Ratlos

Ein voller Tag und ganz zum Schluss erst komme ich zum Bloggen. Wirklich blogbar ist fast nichts, was ich heute erlebt habe – und zum Volleyball-Bundesligaspiel fällt mir auf die Schnelle nichts Bedeutsames ein, da komm ich vielleicht die Tage nochmal drauf zurück.

Eine Situation, die mich heute ratlos zurückließ, ereignete sich heute aber in der U-Bahn. Mitten in der abendlichen Rush Hour blieb eine gesamte Sitzreihe im ersten Wagen weitgehend leer. Dort hatte sich ein vermutlich Obdachloser zum Schlafen ausgebreitet. Er roch leider nicht besonders angenehm, deswegen hielten die anderen Fahrgäste Abstand. Ich habe mich trotzdem neben ihn gesetzt und mindestens ein weiterer Platz wäre auch noch frei gewesen.

Am Alex dann enterten zwei Sicherheitsbeamte der BVG den Zug und weckten den Mann sehr sehr unsanft, in mindestens preußischen Befehlston, und legten direkt Hand an, um ihn aus dem Wagen zu befördern, während er sie noch völlig verwirrt anstarrte. Dem Anschein nach war Deutsch nicht seine Muttersprache, außerdem schien er nicht ganz nüchtern und bis eben hatte er tief geschlafen.

Ich war ziemlich empört über den schroffen Ton und die Aggressivität, mit der sie ihn herausbugsierten. Meines Erachtens hätte das viel freundlicher und würdevoller geschehen können. Den anderen Fahrgästen schien das nicht nahe zu gehen. Sie rissen die Fenster auf und nahmen erfreut die freigewordenen Plätze ein. Eine Minute später war es so, als sei der Mann nie da gewesen.

Und jetzt weiß ich auch nicht.

Den Tag nicht vor dem Abend dissen

Was für ein Tag. Ich hatte schlecht geschlafen und war so gar nicht guter Dinge heute morgen. Große Hoffnungen, dass meine Laune besser werden würde, hatte ich keine. Und dann konnte ich mir doch selbst dabei zusehen:

1. Ich kam im Büro an und war ganz bewusst besonders freundlich und offen gegenüber allen, die mir über den Weg liefen. Da kam schon ordentlich positive Energie zurück.

2. Als es mir am Arbeitsplatz zu grau wurde, lief ich kurz die beiden Stockwerke hoch auf die Dachterrasse, atmete tief durch und ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen.

3. Auf dem Weg zurück an meinem Platz entdeckte ich einen Regenbogen auf den Treppenstufen, fotografierte ihn und teilte ihn als Aufmunterung für Andere in meinen Social-Media-Kanälen.

4. Irgendwann nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und begann ein Gespräch, vor dem mir schon seit zwei Tagen graute. Ich wurde sehr herzlich begrüßt und meine Sorgen stellten sich als unbegründet heraus.

5. Ich organisierte mir die perfekte Mittagspause – Pasta von draußen und ein weiteres tolles Gespräch, das sich dann schriftlich noch den ganzen Nachmittag fortsetzte und dafür sorgte, dass ich sogar gefragt wurde, warum meine Laune heute so _gut_ sei.

6. Ich beendete einen wichtigen Zwischenschritt einer Aufgabe, die ich diese Woche zum ersten Mal übernehme.

7. Ich räumte eine weitere Ungewissheit aus dem Weg und kann mich nun auf ein schönes Ereignis diese Woche freuen.

8. Ich ging mit Mama zum Sport und auch dort lief alles wie geschmiert – trotz ersten Erkältungsanzeichen meinerseits, die sich bitte mal wieder trollen können.

9. Zuhause überraschte mich der Hase mit einem Candle-Light-Picknick auf dem Wohnzimmerfußboden, das ich aus Ramontizitätsgründen nicht fotografiert habe.

10. Wir beendeten den Tag, mit einander und den Katzen kuschelnd, und guckten Roma.

Und jetzt war dieser Tag widererwartend total großartig! ¯\_()_/¯ Danke an alle Mitverantwortlichen, Ihr seid wunderbar!

PS: Unsere Katzen sind übrigens perfektes Schwarz-Weiß-Kino, ist mir aufgefallen.

PPS: Gerade habe ich noch festgestellt, dass soeben das Jahr des Schweins begonnen hat. Da ich ebenfalls in so einem Jahr geboren wurde, kann ja jetzt alles nur noch besser werden. Oink!

Planbar entspannt zu spät – Rostock, ich komm‘ längs!

Am Alex gibt es seit einiger Zeit ein “Café”, in dem kann man sitzen, wenn der Bus mal wieder länger braucht als erwartet. Wobei erwartet das falsche Wort ist, sagen wir “als angekündigt”. Ich bin ja lernfähig und kann mich ganz gut daran gewöhnen, dass der Bus nach Rostock zu spät in Berlin ankommt, zu spät hier losfährt und dann auch noch länger für die Strecke braucht, weil dort eben gebaut wird. Dass es aber nicht möglich ist, diese für mich einplanbaren Verspätungen auch einfach tatsächlich einzuplanen und andere Zeiten anzugeben, das will mir nicht so recht in den Kopf.

Da ich es ja nun aber weiß, habe ich eine verspätete Ankunft angekündigt und werde heute weder wie vorletztes Mal die Hälfte eines Konzerts verpassen noch wie letztes Mal so spät zu einem Essen kommen, dass die Küche dann schon geschlossen hat.

Ich bin sogar so rechtzeitig im Café, dass ich einen der bequemen Sessel ergattern konnte, ich habe etwas zu essen und zu trinken dabei und bin heute Abend nur ganz lose verabredet. Feste Termine stehen erst ab morgen an und so kann ich ganz entspannt nochmal den Ärger über nicht funktionierende Dinge Revue passieren lassen, der mich die letzten Tage begleitet hat. Revue passieren und dann ziehen, denn jetzt ist ja quasi schon wieder Urlaub. Rostock, ich komm’ längs!

#ithasien – Italien-Roadtrip 2018 – Tag 8: Piadine in Bertinoro, Regen in San Benedetto, Lasagne im Bett

Trotz oder gerade wegen der bis in die frühen Morgenstunden andauernden Feierei auf den Straßen Bolognas schliefen wir ziemlich lange und standen erst nach 10 Uhr auf. Unsere Gastgeberin bereitete uns Eier und Toast zum Frühstück zu, dann verabschiedeten wir uns von ihr und ihrer Tochter. Auf ihren Rat hin holten wir uns noch zwei Stücken Lasagne für später in einem Imbiss in ihrer Straße und verließen Bologna dann in Richtung Bertinoro.

Ich begab mich sozusagen auf meine eigenen Spuren von vor 8 Jahren. Damals war ich nämlich schon zweimal in Bologna und Umgebung. Mit meinem damaligen Freund (langjährige Blogleser*innen werden sich erinnern) besuchte ich seine ehemaligen Kommiliton*innen erst zu einer Silvesterfeier und später im Jahr zu einer Hochzeit. Beim ersten Mal machten wir damals einen Abstecher zu einem legendären Piadina-Imbiss und genau das wollte ich diesmal auch tun, um dem Hasen die echte Küche der Romagna näherzubringen. Ich fragte also den lieben Herrn Ex nochmal nach der genauen Location und dann fuhren wir da einfach hin.

In den acht Jahren hat sich nicht besonders viel verändert, aber zum Glück gab es inzwischen überdachte Sitzplätze – es regnete nämlich gar sehr. Auch wie damals bestellten wir eigentlich zu viel. Die niedrigen Preise und die große Auswahl verleiten dazu und genau wie vor acht Jahren war ich dann von der Größe der Piadine total überrumpelt. Wir hatten eine mit Speck und Käse, eine mit Pecorino, Tomaten und Rucola und eine mit Squaquerone und “siruppierten” Feigen. Danach waren wir pappsatt aber glücklich.

Unser Weg führte uns dann hinauf in die Berge, in den Nationalpark Foreste Casentinesi. Ab da ging einiges schief. Ursprünglich wollte ich dorthin, weil ich etwas tolles über einen Wasserfall gelesen hatte, der sehr beeindruckend sein soll. Leider hatte ich nicht gelesen, dass die Wanderung dorthin viereinhalb Stunden dauert. Da wir erst gegen 16 Uhr am Ausgangspunkt ankamen, es gegen 19 Uhr dunkel wird und es außerdem weiterhin in Strömen regnete, zogen wir es vor, im Auto sitzen zu bleiben, ein Hörspiel zu hören und als der Regen etwas nachließ, nur ein wenig spazieren zu gehen – soweit das auf nassen Steinen unter feuchtem, glitschigen Laub eben möglich war. Zwischendurch schaute ich nach, wann wir in unserem AirBnB einchecken könnten und musste feststellen, dass ich dieses erst für morgen gebucht hatte.

Sofort hatte ich ungemütliche Szenarien im Kopf, wie oben in den Bergen im kalten Auto übernachten zu müssen oder für teures Geld eine zusätzliche Unterkunft buchen zu müssen. Der Hase beruhigte mich aber und schlug vor, erst einmal nachzufragen, ob wir nicht einfach einen Tag früher kommen könnten. Ich telefonierte also mit unserer Gastgeberin, die allerdings gerade auf Klassenfahrt in England weilte und erst einmal mit ihrem Mann Rücksprache halten musste. Nach einer sehr langen halben Stunde rief sie mich zurück und ich sagte, es sei kein Problem. Mit einem Stein weniger auf dem Herzen trödelten wir dann also noch ein wenig im Auto herum und machten uns dann in dem einsamen Bergdörfchen San Benedetto in Alpe auf die Suche nach unserer Unterkunft. Navi und Google Maps waren sich uneins, wo sie sich befinden sollte, aber wiedermal hatte Google Maps Recht.

Unser Gastgeber begrüßte uns sehr herzlich auf Italienisch und zeigte uns unsere Wohnung in einem der ältesten Häuser des Dorfes. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, sollten wir hinunterkommen und die Formalitäten klären. Unten empfing er uns dann mit ein paar Formularen für die Kommune (“Es gibt hier oben nunmal leider kein Internet, wir müssen das alles auf Papier ausfüllen und dann runter nach Forlì bringen.”), einer unetikettierten 1-l-Korbflasche Sangiovese, einem flachen, runden, jungen Ziegenkäse und einem Brot – “un piccolo spuntino”! Zunächst gab es also den halben Käse, die halbe Flasche Wein und ordentlich Brot dazu und ein paar Geschichten rund um unsere Ferienwohnung im ältesten Haus des Dorfes.

Dabei saßen wir im ehemaligen Alimentari seiner Großmutter. An der Decke waren noch die leeren Haken für Salami und Schinken zu sehen, die Kasse, eine Schneidemaschine für Aufschnitt und Brot, leere Olivenölfässer und Schubladen für Pasta, Mehl und Co. waren ebenfalls zu sehen – alles “original unverpackt”, damals. Unser Gastgeber war als kleiner Junge drei Jahre lang mit seinen Eltern in der Schweiz gewesen, dann war es Zeit für die Schule. Seine Mutter kehrte also mit ihm zurück ins Dorf ihrer Kindheit und zur Nonna. Der Vater hingegen pendelte noch viele Jahre zwischen San Benedetto und dem Aargau hin und her. Deutsch konnte unser Gastgeber trotzdem nicht, Englisch ebenso wenig, dafür aber Französisch. “Das haben wir damals alle in der Schule lernen müssen – ich bin ja schon älter – und heute nutzt es uns so gut wie nichts.”

Schließlich schickte er uns mit der halbvollen Weinflasche wieder nach oben, wo ja noch die Lasagne auf uns wartete. Eigentlich waren wir schon total satt, deswegen legten wir uns erstmal ein wenig aufs Bett und lasen – Internet gab es ja nicht. Irgendwann stand der Hase dann nochmal heldenmutig auf, holte Weingläser, wärmte die Lasagne auf und brachte alles ans Bett. So aßen wir das Abendbrot diesmal ganz gemütlich im Bett und konnten danach sofort schlafen.

Jahresrückblick 2017

Traditionen sind Traditionen und auch wenn dieses Blog in den letzten Monaten so gut wie verwaist ist, so gehört doch ein Jahresrückblick her. Einen Vorsatz zum häufigeren Bloggen im nächsten Jahr spare ich mir aber – das wirkt dann so albern, wenn es doch schon wieder nicht klappt. Und weil ich keine Lust auf das Jahresendstöckchen habe, gehe ich einfach monatsweise vor und konzentriere mich ab dem Februar nur noch auf die positiven Erlebnisse…

Januar

Dieses Jahr brachte schon in den ersten zwei Wochen das größtmögliche emotionale Auf und Ab des Jahres mit sich (Herz schlägt! Herz schlägt nicht mehr…), verbunden mit körperlichen Beschwerden aus der Hölle. Losgelassen hat mich das ganze auch ein knappes Jahr später noch nicht, was wohl auch mit ein Grund dafür ist, warum es im Blog so still war. Ich bin allen sehr dankbar, die in dieser Scheißzeit für mich da waren.

In Woche 3 wurde dann Trump vereidigt, was sich nahtlos in mein seelisches Tief einfügte. Laut dem Hasen war ich wochenlang geladen. Schönes gabs aber dann auch noch: Anti-Trump-Proteste, Vogelhochzeitssüßigkeiten und die Geburt des zweiten Kindes der besten Freundin.

Februar

Im Februar ging es zum ersten Mal in diesem Jahr nach Rostock, wo ein lieber Freund mein neues zweites Wohnzimmer eröffnete, das Törtchenlokal Waldenberger. Am Abend tanzte ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder, bis das Licht anging und am nächsten Morgen lernte ich endlich die Tochter eines alten Freundes kennen und machte mit ihr den Warnemünder Strand unsicher.

Außerdem heiratete im Februar mein Bruder nach über 18 Jahren Beziehung meine Schwägerin. Wir schenkten eine Torte und die Nutzung unserer Wohnung als Partylocation.

März

Ich nenne den März 2017 meine “irischen Wochen”. Direkt am Anfang ging es für mich dienstlich nach Dublin. Dann war ich mit einer lieben Freundin beim Konzert von Jimmy Kelly, verbrachte den St. Patrick’s Day feuchtfröhlich mit dem Hasen im Pub und schließlich erschien die neue Kelly-Family-CD, die aus nostalgischen Gründen natürlich den Rest des Monats rauf und runter lief – so sehr, dass sie in meinen Spotify-Jahrescharts ganz oben landete, auch wenn ich sie in der zweiten Jahreshälfte deutlich seltener gehört habe.

April

Der April war politisch geprägt und ich wurde offiziell in ein Ehrenamt gewählt, das spätestens seitdem einen beachtlichen Teil meiner Zeit und Energie bündelt. Abgesehen davon feierten wir die Wohnungseinweihung zweier lieber Freundinnen, die nun endlich auch in Berlin wohnen, besuchten das Hasenpatenkind in Leipzig und aßen Waffeln im Garten. Am Ende des Monats verbrachten wir ein langes Wochenende auf einem Naturcampingplatz in der Mecklenburgischen Seenplatte. Dort begann ich passend zu den vorgenannten irischen Wochen it der Lektüre von Ulysses – die natürlich auch jetzt noch nicht beendet ist.

Mai

Im Mai fing der Hase seinen neuen Job an, mit dem er noch immer sehr sehr glücklich ist. Ich hatte viel Spaß auf der re:publica und die Erdbeerhäuschen kehrten endlich nach Berlin zurück. Außerdem kam meine geliebte Rostocker Indie Night für einen Abend nach Berlin und ich tanzte zum zweiten Mal in diesem Jahr bis zum Schluss. Und dann fuhren wir selbst nach Rostock, wo es unglaublich heiß war, so dass ich direkt anbaden konnte. Natürlich trafen wir auch viele liebe Freunde und sahen drei Bands live, unter anderem Zen Bison.

Juni

Der Juni brachte ich mich in eine noch ältere Heimat, zum 15-Jahre-Abi-Klassentreffen in Bautzen. Anlässlich meines Geburtstags gab es dann später ein Picknick bei uns im Hof –mit internationalen Gästen, vielen Kindern und sogar einem Hundekampf. Und Live-Musik war auch wieder dabei: Wir tanzten mit den Skatalites im Yaam.

Juli

Gleich zu Beginn des Monats feierten wir den 30. Geburtstag meiner Cousine mit einer großen Gartenparty und ich tankte ganz viel Familienfeeling mit meinen Cousins und Cousinen. Auch das nächste Wochenende wurde sehr flauschig – in einer auf Twitter organisierten Hilfsaktion bearbeiteten wir einen Schrebergarten in Pankow-Rosenthal, lernten dort unter anderem die wundervolle Mademoiselle Read On kennen und bekamen am Ende auch noch zwei Himbeerpflanzen für den Balkon geschenkt. Überhaupt war das ein Sommer voller Obst, der Hase hat literweise Saft, Apfelmus, Marmelade und Kompott hergestellt – komplett mit mundgeraubten Früchten aus den Innenhöfen der Umgebung (die sonst nicht geerntet werden). Achja, ein tolles weiteres Rostock-Wochenende mit der lieben Susanne war ebenfalls noch drin in diesem wunderschönen Sommermonat!

August

Im August fand unser alljähliches Cousins- und Cousinentreffen statt. Wir backten Pizza, schauten Filme, jagten uns um die Tischtennisplatte, schwitzten in der Sauna, tranken jede Menge Mate und quatschten bis tief in die Nacht. Später im Monat verbrachte ich beruflich eine Woche in Timmendorfer Strand und konnte dort nach Feierabend trotz kühlerer Temperaturen ein weiteres Mal in der Ostsee baden (und zum ersten Mal seit langem wieder Minigolf spielen). Zum Monatswechsel ging es dann für 4 Tage mit dem Hasen nach Stockholm.

September

Zurück aus Stockholm ging es mit dem Team direkt wieder aufs Wasser, und zwar bei einer Floßtour auf der Havel. Kurz danach ging es schon wieder nach Rostock, zu einem Kabarett-Abend mit Fiete und Schiete, viel Zeit mit Freunden und natürlich Strand und Törtchen. Als ich heimkam, überraschte mich der Hase mit Unmengen selbst gebackenen schwedischen Zimt- und Kardamomschnecken, die in den Folgetagen noch häufig Neid unter meinen Kolleg*innen hervorriefen. Dann ging es im September noch auf einen weiteren Business-Trip, diesmal nach Brüssel.

Oktober

Das Highlight des Oktobers war unser zweiwöchiger Roadtrip durch Sardinien, bei dem ich so viel gegessen habe, dass ich mir kurz vor Schluss noch den Magen verdarb und ein paar Tage so gut wie gar nichts mehr herunterbekommen habe. Ansonsten gab es viel Meer, Berge, Bäume und Getier zu sehen und vor allem jede Menge Erholung und Abschalten.

November

Anfang November war mein Bruder in Berlin und wir lösten gemeinsam sein Geburtstagsgeschenk ein: Ein Doppelkonzert von Dritte Wahl im Astra. Mitte des Monats besuchte ich eine liebe Freundin in Basel und verbrachte genau einen Tag mit Sightseeing, den Rest der Zeit mit Filme- und Serienschauen und jeder Menge Gesprächen. Am Wochenende drauf ging es wieder einmal nach Rostock, zu 20 Jahre Indie Night mit Live-Auftritten von Mortenson und Das Paradies – die nächste durchtanzte Nacht.

Dezember

Der Dezember war wie jedes Jahr geprägt von einerseits stressiger Arbeit und andererseits stressiger Vorweihnachtszeit – nur unterbrochen vom Geburtstag des Hasen, den wir mit einer spontanen Party doch ziemlich gut gefeiert haben. Dann sahen wir uns Das Paradies noch einmal gemeinsam in Berlin an und feierten den Hasengeburtstag noch ein zweites Mal, nämlich mit seiner Familie. Darauf folgten meine letzte Dienstreise des Jahres, die mich nach Nürnberg führte, die Firmenweihnachtsfeier, die Bescherung mit Bruder und Schwägerin und das Weihnachtsfest mit der Hasenfamilie. Das Jahr endete mit einem spontanen weiteren Rostock-Besuch am zweiten Weihnachtsfeiertag (mit einer weiteren durchtanzten Indie Night und einem Wiedersehen mit Cousins und Onkel) sowie zwei faulen Sofa-Tagen mit dem Hasen, bevor wir uns heute auf den Weg machten, um in einer Ferienwohnung in Vorpommern ganz still und leise zu zweit das Jahr zu verabschieden.

Wenn ich so zurückschaue, hat sich 2017 nach dem miesen Start deutlich gesteigert, jetzt bin ich gespannt, was 2018 bringt!

Silvester

Lebensrealitäten

Dieses Wochenende wird mir trotz G20 in Erinnerung bleiben als eines voller Herzlichkeit, spannender neuer Menschen und extrem gegensätzlicher Lebensrealitäten. 

Am Freitagabend trikontinentales Dinner in einer doppelstöckigen Altbaudachgeschosseigentumswohnung in Ku’dammnähe, gekocht im Schatten einer Kitchen Aid und unter Verwendung von gefühlt der Gesamtkollektion von Le Creuset. Samstags im Schrebergarten Werkeln und Grillen in Pankow-Rosenthal mit DDR-Geschirr. Südafrikanisches Bobotie mit KaDeWe-Chutney und Curcuma-Pulver von Ja! im Dachgeschoss und Milchreis mit Apfelmus, Mandel-Aprikosen-Kuchen, Johannisbeer-Baiser-Kuchen und Kokoswasser im Garten.

Weltbürgertum und Einsatz für Opfer von Ausbeutung, Verfolgung und sexueller Gewalt zum Einen (in Pankow wie in Charlottenburg), Verschwörungstheorien und Angst vor Islamisierung in Deutschland zum Anderen. Linksgrünversiffte unterbezahlte Kunst-Wissenschaft-Sozialberufe-Twitter-Bubble mit viel Flausch auf der einen Seite, Startup-Gründer-nach-Millionen-Exit mit ebenso viel Flausch auf der anderen. 

Der gefühlte aktuelle Stern der deutschen Bloggerszene kennt die Dörfer der Hasenheimat ebenso gut wie indische Slums und sudanesische Kriegsgebiete; der Urberliner CPO volunteert in afrikanischen Schulen und sein ehemaliger Mitschüler und sehr guter Freund arbeitet bei einem Anzeigenblatt in Köpenick. Beim gemeinsamen Unkraut jäten zeigt sich, dass vor den Unbillen von Natur und Medizin alle gleich sind.

Dazwischen viele kleine niedliche Babies und viel zu lachen. Am Ende sind sich alle gar nicht so unähnlich, wie man vermuten würde. Der Islamistenfürchter grillte bereitwillig koschere Grillspieße, obwohl er “noch nie einen Juden gesehen hatte”; Südafrikaner und Australier lachten gemeinsam mit Deutschen über nicht jugendfreie Witze und amerikanische Rednecks und über die Bedeutung von gutem Essen waren sich sowieso alle einig. 

Vielleicht muss man die einfach alle mal zusammenbringen, dann gibt es Hoffnung.

Alles hängt mit allem zusammen
Alles hängt mit allem zusammen

#12von12 im November, Was schön war und ein bisschen Hoffnung

Gestern war der 12. und ich habe es diesmal wieder geschafft, zwölf Bilder von meinem Tag zu machen, wenn auch nicht, sie rechtzeitig zu verbloggen und bei #12von12 zu verlinken. Außerdem ist mir aufgefallen, dass sie gut in die Kategorie “Was schön war” passen, die ja vor einiger Zeit von Anke Gröner von Anke Gröner als Blog-Idee verfolgt wird. Danke für die Inspiration! Und weil es so schön war und ich gestern sogar einen kurzen Herzschmelz-Moment hatte, was ich angesichts der Nachrichtenlage diese Woche kaum für möglich gehalten hätte, fungiert dieser Text jetzt hier gleich für beide Reihen…
Puzzle-Buch

Wir wachen heute bei unseren Freunden, der Familie vom Patenkind des Hasen auf. Das Patenkindchen wachte bereits um 5:13 auf, aber ich schaffte es noch, immer mal wieder einzudösen, bis dann um halb 9 die Tür aufging und seine große Schwester mit einem Puzzle-Buch an unserem Bett auftauchte. Der Tag begann also mit Puzzlen und Vorlesen, immerhin konnten wir so noch eine gute halbe Stunde länger liegen bleiben.

 

Frühstück

Dann gab es ein tolles Frühstück in großer Runde, mit aufgeschnittenem Obst, aber ohne Obstmandala. Sie sind eben nicht bei Instagram 😉

 

Hase und Patenkind

Hase und Patenkind saßen natürlich nebeneinander an der Stirnseite des Tisches, wie sich das gehört.

 

Orangen-Feigen-Marmelade

Es gab superleckere Orangen-Feigen-Marmelade von der Patenkindoma, die beide Früchte im eigenen, sachsen-anhaltinischen (!), Garten geerntet hat.

 

Geschenk auspacken

Nach dem Frühstück durfte das Patenkind sein Geburtstagsgeschenk auspacken. Ein Jahr ist es jetzt schon alt! Die große Schwester hilft beim Auspacken. Natürlich haben wir ihr auch etwas mitgebracht – einen Plüschhasen, der jetzt Glocke heißt.

 

Fernsehturm

Der Fernsehturm zum Zusammenstecken kommt sehr gut an und soll das Patenkind optimal auf seine zukünftigen Besuche bei uns vorbereiten.

 

Doktorspiele

Dann wird aber erstmal Arzt gespielt und mir wird ein grüner, sternförmiger Fleck herausoperiert, zum Glück gibt es für die Wunde ein monstermäßig cooles Pflaster (und ne Narkose habe ich auch bekommen, aus der Fernsehturmspitze!)

 

Schaukeln

Dann heißt es bald anziehen und rausgehen. Der Hase und das große Kind schaukeln, während das Patenkindchen immer müder wird. Nach einer guten halben Stunde müssen wir wieder rein, damit es seinen Mittagsschlaf machen kann.

 

Faultier

Vorher bekommt es noch ein Fläschchen. In der Zwischenzeit spielen Papa, Hase und das große Kind zusammen. Der Hase ist, wie man leicht sieht, ein Faultier, das von Löwen angegriffen wird. Dann hat das Patenkindchen ausgetrunken und verabschiedet sich von allen. Die große Schwester ist sehr ins Spiel vertieft und möchte der Kleinen keinen Kuss geben. Aber dann springt sie doch schnell auf und reicht ihr Glocke als Bewacher zum Mittagsschlaf. “Ich leih Dir meinen Glocke zum Kuscheln, aber nur ausnahmsweise!” Hachz! Diese kleine Geste gab mir ein kleines bisschen Hoffnung, dass die Menschheit zwar egoistisch, aber nicht von Grund auf schlecht ist. Gut zu wissen mit Blick auf die weltpolitische Lage!

 

Völkerschlachtdenkmal

Wir brechen auf und fahren quer durch die Stadt zu sEB, dem wir auch noch einen Besuch abstatten wollen, wenn wir schon in Leipzig sind. Unterwegs kommen wir am Völkerschlachtdenkmal vorbei.

 

Gemüse-Lasagne

sEB empfängt uns mit einer leckeren Gemüse-Lasagne. Nach dem Essen und einem gemütlichen Plausch fahren wir dann wieder gen Norden.

 

Kitty

Bevor es zurück nach Berlin geht, halten wir auch noch beim Hasenbruder und den Haseneltern an – wenn man schonmal in der Gegend ist. Bei Hasenbruders werden wir von Kitty empfangen, die nach Besuchern Ausschau hält, während ihre felinen Mitbewohner:innen Dietmar und Frau Katzenberger das Sofa vorziehen.

Der Tag ging dann noch etwas weiter: Wir gabelten zwei Freunde des Hasen auf, fuhren gemeinsam zurück nach Berlin und der Hase ging dann mit ihnen zu einem Konzert, während ich es mir mit Katzen, Serien und einem Seitan-Burger auf der Couch bequem machte. Das wären dann aber vermutlich die Bilder 13 bis 20 gewesen…