30.04.2026 – Auf und Ab

Gegen 2 habe ich das letzte Mal auf die Uhr geguckt, gegen halb 5 ist Katzenwecken angesagt, dann kann ich nicht mehr einschlafen – eine Mischung aus Krankheitssymptomen (Nase, Kopf, Husten), Katerbeobachtung und Kopfkino. Ich bekomme ein wenig Futter in den Kater hinein und bin dann erstmal etwas beruhigter, widme mich dem morgendlichen Reboot. Inzwischen macht die Situation, dass ich selber kaum Appetit habe. Mein Frühstück besteht aus Kaffee, Schokolade und schließlich einem trockenen Rosinenstuten auf dem Weg, denn ich muss trotz allem wegen eines Termins kurz nach 9 in die Stadt.

Immerhin scheint die Sonne und es frühlingt. Trotzdem ist es anstrengend, unterwegs zu sein, in Innenräumen Maske zu tragen und besonders, Treppen zu steigen. Kurz vor 11 bin ich wieder zuhause und packe mich aufs Sofa.

Das Katerchen liegt die meiste Zeit lethargisch auf dem Bett herum, hat dann aber zwischendurch auch Energieschübe und will gestreichelt werden, kuscheln oder auf mir schlafen. Halb 1 wähle ich mich in einen Arbeitscall ein, nur zum Zuhören, aber der ist wichtig. Dann bekommt das Katerchen eine neue Runde Schlecki und geht direkt danach viel trinken – die Dinger scheinen Durst zu machen. Irgendwann ruft die Tierärztin an und gibt erstmal Entwarnung zu ganz akut kritischen Sachen. Vermutlich haben wir es mit einer chronischen Entzündung zu tun, das muss aber mit Ultraschall abgeklärt werden. Wenn sich der Zustand nicht dramatisch verschlechtert, machen wir das am Sonnabend.

Parallel dazu kommt Post an, die dem Tag eine unerwartete Wendung zum Positiven gibt. Mit besserer Laune – auch weil ich es geschafft habe, Nimbin eine Tablette zu verabreichen und das Katerchen gerade gierig Thunfisch verschlingt, die größte Herausforderung ist, Noosa davon abzuhalten auch alles zu inhalieren, was ich ihm anbiete bzw. ihm das wegzunehmen. Also betreutes Fressen, ich setze mich dazu.

Dann merke ich, dass ich auch mal was essen sollte und wage mich – es ist grad wundertechnisch alles drin – an den grünen Spargel aus der Gemüsekiste. Dazu gibt es gebackene Kartoffeln, Kabeljau und einen Avocado-Ei-Senf-Schnittlauch-Dip. Kann man essen, nächstes Mal muss der Spargel dann aber früher aus dem Ofen. Zwischendrin ernte ich den Waldmeister ab und hänge ihn zum Anwelken auf, statt heute an Hexenfeuern zu sitzen oder in den Mai zu tanzen. Darauf bereite ich dann morgen Waldmeistersirup zu, für Maibowle bin ich nicht fit genug gerade, aber dann wird das eben im Laufe des Monats nachgeholt.

Plötzlich dann Stimmungswende: Der Kater hat lautstark Schmerzen, vielleicht zu viel Thunfisch auf einmal? Ich versuche es mit Katzenminze auf einem Handtuch und das beruhigt ihn erstmal relativ schnell, er räkelt sich darin und schreit zumindest nicht mehr.

Den Rest des Tages ist er wieder relativ lethargisch, zieht sich zurück, schläft viel. Ich telefoniere in der Zwischenzeit und bin dann genervt, als mich eine Katze dabei stört, bis ich merke, dass der Kater das ist und er kuscheln will. Wieder Stimmungswechsel. Zwischenzeitlich macht sich auch der Schlafmangel immer deutlicher bemerkbar.

Gegen 9 nochmal eine Runde Kater zum Essen verführen, Katze davon abhalten noch runder zu werden, und dann geht es ins Bett. Diesmal schlafen wir alle drei schnell.