Und der Freitag so?

Es ist echt unglaublich, wie schnell die Wochen immer vorbeifliegen. Jetzt ist schon wieder Freitag, Wochenende. Vermutlich sollte ich dankbar sein, dass ich das so empfinde. Andere Leute kämpfen sich ja in zähen Jobs gerne mal von Wochenende zu Wochenende, ich hingegen bin meist auch immer ein wenig traurig, dass die fünf Tage schon wieder vorbei sind. OK, ich möchte keinen falschen Eindruck erwecken: Natürlich freue auch ich mich auf zwei Tage weitgehend selbstbestimmter Zeiteinteilung! Aber ich hab meistens so viel Spaß in meinem Job, dass er mir gar nicht so sehr wie eine von außen auferlegte Einschränkung vorkommt. Und meistens wache ich auch vor dem Weckerklingeln auf, so dass mir auch das Ausschlafen (im Moment zumindest) nicht wirklich fehlt.

Der heutige Freitag war ein relativ entspannter, obwohl ich schon die dritte neue Aufgabe diese Woche übernommen habe. Das hat für ca. 10 Minuten Nervenflattern gesorgt, als ICH einen fremden Menschen anrufen und mich mit ihm unterhalten musste, um hinterher meine Einschätzung abzugeben, ob er zu uns passt. Ich telefoniere ja grundsätzlich schon ungern mit fremden Menschen und dann auch noch in so einer ungewohnten und verantwortungsvollen Rolle… Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben und eigentlich finde ich es ja auch sehr cool, dass ständig alles anders wird und neue Dinge auf mich einprasseln.

Meetings hatte ich ansonsten heute nur eines, dafür war ich aber mal wieder mit dem Team mittagspausieren. Wir hatten wirklich extrem köstliche vegane Burger mit Pommes und Getränk. Meiner war der Vienna Burger, mit “Schnitzel”, Knoblauch-Sauce, Gemüse und Schnittlauch. Ein Gedicht bis in die Details! (Keine Werbung, ich habe natürlich selbst bezahlt.)

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Nach der Arbeit gab es dann mal wieder eine Date Night mit dem Hasen. Ich glaube, das machen wir jetzt öfter – so lässt sich auch das verflixte 7. Jahr besser überstehen 😉 Erst trafen wir uns zum Abendessen auf eine Poké Bowl (ebenfalls selbst bezahlt). Ein total süßer, unscheinbarer und unprätentiöser Laden in der Stargarder. Sehr zu empfehlen! Ich hatte eine Bowl mit Thunfisch, Mango, Avocado, Rettich, Kaviar und geröstetem Algensalat, die vom Hasen bestand aus Lachs, Gurke, Avocado, Edamame, Algensalat, gerösteten Kichererbsen, knusprigem Mais, knusprigem Knoblauch, und Nüssen. Die Basis für beides war warmer Reis mit Salat und Sojasauce. Wir werden da auf jeden Fall wieder hingehen!

Nach dem Essen lösten wir einen Kino-Gutschein ein (ein Geschenk meines Arbeitgebers) und sahen einen weiteren Oscar-nominierten Film: Green Book. Der war zum Glück besser, als ich ihn nach dem Trailer erwartet hatte, auch wenn er für mich weder an Bohemian Rhapsody noch (vor allem) an Roma heranreicht. (Die anderen Nominierten müssen wir noch gucken.)

Danach ging es schnell durch die Kälte nach Hause, wobei das Hasenfahrrad die eine S-Bahn-Station ausnahmsweise mal schwarz fahren durfte. Jetzt guckt der Hase Biathlon live aus Kanada und ich packe meine Schnupfennase ins Bett.

 

PS: Schon merkwürdig, wenn eine Heinzelfrauchen-Aktion komplett unkommentiert bleibt – jetzt weiß ich gar nicht, ob sie bemerkt und gewürdigt wurde. Aber eigentlich soll man für solche Sachen auch keinen Dank erwarten, sie sind ja schließlich dafür da, anderen eine Freude zu machen und nicht sich selbst. Man muss auch jönne könne.

 

Donnerstagsbemerknisse und nochmal 1000 Fragen

Diese Erkältung ist eine merkwürdige – ich bemerke sie vor allem am frühen Morgen (sobald ich richtig wach bin) und am späten Abend. Dazwischen bin ich fast topfit, weswegen ich heute auch ganz unproblematisch beim Sport war. Übrigens liegt meine halbe Twitter-Timeline krank darnieder, womöglich handelt es sich also um einen sozialmedial übertragbaren Virus?

Jedenfalls gebricht es mir auch heute wieder daran, aus den Erlebnissen des Tages (Pfirsichmarmelade, zahlreiche Meetings, eine langerwartete Umarmung, fruchtbare Diskussion – von Dritten als “verbales Petting” bezeichnet – mit sogar einen kleinen Punktsieg, Lachs-Bagel, Tiefkühlpizza, ein rückgekehrter Hase und die Datenight-Planung für morgen) einen stringenten und lesenswerten Blogtext zu schreiben.

Deswegen einfach mal die nächste Runde der “1000 Fragen an mich selbst”:

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

11. Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt?

Kann ich so direkt nicht mehr nachvollziehen, aber ich schätze so 4-5? Es gab aber bei uns auch nie einen leibhaftigen, sondern immer nur einen klingelstreichspielenden, der einen Sack Geschenke da ließ. Das mag zur fehlenden Glaubwürdigkeit beigetragen haben.

12. Was möchtest du dir unbedingt irgendwann einmal kaufen?

Gar nichts. Es gibt einiges, was ich gerne mal hätte, aber nichts, was ich unbedingt haben muss, vor allem, wenn ich dafür auch noch Geld ausgeben soll.

13. Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne?

Offen und vorurteilsfrei mit Leuten diskutieren können, die eine Meinung vertreten, die völlig entgegen meiner eigenen ist. Das spannend und interessant finden und mich nicht aufregen müssen.

14. Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen?

Das einzige, was ich im linearen Fernsehen einigermaßen regelmäßig sehe, ist Die Sendung mit der Maus.

15. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen?

Zum ersten und einzigen Mal ca. 2004 im Phantasialand in Brühl. Hauptsächlich, weil die Kellys dort damals täglich gastierten. Nebensächlich bespaßten der damalige Freund und ich dort seinen kleinen Bruder. (Ich bin eine oder zwei Attraktionen mitgefahren und war halt beim Konzert. Die anderen beiden hatten aber einen Heidenspaß.

16. Wie alt möchtest du gern werden?

Alt. Solange ich noch lesen/hören kann, wird mir nicht langweilig werden. Danach dann eher nicht mehr so alt, denke ich.

17. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück?

An keinen ganzen Urlaub, eher an Momente. Wie den Sonnenaufgang am Strand von Noosa, die Nacht unter fast freiem Himmel in Nimbin, den Giardino della Kolymbethra mit reifen Zitrusfrüchten, die Bushaltestelle L7 in Langney/Eastbourne, den Beagle-Kanal, Island in den 90ern (vor dem Hype), die Flaute auf dem Seeweg zwischen La Palma und La Gomera…

18. Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an?

Jede Menge Adrenalin, die mich am Schlafen, Hunger haben oder auf komplexe Inhalte konzentrieren hindert.

19. Hättest du lieber einen anderen Namen?

Ich würde meinen Namen gerne lieber mögen und mich mehr damit identifizieren, dann müsste ich mich nicht immer unter der Abkürzung aus Kindertagen präsentieren, die bei vielen merkwürdige Assoziationen auslöst, die nicht zu mir passen. Ich liebe es allerdings, wenn Leute mich loosy nennen. (Das machen vor allem die, die mich aus Online-Zusammenhängen kennen, außerdem die Leute aus meinem ehemaligen Chor und einige ausgewählte Freund*innen.) Ich habe erst vor kurzem gelernt, dass auch loosy im anglophonen Raum merkwürdige Assoziationen auslöst – dabei heiße ich schon seit 20 Jahren so.

20. Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt?

Oh, das kommt regelmäßig vor. Wenn Leute mich missverstehen; wenn ich Sachen nicht hinbekomme, obwohl ich sie mir fest vornehme; wenn ich merke, dass Situationen nur in meinem Kopf so sind und von anderen völlig anders wahrgenommen werden; wenn ich Dinge vergesse (eine relativ neue Entwicklung, eigentlich bin ich die mit dem Elefantenhirn)…

Tagebuch und 1000 Fragen

Ich habe mir ja nun vorgenommen, täglich zu bloggen und das unglaublicherweise auch schon das ganze Jahr über durchgezogen. Bis jetzt ist mir auch jeden Tag etwas eingefallen, aber weil es da bestimmt auch mal Engpässe gibt, habe ich mich entschlossen, mir für die unkreativen Tage die “1000 Fragen an Dich selbst” vorzunehmen, die jetzt schon seit Monaten in Kleinbloggersdorf umherschwirren. Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

Nun, heute ist so ein unkreativer Tag. Die Erkältung scheint langsam stärker zu werden, weswegen ich heute meine Fleisch-Pause nach 2,5 Wochen erstmals aufgab und mir mittags eine Mulligatawny-Suppe gönnte und gleich in die Badewanne und dann ins Bett verschwinden werde.

Aber erst noch die Fragen 1-10:

 

1. Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?

Ich habe in den letzten Tagen an zwei Projekten gearbeitet, die etwas völlig Neues für mich waren. Außerdem gestern zum ersten Mal einen vietnamesischen Pfannkuchen probiert, der allerdings ähnlich wie ein srilankischer Appe geschmeckt hat. Über bedeutungsvollere erste Male müsste ich etwas länger nachdenken.

 

2. Mit wem verstehst du dich am besten?

Mit meinen engsten Freund*innen, meinem Bruder und seiner Frau, meinen Eltern, der Cousin*en-Gang väterlicherseits und allermeist auch mit dem Hasen 😉

 

3. Worauf verwendest du viel Zeit? 

Soziale Medien und Serien sind die größten “Zeitfresser” in meinem Leben.

 

4. Über welche Witze kannst du richtig laut lachen?

Über Wortwitze und Doppeldeutigkeiten, clevere Anspielungen auf Themen, in denen ich mich auskenne, den passenden Einsatz von Zitaten in Alltagssituationen und die Weiterentwicklung bereits bekannter Witzmuster in neuen Zusammenhängen. Je überraschender desto besser.

 

5. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst? 

Das kommt darauf an, wer die anderen sind und ob mir der Grund für mein Weinen vor ihnen peinlich ist. Wenn ich damit Gefühle verrate, von denen die anderen lieber nichts wissen sollten, verziehe ich mich lieber schnell. Wenn die Gründe bereits bekannt sind oder das Weinen zum Beispiel aus Rührung geschieht, ist mir das ziemlich wumpe, wer dabei ist.

 

6. Woraus besteht dein Frühstück? 

Ganz unterschiedlich. Im Moment meist Obst, manchmal noch mit Joghurt, Quark oder Porridge dazu. Manchmal ist es aber auch irgendein Stück Gebäck. Dazu gibts eine Kaffee-Milch-Kombi, wenn ich im Büro oder in Italien bin. Ansonsten eher Tee und/oder Saft. An den Wochenenden esse ich eher das große Programm mit Brötchen, Ei, Marmelade und Co. oder ein Full English, Pancakes oder French Toast.

 

7. Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben? 

Im Zweifel immer Noosa oder dem Hasen (Nimbin ist nicht so ein Küsser.) Wenn ich mich recht erinnere war es der Hase heute morgen, kurz nach dem Aufwachen. (Er ist gerade in Leipzig bei seinem Patenkind und Noosa hat mir heute bisher nur ihre Nase entgegengestreckt.)

 

8. In welchem Punkt gleichst du deiner Mutter? 

Puh, ganz schön viele, glaube ich. Wir können uns beide super in Themen verbeißen und wissen dann alles (besser) darüber. Wir sind beide sprachlich talentiert und korrigieren gerne mal andere. Und wir machen uns beide oft unnötig Sorgen über die Menschen, die wir am liebsten haben.

 

9. Was machst du morgens als Erstes? 

Wach werden (das kann dauern) und sobald ich bereit bin, die Augen aufzumachen: Den Flugmodus aus 😉 Erst lesen, was an Nachrichten über die diversen Messenger eingegangen ist – zu allererst meist das Bärenabo – dann Facebook und Instagram, E-Mails, sonstige Notifications und als krönender Abschluss Twitter. Je nachdem, wie eilig ich es habe, ist dann vor dem Aufstehen noch der Feedreader dran. Oder die Meditation. Oder beides. Erst nach etwa einer halben Stunde “Augen auf” geht es ins Bad – außer ungewöhnliche Umstände erfordern eine Verkürzung der Morgenroutine.

 

10. Kannst du gut vorlesen? 

Ganz OK, glaube ich. Ich habe allerdings nicht viel Übung und werde möglicherweise schnell zu schnell oder rede mir den Mund fusslig. Verschiedene Stimmen für verschiedene Charaktere kann ich glaube ich nicht so gut, zumindest nicht ausdauernd.

Tagebuch-5 im Februar 2019 #WMDEDGT

Es ist mal wieder der 5. und wie jeden Monat fragt Frau Brüllen wieder: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Ich wache vor dem Weckerklingeln auf, weil irgendwer im Haus findet, es wäre eine gute Idee, jetzt mal ordentlich den Hammer zu schwingen. Als ich mich dazu durchringe, die Augen zu öffnen und mal nach der Uhrzeit zu gucken ist es 7:29, eine Minute vor Klingeln. Ich mache den Wecker aus und lese mich eine halbe Stunde lang gemütlich durchs Internet, während das Hämmern natürlich längst aufgehört hat und der Hase wieder eingeschlafen ist. Um 8 schleiche ich mich leise aus dem Schlafzimmer und lasse den Urlaubshasen weiter träumen.

Morgendliche Badroutine, Katzen füttern und dann bin ich kurz vor halb 9 schon aus dem Haus und fahre mit Tram und U-Bahn ins Büro.

Die Personalabteilung schreibt eine Rundmail über den neuen Feiertag in Berlin. Da wir zwar in Berlin unsere Zentrale, aber eben auch andere Standorte sowie Leute in Remote-Anstellung haben sowie diverse Mitarbeiter*innen, die kein Deutsch sprechen und das vielleicht noch gar nicht mitbekommen haben,1 ist das notwendig. Es geht zunächst darum, für wen der Feiertag alles gilt, dann darum, wie er im System abgebildet wird und was mit bereits bestehenden Urlaubsanträgen geschieht (Der Feiertag kam etwas plötzlich, das hat sich erst vor zwei Wochen oder so endgültig ergeben). Und dann ging es sehr lang und ausführlich um den Frauentag selbst, seine Geschichte, Clara Zetkin, warum der jetzt bei uns ein Feiertag ist usw. Und ein Link mit Veranstaltungen, bei denen man sich an diesem Tag politisch engagieren kann. Hach, ich liebe diese Firma!

Zum Frühstück gibt es klein geschnippeltes Büro-Obst und Milchkaffee, den wir uns wie immer mit der ganzen Kaffee-Crew oben in der Lounge holen. Ich lerne, dass es eine Fluggesellschaft namens Germania gibt und die jetzt pleite ist. Außerdem sprachen wir über das Fliegen im Allgemeinen, Flughäfen in aller Welt und überlegen, ob Fliegen oder Fleisch essen der schlimmere Klimakiller ist. (In meinem Kern-Team von 7 Personen haben wir drei vegan lebende Männer und vier omnivore Frauen. Besonders witzig ist, dass einer der Herren bis vor ungefähr zwei Jahren so ziemlich jeden Tag auf seiner Fleischportion bestand und inzwischen total geläutert ist.)

Zurück am Platz verbringe ich die Zeit bis zum ersten Meeting mit einer Aufgabe, die ich diese Woche für die urlaubende beste Kolleginnenfreundin übernommen habe – ziemlich analytisch mit ein bisschen Glaskugel drin, aber nichtsdestotrotz spannend. Und ich kann Kästchen (Google Sheet Zellen) mit lustigen Farben füllen, das ist ja auch immer schön.

Nach dem Meeting dann Abarbeiten der aufgelaufenen E-Mails und Anfragen, danach Mittagspause mit dem nicht-einfachen Kollegenfreund/Freundkollegen (20 Minuten Spaziergang zum Supermarkt und zurück, Gespräch über Magen-Darm, Valentinststag, Frauenhasser, die Grünen, die FDP, das Wahlverhalten in Ost-Berlin, 3,21 € in kleinen Scheinen und Seelenrettungsversuche). Wieder zurück gibt es für mich einen hochwertigen Mikrowellenmilchreis mit Erdbeerkompott und eine Runde Twitter-Timeline, der NEKFFK* muss direkt zurück an seinen Platz.

Nach der Pause gemütliches Vor-mich-hin-Arbeiten. Ein gutes Feedback für die Aufgabe erhalten, die ich diese Woche vertretungsweise übernommen habe. Eine weitere neue Aufgabe samt zugehöriger Schulung angekündigt bekommen, die spannend klingt und vielleicht längerfristig bei mir bleibt… Das Nachmittagsmeeting blieb dann relativ kurz und ereignislos. Danach tröpfelte der Arbeitstag ziemlich vor sich hin – im Vergleich zur letzten Megastresswoche sind wir jetzt wieder im Alltag angekommen und das ist auch gut so.

So kann ich pünktlich Feierabend machen und Richtung Friedrichshain fahren, um ein paar Dinge zu erledigen und mich dann mit einer meiner besten Freundinnen zum Essen und Quatschen zu treffen. Es gibt Tra Dao (hausgemachten Pfirsich-Eistee), Banh Xeo (einen vietnamesischen Pfannkuchen mit Tofu, Pilzen und Pak Choi), My Quang (eine dickflüssige Reisnudelsuppe mit Pilzen und Sesam-Chips) und Mango in frittiertem Klebreis. Dazu reden wir über alles, natürlich.

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Der Heimweg ab halb 10 ist dann ganz schön kalt, aber die Ringbahn ist warm und zum Glück ist es gar nicht so weit nach Hause. Dort warten zwei hungrige Katzen auf mich. Da der Hase heute auch aushäusig is(s)t, hatten sie noch kein Abendbrot. Dem schaffe ich schnell Abhilfe, dann mache ich noch ihr Klo sauber und mich selbst bettfertig. Halb 11 liege ich im Bett und höre zum Einschlafen die neue Folge Marvelous Mrs Maisel Goys.

*Auch noch nicht das richtige Blog-Synonym für ihn, fürchte ich.

Den Tag nicht vor dem Abend dissen

Was für ein Tag. Ich hatte schlecht geschlafen und war so gar nicht guter Dinge heute morgen. Große Hoffnungen, dass meine Laune besser werden würde, hatte ich keine. Und dann konnte ich mir doch selbst dabei zusehen:

1. Ich kam im Büro an und war ganz bewusst besonders freundlich und offen gegenüber allen, die mir über den Weg liefen. Da kam schon ordentlich positive Energie zurück.

2. Als es mir am Arbeitsplatz zu grau wurde, lief ich kurz die beiden Stockwerke hoch auf die Dachterrasse, atmete tief durch und ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen.

3. Auf dem Weg zurück an meinem Platz entdeckte ich einen Regenbogen auf den Treppenstufen, fotografierte ihn und teilte ihn als Aufmunterung für Andere in meinen Social-Media-Kanälen.

4. Irgendwann nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und begann ein Gespräch, vor dem mir schon seit zwei Tagen graute. Ich wurde sehr herzlich begrüßt und meine Sorgen stellten sich als unbegründet heraus.

5. Ich organisierte mir die perfekte Mittagspause – Pasta von draußen und ein weiteres tolles Gespräch, das sich dann schriftlich noch den ganzen Nachmittag fortsetzte und dafür sorgte, dass ich sogar gefragt wurde, warum meine Laune heute so _gut_ sei.

6. Ich beendete einen wichtigen Zwischenschritt einer Aufgabe, die ich diese Woche zum ersten Mal übernehme.

7. Ich räumte eine weitere Ungewissheit aus dem Weg und kann mich nun auf ein schönes Ereignis diese Woche freuen.

8. Ich ging mit Mama zum Sport und auch dort lief alles wie geschmiert – trotz ersten Erkältungsanzeichen meinerseits, die sich bitte mal wieder trollen können.

9. Zuhause überraschte mich der Hase mit einem Candle-Light-Picknick auf dem Wohnzimmerfußboden, das ich aus Ramontizitätsgründen nicht fotografiert habe.

10. Wir beendeten den Tag, mit einander und den Katzen kuschelnd, und guckten Roma.

Und jetzt war dieser Tag widererwartend total großartig! ¯\_()_/¯ Danke an alle Mitverantwortlichen, Ihr seid wunderbar!

PS: Unsere Katzen sind übrigens perfektes Schwarz-Weiß-Kino, ist mir aufgefallen.

PPS: Gerade habe ich noch festgestellt, dass soeben das Jahr des Schweins begonnen hat. Da ich ebenfalls in so einem Jahr geboren wurde, kann ja jetzt alles nur noch besser werden. Oink!

Wochenend-Tagebuch: Freunde, Filme, Feminismus

Dieses war ein sehr schönes Wochenende, mit vielen Freunden, guten Gesprächen und trotzdem genug Zeit, um mich von der Woche zu erholen, den Feedreader leer zu lesen und alle verpassten Serienfolgen aufzuholen. Wir hatten Besuch von einem guten Freund des Hasen (die beiden sind schon sehr niedlich, der Hase schickt dem Freund jeden Tag ein Foto von Streetart, die ihm über den Weg läuft, der Freund revanchiert sich jeweils mit einem Song). Den Sonnabend Abend verbrachten die beiden zusammen auf einem Konzert und ich besuchte zwei liebe Freundinnen, die ich schon seit Monaten nicht mehr gesehen hatte, um Filme zu gucken. Der erste war der ziemlich tolle To Each, Her Own (dicke Empfehlung!), als zweites begannen wir noch Clue, den wir aber nicht mehr geschafft haben, da wir vor und nach dem ersten Film ja auch noch erzählen mussten, wie es uns seit dem heißen Sommer so ergangen ist. Den muss ich auf jeden Fall auch nochmal in Gänze und mit der nötigen Konzentration gucken, der wirkte sehr vielversprechend.

Am Sonntag waren wir wieder bei den Lieblingsnachbar*innen, heute gab es Blaubeer-Muffins, Apfelkuchen und selbstgemachte Panna cotta. Und natürlich wieder jede Menge gute Gespräche und so wie es aussieht, machen wir das jetzt zu einem regelmäßigen Sonntagsritual.

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Zwischen all dem habe ich dann auch noch interessant (und meiner Meinung nach auch recht gelassen und konstruktiv) auf Facebook über Feminismus diskutiert (vor allem über die Außenwirkung) und im Zuge dessen alle Kraft zusammengenommen und mir The Red Pill angesehen, das mir in den letzten Wochen zweimal genannt wurde, wenn ich meinte, dass ich keine Feminist*innen kennen würde, die Männer hassen bzw. sie unterdrücken wollen würden. Aus wissenschaftlichem Interesse und um mitreden zu können, musste ich mir das dann natürlich auch selbst mal aus der Nähe ansehen. (For those who don’t know, es handelt sich um einen Dokumentarfilm einer selbstbezeichneteten Feministin über Männerrechtler in den USA und am Ende des Films bezeichnet sie sich dann nicht mehr als Feministin.) Puh, keine dicke Empfehlung, aber trotzdem ganz interessant. Ich kopiere einfach mal meine Einschätzung (aus der Facebook-Diskussion auf Bitte von Slackwidow) ans Ende dieses Blogeintrags, falls es jemanden interessiert.

Abgesehen davon habe ich dann auch noch zwei weniger aufreibende, aber umso empfehlenswertere Dokus gesehen, nämlich Meschugge, oder was: Jude werden, Jude sein in Deutschland von Dmitrij Kapitelman und Min Herzing, die bekannte Fischfrau aus Warnemünde, eine DEFA-Produktion von 1974, die mein Onkel auf Facebook geteilt hatte. Zum Ausklang des Wochenendes werden der Hase und ich uns jetzt noch einen der Oscar-nominierten Filme ansehen, bevor er zu wieder anderen Freunden aufbricht, um den SuperBowl zu sehen.

 

Über The Red Pill:

So, ich habs mir angesehen und hoffe, dass ich jetzt auch nach 1 Uhr noch einen halbwegs reflektierten und ausgewogenen Bericht abgeben kann.

 

1. Als Beispiel für überzogenen Feminismus finde ich die Dokumentation nicht geeignet, da erstens nur sehr wenige Feminist*innen zu Wort kommen und von denen wiederum nur sehr wenige Meinungen äußern, die sich gegen Männer richten oder tatsächlich in irgendeiner Form radikal sind. Eigentlich geht es immer um das System, um Sexismus, um patriarchale Strukturen. Eine Vertreterin wirkt ein bisschen verbitterter, die ist allerdings auch schon ne Generation älter…

2. Es werden durchaus ein paar wichtige Punkte angesprochen, bei denen Männer “benachteiligt” sind. Die meisten davon lassen sich allerdings relativ eindeutig auf tradierte Geschlechterrollen zurückführen, die der Feminismus ja überwinden möchte, und nicht etwa auf Unterdrückung durch Frauen oder gar durch Feminismus geschaffene Veränderungen.

3. Viele andere Punkte und Probleme, die angesprochen werden, sind tendenziös/biased dargestellt, unsauber recherchiert und/oder es werden Korrelation und Kausalität vermischt (etwa die Boko-Haram-Geschichte, die Opferzahlen in Kriegen oder die ganze Thematik rund um untergeschobene Kinder).

Insgesamt definitiv keine ausgewogene, neutrale Berichterstattung und ziemlich stark mit Emotionen spielend (z.B. Nahaufnahme einer Beschneidung im Säuglingsalter). In sich geschlossen sind viele Argumentationen nachvollziehbar, aber wenn man ein wenig nachrecherchiert, fallen schnell die Ungereimtheiten, falsches Datenmaterial oder schiefen Grundannahmen auf (“Gender Studies are Women’s Studies”, „Women have always been responsible for reproduction and men for production“), ohne die die Argumentation dann nicht mehr funktioniert.

Wer sich mit der Thematik nicht viel auseinandersetzt, findet hier schnell “Beweise” für krude Thesen oder eben ein stimmiges Bild, dass er sich aneignen kann. Und es wird halt auch völlig ausgeblendet, wie stark MRAs (meine Pauschalisierung, in der Doku werden mindestens 3 Gruppierungen unterschieden: eine kritisiert das System der Geschlechterrollen, eine will das System gegen Frauen nutzen, eine dem System entfliehen) gegen Feminist*innen, Aktivist*innen und Frauen im Allgemeinen hetzen und mit welch konzertierten Aktionen sie diese online trollen, stalken, belästigen und damit indirekt zum Schweigen bringen, weil sie sich vor ihnen schützen wollen. Sind natürlich alle ganz harmlos und lieb, wie sie sich dort vor der Kamera präsentieren.

Bin trotzdem froh, dass ich mir das jetzt mal angeschaut habe und verstehe ein bisschen besser, woher manche Argumente kommen, die ich von Leuten gehört habe, bei denen es mich wundert, wie sie dazu gekommen sind. Mein Leben und Denken verändert hat die Doku allerdings nicht 😉

Guy Patterson macht jetzt in Feminismus

Um dieser etwas merkwürdigen Aussage Sinn einzuhauchen, muss ich Euch mit zurücknehmen in meine Vergangenheit, zurück in die Pubertät…

Es ist 1996 und meine (nee, meine Freundin ist nicht weg und bräunt sich) Mama nimmt mich mit ins Kino, um mir einen Film zu zeigen, den sie neulich im Flugzeug schon gesehen hat und dessen Titeltrack in Australien, wo sie und Papa gerade Urlaub gemacht haben, ein Charthit wurde: That Thing You Do! Zack, hatte ich einen neuen Lieblingsfilm. Nun war das damals in Bautzen und dort kamen die guten Nicht-Mainstream-Filme immer genau einmal (wenn überhaupt), nämlich montags im “Kino extra”, also hatte ich keine Chance, den Film ein zweites Mal im Kino zu sehen. Ich wartete also ungeduldig auf den Video-Release.

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Sobald das Video in unserer örtlichen Videothek angekommen war, habe ich es ausgeliehen und zuhause direkt angesehen. Und als der Abspann abgelaufen war, zurückgespult und gleich nochmal von vorn angefangen. Und dann habe ich es an dem Wochenende noch zweimal gesehen. Dann schlug Mama mir eine illegale Raubkopie vor (ich denke, das ist verjährt, Mama ;)) und wir schlossen unsere beiden Videorekorder an den Fernseher an. Leider war ein Kopierschutz auf der Kassette und nur der Ton wurde sauber kopiert, vom Bild war nicht viel zu sehen. Trotzdem hatte ich zumindest die ersten 10 Minuten des Films als Tonspur und auch die habe ich mir ab und zu angehört (und regelmäßig den Film wieder ausgeliehen), bis dann endlich, endlich das Kaufvideo auf dem Markt war, das ich mir direkt am ersten Tag gekauft habe.

Der Film ist wirklich ziemlich großartig (die IMDB-Bewertung ist da nicht ausreichend ;)), hat ein sehr gutes und witziges Drehbuch, tolle Schauspieler, gute Stimmung, super Musik… Ein absoluter Gute-Laune-Film und dabei nicht ohne Tiefgang.

Und That Thing You Do! hat Guy Patterson. Er ist “der Drummer, der den den Takt hält, das Rückgrat”. Er kommt als eigentlicher Jazz-Fan zu einer aufstrebenden Rock’n’Roll-Band hinzu, macht einen okayen Song zu einem Riesenhit, sorgt für beatlesque Erfolge, bleibt dabei die ganze Zeit aber auf dem Boden der Tatsachen und verkraftet so das Ende der Band von allen am Besten. Und er spannt dem karrieregeilen Gitarristen die Frau aus(natürlich erst nachdem sie den verlassen hat natürlich, er ist ja Gentleman) und macht mit ihr zusammen eine Jazz-Schule auf. Guy ist die Hauptfigur in dem Film, auf eine unaufdringlich normale Art gut aussehend, unglaublich lieb, witzig und eben irgendwie “besonders”. Ihr merkt es schon, Klein-loosy war verliebt. (Und ich möchte betonen: In die Filmfigur, nicht den Schauspieler!) Ich glaube tatsächlich, dass mich Guy im Hinblick auf die Männer, die mich interessieren, entscheidend geprägt hat und entdecke in der Rückschau wahrscheinlich bei jedem irgendeine Parallele.

Jedenfalls, “That Thing You Do!” ist immer noch in meiner ewigen Top 5 meiner Lieblingsfilme drin. Ich habe mir natürlich auch die DVD gekauft, auf Englisch und inkl. des deutlich längeren Director’s Cuts. Der macht den Film im Nachhinein nochmal großartiger, aber ich bin ganz froh, dass ich ihn erst Jahre später gesehen habe. Einige der Szenen zeigen Guy in Situationen (Sex ‘n’ Drugs ‘n’ Rock ‘n’ Roll), die meinem 13-jährigen Ich so gar nicht gefallen haben. Mein ca. 23-jähriges Ich fand ihn dadurch nur noch ein bisschen toller und sympathischer. Anyway…

Den Schauspieler hinter Guy, Tom Everett Scott, fand ich schon auch ganz hübsch, aber leider hat er hinterher nie wieder Rollen und Filme gespielt, die mich interessiert hätten. Und dann saß ich vor zwei Jahren mit einer Freundin im Freiluftkino Friedrichshain und schaute La La Land. Wie es sich gehörte, war ich natürlich für die Dauer des Films total in Ryan Goslings Sebastian verknallt. Und dann taucht ganz am Ende plötzlich Tom Everett Scott als der neue Freund von Emma Stones Mia auf, bevor es an die Schlüsselszene des Films geht, in der Sebastian und Mia sich wiedersehen, ihre gemeinsame Zeit heraufbeschworen wird und sie trotz der aufwallenden Gefühle ihren Frieden miteinander machen. Diese Szene ist an sich schon unglaublich und wurde für mich durch “Guy Patterson” nochmal zum absoluten Mindfuck – da Sebastian und Mia, in meinem Kopf ich und Guy… 😉

Ich habe mich dann noch einmal in die Tiefen des Internets bewegt und u. a. herausgefunden, dass sowohl La-La-Land-Regisseur Damien Chazelle als auch Ryan Gosling und Emma Stone riesige That-Thing-You-Do!-Fans sind, dass Sebastian durchaus ein bisschen nach Guys Vorbild geschrieben wurde (das ganze Jazz-Ding!), dass sie in der Vorbereitung des Films sehr viel über That Thing You Do! gesprochen haben und deswegen dann Tom Everett Scott diese Cameo-Rolle angeboten wurde und sie alle hellauf begeistert waren, als er zusagte. In dem Zusammenhang habe ich dann auch gleich noch weiter rumgelesen, alte und neue Interviews mit den TTYD-Schauspieler*innen angesehen und bin einigen von ihnen auf Instagram gefolgt. Unter anderem natürlich auch Tom Everett Scott.

Darüber habe ich dann mitbekommen, dass er jetzt in einer Serie mitspielt und mir die dann natürlich auch gleich angeschaut: In I’m Sorry geht es um eine Comedy-Autorin (Andrea Savage), ihren Mann (Tom Everett Scott), ihre kleine Tochter (Olive Petrucci) und ihre Mutter (Kathy Baker). Es geht um das Leben in Hollywood/LA in der heutigen Zeit, um Feminismus, Gender Equality, #metoo, LGBTQI-Rechte, Political Correctness, Sex Positivity, Erziehung usw. usw. Eine Art “Curb Your Enthusiasm” in jung, weiblich, feministisch und sympathisch. Ziemlich anders auf jeden Fall, als die “Mainstream”-Sitcoms, die so zu uns rüberschwappen und wirklich, wirklich lustig. Super ist außerdem wie selbstverständlich gleichberechtigt die beiden Paarsein und Elternschaft leben. Kann ich Euch allen nur ans Herz legen! (Und der großartige Jason Mantzoukas spielt auch mit.)

Und zum Schluss nochmal ein kleines bisschen That Thing You Do!, den Ihr natürlich ebenso dringend gucken solltet – wer diesen Film liebt, kann kein schlechter Mensch sein und wenn Ihr ihn genau so liebt, wie ich, habt Ihr (aufgrund positiver Erfahrungen) auf jeden Fall einen Stein im Brett bei mir. Für Viewing Parties (deutsch, englisch oder Director’s Cut) bin ich auch jederzeit bereit und zu haben! 🙂