05.05.2026 – Auskurieren #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Das erste Mal meldet sich der Tag kurz vor 1, als die Klingel geht. Ich erwache unwillig und will erst ignorieren, dann beschleicht mich das Gefühl, ich könne doch legitim gemeint sein und schaue aufs Handy: Drei stummgeschaltete Anrufe von der Mitbewohnerin. Ich rufe zur Sicherheit zurück und ja, sie steht schlüssellos (zum Glück nur vergessen) vor dem Haus und entschuldigt sich tausendfach. Ich lasse sie rein und krieche wieder zu den Katzen ins Bett. Nach einer Weile schlafe ich wieder ein.

Das nächste Aufwachen ist dann erst gegen halb 8, da ich krank bin, hatte ich keinen Wecker gestellt. Ich liege allein im Bett, Noosa schnarcht unten drunter, Nimbin hat sich irgendwann in den Morgenstunden in den Kleiderschrank zurückgezogen.

Ich lese das Internet leer, blogge, mache Französisch, Italienisch und die tägliche Rätselrunde, telefoniere mit dem Liebsten und dann versuchen wir es mal mit Frühstück. Die Katzen sind nicht interessiert, Noosa hat über Nacht ordentlich gemampft, Nimbin hat Dinge im Bauch, die machen, dass er nicht essen will. Trotzdem mache ich mir inzwischen weniger Sorgen, denn er verhält sich nicht mehr wie ein schwerkranker Kater, sondern putzt sich, kuschelt, springt mir auf den Schoß… Mal sehen, ob das mit dem Fressen auch wieder wird, oder ob auf die Untersuchung am Donnerstag nächste Schritte folgen müssen.

Mein Frühstück ist eine unappetitlich aussehende aber leckere Mischung aus Porridge, Rhabarberkompott und Ahornsirup, dazu Orange und Matcha Latte. Außerdem habe ich den Waldmeistersirup nach vier Tagen abgeseiht und abgefüllt und teste einen ersten Schluck in Wasser. Sehr lecker, aber unverdünnt ganz schön bräunlich, da ich Rohrzucker verwendet habe.

Beide Katzen kommen nacheinander dazu und setzen sich abwechselnd auf meinen Schoß. Ich vertreibe mir noch eine Weile die Zeit auf dem Balkon, kümmere mich dann ein bisschen um den Haushalt und setze mich auch noch an den Schreibtisch, um ein paar Dinge zu erledigen. Das trägt mich bis zum Mittagessenhunger (auch ich habe wenig gegessen die letzten Tage). Es gibt Stullen mit selbst gemachten Bohnen-Aufstrich, Ziegenkäse, Avocado, getrockneten Tomaten und Kresse.

Als ich das Geschirr in die Küche bringe steht da die Mitbewohnerin und macht sich etwas zu essen. Wir quatschten ein wenig, dann versuche ich dem Kater eine Tablette zu geben und scheitere wieder spektakulär. Nicht nur ist er schwer zu fassen, er macht auch den Kiefer ganz fest zu und faucht, wenn ich versuche ihn aufzukriegen. Und dann rennt er weg. Da er trotzdem inzwischen ab und zu etwas isst – ein paar Brocken Trockenfutter, das Flüssige vom Nassfutter – lasse ich ihn gewähren. Viel Spielraum habe ich eh nicht. Später am Abend wird auch die Salbe ins Ohr ein Ringen, aber diesmal gewinne ich.

Danach überfällt mich gnadenlose Müdigkeit und ich lege mich hin. Komatöser Tiefschlaf folgt für eine gute Stunde. Hinterher ist nicht mehr viel mit mir los und ich ergebe mich dem Faulenzen und Auskurieren, was nach der turbulenten ersten Krankheitswoche auch wirklich vonnöten ist (aktuell landet nicht einmal die Hälfte der Unbill im Blog).

Am frühen Abend mache ich mir gebackenen Kohl mit Misobutter und schwarzem Sesam zum Abendbrot und setze mich damit nochmal raus auf den Balkon, wieder abwechselnd mit jeweils einer Katze auf dem Schoß.

Zum Nachtisch gibt es mehr Rhabarberkompott, dann geht es wieder Richtung Bett. Als ich beim Fernsehen Schokolade nasche weitere Unbill: Die Toblerone zieht mir die Teilkrone raus, die gerade erst vor sechs Wochen erneuert wurde. Ich schwanke zwischen Heulen und Lachen, entscheide mich dann für Letzteres, klicke mir für morgen einen Zahnarzttermin, telefoniere nochmal mit dem Liebsten, gucke weiter fern und mache beizeiten das Licht aus.