#englandwalesroadtrip – Die Brecon Beacons, Teil 1

Ich bin ein wenig hinterher in meiner Berichterstattung, hoffe aber, in den nächsten Tagen aufholen zu können…

10. August

Heute geht es in den ersten der drei Waliser Nationalparks, die Brecon Beacons. Diesen Namen kenne ich schon seit dem Englischunterricht der 5. oder 6. Klasse, glaube ich, deswegen war es klar, dass er auf die Reiseroute gehört, selbst wenn er laut Reiseführer etwas weniger beeindruckend ist, als die beiden anderen, die natürlich auch noch folgen. Nach dem Frühstück im Hostel mit Tee, Cornflakes, selbst gepflückten Brombeeren und jeder Menge Marmeladentoast fahren wir also los.

Frühstück

Unterwegs halten wir aber noch in Caerphilly an, einem kleinen Städtchen, das vor allem für sein verfallenes Schloss aus dem 13. Jahrhundert und seinen Käse bekannt ist. Wir laufen einmal um Schloss und Schlossgraben herum und erfreuen uns neben der Ruine vor allem der vielen Vögel, die sich hier herumtreiben: Möwen, Kanadagänse, Enten, Gänse… Alle sehr zahm und unerschrocken.

Gänse

Dann gehe ich erst einmal in eine Apotheke und hole mir Lutschtabletten und etwas Schleimlösendes für meine Nebenhöhlen. Weiter gehts durch die Straßen der Stadt auf der Suche nach Käse – leider erfolglos. Später erfahren wir, dass wir dafür in die Touristeninformation hätten gehen müssen, wohin denn auch sonst? Leider ist es da schon zu spät und wir haben uns bereits im Supermarkt mit dem Nötigsten für die nächsten Tage eingedeckt – Continental Bread, Peanut Butter, Lemon Curd, Erdbeermarmelade, zwei Sorten Käse (Caerphilly pur und Caerphilly mit Schnittlauch und Knoblauch), Orangensaft, Tee, Honig, Spaghetti, Baked Beans, ein paar Weintrauben und jede Menge Taschentücher.
So ausgerüstet begeben wir uns auf den Weg auf einer Route durch den östlichen Teil des Nationalparks, die Black Mountains. Wir nehmen dafür eine Tour, die der Lonely Planet vorschlägt, allerdings in umgekehrter Reihenfolge. Unser erster Stopp ist eine kleine Kirche, die Patrishow Church, für die wir von der Hauptstraße abbiegen müssen und gefühlt ewig lang eine schmale Straße zwischen Hecken viele Berge rauf und runter fahren und dabei immer wieder mit entgegenkommenden Autos darüber verhandeln müssen, wer jetzt ein Stück zurück zur letzten Ausweichmöglichkeit fährt. Der Hase ist irgendwann schon richtig genervt und glaubt, wir seien zu weit gefahren. Also schalte ich das Navi an und siehe da: noch um zwei Kurven und dann sind wir da. An einem grünen Hang steht das alte Kirchlein, umgeben von einem Friedhof mit krumm und schief stehenden Grabsteinen. Drinnen gibt es mittelalterlicher Wandmalereien und tolle filigrane Schnitzereien in Eichenholz zu bestaunen. Das hat sich dann doch gelohnt!

Partrishow Church

Zudem hat uns die Fahrt schon mal auf die Straßenverhältnisse für die nächsten Tage vorbereitet: Meistens sind die Straßen einspurig, oft links und rechts mit Hecken begrenzt, ab und zu fährt man über Viehgitter und gar nicht selten stehen plötzlich Schafe auf der Straße oder Pferde am Wegesrand. Drumherum ist es sehr grün, es gibt Felder, Wiesen, Laubwälder und angelegte Nadelwälder, Bäche, Flüsse und dazu immer wieder kleine Dörfer, Kirchen oder Ruinen. So eine ist unser nächster Halt, die Ruine der Llanthony Priory. Hier lebten früher Priester ähnlich wie in einem Kloster zusammen, nur dass sie eben keine Mönche waren, sondern auszogen um in den umliegenden Gemeinden zu predigen. Als die Anglikanische Kirche sich immer mehr ausbreitete, wurde das Gebäude verlassen und verfiel zusehends. Seit dem 19. Jahrhundert wird der jetzige Zustand erhalten und ähnlich wie die Tintern Abbey ist die Priory seit Jahrhunderten Ziel von Wanderern, Malern, Dichtern und sonstigen Romantikern.

Von Llanthony aus geht es hoch in die Berge und über den Gospel Pass, eine Gegend, wo kein Baum mehr steht und hauptsächlich Heidekraut und ähnliche Pflanzen wachsen. Außer Schafen, Pferden, Felsen und dem einen oder anderen Paraglider gibt es hier oben gar nichts. Schön!

Gospel Pass

Dann fahren wir wieder hinab und landen im legendären Hay-on-Wye, das Literaturfreunden aufgrund seines Festivals und seiner unzähligen Antiquariate und Second-Hand-Buchläden ein Begriff ist. Leider haben wir nur noch zwei Pfund in Münzen dabei, was unsere Hay-Zeit auf zwei Stunden beschränkt. Wir durchstöbern einige Buchläden auf der Suche nach Second-Hand-Ausgaben einiger Bücher von meinem Wunschzettel, haben aber kein Glück. Da wir disziplinierte Reisende sind, kaufen wir auch nichts anderes, obwohl das sehr schwer fällt.

Hay-on-Wye
Stattdessen gönnen wir uns aber in Shepherds Ice Cream Parlour köstliches Eis aus Schafsmilch. Für mich gibts Stachelbeere-Custard und Mango-Sorbet, der Hase nimmt Honeycomb-Taffy und Peanutbutter-Choc.
Eis
Dann wollen wir noch ein bisschen mehr Essen und vor allem Tee trinken (meine Erkältung nervt zusehends). Dafür gehen wir in die Granary und nehmen – der Erfahrung wegen – unseren ersten Cream Tea zu uns. Es gibt also Scones mit Clotted Cream und Marmelade, dazu Earl Grey für mich und Erdbeer-Früchtetee für den Hasen. Sehr lecker, auch wenn ich gerne noch ein paar Finger Sandwiches dazu gehabt hätte, war doch alles sehr süß so.

Cream Tea
Dann müssen wir zurück zum Auto und fahren wieder gen Süden, fast bis an den Ausgangspunkt der Tour zurück, wo sich unser Bunkhouse für die nächsten zwei Nächte befindet. Der Besitzer hatte mir eine ausführliche Anfahrtsbeschreibung geschickt, für die wir sehr dankbar waren, denn das Wern Watkin Bunkhouse liegt wirklich sehr abgelegen in den Bergen. Begrüßt werden wir zunächst von Pferden und Hunden. Als wir aus dem Auto steigen, sehen wir das Betreiberpaar, das uns zuruft, wir müssten noch ein paar Minuten warten, sie müssten zwei Schafe wieder einfangen. Wir bieten unsere Hilfe an, die dankbar angenommen wird. Zu viert laufen wir nun über die Wiesen des Gehöfts und versuchen, die beiden Schafe zurück zu treiben. So richtig gelingt es uns nicht, aber es war wohl vor allem wichtig, sie vom Haus und Garten wegzubekommen, sie gehörten nämlich den Nachbarn und hatten hier nichts verloren. Zum Dank für unsere Hilfe bekamen wir dann auch direkt ein Upgrade unserer Buchung und somit ein Zimmer ganz für uns alleine. Dafür war besonders ich dankbar, denn inzwischen war ich so kaputt, dass ich nur noch ins Bett und schlafen wollte. Das Abendessen fiel an diesem Tag aus.

Wern Watkin

Neun Eise beim Gelato Festival

Endlich mal wieder ein Sonntag, an dem ich Blogbares zu berichten habe und auch noch die Zeit habe, das etwas ausführlicher auszuformulieren. Liegt wahrscheinlich auch mit daran, dass ich während der Woche krankheitsbedingt mal wieder sehr wenig erlebt habe, bis auf die Krankenbesuche lieber Freundinnen natürlich. Von denen abgesehen habe ich hauptsächlich geschlafen, gelesen und Gilmore Girls geguckt, so dass ich gar keine Gelegenheit hatte, in Stress zu verfallen. Aber eigentlich soll es hier ja nicht um Stress-, sondern um Eis-Assessment gehen. Derzeit findet nämlich auf dem Gelände der Arena das Gelato Festival statt, bei dem man nach Zahlen des Eintrittspreises an zehn Ständen verschiedene Eiskreationen probieren kann und dann am Ende seinen Favoriten aus den sechs am Wettbewerb teilnehmenden Sorten küren kann. Das Festival tourt durch diverse Städte in Europa, bevor dann die besten Zwei aus jeder Stadt beim großen Finale in Florenz gegeneinander antreten. Eise essen und bewerten? Genau die richtige Veranstaltung für den Hasen und mich!

Ich hatte jobbedingt schon vor ein paar Wochen von dem Festival erfahren und direkt vergünstigte Tickets gekauft, der Termin stand also felsenfest im Kalender und war selbst von meiner hartnäckigen Sinusitis nicht mehr daraus verdrängbar. Wir nahmen also gestern ein eher spartanisches Frühstück zu uns und fuhren dann gemeinsam mit einer lieben Freundin, deren Kollegin und deren (der Kollegin) Mann zur Arena. Dort wandelten wir an einem Automaten unsere Ticketcodes in eine Gelato Card um und schon konnte der Spaß beginnen. Deutsch, korrekt und wissenschaftlich orientiert, wie wir sind (zumindest, wenn es ums Essen geht), nahmen wir uns die Stände der Reihe nach vor – evtl. nicht ganz optimal, wie wir noch feststellen sollten.

Eis Nummer 1 war die “Seduzione di Aphrodite”, die Verführung der Aphrodite, mit einer Basis aus griechischem Joghurt, Moosbeeren und Nüssen. Hat uns sehr gut geschmeckt, war schön cremig und joghurtig-säuerlich und wurde vom Hasen als seine Nummer 1 gekürt. Die Kreation stammt vom Eiscafé Venezia in Kirn (von Berlin ausgesehen: irgendwo in Rheinland-Pfalz).

 

Nummer 2 war “Valle dei Templi”, das Tal der Tempel. Natürlich hatten wir daran sehr große Erwartungen, denn das Tal der Tempel in Agrigento zählt zu unseren gemeinsamen und einzelnen schönsten Urlaubserinnerungen. Diese Kreation vereinte Mandeln, Pistazien und Zitronen, also drei der vorstechendsten sizilianischen Aromen, ging mir aber ein kleines bisschen zu sehr in Richtung Marzipan. Gut, aber hinter den – zugegebenermaßen sehr hohen – Erwartungen zurückbleibend. Diese Kreation stammte aus der Gelateria Cristallino in Bad Tölz (von Berlin aus gesehen: irgendwo in Bayern).

 

Nummer 3 hieß schlicht und einfach “Ginger Lemon” enthielt aber außer köstlichem Ingwer-Zitrone-Eis auch noch Preiselbeeren. Sehr lecker, fruchtig frisch, zitrussig, scharf und ein bisschen süß-bitter. Der Favorit des Mannes der Kollegin der Freundin war der erste Lokalmatador vom Fantasia del Gelato in den Spandauer Arkaden (von Berlin ausgesehen: da hinten in Spandau).

 

Nummer 4 war ein weiteres Heimspiel, “EisQueen Summer Garden” von der EisQueen in Rangsdorf (von Berlin ausgesehen: da unten bei Schönefeld) und die wohl spannendste Kreation im Wettbewerb: Limetteneis mit kandierten Karotten. Hätte man es bei dieser wirklich wohlschmeckenden Kombination belassen, hätte das Eis echte Chancen auf einen Preis gehabt, leider gab es aber obendrauf noch eine irgendwie nach Babybrei schmeckende pürierte Möhrensauce und riesige Stücken gefrorener Möhre, die das Essen unnötig erschwerten. Die (schwangere) Kollegin der Freundin hat das Eis sehr schnell entsorgt, wir anderen haben versucht, die Sauce schnell hinter uns zu bringen oder unterzurühren, danach gings dann. Schade um die schöne Idee!

 

Nummer 5, “Crazy Choc” wurde mit italienischem Akzent immer wieder marktschreierisch angepriesen als würden nicht der Charakter des Festivals und die Kombination aus Schokoladeneis, Himbeersorbet, Brownie, Himbeer- und Schokoladensauce sowie gefrorener Sahne ohnehin für freudige Abnehmer sorgen. Es war aber auch wirklich superlecker und der Hase und ich überlegten beide krampfhaft, wo wir schon einmal so eine Schokohimbeer-Kombination gegessen hatten. Eingefallen ist es uns nicht, aber sei’s drum. Auch Nummer 5 war übrigens wieder das Produkt eines Eiscafé Venezia (hat ja auch jede Stadt), diesmal aus Birkenfeld (von Berlin aus: auch irgendwo in Rheinland Pfalz).

 

Direkt daneben und deutlich ruhiger dann Nummer 6, der Favorit von mir und der Freundin: das “Mediterraneo” vom Erste Sahne in Neukölln (von Berlin aus: im In-Bezirk, südlich der Hasenheide). Ein veganes Sorbet aus Bronté-Pistazien, parfümiert mit Orangenblütenwasser, mit kalabrischem Olivenöl aus der Produktion des Vaters des Gelatiere, Karamellsauce und getoasteten Mandeln. Wundervoll, leicht, cremig, unglaublich aromatisch und auch der klare Sieger der beiden Pistazieneis-Variationen. Wie schön, dass mein Favorit auch der für mich am verkehrsgünstigsten gelegene ist, da schauen wir demnächst nochmal vorbei!

 

Nach den sechs Wettbewerbseisen waren wir schon ganz schön platt, aber es gab nun einmal noch mehr Stände und wir hatten sowohl Appetit als auch Ehrgeiz genug, sie alle abzugrasen. Nummer 7 gab es Cookies Eis in zwei Variationen – Original und Black. Ich entschied mich für Black, kostete aber bei der Freundin auch die Original-Sorte, die ein wenig an Pudding erinnerte. Beides nett, aber nicht preisverdächtig.

 

Nummer 8, Buontalenti, eine “Spezialität aus Sahne und Rahm” von der Florentiner Eisdiele Badliani und benannt nach dem angeblichen Erfinder des Gelato, war skandalöserweise leer (später habe ich über Instagram erfahren, dass nachmittags wieder aufgefüllt wurde, aber da war ich schon lange wieder zuhause in Stars Hollow…). So mussten wir wohl oder übel ein Eis auslassen und gingen direkt zum Trüffeleis von Savitar über. Nicht was wir uns unter Trüffeleis vorstellen, sondern wirklich Eis aus weißen, toskanischen Trüffeln. Eine überraschende und erstmal fremde Mischung aus herzhaftem Trüffelgeschmack (evtl. auch Knoblauch?) und normal-süßem Sahneeis. Nachdem wir uns daran gewöhnt hatten, war das Eis doch erstaunlich lecker und der Hase und ich aßen ohne zu Murren und mit Genuss auf – die anderen hatten in Erwartung des letzten Eisstands ausgesetzt.

 

Dort, bei Pernigotti, gab es nämlich fünf verschiedene wundervolle Schokoladeneissorten mit herkunftsreinem Kakao aus Santo Domingo, Ecuador, Peru, Sao Tomé oder Kuba. Ich entschied mich mit Peru für die dunkelste Schokolade aus 80%igem Kakao und wurde nicht enttäuscht. Enttäuscht war ich eher darüber, dass man uns Nummer 8 vorenthalten hatte, obwohl uns angeboten wurde, einfach noch eine weitere Portion eines anderen Eises zu kosten, was wir aufgrund mangelnder Magenkapazitäten dann doch abgelehnt haben. Ich hätte gerne zum Abschluss nochmal ein leichtes, fruchtiges und nicht zu saures Sorbet gehabt, um eine Balance zur Schokolade zu schaffen. Aprikose, weiße Traube oder Feige wäre toll gewesen. So ein ausgleichendes Eis fehlte mir auch insgesamt ein bisschen in der Auswahl und ich war fast versucht, auf dem Heimweg noch irgendwo anzuhalten. Die Vernunft siegte dann aber doch und so stimmten wir nur noch schnell ab und rollten dann unsere eisigen Bäuche nach Hause.

Das Festival geht heute zu Ende, aber Ihr habt ja noch den ganzen Sonntagnachmittag, um vorbeizuschauen, wozu wir hiermit ausdrücklich raten!

Edit: Die Eise 1 und 3 belegten die beiden ersten Plätze und werden am Finale in Florenz teilnehmen.

Markttag, Mispeln und mal wieder Pizza

Was macht man so an einem Sonnabend in der Toskana? Richtig, man geht auf den Markt. Hierzu fahren wir nach Volterra, wo der Wochenmarkt direkt neben den Ruinen des römischen Theaters stattfindet. Zu fast 90% besteht er aus Ständen mit Kleidung, Schuhen, Haushaltstextilien und anderem für uns uninteressanten Zeug, aber entlang zweier Seiten finden sich die spannenden Lebensmittelstände.

Bereits seit San Gimignano vor einer Woche gelüstet es dem Hasen nach Porchetta (Spanferkel), heute werden wir endlich fündig (vorher sah es immer entwedernicht so lecker aus oder wir hatten gerade gegessen.) Er nimmt also eine Porchetta im Panino und ich darf kosten. Wir finden es lecker, aber er noch ein bisschen mehr als ich 😉

Am nächsten Stand kaufen wir Wildschweinsalami und pikante Salami, am übernächsten Fenchelsalami (Finocchiona), wie sie Das Nuf immer für ihre Kinder bestellt. Dort kosten wir außerdem noch einen Schinken, entscheiden uns dann aber gegen den Kauf.

Gegenüber fotografiere ich den Fischstand – leider sind wir nicht mehr lange genug hier, um welchen zu verarbeiten. Am Gemüsestand bewundere ich Artischocken und Zucchiniblüten, aber mangels Kochchancen kaufen wir dann doch nur Marmande-Tomaten, Mispeln und Erdbeeren.


Einen Brotstand gibt es nicht, aber wir finden noch einen Bäcker, bei dem es außer Brot und Pizza sogar auch Kuchen und Kekse gibt – in Italien findet man die sonst normalerweise nur in der Pasticceria. Die Verkäuferin ist sehr happy mit unserem Großeinkauf – Brot, Kirsch-Crostata, Nusstorte und Cantuccini für zuhause – dass sie uns noch ein Miniküchlein schenkt und der Hase seinen gewünschten Keks umsonst bekommt.

Der nächste Stopp ist obligatorischerweise der Eisladen. Für mich gibt es heute Curcuma und Pinienkern, letzteres ist vegan, wovor mich der Verkäufer extra warnt. Schmeckt aber trotzdem sehr gut! 😉

Zuhause gibt es Kaffee, Kuchen und Obst und dann eine mehrstündige Siesta zum Schlafen, Dösen, Internet leer lesen und Podcast hören. Abends wollen wir dann wieder in die Pizzeria gehen, aber da es Sonnabend ist, ist alles ausgebucht. Man bietet uns aber an, unsere Pizza als Take-away zu nehmen. Dafür berechnet man uns auch nur einen geringeren Preis und weil unsere “Gastgeber” gute Bekannte der Inhaber sind, gibt es auch noch einen extra Rabatt. Am Ende gehen wir mit vier sehr leckeren Pizzen für 26 € zurück nach Hause. 

Meine Pizza heißt Lucrezia und ist mit Mascarpone, frischen Tomaten, Grana und Rucola – buonissima!

Florenz mit Insider-Foodie-Tipps 

Heute fahren wir nach Florenz, in die Hauptstadt der Toskana. Zur guten Vorbereitung gehörte es für mich, mir vorher ein paar Insider-Tipps geben zu lassen. Ich fragte also meine Freundin @frannybianco, die ich letztes Jahr beim Language of Food-Workshop auf Sizilien kennengelernt habe und die gerade in Florenz lebt, nach guten Adressen zum Essen und Eisschlecken. Leider hat sie selbst heute keine Zeit für uns, aber ich bekam eine ganze Liste mit Tipps, von denen wir immerhin drei ausprobieren können. Aber eins nach dem anderen…

Wir parken am Piazzale Michelangelo und genießen erstmal den Panoramablick über die Altstadt. Dann steigen wir Richtung Arno durch den Rosengarten hindurch den Berg hinab. Vor einem plötzlichen Regenguss flüchten der Hase und ich uns gleich erstmal ins von Franny empfohlene Il Gelato di FiLo, das zum Glück genau auf dem Weg liegt. Ich entscheide mich für Gianduia und Himbeere, der Hase für Karamell und Apfelkuchen. Wir sind mehr als zufrieden und können den künftigen Schauern jetzt mit größerer Gelassenheit trotzen.

Auf der anderen Arno-Seite angelangt schlendern wir zur Piazza Santa Croce, wo wir die gleichnamige Kirche besichtigen wollen, die wir bei unseren bisherigen Florenz-Besuchen immer ausgelassen haben. Auf der Piazza gibt es viele Touristen, aber auch mindestens eine Wohnung, die uns erstrebenswert erscheint. (In fremden Städten gucken der Hase und ich gerne, wo wir wohnen wollen würden, wenn wir dort lebten.)

Vor der Kirche steht eine Statue von Dante. Innen drinnen sehen wir unter anderem die Gräber von Galileo Galilei, Michelangelo und Macchiavelli sowie Gedenktafeln für Leonardo da Vinci und die italienischen “Entdecker” Christoforo Colombo, Amerigo Vespucci und Giovanni Caboto.


Von Santa Croce laufen wir weiter zum Dom, wo es noch viel mehr Touristen gibt, so dass wir nur schnell ein Foto knipsen und uns ansonsten nicht länger aufhalten. Der Dom ist so riesig, dass er nicht komplett aufs Foto passt, aber immerhin habe ich einen Blickwinkel gefunden, aus dem das Baptisterium und der Campanile auch mit zu sehen sind.

Vor dem Palazzo Vecchio und an den Uffizien gibt es jede Menge Statuen und Skulpturen zu beschauen, dementsprechend viele Touristen finden sich auch hier. Wir halten uns daher nicht lange auf, aber ein schneller Schnappschuss von David (wenngleich nur in Kopie) muss schon sein.

Ebenso obligatorisch und demzufolge überlaufen ist der Ponte Vecchio. Ein schnelles Foto, einmal drüber laufen und dann sind wir froh, dass wir wieder auf der etwas ruhigeren Arno-Seite sind. Wir spazieren zur Piazza Santo Spirito und lassen uns auf die Stühle vor der gleichnamigen Osteria fallen. Ein Tipp von Franny und eine Bewertung von 9,0 bei Foursquare – das muss gut sein!

Wir werden nicht enttäuscht und snacken erstmal zwei Sorten Brot und köstliche Tapenade, während wir die Karte studieren. Der Hase und ich bestellen je ein Glas Hauswein – er weiß, ich rot. Vor allem der Weiße ist toll, ein Vermentino.

Eigentlich wollen wir ja endlich einmal das berühmte Bistecca Fiorentina probieren und wählen deshalb erstmal nur Primi in reduzierten Portionen. Das erweist sich auch als ganz gute Taktik, in den Foursquare-Bewertungen werden die kleineren Portionen empfohlen und wir sehen an den Nachbartischen, wie riesig die großen sind.


Ich entscheide mich für eine traditionelle toskanische Pappa al Pomodoro, eine Brotsuppe mit Tomaten, Knoblauch und Basilikum. Sehr sehr gut, das werde ich zuhause versuchen, nachzubauen.

Mama bestellt die fluffig-leichten mit Käse überbackenen Gnocchi mit Trüffelöl, ohne zu wissen, dass die in den Bewertungen besonders gut wegkommen. Juhu! Sie sind wirklich so unglaublich lecker, wie alle schreiben. Wir fragen dann auch nochmal nach der Käsesorte – es ist eine Mischung aus Mozzarella, Parmesan, Gorgonzola und Galbanino.

Die Männer bestellen beide die handgemachten Tortellacci in Wallnusscreme, die auch wahnsinnig gut sind. Inzwischen hat sich die Kellnerin in der Küche erkundigt: Die Bistecca ist heute 1,4 kg schwer. Dem sind wir dann leider doch nicht gewachsen, schade. Da wir aber wegen der vorsichtigen Primi noch Platz im Magen haben, können wir uns so noch einmal die Dessertkarte vornehmen. Doppel-juhu!

Der Hase entscheidet sich für eine Ricotta-Creme mit Schokolade und Beeren.

Ich nehme die Brombeer-Crostata mit zwei himmlisch-reifen Brombeeren als Deko. 

Dann laufen wir gemütlich zurück zum Auto, nicht ohne noch an der Gelateria della Passera anzuhalten – immerhin hatten wir gestern kein Eis, das muss unbedingt nachgeholt werden! Ich nehme  Kiwi und Pink Grapefruit, der Hase Schoko-Orange und Zabaione. Wir fahren müde nach Hause und lassen den Abend ein weiteres Mal vor dem Kamin ausklingen.

Chianti Classico, Giro d’Italia und Roseneis

Nach dem gestrigen langen Tag entscheiden sich meine Eltern wieder für einen ruhigen Lesetag zuhause, während der Hase und ich zu neuen kulinarischen Abenteuern aufbrechen. Uns zieht es heute ins Gebiet des Chianti Classico, wo wir zwar keinen Wein verkosten, aber die Landschaft zwischen Weinbergen und Olivenhainen genießen und die eine oder andere Köstlichkeit probieren und einkaufen wollen. Das Wetter ist nicht das schönste, wir machen aber das beste draus und lassen Blumen für die Farbtupfer auf den Fotos sorgen.

 

Zunächst lassen wir uns vom Navi nach Greve führen. Dort spazieren wir über den Marktplatz und wundern uns über die pinke Deko überall. Dann bekommen wir aber relativ schnell mit, dass alles für die Ankunft des Giro d’Italia am Sonntag vorbereitet ist. Wir machen eine kurze Pause und essen etwas, bevor wir das Örtchen wieder verlassen, denn für das heutige Eis empfiehlt uns Foursquare eine Gelateria in Castellina.

 

 

Torta al Cioccolato für den Hasen

Eine mit Pecorino gefüllte Birne, die mit Bacon belegt und dann gebacken wurde, für mich

Wir lassen uns vom Navi zur Gelateria Artigianale L’Antica Delizia in Castellina fahren und sind kurz etwas irritiert, als wir vor einem verlassenen Häuschen stehen. Zum Glück entdecken wir den Hinweis, dass die Gelateria umgezogen ist, samt neuer Adresse und Wegbeschreibung. Da der neue Standort am anderen Ende des Ortes ist, spazieren wir erst einmal gemütlich durchs hübsche Castellina, genießen den Ausblick, bzw. die Ausblicke, in die Täler zu beiden Seiten und erstehen in einem Laden mit lokalen Spezialitäten pikant eingelegte Oliven, getrocknete Tomaten in Öl und ein kleines Stückchen Wildschweinschinken. Dann fahren wir zur Gelateria. Ich wähle die Haussorte Antica Delizia (cremig, mit keksigen und kakaoigen Elementen), das Ananassorbet (Fruchtalarm ;)) und das Zitronensorbet mit Salbei – vorzüglich. Wir entdecken ein Roseneis, das speziell für den Giro d’Italia kreiert wurde und vom Hasen probiert wird – sehr sehr lecker! Außerdem entscheidet er sich für Erdbeer und Butterkeks. Alle Sorten waren sehr zu empfehlen und die Gelateria gut gefüllt – sollte man sich definitiv vormerken!

 

Im Hintergrund das Roseneis, davor Zitronensorbet mit Salbei

 

Antica Delizia, Zitrone-Salbei, Ananas

Dann fahren wir weiter nach Radda. Hier finden wir einen Plan der Giro-Etappe und stellen fest, dass wir völlig ungeplant ziemlich genau die Etappe entlang gefahren sind, wenn auch in umgekehrter Richtung. Wir spazieren durch die mittelalterlichen Gassen, werfen einen Blick in die Kirche und durchstöbern Geschäfte. Wir nehmen ein Romana-Salatherz mit, weil es dem Hasen nach all der Pasta einmal nach etwas leichtem, frischen ist. Außerhalb des Ortskerns entdecken wir bei der Weiterfahrt nach Gaiole noch einen Obst- und Gemüsestand, an dem uns Erdbeeren und Pfirsiche anlache, die ebenfalls mitkommen dürfen. Die Pfirsiche drängen sich mit ihrem reifen Duft beim Vorbeigehen geradezu auf – und das im Mai!

 

 

In Gaiole bummeln wir über den Corso und schauen nach einer Bar für einen ordentlichen Apericena – einen Aperitivo mit Gratis-Snackauswahl. Das Richtige gefunden haben wir aber nicht so richtig, so dass wir beschließen, doch zurück nach Hause zu fahren und das Abendessen vor dem Kamin einzunehmen. Knappe zwei Stunden fahren wir also zurück, gegen Ende wird es dann auch langsam dunkel. Zuhause angekommen macht der Hase einen knackigen Salat und ich bereite einen Snack-Teller vor. Wir essen, schwatzen noch ein wenig mit den Eltern und fallen dann gegen halb 11 ins Bett. Morgen ist definitiv Zeit für einen Faultag unsererseits!

 

Scamorzette, Mozzarella, Salami, Oliven, getrocknete Tomaten, Brot mit Öl und Pfirsich vor dem Kamin

San Galgano, Siena, Asciano und Sommertrüffel 

Wir nutzen den auf absehbare Zeit letzten relativ sonnensicheren Tag für unseren Ausflug nach Siena und verbinden diesen direkt noch mit der Besichtigung der Abteiruine San Galgano und einem Besuch bei einer lieben entfernten Verwandten (Familie geht auch ohne gemeinsame Gene) in der Pecorino-Hauptstadt Asciano.

Die Abtei San Galgano hat infolge eines Blitzeinschlags mit dazugehörigem Feuer seit Jahrhunderten kein Dach und keine Fenster mehr und wurde bereits 1789 (?) entweiht. Seitdem steht sie romantisch in der Gegend herum und inspiriert Künstler und Literaten. Und auch wir sind bereits zum mindestens dritten Mal hier (bis auf den Hasen, der hat heute seine San Galgano-Premiere, aber er war eben auch noch nie in der Toskana).

 

Nach einer ausführlichen Begehung und unzähligen Fotos fahren wir weiter nach Siena und erinnern uns an die letzten Male hier, bei denen wir noch meine Großeltern dabei hatten. Für sie war der Aufstieg in die Stadt besonders anstrengend, auch für uns ist er kein leichtes. Da kommt es uns natürlich unwahrscheinlich entgegen, dass in den letzten 20 Jahren auch ein entspannterer Weg nach oben – über diverse Rolltreppen – eingerichtet wurde. So kommen wir beinahe im Vollbesitz unserer Kräfte an. Zuerst zieht es uns natürlich zur berühmten Piazza Il Campo.

 

Draufklicken zum Größermachen – Panorama-Spielerei 😉

 

Wir nehmen einen leichten Mittagssnack zu uns (Caprese mit Büffelmozzarella, Bresaola-Carpaccio bzw. Parmigiana di Melanzane) und gönnen uns danach das obligatorische Eis bei Nannini, der Familie der gleichnamigen Sängerin Gianna Nanini. Dann spazieren wir durch die Gassen hinüber zum beeindrucken, für meine Begriffe äußerlich ganz schön überladenen, Dom. Ausnahmsweise kaufen wir uns auch Tickets und sehen uns das Ganze auch von Innen an. Für Kunsthistoriker_innen gibt es hier bestimmt eine Menge zu entdecken, da ich aber Kopfschmerzen habe, laufe ich nur einmal kurz überall entlang und setze mich dann und lasse die Atmosphäre auf mich wirken. Dankenswerterweise wurde heute kein Weihrauch angezündet – der hat mir in meinem ersten Toskana-Urlaub vor 25 Jahren sämtliche Kirchen durch Kopfschmerzen vermiest.

 

 

Am späten Nachmittag fahren wir durch weite Weizenfelder weiter nach Asciano. Die Stadt liegt an einem Fluss, an dem früher diverse Mühlen standen, die die Gegend mit Mehl versorgten. Neben dem Getreide ist Asciano heute vor allem als Hauptstadt des Pecorino bekannt. Den Markt haben wir laut unserer Gastgeberin leider um zwei Tage verpasst. Trotzdem können wir auf unserem Stadtbummel noch einen halben frischen Pecorino für die nächsten Tage und einen kompletten, reiferen für Zuhause erstehen. Den Rest des Abends verbringen wir mit Essen, Weintrinken und Erzählen. Immerhin haben wir uns seit über 20 Jahren nicht gesehen. Es gibt ein tolles frühlingshaftes Menü, guten Wein aus der Gegend und so wird es beinahe Mitternacht, bis wir uns auf den zweistündigen Heimweg machen…

Hier noch unser Frühlingsmenü in Bildern:

 

Zum Aperitivo gibt es rohe Artischocke, in Olivenöl und Essig gedippt, und dazu Salami, Schinken und Knabberkram

Zur Vorspeise gibt es frischen, weichen Pecorino mit Fave und zum Kosten einen weiteren Käse mit Rotweinadern und dazu ein Aprikosensößchen

Den Hauptgang bilden Taglietelline mit einem Hieb Butter, einem Schluck Olivenöl und frisch gehobelten Sommertrüffeln

Zum Nachtisch gibt es Erdbeeren, die mit Weißwein, Zucker, Minze und Pfeffer mariniert sind

 

Parco Geotermico delle Biancane, Massa Marittima und ein wild-frittiertes Menü

Eine entfernte Verwandte hatte uns auf Facebook empfohlen, den nahegelegenen geothermischen Park zu besuchen. Da unsere Familie ja ein Faible für vulkanische Dinge hat, nahmen wir uns das direkt für den nächsten Tag vor. Die Fahrt durch weitestgehend menschenleeres Gebiet wird vor allem dadurch unterhaltsam, dass der Straßenatlas von vor 25 Jahren die Strada Provinciale noch nicht kennt, die das Navi präferiert. Das sorgt für Verwirrung und Unsicherheit bei der Generation 60 Plus. Allerdings ist die Straße uns dann auch nicht mehr ganz so geheuer, als wir an die Stelle kommen, wo sie laut Navi über einen Fluss, in der Realität aber eher mitten hindurch führt. Zum Glück ist aber gerade kein Hochwasser und wir kommen sicher auf die andere Seite. Natürlich müssen wir aber trotzdem anhalten und fotografieren. Nicht zum letzten Mal heute fühlen wir uns wie auf Island.

Der Stopp hat auch noch einen schönen Nebeneffekt: Am Straßenrand finde ich jede Menge wilden Fenchel, von dem ich mir einen dicken Strauß pflücke. Gedanklich bin ich damit schon vormittags beim Abendessen, aber wir sind ja nun mal in Italien. “Zuhause” um unsere Ferienwohnung herum blüht und duftet der Holunder, die Blüten zu frittieren haben wir uns gleich von Anfang an vorgenommen. Ein roter Faden für das heutige Menü ist also gefunden: Essbare Wildpflanzen.

Erstmal riecht es jedoch eher nach faulen Eiern, von den Schwefeldämpfen der Fumarolen. Nur 7-8 km unter uns ist eine Magmakammer, gräbt man nur 100 m tief, ist es gleich 9 Grad wärmer. An einigen Stellen ist der Abstand deutlich geringer, man fühlt die Wärme im Vorbeigehen und es tritt auch Dampf aus.

Ein kleines Video mit dem Originalton:

Es gibt einen kleinen Rundweg zum Wandern. Leider verlieren wir die Route ziemlich schnell und laufen dann eher durch einen Wald voller Esskastanien und Korkeichen, als durch vulkanisches Gebiet. Ist aber auch spannend und schön und wir sehen die ersten Eidechsen dieses Urlaubs, die es sich in der Sonne bequem machen (bis wir kommen).

Nach etwa anderthalb Stunden Natur pur fahren wir weiter nach Massa Marittima und schlendern dort zur Piazza Garibaldi mit dem beeindruckenden Dom samt architektonisch spannender Treppe. Hier saßen wir vor 25 Jahren und sahen den Fahnenschwingern und Armbrustschützen des Ballestro del Girifalco zu. Heute ist es hier deutlich ruhiger und leerer. Als wir genug geguckt haben, suchen wir uns ein Café mit WLAN, damit meine Eltern auch endlich mal wieder in Ruhe ihre E-Mails checken und auf Facebook rumhängen können.  Der Kellner stammt aus Südtirol und so können wir kompliziertere Vorgänge wie das Einwählen ins WLAN und die gleichzeitige Bestellung aus Speisekarte, Pasticceria-Auswahl und von der Eistheke – alles auf einer Rechnung – in schönstem deutsch-italienischem Kauderwelsch organisieren.

Crostini mit Artischocken und Grana Padano
Cioccolato nero, fragola, icricotta e fichi


Auf dem Weg zurück zum Auto entdecken wir noch den Brunnen der Fruchtbarkeit mit entsprechendem Fresco.


Auf dem Heimweg halten wir noch an einem Supermarkt, um unsere Vorräte aufzufüllen und noch einige Zutaten fürs Abendbrot zu kaufen. Die Zucchiniblüten sind dann einfach irgendwie mit in den Wagen gehüpft – frittieren stand ja eh schon auf dem Plan und so ergab sich dann spontan noch eine tolle Vorspeise.

Teig für Fritti nach Rachel Roddy

  • 150 g Mehl
  • 2 EL Olivenöl
  • 200 ml Wasser
  • 2 Eiweiß
  • Salz

Mehl, Öl und Wasser gut vermischen und für eine, besser zwei Stunden in den Kühlschrank stellen. Direkt vor dem Frittieren wieder herausholen und Eischnee unterheben – fertig. Zum Frittieren haben wir natürlich Olivenöl genommen (extra verginge, aber nicht das teuerste), schmeckt am besten und man gönnt sich ja sonst nichts. Die Menge Teig reicht für 6 gefüllte Zucchiniblüten, 48 Zucchinistifte (ca 1 cm Durchmesser und 7 cm Länge) und etwa 10 große Holunderdolden.

Gefüllte Zucchiniblüten und Zucchinistifte

  • 6 junge Zuchini mit Blüten
  • 6 Anchovifilets
  • 1 Mozzarella
  • Teig für Fritti (siehe oben)

Den Mozzarella in sechs Teile schneiden. Blüten von den Zucchini abschneiden (einen kleinen Strunk dranlassen) und vorsichtig auseinanderziehen. Mit je einem Stück Mozzarella und einem Anchovifilet füllen und wieder verschließen/zudrehen – es passt viel mehr hinein, als man denkt! In den Teig tauchen und frittieren. Die Zucchini halbieren und jede Hälfte der Länge nach vierteln. Ebenfalls in den Teig tauchen und frittieren. Die heißen Fritti salzen und sofort servieren. Mit den Fingern essen!

Fertig befüllte Blüten, fertig zum Frittieren




Pasta mit Salsiccia und wildem Fenchel nach Eric Lissner

  • 1 großer Bund wilder Fenchel, gewaschen
  • 500 g Penne rigate
  • 2 Salsicce
  • 3 Zehen Knoblauch, in Scheiben
  • Peperoncino
  • Salz

Einen Pastatopf mit Wasser zum Kochen bringen. Den Fenchel darin 5 Minuten simmern lassen und dann herausfischen. Das Wasser großzügig salzen, die Pasta dazugeben und al dente kochen. In der Zwischenzeit die Salsicce von ihren Häuten befreien. In einer Pfanne den Knoblauch langsam in Olivenöl andünsten, dann die Scheiben herausfischen. Die Salsicce hinzugeben, mit dem Pfannenwender zerkleinern und mit Peperoncino würzen. Das Fleisch gut durchbraten. Währenddessen den Fenchel kleinhacken und dann zur Salsiccia geben. 1-2 Kellen Pastawasser dazugeben, um eine gleichmäßige Sauce zu erhalten. Die fertige Pasta dazugeben und alles vermischen, bei Bedarf mit mehr Pastawasser nachhelfen. Servieren.


Frittierte Holunderblüten mit gezuckerten Erdbeeren

  • 10 Holunderdolden
  • Teig für Fritti (siehe oben)
  • 250 g Erdbeeren
  • Zucker

Die Dolden verlesen, Blätter entfernen und eventuelle Insekten etc. absammeln (nicht waschen!). Erdbeeren putzen, kleinschneiden und zuckern. Die Dolden am Stiel festhalten, in den Teig tauchen und gut abtropfen lassen. Über das Frittierfett halten und mit einer Schere so abschneiden, dass nur die vom Teig bedeckten dünnen Zweige ins Fett fallen. Nach und nach alles goldbraun frittieren, dann zuckern und noch heiß mit den Erdbeeren servieren.