin hat uns (mich) eingeladen, ein kostenloses Escape Game bei ihnen zu spielen und darüber zu berichten. Die ursprüngliche Einladung ist ehrlicherweise schon ewig her – präpandemisch und sogar schon prä-Liebster+Teilzeitkind. Irgendwie hat es damals nicht gepasst, dann gab es Terminschwierigkeiten, dann Pandemie, dann hatte ich es vergessen und dann irgendwann kam eine Erinnerung und ich beschloss Nägel mit Köpfen zu machen.

Heute also ist es soweit, inzwischen ist das Set-up auch perfekt, das Teilzeitkind ist alt genug für die schweren Räume und wir Drei haben uns im letzten Sommerurlaub ins kooperative Spielen eingegroovet. Zeit, als Detectives von Scotland Yard Sherlock Holmes zu finden, der irgendwie in seiner eigenen Wohnung verschwunden ist! Erstmal müssen wir allerdings im Vorraum warten, der voller aufgekratzter Kinder ist, die auf ihre eigenen Escape Rooms oder Laser Quest Einsätze warten. Das Teilzeitkind ist leicht genervt (noch drei Monate bis Teilzeitteenie!), was sich aber schnell gibt, sobald wir endlich dran sind.

Wir werden in einen spärlich und viktorianisch eingerichteten Raum geführt, dann geht die Tür zu und die Zeit läuft. Wir sollen und dürfen alles untersuchen, alles öffnen, was wir ohne Gewalt aufkriegen. Wenn es gar nicht weiter geht, gibt es über den Bildschirm oben Hinweise. Wie die Profis schwärmen wir aus und durchstöbern das Zimmer, die Schränke, die Sofakissen und finden bald erste Hinweise. Einige können wir direkt kombinieren, andere werden später wichtig. Mit vereinten Kräften (und dem einen oder anderen Hinweis über den Bildschirm, meist nur Kleinigkeiten) lösen wir Rätsel, öffnen versteckte Räume, entschlüsseln Codes, führen Experimente durch und finden am Ende erfolgreich den Meisterdetektiv – knapp vor Ende des Countdowns.

Ich bin ziemlich beeindruckt davon, wie gut wir das machen, wie jede*r von uns mal einen hellen Moment hat, wie Dinge, die man irgendwo aus dem Augenwinkel gesehen hat, später Sinn ergeben. Eigentlich ist der Raum für 5 Personen ausgelegt und es gibt Situationen, wo man zu mehreren schneller sein könnte – vorausgesetzt man kommuniziert gut, aber wir schaffen es auch zu dritt gut, vor allem mit einem schlauen und beweglichen zwölfjährigem Kind, einem strategischen Gamer wie dem Liebsten (Das Ganze ist wie ein Point-and-Click-Adventure IRL!) und einer gründlichen Sucherin wie mir. Wir sind schon ein eingespieltes Team. Die Hinweise über den Bildschirm brauchen wir fast nur, wenn wir zwar einen Weg richtig erkannt, uns aber im Detail verlaufen haben – nur einmal werden wir überhaupt erst auf den Weg geführt und das vermutlich auch nur, weil der Spielleiter die Zeit im Auge hatte – herausgefunden hätten wir es auch ohne den Hinweis noch.

Wir haben jedenfalls richtig viel Spaß und werden das Erlebnis gerne weiterempfehlen und ggf. auch verschenken – auf jeden Fall etwas für Leute, die gerne rätseln, quizzen, knobeln oder gemeinsam Probleme lösen. Es empfiehlt sich übrigens, jemanden dabei zu haben, der keine Rückenprobleme hat – manchmal muss erst wer kriechen, damit später alle aufrecht gehen können – und die gesamte Anlage ist leider nicht barrierefrei. Vielleicht nehmen wir drei demnächst auch nochmal einen der vielen anderen Räume unter die Lupe (pun intended). Außerhalb Berlins gibt es die übrigens auch. Danke nochmal für die Einladung an Escape Berlin!

Wir verabschieden uns an der S-Bahn, das Teilzeitkind fährt zurück zu Mama, der Liebste nach Südberlin und ich in mein Bett im Pberg. Es gibt wieder viel Tee und dann bestelle ich mir eine große Portion Sushi – Ingwer und Wasabi sind ja so gut für Erkältungen…

Dazu und danach schaue ich bis zur Schlafenszeit weiter Younger. Ich habe nochmal nachgefragt, was die Lichtenberger Freundin daran an mich erinnert und sie meint, ich bewege mich wie Sutton Foster. OK, damit kann ich leben. Außerdem bin ich inzwischen invested in ihre Beziehung und verfolge außerdem gespannt die Dynamiken in ihrem Verlagswelt-Job. Alles Recherche!

20.02.2026 – Kuriertag

Die wichtigste Aufgabe gerade: Erkältung aus- und wegkurieren. Deshalb heute zum zweiten Mal aus gesundheitlichen Gründen (letztes Mal: Eissturzfolgen) das Geburtstagsessen mit der besten Freundin verschoben und vorwiegend im Bett geblieben. Dazu alle Hausmittelchen, die so zur Verfügung stehen und passend erscheinen ausreizen.

Heißer Sanddorn mit Flohsamenschalen, Ingwer-Zitrone-Tee mit Honig, Apfelsine, Apfel, Zimtapfel, Käsebrot (vorletzter Harzer), Schokobrot

Trotz Bett komme ich einigermaßen im Projekt weiter, erkläre einer Buchhaltung so lange, was auf meine Rechnung gehört, bis die vierte Ausfertigung stimmt, und wasche Wäsche.

Zum Mittag gibt es Pasta mit Avocado, Limettensaft, Koriander, Ziegenfrischkäse und Cayenne-Pfeffer. Danach brauche ich einen ausgiebigen Mittagsschlaf und nach diesem reicht es mir dann auch mit Projekt und ich gebe mich dem Krankheitsgewinn hin, schlürfe Tee und gucke Sachen:

  • Ein paar Folgen Letterkenny
  • Mal wieder die Netflix-Verfilmung von Persuasion
  • Sweet Home Alabama, auch nicht zum ersten Mal, aber angesichts der Entwicklungen in den USA hittet der auch nochmal diffferent
  • Ein paar Folgen Younger, nachdem eine Freundin gesagt hat, dass die Protagonistin sie an mich erinnert… Ist amüsant und auch schön zu sehen, was Sutton Foster so zwischen Bunheads und AYITL gemacht hat, aber ich sehe die Ähnlichkeit noch nicht…

Irgendwann zwischen dem Fernsehmarathon gibt es noch einen Schnittchenteller und dann ist auch wieder relativ schnell Schlafenszeit. Virus raus, Virus raus!

19.02.2026 – Knallhart ins Draußen

Schon wieder gut und lange geschlafen – ich kann es noch! Dann erstmal total krank gefühlt, bis die erste Ladung Schleim aus dem Kopf verschwunden und das erste Heißgetränk eingefüllt ist und ab da geht es eigentlich. Ich mache mir ein ausführliches Frühstück mit erstaunlich vielen Getränken und verspeise es zum Rest des morgendlichen Reboots.

Erdbeer-Mandel-Müsli, frisch gepresster Blutorangen-Orangensaft mit Kokoswasser, heißer Sanddorn-Granatapfel mit Flohsamenschalen, vietnamesischer Kaffee mit Kaffeesahne, Ingwer-Mango-Maracuja-Shot

Danach beschäftige ich mich wieder mit dem Unternehmen-Behörden-Problem, das immer paradoxere Züge annimmt. Die Beiden unterstellen sich gegenseitig Dinge und verlangen vom jeweils anderen Bescheinigungen, aber statt das untereinander zu klären, muss ich vermitteln, weil ich ja schließlich etwas will. Es sieht aber inzwischen nach Klärung aus.

Dann Projektarbeit und ab 13 Uhr ein anderthalbstündiges Webinar. Als das vorbei ist, scheint draußen die Sonne und das Quecksilber ist über den Schmelzpunkt geklettert. Ich dusche schnell, ziehe mich an und wage mich ins Draußen. Mit S- und U-Bahn geht es nach Moabit, ein Rezept bei einer Fachärztin abholen, bevor ich ab nächster Woche zeitlich weniger flexibel bin. Dann in die Apotheke, dort gleich noch weitere Medikamente abholen (u. a. etwas gegen den aktuellen Infekt, das dazu dafür, dass auch gleich gratis Taschentücher in der Tüte landen. Und Handcreme, wahrscheinlich, weil ich einen dreistelligen Betrag bezahle. Ich habe schon jede Menge Gratishandcreme, am Nachttisch, am Schreibtisch, im Badschrank, in der Handtasche, im Rucksack… braucht jemand Handcreme?). Dann geht es mit U- und S-Bahn zurück in den Pberg und auf dem Heimweg gleich noch einkaufen.

Wieder in der Wohnung bin ich ganz schön platt von der Tour, war ja auch fast zwei Stunden unterwegs. Zur Stärkung gibt es ein Mohngebäckstück und eine Sanddornschorle, während ich mich weiter durchs Projekt wühle.

Kurz nach 18 Uhr beschließe ich dann Feierabend und Abendessenkocherei. Ich mache mir Nudeln mit den Dingen, die es sonst zu Mantı gibt – jedenfalls ungefähr. In einer Pfanne brate ich Knoblauch in Olivenöl und Butter an und gebe Tomatenmark und den Rest Chili-Dip von den Dumplings neulich an. Außerdem vermische ich türkischen Joghurt mit Olivenöl, Salz, und TK-Kräutern (Koriander, Dill und Petersilie) und vermische den dann mit den Nudeln. Oben drauf das Tomatendings und Röstzwiebeln – schmeckt fast wie original, nur dass die Nudeln eben nicht gefüllt sind.

Abendunterhaltung sind dann soziale Medien (u. a. über Andrew Mountbatten-Windsors Geburtstagsüberraschung), Podcasts zur Vorbereitung auf nächste Woche und zwei Kapitel in Ásta Sigurðardóttirs Streichhölzern, mehr macht der Schleim im Kopf grad nicht mit. Die Kapitel lese ich in der Badewanne, den Rest im Bett und kurz nach 23 Uhr ist wieder Licht aus.

18.02.2026 – Mühsam, Eichhörnchen

Gut und lange geschlafen, das muss man ja auch mal schreiben. Und dann ist da halt trotzdem wieder dieses Erkältungsdings, das völlig unpassend die Nase gen Himmel reckt. Ich könnte mir diese Woche wirklich schöneres vorstellen, als mich schon wieder mit Unmengen Schleim zu befassen. Allerdings ist ja von mir weitgehend unbemerkt der Februar schon wieder fast rum und ab dem Wochenende laut Wetterbericht quasi früher Frühling, vielleicht ist es also die letzte Erkältung dieses Winters? Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. (Und ich blame ein bisschen die zweite Band in dem Punkschuppen am Freitag, die stolz verkündet hat, dass sie heute spielen, obwohl sie alle angeschlagen sind…)

Trotzdem bleibt der Vormittag langsam und gemächlich und findet gestärkt mit heißem Sanddorn-Granatapfel weitestgehend im Bett statt. Kurz vor 11 stehe ich dann auf und mache mir Frühstück.

Brot mit Ziegenfrischkäse und Gouda, Brot mit Harzer Käse und (Lifehack!) Zitronenmarmelade, Blutorange, Ingwer-Mango-Maracuja-Shot, Ingwer-Kurkuma-Thymian-Zitronentee

Kurz nach 11 bin ich mit der Freundin in Madrid zum Telefonieren verabredet und sie nimmt mich mit auf einen knapp einstündigen Spaziergang durch ihre Stadt. Es gibt Demonstrationen, Baustellen und Tourist*innen zu sehen und nebenbei erzählen wir uns die Neuigkeiten der letzten Monate. Danach geht sie zurück an die Arbeit und ich an mein Projekt.

Früher Feierabend kurz nach 17 Uhr, aber ich habe ordentlich was geschafft und kann mich jetzt dem Abendbrot widmen. Komischer Tag mit nur zwei Mahlzeiten, ich schiebe es auf den Schleim.

Kartoffelbrei, Kabeljau-Filet, grüne Bohnen. Mehr gesunder Tee, eine Cherimoya zum Auslöffeln

Während des Kochens und Essens höre ich Podcast, danach beschließe ich den Abend mit einer doppelten Portion Josh Johnson – erst im (Video-)Podcast von Michelle Obama und ihrem Bruder Craig Robinson, dann mit dem dieswöchigen Special. Und schon ist wieder Bettgehzeit, kann man Nix machen!

17.02.2026 – Neues Jahr

Heute nun beginnt das neue Mondjahr offiziell, nachdem wir es gestern munter begossen (und mit Essen beworfen) haben. Ich beginne das Jahr gemütlich im Bett liegend, der Liebste hingegen muss früh raus und zum ersten Mal in diesem Kalenderjahr ins Büro. Ich hingegen trinke entspannt meinen Kaffee, vollende den morgendlichen Reboot und treffe mich dann kurz nach 9 mit der Mitbewohnerin des Liebsten und ihrem Freund in der Küche. Wir haben uns zum Käse-Tasting verabredet, der dänisch-estnische Freund möchte Insiderwissen zu deutschem Käse, bzw. dem, den Deutsche so im Alltag kaufen. Ich habe mich nicht lumpen lassen und gestern auf dem Heimweg vom Sport fünf Sorten gekauft, davon drei Ostdeutsche, aus Gründen.

Es gibt Emmentaler und Bergkäse aus dem Allgäu (die Schnittkäses aus dem Norden waren mir zu nah an dem, was er aus Dänemark eh kennt) und dann „von uns“ Altenburger Ziegenkäse, Harzer Käse und Rügener Badejunge (wird inzwischen auch in Thüringen produziert). Dazu essen wir Teilzeitkindbrötchen und Salzbutter und wie erwartet findet der Bergkäse den meisten Anklang, während der Harzer der „Interessanteste“ ist. Ich werde die Schnittkäses hier lassen, die werden vom Großteil der WG gegessen, die Weichkäses nehme ich später mit zu mir nach Hause.

Dann setze ich mich ein paar Stunden an mein Projekt, bis es gegen 14 Uhr Zeit ist, aufzubrechen. Mit S-Bahn, U-Bahn und U-Bahn geht es nach Kreuzberg, an einen U-Bahnhof, an dem ich vor 16 Jahren sehr regelmäßig war und seitdem kaum nach. Ab nächster Woche dann wieder regelmäßig, so schließt sich ein Kreis. Damit das klappt, bin ich heute hier um drei Unterschriften zu leisten. Danach erstmal die Änderung veratmen und aufs Wasser gucken!

Ich laufe am Wasser entlang, über die Brücke nach Friedrichshain und dann fahre ich mit der Straßenbahn zurück auf den Prenzlauer Berg. Die Katzen sind erfreut, mich wiederzusehen und bekommen erstmal Streichelungen, Snacks und ein frisch durchgesiebtes Katzenklo. Dann packe ich die Crowdfarming-Obstkiste aus, die gestern mal wieder einen Tag früher als angekündigt geliefert wurde.

Navel-Orangen, Avocados und Cherimoyas

Dann lege ich mich mit einem Ingwer-Mango-Maracuja-Shot und einem Yuzu-Tee aufs Bett. Seit gestern kratzt es wieder im Hals, entweder kommt der letzte Infekt schon wieder zurück oder der nächste klopft bereits an. Dafür habe ich jetzt keine Zeit, das muss im Keim erstickt werden! Zu diesem Behufe bestelle ich mir dann gleich noch chinesisches Abendbrot mit viel Chili und Knoblauch.

Wantans mit Schweinefleisch und Garnelen in Chili-Öl, vegetarische Jaozi mit Pilzen, Tofu und Bok Choy, Gurkensalat mit Knoblauch und Chili

Dann telefoniere ich mit dem inzwischen heimgekehrten Liebsten, erledige einiges an Korrespondenz und Dingen von der To-Do-Liste. Gegen 20 Uhr lege ich mich nochmal in die Badewanne und gegen halb 10 ist dann einfach mal Schlafenszeit angesagt – Hau ab, Virus!

16.02.2026 – Lunar New Year

Der Wecker klingelt früh, hier muss ein Teilzeitkind pünktlich los zur Schule. Für den Liebsten und mich hingegen gibt es erstmal Kaffee im Bett und morgendlichen Reboot. Als er an den Schreibtisch geht, mache ich uns Teilzeitkindbrötchen zum Frühstück, dann stürze ich mich in die Projektarbeit.

Ab mittags wird dann sehr viel telefoniert und koordiniert. Ich werde mich noch eine Weile von dem Teufelskreis zwischen zwei Unternehmen und einer Behörde erholen müssen, in den ich geraten bin. Inklusive Warteschleife, zweimal! Dann aber ist irgendwann alles so weit wie aktuell möglich geklärt und der Liebste hat auch irgendwann Feierabend.

Wir stapfen durch frisch fallenden Schnee zum Fitnessstudio und drehen eine kurze Runde durch Pool, Dampfbad, Ruheraum, Sauna, Ruheraum.

Auf dem Heimweg Einkäufe und dann sind wir kurz nach 19 Uhr wieder zuhause, wo bereits die Party zum Lunar New Year steigt. Die koreanische Mitbewohnerin und ihr dänisch-estnischer Freund haben Freund*innen aus Großbritannien, USA, China, Iran und Japan eingeladen und ein riesiges Festmahl vorbereitet, zu dem wir uns jetzt niedersetzen.

Die ganze Pracht
Bibimbap
Vietnamesische Sommerrollen, koreanische Teigrollen, Seidentofu mit Spinat und Erdnusssauce, südchinesisches scharfes Rind mit Kartoffeln
Japchae
Dänischer Kuchen
Bubble Tea
Scharf-süß-salzige japanische Snacks

Vegane Donuts, Wein und koreanischen Reiswein gibt es auch noch. Und viel zu erzählen und zu lachen. Der Liebste ist mit Abstand der Älteste am Tisch, ich bin mit noch mehr Abstand die Zweitälteste. Die meisten sind in den Neunzigern geboren, einige in den Nullern. Spannend zu sehen, welche kulturellen Phänomene universell sind und welche eher nicht. Geographisch gesehen nähern sich die Kulturkreise jedenfalls an, während China, Korea und Japan am Tisch noch nichts von Bob Marley gehört haben (Iran, UK, USA und wir hingegen schon), kennen wir alle Heated Rivalry, zumindest dem Namen nach. Dank der sozialen Medien kann ich auch bei allen Memes der jungen Leute mitreden und zum Beispiel Witze über japanischen Cheesecake machen. Die jungen Menschen sind sehr nett zu uns alten Säcken.

Irgendwann gegen 11 ist allgemeiner Aufbruch, alle müssen noch ein ganzes Stück fahren bis nach Hause. Wir Hiergebliebenen räumen noch die erste Runde Küche auf, dann schauen der Liebste und ich im Bett noch eine Folge Letterkenny und dann ist auch dieser wundervolle Tag zu Ende.

15.02.2026 – WG-Sonntag

Wieder eine Nacht mit Loch, von halb 5 bis halb 8 liege ich wach, dann schlafe ich wieder ein und als der Liebste gegen 10 aufwacht, denkt er, ich hätte viel geschlafen. Naja. Dafür kam ich ansonsten erstmal liegen bleiben, denn die WG hat Putztag und ich bin ja zum Glück nur zu Gast. Gegen 12 dann wird der Frühstückstisch gedeckt. Der dänisch-Estnische Freund der Mitbewohnerin hat Fastelavnsboller mitgebracht, ich probiere den mit Johannisbeersahne, sehr lecker.

Danach lege ich mich einfach wieder hin, der Liebste zockt eine Runde, die Mitbewohnerin und ihr Freund sitzen an ihren jeweiligen Uni-Hausaufgaben und das Teilzeitkind macht Teilzeitkinddinge, in dem Fall Brötchen backen. Es gibt pure Brötchen, Brötchen mit Sesam, Brötchen mit Oliven, Brötchen mit Zwiebeln und Brötchen mit Gewürzmischung.

Zum frühen Abend hin holen der Liebste und das Teilzeitkind Pasta beim Stammitaliener – das Kind wollte nur backen, nicht essen.

Damit setzen wir uns auf die Couch und gucken auf Kinderwunsch ein paar Folgen Percy-Jackson-Serie. Danach noch ein wenig Plauderei und Urlaubsplanung, außerdem stelle ich fest, dass das Teilzeitkind in etwas mehr drei Monaten ein Teilzeitteenie ist. Wann ist das denn passiert? Ich bloggte doch neulich noch, wie ich es in den Kindergarten bringe…

Ins Bett muss aber auch ein großes Kind irgendwann und dann schauen der Liebste und ich noch ein wenig Letterkenny, bevor mir die Augen zufallen.