Sizilianisches Couscous mit gebackener Zucchini und Tasca Leone

Der zweite hier versprochene Blogpost bezog sich auf das Essen, dass ich uns am Sonntag nach der Paddelei gekocht habe. Im Prinzip hatte ich mir schon auf den Mecklenburger Seen Gedanken darüber gemacht, was ich kochen will: Wir haben noch riesengroße Zucchini aus Hasebruders Garten, die verarbeitet werden wollen und ansonsten war nicht allzu viel im Haus. Was macht man in solchen Fällen? Richtig, Ofengemüse und was dazu. Und weil wir schon Besuch hatten, wollte ich endlich mal eine Flasche Wein trinken, die ich aus Sizilien mitgebracht hatte.

Die Zucchini landete in “handliche” Stücke geschnitten zusammen mit einem Zweig Rosmarin, zwei Zehen Knoblauch, Olivenöl, Salz und Pfeffer auf einem Blech im Ofen und übernahm das gar werden freundlicherweise selbst, so dass ich mich um das “dazu” kümmern konnte.

Es sollte Couscous geben, den hatte ich noch da, aber er sollte etwas aufregender schmecken, als sonst, wenn es dazu schon nur profanes Ofengemüse gab. Deswegen habe ich ihn nicht einfach mit kochendem Wasser übergossen, sondern in dem Wasser vorher noch einen Esslöffel von Fabrizias Estratto hineingerührt und das Ganze mit Oregano aus ihrem Garten gewürzt. Darin quoll der Couscous dann auf und wurde nochmal ein wenig gesalzen und gepfeffert. Oben drauf kamen mehrere Zweige Basilikum und die Zesten einer kompletten Zitrone. Dazu gab es sizilientypisch nicht Parmesan (hätten wir ja auch nicht da gehabt), sondern Ricotta salata, den man in Berlin zum Beispiel im Centro Italia bekommt.

Dann der Wein – ich hatte mir aus Regaleali eine Flasche Leone und eine Flasche Lamùri mitgebracht. (Auf dem Bild außerdem zu sehen: Besagtes Estratto, Bergamotte-Marmelade, gesalzene Kapern, Kichererbsenmehl und 5 Liter Olivenöl…) Diesen köpften wir nun zum Essen, wobei ich sehr froh war, zu sehen, dass ich auch den im Centro Italia nachkaufen kann – zu einem stolzen Preis von ca. 11 € die Flasche, aber was tut man nicht ab und zu für einen Schluck Sizilien.

Der Leone ist eine Komposition aus Cabernet Sauvignon und Cataratto-Trauben, letzteres eine Rebsorte, die es nur auf Sizilien gibt. Er ist ein sehr fruchtiger, mineralischer Weißwein mit jeder Menge Körper, der mich vor allem an Honig und weißen Traubensaft erinnert – die anderen Mittrinker wiesen auf Zitrusnoten hin. Wir behaupten ja alle nicht, Weinkenner zu sein, aber ich habe ihnen von meiner Weinprobe in Sizilien erzählt und so gingen wir die einzelnen Schritte durch: Erst das Glas schräg halten und die Farbe und Struktur inspizieren. Dann herumwirbeln, um Luft hineinzubringen. Dann eine volle Nase nehmen und schauen, welche Assoziationen aufkommen. Dann einen Schluck trinken und im Mund herumspülen, um die verschiedenen Geschmacksnoten zu erkennen. Dann den nächsten Schluck mit etwas zu essen probieren und schauen, ob sich der Geschmack verändert. Am Ende braucht man eigentlich nur 5 Charakteristika, um den Wein zu beschreiben: rot, weiß, rosé, mag ich, mag ich nicht. Alles andere ist subjektiv. Beim Leone einigten wir uns alle vier auf “mag ich”. 🙂
Rezept

  • Zucchini für 4 Personen
  • 400 g Couscous
  • 1 EL Tomatenextrakt (bei Tomatenmark vermutlich mehr, weil es nicht so stark im Geschmack ist)
  • 100 g Ricotta salata
  • Schale einer Zitrone
  • Oregano, Basilikum, Rosmarin oder andere Kräuter
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Olivenöl für das Blech
  • Salz und Pfeffer
Die Zucchini in Stücke schneiden und auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech oder in einer Auflaufform anrichten. Großzügig mit Olivenöl betröpfeln, und einen Zweig Rosmarin über das Blech verteilen. Zwei Zehen Knoblauch mit dem Messer zerquetschen und ebenfalls auf dem Blech verteilen. Salzen und Pfeffern und im vorgeheizten Backofen bei 180°C für etwa 25-30 Minuten backen.
Den Couscous in eine Schüssel geben und die doppelte Menge Wasser zum Kochen bringen. In das Wasser einen EL Tomatenextrakt hineinrühren und die Mischung mit Oregano würzen. Die kochende Brühe über den Couscous geben und dann für 10 Minuten ziehen lassen. 
In der Zwischenzeit die Blätter von einem Zweig Basilikum abzupfen und die Schale einer Zitrone mit dem Zestenreißer abreißen (mit einer Reibe abreiben geht auch, sieht aber weniger schön aus und matscht mehr). Den Ricotta mit der Käsereibe in große Streifen reiben.
Den Couscous mit Salz und Pfeffer würzen und nochmal ordentlich umrühren, dann mit Basilikum und Zitronenzesten dekorieren, mit den Zucchini und dem Ricotta servieren.

Vom Paddeln und Schlemmen

Man darf ja so Blogthemen nicht zu lange liegen lassen, ansonsten sind sie irgendwann einfach weg und man hat nicht darüber geschrieben (Vor wenigen Tagen habe ich genau dazu einen tollen Text gelesen, den ich jetzt leider nicht mehr finde. Es kam immer ein sehr passendes “Wuuuusch!” drin vor, vielleicht erinnert sich ja jemand – ich muss mir dringend so ne Gelesene-Sachen-Aufheb-App zulegen…). Deswegen folgt jetzt hier der bereits angekündigte Post zu unserem Paddelwochenende auf der Mecklenburger Seenplatte.
Letztes Weihnachten habe ich ja erstmal zur Probe eingeführt, lieber Zeit als Dinge zu verschenken. Mit meinen Eltern waren wir deswegen Anfang Juni in Sopot und Gdánsk. Letztes Wochenende folgte dann die Einlösung des Geschenks für meinen Bruder und seine Freundin und wir fuhren paddeln. Von Berlin aus ging es mit dem Zug bis Fürstenberg, wo wir relativ lange auf unser bestelltes Taxi warten mussten, das uns dann aber mit vollem Komfort mitten rein in die Seenlandschaft zum Kanuverleih Kanatu in Priepert brachte. Dann ging alles recht schnell und uns wurden die bestellten Kajaks samt Zubehör (Paddel, Wertsachentonnen, Spritzdecken etc.) ausgeteilt und wir konnten packen. Unser Gepäck wurde in die “Packlöcher” (so nenne ich sie jetzt mal, keine Ahnung, ob das wirklich so heißt) vorne und hinten im Kajak verteilt, Portemonnaies, elektronische Geräte etc. kamen in die Wertsachentonne und diese in Fußraum der vorn sitzenden Person. Für mein Smartphone und seine Kamera hatte mein Bruder uns wasserdichte Beutel mitgebracht, die er auf Exkursionen benutzt, um Eisproben zu nehmen – die Proben können dann im Notfall ruhig schmelzen, aber der zu untersuchende Inhalt geht ihm nicht verloren, es fließt nämlich nichts heraus. Hinein spritzte zum Glück auch nichts, so dass mein iPhone unversehrt blieb. Allerdings musste man es immer recht umständlich aus- und wieder einpacken, so dass ich fast nur während der Pausen Fotos gemacht habe.
Wasserflasche, Regenjacke und Karte kamen in ein Netz vorn auf dem Kajak, dann zogen wir uns Schwimmwesten (eine Vorschrift für Leihkajaks) und Spritzdecken über, stiegen ein und stießen uns vom Steg ab. Es konnte losgehen und wir paddelten über den Ellbogensee. Meine letzte und bis dahin einzige Kajak-Erfahrung hatte ich 15 Jahre früher auf dem Lac à Pic in Nova Scotia, Kanada gehabt. Es dauerte also erstmal einen Moment, bis ich mich wieder daran gewöhnt hatte, nicht wie beim Kanu ab und an die Seite zu wechseln und damit auch zu steuern, sondern eine möglichst runde und gleichmäßige Bewegung auszuführen und den Hasen, der hinter mir saß, mit den Füßen steuern zu lassen. Ich habe auch bis zum Ende des Trips immer wieder etwas variiert und herumprobiert, wo ich das Paddel am besten halte, in welchem Winkel ich es ins Wasser einsteche und ob und wann ich es leicht drehen muss, ohne aus dem Takt zu kommen und mir Blasen an den Händen zu holen. Es klappte allerdings gut genug, um ziemlich schnell voran zu kommen.
Erstaunlich schnell kamen wir an unsere erste Schleuse (und stellten bei der Gelegenheit fest, dass wir uns direkt zu Beginn verpaddelt hatten und unsere 2-Tages-Route nun im statt gegen den Uhrzeigersinn fuhren, nunja…). Die Schleusen waren immer mit viel Warten verbunden, während die Gegenseite bedient wurde, dann konnte man einfahren (Motorboote zuerst, Kajaks und Kanus zuletzt), hielt sich irgendwo am Rand fest und wartete, dass das Wasser stieg, bzw. fiel. Die ganze Prozedur dauerte gut und gerne eine Dreiviertelstunde, so dass ich am Ende ganz froh war, dass auf unserer Tour nur zwei Schleusen lagen. Hinter der Schleuse lag der Große Pälitzsee, an dessen Ufer wir eine kurze Rast machten, ein paar der mitgebrachten Brötchen verdrückten und dem Gebüsch einen Besuch abstatteten. Dann ging es über den Kleinen Pälitzsee und den Canower See zur nächsten Schleuse, die uns zum Labussee brachte. Dort folgte eine längere Pause “Beim Fischer in Canow”, wo wir Fischbrötchen und Co (ich hatte Kartoffelsalat und gebeizte Lachsforelle) aßen und ängstlich das Wetter beäugten. Eigentlich war Gewitter und starker Regen vorausgesagt, das wir dann gerne dort an Land abgewartet hätten. Obwohl der Himmel zwischenzeitlich immer wieder sehr bedrohlich aussah, blieb alles ruhig, so dass wir in Ruhe aufaßen und uns dann wieder zurück in die Kajaks begaben.

Der nächste spannende Abschnitt war die Dollbek, eine enge Wasserstraße, die uns vom Labussee in den Gobenowsee brachte und sehr eng und relativ flach war (entgegenkommenden Kanus und Kajaks musste man schon einige Aufmerksamkeit entgegenbringen, um sie nicht zu touchieren) und gleichzeitig das pure Naturidyll war. Ab diesem Zeitpunkt hatten wir erstmal keine Motorboote mehr um uns herum, so dass alles etwas ruhiger und langsamer ablief und um einen herum wirklich nur noch Wasser und Wald waren (und ab und zu Seeadler und Milane über uns am Himmel). Spätestens jetzt wähnte ich mich immer mal wieder in Kanada oder wahlweise auf dem Silbersee, auf der Suche nach dem Schatz. Und jedes Mal, wenn ich gedanklich dort angekommen war, fiel mir ein, dass die Indianer ja Kanus hatten, während Kajaks das Fortbewegungsmittel der Inuit waren. Und dann grübelte ich darüber nach, ob sie, wenn sie ein Baby auf den Rücken gebunden hatten, auch Kajak fuhren und ob das rein vom Platz her möglich gewesen wäre, geschweige denn bei der so kolonialistisch benannten “Eskimo-Rolle” [sic]. Überhaupt fand ich schon jedes Fitzelchen Wind, Regen und Welle so aus dem Takt bringend, dass ich mir ein Paddeln auf dem Arktischen Ozean eher ungemütlich, anstrengend und wenig entspannend vorstelle. Dann lieber weiter durch die Mecklenburgische Seenplatte: Über den Gobenowsee und den Klenzsee gelangten wir nach Wustrow, wo wir unsere Kajaks an Land zogen und entluden – das Tagesziel war erreicht. 
Bevor uns der Besitzer unserer gebuchten Pension Waldlust abholen konnte, saßen wir noch ein wenig an einer Badestelle und erholten unsere müden Arme. Also, vor allem meine. Denn neben einem bisschen Muskelkater in Schultern und Nacken, auf den man ja eher stolz sein kann und der nicht ganz so sehr nervt, taten mir plötzlich die Arme wie Hölle weh. Wahrscheinlich war da eine Sehne gereizt oder so, ich konnte jedenfalls kaum die Bierflasche zum Mund heben und die Arme gerade auszustrecken war auch eher unschön. So verbrachte ich den Rest des Abends mit angewinkelten Armen und schmierte sie mir vor dem Schlafengehen ordentlich mit Voltaren ein – am nächsten Tag war der Schmerz wie weggeblasen. Doch man soll den Morgen nicht vor dem Vorabend loben, denn der hatte es in sich. Bei unserer Suche nach einem guten Abendessen in Wustrow landeten wir nämlich im Kaminrestaurant Diogenes, das sich völlig unverhofft als wahrer Glückstreffer entpuppte.
Während die beiden anderen Lokalitäten vor Ort gähnend leer waren, brach das Diogenes aus allen Nähten und vor uns gingen schon wieder Leute, nachdem ihnen der Besitzer eröffnet hatte, dass sie wohl bis zu anderthalb Stunden auf ihr Essen würden warten müssen. Zum Glück waren unsere Bäuche noch ganz gut vom Mittag gesättigt, so dass uns die Ansage nicht schocken konnte, lieber ein gutes Essen mit Warten als ein durchschnittliches sofort. Das Leben ist ja schließlich zu kurz für nur so mittel Essen. Wir nahmen zunächst draußen auf der Terrasse Platz, konnten aber dann recht schnell in den gemütlichen Innenraum wechseln, indem es neben Esstischen und Schränken voller Spirituosen auch Regale mit regionalen Lebensmitteln und insgesamt vier ungarische Kamine gab. Das Bier kam auch in annehmbarer Zeit bei uns an, mit der Warnung, dass die Gläser einem schon vor dem Trinken “einen im Tee haben” lassen würden. Nun gut, wir hatten ja nichts mehr vor und erfreuten uns daher unbesorgt am guten Störtebeker aus Stralsund (Mittags hatte es Lübzer gegeben, man will ja schließlich die lokale Wirtschaft ankurbeln, zum Glück hatten sie nirgends Rostocker…). Der Hase hat dann auch das Atlantic Ale der Störtebekers ausprobiert, das sehr frisch und leicht schmeckte und in der Karte als Alternative zu “Weißwein zum Fisch” angeboten wurde.

Fisch sollte es natürlich geben, wegen Seenplatte und so. Mein Bruder und ich entschieden uns für eine Vorspeise, nämlich ein Edelfischsüppchen, das wirklich umwerfend lecker war – selbst wenn man keine Fischfanatikerin ist. Man schmeckte heraus, dass da keine Fertigbrühe in die Nähe gekommen war und die Würzung war alles andere als langweiliger Einheitsbrei. Danach gab es für den Bruder und seine Freundin einen großen Salatteller mit Fisch und der Hase versuchte sich an einer Räucherforelle mit Meerettich. Das Bauernbrot mit Butter dazu verschmähte er allerdings, weil wir vorher am Tag zu viel über Pommes geredet hatten… Nunja. Für mich gab es Havelzander mit Kräuterbutter und Zitrone und dazu Petersilienkartoffeln. Wahrlich ein Gedicht, auch wenn man keine Fischfanatikerin ist (Ich wiederhole mich hier gerne) und ich habe auch noch nie so gut gemachte profane Petersilienkartoffeln gegessen. Leider war die Dessertempfehlung des Tages, Mousse au Chocolat mit Kirschragout und Schlagsahne bereits alle. Ansonsten gab es nur eine Eiskarte mit Langnese-Eisspezialitäten, auf die wir nicht so wirklich Lust hatten. Zum Glück entdeckten wir aber noch Ben & Jerry’s-Fähnchen, so dass drei von uns sich noch an einem Becherchen davon gütlich tun konnten.



Die Toilette war sauber und seriös eingerichtet, aber scheinbar fehlte doch irgendetwas und so konnte ich mich an diesen Fotos erfreuen. Überhaupt hingen viele spannende Dinge an der Wand des Diogenes, unter anderem Briefe, Autogramme und Fotos von diversen bekannten Köchen (Lafer, Lichter, Kleeberg, Poletto…) und Zertifikate von Spirituosen-Workshops. Die zweite große Leidenschaft des Besitzers neben dem Essen (oder die dritte, neben den Kaminen), ist nämlich Hochprozentiges. Wir durchstöberten die ausufernde Karte und probierten dann Holunderblütenlikör, Honig-Kräuter-Whisky-Likör, Borowicka und Palinka. Und netterweise gab es dann nach dem Bezahlen noch einen aufs Haus – zweimal Wacholdergeist und zweimal Sauerkirsch-Obstbrand, Fachsimpeleien über deutsche, österreichische und japanische Whisky-Sorten zwischen dem Hasen und dem Gastronom inklusive. Also: Absolute Empfehlung für das Diogenes, für wenn Ihr mal nach Wustrow kommt!

Am nächsten Morgen mussten wir dann unsere Kajaks umtragen, um unsere Tour auf dem Plätlinsee fortsetzen zu können. Während der Nacht hatten es sich Schnecken mit und ohne Haus sowie eine Eidechse in unseren Booten gemütlich gemacht. Die Schnecken konnten wir weitestgehend absammeln, die Eidechse versteckte sich hingegen unter einem der Sitze und krabbelte mir während der Tour immer mal auf den Beinen herum. Dann kam bald das anspruchsvollste Stückchen Weg, die Schwaanhavel, ein sehr sehr flaches Stückchen Wasser, sehr eng und oft mit überhängenden Bäumen versehen, so dass die Navigation uns doch ab zu vor Herausforderungen stellte, besonders bei Gegenverkehr. Schön wars aber auch sehr, wie man auf dem Foto sehen kann.
Danach folgte ein Stück echte Havel – jetzt wieder im vollen Alltagsverkehr mit Partyfloßen, Motoryachten und Junggesellenabschiedsbooten mit dekorativen Gummipuppen. An einer alten überdachten Holzbrücke, wo die Havel in den Finowsee fließt, machten wir noch einmal Station beim Fischer – mit dem gleichen Kartoffelsalat wie am Vortag (scheinbar gehören die Lokale zusammen oder es gibt ein Convenience-Produkt für Fischläden, das “Hausgemachter Kartoffelsalat” heißt), diesmal allerdings mit Matjessalat dazu.

Dann paddelten wir über ein weiteres Stück Havel und den kleinen und den großen Priepertsee zurück nach Priepert und gaben unser Kajak wieder ab – nicht ohne für 70 € eine Spritzdecke zu kaufen, die leider irgendwie einen kleinen Riss bekommen hatte. Wir waren deutlich früher angekommen, als geplant und hatten für die Rückfahrt ein Berlin-Brandenburg-Nacht-Ticket, das erst ab 18 Uhr galt. So mussten wir noch etwas Zeit totschlagen, warfen unser letztes Bargeld zusammen und kehrten im Yachthafen-Restaurant ein. Die Freundin meines Bruders und ich hatten jeweils einen dieser wundervollen Windbeutel, gefüllt mit Vanilleeis, Schlagsahne und Roter Grütze:

Irgendwann kam dann das Taxi, das uns zurück nach Fürstenberg brachte. Auf dem Bahnsteig sprach uns eine Frau an, die mit ihrem kleinen Sohn reiste und der die endlos lange Schlange am Fahrkartenautomat zu lang war. Wir ließen sie auf unserem Ticket mitfahren, bekamen dafür trotz Proteste unverhältnismäßig viel Geld und verbrachten dann eine gute Stunde in einem völlig überfüllten Zug voller Ostsee- und Seenplatte-Touristen zurück nach Berlin. Der kleine Junge entpuppte sich schnell als astreine Unterhaltung für den gesamten Zug und wären wir nicht so müde und kaputt gewesen, hätten wir uns bestimmt noch mehr darüber freuen können – ein kleines bisschen anstrengend war das laute Heulen, Schreien und Kreischen und die Wiederholung der immer gleichen Wortgruppen in anschwellender Lautstärke dann aber doch und so waren wir froh, als wir endlich wohlbehalten zuhause ankamen, wo uns die Katzen freudig erwarteten.

Fazit: Paddeln ist ne extrem gute Sache, vor allem bei schönem Wetter. Nächstes Mal können wir uns ruhig eine längere Tour vornehmen, denn wir sind wirklich sehr viel schneller vorangekommen als gedacht und bis auf die Armschmerzen am ersten Abend habe ich keine bleibenden Schäden behalten – also zumindest keine, die sich auf das Paddeln zurückführen ließen 😉 Das war ne tolle Sache und wird auf jeden Fall wiederholt. Kommt ja nicht oft vor, dass ich eine tolle Aktivität finde, die man bei näherer Betrachtung auch als Sport durchgehen lassen kann, und vielleicht kann mich der Reisezweier ja demnächst noch ein wenig inspirieren 😉

Schnelles Frühstück: Banana Pancakes

Heute Morgen bin ich etwas früher aufgewacht als sonst und als ich im Prinzip fertig war und hätte losgehen können, waren noch 15 Minuten übrig. Ich hatte wenig Lust, mir unterwegs Frühstück zu kaufen, aber auch kein Brot, um mir Stullen zu schmieren. Was ich hatte, waren vier sehr reife Bananen und drei Eier. Die perfekte Kombination für Banana Pancakes!

Also los, Pfanne auf den Herd, Öl rein, Eier aufschlagen und verquirlen, Bananen schälen und zerquetschen, beides miteinander vermengen und nach und nach ausbacken. Dabei zerfallen sie ein bisschen, das tut aber dem Geschmack keinen Abbruch. Wer mehr Zeit hat, kann in kleineren Portionen backen, dann halten sie auch besser zusammen.
 Während die Pancakes buken, habe ich Fenster und Türen geschlossen, meine Tasche geholt, die Schuhe angezogen und ein paar Himbeeren aus dem Tiefkühlfach geholt.  Nach genau 15 Minuten waren alle Pancakes gebacken und in einer Dose verstaut, die heiße Pancake-Dose und die kalte Himbeerdose kamen zur gegenseitigen Beeinflussung in einen gemeinsamen Beutel und ich lief los zur Bahn.
Die Bahnfahrt ließ mir genug Zeit für diesen Text. Im Büro angekommen, musste ich nur noch Pancakes und Himbeeren auf einem Teller anrichten und mit etwas Zimt bestäuben (den habe ich für solche Fälle oder schnelle Porridges auf dem Schreibtisch stehen). Schnell noch ein Beweisfoto und fertig sind Frühstück und Blogpost. Alles zusammen inkl. Weg ins Büro und Tee kochen in unter einer Stunde. Da sage noch eins, es hätte keine Zeit zum Kochen!

#12v12 im Juli

Diesen zwölften habe ich ohne Internet-Empfang in der anhaltinischen Pampa verbracht, wo wir für einen Geburtstag weilten. daher kommt mein Blogpost auch einen Tag zu spät. Die vielen Millionen anderen Posts gibt es wie immer bei Caro.
Zum Frühstück im Garten gibt es frischen Honig von den Milchbienen des Hasenbruders. So lecker!
Bereits vor dem Frühstück hat die Hasenmama diesen Bienenstich gebacken, nach dem Frühstück helfe ich ihr.

Es gibt einen schokoladigen Butterkuchen…

…und einen Marmorkuchen.

Nebenbei entsteht das Mittagessen, komplett ostig mit Emailletopf, gebratenen Jagdwurstscheiben und Apfelschorle aus dem Senfglas (nur Shaun das Schaf hätte es so vor 30 Jahren noch nicht gegeben.)

Die vegetarische Variante für mich: Blumenkohl mit weißer Soße und Salzkartoffeln.

Zum Nachtisch gibt es Kirschen, die der Hasenpapa gepflückt hat, während wir in der Küche waren.

Dann verziehe ich mich bis zum Abendbrot mit Buch in die Horizontale – erst draußen im Garten, mit Regenbeginn dann auf dem Sofa. Das tolle Lesezeichen hat mir der Hase geschenkt.

Zum Geburtstagsabendessen sitzt mir John Lennon gegenüber (in Gestalt des Hasengroßcousins).

Ich entscheide mich für Bandnudeln mit gebratenem Lachs und Knoblauchsoße. Die drei vegetarischen Gerichte auf der Karte hatte ich alle schon mehrfach…

Dann gibt es noch ein heißes Bad gegen meine Rückenschmerzen, bevor auch dieser 12. zu Ende geht.

Couscous mit frittierten Artischocken und Kapern

Ich habe bis auf ein paar wenige Stunden nächstes Wochenende gerade zwei Wochen lang sturmfreie Bude – der Hase ist auf Reisen in Familienangelegenheiten. Damit mir nicht langweilig wird (ha, haha, hahahaha…), habe ich mir unter anderem vorgenommen, tolle Sachen zu essen. Zum Einen kann ich in dieser Zeit ohne schlechtes Gewissen Sachen kochen, die der Hase nicht mag (gestern gabs direkt Pilze, nämlich mit Reisbandnudeln und Pak Choi) und zum Anderen nach Herzenslust Neues ausprobieren und mir dabei alle Zeit der Welt lassen, weil außer meinem eigenen Magen keiner drängelt. (Nicht, dass der Hase ein Drängler wäre, aber allein die Anwesenheit einer zweiten Person verführt dazu, schnell fertig werden zu wollen, weswegen hier manchmal auch Kartoffeln auf den Tisch kommen, die noch nicht ganz durch sind. *hust*)
Ich habe mir am Montag eine Artischocke gekauft, gabs hier schon lange nicht mehr und ist auch etwas langwierig in der Zubereitung. Außerdem hatte ich in Sizilien ja gerade einen kleinen Kurs in der Vor- und Zubereitung von Artischocken und wollte testen, ob ich das auch alleine hinkriege. Geht ganz gut, ich hab es mir aber auch insofern erleichtert, dass ich anders als in Case Vecchie auf den Kichererbsenteig verzichtete und die Dinger direkt frittierte. Die Artischocke im Kopf ging ich heute in Gedanken immer wieder mein Inspirationsrepertoire und die Vorräte durch und hatte dann, als ich das Büro verließ, einen konkreten Plan: Zu der frittierten Artischocke würde es Couscous geben (allerdings nicht aus dem rohen Weizen zubereitet, sondern faul in der Wasser-drauf-und-ziehen-lassen-Variante), außerdem Ricotta (leider nicht frischen aus Schafsmilch, sondern die Kuhmilch-Version aus dem Kühlregal), Kapern (ich hatte mir gesalzene aus Case Vecchie mitgebracht) und Zitrone – echt sizilianisch eben.
Die Zubereitung hat dann auch eine knappe Stunde gedauert, aber das war es auf jeden Fall wert. Beim nächsten Mal würde ich noch ein Dressing dazu machen, evtl. mit mehr Zitronensaft, Olivenöl und Kräutern, und mich trauen, die Kapern noch ein bisschen länger zu frittieren, damit noch etwas Knusprigeres dabei ist. Ansonsten aber: Top!
Rezept für 2 Portionen:

  • 1 große Artischocke
  • Saft und Schale einer halben Zitrone
  • 2 Esslöffel gesalzene Kapern (nicht sauer eingelegte!)
  • 100 g Couscous
  • 1 Schale Ricotta
  • Ausreichend Olivenöl zum Frittieren (ca. 1-2 Tassen*)
Als erstes habe ich ausgiebig das Salz von den Kapern gespült und diese dann in kaltes Wasser gelegt. Im Laufe der nächsten 45 Minuten habe ich das Wasser zweimal gewechselt und am Ende nochmal gespült.

Dann wurde die halbe Zitrone mit dem Zestenreißer bearbeitet und danach ausgepresst. Die Zesten habe ich beiseite gestellt, den Saft in eine breite Schüssel voller Wasser gekippt.
Dann kam die Artischocke dran. Zunächst habe ich den Stiel gekürzt, um sie handlicher zu machen. Dann wurden ringsum die Blätter abgezupft, bis nur noch die ganz feinen übrig waren. Die habe ich mit einem Dreh herausgezogen. Dann habe ich die Artischocke geviertelt und die Viertel, die ich gerade nicht bearbeitet habe, in das Zitronenwasser gelegt. Eins nach dem anderen nahm ich sie heraus, entfernte das Stroh mit einem Löffel und schälte alles ab, was hart und holzig war. Dann wurden die Viertel in dünne Scheiben geschnitten und wieder ins Zitronenwasser verfrachtet.
Ich habe 100 g Couscous abgewogen und 200 ml (also die doppelte Menge) Wasser zum Kochen gebracht. Das Wasser habe ich dann auf den Couscous geschüttet und das Ganze ziehen gelassen.

Dann habe ich in einer großen, tiefen, schweren Pfanne mein Frittieröl erhitzt und in der Wartezeit die Cherrytomaten halbiert.

Als das Fett heiß war, habe ich die Artischockenscheiben in zwei Schichten langsam und vorsichtig frittiert, bis sie erst weich und dann leicht braun wurden. Während die auf Papier abtropften, warf ich noch die gewässerten Kapern ins heiße Fett. Als eine Probekaper schön knusprig war, holte ich schnell alle Kapern heraus und ließ sie abtropfen.
Dann habe ich die Hälfte des Couscous auf einem großen Teller verteilt, die halbe Packung Ricotta als Berg in die Mitte gesetzt und die Hälfte der frittierten Artischocke drumherum arrangiert. Auf den Ricotta kamen die Kapern und die Zitronenzesten und drumherum die Cherrytomaten, verziert mit Basilikumblättern und Aceto Balsamico. Die andere Hälfte von allem kommt morgen mit ins Büro.

*Frittieren mit Olivenöl, fragt Ihr Euch? Ja! Nach einem eindringlichen Appell von Fabrizia bin ich überzeugt: Das ist es wert. Zum Einen frittiert man ja nicht so oft und kann außerdem das Öl 2-3 mal verwenden, so dass sich der finanzielle Aufwand in Grenzen hält. Zum Anderen schmeckt es mit Olivenöl besser und wenn man sich an Fabrizias Anweisungen hält und eben “frittiert, wenn man frittiert” und nicht in der Gegend herumscharwenzelt, dann raucht da auch nichts und das Öl bleibt verträglich. 

Tagebuch-5 im Juli – Ostsee-Edition

Wie jeden 5. fragte Frau Brüllen heute wieder WMDEDGT? Bei mir sah das so aus:
Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr erwache ich am 5. in Rostock. Diesmal in einer anderen Wohnung, in der Südstadt, bei anderen Freunden. Außerdem bin ich nicht alleine, sondern teile mir das Zimmer mit dem Hasen und zwei lieben Freundinnen. Es dauert ein Weilchen, bis die Isomatten und die Couch wieder verpackt und alle sechs durchs Bad hindurch sind. In der Zwischenzeit erzählen wir, lungern auf dem Balkon rum und ich bekomme ein ziemlich cooles Geschenk:
Die Inspiration dazu kam von hier. 😉
Dann ging es in die Altstadt und wir frühstückten ausführlich und gemütlich in der Likörfabrik.
Währenddessen stieg und stieg das Thermometer und mit ihm die Luftfeuchtigkeit, so dass wir meine geplante Stadtführung hauptsächlich nach Drinnen verlegten – in die Petri- und die Marienkirche.
Dann musste ich allerdings endlich noch die andere neue Rostocker Eisdiele, von der mir auf Facebook so vorgeschwärmt wird testen und aß in der Eiswerkstatt einen Guaven-Frozen Yoghurt mit Brombeeren.

Irgendwann wurde es uns dann zu bunt mit der Hitze und wir flohen aus der Stadt. In Heiligendamm sprangen wir in die herrlich kalte Ostsee und schliefen dann am Strand einfach mal für 1,5 Stunden ein. Zum Glück war es bewölkt, so dass keiner einen schlimmen Sonnenbrand bekommen hat.

Nach dem Aufwachen – Huch, so spät schon? – aßen wir ein gemütliches Abendbrot-Picknick am Strand, mit Hummus, Kichererbsensalat, Erdbeeren von Karl’s und leicht surrealem Käse.
Dann liefen wir noch ein wenig durch die weiße Stadt und überlegten, welche der Villen wir uns demnächst kaufen wollen. Zum Abschied gab es noch ein Johannisbeer-Eis für mich.

Die Heimfahrt dauerte dann wahnsinnige 3,5 Stunden, weil die ersten beiden für uns in Frage kommenden Ausfahrten vom Berliner Ring komplett verstopft waren – die Autos standen schon auf der Autobahn. So fuhren wir also immer weiter gen Süden und enterten die Stadt schließlich via Marzahn. Durch das aufkommende Gewitter fuhren wir dann nach Hause, wo uns die Katzen schon sehnsüchtig erwarteten.