11.09.2026 – Erinnerungen und Abschlussabend

Noosa weckt mich wieder zwischen 4 und 5 das erste Mal, danach gibt es nur noch kurze Döseeinheiten, bis es eh nicht mehr lange bis zum Weckerklingeln ist. Kurz vor 6 beginne ich den morgendlichen Reboot, lese das Internet leer, blogge, mache Französisch und Italienisch. Nur die Rätsel muss ich mir für die Bahnfahrt aufheben, bei zu kurzer Nacht braucht mein Kopf morgens noch zu lange dafür.

Ich gehe ins Bad und mache mich fertig, dann ruft der Liebste an und ich telefoniere mit ihm, während ich Noosa frühstücke, mein eigenes Frühstück einpacke und losdüse. Auf dem Weg zur S-Bahn verabschieden wir uns. In der Bahn mache ich die Rätsel, dann laufe ich durch Neukölln und bin als eine der ersten beim Kurs, so dass noch Zeit bleibt, Müsli mit Apfel zu essen, Kaffee zu trinken und ein bisschen zu quatschen.

Unweigerlich landen die Gespräche beim 11. September 2001 und wir erzählen uns einige unserer Geschichten von diesem Tag. Dann geht es aber los mit Check-in, Rekapitulation, mehr Theorie, Planung der nächsten Kurswochen, die nicht mehr in Präsenz stattfinden, und nochmal erstaunlich viel Denken und Schreiben.

Zwischendrin gehe ich mit einer anderen Teilnehmerin in einem nahegelegenen Foodcourt Sandwiches holen, meins ist mit paniertem Auberginenschnitzel und Chipotle-Miso-Lime-Mayo und wirklich sehr lecker. Wir sitzen zum Essen nochmal draußen und es gibt auch nochmal Trauben direkt von der Rebe. Die werde ich vermissen, wir haben sie aber in den zwei Wochen auch fast alle abgeerntet.

Zum Feierabend räumen wir dann auf, sammeln alle unsere Siebensachen auf, räumen unsere Fächer aus, geben unsere Klemmbretter ab und rollen unsere Ergebnisse ein und nehmen sie mit. Eine gewisse Melancholie macht sich breit – nächste Woche geht es zurück in den Alltag bzw. für zwei von uns in neue Alltage. Wieder ein Abschnitt vorbei. Damit wir nicht zu traurig werden, gehen wir aber noch in ein französisches Bistrot und können sogar noch – vielleicht ein letztes Mal dieses Jahr? – draußen zu Abend essen.

Es wird ein schöner Abend und am Ende fahre ich noch mit zwei anderen Teilnehmenden mit der Bahn zurück in den (Nord-)Osten. Gegen 22 Uhr bin ich zuhause und gönne mir noch die letzte pinke Pitahaya mit Noosa auf der Couch.

Ich lese und schaue noch ein bisschen im Internet herum. Unter anderem hat die Freundin in Leipzig ihre Erinnerungen zu 9/11 geteilt und entweder hatte ich ihr Erleben in den 25 Jahren vergessen, oder sie hatte mir das nie erzählt. Ich hatte an dem Tag eigentlich Wandertag, war aber dann krank zuhause. Sie hingegen war in der Schule und mit der Schülerzeitung beschäftigt, deren Chefredaktion ich (wenn ich mich richtig erinnere) gerade zum Beginn des Schuljahres an sie abgegeben hatte? Sie lief jedenfalls durchs Schulhaus und sammelte Stimmen ein, die dann später in der Zeitung erschienen und spätestens aus heutiger Sicht sehr nachdenklich machen, wenn man bedenkt, wie sich die Welt, die Stadt und die Schule inzwischen entwickelt haben…

Irgendwann ist es Mitternacht und mir fallen schon wieder die Augen zu. Ab ins Bett!