12 von 12 im Juni

Wie immer am 12. posten Bloggerinnen und Blogger, Instagrammerinnen und Instagrammer sowie Twitterer und Twittererinnen (you get the picture) 12 Bilder ihres Tages. Hier sind meine, die anderen gibt’s bei Caro.

Es wird warm und ich krame seit Ewigkeiten endlich mal wieder meinen gelben Rock raus. Mit grünem Immergut-Shirt und rot-schwarzer Handtasche sehe ich aus wie eine Rastafari.

Schnell noch ein paar Erdbeeren vom Balkon snacken, dann geht es aus dem Haus.

Beim Betreten des Büros muss ich mich sehr zusammenreißen, um an den Schreibtisch zu gehen und nicht einfach unten in der Lounge sitzen zu bleiben.

Ausnahmsweise ist in der Küche noch ein Glas übrig, das ich mir sofort schnappe.

Mein Frühstück heute: Erdbeeren von Karls, Milch und Milchschokolade mit Fleur de Sel.

Zum Mittag mache ich im Park ein Picknick mit Dingen vom Markt: Gefüllte Weinblätter, Tabouleh, Ayran und Weinbergpfirsiche.

Feierabend und Urlaubsbeginn.

Auf dem Alex ist Markt und ich wähne mich schon halb in Palermo – noch zweimal schlafen!

Ein nostalgischer Aufkleber auf einem Auto: aus Radio 4 U und Rockradio B wurde vor 22 Jahren Radio Fritz.

Ein neuer Aushang im Treppenhaus!

Der Hase hat uns Nachtisch besorgt.

Für den Sommerabend und Urlaubseinstieg auf dem Balkon gibt es Erdbeer-Zitronenwasser mit Basilikum und Schweizer Minze.
Bonustrack:

Unser Abendbrot: Grillgemüse, selbstgebackenes Brot und Butter. As simple as that…

Sopot und Gdánsk

Unser Ausflug nach Polen ist schon wieder anderthalb Wochen her und die nächsten großen Ereignisse rasen mit Riesenschritten auf mich zu, deswegen möchte ich unsere Reise schnell noch verbloggen, denn sie ist es wert, nicht vergessen zu werden. 
Der Hase und ich fuhren mit meinen Eltern für ein verlängertes Wochenende nach Sopot, einem Badeort an der polnischen Ostsee in der Nähe von Gdánsk. Den Trip hatten wir uns sozusagen gegenseitig zu Weihnachten geschenkt, denn Zeug haben wir alle einigermaßen genug, gemeinsame Zeit eher nicht so viel. 


Immer wieder stießen wir auf unsere Reise auf Geschichte, sowohl auf die Weltgeschichte, als auch auf die unserer Familie. Mein Vater hatte während seines Studiums dreimal Auslandsaufenthalte in Gdánsk, zweimal als Praktikum, einmal als Vorbereitung auf seine Diplomarbeit. Ein Ziel der Reise war es also, die alten Orte wieder aufzusuchen. Mit dem Polytechnikum haben wir es geschafft, das ehemalige Wohnheim ist inzwischen anderen Dingen gewichen. Die Freunde, die er seit damals hat, wohnen inzwischen in Kanada, was mit ein Grund für die Kanada-Affinität dieser Familie ist.

Die Weltgeschichte sahen wir an den Denkmälern für die Solidarność-Bewegung an der Gdánsker Werft (ohne die wären wir wohl auch nie in Kanada gelandet) und bei unserer Besichtigung des angeblich schönsten Leuchtturms an der polnischen Ostsee. Als wir dessen Treppen hinaufstiegen, entdeckten wir ein Fenster mit einer Tafel, die erklärte, dass aus genau diesem Fenster die ersten Schüsse des 2. Weltkriegs gefallen waren. Gruselig!

Ansonsten gab es viel Ostsee und Strand, Bummeleien durch Sopot und Gdánsk, wahnsinnig viele Stufen hoch auf die Marienkirche und auf einen Aussichtsturm und den einen oder anderen Ort aus der Kindheit von Günter Grass – auch der hat etwas mit unserer Familie zu tun, wenn auch entfernt: Der beste Freund meines Opas war eine Zeit lang sein „Schwiegervater“. Aber das ist kein Grund zur Heldenverehrung, Grass wirklich gelesen habe ich noch nie und seit seinen letzttintigen Auslassungen habe ich noch weniger Lust dazu.

Auf dem Heimweg fuhren wir dann noch in der Stadt vorbei, aus dem meine Ururoma als Kind mit ihrer Familie weg und nach Leipzig zog, wo Jahre später mein Opa geboren wurde. Ihr Bruder war eine spannende Figur: Mit Lenin, Liebknecht und Bebel befreundet und politisch arbeitend und nach dem 2. Weltkrieg dann Parlamentsabgeordneter und als Alterspräsident einen Tag lang faktisch polnisches Staatsoberhaupt.
Und jetzt: Das Wichtigste!

Von der hohen Politik zum Essen, denn das spielt ja bei mir immer eine Hauptrolle. Der Hase und ich lernten schnell die wichtigsten Vokabeln (lody, gofry und ryby, also Eis, Waffeln und Fisch, piwo war natürlich bereits bekannt).  Hier sind einige der Leckereien, die es an den Tagen gab:
Spaghetti alle vongole im Laut Foursquare besten Restaurant von Sopot. Interessanterweise ein Italiener, aber ich hoffe, dass zumindest die Muscheln aus der Ostsee kamen. Eigentlich wollten wir ja in ein tolles Fischrestaurant, aber dort war kein Hineinkommen…
Salat mit Blauschimmelkäse, Birnen und Walnüssen und dazu ein Honigbier im Yellow Jazz Club (den hatte Papa sich ausgesucht, als alter Jazz-Fan).

Kartoffel-Lachs-Suppe, ebenfalls im Jazz-Club
Eine kleine Piwo-Auswahl

Das kulinarische Highlight des Trips war für mich der Besuch bei Wedel. Auf dem Foto seht Ihr Schokoladenbandnudeln mit Erdbeermousse, Erdbeersorbet und frischen Erdbeeren. Die Nudeln waren echte Nudeln mit Kakao im Teig. Links daneben übrigens die weiße heiße Schokolade vom Hasen.

Meine heiße Schokolade, natürlich die bittere. Sooooo unglaublich gut, wie flüssiger Pudding in der Konsistenz.

Mit Buchweizen und Käse gefüllte Piroggen mit Dill im Restaurant des Jugendstil-Hotels Villa Sedan, in dem wir unverständlicherweise ganz alleine saßen. Unbedingte Empfehlung (das Restaurant, das Hotel haben wir nicht getestet).

Disclaimer: Es gab von keinem der erwähnten Lokale Kohle für diesen Post 😉

Tagebuch-5 im Juni

Es ist wirklich schon Juni, verdammte Axt. Wieder einmal rast die Zeit nur so vor sich hin, aber zum Glück ist der Juni ja der beste Monat des Jahres, da macht das gar nichts. Einfach jeden Tag von morgens bis abends erleben und auskosten. So wie heute, am 5., wenn Frau Brüllen fragt: WMDEDGT?

Der heutige Morgen ist anders als andere, denn vor der Arbeit muss ich noch Sachen packen, weil ich direkt aus dem Büro nach Hamburg zur nebenan aufbreche. Auf packen reimt sich backen, dachte sich der Hase, stand sogar noch vor mir auf und buk einen Stapel Waffeln. Die hatten wir schon seit dem letzten Wochenende nicht mehr aus dem Kopf gekriegt und heute hat es endlich geklappt. Dazu gibt es Ahornsirup, Balkonerdbeeren und/oder heiße Himbeeren. 
Es sollen heute sowohl in Berlin als auch in Hamburg 29 Grad werden, daher trage ich Rock und nackte Füße in Ballerinas. Auf dem Weg zur Arbeit kaufe ich am Alex weitere Erdbeeren. Der Beelitzer-Spargel-Stand ist nämlich gestern endlich der Erdbeerhütte von Karl’s gewichen. Und die Strategie ist es ja, so viele Erdbeeren in sich hineinzustopfen, dass man am Ende der Saison keine Lust mehr drauf hat. Die Plausibilität von Erdbeerüberdruss hat mein Bruder gestern Abend allerdings angezweifelt und ich fürchte, dass er Recht behalten wird.
Im Büro angekommen ist das ganze Team erst einmal genervt von der Langsamkeit unserer Rechner, was zu einem Anruf bei Helpdesk führt. Der herbeieilende IT-Kollege wird dann für einen sehr langen Zeitraum in Geiselhaft genommen und kümmert sich liebevoll nacheinander und teilweise parallel um all  unsere Wehwehchen. All hail to the SysAdmins of the world!
Danach plätschert der Arbeistag relativ unspektakulär vor sich hin. Gegen Mittag findet ein kurzes Abteilungsmeeting statt, bei dem ein paar wildwüchsige Layoutvarianten wieder auf Linie getrimmt werden. Kurz danach gehe ich raus auf den Markt, kaufe mir einen Burger und Pommes und setze mich im Park in den Schatten. Während ich schlemme, beobachte ich eine Gruppe von Menschen beim gemeinsamen Sporteln und grunze wohlig.
Auf dem Weg zurück ins Büro kaufe ich mir noch eine große Flasche Blutorangen-Orangina, die mir gemeinsam mit dem Rest Erdbeeren den Nachmittag versüßt. Dann werden noch zwei Termine nächste Woche verschoben, was mich deutlich entstresst. Ich kann also ganz entspannt ins Wochenende starten.
Unterwegs zum ZOB überlege ich mir, was es zum Abendbrot geben soll und träume von etwas außergewöhnlichen, einem Bánh Mì etwa. Und wäre es nicht toll, wenn ich irgendwo noch den letzten Berliner Bubble Tea auftreiben könnte? (Nicht wirklich den letzten, denn es gibt ja  in der Rosenthaler das tolle Come Buy, aber Ihr wisst, was ich meine.) 
Am Gleisdreieck steige ich um und bekomme nostalgische re:publica-Gefühle. Zum Glück bin ich ja gerade auf dem Weg zu einer Internetkonferenz, bei der ich die oder den eine_n oder andere_n re:publicaner_in treffen werde, so werde ich nicht allzu melancholisch, sondern eher vorfreudig. Ich beschließe, am Wittenbergplatz einen Zwischenstopp einzulegen und Abendbrot zu jagen. Dort ist das dolores, dann gibt’s da bestimmt noch anderes gutes Essen. (Ich kenn mich ja im Westen nicht so aus ;)) 
Ich steige die Treppe nach oben und sehe noch im Bahnhofsgebäude einen Asia-Imbiss, der Bubble Tea (!!) und Bánh Mì (!!) verkauft. Ein quasi religiöses Ereignis, dass mich kurzfristig an der Nichtexistenz einer göttlichen Instanz zweifeln lässt. Ich werde jedoch schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als nach mir zwei Schwaben im breitesten Dialekt ihr Essen bestellen. Die vermutlich vietnamesischen Damen hatten schon mit mir Verständigungsprobleme, wieso können diese Leute sich dann nicht wenigstens bemühen, Hochdeutsch zu sprechen, statt einfach immer lauter zu fragen, ob ihre Sch***-Flasche Pfand drauf hat?! (Außerdem starrt mir der eine mehrfach auf die Brüste statt in die Augen.)
Eine echte Berlinerin versöhnt mich dann mit der Welt, als sie zu ihren Frühlingsrollen einen Glühwein bestellt – wir erinnern uns, es sind 29 Grad, ich Trage Rock, ärmelloses Top und Ballerinas. 
Dann ist mein Bánh Mì fertig (mit mariniertem Tofu) und der Bubble Tea versiegelt (Grüner Tee mit Maracuja-Sirup und Litschi-Bobas) und ich fahre weiter zum ZOB. Ich habe noch ein paar Minuten, die ich mit FlixBus-WLAN, Bánh Mì und Bubble Tea in der Sonne sitzend verbringe. Dann kommt auch schon der Bus. Es ist ein Ersatzbus, deswegen hat er kein WLAN, nur zwei Steckdosen und der Fahrer kein Smartphone zum QR-Code checken. Er lässt also alle rein, die auf Gadget oder Papier die richtige Abfahrtszeit und einen Code vorzeigen können, ohne zu überprüfen, ob das Ticket gültig oder doppelt und gefälscht ist.
Im Bus habe ich zwei Plätze für mich alleine, lehne ich mich zurück und beobachte die Menschen in den Autos auf der Nebenspur. Dann krame ich den Roman einer Kollegin heraus, den ich mir heute von einer anderen Kollegin geliehen habe (im Austausch für den Roman einer Ex-Kollegin – ich arbeite in einem sehr publikationsstarken Umfeld, scheint mir) und beginne zu lesen.
Als im Bus-Radio zwischen Santana und Metallica die aktuelle Single von Paddy (Entschuldigung, Michael Patrick) Kelly läuft und niemand den Kopf schüttelt oder abfällige Bemerkungen macht, stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn er diesmal nicht nur kommerziell erfolgreich wäre, sondern auch von neutralen Hörern gut gefunden würde und ob dann all die versprengten Fans von früher, die meist inkognito leben, aber bei den Konzerten der verschiedenen Kellys beharrlich jedes Venue füllen, wieder den Kopf aus der Erde stecken und uns allen nachträglich Absolution erteilt wird. Einige Kritiken zum Album lassen solche Fantasien durchaus plausibel erscheinen. (Überhaupt waren die Kellys in den 90ern ja ziemlich Punk – und Indie sowieso. Mit dem Folk-Revival der letzten Jahre und der aktuellen Langhaarmode lägen sie ja heute total im akzeptierten Mainstream-Trend. Und dass sie musikalisch was drauf haben – außer vielleicht beim Komponieren – kann ja auch keiner bestreiten, der die mal live gesehen hat. Aber ich schweife ab…)
Als der Bus ankommt, habe ich genau 100 Seiten gelesen, gar kein schlechter Schnitt, Frau Kollegin! Ich mache mich durchs nächtliche Hamburg auf den Weg zu meiner Freundin @fluegge_blog, bei der ich das Wochenende über wohnen werde. Es ist das erste Mal, dass ich mich komplett alleine durch diese Stadt bewege, bisher waren immer Ortskundige oder wenigstens ein Navi dabei. Aber ich bin ja großstadterprobt und finde schnell die richtige Bahnverbindung und ein Ticket. Aber die S-Bahn in Hamburg is ja schon ein ganz anderer Schnack als in Berlin, was?

Auf dem Weg vom Bahnhof Altona zu @fluegge_blog amüsiere ich mich über einen Dönerladen Koz Urfa und dann bin ich auch schon da. Ich bekomme ein WLAN-Passwort und ein Glas Sekt, schreibe diesen Blog-Eintrag und dann ist der Tag auch schon vorbei.

Kartoffelsalat von Oma

Gestern vor drei Jahren ist meine Oma gestorben. Es ist sehr krass, wie diese drei Jahre gleichzeitig so lang und so kurz gewesen sind. Zum Einen ist seitdem wahnsinnig viel passiert, u.a. habe ich den Hasen gefunden, bin mit ihm zusammengezogen und wir haben Noosa und Nimbin adoptiert. Wir waren zusammen in Australien, Italien (2x), Kanada, Irland, Jamaika und Polen. Alleine diese Aufzählung zeigt: Es ist viel Zeit vergangen.

Gleichzeitig ist dieser Tag vom Gefühl her noch nicht weit entfernt und ich kann mich noch sehr gut an die Wochen davor und danach erinnern und auch jetzt muss ich mich manchmal noch daran erinnern, dass ich Oma bestimmte Sachen nicht mehr erzählen werde und wir über aktuelle politische Entwicklungen nicht mehr diskutieren werden. Wobei mich ihre Meinung zu den Feminismus-Debatten der letzten Jahre ja brennend interessieren würde…

Als ich nun also heute überlegte, was es zum Abendessen geben sollte und mir ansah, was noch da war, fiel die Wahl schnell auf das Gericht, dass ich am meisten mit Oma verbinde: Kartoffelsalat. Und zwar weder mit Mayonnaise noch mit Brühe, sondern einfach mit frischer Gurke, Dill, Salz und Pfeffer, Essig und Öl. So habe ich ihn bei einem Besuch in Warnemünde vor nun weit über 20 Jahren das erste Mal gegessen, Portion um Portion, und so gehört er, meistens. Andere Familienmitglieder mischen gerne noch Zwiebeln dazu, aber erstens hab ichs nicht so mit Zwiebeln (genau wie Oma) und zweitens braucht es die gar nicht.

Die einzige Änderung von mir heute: Die Gurke wurde nicht geschält und gehobelt, sondern einfach in Scheiben geschnitten.. Und Zeit zum Ziehen hatte der Salat auch nicht, aber er schmeckt auch so, jedes einzelne Mal. Danke, Oma!

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Die erste Tüte

Gestern haben wir nach viel zu langer Zeit mal wieder eines unseres Lieblingsbabies gesehen, wobei, mit fast 1,5 Jahren ist es jetzt wohl ein Kleinkind. Und prompt haben wir einer Premiere beigewohnt: Zum ersten Mal bekam es gestern eine Kugel Eis für sich ganz allein – „die erste Tüte“. Vanille nämlich, obwohl das Mango-Eis von Mama natürlich deutlich besser schmeckte.

Es war toll zu sehen, wie Kinder in dem Alter die Welt begreifen. Dass man Eis isst, war irgendwie klar, nur wie genau nochmal? Zunächst wurde es etwas schief in der Hand gehalten, dann entsann man sich der kleinen Schaufel, die in der anderen Hand war und löffelte Eis darauf. Das Schaufeleis wurde dann genüsslich geschleckt. Schaufeln sind eben auch Löffel, von Prinzip her!
Schritt zwei war dann, die Malqualitäten von so einer Eistüte auszuprobieren. Erst auf der eigenen Hose, dann auf der von Mama, dann auf meiner. Funktioniert ganz gut, schmilzt aber leider viel zu schnell weg.
Am Ende dann die Spitze der Tüte abknabbern, die passt immerhin in den Mund! Das Eis wurde noch rechtzeitig in willige Erwachsenenmünder gestopft, dann wurde die Tüte endgültig als Spielzeug freigegeben und prompt wie ein richtig fetter Joint zwischen Daumen, Zeige- und Ringfinger gehalten. Die erste Tüte eben.
Ein wundervoller Nachmittag, auch wenn sich das Kind später unter meiner Aufsicht noch in einer Spielplatzpfütze auf den Hosenboden setzte. War nicht schlimm, ein bisschen Modder gehört dazu und Eisflecken gehen schon beim ersten Waschen raus. Finden die Eltern zum Glück auch.

Auf Schulung in Bremen

Ich bin diese Woche beruflich in Bremen, was aus zweierlei Gründen ein merkwürdiges Timing ist – zum Einen streikt nicht nur die GDL, weswegen auch meine Rückfahrt etwas komplizierter wird, sondern auch DHL, weswegen unsere Arbeitsmaterialien erst heute an Tag 3 ankamen – zum zweiten lebt mein Bruder ja hier, ist aber ausgerechnet in dieser Woche beruflich unterwegs – in Potsdam!


Aber immerhin ist mir die Stadt ja nun keine Unbekannte und ich freue mich, Sie auch mal ein wenig auf eigene Faust zu erkunden. Eine weitere Besonderheit dieser Woche ist, dass ich zum ersten Mal ganz allein auf einer Dienstreise bin, zum ersten Mal ein Hotelzimmer ganz für mich allein habe (letztes Mal nächtigte ich bei einer Freundin) und auch zum ersten Mal gleich vier Nächte am Stück überhaupt in einem Hotel bin. Sonst bleibe ich auf Reisen nie länger als 1-2 Nächte am selben Ort und wenn, dann eben irgendwo privat bei Freunden. 

Alles neu und alles anders diesmal. Aber einige Bremen Must-haves habe
Ich trotzdem schon absolviert: Durch die Altstadt spaziert (diesmal mit Stadtführer), am Osterdeich entlanggelaufen, durchs Viertel geschlendert und im Eislabor ein Eis (unter 3 Kugeln geht da nichts!) gegessen.

Drumherum merke ich, wie wichtig mir nach einem Seminartag mit fremden Menschen ein wenig Zeit ganz allein mit mir ist. Gestern war ich nach der Stadtführung eben noch ganz allein unterwegs, heute seilte ich mich nach dem Seminar ab und ging erst zum Kieser Training (auch das zum ersten Mal in einer anderen Stadt) und lief dann flotte sechs Kilometer durch Hastedt, Viertel und Contrescarpe zurück ins Hotel. Immer ist Wasser oder Park mit am Start – wahrscheinlich zieht es mich morgen in den Bürgerpark und/oder nochmal zum Eislabor. 

An jedem Abend bin ich spätestens um 10 auf dem Zimmer und freue mich über die Gelegenheit, einfach gemütlich im Bett zu liegen und Bücher und das Internet leer zu lesen. Und morgens… bleibe ich bis kurz vor knapp liegen, husche in letzter Minute runter zum Frühstück und esse möglichst allein – erstmal auftauen, bevor es wieder ins Seminar geht. Mir fehlt scheinbar wirklich der lange Anfahrtsweg ins Büro 😉
Beim Herumlaufen läuft mir mehrfach ein Schauer über den Rücken, wenn mir wieder einfällt, dass wir auf der Rückfahrt vom letzten Bremen-Ausflug den Autounfall hatten – wirklich verarbeitet ist das wohl noch lange nicht. Aber ein kleines Stück des Weges habe ich wohl mit meinem erneuten Aufenthalt hier zurückgelegt. (Insofern waren die drei Kugeln Eis heute wohl auch therapeutisch, die hatten wir damals vor unserer Abfahrt nämlich auch…)

Rhabarber Pie

Der Hase brachte gestern frischen Rhabarber aus der Heimat mit und da ich morgen für eine Woche auf Dienstreise fahre, wollte er direkt heute verarbeitet werden. Ganz habe ich es nicht geschafft – der Hase isst nämlich selbst keinen Rhabarber, so dass die Aufgabe allein mir zu fällt und ich einen Teil der Stangen eingefroren habe. Aus dem Rest und dem, was noch so da war, habe ich Pies gemacht. Eigentlich sollten beide gedeckt sein, aber dafür reichten die Teigzutaten nicht aus, also bekam die eine nur ein Gitter.

Rhabarber Pie

-Mürbeteig herstellen (in meinem Fall aus einer Mischung aus Dinkelvollkorn- und Maismehl, was anderes war nicht da)
-Während der Teig im Kühlschrank ruht, Rhabarber ggf. schälen und in kurze Stücke schneiden, zuckern und mit Vanille verfeinern.
-Den Teig dünn ausrollen, eine gebutterte Backform damit auslegen und dann mit einer Gabel einstechen.
-Rhabarber darauf verteilen.
-Mit einer zweiten Teigschicht bedecken, den Rand mit einer Gabel verzieren und wieder Löcher einstechen.
-Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad etwa 30 Minuten backen.
-Etwas abkühlen lassen und noch warm servieren.

#12v12 im Mai

Wie gut ich wirklich in Mathe bin, merke ich ja jeden Monat wieder, wenn ich mich wundere, dass 12 von 12 so kurz nach dem Tagebuch-5 ist. Hab dann auch fleißig Fotos von meinem Tag gemacht, die anderen findet Ihr bei Caro.
Der Duschvorhang ist derzeit eines der Lieblingsspielzeuge von Nimbin und wird bis aufs Blut – bzw. bis auf das Durchstechen des Öko-Kunststoffs mit den Krallen – bekämpft.
Heute soll es warm werden, ich ziehe mich also luftig an.
Fürs Frühstück werden die letzten Erdbeeren in Joghurt geschnippelt, das heißt, ich muss spätestens morgen neue kaufen – kein Tag ohne Erdbeeren, solange Saison ist!
Am Alex weckt dieses Plakat starke Brombeer-Cider-Gelüste in mir. Als ich es Instagramme, sehe ich, dass Alu von Grosse KöPfe auch gerade ein Bild vom U2-Bahnsteig gepostet hat. Ich blicke auf  und, richtig, da ist sie. Dank 12 von 12 haben wir ja auch beide heute Morgen schon gesehen, was die andere trägt, so dass ein Erkennen auch dann möglich gewesen wäre, hätten wir uns nicht letzte Woche auf der re:publica zum ersten Mal die Hand geschüttelt. So wird die Fahrt mit der U-Bahn zu einem impromptu Bloggerinnentreffen. 

Im Büro angekommen wähle ich für den Weg in den 5. Stock mal wieder faul den Fahrstuhl. (Andere machen das mit dem 1. und 2. Stock, das würde mir nur einfallen, wenn ich (temporär) gehbehindert wäre oder wirklich viel Gepäck dabei hätte.)

Weil ich heute sehr müde bin, gibt es zusätzlich zum Tee noch eine Tasse Kaffee.
Beim Betreten des Meetingraumes noch Getränke der Vorgänger vorfinden ist eine schöne Abwechslung.

Nach der Sitzung geht es mit Nudelsalat, Aloe Vera-Drink und Buch raus in den sonnigen Park – Mittagspause.

Beim Lesen Salat essen macht lustige Ölflecken auf der Hose.

Einen Teil des Nachmittags verbringe ich mit dem Durcharbeiten dieses riesigen Stapels an Unterlagen, die ich mir gestern ausgedruckt habe. Da ich normalerweise keinen Arbeitslaptop habe und benötige, die Unterlagen aber mobil nutzen will, passiert das ganz klassisch mit Stift und Papier und nicht ohne schlechtem Gewissen ob der für mich gestorbenen Bäume.
Nach Feierabend findet heute ein informeller Umtrunk in der Büroküche statt.

Dabei bekomme ich auch feierlich meine 5-Jahre-Groupon-Jacke und ein Fläschchen Prosecco überreicht.
Bonustracks:

Die Jacke und ich, seitenrichtig vor passendem Hintergrund.

Nimbin bräsig auf der schleudernden Waschmaschine.

Meine Foodie-Woche: re:publica, Erdbeeren und Green Kitchen Stories (vorsicht, lang!)

Hach, was war das für eine großartige Zeit auf der re:publica. Wie im letzten Jahr ging das alles viel, viel, viel zu schnell vorbei und ich bin froh, dass ich mir diesmal den Freitag frei genommen habe und so noch ein paar Tage Zeit hatte, das Erlebte nachwirken zu lassen, bevor wieder der reguläre Büro-Alltag losging…
Normalerweise bin ich ja sehr faul, was das Mitschreiben in Vorträgen, Seminaren und Workshops angeht, aber dieses Mal habe ich an den drei Tagen so viel notiert, wie wahrscheinlich an keinen drei aufeinanderfolgenden Uni-Tagen meines Lebens. Die ganzen Anregungen, Links und Denkanstöße muss ich auf jeden Fall nochmal in Ruhe durchgehen, ebenso wie ich noch eine Menge Talks nachgucken muss, die ich verpasst habe. Dabei habe ich mir – wie letztes Jahr – ein sehr straffes Programm jeweils von 10 bis 20.45 Uhr auferlegt und habe insgesamt nur zweimal kurzfristig eine Session ausfallen lassen, um mich mit Leuten zu treffen, bzw. etwas zu essen.
Meinen kompletten Session-Plan mit Links findet Ihr am Ende dieses Beitrags – ausführlich soll es ja hier um meine Foodie-Erlebnisse gehen, speziell Tag 2 war ja sehr ergiebig für Menschen wie mich. Es standen nämlich ganze 3 (in Worten: drei) essensthematische Sessions auf dem Plan. Los ging es mit Blick über den Tellerrand – Food Blogging 2.0, (Audio) einer Diskussionsrunde mit Malin Elmlid, Hendrik Haase, Carmen Hillebrand und Eva Schulz. Kernthese war, dass es bei dieser „neuen“ Art von Foodblogs um mehr als reines Rezepte-Posten, Restaurant-Kritisieren und Mund-wässrig-Machen geht, sondern zusätzlich eine gehörige Portion Aktivismus vorhanden ist: Für gutes Essen, regional, nachhaltig und sozialverträglich. Malin Elmlid kommt aus Schweden und war sehr überrascht, dass es in Deutschland, dem Land des Brotes, schwer ist, gutes Sauerteig-Brot zu finden. Sie lernte also selbst backen und begann, ihre Brote gegen Geld, Sachen oder Erfahrungen zu tauschen. Zu Beginn bekam sie für ein Brot vielleicht 2 €, inzwischen kann es auch schonmal ein Wochenende in einem Luxus-Hotel sein. Ihr Blog The Bread Exchange erzählt die Tauschgeschichten, die den eigentlichen Wert guten Brotes sichtbar machen. (Passend zum Thema könnt Ihr übrigens derzeit in der MDR-Mediathek noch meinen guten Freund Stefan Richter bei Unter Uns über seine Kampagne #lidllohntnicht reden hören und sehen – irgendwo in der zweiten Hälfte der Sendung.)
Hendrik Haase ist dem Internet als Wurstsack bekannt – er beschäftigt sich vordergründig mit gutem Fleisch, guter Wurst und dem Fleischerhandwerk. Drumherum ist er aber auch mal als Ein-Mann-Lobby beim Ministerium für Verbraucherschutz unterwegs und engagiert sich ganz allgemein für gute, regionale Produkte sowie traditionelle Lebensmittel und Zubereitungen. Ihm ist es zu verdanken, dass ich jetzt möglichst schnell mal bei Nobelhart und Schmutzig essen gehen will, deren Küche „brutal lokal“ ist und nur Produkte verwendet, die in und um Berlin hergestellt werden. Was ich sonst noch aus dem Panel mitgenommen habe:
  • In Schweden geben die Menschen inzwischen mehr Geld für Essen, als für Mode aus. (Yay! Willkommen in meiner Welt ;))
  • Foodblogger konkurrieren tendenziell nicht miteinander, sondern unterstützen einander im Kampf um die gute Sache – als Beispiel der „Dishstorm“ gegen Bertolli (Würde mich interessieren, ob da alle zustimmen?)
  • Es gibt einen gravierenden Wissens- und damit Identitätsverlust, was unser Essen angeht.
  • Rohmilchbutter mit Wasser aufgeschlagen ist unheimlich cremig – das muss ich demnächst probieren.
  • Industrie und Politik nehmen die Foodblogs durchaus wahr. Praktikanten und Pressemitarbeiter haben zum Beispiel die Aufgabe, die relevanten Blogs zu studieren – Foodblogging kann also durchaus ganz konkret Verbesserungen bewirken.
  • Blogs sollten als Innovationsmotor für die Foodbranche genutzt werden – ein Silicon Valley für Food sozusagen.
  • Die Spargel-Saison zeigt, dass Produkte nicht immer verfügbar sein müssen, um profitabel zu sein. Ich hasse Spargel, aber als Argument taugt er.
Zum Schluss gab es Wurstsack-Wurst und Bread Exchange-Brot – das Craft Beer, das Enthusiastin Carmen Hillebrand mitgebracht hatte, habe ich mir geschenkt – es gab dann später aber noch welches für mich 😉

Die nächste Food-Session war ein Workshop mit zwei Leuten von chefkoch.de – Chefkoch.de ist Pornokuchen und Partizipation (Video) – der brechend voll war. Ob das am Thema oder dem versprochenen und auch ausgeschenkten Gin lag, vermag ich nicht zu entscheiden. Interessant was, dass die Mehrzahl der Teilnehmer die Seite nutzt, aber nur ein Bruchteil in der Community registriert ist. Ich gehöre zu diesem Bruchteil, auch wenn ich meistens nur drin herum lese und Rezepte sammle und mich in all den Jahren bisher nur selten selbst zu Wort gemeldet habe. Das liegt unter anderem an den strengen Regeln, die sich die User dort auferlegen und auch durchsetzen, z.B. dem Besten auf einer formalen Begrüßung und Verabschiedung bei jedem Post oder dem Verbot von Links zu externen Seiten im ersten Post eines Threads – auch auf Produkte und andere Kochseiten darf nicht verlinkt werden. Das hat mit Web2.0 oder Social Networks nichts zu tun, was daran liegt, dass es die Seite nun schon seit 18 Jahren gibt und durchschnittliche User und Userinnen um die 60 Jahre alt sind. Man hat es sich gemütlich gemacht, stellt sich morgens ein Käffchen in den Thread und verschläft die Entwicklung draußen.
Genau das wollen die Betreiber der Seite jetzt ändern und sie baten auf der re:publica um unseren Input – scheinbar Teil einer großangelegten Change-Strategie, zumindest fielen die Begriffe SCRUM und Agile mehrfach. Grob gesagt ist das Ziel, die Community, die Rezeptdatenbank und den Magazinbereich besser miteinander zu vernetzen und auch offline einen gewissen Impact zu haben. Auch wenn die Präsentation des ganzen etwas merkwürdig war, evtl. dem gegen das Lampenfieber getrunkenen Gin geschuldet, bin ich gespannt, was aus den Ansätzen und Previews in Zukunft wird.
Direkt im Anschluss fand das Panel My Edible Jetpack statt, bei dem Karyn Riegel das Aufkommen und die Verbreitung von Food Trends durch die sozialen Netzwerke analysierte. Aus den gewonnenen Erkenntnissen wurden mit Hilfe von IBM Chef Watson, einer App, die einem aus bestimmten Zutaten Rezepte zusammenstellt, Gerichte kombiniert, die wir dann gemeinsam verkosteten. Lernen und essen – so lobe ich mir das.
Grünkohl-Chips und Pale Ale gab es gekauft dazu.
Veganer Bürger mit Laugenbrötchen, Feldsalat, mariniertem Tofu und einem Relish aus eingelegten Zitronen, Tomate und Fenchel.

Veganer Bürger mit Laugenbrötchen, Feldsalat, mariniertem Tofu und Cole Slaw aus Chinakohl. Die dritte Variante war übrigens mit in Mezcal geschmorten süß-sauren Zwiebeln. Da Zwiebeln und ich uns nicht so gut vertragen, hab ich davon nur eine Fingerkuppe voll gekostet und kann sagen: Interessant. Das Relish und der Cole Slaw waren hingegen superlecker. In der Auswertung über Twitter und Instagram hat am Ende laut Karyn das Relish gewonnen – auch mein persönlicher Favorit. Ich bin also erstens Mainstream, zweitens würde mich nicht wundern, wenn das Relish demnächst bei einem der zahlreichen Street Food Markets dieser Stadt auftaucht.

Noch während mein Foodie-Herz über diese tollen Sessions lachte, erreichte mich über Instagram die Einladung, am Samstag einer Präsentation von David von Green Kitchen Stories, moderiert von Luise von The Wednesday Chef, über die Green Kitchen Stories-App und ihre Integration mit der Apple Watch im Apple Store zu besuchen. Natürlich bin ich hingegangen – weniger wegen App und Uhr, als um der Gelegenheit willen, David live zu sehen und Luisa mal persönlich kennen zu lernen, bevor ich in 5 Wochen ihren Workshop in Sizilien besuche. 

Beim Betreten des Raums, der als eine lange Tafel arrangiert war, fiel mir als erstes das Mise en Place auf:

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Tatsächlich hat David während der Präsentation ein Dessert zubereitet – leider nur zwei Portionen davon und wer sie am Ende gegessen hat, weiß ich gar nicht. Entstanden ist ein Chia-Himbeer-Dessert mit Cashew-Butter, Hanfsamen, Kokosraspel, Vanille, Nussmilch, Kiwi und Minze. Neben der Inspiration und dem netten Gespräch mit Luisa nahm ich noch einige Tipps für Essensfotos mit dem iPhone mit nach Hause.

Apropos nach Hause: Zuhause gab es foodie-technisch auch ein paar Highlights in der letzten Woche! Der Hase hat aus dem mitgebrachten Bärlauch eine sehr intensive Bärlauchbutter gemacht, die seitdem auf Brot und Brezel, in der Béchamel-Sauce und im Blumenkohl-Auflauf gelandet ist. Soooooo gut! Außerdem zu empfehlen: Der Stachelbeer-Trunk rechts im Bild.

Inspiriert von Davids Chia-Dessert habe ich dann noch versucht, Rhabarber-Kompott mit Chia-Samen anzudicken. Das sah vor allem gut aus – evtl. sollte ich die Samen nicht direkt ins heiße Kompott einrühren. War trotzdem schön rhabarberig.

Die Erdbeer-Saison (so viel wichtiger als Eure blöde Spargel-Saison!) ist endlich, endlich, endlich eröffnet und so wird es jetzt bis mindestens zu meinem Geburtstag in 6 Wochen hoffentlich keinen einzigen erdbeerlosen Tag für mich geben!

Am Sonntag beschlossen wir die Foodie-Woche mit unserem Premierenbesuch bei Bun Bao.

Bun Bao Burger mit scharfem Hähnchen und eingelegtem Rettich bzw. für mich vegan mit einem Mungobohnen-Patty, Mango und Spinat. Dazu Pommes, Süßkartoffel-Pommes, Avocado-Salsa, Minztee und Chia-Limetten-Zitronengras-Shake

Und weil Instagram mich quasi gezwungen hat, gab es dann noch ein Hokey Pokey-Eis für den Hasen und für Rhabarber-Crème Fraîche und Blaubeere-Baiser. Hachz.

Tagebuch-5 im Mai – re:publica 15 Edition

5. Mai, wisster Bescheid, ne? Frau Brüllen fragt: WMDEDGT? Und ich sage:

Meine innere Uhr (oder das Kind unten) weckt mich eine halbe Stunde vor dem Weckerklingeln, um die Zeit, zu der der Wecker an Arbeitstagen klingeln würde. Heute ist jedoch alles anders, denn ich habe Bildungsurlaub und verbringe ihn wie letztes Jahr auf der re:publica.

Doch erstmal geht alles ganz profan los – aufstehen, ins Bad gehen, Zähne putzen, Anziehen, Katzen füttern. Zwischendurch stellt sich heraus, dass der Hase sich meine Erkältung von letzter Woche zu Herzen genommen hat und heute im Bett bleiben darf. Ich koche ihm noch einen Tee und mache einen Obstteller. Dann schmiere ich mir selbst ein paar Stullen (u.a. mit dem Bärlauch aus der Heimat – dies als Warnung an alle, die mir auf der #rp15 noch begegnen werden), packe Schreibzeug, Ladekabel und mobilen Akku ein und gehe los. Unterwegs kaufe ich noch schnell einen Smoothie für den Weg und ein paar Stangen Schokolade als Icebreaker für die Zusammentreffen mit diesen Leuten.

Kaum auf dem Gelände angekommen, treffe ich schon auf den Herrn Skizzenblog, den ich noch vom letzten Jahr kenne. Dann schaue ich mir die Eröffnung an und direkt hinten dran das Panel Say it loud! Say it clear? Refugees are welcome here?!. Danach lerne ich beim Sketchnotes für Einsteiger-Workshop die Grundlagen visueller Notizen und bekomme das Blind-Porträt signiert und geschenkt, dass mein Sitznachbar von mir zeichnete:

Meine nächste Session war Finding Inclusion in Digital Europe von Raúl Aguayo-Krauthausen und Mareice Kaiser. Dann ging es bei Juliane Leopold und Max Hoppenstedt um Neue Journalismusformate für neue Zielgruppen. Danach brauchte ich dringend eine Pause und es traf sich gut, dass mir draußen auf dem Hof die Damen Mierau und Frische Brise begegneten, die ich mit Hilfe der Schokolade in ein Gespräch verwickeln konnte. 😉 Alu von Große Köpfe und Cloudette stießen dann auch noch dazu.

Nach ein wenig Durchatmen und Sonne tanken begab ich mich dann zum Gespräch zwischen Holm Friebe und Thorsten Hübschen über Den Weg von Digitaler Bohème bis #outofoffice. Hinterher kam es in der kurzen Pause zwischen zwei Sessions bei einem veganen Paletas-Eis (Mango-Kokos) zu einem Speed-Date mit einem Timeline-Kollegen. Auf der Mainstage versuchte ich dann, dem Talk To be your own Captain in Chaos von Johanna Frelin zu folgen, bekam aber zwischendurch einen Anruf und muss ihn mir dann wohl nochmal in aller Ruhe anhören, sobald er online ist. Was ich gehört habe, klang sehr interessant.

Als nächstes standen die Machenschaften der Neonazis in den sozialen Netzwerken von Julia Schramm und Laura Piotrowski auf dem Plan. Und weil ich grad so schön am Aufregen war, passten die Hoax Kampagnen: Opium fürs Empörervolk von Deef Pirmasens und Christian Schiffer auch noch schnell in den Kopf. Danach dann aber erstmal wieder Frischluft und ein Veggie Burger in der Gesellschaft des gesamten Mierau-Clans, inklusive Kindern und Mann von Frau Mierau. Feine Familie, ich lass mich da nochmal irgendwann adoptieren, schon des Frühstücks wegen.

Zum Nachtisch gab es von Anne Schüssler noch eine Systematik des Twitter-Humors mit Ceci n´est pas un tweet. Danach war ich müde und sehnte mich nach Hase, Katzen und Bett, so dass ich mich im aufkommenden Regen auf den Weg nach Hause machte.

Schnell noch ein Telefonat mit dem Bruder geführt und diesen Blog-Eintrag getippt, dann bastele ich mir noch meinen Session-Plan für morgen zusammen und dann wird schnell tief und fest geschlafen!