Ich bin ja gestern sehr früh ins Bett gegangen, werde dann aber mitten in der Nacht (im Dunkeln, die Phase ist in dieser Jahreszeit ja eher kurz) von Gejubel geweckt, das aus irgendeinem der vielen offenen Fenster im Innenhof schallt. Mehrere Stimmen sind das, ich vermute also im Noch-Halbschlaf, dass Deutschland wohl beim Fußball gewonnen hat. Ich drehe mich um, versuche nochmal einzuschlafen, aber dann drückt die Blase und ich werde richtig wach. Ein Blick aufs Telefon zeigt, dass ich mich geirrt habe: Paraguay hat gewonnen, Deutschland ist draußen und ich habe eine interessantere Nachbarschaft als gedacht.
Inzwischen ist Noosa auch wach und ich spiele ein bisschen mit ihr, um mir hoffentlich weitere Schlafzeit zu erkaufen. Bald darauf ist es kurz vor 3 und ich treffe die fragwürdige Entscheidung, jetzt das Niederlande-Marokko-Spiel laufen zu lassen und dabei hoffentlich wieder einzuschlafen. Die Temperaturen, eine kleine Katze und das wirklich spannende Spiel sehen das anders. Draußen dämmert es langsam und als dann kurz vor 5 der Ausgleich fällt und es in die Verlängerung geht, ist klar, dass bis zum Weckerklingeln kein Schlaf mehr zu haben ist. Gegen 6 sind auch die Niederlande im Elfmeterschießen ausgeschieden (Langsam ist es vielleicht Zeit für eine neue Lieblingsmannschaft?) und ich starte den morgendlichen Reboot.
Internet leer lesen, Bloggen, Französisch, Italienisch, Rätsel (gelernt, dass nicht nur der Spelling Bee erst um 9 verfügbar ist, auch die anderen NYT Rätsel gibt es erst, wenn in den USA der neue Tag wirklich begonnen hat). Dann stehe ich auf, mache mir einen vorbeugenden Matcha Latte und ein Müsli, telefoniere mit dem Liebsten und frühstücke auf dem Balkon.

Dann geht es mit Umweg über den Bäcker (Meine Abteilung ist heute mit dem Frühstück dran.) mit S-Bahnen und einer U-Bahn ins Büro, für den Fußweg über die Brücke bin ich heute zu müde, nach der zweiten viel zu kurzen Nacht. Im Büro eine Mate, erste Verrichtungen und Begrüßungen, dann wird das Frühstück vorbereitet und genossen, inkl. Sekt zur Feier eines Kolleginnengeburtstags.

Es folgt das einzige Meeting des Tages (mit Frankfurt), dann weitere Erledigungen. Dann bricht ein Großteil des Teams zu einer Dienstreise auf und der Rest von uns vernichtet den Rest vom Buffet zum Mittagessen. Ich trinke aus Notwehr. Cola, um wachzubleiben.
Währenddessen wird es immer heißer im Büro, es ist nicht gut isoliert und draußen ist die Sonne wieder so richtig am Start. Wir beschließen, in unsere jeweiligen Homeoffices zu wechseln. Diesmal nehme ich den Weg über die Brücke, dort weht nämlich eine angenehme Brise!

Ich beschließe den Arbeitstag auf dem Balkon und falle dann in einen komatösen Nachmittagsschlaf. Danach werde ich nicht mehr ganz fit. Mit Hörbuch auf den Ohren (Ich beende heute Svea Mausolfs Image – sehr zu empfehlen, wie schon auf dem Immergut gemerkt) koche ich mir Abendbrot. Weil mir die Energie fehlt, nochmal einkaufen zu gehen, improvisiere ich aus dem was da ist einen Kartoffelbrei mit Schnittlauch, dazu Erbsen und hartgekochte Eier – keine Geduld für Senfsauce, aber es geht auch so.

Die WM hat heute Abend Elfenbeinküste-Norwegen zu bieten und das schaue ich mir dann auch an. Zum Glück braucht es keine Verlängerung! Norwegen ist weiter und wird auf Brasilien treffen, Kanada auf Marokko. Das wird dann wohl für Beide das letzte Spiel werden, fürchte ich. Danach ist die WM (für mich) nicht mehr so spannend, aber dann bin ich ja auch schon fast im Urlaub und habe Besseres zu tun (Grüße gehen raus.)
Es ist also erst 21 Uhr, als das Spiel vorbei ist. Ich setze mich noch ein bisschen auf den Balkon und lese mein Papierbuch weiter (Federica Manzon – Alma), bis es dort zu dunkel wird und mir eh schon wieder die Augen zu fallen. Ich nehme mir ganz fest vor, weitere heute Nacht angesetzte Fußballspiele zu ignorieren und liege gegen 22 Uhr im Bett – mit Bettdecke am weit offenen Fenster, weil es endlich kühl genug dafür ist.
















































