Dieses ganze Bautzen-Ding

Ich habe in den letzten Tagen sehr viel Zeit damit verbracht, mir Gedanken über Bautzen zu machen, in Erinnerungen zu kramen, Online-Kommentare zu lesen, mit Leuten auf Facebook, im Büro und auf dem Balkon zu diskutieren und was bleibt ist eine große Ratlosigkeit – weniger darüber, woher die Probleme rühren, als darüber, wie sich die Situation verbessern lässt.

Bautzen
In den ersten 19 Jahren meines Lebens habe ich am Rande einer Siedlung am Rand eines Dorfes kurz hinter (oder vor) Bautzen gelebt. Meine Familie führt seit 87 Jahren ein Geschäft in Bautzen, nur wenige Meter vom Kornmarkt entfernt. Meine Familie ist sehr groß und weit verstreut. Sie umfasst, so vermute ich, einige Vertreter der “besorgten Bürger”, sie umfasst Anwohner, die Angst vor der Gewalt vor Ort haben, sie umfasst eine Stadträtin, die sich für Flüchtlinge einsetzt, sie umfasst eine der diesjährigen Abiturient*innen des Sorbischen Gymnasiums, deren Schulkamerad*innen einerseits bei Parties von Rechten bedroht werden, andererseits aber auch Unterschriftenlisten gegen Flüchtlingsunterkünfte verteilen.

Vor zwei Jahren war ich auf einem Klassentreffen meiner alten Grundschulklasse. Da gingen gerade die Diskussionen über Flüchtlingsunterkünfte im Landkreis hoch her. Ein ehemaliger Klassenkamerad schlug vor, doch einfach mal an einer von denen vorbei zu fahren und bisschen Stunk zu machen und ich bin bis heute nicht sicher, ob das ein sarkastischer Scherz oder tatsächlich ernst gemeint war.

Ich denke dieser Tage oft zurück an meine Schulzeit in Bautzen und an meine damals beste Freundin, die gemeinsam mit ihren Geschwistern nach und nach immer mehr Freunde mit rechtem Gedankengut hatte. Obwohl sie selbst dieses Weltbild nicht teilte, führte diese Entwicklung mit dazu, dass wir uns nach und nach aus den Augen verloren. Ich war nicht mehr mit ihrem Freundeskreis kompatibel und ihr Freundeskreis nicht mit mir. Ich erinnere mich an einen letzten Versuch.

Ich war da, um sie und ihr Baby zu besuchen und wir hatten einen netten Nachmittag mit ihren Geschwistern, wie früher. Bis der Vater des Kindes auftauchte und anfing, mich mit rechten Parolen zu provozieren und mir Hitler-Reden von CD vorzuspielen, um mich zu ärgern. Ich war 18 und glaubte daran, mit Argumenten etwas ausrichten zu können. Recht schnell merkte ich, dass uns die Grundlage fehlte, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Diskutiert mal mit jemandem, der schon widerspricht, wenn man sagt, dass alle Menschen Menschen sind, die Würde und die gleichen Rechte haben. Ich weiß noch, dass mich der Nachmittag sehr aufgebracht hat, dass ich froh war, als meine Mutter mich abholen kam (nix mit vernünftigen Nahverkehr und für Fahrrad war es zu weit) und dass ich entsetzt war, wie meine Freundin und ihre Geschwister einfach gar nichts gesagt hatten oder sich sogar noch über die Situation und meine Hilflosigkeit darin amüsiert hatten.

14 Jahre später sind die Freundin und ich (wieder) befreundet. Sie ist vom Vater des damaligen Babys getrennt, der zwar angeblich kein Nazi mehr sei, auf Facebook aber immer noch rechte Parolen verbreitet. Sie hat noch zwei weitere, jüngere Kinder und mitunter Angst, mit denen in dieser Stadt spazieren zu gehen, in der es jederzeit zu Zusammenstößen zwischen Rechten und Asylbewerbern oder Rechten und Linken kommen kann.

Ihr 14-jähriger ältester Sohn ärgert sich ebenso wie meine 21-jährige Cousine, die wenige Meter vom Kornmarkt aufgewachsen ist, scheinbar vor allem über die Unruhe in der Stadt. Beide posteten in den letzten Tagen auf Facebook über Ihre Wut über die Situation in Bautzen. Beide positionierten sich dabei weder rechts noch links. Und das ist für mich irgendwie das Erschreckende. Genau wie schon vor 14 Jahren scheint man in Bautzen entweder offen rechts zu sein, oder sich herauszuhalten. Wer gegen die Rechten spricht, tut das nicht wegen deren Gesinnung und Menschenbild, sondern weil sie den Frieden in der Stadt stören.

Sicher gibt es auch Ausnahmen, gibt es linke, alternative Stimmen in der Stadt und politische Aktionen, die für ein offenes und buntes Bautzen arbeiten. Die überwiegende Mehrheit verschließt aber ihre Augen vor den rechten Strukturen, hält linke und rechte “Eventbetonte” und das “örtliche Trinkerklientel” (Zitate aus Polizeiberichten) für gleich schlimm und möchte am liebsten alle störenden Elemente aus ihrer Stadt verbannen. So bereiten sie den Nährboden für noch mehr Fremdenhass und Gewalt und geben den Rechten Macht über die Stadt. Die freuen sich natürlich über dieses gefundene Fressen und statuieren ein Exempel für weitere Städte.

Ich glaube auch vielen Bautzenern nicht, die sich jetzt über die Aufmerksamkeit für ihre Stadt aufregen und betonen, dass dort eben nicht nur Rechte ihre “Meinung” äußern, sondern auch viele “normale Bürger” dies tun. Gestern geriet ich auf dem Facebook-Profil des Teenager-Sohns meiner Freundin in eine Diskussion mit jemandem, der mir auf meine Argumente bezüglich der Nazis und Rassisten in der Stadt unterstellte, ich würde wohl die BILD-Zeitung lesen (Ich! die BILD!). Wir tauschten sehr zivilisiert Argumente aus und ich hatte tatsächlich Spaß an der Unterhaltung. Und dann lief es wie damals vor 14 Jahren aus dem Ruder:

Er sagte, die Asylbewerber würden sich nicht integrieren. Ich wies ihn darauf hin, dass Integration ein Prozess ist, an dem beide Seiten arbeiten müssten und holte die Duden-Definition des Begriffs hervor. Integration ist die “Einbeziehung und Eingliederung in ein größeres Ganzes”, die “Verbindung einer Vielheit von einzelnen Personen oder Gruppen zu einer gesellschaftlichen und kulturellen Einheit”. Man kann sich nicht allein integrieren, man wird integriert, muss aber dazu natürlich auch bereit sein. Seine Antwort war (sinngemäß): “Nein, Integration heißt Anpassung. Das ist Fakt.” Wieder einmal fehlte die gemeinsame Basis, um überhaupt diskutieren zu wollen. Es ist, als würde man sagen: “2+2 ist 4, deswegen ist…” und der andere sagt: “Nein, 2+2 ist 3, das ist Fakt.”

Er sagte auch: “Die wollen sich ja leider nicht integrieren.” Ich erzählte dann davon, wie der Hase und ich hier in Berlin guten Kontakt mit einer syrischen Familie haben, gemeinsam kochen und essen, mit den Jungs zum Fußball oder ins Museum gehen und trotz differierender Meinungen in manchen Punkten die Gemeinsamkeiten und das gegenseitige Wohlwollen dominiert. Dass dieses Einbinden die Basis für Integration sei. Mein Vorschlag an ihn war, doch mal ein paar der Asylbewerber auf einen Kaffee einzuladen, oder mit ihnen Fußball oder Computer zu spielen. Die Antwort: “Das ist das Letzte, was ich tun würde, ich bin doch nicht lebensmüde!”

Und da saß ich dann fassungslos vorm Bildschirm, genau so sprachlos wie vor 14 Jahren. Ich verstehe Veselin, der seinen Blog aufgibt, weil er an den Strukturen in Bautzen und Sachsen verzweifelt und nicht als linksalternatives Feigenblatt dienen möchte – wenige Tage nachdem er in einer Serie Neu-Bautzener vorgestellt hatte, die begeistert von ihrem Leben in der Stadt berichteten. Ich verstehe Robert, der gerade wieder zurück in die alte Heimat gezogen ist und jetzt nicht mehr bereit ist, Bautzen gegen Kritik zu verteidigen.

Ich hoffe, dass meine Stadträtinnen-Cousine die Kraft haben wird, weiter zu kämpfen. Ich hoffe, dass Wege gefunden werden, die Situation zu verbessern, damit weder meine Freundin und ihre Kinder, noch meine Cousine Angst haben müssen, durch die Stadt zu gehen. Ich hoffe vor allem, dass wir nicht bald mit noch schlimmeren Nachrichten aus Bautzen leben müssen und dass niemand, der in Deutschland Schutz vor Terror und Vertreibung sucht, in Bautzen genau das wieder erleben muss.

Und ich hoffe, dass es endlich ein Umdenken in der Politik gibt. Dass jede einzelne Beleidigung und Straftat geahndet wird. Dass die Verbreitung menschenverachtender Parolen und die organisierte Provokation nicht länger geduldet oder gar akzeptiert wird. Dass der Staat durchgreift und seine Macht ausübt und dass die angeblich so “normalen” Bürger endlich aufstehen und Gesicht zeigen.

Und wer bitte erlaubt es diesen Nazis, ein Bautzen nur für die Deutschen zu fordern, wenn die Stadt die Hauptstadt der Sorben ist? (An dieser Stelle stellt Euch einen Gernot-Hassknecht-mäßigen Rant vor, der am Ende aufgrund der Anzahl der Kraftausdrücke ausgeblendet wird…)

13 thoughts on “Dieses ganze Bautzen-Ding

  1. Hallo, vielen Dank für Ihren sehr interessanten Beitrag. Er offeriert einen guten Blick auf die Sichtweise die ein Berliner auf die Zustände in Bautzen hat. Ich selbst stamme wie Sie aus einem kleinen Dorf in der Oberlausitz. Auch wenn ich für Bundeswehr und Studium ein paar Jahre weg war, so war und ist mein Lebensmittelpunkt immer die Lausitz gewesen. Beruflich bin ich aber “Dresdener”. In unserer Firma arbeiten viele Nationalitäten. Unsere Geschäftspartner sind international.

    Dennoch zähle ich zu den Menschen die Randalierer gleich schlimm sind. Egal ob Alkoholiker,Linke, Rechte oder eben Jugendliche Router (unabhängig vom Stammbaum). Ja und auch ich will für meine Familie und mich Ruhe vor solchen Idioten. Das scheint aus dem Blickwinkel des Städters schon verpöhnt. Und es ist genau dieser überhebliche linke Duktus der einen wütend macht. Ich möchte keine Zustände wie am Cottbus Tor in meiner Heimat. Und diese Leute (auch die 20 von der “Platte”) kann man nicht zum Kaffee einladen. Im Gegensatz zu mancher Familie. Und wenn das linke Spektrum nicht endlich mal einsieht und ausspricht das die Menschen die die letzten 2 Jahre gekommen sind keine homogene, uneingeschränkt begrüßenswert Masse sind, werden noch viel mehr Menschen den falschen applaudieren.

    Grüße aus der Lausitz

    Stephan Vyhnalek

    1. Danke für den Kommentar und die Gedanken! Am Kottbuser Tor ist es übrigens sehr schön, lebhaft und interessant. Das vorweg. “Unsere” syrische Familie haben wir übrigens kennengelernt, als mein Freund sich in einer Flüchtlingsunterkunft engagierte. Zuerst traf er auf den 20-jährigen älteren Sohn, dann auf den 17-jährigen jüngeren. Beide sind so, wie typische Jugendliche in diesem Alter sind, mit allen Vor- und Nachteilen. Erst später lernten wir auch den Vater dazu kennen und gerade mit ihm geraten wir immer wieder in Diskussionen. Trotzdem ist es uns möglich, mit ihm befreundet zu sein. Es mag sie überraschen, aber man braucht nicht viel, um jemanden auf einen Kaffee einzuladen. Eigentlich nur Zugang zu Kaffee. Dann muss man nur noch eine Möglichkeit finden, die Einladung kund zu tun. Ob dann der Eingeladene akzeptiert, ist eine ganz andere Frage. Vielleicht mag er keinen Kaffee und trinkt lieber Tee, Apfelsaft oder Kokosmilch. Vielleicht hat er Angst vor zu viel Nähe, vielleicht verbietet es ihm sein Stolz. Vielleicht wäre gemeinsames Pokemonspielen besser oder ein Gespräch über das Wetter. Vielleicht reicht ein kurzes Hallo oder Witaj im Vorbeigehen. Entscheidend ist die Geste, das kleine bisschen mehr Akzeptanz in dieser fremden, verunsichernden Welt.

      1. Hallo,

        danke für Ihre Antwort. Meine letzten Besuche in Berlin waren mir da doch ne Spur zu lebhaft. Aber da will ich Ihnen garnicht Ihre Sicht der Sache schlechtreden. Da haben wir glaube ich einen anderen Blick. Das ist auch nicht schlimm. Wenn alle der gleichen Meinung wären, würde es ja langweilig.

        Mit dem Kaffee muss ich natürlich rechtgeben. Allerdings erscheint es mir dann doch etwas zu gewagt, gewaltätige Menschen einzuladen. Und falls Sie mir nicht glauben, gehen Sie wenn Sie mal wieder in Bautzen sind mal im Klinikum vorbei und fragen dort nach den Erfahrungen mit ein/zwei Jugendlichen die sich auf dem Kornmarkt provozieren liesen. Auch haben Sie selbst beschrieben wie schwer Besuche sein können.

        Das führt auch zu dem Gegenentwurf meinerseits. Im Nachbarort meines Wohnortes gibt es auch zwei Unterkünfte. Eines für Erwachsene und Familien, eines für unbegleitete Jugendliche. Mein Kontakt mit diesen Menschen war bisher neutral bis positiv.

        Nicht desto trotz bin ich dafür gegen jedwede Form von Gewalttätern konsequent vorzugehen. Und dies findet in Sachsen aus diversen Gründen schon lange nicht mehr Stadt. Woher die Täter kommen ist da Nebensache.

        Eine angenehme Zeit wünscht

        Stephan Vyhnalek

        P.S.

        Falls Sie mal wieder in der Lausitz oder in Dresden sind, kann ich das mit dem Kaffee ja mal probieren.

      2. Du sprichst von gewalttätigen Menschen, die sich provozieren liessen. Das ist aber sehr interessant. Spielen wir das mal durch : du bist in einer Stadt in Bayern unterwegs. Bayern gehört zu Deutschland, also bist du kein Ausländer. Aber dir kommt jemand entgegen, der das anders sieht. Er sagt zu dir, dass du zurück gehen sollst in dein kleines Nest und du sowieso in der DDR aufgewachsen bist und demnach nicht deutsch bist. Osten gehört nach seiner Meinung nicht nach Deutschland und es wäre sowieso besser, dass die Mauer wieder stehen würde. Dann fragt er dich, ob du von der Stasi bist. Dann wirft er dir noch ganz viele Schimpfwörter an den Kopf. Was genau geht in einer solchen Situation in dir vor? Argumentierst du mit ihm? Oder bist du provoziert? Er ist nicht gewaltig, sondern nur gegen dich selber, da du sowieso nicht aus Deutschland kommst. Und ganz schlimm, nicht aus Bayern.
        Sagst du, dass du nur deine Ruhe haben willst? Du bist ja schliesslich aus Deutschland, oder?
        Oder “lässt du dich provozieren” wie die Jugendlichen, von denen du sprichst?

        Wenn du jetzt sagst dass das eine ganz andere Sache ist, dann kannst du Deutschland und Irak austauschen und schon hast du die gleiche Situation.

        Mein Kommentar ist zwar schon viel neuer und dein Beitrag etwas älter, aber ich will das ganze nicht so stehen lassen.

        Man kann sich übrigens nicht integrieren, wenn man gar nicht in die Gruppe reingelassen wird.

      3. Hallo,

        nun ja mein letzter Kommentar zu der Sache ist schon eine Weile her. Daher bin ich mir auch nicht ganz sicher, auf welchen meiner Posts sich Dein Kommentar bezieht. Deswegen will ich diesen einfach mal isoliert beantworten:

        Ja ich habe derartige Erfahrungen tatsächlich schon gemacht. In letzter Zeit sogar wieder verstärkt, da viele Menschen davon ausgehen, dass aus Sachsen ja nur Nazis kommen und Sachsen doch am besten aus Deutschland austreten solle.

        Aber bekanntlich ist nicht alles was hinkt ein Vergleich. So habe ich zum Beispiel beim Zusammentreffen mit solchen Vorurteilen, z.B. im Vergleich mit einem Iraker, keine Sprachbarriere. Ich kann mich also (zumindest theoretisch) inhaltlich mit den Vorwürfen auseinander setzen. Auch fehlt mir signifikante Gewalterfahrung, wie Sie sicher viele Menschen aus dem Irak leider machen mussten. Ich werde also in einer vergleichbaren Situation deutlich weniger Angst haben. Damit ist auch die Gefahr, dass ich selbst mit Gewalt reagiere deutlich geringer. Auch deshalb kann ich mich deutlich glücklicher schätzen als der Großteil der “armen Schweine” die Ihre Heimat verloren, und hier her fliehen mussten.

        Allerdings gibt es auch bei diesen Menschen deutliche Unterschiede. Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, benimmt sich der Großteil dieser Menschen, die mir begegnet sind, äußerst höflich und friedlich. Seltsam wird es immer dann, wenn eine Vielzahl von Jungen Männern auf einem Haufen auftritt. Das geht dann von seltsamen Blicken über dumme Sprüche bis hin zum Bedürfnis, sich einem direkt in den Weg stellen zu müssen. Da ich per se ein friedliebender Mensch bin, gehe ich derartigen Dingen immer aus dem Weg.

        Eine Kollegin von mir hatte da deutlich weniger “Glück” auch wenn Sie am Ende nur Ihr Handy eingebüßt hat. Seit dem fährt Sie Abends immer mit dem Taxi heim.

        Und Gewalt gegen Andere sowie Diebstahl bleiben für mich einfach Verbrechen, unabhängig von der Vorgeschichte der Täter. Das hat auch mit Integration gar nichts zu tun.

        Daher verstehe ich Dein “Verständnis” für die Gewalttäter von der Bautzner “Platte” leider in keinster Weise.

    2. Zu realisieren gilt, dass WIR, die hier geboren und aufgewachsen sind, auch keine homogene, uneingeschränkt begrüßenswerte Masse sind.

      1. Guten Abend,

        derartiges habe ich auch nie behauptet. Daher gilt es sich regelmäßig mit den Vor- und Nachteilen verschiedener Verhaltensweisen auseinanderzusetzen und diese Ergebnisoffen und ohne Denk und Sprechverbote zu diskutieren. Dannach kann man entsprechende Schlüsse ziehen und Maßnahmen ergreifen.

        Wichtig ist nur, dass man sich selbst nicht im ideologischen Schützengraben aufhält.

        Viele Grüße

  2. «Und wenn das linke Spektrum nicht endlich mal einsieht und ausspricht das die Menschen die die letzten 2 Jahre gekommen sind keine homogene, uneingeschränkt begrüßenswert Masse sind, werden noch viel mehr Menschen den falschen applaudieren.»

    Das ist der typische Nonsens und das übliche Schema. Sie legen der Gegenseite Behauptungen in den Mund und fordern eine Kurskorrektur. Nur hat die Gegenseite diese Behauptungen nie aufgestellt und Sie arbeiten sich an selbst erfundenen Gegenthesen ab. Es hat doch nie jemand vom (vermeintlich) linken Spektrum behauptet, dass da eine homogene Masse kommt. Es kommen u.a. Menschen aus Syrien, aus dem Irak, vom Balkan, aus Afghanistan, aus Nordafrika. Es kommen u.a. 5jährige Kinder, 60jährige Frauen und 20jährige Männer. Es kommen studierte Chemiker und es kommen Menschen, die nicht mal 4 Jahre Schule genossen haben. Wie doof müsste man sein, um das als “homogene Masse” einzustufen?

    Und uneingeschränkt begrüßenswert: Es gibt unter den Deutschen 1-2% Idioten, die grundlegende Dinge nicht kapieren und unter den Flüchtlingen gibt es auch die 1-2%. Diese 1-2% der Flüchtlinge sind nicht unbedingt begrüßenswert. Aber genauso wie nicht alle Deutschen wegen Idioten in Bautzen Menschenfeinde oder Nazis sind, genau so verwirken die Flüchtlinge nicht Grundrechte, nur weil sich eine kleine Minderheit daneben benimmt.

    Und Ihr Anspruch “ich will nur meine Ruhe haben” ist sinnfrei. Sie wollen im Prinzip Augen und Ohren verschließen. “Hautpsache Ruhe” löst genau kein Problem ursächlich.

    Da wo, es die wenigsten Flüchtlinge gibt, faselt man am meisten von Islamisierung und Problemen. Das ist natürlich völlig irrational und die Rechten in MeckPom und Sachsen haben keine stichhaltigen Argumente. Es ist offenkundig, dass da vor allem aufgestauter Frust aufgrund anderer Probleme hervor bricht. dann sollte man aber versuchen, die anderen Probleme ursächlich anzugehen und nicht Menschen anzugehen, die noch viel ärmer dran sind als man selbst.

    Ich komme aus Meckenlenburg-Vorpommern und es ekelt mich seit Jahren an, was da passiert. Noch unverständlicher ist, wenn jetzt mit Blick auf die Wahlergebnisse in MeckPom eine Kursänderung der Bundespolitik gefordert wird. Es wird übersehen, dass es in MeckPom schon sehr lange ein rechtes Problem gibt. Da saß bis 2016 10 Jahre lang die NPD im Landtag. Nur hat das bislang keinen interessiert.

    1. Hallo, danke ersteinmal für Ihre Antwort zu meinem Beitrag. Vielleicht der Reihe nach:

      1. These und Gegenthese

      Die Aussage mit der homogenen uneingeschränkt begrüßenswerten Masse hätte ich in einen größeren Zusammenhang stellen sollen. Ich empfehle dazu z.B. die Stellungnahmen von z.B. Herr Lutz Hillmann (Interview in Deutschlandradio Kultur) welcher dort z.B. ausführte, man könne fast schon Verständniss für die Gewalt der Jugendlichen haben, oder die Aussage von Frau Lay von der Linken auf N-TV, in welchem sie fordert, selbst wenn die Jugendlichen hier angefangen hätten, müsse man doch die vorherigen Provokationen sehen, die diese ausgelöst hätten. Ähnlich auch ein bei der “Linken” aktiver Freund von mir, durch den ich erst auf diesen Blog aufmerksam wurde. Gewalt ist also aus Sicht mancher Leute (fast) okay, wenn sie von den “Richtigen” gegen die “Falschen” ausgeübt wird.

      Ich habe also niemanden Worte in den Mund gelegt sondern nur zusammengefasst. Und von mir aus muss sich auch niemand zu Problemen bekennen die es gibt. Dann werden weiter die gewählt die Ängste schüren, da keiner da ist der Ängste nehmen will, sondern nur Leute beschimpft, weil diese Fragen stellen und Probleme ansprechen, die nicht ins eigene Weltbild passen.

      2. Verlust von Grundrechten

      Niemand verwirkt durch irgendwas seine Grundrechte. Unabhängig von der Anzahl der Idioten in seiner “Gruppe”. Nicht einmal ein völlig bescheuertes und gewaltätiges Individium verliert Grundrechte oder habe ich da etwas übersehen oder gar gegenteiliges geschrieben?

      3. Sinn und Unsinn

      Warum ist das Argument “Ich will meine Ruhe haben” sinnfrei?Im Nachbarort haben wir auch Menschen die hier ein besseres Leben suchen. Meine Begegnungen mit selbigen waren unauffällig bis positiv. Die schaffen es irgendwie (auch dort sind alleinreisende Jugendliche dabei) sich nicht wie die Axt im Walde zu benehmen. Da hab ich auch keine Probleme mit. Ich verschließe da weder Augen noch Ohren. Ich bin bemüht meine Umgebung in möglichst viele Schubladen (zumindest in mehr als Gut und Böse) einzusortieren.

      4. Meck Pom

      Dazu kann ich leider wirklich nichts beitragen. Da war ich schon seit 12 Jahren nicht mehr. Aufgefallen waren mir da auf dem Deutschlandfunk nur 2 Interviews:

      Das erste mit dem Spitzenkandidaten der AFD. Interessanterweise wurde der 10 Minuten nur zum Thema Asylbewerber und Abgrenzung zur NPD gefragt. Leider hat die Journalisten es komplett versäumt mal nachzufragen wie die Situation in Pasewalk und Viereck besser wird, wenn keine Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Die Frage stellt der AFD irgendwie nie jemand.

      Das zweite war eines mit einer linken Landrätin, die in ihren Landkreis knapp 30% AFD Wähler hatte. Sie benannte klar, dass die Landesregierung sich seit Jahren aus der Region zurückzieht. Schulen und Ämter werden geschlossen. Die Versorgung der Fläche wird massiv reduziert. Sie verstand, dass viele Leute keinen Grund haben, die Parteien zu wählen die dies im Landtag mittragen.

      Sicher kein ´sachlicher Grund aber ein Anlass. Das kann man schwer verstehen. Wenn man den Leuten aber nur erklärt wie doof und hinterwäldlerisch sind, wird man sie kaum vom Gegenteil überzeugen.

      Viele Grüße

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