Momente 17.4.16

In meinem Feedreader befinden sich viele Blogs mit mindestens täglichen tagebuchähnlichen Einträgen, die ich sehr gerne lese, etwa von Kaltmamsell, Miz Kitty, Novemberregen, Frau Brüllen, diplix… Ein bisschen neidisch bin ich darauf auch. Wirklich jeden Tag zu bloggen habe ich das eine oder andere Mal probiert, aber nie wirklich lange durchgehalten – schon alleine aus Zeit- und Motivationsgründen. Aber nicht nur. Auch inhaltlich habe ich nicht jeden Tag blogbares und blogwürdiges zu sagen. Einiges landet dann bei Twitter, Instagram, Facebook oder Snapchat, anderes bleibt völlig undokumentiert. Und zeitgleich zahle ich viel zu oft 5 € in die Iron Blogger-Kasse, weil ich wieder eine ganze Woche lang keinen Blogeintrag zu Stande gebracht habe, obwohl ich doch durchaus was zu sagen gehabt hätte.

Mit den Momenten möchte ich dem jetzt entgegen wirken: Alltagsnotizen, Links und Fragmente, die nicht für einen ausgewachsenen monthematischen Text reichen. Ohne feste Form, ohne vorgegebenen Rhythmus, unsortiert und ohne Zwang, ergebnisoffen und nicht immer bis ins Ende ausformuliert und durchdacht. Mitunter ergibt sich dann ja ein Austausch, der dazu führt, dass ich mich doch mal etwas länger mit einem der Themen auseinandersetze, so wie neulich mit dem Daraufherumdenken, warum ich Sorbisch lerne

Da ich den Momente-Gedanken jetzt schon eine Weile mit mir herumtrage, hier jetzt eine lose Sammlung von mentalen Notizen der letzten Tage:

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Gestern Abend saßen wir hier um die Ecke im Garten von Freunden um den Feuerkorb herum und quatschten bis nach Mitternacht – zwar warm angezogen, aber eben draußen. Die Sonne ging erst nach 20 Uhr unter, die Äste und Zweige über uns waren voller Blüten, es war eindeutig Frühling. Ein wundervolles Gefühl, zu wissen, dass dies erst der Anfang der Draußensaison war, dass das jetzt noch die nächsten 5-6 Monate so weitergehen kann. Und auch, dass dieser Garten und diese Freunde und ein schönes Feuerchen nur ein paar Gehminuten entfernt sind. Nur eine Kreuzung muss dafür überwunden werden und auf der ist zumindest außerhalb des Berufsverkehrs nicht viel los. Und das in Berlin. Luxus!

  
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Diese Woche war unsere vierte Sorbischstunde und endlich hatte ich dabei wieder das Gefühl, Fortschritte zu machen und nicht mehr nur hinterherzulaufen. So langsam kommt etwas System in die Fälle und Zeitformen und ich konnte den einen oder anderen Satz bilden, ohne dabei hektisch durch meine Aufzeichnungen blättern zu müssen, um für jedes Verb, Substantiv und Adjektiv die richtige Form herauszusuchen. Natürlich sind das noch Einzelfälle, aber zumindest weiß ich jetzt, dass es möglich ist und sie mit Zeit und Übung normaler werden werden.

  
Außerdem habe ich mir die Wokabulary-App heruntergeladen und mit den bisherigen 138 Vokabeln gefüttert. Die kann ich jetzt mit Eintippen oder als Karteikarten lernen, die App merkt sich, wie gut ich die Wörter kann und zeigt mir meine Lernfortschritte. Dabei wandern Wörter auch wieder eine Stufe zurück, wenn ich sie nicht richtig habe. Schonmal sehr cool und empfehlenswert – mit den Konjugationen und Deklinationen hilft es aber noch nicht zu richtig weiter. Vielleicht finde ich dafür auch noch ein gutes System – das oben auf dem Bild ist ja recht aufwändig.

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Bereits am Montag habe ich Reiseführer für England und Wales bei Amazon bestellt. Ja, ich weiß, als Buchhändlerinnenkind sollte ich dazu eigentlich in einen Buchladen meines Vertrauens gehen, aber irgendwie fand ich es so einfacher und schneller. Ich kenne es eigentlich so, dass Artikel, die auf Lager sind, am nächsten (bei rechtzeitiger Bestelluhrzeit) oder übernächsten Tag da sind. So wunderte mich die voraussichtliche Lieferung am Donnerstag bereits, ich nahm sie aber nicht für voll. Versandt wurde dann aber tatsächlich erst am Mittwoch. Angekommen ist Stand heute, Sonntag, allerdings immer noch nichts. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass man durch Verschlechterungen im Lieferablauf die Kunden zu Amazon Prime zwingen will. (Oder habe ich einen Streik verpasst?) Wird bei mir aber nicht klappen, dann bestelle ich demnächst einfach wirklich im Laden nebenan oder gehe zu Dussmann. Amazon nutze ich dann wohl nur noch zum Verwalten meiner Wunschzettel. Kaufen kann man die Produkte ja dann woanders, trotzdem vom Wunschzettel löschen geht ja inzwischen auch für die Schenkenden.

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Neulich ein Gespräch belauscht, bei dem moniert wurde, dass auf dem Alex ja nur noch der Bodensatz der Gesellschaft herumgammeln würde und Verbrechen an der Tagesordnung wären. Mich sehr darüber gewundert, wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist. Ich freue mich seit Monaten täglich darüber, wie lebendig der Alex geworden ist, wie viele Leute dort nicht nur vorbeirennen, sondern sich dort treffen und Zeit dort verbringen, wie viele Straßenkünstler und -musiker es dort gibt und dass sich Berlin dort endlich einmal wie eine moderne, weltoffene Großstadt anfühlt. Früher war der Alex eine öde Betonfläche, mit dem einen oder anderen Punk, ein paar nervigen Händlern, Touristengruppen und Rush Hour-Berlinern oder eben kaum begehbares Weihnachts-Oster-Herbst-Irgendwasmarktgelände. Heute ist er zu jeder Jahreszeit ein Treffpunkt und ein Schauspiel und irgendwann demnächst setze ich mich auch mal dazu und spiele Bodensatz. So.

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Heute Abend schläft die (französische) Frau einer guten Freundin bei uns. Sie spricht gut Englisch und lernt gerade mit großen Fortschritten Deutsch. Ich hoffe, dass wir trotzdem einen multilingualen Abend vor uns haben und wir uns auch noch ein bisschen besser kennenlernen können.

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Da wir gerade ungewöhnlich viele Wochenenden zuhause in Berlin verbringen, schaffe ich es, selbst Sauerteigbrot zu backen – ein bis zwei davon pro Wochenende. Inzwischen allerdings ohne Honig und angereichert mit Leinsamen und Haferflocken. Eins reicht etwa bis Donnerstag (der Hase schmiert sich Stullen für die Arbeit), das zweite wird eingefroren und bei Bedarf schnittenweise aufgetaut.

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Am Donnerstag habe ich aus Resten gekocht und es war unverhofft wahnsinnig lecker: 4 Anchovis in Olivenöl zergehen lassen, 2 Zehen Knoblauch pressen und dazugeben, 3 Hände voll Pflücksalat dazugeben (war ne wilde Mischung mit Rucola, Sauerampfer usw.) und zusammenfallen lassen. 1 Handvoll Rosinen dazugeben und andünsten. 1 Packung Ricotta dazugeben und verühren. 250 g al dente gekochte Spaghetti und eine Kelle Nudelwasser dazugeben, vermischen und nochmal kurz aufkochen. Ordentlich pfeffern und servieren.

  
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Heute morgen in der Küche das Radio angemacht, die letzten Tage von Lovefool gehört und spontan gute Laune bekommen. Ihr auch?

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