Hui, nach dem gestrigen Ritt brauche ich heute Morgen ziemlich lange, um erstens wach zu werden, zweitens in die Gänge zu kommen und drittens den morgendlichen Reboot abzuschließen. Überhaupt war es ja auch nicht nur gestern, sondern hinter mir liegt eine Woche mit jeder Menge Unternehmungen, Treffen und Menschen. Könnte heute eigentlich auch den ganzen Tag nur rumliegen, aber ich habe auch den Liebsten schon wieder eine ganze Woche nicht gesehen und das Teilzeitkind sogar schon vier Wochen nicht und das geht ja so auch nicht.

Während des Balkonfrühstücks gegen 11 formiert sich der Plan und kurz vor 13 Uhr gehe ich dann tatsächlich aus dem Haus. Auf dem Weg zur Straßenbahn mache ich einen Schlenker durch den Park und schaue mir die Blumen, Kerzen und Briefe an, die an der Fundstelle der getöteten Frau in der Nachbarschaft abgelegt worden sind – die Nachbarinnenkollegin hatte davon berichtet. Fühlt sich merkwürdig an, eine Mischung aus letzten Grüßen von Menschen, die das Opfer offensichtlich kannten und von Wildfremden, die betroffen sind oder das Thema für eigene Agenden nutzen. Schön finde ich, dass dort auch Fotos sind, die das Opfer in früheren Zeiten zeigen und ein anderes Bild zeichnen als das leicht derangiert wirkende Foto aus den Zeitungen und Polizeiplakaten.
Mit der Straßenbahn geht es dann nach Friedrichshain, in der Wohnung von Brüderchen und Freundin nach dem Rechten sehen. Beim dritten Mal in ebenso vielen Wochen gehen die fünf Altbauetagen schon etwas lockerer, mal sehen, zu welch körperlicher Fitness der Einsatz mich noch bringt. Danach wollen der Liebste und ich dem Teilzeitkind eigentlich das Yaam zeigen, aber da dort heute kein Getränkeausschank ist, vertagen wir das und gehen stattdessen früher auf den eigentlich hinterher geplanten RAW-Flohmarkt.

Ich esse erstmal eine Bubble-Waffel mit Mandelmus und Beeren, während die anderen schon bummeln. Das Teilzeitkind ist erst fasziniert von den vielen schönen Klamotten, dann aber auch frustriert, weil die Auswahl auf dem Flohmarkt eben auch begrenzt sind, manche Sachen nicht in der richtigen Größe da sind, andere gar nicht und vieles auch nach Handeln noch zu teuer bleibt. Wir ziehen vom RAW-Gelände weiter zum Boxi, da erhandelt es sich dann erstmals eine – 100prozentig echte, da gibt es gar keine Frage – Designersonnenbrille für 5 Euro und ist ganz zufrieden mit der Welt. Der Liebste findet einen neuen Nachttisch fürs Schlafzimmer und so ist der eigentliche Zweck des Ausflugs schonmal erfüllt.
Zurück auf dem RAW-Flohmarkt teilen wir uns zu dritt eine Tüte Churros und dann bekommt das Kindelein an einem Stand noch eine Tasche geschenkt und kauft aus Höflichkeit direkt noch ein passendes Top dazu. Auf den letzten Metern sehe ich auch noch eine schöne Jacke, die mir wie angegossen passt und ebenfalls mitkommen darf.
Hochzufrieden mit der Ausbeute und mit großen Plänen für zukünftige Flohmarktsonntage fahren wir mit zwei U-Bahnen nach Südberlin und legen uns erstmal zu einer Siesta hin – also, wir Großen. Das Teilzeitkind hat noch Hausaufgaben zu machen und mealpreppt sich außerdem sein Mittagessen für die Schule morgen, weil ihm das Mensaessen nicht behagt.
Und dann geht es zum Stammitaliener, der auch aus den Ferien zurück ist – es gibt ein großes Hallo und wir sind nicht die einzigen Stammgäst*innen an den Tischen. Wir essen Carpaccio mit Pfifferlingen, hausgemachte Pasta bzw. Pizza mit Pfifferlingen und Scampis. Meine Pasta ist schwarz, mit Fischfarce gefüllt und in Hummersauce serviert. Schmeckt gut!



Nach dem Essen verabschieden wir uns und ich fahre mit zwei S-Bahnen zurück nach Hause, wo Noosa mich schon sehnsüchtig erwartet. Wir fläzen uns auf die Couch und schauen Sterling Point zu Ende (sieht aus, als ob da noch eine weitere Staffel folgen sollte, mindestens) und dann ist es auch schon Mitternacht und dringend Bettgehzeit.














































