19.06.2026 – Geburtstagswochenende Tag 1 mit Shout Out Louds

Ist der Tag heiß, schläft Noosa viel und dreht dafür nachts auf. Verständlich, aber gähn! Zum Glück ist es ein Homeoffice-Freitag und der Stress hält sich in Grenzen. Schon kurz nach 8 sitze ich mit Iced Mango Matcha Latte und Müsli auf dem Balkon und beende den morgendlichen Reboot dort.

Dann geht es an den Schreibtisch. Freitags ist die Branche schon mit einem Fuß im Wochenende, der einzige Kontakt zu Kolleg*innen findet am späten Nachmittag statt, als Mexico aufsteht, ansonsten kann ich ruhig vor mich hinwurschteln. Dafür kriege ich nebenbei eine ganze Menge Dinge erledigt – das letzte Geburtstagsgeschenk für den Liebsten kommt an und all seine Geschenke werden verpackt. Ich koche die neu gekauften Silikontrinkhalme fürs Dolce Vita aus und bereite aus Pistazien- und Vanillekeksen und Butter den Boden für einen Kuchen vor, der dann im TK landet – Fertigstellung am Sonntag!

In der Mittagspause esse ich die Reste der Zitronenpasta von gestern und geselle mich dann für ein Schläfchen zu Noosa aufs Sofa. Am Nachmittag ärgere ich mich dann über eine dubiose Firma aus Zypern, für deren Service ich neulich wissentlich 1,99 € bezahlt habe. Unwissentlich habe ich damit ein Abo abgeschlossen. Ich werde zwar darauf hingewiesen, dass ich als EU-Bürgerin das Recht habe, 14 Tage lang von dem Vertrag zurückzutreten, muss aber dem Kundenservice mehrere Tickets lang erklären, dass ich wirklich zurücktreten will und keine vergünstigten Angebote haben will. Das scheint mir nicht ganz Compliance-konform zu sein, was sie da machen. Am Ende jedenfalls wird der Vertrag aufgelöst und ich bekomme die erste monatliche Rate zurück.

Nach Feierabend gibt es ein schnelles, hitzekonformes Abendbrot mit Käsebrot, Brot mit Ei, Kaviarcreme und Schnittlauch und Möhren mit den Resten von Quark und Smetana und Balkonkräutern als Dip. Dann heißt es anziehen für einen heißen Sommerabend in einem Club, mit nur kleiner erlaubter Tasche und langem Ausblick. Ich entscheide mich am Ende für Rock, T-Shirt und Sneaker und einen Schal, den ich für die Rückfahrt in meine Shoulder Bag stopfe.

Bei 30 Grad laufe ich los zur S-Bahn. Die ist so angenehm klimatisiert, dass ich fast vergesse, auszusteigen. Dann hole ich mir eine Weg-Spezi und laufe vom Ostkreuz zum Astra. Dort treffe ich auf den Liebsten und tausche die Spezi gegen ein erstes (alkoholfreies) Bier. Wir sitzen erstmal draußen und quatschen und gehen dann erst hinein, als die erste Band, The Frank and Walters bereits angefangen hat. Schöne Musik, ein bisschen Strom und Tempo dran hätte ihr aber gut getan.

In der Umbaupause wird drinnen tanzbare Musik aufgelegt, draußen beginnt das Public Viewing des Spiels USA-Australien. Es sind einige in Australien-Trikots im Publikum, das 11-Freunde-WM-Quartier ist eher kein Ort für Amerikaner*innen, auch wenn am Ende ungefähr sieben Zuschauende über den Sieg der Amis jubeln. Die anderen zweihundert oder so sind eher still, die Stimmung klar.

Bis dahin haben wir aber schon die zweite Band gesehen, Temmis, die ziemlich speziell sind. Die Musik gefällt, der Gesang ist nicht so meins, den Texten merkt man an, dass die Musizierenden rund 20 Jahre jünger sind als ich. Dafür legt der Sänger aber eine Attitüde irgendwo zwischen Jim Morrison, Mick Jagger und Ian Curtis an den Tag. Insgesamt eine wilde Mischung, die sich mit einem Zitat des Liebsten gut zusammenfassen lässt: „Die Musik klingt so, wie der Gesang aussieht.“

Während des Auftritts treffen wir sowohl die Schöneberger Freundin als auch den Mann der besten Freundin, die die Band beide auch eher so mittel finden.

Die dritte Band ist dann Julia Effekt aus Wien, auch hier wieder mit Gesang, der mir nicht so zusagt und insgesamt Musik, die runterzieht. Der Liebste vergleicht sie mit dem Energy Vampire aus What We Do In The Shadows. Wir gehen also nochmal raus, essen Pommes, trinken noch ein Bier und gucken uns das Ende des Fußballspiels an.

Dann folgt allerdings der Höhepunkt des Abends, das Konzert von Shout Out Louds. Letztes Jahr bin ich ja vor allem wegen ihnen aufs Immergut gefahren und lag dann während ihres Auftritts krank und fiebrig im Zelt. Davor habe ich sie 2018 in Magdeburg gesehen und noch davor 2007 auf dem Immergut, kurz nachdem ich ihr Album Our Ill Wills fürs Radio rezensiert habe und mich fürs erste Anhören dafür aufs Dach des Senders gesetzt hatte. Die Debütsingle daraus, „Tonight I Have To Leave It“ ist immer noch mein Go-To-Song, wenn ich spontan gute Laune brauche.

Das Konzert ist genauso toll wie erwartet, auch wenn die Musiker*innen sich an einigen Stellen verzettelt haben – das Publikum freut sich einfach, dass sie noch da sind und die Band noch da ist und singt und feiert mit, als wäre es höchstens 2007. So, so schön! Gegen 1 Uhr ist Schluss und ich fahre mit zwei S-Bahnen zurück in den Pberg, füttere Noosa, liege gegen 2 mit ihr im Bett und freue mich auf die Fortsetzung morgen.

„Very Loud“
„Please Please Please“
„Impossible“
„Walls“
„Tonight I Have To Leave It“

18.06.2026 – Doppelpastatag

Überraschung: Ich habe gut geschlafen und Noosa dementsprechend wohl auch, muss man ja mal festhalten. Ansonsten soll heute also dieses Hitzeding losgehen, davon ist aber morgens noch nichts zu merken. Ich gieße trotzdem schon mal alle Pflanzen vor und esse dann Frühstück auf dem Balkon.

Iced Maple Latte, Kirschen, Apfel, Pflaumenmus, Nussmus

Dann geht es an den Schreibtisch, bis ich am späten Vormittag zu einem Arzttermin losmuss – mit zwei Straßenbahnen nach Mitte und dann wieder das Übliche: Nummer ziehen, Wartebereich, Anmeldung, Wartezimmer. Diesmal habe ich nicht das für Kinder mit den lustigen Tierbildern erwischt, sondern ein steriles für Erwachsene. Die anwesenden Exemplare sind dann allesamt sehr laut (Gespräche, Telefonate, Handyvideos, lautes Atmen, Husten, ungeduldiges Herumklopfen), so dass ich die knappe Stunde Wartezeit nicht in Ruhe zum Lesen nutzen kann. Dann endlich Behandlung, Terminabsprache, Blutabnahme und Heimweg.

Inzwischen habe ich ordentlich Mittagshunger, es ist war geworden und Behandlung und Blutabnahme geben meinem Kreislauf ordentlich was zu tun. Zuhause mache ich mir erstmal schnell eine Pasta mit Joghurt, Ayvar und Kapern und nehme für die Nachmittagsschicht den Laptop mit aufs Sofa.

Zum Feierabend nochmal ins Draußen, Konzerttickets ausdrucken und ein paar Besorgungen fürs Dolce Vita. Gerade als ich vollbepackt die Treppen wieder hochlaufe, rufen die Ellis an und fragen, ob ich Lust auf ein Abendessen im alten Stammitaliener habe. Ein loosy muss tun, was ein loosy tun muss.

Ich verräume also schnell meine Einkäufe, wechsle mein T-Shirt und fahre dann mit Straßenbahn und U-Bahn wieder nach Mitte. Die Ellis sitzen schon mit den kategorischen Aperitiven da und ich bestelle mir einen Limoncello Spritz. Dann gibt es Antipasto misto und Lachs-Carpaccio und als das Brüderchen zu uns stößt Pasta für alle – meine al limone und mit Hähnchen – eine Kombi, für die ich in Italien schief angeguckt würde. Auch in Berlin hätte ich das lieber ohne Hähnchen, aber bin zu faul zu streiten.

Wir haben uns viel zu erzählen und nehmen am Ende noch einen Grappa zusammen. Dann geht es für alle auf die verschiedenen Heimweg. Der Fernsehturm hat heute Abend Schäfchenwolken um sich herum.

Zuhause könnte ich Fußball gucken, habe aber keine gesteigerte Lust auf die Schweiz gegen Bosnien-Herzegowina und setze mich stattdessen lieber nochmal auf den Balkon, versuche jetzt mein Buch zu lesen und gleichzeitig mit einer Hand an der Katzenangel Noosa müde zu spielen, die es sich bei 25 Grad erstmal auf meinem Bauch gemütlich gemacht hat und kuscheln will. Als es draußen zu dunkel wird, wechsle ich auf die Couch und kurz vor Mitternacht dann ins Bett.

17.06.2026 – Vor mich hin

Im Gegensatz zu gestern ist heute ein geradezu menschenarmer Tag und das finde ich auch ziemlich gut so. Ich werkele einfach im Homeoffice so vor mich hin und zwischendurch gibt es Essen und Erledigungen.

Müsli, Joghurt, Aprikosen, Tee
Kollegin im Balkon-Office
Sandwiches und Kirschen (Avocado, Edamer, Tomate bzw. Quark, Meerrettich, Apfel, Edamer)

Zu den Erledigungen gehören zwei Ladungen Wäsche und weiterer Haushaltskram, Platzschaffen auf dem Balkon und im Wohnzimmer fürs sonntägliche Dolce Vita sowie Einkäufe im italienischen Supermarkt und im Getränkemarkt zum gleichen Behufe.

Zum Abend hin dann gibt es Reste-Borschtsch (Ich brauche auch Platz im Tiefkühlschrank, außerdem wird es die nächsten Tage zu heiß für gehaltvolle Suppen) und Fußball.

Portugal-Kongo ist nur deswegen spannend, weil es so unspannend ist und unentschieden endet, statt mit einem haushohen Sieg. England-Kroatien hingegen ist ein richtiger Krimi. Das ist dann allerdings schon richtig spät, in der Halbzeitpause mache ich mich bettfertig und die zweite Halbzeit läuft dann zwar im Bett noch, ich schlafe aber zwischendrin schon das erste Mal ein und klappe dann zum Abpfiff den Laptop ganz erleichtert zu.

16.06.2026 – Büro und Schule

Der Wecker klingelt heute früher, es ist Bürotag. Ablauf ähnlich wie immer dann – Großteil des morgendlichen Reboots im Bett, Sachen packen, Weg-Mate schnappen, auf dem Weg zur Bahn mit dem Liebsten telefonieren, in der Bahn die Rätsel machen, umsteigen, von Friedrichshain nach Kreuzberg laufen, unterwegs die leere Pfandflasche abstellen und dann am Fluss entlang bis ins Büro. Kaffee machen, Milch ins Müsli kippen, morgendliche Erledigungen erledigen.

Heute wieder einiges an Besuch im Büro, mal wieder neue Gesichter, darunter auch eine aus Kanada stammende Kollegin, die jetzt vielleicht öfter kommt. Um 10 das übliche Bürofrühstück, heute mit riesigen Brombeeren.

Danach Meeting mit Frankfurt und einigen Nachbereitungen. Zum Mittag geht es in größerer Gruppe und mit Besuch zu einem libanesischen Restaurant in der Nähe. Ich esse einen Wrap, der mit Kartoffeln, paniertem Halloumi und viel Koriander gefüllt ist. Dazu gibt es eine sehr fotogene Ingwer-Limetten-Limonade mit Wassermelone und Minze.

Wir sitzen mitten in der prallen Mittagssonne, aber die Helligkeit ist fast anstrengender als die Temperatur, das Wetter heizt nach der Schafskälte erst langsam wieder auf, aber die Prognosen fürs Wochenende sind wild.

Zurück im Büro sind Pakete angekommen. Vor einer ganzen Weile – da war noch März – durften wir uns ja alle für umsonst Bücher aus einem Verlagsprogramm aussuchen, die sind dann heute angekommen.

Ich verbringe recht viel Zeit mit dem Sortieren und Zuordnen für die verschiedenen Kolleg*innen. Mein eigener Stapel ist dann auch ganz schön (und schwer!).

Den Nachmittag über snacke ich Eis aus dem Tiefkühlschrank und immer wieder Reste vom Frühstücksbuffet, dazu diverse Gespräche mit den Kolleg*innen. Dann relativ früher Aufbruch mit zwei U-Bahnen nach Südberlin, wo das Teilzeitkind heute Sommerkonzert in der Schule hat.

Ich treffe den Liebsten am Eingang, wir suchen uns Plätze in der vollen, stickigen Aula und dann laufen auch bald schon die Musikant*innen ein. Das Teilzeitkind ist einerseits froh uns zu sehen (der Rest der Patchworkfamilie ist verhindert) und gleichzeitig kaum übertrieben besorgt, wir könnten uns peinlich verhalten.

Es folgen Unterstufenchor, Streicheranfänger, Zupfensemble, Unterstufenorchester und Chor, dann die Pause. Eine Klasse übernimmt das Catering, um sich Geld für die Klassenfahrt zu verdienen – mit besten Grüßen an den Berliner Senat, aber der findet das vermutlich ganz richtig so.

Nach der Pause dann Band, Bläsergruppe, Unterstufenorchester und Orchester zusammen, Orchester alleine, und dann Instrumentalensemble und Chor. Es wird wirklich alles aufgeboten. Ich vertreibe mir nebenbei die Zeit damit, bekannte Gesichter auf der Bühne auszumachen, mit offenem Mund zu beobachten, wie der Posaunist beim Spielen der Basslinie von „Beat it“ keinen Krampf im Arm bekommt (Der Liebste wirft ein, dass es erstaunlich ist, dass ein Michael-Jackson-Song einer Schule überhaupt so nahe kommen darf…) und habe Spaß daran, die verschiedenen jugendlichen Protagonist*innen in die verschiedenen High-School-Schubladen einzusortieren. Es gelingt mir auch 24 Jahre nach dem Abi ganz gut.

Nach dem Konzert bringen mich der Liebste und das Teilzeitkind noch zur Bahn und dann fahre ich mit zwei S-Bahnen zurück in den Pberg. Noosa bekommt Abendbrot, ich einen Yuzu-Tee und Kekse und dann liegen wir auf dem Sofa und schauen noch die zweite Halbzeit Frankreich-Senegal, die so richtig spannend erst kurz vor Schluss wird. Besonders bei den 8 Minuten Nachspielzeit geht es hoch her. Zum Glück, denn vorher wäre ich schon fast eingeschlafen und so ist es dann auch höchste Zeit, ins Bett zu gehen.

15.06.2026 – Meter-Montag

Und Zack, wieder geht eine Woche los. Morgendlicher Reboot im Bett, graues, trübes, kühles Wetter und dann direkt mit Kaffee und Müsli auf Joghurt an den Schreibtisch. Ich hole mir schnell eine Decke, denke darüber nach, die Heizung anzumachen (bringt Mitte Juni eher nichts) und bin dann sehr froh über ein wärmendes Katzentier auf dem Schoß.

Ich fleiße den Vormittag über vor mich hin, nur unterbrochen von der Flaschenpost-Lieferung, die schon ein bisschen Dolce-Vita-Stimmung aufkommen lässt (die Geburtstagswoche ist angebrochen!). Der Lieferant hingegen ist so jung, dass ich mich kurz merkwürdig fühle, ihn für Alkohol Trinkgeld in die Hand zu drücken. Er siezt mich und scheint noch im Stimmbruch…

In der Mittagspause wird eingekauft – Supermarkt, Haustierbedarf, dann gibt es Stüllchen auf dem Balkon.

Brot mit Avocado und Edamer, Tomate, Aprikose, Kirsche, Maracujaschorle

Der Nachmittag geht dann auch noch vorüber, dann halten Noosa und ich erstmal ein kleines Nickerchen auf dem Sofa – ich nutze die Gelegenheit, dass sie auf mir eingeschlafen ist, und mache selbst die Augen eine halbe Stunde zu.

Dann ist schon wieder Zeit für Aufbruch, heute geht es mit S- und U-Bahn nach Neukölln zu einer Netzwerkrunde auf dem Tempelhofer Feld. Zum Glück ist inzwischen die Sonne rausgekommen, es ist wärmer als am Vormittag und über dem Feld weht eine ordentliche Brise, die mir die Gedanken durchpustet.

Wir sind zu sechst und kommen berlintypisch aus einer wilden Mischung aus Ländern, Verkehrssprache Englisch, mit ein bisschen Deutsch zwischendrin. Es geht einmal quer übers Feld fast bis nach Tempelhof und dann in großen Bogen zurück nach Neukölln. Faszinierend, wie viel Natur da abseits des Asphalts stattfindet und wie viele Menschen dort auf wie viele Arten dem Sport fröhnen. Unter anderem ziehen mit Musik untermalte Lauf- und Fahrradgruppen vorbei, Menschen lassen sich auf Skateboards von Segeln durch die Gegend ziehen oder werfen einen Ball auf ein Trampolin… Als würde die Stadt nach diesem kalten Montagmorgen nochmal so richtig durchatmen und vor Kraft strotzen.

Nach fast zwei Stunden verabschieden wir uns. Ich fahre mit U-Bahn und Straßenbahn zurück in den Pberg, mache mir eine schnelle Ramen-Suppe und schaue mit einem Bier und Noosa auf dem Schoß noch die zweite Halbzeit Belgien-Ägypten an, bevor es ins Bett geht. (Nur Spiele in Kanada und Mexiko gucken stellt sich als schwierig heraus, das sind so wenige und sie sind fast alle nachts.)

14.06.2026 – Sunday Vibes

Eine ganze Nacht durchgeschlafen, immerhin bis kurz vor 8. Das gab es so auch lange nicht mehr, aber ist anscheinend noch möglich, wenn neben mir niemand miaut oder krallt oder über mich drübersteigt. Der Liebste war erfreulich leise und unbeweglich, nur muss ich dann morgens ein bisschen um meinen Teil an der Decke kämpfen, aber da bin ich schon mitten im morgendlichen Reboot.

Der wird dann mit Kaffee aufgemotzt als der Liebste wach ist. Das Teilzeitkind ist da schon längst aufgestanden, hat Rührei gefrühstückt und den Fernseher angeworfen. Wir haben also Zeit und bleiben bis gegen 11 im Bett. Dann Familienfrühstück. Hinterher hat die WG Putztag und ich lege mich nochmal hin und gucke Videos von Paddys Auftritt auf der Loreley gestern mit Kathy und Patricia (und Gentleman). Irgendwann sind die aufregenden Putzereien beendet und ich kann ins Bad.

Am Nachmittag dann einiges an Hausaufgaben- und Lernunterstützung, Urlaubsplanung usw., während es draußen immer wieder Regengüsse gibt. Schafskälte, dies das.

Am späten Nachmittag bringt mich der Liebste zur Bahn und ich fahre wieder in den Pberg. Noosa begrüßen und ab auf die Couch.

Mein Boykott der Spiele in den USA wackelt, weil ich sehen will, wie sich Curaçao schlägt. Ich bestelle mir dazu venezolanisches Essen, das ist geografisch am nächsten dran. Leckeres Essen und großer Jubel über das eine Tor. Die anderen sieben sehe ich natürlich auch und habe dazu all die Witze im Kopf, die in den sozialen Medien auch auftauchen.

Nach dem Mini-Oranje-Spiel will ich dann auch das echte Oranje-Spiel gucken, gebe aber dafür kein Geld aus, sondern suche nur andere Wege. Immerhin. Niederlande-Japan macht dann sehr viel Spaß, auch wenn im letzten Moment das Ergebnis noch kippt und weder ich noch mein Tipp einverstanden sind. Ich schaue beide Spiele übrigens, während ich mit der Freundin in Frankreich chatte, deren Stream leider etwas früher dran ist als meiner, aber irgendwann bekommen wir unsere Reaktionen angepasst.

Gegen Mitternacht geht es dann endlich ins Bett, mit einem Auge darauf hoffend, dass das Wetter dem Donald seine Geburtstagsfeier ordentlich verhagelt.

13.06.2026 – Vorfreude

Des Nächtens mal wieder mit Noosa spielen gedurft, die dann morgens ganz müde ist. Zum Glück ist ja Wochenende und ich kann mir mit dem Aufstehen Zeit lassen. Denke über Katzengras-Experimente zur Synchronisation unserer Schlafzeiten nach, Menschengras hilft da ja schließlich auch…

Nach ausführlichem morgendlichen Reboot stehe ich auf und mache ausführliches Wochenendfrühstück.

Milchkaffee, Acovado-Beeren-Maracuja-Smoothie, weich gekochtes Ei, Brot mit Edamer und Tomate, Brot mit Quark und Feigenkonfitüre, Brot mit Pflaumenmus

Nach dem gemütlichen Frühstückspart erledige ich relativ hektisch einen Teil des Haushaltsplans (höhö), im Detail Bett neu beziehen, Wäsche waschen, Katzenklo neu kalibrieren, Katzenbrunnen reinigen, Müll wegbringen. Für Einkaufen und Staubsaugen reicht die Zeit dann aber nicht mehr, man kann nicht alles haben (Außerdem könnte man argumentieren, dass Staubsaugen Teil des Putzplans ist, mit dem ich gerade nicht dran bin.) Dann schnell Sachen packen und los.

Ich fahre mit der S-Bahn zum Ostkreuz und treffe dort den Liebsten und das Teilzeitkind (Teilzeitteenie? Mal drüber nachdenken.). Gemeinsam geht es mit einer weiteren S-Bahn bis weit hinaus, kurz vor Brandenburg. Es ist dem Kindelein (Teenielein) schwer zu vermitteln, dass wir immer noch in Berlin sind, als wir fast 20 Minuten durch den Wald laufen, um vom S-Bahnhof zu unserem Ziel zu gelangen.

Dort werden wir dann aber sehr freudig und mit Kaffee, Tee und Kuchen empfangen. Wir sind zu Gast bei einem weiteren Mitglied der Berliner Nova-Scotia-Diaspora, dessen Domizil wir diesen Sommer mieten werden, da die Reisegruppe Nova Scotia um vier Personen angewachsen wird und es zu neunt bei meinen Eltern ganz schön kuschelig werden wird. Wir bekommen detaillierte Informationen zum Bonushaus, außerdem Insidertipps zur lokalen Craft-Beer-Szene. Die Vorfreude wächst, noch vier Wochen, bis wir wieder losziehen!

Dann geht es durch den Wald zurück und mit zwei S-Bahnen nach Südberlin. Das Teilzeitkind und ich drucken im Drogeriemarkt Dinge aus, während der Liebste fürs Sonntagsfrühstück einkauft. Dann geht es zu dritt auf die Couch. Endlich.

Wir bestellen uns ein griechisches Festmahl und schauen die neue Staffel LOL, weil der Liebste aus Gründen grad einen kostenlosen Probemonat beim bösen Milliardärsladen hat. Das ist auf jeden Fall unterhaltsamer als es die aktuelle Folge Schweiz-Katar beim anderen bösen Milliardärsladen wäre.

Und dann gehen wir einfach schlafen und ich freue mich über eine Nacht ohne Katzenkrallen und Anmiauen.

12.06.2026 – Drinnitag

Es ist grau draußen und frisch, temperaturtechnisch nur etwa die „Hälfte“ von dem, was laut Wetterbericht nächste Woche auf uns zu kommt. Ein guter Tag, um Herumzuschlumpfen. Dafür gebe ich mir aber mit dem Frühstück mehr Mühe und koche mir sogar an einem herkömmlichen Wochentag ein Ei!

Wochenendsimulation

Das esse ich dann doch draußen und eigentlich will ich dann auch draußen arbeiten, aber das WLAN ist ein bisschen zickig und so lande ich dann doch wieder am Schreibtisch.

Mittags gebe ich mir wieder Mühe mit dem Essen und koche mir ein Süppchen mit Poree und Erbsen, Suppennudeln und Wiener Würstchen.

Am Nachmittag gleite ich langsam von der Arbeitswoche ins Wochenende hinüber und erledige nebenbei schon mal ein paar Haushaltsdinge.

Dann Feierabend, Nickerchen und endgültiges Couch-Versacken. Ich versuche, meinen TikTok-Algorithmus auf den bevorstehenden Urlaub einzustimmen, bleibe aber dummerweise immer wieder an Videos zu anderen Dingen hängen, die mich halt auch interessieren. Ein Teufelskreis. Meine For-You-Page ist aktuell fast ausschließlich auf Deutsch, das kann aber nicht nur an meinem Guckverhalten liegen, denn meine gefolgten Inhalte sind in diversen Sprachen und aus aller Welt. Möglicherweise hat da jemand am Algo gespielt? Werde das weiter verfolgen.

Dann ist Abendbrotzeit und weil ich heute lineares Fernsehen schauen werde, gibt es einen klassischen Schnittchenteller.

Dazu dann die Tagesschau, Vorberichterstattung und dann das Spiel Kanada-Bosnien und Herzegowina. Ich betreibe Promispotting – Will Arnett kündigt bewegt patriotisch den Einlauf der Flaggen an, Mike Myers steht krebsrot und müde im Publikum, Ryan Reynolds ist da auch in der Nähe, Michael Bublé darf den Eröffnungssong singen (und singt einen US-amerikanischen Soul-Klassiker?) und Alanis Morrissette singt die kanadische Hymne. Hach, schön.

Das Spiel selbst ist okayish, fesselnd ist anders aber ich freue mich dann doch sehr über das kanadische Ausgleichstor (das erst kommt, nachdem der Spieler aus Nova Scotia eingewechselt wurde, just sayin‘). Trotzdem kein Punkt fürs Tippspiel, aber da war ich wohl zu optimistisch.

Nach dem Spiel geht es aus reinen Vernunftsgründen früh ins Bett für so einen Wochenendabend. Hoffentlich kommen noch ein paar lange Sommerabende, von denke ich richtig etwas habe!

11.06.2026 – Zweieisig fahren

Erstaunlich erholt vom Wecker geweckt worden, so beginnt der Tag doch gleich ganz anders. Fürs Protokoll: Das fällt fast unter gut geschlafen, im Vergleich zu den letzten beiden Nächten grandios gut! Morgendlicher Reboot im Bett, dann Frühstück und Balkon-Office.

Iced Maple Latte oder so, Brot mit Feigenkonfitüre, Sandwich mit Meerrettich, veganem Rinderschinken, Edamer und dazu Tomaten, Kirschen

Die Arbeit flutscht trotz ordentlich Sonne ganz famos. In der Mittagspause fahre ich mit zwei S-Bahnen zur Freundin in Lichtenberg zum verabredeten Co-Working. Sie serviert indisches Essen vom Restaurant unten, dann gibt es von ihr zubereiteten Frozen Joghurt mit Honig und Brombeeren, dazu Brownie Bits, Kakao-Nibs und von mir mitgebrachte Erdbeeren.

Paneer Madras

Ich arbeite weiter, sie auch, wir sind beide erstaunlich produktiv und simulieren nebenher Bürogespräche.

Nach Feierabend geht es mit S- und U-Bahn quasi vorbei am eigentlichen Büro nach Kreuzberg. Dort treffe ich den Liebsten und das Teilzeitkind zu einem Draußen-Abendessen mit Dumplings (und Vorspeisen und Rindfleisch mit Zwiebeln).

Saucenbuffet
Vorspeisen

Nach dem Essen und den neusten Neuigkeiten aus der Schule (Endzeitstimmung mit Unterstufenparty morgen, Konzert nächste Woche, Projekttagen kurz vor Schluss) laufen wir noch zum sizilianischen Eisladen, weil muss so.

Danach trennen sich unsere Wege wieder, die beiden fahren mit zwei U-Bahnen nach Südberlin, ich mit U-Bahn und zwei S-Bahnen in den Pberg.

Rechtzeitig zum Rest der Eröffnungsfeier der WM sitzen Noosa und ich auf dem Sofa. Zum Glück findet die in Mexiko statt, so dass man das schlechte Gewissen beim Gucken noch einigermaßen ausblenden kann. Das Spiel ist dann bis auf die vielen roten Karten und das frühe erste Tor nicht sooo spannend, gibt aber zwei Punkte fürs Büro-Tippspiel, immerhin.

10.06.2026 – Schlafwandlerisch

Wir reden ja nicht mehr darüber, aber auch der heutige Tag ist eine Herausforderung. Gestern beim Minigolfspielen schon fühlte ich mich ein wenig betrunken, obwohl es das eine Glas Wein erst später beim Essen gab. Heute muss ich mich schon arg zusammenreißen, um halbwegs klare Gedanken formulieren zu können. Zum Glück ist wieder Homeoffice.

Ich kann mir morgens dann auch erstmal Zeit lassen, aber als ich mich gerade mit dem Frühstück (Matcha mit wenig Latte, Müsli, Pfirsich) auf dem Balkon niedergelassen habe, ploppt eine Erinnerung auf an ein drittes Meeting, das ich heute habe, vor den beiden, die ich mental eingeplant hatte. Upsi. Also doch schnell an den Schreibtisch, der zweite Bildschirm wird gebraucht.

Dafür dann ein sehr angenehmes Meeting mit München. Danach arbeite ich E-Mails ab, dann noch mal ein sehr angenehmes Meeting mit München und Köln und guten Ideen und viel zu lachen. Das dritte Meeting ist dann mit Hamburg und ebenfalls produktiv und angenehm. Alles absolviert, was heute viel Aufmerksamkeit erfordert, sehr gut!

In der Mittagspause (Tomate-Mozzarella) kommt der Hase vorbei, um Noosa zu besuchen. Mit viel Geduld und einer neuen Sorte Leckerli gelingt es ihm, sie nach einer Weile unter dem Bett hervorzulocken, vielleicht darf er sie nächstes Mal ja sogar streicheln…

Danach sitze ich wieder am Schreibtisch und Noosa natürlich direkt auf meinem Schoß, wie sie mir auch sonst ja kaum von der Seite weicht.

Zum Feierabend dann ein komatöses Nachmittagsschläfchen. Danach geht es mir körperlich besser, aber richtig wach wird der Geist nicht mehr. Ich esse Resteteller/Girl Dinner und gucke dann die noch fehlenden zwei Folgen Tucci in Italy, bringe noch eben den Müll weg und hole ein Päckchen bei den Nachbarn ab und bereite dann alles für ein frühes Zubettgehen und möglichst guten Schlaf vor. (Spoiler: Gar nicht mal so unerfolgreich!)