Große Wasserflächen

Große Wasserflächen helfen beim Atmen, Erden, Denken, Klarkommen. Deswegen bin ich heute nach dem Frühstück mit der Musikusine kurzerhand zum Schlachtensee gefahren und habe ihn einmal umrundet. Das war genau das Richtige für diesen merkwürdigen Tag, an dem alles anders wurde.

Und vor dem Singen: 1000 Fragen

Da heute der seit 3 Monaten heiß ersehnte Karaoke-Abend stattfindet und fürs richtige Bloggen keine Zeit bleiben wird, hier einfach die nächste Runde der 1000 Fragen an mich selbst…

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

71. Welches Wort bringt dich auf die Palme?

Werbeverbot.
72. Bist du schon jemals im Fernsehen gewesen?

Mehrfach irgendwo im Hintergrund als Passantin/Publikum. Und auf der Theaterbühne im Lokalfernsehen.

 

73. Wann warst du zuletzt nervös?

Heute.
74. Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause?

Dass ich dort genau so sein kann, wie ich bin. Das bedeutet auch, dass ich nicht ein Zuhause habe, sondern mehrere Orte, die ich mein Zuhause nennen kann. Eigentlich ganz schön.
75. Wo informierst du dich über das Tagesgeschehen?

Das meiste erreicht mich über Twitter, ansonsten viel SPON (leider, ist so ein Automatismus) und wenn ich mir mehr Mühe gebe auch die Portale anderer großer Zeitungen/Magazine/Tagesschau etc.
76. Welches Märchen magst du am liebsten?

Ich steh nicht so auf Märchen. Vielleicht die Schallplatte von der Schneekönigin aus DDR-Zeiten?
77. Was für eine Art von Humor hast du?

Das kann je nach Situation und Stimmung von subtil bis zu dreckig variieren.
78. Wie oft treibst du Sport?

In letzter Zeit tatsächlich relativ regelmäßig 1-2 mal die Woche. Wobei Sport relativ ist…
79. Hinterlässt du einen bleibenden Eindruck?

Nicht bei jedem, aber es soll schon vorgekommen sein.
80. Auf welche zwei Dinge kannst du nicht verzichten?

Wenn man es spitzfindig nehmen möchte: Luft und Nahrung. Ansonsten ziemlich sicher mein Telefon und eine Möglichkeit es aufzuladen.

Unblogbar

Man stelle sich ein Lied der besten Band der Welt vor, denke sich einen rhythmisch passenden Text aus und ersetze das Schlüsselwort des Refrains durch „Unblogbar“. Tut mir leid, dieser Tag ist ganz und gar unblogbar.

Aber wenigstens haben wir jetzt alle nen Ohrwurm, wa?

PS: Achja, das Zitat des Tages kommt von Mama: „Karaoke?! Kann das Spaß machen?!“ Und wie, morgen! Can’t wait!

Ratlos

Ein voller Tag und ganz zum Schluss erst komme ich zum Bloggen. Wirklich blogbar ist fast nichts, was ich heute erlebt habe – und zum Volleyball-Bundesligaspiel fällt mir auf die Schnelle nichts Bedeutsames ein, da komm ich vielleicht die Tage nochmal drauf zurück.

Eine Situation, die mich heute ratlos zurückließ, ereignete sich heute aber in der U-Bahn. Mitten in der abendlichen Rush Hour blieb eine gesamte Sitzreihe im ersten Wagen weitgehend leer. Dort hatte sich ein vermutlich Obdachloser zum Schlafen ausgebreitet. Er roch leider nicht besonders angenehm, deswegen hielten die anderen Fahrgäste Abstand. Ich habe mich trotzdem neben ihn gesetzt und mindestens ein weiterer Platz wäre auch noch frei gewesen.

Am Alex dann enterten zwei Sicherheitsbeamte der BVG den Zug und weckten den Mann sehr sehr unsanft, in mindestens preußischen Befehlston, und legten direkt Hand an, um ihn aus dem Wagen zu befördern, während er sie noch völlig verwirrt anstarrte. Dem Anschein nach war Deutsch nicht seine Muttersprache, außerdem schien er nicht ganz nüchtern und bis eben hatte er tief geschlafen.

Ich war ziemlich empört über den schroffen Ton und die Aggressivität, mit der sie ihn herausbugsierten. Meines Erachtens hätte das viel freundlicher und würdevoller geschehen können. Den anderen Fahrgästen schien das nicht nahe zu gehen. Sie rissen die Fenster auf und nahmen erfreut die freigewordenen Plätze ein. Eine Minute später war es so, als sei der Mann nie da gewesen.

Und jetzt weiß ich auch nicht.

Keine Zeit, drum 1000 Fragen

Heute kommt Besuch (von der Musikstudentinnencousine, kurz Musikusine ;)) und ich werde keine Zeit zum Bloggen haben, deswegen gibts nochmal eine Runde der 1000 Fragen.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

61. Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?

Nee. Die Vorstellung, noch ein Bewusstsein zu haben und mal nach dem Rechten gucken zu können gefällt mir zwar (gerade auch für „meine Verstorbenen“), aber tief drinnen weiß ich, dass das Quatsch ist.

 

62. Auf wen bist du böse?

Selten lange auf Personen, meistens eher auf die Umstände.

63. Fährst du häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

Ich wohne in Berlin und habe weder einen Führerschein noch (momentan) ein funktionstaugliches Fahrrad 😉

64. Was hat dir am meisten Kummer bereitet?

Ein Ereignis Anfang August letzten Jahres, stellvertretend für noch zwei weitere in den letzten zwei Jahren. Kenner wissen.

65. Bist du das geworden, was du früher werden wolltest?

Kommt drauf an, wann früher. Ich bin weder Paläontologin noch Archäologin noch Schriftstellerin. Aber allem so ab der Pubertät komme ich schon ziemlich nahe.

66. Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?

Indie-Rock der Nuller Jahre, eindeutig.

67. Welche Eigenschaft schätzt du an einem Geliebten sehr?

Offenheit – in beide Richtungen.

68. Was war deine größte Anschaffung?

Das meiste Geld ging bisher außer für Reisen immer für meine Laptops drauf. Und für die drei oben genannten Ereignisse, mit allem was dranhängt.

69. Gibst du Menschen eine zweite Chance?

Ja. Auch mehrere.

70. Hast du viele Freunde?

Ja, zum Glück.

Heute fast nur 1000 Fragen

Wieder so ein Tag, an dem ich es nicht schaffe, aus den Bemerknissen einen blogbaren Text zu machen. Deshalb wieder ein paar Satzfetzen und danach die nächsten zehn Fragen.

  • die Nacht geräuschpegelbedingt bei den Katzen verbracht
  • im Büro so warm, dass ich kurzärmlig herumlaufen konnte
  • „Wie stellst Du Dir die Welt in 300 Jahren vor?“ (noch bevor ich meinen Kaffee ausgetrunken hatte, aber krass gutes Gespräch)
  • zwei Meetings für interessante Projekte, ansonsten normaler Büroalltag
  • zweigeteilte Mittagspause, erst Plausch mit einem Kollegenfreund, dann Essen mit der besten Kolleginnenfreundin und dem Team
  • noch kein Sport
  • „Ist noch Schnaps da?“ „Brauchst Du O-Saft dazu?“ „Prost“

So, mehr gibts nicht zu holen heute. Also Fragen…

 

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

51. Wen hast du das erste Mal geküsst?

Meinen ersten Freund. Den, von dem ich gestern schonmal was erzählt hatte. Es war der 5. Oktober 2000 und ich war 17…

 

52. Welches Buch hat einen starken Eindruck bei dir hinterlassen?

Love Is A Mixtape, von Rob Sheffield, einem meiner Lieblingsautoren – man kennt ihn vornehmlich als Journalisten des amerikanischen Rolling Stone, aber er hat auch einige sehr tolle Bücher (Romane und Sachbücher) geschrieben, u. a. auch über die Beatles. In diesem autobiographischen Roman erzählt er anhand von den Tracklisten von Mixtapes davon, wie er seine Frau kennenlernt, von der Beziehung der beiden, davon wie er plötzlich Witwer ist und wie er den Weg aus dieser Krise zurückgefunden hat. Das ist wahnsinnig gut geschrieben, natürlich ganz schön emotional und man lernt jede Menge neue Musik kennen (zumindest wenn man nicht in den 80ern und frühen 90ern bereits mindestens Teenager war). Am meisten kriegte mich aber, dass das ganze wirklich so passiert ist. Und, dass er es geschafft hat, aus seinem eigenen Leben und wahren Ereignissen einen so tollen und literarischen Text zu machen. Das Buch wurde dann auch Teil meiner Masterarbeit über Popmusik in der Gegenwartsliteratur…

 

53. Wie sieht für dich das ideale Brautkleid aus?

Ganz allgemein? Schlicht und schön – eher lang und schlank und ohne viel Klimbim. Also kein Tüll, keine Rüschen, keine Schleifen usw. Mehr so wie ein elegantes Abendkleid in hell. Lang genug, dass die Sneakers/Chucks darunter nicht auffallen und mit genug Beinfreiheit zum Tanzen. Sollte ich irgendwann doch nochmal heiraten, fällt Brautkleid im engeren Sinne aber aus. Also der Schnitt kann bleiben, aber das wäre dann eher meergrün oder mangogelb oder so. Erstens bekleckere ich mich ständig, zweitens würde ich es noch öfter anziehen wollen, drittens geht mir die ganze Symbolik dabei auf die Nerven.

 

54. Fürchtest du dich im Dunkeln?

Ich bin schon als kleines Kind alleine im Dunkeln durch den Wald von unserem Grundstück zu dem meiner Oma gelaufen.  Also eigentlich nicht. Obwohl ich natürlich auch die Ermahnungen mitbekommen habe, die jedes Mädchen mitbekommt: Abends nicht alleine unterwegs sein und wenn doch den Schlüssel schlagbereit in der Hand, nicht anquatschen lassen, Straßenseite wechseln usw. Den Schlüssel nehme ich normalerweise tatsächlich in die Hand, ansonsten habe ich aber eher keine Angst und gehe schon auch des öfteren mal einsame Abkürzungen usw. Letzten Mai lief ich im Dunkeln mehrere Kilometer durch den Wald vom Neustrelitzer Theater zurück zum Festivalgelände und vor 4,5 Jahren in Irland machten der Hase und ich das gleiche gemeinsam vom Hotel zum Pub und wieder zurück.

 

55. Welchen Schmuck trägst du täglich?

Nur meine Festivalbänder, aktuell zwei von der re:publica und eins vom Immergut.

 

56. Mögen Kinder dich?

Sehr sogar. Außer der Hase ist dabei, den mögen Kinder nämlich noch mehr.

 

57. Welche Filme schaust du lieber zu Hause auf dem Sofa als im Kino?

Alle die, von denen ich keine so gewaltige Bildsprache erwarte, dass ich bereit bin, Geld für die große Leinwand auszugeben. Und die, die ich so dringend sehen will, dass ich nicht bereit bin länger zu warten.

 

58. Wie mild bist du in deinem Urteil?

Ich arbeite stetig daran, milder zu werden, meine Urteile zu hinterfragen und Leute nicht aufgrund von einzelnen Situationen in Schubladen zu stecken. Das klappt inzwischen meist ganz gut, aber noch nicht so gut, dass ich nicht andere dafür bewundern würde, es noch besser zu können.

 

59. Schläfst du in der Regel gut?

In der Regel schon. In letzter Zeit dauert es allerdings manchmal mit dem Einschlafen oder ich wache deutlich früher auf, als geplant. Zwischen diesen Punkten schlafe ich aber im Allgemeinen durch.

 

60. Was ist deine neueste Entdeckung?

Der Podcast Armchair Expert von Dax Shepard (Crosby aus Parenthood). Von dem habe ich heute Nacht die Folgen mit Jason Mantzoukas (ganz) und Sarah Silverman (teilweise) gehört. Ja, das widerspricht Frage 59.

Warum singen mich gesund macht oder Reise in die Vergangenheit

Nach dem Konzertbesuch neulich und besonders seit dem konspirativen Musizieren am Mittwoch musste ich wieder öfter an meine Chor-Vergangenheit denken, in der solche musikalische Zusammenkünfte zu meinen regelmäßigsten Freizeitbeschäftigungen gehörten. War das schön damals! Nun muss man wissen, dass ich eigentlich mit einem großen dicken Vorurteil gegenüber Chören aufgewachsen bin. Die Chormusik, die ich kannte, fand ich weitestgehend langweilig. Und die Chorleute, die ich kannte, kamen immer ziemlich sektenmäßig rüber. Das mag daran gelegen haben, dass die einzigen Chorleute, die ich bewusst wahrnahm, die von Ten Sing waren, einem kirchlich angehauchten Chorprojekt, aus dem bei uns zuhause z. B. Silbermond hervorgingen. Das wirkte von außen immer wie eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich relativ undurchlässig nach außen hin abgrenzte und untereinander eine Friede-Freude-Eierkuchen-Gemeinschaft lebten, die mir irgendwie suspekt vorkam. Ein paar Jahre später gehörte ich dann zu genau so einer eingeschworenen Gemeinschaft, nur ohne den kirchlichen Aspekt. Die Gründe dafür? Freundschaft, Musik und Alkohol…

Wir schreiben das Jahr 2004 und ich studiere in Rostock. Die beste Kolleginnenfreundin (damals noch beste Kommilitoninnenfreundin) und ich gehen mindestens einmal pro Woche abends zusammen in unserem Lieblingsclub tanzen. Seit sie vor ein paar Monaten angefangen hat, in einem Chor zu singen, sind immer öfter auch verschiedene Chormitglieder dabei, die ebenfalls zu Freunden werden. Nach und nach entwickelt sich eine gewisse Routine: Montags Filmabend bei dem Freund, von dem ich bald erfahre, dass er der Chorleiter ist. Dienstags Tanzen im Club. Mittwochs Kneipenabend in der Chor-Stammkneipe und entweder donnerstags, freitags oder sonnabends nochmal Tanzen, je nach aktuellem Clubprogramm. Es sind übrigens Semesterferien, während des Semesters waren wir unter der Woche meist nur einmal tanzen… 😉 Jedenfalls, da Semesterferien sind, finden keine Chorproben statt, wohl aber die Nachprobenabende in der Kneipe. So lernen mein damaliger Freund und ich nach und nach den halben Chor schon auf freundschaftlicher Basis kennen, ohne jemals einer Probe beigewohnt zu haben. Bei den Abenden ist immer eine Gitarre dabei und irgendwann wird gesungen – Gassenhauer aus „Das Ding„, ein paar der Chorlieder (I Will Sing Hallelujah, Your Shining Eyes, Lift Your Head Up High…) und am Ende des Abends immer Nothing Else Matters in der Akustikversion inkl. jedes einzelnen Gitarrentons.

Am Ende der Semesterferien sind mein Freund und ich weichgeklopft und ab der ersten Chorprobe sind wir dabei. Ich weiß noch genau, dass wir an jenem ersten offiziellen Abend das bereits genannte I Will Sing Hallelujah endlich richtig lernten, außerdem Money Money Money von ABBA und You’re The One That I Want vom Grease-Soundtrack. Und nach der Probe ging es natürlich wieder in die Stammkneipe. Ab da gehörten wir endgültig dazu und für die nächsten 2-3 Jahre bestimmten der Chor und seine Mitglieder einen großen Teil meiner/unserer Freizeitgestaltung und weite Teile des Freundeskreises. Egal, was man geplant hatte – für jede Aktivität fanden sich Leute, die mitmachten. Zu den offiziellen Chorproben, Kneipenabenden, Chorfahrten, Probentagen und Konzerten kamen diverse Spieleabende, Filmabende, Parties aller Art, Grill-Sessions am Strand und im Stadthafen, Ausflüge zu Konzerten nach Stralsund oder Berlin… Dazu kam unser Forum auf der Chor-Webseite sowie ICQ und Co., über die wir miteinander kommunizierten, wenn wir uns nicht sahen.

Aber eigentlich sahen wir irgendjemanden aus dem Chor ohnehin jeden Tag. Mein damaliger Freund und ich wohnten sehr zentral in Rostock und so war unsere Wohnung oftmals der Treff- und Ausgangspunkt – mal geplant, mal spontan – für diverse Aktivitäten. Es gab eine Zeit, in der es täglich um ungefähr die gleiche Zeit klingelte und wir einfach nur noch die Tür öffneten. Eines der Chormitglieder wohnte quasi bei uns, weil wir ein Klavier hatten. Und eine Gitarre. Und eine Ukulele. Es bedurfte keiner Begrüßung oder Bedienung mehr, sie waren bei uns einfach zuhause, wussten wo alles war und gehörten quasi zum Inventar der Wohnung. Ich habe jede Menge tolle Leute über diesen Chor kennengelernt und einige davon gehören auch heute noch zu meinen engsten Freund*innen.

Aufgelöst hat sich das Ganze für mich irgendwann nach und nach, als sich auch der Rest meines Lebens änderte. Mit dem Freund war Schluss, irgendwann war ein neuer da. Ich lebte in einer WG, lernte neue Leute kennen und verbrachte sehr viel Zeit auf Konzerten, Festivals und in anderen Clubs als dem alten Stammclub. Eine Zeit lang ging ich noch regelmäßig zu den Proben, dann irgendwann nur noch unregelmäßig, dann nur noch zu den Kneipenabenden und irgendwann hörte auch das auf. Es hat halt alles seine Zeit. Und so ein Studierendenchor hat eine hohe Fluktuation. Menschen ziehen weg, neue kommen dazu, außerdem gibt es natürlich wie in jeder größeren Clique den einen oder anderen Konflikt aufgrund von geschlossenen und wieder gelösten Beziehungen einzelner… Irgendwann war es einfach nicht mehr das, was es mal war.

Heute aber habe ich mir die alten Noten nochmal vorgeholt. Mir ist nämlich in der letzten Zeit wieder bewusst geworden, wie gut mir dieses gemeinsame Musik machen tut. Und das Singen im Allgemeinen. Gestern und vorgestern war ich lange zu Fuß in der Stadt unterwegs und da ich meine Kopfhörer gerade irgendwie versaubeutelt habe, musste ich mir selbst was vorsingen. Da fallen mir dann oft die alten Chorlieder ein – Bohemian Rhapsody und Don’t Stop Me Now natürlich, aber auch viele andere, die ich nicht wie diese aus dem Stegreif auswendig zusammenbekomme. Deswegen also heute nochmal das Herausholen und Absingen des gesamten Repertoires – der Hase war nicht da und die Katzen sind mittlerweile relativ resistent meinem schiefen Gesang gegenüber. Und wieder einmal merkte ich: Singen ist gesund und wirkt ausgleichend und aufmunternd auf mich. Daher freue ich mich sehr auf die nun folgende Woche, in der ich nicht nur Besuch von meiner Musikstudentinnencousine bekomme, mit der ich bestimmt das eine oder andere Liedchen schmettern werde, sondern auch noch eine lustige Karaoke-Runde angesetzt ist. Denn wie sangen schon die Wise Guys:

Wenn die Luft aus der Lunge Richtung Kehlkopf fließt,
wenn das Stimmbandsystem alles gut verschließt,
wenn die Stimmlippen mitwippen, bis sie richtig schwingen,
bezeichnet man den Vorgang allgemein als ‚Singen‘.
Der Kehlkopf ist dabei der Tongenerator,
die Stimmbänder sind gewissermaßen der Vibrator.
Über sechzig Muskeln geben Gas,
doch das Allerbeste: Singen macht Spaß!

Sing!
Sing mal wieder –
Bach-Choräle, Pop oder Kinderlieder!
Sing (Sing mit)!
Band oder Chor,
oder sing dir in der Dusche selbst was vor.
Sing!
Sing wenn du verlierst!
Singen hilft immer. Aber nur wenn du’s probierst.
Sing (Sing mit)!
Auch wenn du gewinnst,
sing auch dann, wenn alle Leute denken, dass du spinnst.

Wer nicht schön singen kann – na, der singt halt laut,
denn die Hauptsache ist, dass man sich was traut.
Nur mit Scheuklappen rumtappen? Was soll das denn bringen?
Mach‘ dich einfach locker und fang an zu singen!
Wer singt, bei dem kann man ohne Sorge pennen,
weil böse Menschen eben keine guten Lieder kennen.
Das Singen, das öffnet dir Tor und Tür.
Und manche Leute kriegen sogar Geld dafür…

Sing!
Sing mal wieder –
Rock, Punk, Soul oder Weihnachtslieder!
Sing (Sing mit),
Singen ist gesund!
Sperr die Ohren auf und benutz deinen Mund.
Sing!
Sing wenn du gewinnst!
sing, wenn alle Leute denken, dass du spinnst.
Sing (Sing mit)!
Auch wenn du verlierst,
Sing deinen Frust weg, bevor du explodierst.

Sing im Stadion,
sing im Friseursalon,
sing in der Warteschlange,
sing trotz Zahnarztzange!
Sing im Abendrot,
sing auf’m Segelboot,
sing, wenn du spontan verreist,
sing, außer wenn du Dieter Bohlen heißt!
Sing, wenn du bei ’ner Taufe bist,
sing, wenn die Taufe schon gelaufen ist,
sing zur Beförderung,
sing auch bei ’ner Beerdigung!

 

Noosas großes Abenteuer, Frühling in Berlin und ausgiebiges Couchen

Noosa ist ja bekanntlich die allersüßeste Katze auf der ganzen weiten Welt, aber ganz einfach ist sie auf jeden Fall nicht. Alle, die schon einmal hier in der Wohnung waren, wissen das. Denn von denen hat sie kaum jemand so richtig gesehen, geschweige denn angefasst. Während die kleine freche Miez das allerkuscheligste Wesen ist, wenn nur der Hase und ich zuhause sind, so wird sie zu einem Phantom, das schneller verschwindet, als sein Schatten, wenn andere Leute da sind. Ein paar Ausnahmen gibt es inzwischen: Wer häufig hier ist, eine angenehme Stimme, ein ruhiges Wesen und einen entspannten Gang hat, kann Noosa sehen und manchmal sogar streicheln. Es gibt aber auch Leute, die sie noch nie aus der Nähe gesehen haben, obwohl sie regelmäßig hier sind. So ging es sogar uns in den ersten Wochen.

Als Noosa und Nimbin vor fast 6 Jahren bei uns einzogen, lebte Noosa die erste Zeit unter dem Schrank und kam nur raus, wenn wir im Bett lagen. Erst nach mehreren Wochen traute sie sich, von uns gesehen zu werden. Irgendwann fraß sie sogar in unserer Gegenwart. Streicheln ließ sie sich vielleicht nach einem halben Jahr zum ersten Mal und es dauerte mindestens drei Jahre, bis wir sie hochnehmen und ein paar Schritte tragen konnten. Lange macht sie das bis heute nicht mit, sie ist eine sehr selbstbestimmte Miez. Wenn es klingelt, wenn jemand außer uns an der Wohnungstür ist, wenn der Staubsauger läuft oder wenn fremde Menschen da sind, dann hockt sie hinter der Couch und kommt mitunter auch halbe Tage nicht dahinter hervor, bis alles wieder so ist, wie sie es mag.

So kann man vielleicht verstehen, dass wir auf Tierarztbesuche mit ihr bisher weitestgehend verzichtet haben. Sie hat alle Grundimpfungen mitgemacht und wurde nach ihrer ersten Rolligkeit kastriert, aber in den letzten Jahren haben wir ihr den Stress dann nicht mehr angetan. Nimbin übrigens auch nicht, aber der hatte immerhin noch einen heldenhaften Auftritt als Blutspender, bei dem er auch nochmal durchgecheckt wurde. Gesundheitlich ging es den beiden Biestern eigentlich immer ziemlich gut, soweit wir das mitbekommen haben. Und da sie nunmal reine Wohnungs- bzw. Balkonkatzen sind, hörten wir auch irgendwann auf, uns über Impfungen Gedanken zu machen – hinzu kam, dass unser Tierarzt uns nicht besonders sympathisch war…

In letzter Zeit aber merkten wir, dass Noosa vermehrt sabberte und vor ein paar Tagen fand der Hase dann beim Aufräumen einen Katzenzahn. Beide Katzen lassen sich von uns ungern ins Maul gucken, daher war klar, dass beide endlich mal wieder einen Tierarztbesuch gewonnen hatten. Noosa sollte anfangen, da es bei ihr wahrscheinlich schwieriger werden würde und wenn sie erst einmal Nimbin in der Box aus der Wohnung verschwinden sähe, für einige Zeit wahrscheinlich völlig unmöglich geworden wäre, sie einzufangen. Als der Hase sie zur Kastration brachte, dauerte es über eine Stunde, sie in die Kiste zu bekommen und hinterher waren seine Unterarme komplett zerkratzt.

Zum Glück ist sie in den letzten Jahren sehr viel entspannter geworden und lässt sich von mir eigentlich fast immer gerne hochheben und streicheln. Deswegen habe ich es heute mit nur zwei Versuchen und innerhalb von wenigen Minuten geschafft, sie einzufangen und in die Transportbox zu sperren. Vielleicht haben auch ihre Kuscheldecke und ein Katzenminzekissen in der Kiste dabei geholfen.

Der neue Tierarzt ist auch nur 700 m entfernt, aber da der Weg dorthin an einer sehr viel befahrenen und damit lauten Straße entlangführt, habe ich mir doch für beide Wege ein Taxi genommen. Der Taxifahrer auf dem Hinweg war ein großer Tierfreund, machte sofort sein Radio aus und erzählte mir dann von seiner patentierten Katzenklo-Erfindung (mit Sensor, über den die Halter*innen informiert werden, wenn das Klo benutzt wurde und der eine Lüftung anstellt, die solange läuft, bis der Geruch verschwunden ist).

Auf dem Rückweg hingegen nahm mich erst der zweite Fahrer mit – der erste beschwerte sich, dass ich die Katze nicht angekündigt hätte und er jetzt ganz umsonst gekommen wäre. Ich finde es übrigens ganz großartig, in der Zukunft zu leben: Ich sage meinem Handy, dass ich ein Taxi brauche und 1-3 Minuten später, steht es vor mir. Am Ende bezahle ich mit einmal Display-Wischen und wenn ich nicht möchte, muss ich mich nichtmal groß mit dem Fahrer unterhalten (mache ich aber doch fast immer, außer ich bin zu müde).

Beim Tierarzt waren vor uns bereits ein Mann mit zwei Katzen (in zwei Transportboxen übereinander, in einen typischen Prenzlauer-Berg-Buggy gestapelt) und eine Frau mit Hund da. Die Frau erzählte sehr laut und ausschweifend von ihrem Hund und ihrer verstorbenen Katze. Der Mann antwortete sparsam und eher leise. Ich sagte gar nichts und versuchte, für die aufgeregte Noosa (starr vor Angst mit weit aufgerissenen Augen und ab und zu mit kläglichen Lauten, wie ich sie seit Jahren nicht von ihr gehört hatte) Ruhe auszustrahlen. Zum Glück kam die Hundefrau als nächstes dran, danach waren wir Katzenmenschen unter uns und es war still.

Während der Untersuchung war Noosa dann erstaunlich kooperativ, obwohl ihr Herz vor Aufregung ganz schön schnell schlug. Durch unsere Tierarztscheu ist uns leider entgangen, dass sie in den letzten Jahren schon einige Zähne verloren hat (kommt von nicht behandeltem Zahnstein). Das ist aber zum Glück relativ unproblematisch und beeinträchtigt sie nicht sehr. Nur wenn sich im Kiefer verbleibende Wurzeln entzünden sollten, könnte es zu Problemen kommen, deswegen müssen wir ihr jetzt wohl doch ab und zu mal ins Maul gucken.

Außerdem wurde sie entwurmt und geimpft (in 4 Wochen ist Auffrischung) und wird jetzt, wo sie so tapfer war, wieder eine regelmäßige Patientin werden, dann sollte es auch mit dem Zahnstein besser werden. Ich habe ihr dann später am Tag noch spezielle Zahnpflege-Snacks gekauft, von denen bekommen beide Miezen jetzt täglich einen. Und demnächst ist dann Nimbin dran mit dem Arztbesuch. (Das wird ein Spaß, schon unserer kleinen, zarten Noosa wurde heute ein Übergewicht von etwa 500 g attestiert, wie soll das erst bei ihrem großen, kräftigen Bruder werden?)

*

Zum Glück wird da draußen ja gerade vehement Frühling. Wie schon gestern waren auch heute zu Hochzeiten 13 Grad draußen und die Sonne schien die ganze Zeit. Es war richtig warm, die Straßencafés voll und selbst im Gras lagen schon Leute und sonnten sich. Wenn das so weiter geht, können die Balkontüren bald wieder den ganzen Tag offen stehen und die Katzen sich im Kreis rein und raus jagen, dann machen sie auch wieder etwas mehr Sport. Ich nutzte die Sonne ebenfalls noch für einen ausgedehnten Spaziergang und schaute mir mal wieder eine neue Gegend an. Wir wohnen ja im Prenzlauer Berg, aber nur wenige Meter weiter ist es schon Weißensee bzw. Pankow. In Weißensee bin ich noch relativ häufig unterwegs, da gibt es schließlich Seen und ein schönes Café mit leckerem Kuchen. In Pankow hingegen bin ich fast nie, deswegen lenkte ich meine Schritte vom Haustiergeschäft aus heute mal in diese Richtung. An der Brotfabrik am Caligariplatz vorbei ging es erst einmal ein Stück nach Norden und als es dort zu ungemütlich wurde, einmal mitten durch bis zum U-Bahnhof Vinetastraße, wo ein lieber Freund früher im Blumenladen gearbeitet hattet, dann durch die gleichnamige Straße zurück und am Ende hinunter zur Wisbyer, wo ich im Bioladen meine Einkäufe erledigte.

Nebenan gibt es ein Geschäft für mediterrane Delikatessen, das da schon ewig ist, aber in dem ich noch nie war (in dem Bioladen hingegen zumindest alle paar Monate mal). Diesmal ging ich spontan rein, um mich „nur mal umzusehen“. Zum Glück hatte ich schon einen schweren Beutel dabei, sonst hätte ich wahrscheinlich viel zu viel eingekauft. Mitnehmen musste ich aber den Leone und den Lamùri, meine beiden sizilianischen Lieblingsweine vom Weingut der Familie meiner lieben Freundin Fabrizia. Diese Weine findet man in Berlin relativ selten im Laden, selbst der italienische Supermarkt, in dem ich regelmäßiger einkaufe, führt sie nicht. Also griff ich schnell jeweils zu einer Flasche und verließ dann den Laden umgehend, aus Angst, noch mehr Geld auszugeben. Ich werde aber demnächst mit dem Hasen wiederkommen und dann auch mal die Frischfischtheke genauer in Augenschein nehmen.

*

Als ich wieder zuhause war, wurde es endlich Zeit, auf der Couch zusammenzuklappen und all die Serien zu gucken, die ich diese Woche noch nicht geschafft hatte. Der Rest des Wochenendes ist dem Auskurieren meiner diversen Wehwehchen gewidmet.

Mobster Dinner: Balls

Relativ regelmäßig treffen wir uns ja an Freitagen mit einer großen Gruppe von Freund*innen zum Mobster Dinner. Der Name hat nichts mit der Mafia zu tun, sondern damit, dass beim allerersten Dinner, das unter dem Motto „Lobster“ stand, scheinbar ziemlich viel gemobbt wurde (ganz liebevoll natürlich). Daraus entstand dann eben der M-obster. Gleich geblieben ist über die Jahre, dass es jeweils ein Motto gibt, das Mobben ist hingegen mal mehr, mal weniger intensiv.

Hätten wir den ersten Teil der Überschrift geklärt. Der zweite betrifft das heutige Motto: Balls. Auch dieses hat eine etymologische Entwicklung durchgemacht, denn ursprünglich ging es dabei mal um Meatballs. Anglophile können sich vielleicht ungefähr vorstellen, auf welchen Umwegen wir von Meatballs im Speziellen zu Balls im Allgemeinen gekommen sind. Einen kulinarischen Grund gibt es aber auch: Vorspeise und Dessert bleiben fleischfrei, aber dennoch kugelig.

Jetzt essen, nicht mehr schreiben!

Zwei legendäre Abende

Ich habe ja noch gar nicht richtig von den letzten beiden Abenden erzählen können, die jeder für sich genommen und in ihrer Gesamtheit ziemlich legendär waren. Die richtigen Menschen zur richtigen Zeit gemeinsam am richtigen Ort waren das.

Es begann am Dienstagabend mit dem Geburtstag meiner Mama, bei dem außer dem Hasen und mir mehr so Leute der Elterngeneration waren – Verwandte ebenso wie alte und vergleichsweise neue Freunde. Es gab gutes Essen und guten Wein und ziemlich schnell drehten sich die Gespräche um Vergangenes. Gemeinsame Erinnerungen von Menschen, die sich seit über 40 Jahren (und teilweise über 60 Jahren) kennen. Der Hase und ich konnten uns bequem auf dem Sofa zurücklehnen und einem ganz besonderen Schauspiel beiwohnen.

Es ist ja so eine Sache mit der Erinnerung: Sie ist subjektiv, selektiv und mitunter auch schlicht und ergreifend spekulativ. Da sitzen also Menschen beisammen, die vor 45 Jahren eine (oder zwei?) Reisen zusammen unternommen haben und als Rucksacktouristen durch Bulgarien getrampt und in den dortigen Hochgebirgen gewandert sind.

Aber da fängt es schon an: Waren denn alle auf beiden Reisen dabei? Oder hat diejenige Recht, die steif und fest behauptet, nur ein einziges Mal in Bulgarien gewesen zu sein? Und zu welchem der männlichen Mitreisenden gehörte eigentlich „die anstrengende Freundin“, an die sich alle erinnern? Wer hat wann wo weswegen gekotzt? Wer schlief mit wem in welchem Zelt? Und als sie nach dem Regen mit den Schäfern zusammen am Feuer saßen, wurde da ein Schaf frisch geschlachtet oder hatte jemand rohes Fleisch im Rucksack dabei? Und dann waren da doch in dieser Massenunterkunft diese beiden Schwulen, die die ganze Nacht über Sex hatten, so dass ein Mitreisender, der sich mit ihnen ein großes Bett teilte, nicht schlafen konnte? Wann war das nochmal und wo? Und wie sind sie da hingekommen? Und wer war nochmal dabei? Am Ende wird das Fotoarchiv zur Hilfe genommen, das natürlich längst digitalisiert ist. Die Fakten scheinen nun klar, aber die Erinnerung sagt trotzdem etwas ganz anderes… Was ist wahr?

Das war alles wirklich sehr, sehr amüsant anzusehen, gerade auch wegen der bestehenden Geschwister- und Liebesbeziehungen und der Art, wie sich diese auf die Gesprächsdynamik und Wahrheitsfindung auswirkten. Wir haben alle Tränen gelacht. Übrigens waren Filmschaffende unter den Gäst*innen. Solltet Ihr ähnliche Szenen also demnächst im Fernsehen sehen, dann wisst Ihr, woher die Inspiration kam… Was mir dabei noch aufgefallen ist: Anscheinend hatten meine Eltern eine viel wildere Jugend als ich selbst, ich sollte da evtl. dringend nochmal was nachholen!

Deswegen traf es sich auch sehr gut, dass ich am Mittwochabend direkt zu einem kleinen konspirativen Treffen geladen war, bei dem in der Ecke eines Fensters oben links im Großraumbüro (Kenner wissen) mit wenigen Handgriffen ein Lounge-Bereich in einen Probenraum verwandelt wurde. Schlagzeug, Bass, zwei Gitarren, Percussion-Spielereien… alles da.  Und dann wurde da bis kurz vor Mitternacht musiziert, wobei mir vor allem eine beobachtende Rolle zukam. Aber wer mich kennt weiß: Wenn die Musik nicht so laut wär, dann wär sie auch nur halb so schön. Und wenn irgendwo Lieder gespielt werden, die ich mag, dann muss ich da auch mitsingen. Zum Glück wurde das von den Profis enthusiastisch begrüßt und die Gitarre war auch so laut, dass die schiefen Töne einfach verschluckt wurden.

So ging es kreuz und quer durch die Musikgeschichte – von Bob Marley über Rage Against the Machine und Nirvana bis zu Oasis, Die Ärzte, Fools Garden und Silbermond. Selbst ein katholisches Kirchenlied wurde von den drei anwesenden Katholik*innen verpunkt und zu Gehör gebracht, während die vier anwesenden Nichtkatholik*innen (samt Hund) etwas ratlos durch die Gegend schauten. Besonders schön war auch, wie auf der Suche nach neuem Liedgut die Inspiration mal aus der einen, mal aus der anderen Ecke kam. Mal war es eine Bassline, mal ein Gitarrenriff, mal ein Drumbreak, das von den anderen erkannt und aufgenommen wurde. Nicht immer wusste ich sofort, um welchen Song es gehen sollte, aber einige habe ich dann doch als einzige mehr oder weniger sofort erkannt und mitgesungen, etwa den „Schunder-Song“ und „Hurra“ von Die Ärzte oder „Durch die Nacht“ von Silbermond.

Am Ende hatte fast jeder mal am Schlagzeug gesessen und auch Bass und Gitarren wechselten regelmäßig die Besitzer. Und ich wusste mal wieder, dass ich zwar nicht wirklich gut singen kann (besonders in schwierigen Tonlagen, in denen ich innerhalb einer Strophe ständig die Oktave wechseln muss, um die Töne halbwegs zu erreichen), aber dabei wirklich unglaublich viel Spaß habe – zumindest wenn die Musik und die Begleitung stimmen. Zum Glück ist die nächste Runde bereits angesetzt und vorher treffe ich alle Beteiligten schon nächste Woche in der Karaoke-Kabine wieder ❤