#12v12 im März 2019

Es ist der 12. und halb Blogdeutschland dokumentiert seinen Alltag wieder in zwölf Bildern. Meine zwölf findet Ihr hier, die anderen gibt es hier.

Bevor ich los ins Büro gehe, mache ich noch ein Foto davon, wie mein „neues“ Zimmer so aussieht. Das Bett wird vermutlich noch ausgetauscht und evtl. kommt noch etwas Deko hinzu, aber so ungefähr wird es dann wohl werden. Eigentlich hätte ich gerne noch ein Foto gemacht, in dem der Laptop besser aussieht und mein Bein nicht so sehr im Weg ist (ich sitze im Schaukelstuhl), aber der Kater kam halt auch nur genau in diesem Moment unter dem Bett hervor…

 

Und so sieht die Ecke aus, in der ich gesessen habe. Hmm, den Spiegel könnte ich mal wieder putzen…

 

Im Büro angekommen stelle ich mir wie eigentlich jeden Morgen mein Frühstück vom Obstbuffet zusammen.

 

Dann gehts mit dem Team zum Kaffee holen, außerdem stehen Ginger Ale und Earl Grey bereit, um mich durch die ersten Arbeitsstunden zu begleiten.

 

Nach zwei Stunden habe ich eins meiner wöchentlichen Meetings, bei dem ich das Protokoll führe, wofür ich meinen Laptop hole, der sonst unter Verschluss ist.

 

Mittags gehe ich mir was aus dem Supermarkt holen.

 

Dann esse ich gemeinsam mit dem Team. Es gibt einen Süßkartoffel-Kichererbse-Eintopf und dazu ein Börek mit Spinat-Feta-Füllung.

 

Zum Feierabend hin wird noch schnell konspirativ Gemüse geschnippelt.

 

Dann treffe ich mich mit einer lieben Freundin beim Georgier. Es gibt natürlich Rotwein und die typischen Pasten als Vorspeise, dazu auch das traditionelle Brot mit Käse und Dumplings mit Pilzen. Soooo lecker. Hinterher nehmen wir einen Absacker in einer nahe gelegenen Craft Beer Bar:

Asiatische Lebenshilfe und 1000 Fragen

Nachdem es gestern mit der fernöstlichen Unterstützung schon so gut geklappt hat und mein heutiger Tag schon ziemlich toll war – mein Schlafdefizit ist fast weg, ich habe meditiert und Dinge erledigt, die Arbeit war entspannt und hat Spaß gemacht und nebenbei habe ich wieder gute Gespräche geführt und positive – oder zumindest konstruktive – Erkenntnisse gewonnen – habe ich große Hoffnungen, dass es genauso weitergeht.

Gerade sitze ich in einem Café und genieße zum Feierabend meine liebste taiwanesische Spezialität: Den Bubble Tea. Und zwar nicht diese quietschbunte, knallsüße Zeug, aufgrund dessen Ihr Euch ja fast zu Recht wundert, dass es Bubble Tea noch gibt, sondern authentischen, Tee-farbenen und normalsüßen (hätte auch wenig oder keinen Zucker bestellen können, aber da ich etwas hungrig bin…). Ich habe mich für gerösteten Oolong-Tee mit Aloe-Vera-Stückchen als Topping entschieden. Und jetzt findet Ihr Bubble Tea plötzlich auch wieder ganz verlockend, oder?

Und gleich treffe ich mich dann mit einer koreanischen Freundin zum koreanischen Essen. Das wird bestimmt auch wieder sehr super – und das erste einer langen Reihe von Dinner Dates diese Woche. Deswegen gibt es jetzt auch nur noch den nächsten Teil der 1000 Fragen für Euch…

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

141. In welche Länder möchtest du noch reisen?

Oh, eine ganze Menge! In Europa alleine fehlen mir noch Portugal, Finnland, Griechenland und weite Teile Ost- und Südosteuropas. In Nord- und Mittelamerika warten Mexiko und Kuba noch auf mich sowie Teile der USA (vor allem die Westküste, der Südosten und Hawaii). In Kanada wäre die Westküste auch irgendwann mal dran und ich hätte auch nichts daran, nochmal nach Jamaika zu kommen… In Südamerika lockt mich vor allem Peru, schon aus kulinarischen Gründen, und von Chile und Argentinien kenne ich bisher auch nur den äußersten Süden… In Afrika fände ich vor allem die Gegenden spannend, in denen der Verein aktiv ist, für den ich mich engagiere, ich bin aber sichtbar, das vieles anderes auch toll wäre. In Asien locken mich vor allem Indien, Sri Lanka und der Südosten – wiederum vor allem aus kulinarischen Gründen. Außerdem ist eine liebe Freundin gerade nach Nepal gezogen und vielleicht besuche ich sie da einfach! Irgendwann würde ich gerne auch nochmal mehr von Australien sehen und wenn ich schon dabei bin vielleicht doch mal nach Neuseeland. Achja und Fiji wäre ganz schön, irgendwann…

142. Welche übernatürliche Kraft hättest du gern?

Beamen, das würde vieles (u. a. die obige Antwort) viel leichter machen.

143. Wann wärst du am liebsten im Erdboden versunken?

Neulich gab es da so eine Situation auf einer Parkbank, aber nur für eine Zehntelsekunde. Danach wurde alles sehr entspannt. Eine ernsthaft hochnotpeinliche Situation fällt mir grad nicht ein, ich bin da recht schmerzbefreit.

144. Welches Lied macht dir immer gute Laune?

Tonight I Have To Leave It von den Shout Out Louds wirkt wirklich jedes einzige Mal.

145. Wie flexibel bist du?

In den allermeisten Dingen bin ich sehr flexibel (also außer körperlich), in einigen sehr sehr wenigen gar nicht – daraus resultiert auch die Entwicklung der letzten Wochen.

146. Gibt es eine ungewöhnliche Kombination beim Essen, die du richtig gern magst?

Brot mit Quark, Ketchup und Kräutern der Provence. Brot mit Teewurst und dazu Obstsalat. Überhaupt Obst in der Kombination mit Herzhaftem – alles aus der Richtung Toast Hawaii (mit Salami und Apfel, Apfelsine oder Pfirsich unter dem Käse) zum Beispiel. Und natürlich Ananas und anderes Obst auf Pizza (außer auf italienischer, ich bin ja keine Barbarin).

147. Was tust du, wenn du in einer Schlange warten musst?

Wozu habe ich ein Smartphone? An der Supermarktkasse sonst auch gerne die Einkäufe der Anderen analysieren.

148. Wo siehst du besser aus: im Spiegel oder auf Fotos?

Eindeutig im Spiegel. Bewegte Bilder sind besser für meinen Look als Momentaufnahmen. Und mein Gesicht gefällt mir spiegelverkehrt auch besser, aber das geht uns ja vermutlich allen so – eine Frage der Gewöhnung.

149. Entscheidest du dich eher für weniger Kalorien oder mehr Sport?

Weder noch!

150. Führst du oft Selbstgespräche?

Mit zunehmendem Alter wird man wunderlich;)

Schlemmereien aus dem Salento

Am Donnerstag war ich auf Vermittlung der lieben Claudia von Holy Fruit Salad! bei einer Pressekonferenz in einem italienischen Restaurant in Kreuzberg 61 eingeladen. Bei leckeren Weinen, Olivenöl, Käse, Honig, Pizza und diversen anderen Leckereien aus dem Salento, der “Stiefelspitze” Italiens im äußersten Südosten der Region Apulien, erfuhren die anwesenden Journalist*innen, Blogger*innen, Instagramer*innen & Co. einiges über die touristisch interessanten Orte dieser Gegend. Im Rahmen der ITB hatten die Kultur- und Tourismuszeitschrift Spiagge und verschiedene Vertreter der Provinz und einzelner Städte wie Otranto, Melendugno und Gallipoli zu diesem Abend eingeladen. Unter anderem stellten sich dort dann auch verschiedene Produzenten typischer Produkte des Salento vor.

Für mich versprach der Abend die Verbindung dreier meiner Leidenschaften: Bloggen und neue liebe Menschen aus der Blogosphäre zu treffen, Reisen und neue Gegenden kennenzulernen (Apulien steht schon lange auf meiner To-Do-Liste!) und natürlich italienisches Essen und Wein. Der perfekte Abend also, der in allen drei Bereichen glänzte und Lust auf mehr machte. Besonders gefreut habe ich mich übrigens über den Fiano, den es als Aperitif während der Vorträge gab – eine meiner liebsten Weißweinsorten, auch wenn ich ihn bisher nur aus Avellino und nicht aus dem Salento kannte. Der Negroamaro, den es dann zum Essen selbst gab, war übrigens auch extrem gut und ich werde demnächst mal versuchen, von beiden ein Fläschchen zu ergattern. Wir verkosteten auch zwei verschiedene Olivenöle und besonders das zweite (neue Ernte, sehr grün, dickflüssig, grasig und mild, von einer Sorte, die ursprünglich aus Frankreich stammt) war der Hammer.

Ein toller Abend, von dem mir außer den leckeren Flüssigkeiten vor allem die guten Gespräche in Erinnerung bleiben werden, und aus dem sich hoffentlich noch viele weitere kulinarische Gelegenheiten für die Zukunft entwickeln werden…

Was mich krank auf der Couch so bewegte

Die Erkältung ist immer noch merkwürdig, und ganz schön arbeitgeberfreundlich, denn ein wenig schlimmer wurde sie erst heute, am Wochenende. Wobei schlimm auch relativ ist: Weder ist meine Nase die ganze Zeit zu, noch läuft sie ständig. Dafür tun mir der Kopf und die Nebenhöhlen weh – obwohl ich frei und mit geschlossenem Mund atmen kann. Ein wenig Halsweh und Husten dazu – alles nicht tragisch eigentlich – und insgesamt fühle ich mich trotzdem irgendwie krank. Deswegen habe ich auch heute beschlossen, einfach mal liegen zu bleiben, Tee zu trinken und es ruhig angehen zu lassen.

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So hatte ich viel Zeit, das Internet leer zu lesen und mir auch ein paar Videos anzusehen, die in der letzten Zeit aufgelaufen sind. Darunter auch das des gestern in Bautzen gelaufenen Gesprächsforums “Zurück zur Sachlichkeit”. Die Süddeutsche fasst das Geschehen in einem Artikel ganz gut zusammen. Wer sich selbst ein Bild machen und die komplette zweistündige Veranstaltung sehen will, kann das hier tun. Gerade die erste Hälfte ist beschämend und zeigt ganz genau, warum Bautzen inzwischen einen eindeutigen Ruf als Stadt mit Naziproblem hat. Nicht etwa, weil Menschen wie Annalena Schmidt auf rassistische Vorfälle und die tiefer Verwurzelung rechter Strukturen in der Stadt hinweisen, sondern aufgrund der Reaktion darauf: Wer auf Missstände hinweist, wird niedergebrüllt und persönlich angegriffen, anstatt dass auf die Probleme eingegangen wird. Den Mahnern wird vorgeworfen, die Stadt zu diffamieren, anstatt dass man sich eindeutig gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit positioniert und der Welt beweist, dass in Bautzen auch weltoffene Menschen leben. Für mich war das Video auch deswegen aufwühlend, weil ich einige der Redner kenne – und zwar auf beiden “Seiten”. Einer von ihnen ist der Vater eines guten Freundes aus Schulzeiten – das macht mich immer noch fertig. Mehr über dieses ganze Bautzen-Ding habe ich vor 2,5 Jahren schon mal aufgeschrieben…

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Der Hase war heute auch ein wenig politisch unterwegs, wenn auch auf einer völlig anderen Ebene. Sein Berliner Lieblingsfußballverein, Tennis Borussia (ehemaliger Vereinspräsident: Hans Rosenthal), erlebt derzeit eine Krise. Auf der letzten Vereinssitzung kam es zu einer Art “feindlichen Übernahme” des Vereinsvorstands durch den Hauptsponsor. Dieser hat viel Geld in den Verein gesteckt und möchte ihn nun so schnell wie möglich zum Aufstieg bringen. Solche Ambitionen gab es in der Vereinsgeschichte schon öfter, meist endeten sie in einem Debakel und Ab- statt Aufstieg. Deswegen sind die Fans des sich offen gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie positionierenden Oberligavereins verständlicherweise besorgt um ihren Verein und machen ihrem Unmut öffentlich Luft. Sie schalteten eine Anzeige in der Fußballwoche und boten sich anderen Fans als erfahrenes Publikum an. Natürlich meldeten viele Vereine solidarisch ihr Interesse an und so ging der Hase heute mit einem Freund und rund 200 anderen TeBe-Fans zum Kreisliga-A-Verein Blau-Weiß Friedrichshain auf das Dach von Metro am Ostbahnhof und feuerten mit eigens erdichteten Fan-Gesängen die “Rooftop Boys” gegen SF Charlottenburg-Wilmersdorf II an. Wer den Hasen kennt, erkennt ihn in diesem Video. Zahlreiche Berliner Medien berichteten außerdem.

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Das für mich Beste am Ausflug des Hasen war, dass er mit einer Packung Donuts zurückkam, die wir im Laufe des Tages ganz geschwisterlich fifty-fifty miteinander teilten. Außerdem gab es heute noch Smashed Potatoes zu essen, nachdem mich ein Instagram-Post von Nadia gestern inspiriert hatte.

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Bester Dialog heute:

Ich: “Ich habe übrigens die Leberwurst angebrochen.”

Der Hase: “Iiiih, wieso machst Du denn sowas? Wenn Du sie nicht magst, musst Du sie ja nicht essen!”

Ich wusste, dass er so reagieren würde, kaum hatte ich meinen Satz ausgesprochen. Und ich musste schon in freudiger Erwartung kichern. Soviel darüber, worüber ich richtig laut lachen kann

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Ein weiteres Highlight des Tages war, dass ich ein exklusives Video vom vorgestrigen Konzert von We Are Scientists in Rostock zugespielt bekam. Und zwar von meinem Lieblingslied der Band, die ich vor 12 Jahren einmal interviewen durfte. Damit ich keine Urheberrechtsprobleme bekomme, entlasse ich Euch aber mit dem offiziellen Video-Clip und hoffentlich einem Ohrwurm. Nobody Move, Nobody Get Hurt ist ja auch ein schönes Motto für so einen Kranktag. In diesem Sinne:

Und der Freitag so?

Es ist echt unglaublich, wie schnell die Wochen immer vorbeifliegen. Jetzt ist schon wieder Freitag, Wochenende. Vermutlich sollte ich dankbar sein, dass ich das so empfinde. Andere Leute kämpfen sich ja in zähen Jobs gerne mal von Wochenende zu Wochenende, ich hingegen bin meist auch immer ein wenig traurig, dass die fünf Tage schon wieder vorbei sind. OK, ich möchte keinen falschen Eindruck erwecken: Natürlich freue auch ich mich auf zwei Tage weitgehend selbstbestimmter Zeiteinteilung! Aber ich hab meistens so viel Spaß in meinem Job, dass er mir gar nicht so sehr wie eine von außen auferlegte Einschränkung vorkommt. Und meistens wache ich auch vor dem Weckerklingeln auf, so dass mir auch das Ausschlafen (im Moment zumindest) nicht wirklich fehlt.

Der heutige Freitag war ein relativ entspannter, obwohl ich schon die dritte neue Aufgabe diese Woche übernommen habe. Das hat für ca. 10 Minuten Nervenflattern gesorgt, als ICH einen fremden Menschen anrufen und mich mit ihm unterhalten musste, um hinterher meine Einschätzung abzugeben, ob er zu uns passt. Ich telefoniere ja grundsätzlich schon ungern mit fremden Menschen und dann auch noch in so einer ungewohnten und verantwortungsvollen Rolle… Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben und eigentlich finde ich es ja auch sehr cool, dass ständig alles anders wird und neue Dinge auf mich einprasseln.

Meetings hatte ich ansonsten heute nur eines, dafür war ich aber mal wieder mit dem Team mittagspausieren. Wir hatten wirklich extrem köstliche vegane Burger mit Pommes und Getränk. Meiner war der Vienna Burger, mit “Schnitzel”, Knoblauch-Sauce, Gemüse und Schnittlauch. Ein Gedicht bis in die Details! (Keine Werbung, ich habe natürlich selbst bezahlt.)

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Nach der Arbeit gab es dann mal wieder eine Date Night mit dem Hasen. Ich glaube, das machen wir jetzt öfter – so lässt sich auch das verflixte 7. Jahr besser überstehen 😉 Erst trafen wir uns zum Abendessen auf eine Poké Bowl (ebenfalls selbst bezahlt). Ein total süßer, unscheinbarer und unprätentiöser Laden in der Stargarder. Sehr zu empfehlen! Ich hatte eine Bowl mit Thunfisch, Mango, Avocado, Rettich, Kaviar und geröstetem Algensalat, die vom Hasen bestand aus Lachs, Gurke, Avocado, Edamame, Algensalat, gerösteten Kichererbsen, knusprigem Mais, knusprigem Knoblauch, und Nüssen. Die Basis für beides war warmer Reis mit Salat und Sojasauce. Wir werden da auf jeden Fall wieder hingehen!

Nach dem Essen lösten wir einen Kino-Gutschein ein (ein Geschenk meines Arbeitgebers) und sahen einen weiteren Oscar-nominierten Film: Green Book. Der war zum Glück besser, als ich ihn nach dem Trailer erwartet hatte, auch wenn er für mich weder an Bohemian Rhapsody noch (vor allem) an Roma heranreicht. (Die anderen Nominierten müssen wir noch gucken.)

Danach ging es schnell durch die Kälte nach Hause, wobei das Hasenfahrrad die eine S-Bahn-Station ausnahmsweise mal schwarz fahren durfte. Jetzt guckt der Hase Biathlon live aus Kanada und ich packe meine Schnupfennase ins Bett.

 

PS: Schon merkwürdig, wenn eine Heinzelfrauchen-Aktion komplett unkommentiert bleibt – jetzt weiß ich gar nicht, ob sie bemerkt und gewürdigt wurde. Aber eigentlich soll man für solche Sachen auch keinen Dank erwarten, sie sind ja schließlich dafür da, anderen eine Freude zu machen und nicht sich selbst. Man muss auch jönne könne.

 

Tagebuch-5 im Februar 2019 #WMDEDGT

Es ist mal wieder der 5. und wie jeden Monat fragt Frau Brüllen wieder: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Ich wache vor dem Weckerklingeln auf, weil irgendwer im Haus findet, es wäre eine gute Idee, jetzt mal ordentlich den Hammer zu schwingen. Als ich mich dazu durchringe, die Augen zu öffnen und mal nach der Uhrzeit zu gucken ist es 7:29, eine Minute vor Klingeln. Ich mache den Wecker aus und lese mich eine halbe Stunde lang gemütlich durchs Internet, während das Hämmern natürlich längst aufgehört hat und der Hase wieder eingeschlafen ist. Um 8 schleiche ich mich leise aus dem Schlafzimmer und lasse den Urlaubshasen weiter träumen.

Morgendliche Badroutine, Katzen füttern und dann bin ich kurz vor halb 9 schon aus dem Haus und fahre mit Tram und U-Bahn ins Büro.

Die Personalabteilung schreibt eine Rundmail über den neuen Feiertag in Berlin. Da wir zwar in Berlin unsere Zentrale, aber eben auch andere Standorte sowie Leute in Remote-Anstellung haben sowie diverse Mitarbeiter*innen, die kein Deutsch sprechen und das vielleicht noch gar nicht mitbekommen haben,1 ist das notwendig. Es geht zunächst darum, für wen der Feiertag alles gilt, dann darum, wie er im System abgebildet wird und was mit bereits bestehenden Urlaubsanträgen geschieht (Der Feiertag kam etwas plötzlich, das hat sich erst vor zwei Wochen oder so endgültig ergeben). Und dann ging es sehr lang und ausführlich um den Frauentag selbst, seine Geschichte, Clara Zetkin, warum der jetzt bei uns ein Feiertag ist usw. Und ein Link mit Veranstaltungen, bei denen man sich an diesem Tag politisch engagieren kann. Hach, ich liebe diese Firma!

Zum Frühstück gibt es klein geschnippeltes Büro-Obst und Milchkaffee, den wir uns wie immer mit der ganzen Kaffee-Crew oben in der Lounge holen. Ich lerne, dass es eine Fluggesellschaft namens Germania gibt und die jetzt pleite ist. Außerdem sprachen wir über das Fliegen im Allgemeinen, Flughäfen in aller Welt und überlegen, ob Fliegen oder Fleisch essen der schlimmere Klimakiller ist. (In meinem Kern-Team von 7 Personen haben wir drei vegan lebende Männer und vier omnivore Frauen. Besonders witzig ist, dass einer der Herren bis vor ungefähr zwei Jahren so ziemlich jeden Tag auf seiner Fleischportion bestand und inzwischen total geläutert ist.)

Zurück am Platz verbringe ich die Zeit bis zum ersten Meeting mit einer Aufgabe, die ich diese Woche für die urlaubende beste Kolleginnenfreundin übernommen habe – ziemlich analytisch mit ein bisschen Glaskugel drin, aber nichtsdestotrotz spannend. Und ich kann Kästchen (Google Sheet Zellen) mit lustigen Farben füllen, das ist ja auch immer schön.

Nach dem Meeting dann Abarbeiten der aufgelaufenen E-Mails und Anfragen, danach Mittagspause mit dem nicht-einfachen Kollegenfreund/Freundkollegen (20 Minuten Spaziergang zum Supermarkt und zurück, Gespräch über Magen-Darm, Valentinststag, Frauenhasser, die Grünen, die FDP, das Wahlverhalten in Ost-Berlin, 3,21 € in kleinen Scheinen und Seelenrettungsversuche). Wieder zurück gibt es für mich einen hochwertigen Mikrowellenmilchreis mit Erdbeerkompott und eine Runde Twitter-Timeline, der NEKFFK* muss direkt zurück an seinen Platz.

Nach der Pause gemütliches Vor-mich-hin-Arbeiten. Ein gutes Feedback für die Aufgabe erhalten, die ich diese Woche vertretungsweise übernommen habe. Eine weitere neue Aufgabe samt zugehöriger Schulung angekündigt bekommen, die spannend klingt und vielleicht längerfristig bei mir bleibt… Das Nachmittagsmeeting blieb dann relativ kurz und ereignislos. Danach tröpfelte der Arbeitstag ziemlich vor sich hin – im Vergleich zur letzten Megastresswoche sind wir jetzt wieder im Alltag angekommen und das ist auch gut so.

So kann ich pünktlich Feierabend machen und Richtung Friedrichshain fahren, um ein paar Dinge zu erledigen und mich dann mit einer meiner besten Freundinnen zum Essen und Quatschen zu treffen. Es gibt Tra Dao (hausgemachten Pfirsich-Eistee), Banh Xeo (einen vietnamesischen Pfannkuchen mit Tofu, Pilzen und Pak Choi), My Quang (eine dickflüssige Reisnudelsuppe mit Pilzen und Sesam-Chips) und Mango in frittiertem Klebreis. Dazu reden wir über alles, natürlich.

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Der Heimweg ab halb 10 ist dann ganz schön kalt, aber die Ringbahn ist warm und zum Glück ist es gar nicht so weit nach Hause. Dort warten zwei hungrige Katzen auf mich. Da der Hase heute auch aushäusig is(s)t, hatten sie noch kein Abendbrot. Dem schaffe ich schnell Abhilfe, dann mache ich noch ihr Klo sauber und mich selbst bettfertig. Halb 11 liege ich im Bett und höre zum Einschlafen die neue Folge Marvelous Mrs Maisel Goys.

*Auch noch nicht das richtige Blog-Synonym für ihn, fürchte ich.

#ithasien – Italien-Roadtrip 2018 – Tag 14: Perugia: Smell the Chocolate and Mind your Head (auch: #12v12)

Es ist zwar der 14. Tag unseres Urlaubs, aber eben auch der 12. des Monats und damit #12v12. Blogger*innen posten 12 Fotos von ihrem Tag und dem schließe ich mich natürlich an. Die übrigen Beiträge gibt es wie immer bei Caro.

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Seit wir in der Ferienwohnung eingecheckt haben, muss ich bei jedem Besuch im Bad an den berühmten Ausspruch aus Go Trabi Go denken, wenn Jacqueline das tolle Wohnmobil ihres Onkels besichtigt: “Ä Duschklo mit Brause über der Schüssel!” So auch heute morgen…

Der Blick aus der Küche hinaus ist dann schon viel schöner, wir schliefen mal wieder zwischen lauter Olivenbäumen.

Typisch italienisch: Erstmal Wäsche abnehmen.

…dann Kaffee kochen. Zum Frühstück gibt es Brot mit Butter und Käse bzw. Honig sowie Caffè latte, Pfirsichsaft und Honigmelone.

Danach wird abgewaschen und mal wieder das italienische System des Abtropfschranks bewundert. Wenn wir mal groß sind, wollen wir sowas auch in unserer Küche haben!

Dann fahren wir zunächst nach Spello, wo wir uns aber nach einer kleinen Rundfahrt durch die Gassen nicht weiter aufhalten…

…nach Perugia. Dankenswerterweise gibt es hier Rolltreppen, mit denen man vom Parkplatz hoch in die Altstadt kommt, denn auch diese Stadt liegt – wie könnte es anders sein – oben auf einem Hügel.

Wir besichtigen den zentralen Platz, die Piazza IV Novembre…

…und blicken von einem Aussichtspunkt auf den unteren Teil der Stadt und weiter übers Land, unter anderem bis Assisi, wo wir morgen hinwollen.

Dann geht es für mich auf eine Schokoladentour (der Hase streikt, als wir merken, dass die altehrwürdige Schokoladenfirma Perugina inzwischen zum bösen N****é-Konzern gehört. Ich finde das auch nicht gut, aber da wir nun schonmal hier sind und ich mich seit Wochen auf die Tour gefreut habe, besichtige ich dann doch das Museum, verkoste einen großen Teil der Produktpalette (von sehr dunkler bis hin zur weißen Schokolade, da der viele Zucker einem bei umgekehrter Reihenfolge den Geschmack verdirbt), lerne einiges über die Geschichte der Firma und darf dann einen Blick in die Fabrik selbst werfen. Dort drinnen sind keine Fotos erlaubt, aber ich kann versichern, dass die Oompa Loompas einen sehr guten Job machen und schon jetzt die Ostereier für nächstes Jahr produzieren! Achja und der neuste heiße Scheiß ist rosafarbene Schokolade, aus der Ruby Kakao-Bohne. Die schmeckt ziemlich fruchtig, obwohl keine Früchte drin sind, ebenso wenig wie Farbstoffe übrigens. Ich bemühe mich übrigens redlich, mehr als die 9 € für den Eintritt bei der Schokoladenverkostung abzuessen, um dem Dreckskonzern so viel wie möglich zu schaden, bin aber nicht sicher, ob das geklappt hat. Es gibt immerhin nur 14 der Sorten zu probieren…

Dann setze ich mich wieder zum Hasen ins Auto – er hat inzwischen einen Radio-Tatort gehört – und wir fahren zu unserer heutigen Unterkunft, einem Bed & Breakfast und Backpacker Hostel auf einem Bauernhof außerhalb der Stadt. Außer den Gänsen gibt es hier noch Esel, eine Ziege und Hunde und die Zimmer sind nach den Tieren benannt.

Wir sind etwas früher da als geplant und es ist noch niemand da, also machen wir es uns erst einmal mit Blick auf Perugia in den Liegestühlen bequem und lesen etwas. Nach dem Einchecken gibt es dann noch Abendbrot – weiteres Resteessen mit Knoblauch-Ciabatta, Salsiccia seccha und Äpfeln.

Italien in a nutshell: Sehr traditionell, aber am Ende siegt doch irgendwie immer das Fernsehen. Wir setzen uns stattdessen noch einmal nach draußen, lauschen den Grillen und ich tippe diesen Blogbeitrag…