Geburtstagswoche 2015 – Palermo 2 und Ankunft in Case Vecchie

Die Nacht verlief leider weniger angenehm als erwartet – zum Einen schallte bis etwa 3 Uhr morgens laute Musik durch die Gassen (und dann wieder ab 8) – an einem Sonntag im katholischen Sizilien – zum Anderen äußerte sich mein Zimmergenosse gegen 2 Uhr nachts laut aus dem Bett kotzend und verbrachte dann etwa eine halbe Stunde damit, relativ verstrahlt und vor sich hinbrabbelnd, irgendwie mit der Situation klarzukommen, aufzuwischen usw. Ich lag dann natürlich erstmal wach (ohne mir etwas anmerken zu lassen) und brauchte zwei Podcast-Folgen, um wieder einschlafen zu können…
Wesentlich angenehmer war der Morgen im Hostel, mit Katze und frisch (oder auf-) gebackenem Gebäck. Dann kam auch schon die Nachricht meiner Mit-Kursteilnehmerin Gayle, dass sie im Bus zum Bahnhof säße – mein Zeichen, aufzubrechen.
Ich traf Gayle am Bahnhof, wir gaben unser Gepäch auf und liefen dann ein paar Stunden lang durch Palermo. Als wahre Foodies waren die Märkte natürlich unser erstes Ziel. An einem der Obststände gerieten wir sehr schnell vom Probieren (Feige mit Nutella, Erdbeere mit Nutella, Kirschen) zum Zum-Kauf-Gedrängt-Werden und 10 €-Ausgeben. (Wechselgeld? Nee, nehmt mehr Obst!!)
Ein anderer Punkt auf der To Do-Liste waren Granitá und Eis in einer Brioche – typisches sizilianisches Sommerfrühstück übrigens. 

Wir trafen eine weitere Kursteilnehmerin, Gry aus Stockholm am Bahnhof und fuhren dann gemeinsam mit dem Zug nach Vallelunga, im Zentrum der Insel, zur Anna Tasca Lanza Cooking School. Es ist verrückt – alles, was ich vorher über diesen Ort gelesen habe ist wahr. Idylle pur, malerische Gebäude, wahnsinnige bis kitschige Ausblicke auf den Garten, die Weinberge und die Umgebung… Dazu das sizilianische Wetter und das Licht, das alles erstrahlen lässt wie in einer romantischen Komödie mit Essensthematik… Mein erster Impuls war, den Hasen und die Katzen nachzuholen und für immer zu bleiben.

Nach und nach trudelten sämtliche Kursteilnehmerinnen ein und wir begannen mit einer Vorstellungsrunde, die alleine schon extrem inspirierend war. Übrigens sind außer dem englischen Gärtner und einem der Köche im Prinzip nur Frauen hier vor Ort – es wird sich wohl noch herausstellen, ob das Zufall oder strukturell bedingt ist.

Zum Aperitivo gab es Champagner und Crostini mit verschiedenen Pasten – aus getrockneten Tomaten oder Kapern und entweder Mandeln oder wildem Fenchel.

Als ersten Gang bekamen wir Macco serviert, eine köstliche Suppe aus Fava-Bohnen, die dann nach Gusto mit scharfem Olivenöl, gesalzenem Ricotta und Rosa Beeren garniert wurde. 

Der Hauptgang (sorry für die Bildqualität, in Sizilien geht die Sonne eine Stunde früher unter als in Berlin und man isst deutlich später) bestand aus Hühnchen aus eigener Zucht, Kartoffeln und wahnsinnig aromatischem Salat. Zum Essen gab es natürlich auch Wein und zumindest von dem Weißwein werde ich mir mindestens eine Flasche mitnehmen.
Der Nachtisch war ein luftiges Gebäck namens Sfince – die Rezepte bekommen wir übrigens alle mit nach Hause, zum Glück.
Während des Essens ergaben sich Gespräche über die Mailänder Expo, nachhaltige Landwirtschaft, Feminismus und das Bloggen – endlich normale Leute, würde ich sagen 😉 Jetzt geht es ab ins Bett, denn morgen haben wir viel vor – ich werde berichten!

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