re:publica 17 – Love Out Loud #rp17 – Tag 1

Nur kurz, weil müde:

Außerdem noch: Schön, so viele bekannte Gesichter zu sehen, auch wenn ich nur mit einem bisher unbekannten richtig geredet habe. Zweimal in Sessions aufgefordert worden, die Augen zu schließen. Beide Male mit darauf folgendem Erkenntnisgewinn.

Vorsatz für morgen: 1. mehr mit Leuten reden, 2. mich nicht mit verkürzten Urteilen im Vorbeigehen zwecks Smalltalk zum Löffel machen. 3. 15 Sessions besuchen. Und Karaoke. Mal gucken, wie das alles zusammenpasst…

April

Im April werde ich… mal gucken, ob ich es noch kann. Und:

  • Waffeln backen, und zwar nach dem Rezept meiner Kindheit und wie damals mit Brombeerquark gefüllt. Allerdings nicht mit dem guten ollen Kontaktgrill von damals, sondern mit einem handelsüblichen Waffeleisen (Mal sehen, wie das so funktioniert…)
  • Bildungsurlaub für die re:publica beantragen
  • Wahlkampf führen und mit hoher Wahrscheinlichkeit wiedergewählt werden
  • einen spannenden Neuanfang im neuen Gremium miterleben und -gestalten
  • mit den Kollegen durchs neue, noch leere, Büro spazieren und darüber sinnieren, wie sich das Arbeiten dort wohl anfühlen wird
  • viel Zeit draußen verbringen – seit die Sommerzeit angefangen hat, bin ich wild entschlossen, jeden Tag zu nutzen und sei es nur für einen kurzen Spaziergang
  • Ostern mit den Haseneltern hier in Berlin feiern und u.a. die IGA besuchen (Damals 2003 in Rostock war das DAS Stadtgespräch über Monate und Jahre hinweg, 14 Jahre später in Berlin habe ich es letzte Woche so am Rande erfahren…)
  • Papas Geburtstag feiern
  • ein verlängertes Wochenende mit dem Hasen draußen am See verbringen, er mit der Angel in der Hand, ich mit einem Stapel Bücher
  • hoffentlich Seelenverwandtenbesuch aus dem Baskenland – mit Umweg über Liverpool – bekommen, ihm mein Berlin zeigen und ordentlich über Musik abnerden
  • idealerweise täglich meditieren und gefasst der Dinge harren, die da kommen
  • und vielleicht sogar wieder regelmäßig bloggen, wer weiß 😉

Tagebuch-5 im Mai – Reise-Edition: Von Berlin ins Stubaital

Schon wieder ein 5. und wie immer fragt Frau Brüllen: WMDEDGT? Das hier:

Kurz nach 6 wache ich das erste Mal auf. Das ist etwas ungünstig, denn ich war erst halb 1 im Bett und bin noch total zerschossen von den vergangenen 3,5 Tagen re:publica, die wie immer großartig, aber eben auch anstrengend waren. Scheinbar ist mein Körper durch den täglichen Hasenwecker nun schon so krass auf um 6 eingestellt, dass selbst größte Erschöpfung ihn nicht daran hindern kann, aufzuwachen. Der Wecker soll allerdings erst um 8 klingeln, die Zeit bis dahin vertreibe ich mir mit lesen, Timeline checken und immer mal wieder eindösen.

Kurz nach 8 stehe ich dann wirklich auf, der Hase ist schon eine Weile auf und gerade dabei, alle seine Pflanzen auf unseren Urlaub einzustellen. Ich ziehe mich schnell an, packe letzte Sachen ein, räume den Geschirrspüler aus und wasche ein paar letzte Dinge ab, während er den Müll runterbringt und das Auto packt. Dann werden die Katzen noch einmal ordentlich durchgekuschelt und wir machen uns auf den Weg.

Zuerst fahren wir zur nächsten Notapotheke. Wegen des Feiertags hat ja sonst alles zu und da wir beide erkältet sind brauchen wir noch Nasenspray und eine Großpackung Taschentücher. Als nächstes holen wir meine Eltern in Mitte ab, halten dort noch einmal an einer Bank zum Geldabheben und dann fahren wir raus aus Berlin, auf die A9 und immer weiter nach Süden.

Wir pausieren kurz am Hermsdorfer Kreuz und später noch einmal, um eine Biene aus dem Kofferraum zu schmeißen. Kurz vor München wechseln der Hase und ich auf die Rückbank. Papa übernimmt das Steuer, Mama die Kontrolle über das Radio. Zum Glück haben die beiden mitgedacht und wir kaufen noch rechtzeitig vor der österreichischen Grenzen eine Vignette. Ich hätte das völlig übersehen.

Ebenso wie ich die Grenze selbst irgendwie übersehen haben muss. Irgendwann gegen 16 Uhr müssen wir sie überfahren haben, denn kurz danach sagte das Navi uns die österreichischen Höchstgeschwindigkeiten und Vodafone informierte mich darüber, dass ich jetzt 2,99 € am Tag zahle und dafür die gleichen Tarifkonditionen wie zuhause habe. Viel mehr haben wir von Landwechsel nicht mitbekommen. Schon verrückt, traurig und schlichtweg abstrus, dass das von der anderen Seite aus für so viele so viel schwerer ist.

Kurz vor 18 Uhr erreichten wir unser heutiges Etappenziel, das Stubaital. Wir bezogen unsere Hotelzimmer und stellten fest, dass wir dabei den Jackpot gezogen haben. Balkon mit Bergblick, Waschbecken aus einem Naturstein ausgehöhlt und Badewanne. Da grade Nebensaison ist, ist es auch nicht mal teuer. Wir machen noch einen kurzen Spaziergang durch den Ort und entdecken ein Denkmal für Gregor Schlierenzauer und andere ortsansässige Skihelden (oder Schihelden, wie man hier schreibt).

Zum Abendbrot kehren wir im Dorfkrug ein und essen lokale Spezialitäten. Für mich gibt es Schlutzkrapfen, Spinatknödel, Kasnudeln und Schiwasser. Zum Nachtisch teilen wir uns paarweise je einen Kaiserschmarrn. Passt. Grade noch so in den Bauch, nämlich.

Um 20 Uhr verteilen wir uns müde auf die Zimmer. Ich blogge noch fix und steige dann gleich in die Badewanne, in der Hoffnung, danach wie ein Murmeltier zu schlafen. Die wohnen doch auch in den Alpen? Morgen früh geht es über den Brenner nach Schmackofatzien.

Blick vom Balkon

Nur kurz…

…denn der Hase hat grad The Meaning of Life angemacht (genau jetzt auf Tele5, wir nehmen aber doch die DVD, die kann Englisch und ist ohne Werbung), ein paar Momente der zu Ende gehen der Woche. (Von dem bärtigen Typen, der in seinem Auto bei geschlossenem Fenster morgens halb 9 Pfeife rauchte habe ich leider keins machen können.)

 

Pflaume-Kardamom ist sehr zu empfehlen, die Aktion natürlich auch, gabs im Bio-Supermarkt in der Warschauer und war mein Bier-Äquivalent beim Sorbischkurs.

•••  

 
In diesem tatsächlich pinken Kinderwagen aus zweiter Hand habe ich gestern meine fünf Wochen alte Großcousine zwei Stunden lang durch Neukölln kutschiert und ihr das Tempelhofer Feld und die Hasenheide gezeigt. Wir kauften nichts.

•••

   
Direkt nach dem Pfeifenmann sah ich dieses Mistkäfer, der dankenswerter Weise parkte.

•••

 
Es ist re:publica in Berlin, ich mittendrin.
•••

  
Beim Willkommensbrunch auf der neuen Etage spielte mich ein Kollege optisch an die Wand. Aber Rache ist Blutorange!

•••

 
Statt Hexenbrennen tanzte ich gestern mit der besten Freundin und der Kollegin-Freundin in den Mai, zur Musik des Freundes letzterer.

•••


Sonntag Abend, keine Lust auf Kochen.

•••

 
Die beim Burgerladen verstehen mich!

•••

Demnächst hier vermutlich re:publica-Content (definitiv aber auf Twitter und Instagram) und dann Toskana-Content – sobald “anywhere the wind blows” verklungen ist, schalten wir hier nämlich auf Reisemodus um…

Momente 18.4.2016

Morgens in der U-Bahn: Eine Frau hat ihren Kinderwagen mit einem Tuch abgedeckt, das Baby darin soll seine Ruhe haben. Es quäkt dann aber doch kurz mal sehr süß vor sich hin. Ein paar Meter weiter ein Kleinkind im Buggy, es nimmt das Quäken auf und entwickelt es zu Wolfsgeheul weiter. Die beiden Kinder sehen sich nicht, spielen aber trotzdem miteinander.

•••

Nachtrag vom Wochenende: Wir waren mit Frei-Tickets von der Arbeit auf der Allergy & Free Form Show / Just V Show / Love Natural Love Organic in der Station BERLIN und haben diverse Fleischersatz-Produkte, aber auch leckere Bio-Käse und -Wurstsorten sowie veganes Florida Eis verkostet. Einen kurzen emotionalen Moment hatte ich immer, wenn ich durch die versperrten Ausgänge raus in die Halle 3 gucken konnte, wo ich in jetzt nur noch zwei Wochen auf dem Affenfelsen sitzen, mit Internetmenschen quatschen und zu Vorträgen eilen werde. Große Vorfreude auf die rpTEN!

•••  

Wegen Wetter, Zeitfenster und vielem Sitzen vom Büro zum Sorbisch gelaufen – Fischerinsel, Spree und zum Schluss durchs Hinterbänkler-Friedrichshain. Zum zweiten Mal seit dem Ironblogger-Treffen neulich. Viele kitschige Fotos vom Frühling gemacht und ne gute Stunde gebraucht, inkl. Abendbrot- und Lehrerbierbesorgung.

•••

Zum Sorbisch-Unterricht am Abend gibt es gegen Ende Scotch – mit gelockerter Zunge lernt es sich besser und spricht es sich vor allem mit weniger Hemmungen. Der auf dem Tisch stehende Teller mit Ostereiern inspiriert zu grammatischen Höchstleistungen.

  
“Hinter dem braunen Osterei ist ein schwarzes Osterei.”

-> “Za brunym jutrownym jejkom je čorne jutrowne jejko.”

Außerdem gelernt:

“Njedźelu njedźěłamy.” 

-> “Sonntags arbeiten wir nicht.”

Und: 

“Prěnja žaba widźi druhu.”

-> “Der erste Frosch sieht den zweiten.”

Außerdem: 

Belebt ist, was weglaufen kann!   
 

Tagebuch-5 im Mai – re:publica 15 Edition

5. Mai, wisster Bescheid, ne? Frau Brüllen fragt: WMDEDGT? Und ich sage:

Meine innere Uhr (oder das Kind unten) weckt mich eine halbe Stunde vor dem Weckerklingeln, um die Zeit, zu der der Wecker an Arbeitstagen klingeln würde. Heute ist jedoch alles anders, denn ich habe Bildungsurlaub und verbringe ihn wie letztes Jahr auf der re:publica.

Doch erstmal geht alles ganz profan los – aufstehen, ins Bad gehen, Zähne putzen, Anziehen, Katzen füttern. Zwischendurch stellt sich heraus, dass der Hase sich meine Erkältung von letzter Woche zu Herzen genommen hat und heute im Bett bleiben darf. Ich koche ihm noch einen Tee und mache einen Obstteller. Dann schmiere ich mir selbst ein paar Stullen (u.a. mit dem Bärlauch aus der Heimat – dies als Warnung an alle, die mir auf der #rp15 noch begegnen werden), packe Schreibzeug, Ladekabel und mobilen Akku ein und gehe los. Unterwegs kaufe ich noch schnell einen Smoothie für den Weg und ein paar Stangen Schokolade als Icebreaker für die Zusammentreffen mit diesen Leuten.

Kaum auf dem Gelände angekommen, treffe ich schon auf den Herrn Skizzenblog, den ich noch vom letzten Jahr kenne. Dann schaue ich mir die Eröffnung an und direkt hinten dran das Panel Say it loud! Say it clear? Refugees are welcome here?!. Danach lerne ich beim Sketchnotes für Einsteiger-Workshop die Grundlagen visueller Notizen und bekomme das Blind-Porträt signiert und geschenkt, dass mein Sitznachbar von mir zeichnete:

Meine nächste Session war Finding Inclusion in Digital Europe von Raúl Aguayo-Krauthausen und Mareice Kaiser. Dann ging es bei Juliane Leopold und Max Hoppenstedt um Neue Journalismusformate für neue Zielgruppen. Danach brauchte ich dringend eine Pause und es traf sich gut, dass mir draußen auf dem Hof die Damen Mierau und Frische Brise begegneten, die ich mit Hilfe der Schokolade in ein Gespräch verwickeln konnte. 😉 Alu von Große Köpfe und Cloudette stießen dann auch noch dazu.

Nach ein wenig Durchatmen und Sonne tanken begab ich mich dann zum Gespräch zwischen Holm Friebe und Thorsten Hübschen über Den Weg von Digitaler Bohème bis #outofoffice. Hinterher kam es in der kurzen Pause zwischen zwei Sessions bei einem veganen Paletas-Eis (Mango-Kokos) zu einem Speed-Date mit einem Timeline-Kollegen. Auf der Mainstage versuchte ich dann, dem Talk To be your own Captain in Chaos von Johanna Frelin zu folgen, bekam aber zwischendurch einen Anruf und muss ihn mir dann wohl nochmal in aller Ruhe anhören, sobald er online ist. Was ich gehört habe, klang sehr interessant.

Als nächstes standen die Machenschaften der Neonazis in den sozialen Netzwerken von Julia Schramm und Laura Piotrowski auf dem Plan. Und weil ich grad so schön am Aufregen war, passten die Hoax Kampagnen: Opium fürs Empörervolk von Deef Pirmasens und Christian Schiffer auch noch schnell in den Kopf. Danach dann aber erstmal wieder Frischluft und ein Veggie Burger in der Gesellschaft des gesamten Mierau-Clans, inklusive Kindern und Mann von Frau Mierau. Feine Familie, ich lass mich da nochmal irgendwann adoptieren, schon des Frühstücks wegen.

Zum Nachtisch gab es von Anne Schüssler noch eine Systematik des Twitter-Humors mit Ceci n´est pas un tweet. Danach war ich müde und sehnte mich nach Hase, Katzen und Bett, so dass ich mich im aufkommenden Regen auf den Weg nach Hause machte.

Schnell noch ein Telefonat mit dem Bruder geführt und diesen Blog-Eintrag getippt, dann bastele ich mir noch meinen Session-Plan für morgen zusammen und dann wird schnell tief und fest geschlafen!

Mein erstes Mal… re:publica

Gerade ist die erste re:publica, an der ich so richtig offiziell teilnehme. Vor zwei Jahren hab ich mich das erste Mal in die Nähe getraut, war aber nur auf der – auch ohne Ticket – zugänglichen Twitterlesung. Letztes Jahr war mir der Urlaub dafür zu schade (zweimal Übersee und ein Umzug, da blieb nix übrig) und ich stand nur eine Weile auf dem Hof der Station rum und habe gestaunt. Dieses Jahr nun endlich mit Ticket und (Bildungs-)urlaub. Juhu!

Von den geplanten Sessions habe ich heute tatsächlich alle besucht (OK, zwei habe ich spontan getauscht, dafür zwei früher verlassen und eine zusätzlich in den Plan aufgenommen) und trotzdem fühlte sich mein Kopf am Ende noch nicht überfüllt an und ich hätte ruhig noch weiter gekonnt.
Die Eröffnung war nett, die Yes Men waren beeindruckend und lustig (mit einem kurzen Stutzer, ob meine Indigenous-Freunde mit dem gefaketen Indianertanz einverstanden gewesen wären). Bianca Jagger war insofern spannend, als dass man mal gesehen hat, wie Leute der Generation Mick Jagger aussehen, wenn sie nicht ständig auf Bühnen rumturnen. Die körperliche Unfitness machte sie dann aber durch geistige Fitness und Nebenbeitwittern wieder wett. Außerdem war für mich als Anglistin interessant, die drei Akzente der Sprecher (indisch, spanisch, portugiesisch) zu vergleichen. Die Elternblog-Session war nett aber harmlos und für Leute, die Elternblogs bereits lesen nicht besonders erkenntnisreich. Die Väterblog-Diskussion war da schon aufwühlender, was aber eher an latent sexistischen Einlassungen und sonstigen Klischees lag. Immerhin bot das die Gelegenheit, mit Frau Brüllen und Frau… äh… Mutti ins Gespräch zu kommen. Die Mission “neue Internetmenschen kennenlernen” hat sich also bereits erfüllt. 
Dann kam die Verkaufsveranstaltung mit David Hasselhoff, die ab dem Zeitpunkt langweilig wurde, als der “Krass, er ist wirklich da”-Effekt nachließ, langweilig wurde. Ich hab es zwar länger ausgehalten als viele andere, aber bis zum Gesang hab ich es dann doch nicht geschafft. Stattdessen sah ich Johnny Haeusler beim Live-Umfragen zu, was deutlich unterhaltsamer war. Danach dann pfichtbewusst zu Sascha Lobo, aber nach ca. 20 Minuten wieder raus. Die Session bei @mspro zu dezentralen Netzwerken war dann etwas zu advanced für mich, aber da es Kopfhörer gab und ich nebenbei auf dem Handy spielen konnte, war es auch nicht anders, als #wmr zu hören.
Der nächste Stop war die 10 Jahre Bildblog-Session, die erwartbar interessant und unterhaltsam war. Den Abschluss bildete die Bingo-Session des Guten Tag-Teams von @hermsfarm und @nilzenburger. Diese verließ ich nach einer Stunde mit nur noch drei Zahlen auf der Karte, um mit den Damen Brüllen und Mutti, dem Herrn Mutti und dem Herrn Skizzenblog noch zum Inder zu gehen. Frisch gewonnene Kontakte wollen ja gepflegt werden.
Festzuhalten bleibt, dass ich bereits eine lange Liste an Sessions habe, die ich mir im Nachhinein nochmal online anschauen muss, zu viele Dopplungen im Zeitplan und zu viele Lobpreisungen in meiner Timeline. Aber wäre ja auch schlimm, wenn man sich langweilen würde und nix Spannendes fände. Jetzt lass ich mich noch kurz ein wenig von den Katzen bepuscheln und dann gehts ab in die Heia. Fortsetzung folgt!