Was grad da war: Bärlauch-Tagliatelle mit Fava-Bohnen und roten Linsen

Unser heutiges Abendessen ist ein schönes Beispiel dafür, wie ich meistens koche, wenn ich nichts besonderes geplant habe: Mein Körper gibt mir ein bestimmtes Bedürfnis vor (heute war das: herzhaft, wärmend, sättigend), dann schaue ich, was so da ist und zu diesem Bedürfnis passt (heute waren es die getrockneten Fava-Bohnen und der Rest Parmesan) und dann lege ich erstmal los, mit einer groben Idee im Kopf. Ich füllte also die Fava-Bohnen in einen Topf, bedeckte sie mit Wasser und setzte sie auf den Herd, während ich mit die weiteren Schritte überlegte.

Wenn ich nicht so genau weiß, wo ich mit einem Gericht hin will, ist Pasta ziemlich oft der Ausweg, denn sie ist schnell zuzubereiten, vielseitig einsetzbar und lustig zu essen. Also Pasta, Bohnen, Parmesan… Mein innerer Gourmet warf direkt noch Rosmarin und Peperoncini mit in den virtuellen Topf, während sich mein Gedächtnis an die köstliche Fava-Bohnen-Suppe Maccò erinnerte, die uns Fabrizia Lanza auf SIzilien servierte. Ich überflog also noch einmal kurz das Rezept dafür und kehrte dann an den Herd zurück.

Da die Bohnen nicht als Pasta-Sauce für mehrere Portionen ausreichen würden, gab ich kurz bevor sie weich waren noch eine Handvoll rote Linsen hinzu. Dann folgten Salz, Knoblauch und Kräuter der Provence (Rosmarin pur war nicht mehr da), ein Peperoncino sowie etwas Olivenöl und ein guter Schluck Weißwein. Während all das vor sich hinköchelte, rieb ich den Parmesan und warf dann die Rinde mit in den Topf, so dass sich das Aroma der Parmesanreste schön verteilte.

Währenddessen setzte ich Nudelwasser auf und schaute im Vorratsschrank nach, was ich für Optionen hätte. Die Vollkorn-Spaghetti waren noch zu, die Maccheroni wären zu viel gewesen, die Bärlauch-Tagliatelle, die man uns aus dem Schwarzwald mitgebracht hatte, hatten genau die richtige Menge und wanderten also ins kochende Nudelwasser. Kurz bevor die Nudeln al dente waren, fischte ich den Peperoncino und die Parmesanrinde aus dem Saucentopf und goss etwas Nudelwasser hinein. Die Aromen hatten sich wunderbar vermischt und die Linsen waren so gut wie zerfallen; die größeren Bohnen waren noch im ganzen erhalten, das Kochwasser jedoch schon aufgebraucht. Das Nudelwasser brachte alle Komponenten zusammen und sorgte für die richtige Konsistenz.

Nach dem Abgießen der Nudeln vermischte ich diese erst mit dem Parmesan und dann mit der Sauce. Herausgekommen ist ein wunderbares, herzhaftes, reichhaltiges und aromatisches Nudelgericht für kalte Tage, mit dem man sicherlich noch ein wenig weiter experimentieren kann. Hätte ich reife Tomaten gehabt, hätte ich zum Beispiel ein paar zerdrückt und in die Sauce gegeben, genauso ging es mir mit Schalotten. Ins Maccò gehört außerdem Fenchelgrün, wenn ich das da gehabt hätte (oder rechtzeitig an die Fenchelsamen im Gewürzschrank gedacht hätte), hätte das auch noch sehr gut dazu gepasst. Ebenso wie frisch gemahlener Pfeffer, aber auch der ist gerade alle. Nun denn, es hindert mich ja nichts daran, es beim nächsten Mal wieder ganz anders zu machen, nicht wahr?

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