02.05.2026 – Aufregender Ausflug

Diese Nacht ist wieder sehr kurz, bei einer der verschiedenen Aufwachsituationen gegen halb 4 fällt mir auf, dass das Katerchen extrem lethargisch da liegt, flach wie eine Flunder, und auf mein Streicheln dann auch quasi nicht reagiert. Ich mache mir große Sorgen, vermutlich aus einer Mischung aus ungewohntem Katerverhalten, der Gesamtsituation (das Tier hat schon wieder zwei Tage quasi Nix gegessen) und der Uhrzeit, die ja für drohende Gedankengebilde prädestiniert ist. Ich bleibe dann wach, mache Kreuzworträtsel und beobachte.

Als ich schon ganz verzweifeln will, steht das Katerchen im Morgengrauen einfach auf, streckt sich, hüpft vom Bett, geht Katzengras fressen, etwas trinken, aufs Klo und legt sich dann zum Kuscheln zu mir. Ja was denn nun?

An Einschlafen ist trotzdem nicht mehr zu denken, der Morgen wird heute zu spannend. Ich starte früh in den morgendlichen Reboot und irgendwann gegen 8 stehe ich dann auf, dusche, frühstücke, telefoniere mit dem Liebsten und dann geht’s los.

Ich bereite alles für den Tierarztbesuch vor, stecke als letztes den sich nur begrenzt wehrenden Kater in die Transporttasche, die mit einem Handtuch und Katzenminze ausgestattet ist und trage ihn nach unten vors Haus. Er maunzt von da an regelmäßig ängstlich. Unten rufe ich per App ein Taxi, das in zwei Minuten ankommt, und wir fahren quer durch den Kiez zu der Praxis, die die fahrende Tierärztin mir empfohlen hat, um die Ecke von meiner Physiopraxis.

Ich hatte mich auf lange Wartezeiten eingestellt, aber da wir die ersten sind und die Praxis groß, kommen wir gleich in ein Extra-Wartezimmer und sind dann schon nach 20 Minuten dran. Im Untersuchungsraum darf Nimbin aus der Tasche und ist wie verwandelt. Zwar noch ängstlich und aufgeregt, aber sehr aktiv, Augen weit geöffnet (auch die dritten Lider, die seit Tagen nicht mehr richtig aufgingen). Die Tierärztin und ihre Assistentin streicheln und untersuchen ihn. Dann kommt der Ultraschall.

Das Katerchen wird auf den Rücken in ein Schaumstoffkissen gelegt, die Assistentin hält die Hinterbeine fest und streichelt da, ich halte die Vorderbeine fest und streichle den Kopf. Die Tierärztin rasiert ihm den Bauch, desinfiziert, tut Gel drauf und führt den Ultraschall durch. Wir alle reden beruhigend auf Nimbin ein und die Tierärztin meint, wenn es doof ist, soll er sich gerne ihr Gesicht merken. Nach guten 10 Minuten sind wir fertig. Das Gel wird weggewischt und dann darf Nimbin zurück in die Tasche. Dann besprechen wir den Befund.

Es gibt mehrere Auffälligkeiten und Veränderungen beim Kater, die auf drei mögliche Diagnosen hindeuten, die verschiedene Behandlungswege ermöglichen würden. Es seien vermutlich alle gut behandelbar, aber erst muss man herausfinden, was genau los ist und dafür muss nochmal in eine Spezialpraxis untersucht werden, hoffentlich mit Punktion, evtl. auch mit Biopsie. Ich bekomme am Montag Befund, Ultraschallbilder und Überweisung und soll dann einen Termin dort ausmachen.

In der Zwischenzeit soll der Kater weiter zum Essen (in kleinen Portionen) animiert und vom Kotzen abgehalten werden. Deswegen gibt es weitere Anti-Übelkeitstabletten und neu ein appetitanregendes Gel, das in die Ohren geschmiert wird und dass die fahrende Tierärztin leider nicht dabei hatte. Ich bekomme noch gezeigt, wie man das genau appliziert, darf dann bezahlen (immerhin nur etwas über die Hälfte von der Untersuchung am Mittwoch, aber die war ja auch für beide Katzen) und dann geht es mit dem nächsten Taxi zurück nach Hause.

Nimbin ist ganz froh, wieder zu Hause zu sein. Ich auch, aber meine Sorgen sind nicht unbedingt weniger geworden. Die ganze Situation ist ziemlich überwältigend – der Aufwand, die Kosten, die Verantwortung, die Emotionen… Und der nagende Gedanke, dass das alles anders verlaufen würde, wenn Nimbin und ich noch auf dem Land leben würden – da kommen wir ja beide her, auch wenn ich 30 Jahre älter bin als er. Die Option, dass er sich einfach irgendwann der Situation ergibt und sich irgendwo draußen verzieht und nicht mehr wiederkommt, die haben wir hier nicht, hier muss jeder Schritt gemacht, entschieden und am Ende auch bezahlt werden und das von mir. Zu einer Zeit, in der eh schon alles trubelig und viel ist und ich demnächst auch viele Pläne habe, unterwegs zu sein, verhandelbare und unverhandelbare.

Vielleicht bin ich auch einfach gerade zu krank und zu müde. Immerhin war heute der RSV-Test negativ, so dass ich ohne Maske unterwegs sein konnte. Damit Nimbin endlich wieder was frisst, bekommt er dann die Salbe ins Ohr, was ganz gut funktioniert. Angeblich soll sie nach einer Stunde wirken, aber da passiert erstmal gar nix. Dafür wirkt er aber erstmal ganz entspannt mit seinem rasierten Bauch und ich kann mich erstmal beruhigt zum Mittagsschlaf hinlegen.

Als ich wieder wach werde (nach viel zu kurzer Zeit), mache ich mir ein Sandwich und versuche erfolglos, Nimbin was zum Essen anzubieten. Er sitzt nämlich ganz interessiert an den Fressnäpfen, aber findet dann doch nichts gut – keine Schleckies (die habe ich ihm vielleicht mit der Tablettenaktion vorgestern versaut), kein Thunfisch, keine Leckerlis, keine der zwei Sorten Nass- und Trockenfutter… Hmpf. Er legt sich dann aber an einen seiner Lieblingsplätze und das schafft eine gewisse Normalität.

Ich versuche mich abzulenken und schaue die beiden nächsten Folgen der neuen Scrubs-Staffel und dann sehe ich, dass auf dem gleichen Streaming-Dienst gerade Die Manns verfügbar sind. Das passt ja ganz gut zur Lektüre der letzten Tage und verdient in der aktuellen Situation einen Rewatch.

Zwischendrin ist es nach 24 Stunden wieder Zeit für eine Tablette für den Kater und weil er grad so schön im Blumenkasten liegt, versuche ich es da. Dreimal. Er wehrt sich mit Händen und Füßen und spuckt die Tablette wieder aus. Mist. Zum Glück steht er dann aber wenig später in der Küche und acht Stunden nach der Appetitsalbe knabbert er ein bisschen Trockenfutter und mampft ein bisschen Nassfutter, geht dann aufs Klo und kuschelt sich zu mir ins Bett. Vielleicht braucht er die Tablette dann ja heute gar nicht.

Noch ein bisschen später esse ich eine Ramen-Suppe, dann sind die Manns vorbei, ich mache mich bettfertig, lese noch ein paar Seiten und mache dann gegen halb 11 das Licht aus.

01.05.2026 – Neuer Monat, neues Glück?

Ich schlafe gut, bis Nimbin mir gegen halb 5 eine Pfote ins Gesicht steckt, was mich erstaunlich glücklich macht, denn erst will er kuscheln und dann will er was fressen. Halb verschlafen setze ich mich zu ihm auf den Küchenboden und biete verschiedenes an. Mehrere Sorten Nass- und Trockenfutter, Thunfisch, drei Sorten Schleckies… Nichts schlägt an, aber er bleibt freundlich interessiert. Am Ende knabbert er ein bisschen an ein paar Snacks und legt sich dann wieder hin. Ich mich auch, er kuschelt sich an mich ran und wir schlafen nochmal einige Stunden weiter.

Halb 10 bin ich dann richtig wach und telefoniere mit dem Liebsten, der sich schon wundert, dass ich so lange schlafe. Dann langsamer morgendlicher Reboot und gegen halb 12 Frühstück auf dem Balkon.

Zwischendrin versuche ich nochmal, Nimbin zum Essen zu überreden, er schlabbert ein bisschen Thunfischwasser. Aber immerhin springt er mir für ein paar Momente auf den Schoß und geht immer wieder zum Katzengras und frisst das – lösungsorientierter Kater. Er fühlt sich nicht wohl und weiß, dass Kotzen normalerweise hilft. Allerdings unterdrückt das Medikament gegen Übelkeit halt auch seinen Würgereflex und so kommt er damit nicht weiter. Ich denke darüber nach, ihm heute keine Tablette zu geben, damit er sich vielleicht später Erleichterung verschaffen kann.

Selbst bin ich immer noch ganz schön platt und lege mich nach dem Frühstück wieder ins Bett, die Katzen dazu. Ich beschäftige mich mit allen möglichen Dingen und dann längere Zeit am Stück geistig am Laptop. Dabei kann ich mich erstaunlich gut konzentrieren und bin richtig produktiv.

Darüber vergeht der Tag und plötzlich ist es Abendbrotzeit. Kein Erfolg bei Nimbin, also beschließe ich, ihm doch eine Tablette zu geben, damit ihm wenigstens weniger übel ist. Das geht heute deutlich schlechter als gestern, da ich ihn nicht mit Schleckies bestechen kann. Er ist dann auch sehr empört und unglücklich und speichelt sehr viel, rennt vor mir weg… Ich fühle mich furchtbar.

Kurz danach aber kommt er wieder kuscheln, frisst nochmal Katzengras, trinkt, geht aufs Klo… Und legt sich dann wieder hin, ohne was essen zu wollen. Ich habe ob der Situation auch kaum Appetit und schaufle mir gedankenlos die Reste von gestern rein.

Noosa ist von dem Ganzen reichlich unbeeindruckt, ignoriert den Zustand ihres Bruders, frisst sich am Buffet rund und verlangt ständig nach meiner Aufmerksamkeit.

Ich höre mein Hörbuch über die Manns in Sanary zu Ende (empfehlenswert!) und mache mich dann früh bettfertig. Nimbin kommt mehrfach zu mir kuscheln, wird aber bald von Platzhirschin Noosa verdrängt und bleibt dann eher apathisch am Fußende. Bis Licht aus kein Interesse mehr an Futter.

Mich erreicht kurz vor Lichtaus die E-Mail mit der Tierarztrechnung und ich muss ganz schön dolle schlucken und mache mir dann noch ewig Gedanken, über die Katergesundheit, den Tierarztbesuch morgen und was da noch alles an Kosten auf mich zukommen mag… Rat an alle, die sich frisch junge Katzen anschaffen: Versicherung ist ne gute Idee, jetzt mit den 13jährigen lohnt es sich vermutlich finanziell nicht mehr, damit anzufangen…

30.04.2026 – Auf und Ab

Gegen 2 habe ich das letzte Mal auf die Uhr geguckt, gegen halb 5 ist Katzenwecken angesagt, dann kann ich nicht mehr einschlafen – eine Mischung aus Krankheitssymptomen (Nase, Kopf, Husten), Katerbeobachtung und Kopfkino. Ich bekomme ein wenig Futter in den Kater hinein und bin dann erstmal etwas beruhigter, widme mich dem morgendlichen Reboot. Inzwischen macht die Situation, dass ich selber kaum Appetit habe. Mein Frühstück besteht aus Kaffee, Schokolade und schließlich einem trockenen Rosinenstuten auf dem Weg, denn ich muss trotz allem wegen eines Termins kurz nach 9 in die Stadt.

Immerhin scheint die Sonne und es frühlingt. Trotzdem ist es anstrengend, unterwegs zu sein, in Innenräumen Maske zu tragen und besonders, Treppen zu steigen. Kurz vor 11 bin ich wieder zuhause und packe mich aufs Sofa.

Das Katerchen liegt die meiste Zeit lethargisch auf dem Bett herum, hat dann aber zwischendurch auch Energieschübe und will gestreichelt werden, kuscheln oder auf mir schlafen. Halb 1 wähle ich mich in einen Arbeitscall ein, nur zum Zuhören, aber der ist wichtig. Dann bekommt das Katerchen eine neue Runde Schlecki und geht direkt danach viel trinken – die Dinger scheinen Durst zu machen. Irgendwann ruft die Tierärztin an und gibt erstmal Entwarnung zu ganz akut kritischen Sachen. Vermutlich haben wir es mit einer chronischen Entzündung zu tun, das muss aber mit Ultraschall abgeklärt werden. Wenn sich der Zustand nicht dramatisch verschlechtert, machen wir das am Sonnabend.

Parallel dazu kommt Post an, die dem Tag eine unerwartete Wendung zum Positiven gibt. Mit besserer Laune – auch weil ich es geschafft habe, Nimbin eine Tablette zu verabreichen und das Katerchen gerade gierig Thunfisch verschlingt, die größte Herausforderung ist, Noosa davon abzuhalten auch alles zu inhalieren, was ich ihm anbiete bzw. ihm das wegzunehmen. Also betreutes Fressen, ich setze mich dazu.

Dann merke ich, dass ich auch mal was essen sollte und wage mich – es ist grad wundertechnisch alles drin – an den grünen Spargel aus der Gemüsekiste. Dazu gibt es gebackene Kartoffeln, Kabeljau und einen Avocado-Ei-Senf-Schnittlauch-Dip. Kann man essen, nächstes Mal muss der Spargel dann aber früher aus dem Ofen. Zwischendrin ernte ich den Waldmeister ab und hänge ihn zum Anwelken auf, statt heute an Hexenfeuern zu sitzen oder in den Mai zu tanzen. Darauf bereite ich dann morgen Waldmeistersirup zu, für Maibowle bin ich nicht fit genug gerade, aber dann wird das eben im Laufe des Monats nachgeholt.

Plötzlich dann Stimmungswende: Der Kater hat lautstark Schmerzen, vielleicht zu viel Thunfisch auf einmal? Ich versuche es mit Katzenminze auf einem Handtuch und das beruhigt ihn erstmal relativ schnell, er räkelt sich darin und schreit zumindest nicht mehr.

Den Rest des Tages ist er wieder relativ lethargisch, zieht sich zurück, schläft viel. Ich telefoniere in der Zwischenzeit und bin dann genervt, als mich eine Katze dabei stört, bis ich merke, dass der Kater das ist und er kuscheln will. Wieder Stimmungswechsel. Zwischenzeitlich macht sich auch der Schlafmangel immer deutlicher bemerkbar.

Gegen 9 nochmal eine Runde Kater zum Essen verführen, Katze davon abhalten noch runder zu werden, und dann geht es ins Bett. Diesmal schlafen wir alle drei schnell.