Tagebuch-5 im März 2019 #WMDEDGT

Es ist mal wieder der 5. des Monats und Frau Brüllen fragt: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Die anderen Antworten gibt es drüben, meine steht hier:

Ich wache, wie eigentlich immer dieser Tage, viel zu früh auf. Schon um 5 Uhr morgens ist die Nacht vorbei, der Kopf ist an, die Gedankenspirale dreht sich. Ich lese mich durch Messages, Feeds und Timelines, grüble ewig über gestern und in den letzten Tagen Gesagtes, kuschle mit den Katzen (die links und rechts an mir dran klebend die Nacht verbracht haben) und schaue, ob mich die Müdigkeit noch einmal übermannt. Als das ausbleibt, gebe ich kurz nach 6 auf, werfe den Laptop an und beginne diesen Blogpost. Um die Zeit bis zum Aufstehen weiter sinnvoll zu nutzen, mache ich mich an das Aufsetzen eines Untermietvertrags, denn voraussichtlich ab Mitte April werde ich eine neue Mitbewohnerin haben. Dann sortiere ich noch ein paar wichtige Gedanken in eine Nachricht und stehe dann gegen halb 8 auf.

Ich mache mich und die Katzen fertig für den Tag, stecke mir ein wenig Kuchen vom Wochenende als Frühstück fürs Büro ein und mache mich zunächst auf den Weg zu einer ärztlichen Routineuntersuchung. Für mich überraschend ist Schienenersatzverkehr angesagt, so dass ich sowohl zeit- als auch streckentechnisch einen ziemlichen Umweg mache – wäre ich mal auf meiner Stammstrecke geblieben und wäre einfach paar Meter weiter gelaufen als sonst. So aber wirkt sich das ja wenigstens mit auf mein Tagesschrittziel aus und dass ich später ins Büro komme als sonst hatte ich sowieso eingeplant. Leider verpasse ich so unsere morgendliche Team-Kaffeerunde, aber irgendwas ist ja immer. Noch im Wartezimmer erreicht mich eine sehr aufmunternde Reaktion auf meine vorhin formulierte Nachricht und auf einmal ist der Tag viel sonniger.

Der Arztbesuch verläuft unspektakulär, danach geht es noch kurz in die Apotheke und dann ins Büro. Dort erwartet mich bereits ein Päckchen: Am Wochenende habe ich mir Visitenkarten designt und bestellt, die ich demnächst im privaten bzw. virtuellen Rahmen brauchen werde. Sie sehen toll aus und sind mangogelb. ❤

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Auf eine abgespeckte Kaffeerunde zu dritt folgt erst normales Arbeiten, dann ein längeres Meeting mit Vor- und Nachbereitung und dann ist es schon Mittag und ich gehe  mit der besten Kolleginnenfreundin nach draußen in die Pause. Der März hat sich am Faschingsdienstag als April verkleidet: Blauer Himmel, Sonne, Regen, Graupel… Alles innerhalb der einen Stunde, die wir draußen verbringen. Den Teil mit der Sonne nutzen wir für leckere Pasta auf einer Bank am Gendarmenmarkt. Der Nachmittag im Büro plätschert recht ereignislos vor sich hin, begleitet von vielen E-Mails und Abstimmungen mit Kolleg*innen vor Ort und in diversen anderen Ländern. Die vielen internationalen Kolleg*innen, die wegen der ITB in der Stadt sind, bringen etwas zusätzliche Farbe in den Büroalltag, ebenso das gesharete Dokument mit Bild und Text, an dem ich zusammen mit diversen anderen Kolleg*innen gleichzeitig arbeite.

Am späteren Nachmittag wird ein zweiter Kaffee nötig, weil der Tag ja doch recht früh begann. Nebenbei koordinieren der Hase und ich unsere Abendplanung und wer wann was mit der Waschmaschine anstellen sollte, damit er für seinen Wochenendtrip nach Prag saubere und trockene Klamotten hat – die Freuden des neuen Beziehungs- bzw. WG-Status‘. Den Feierabend verbringe ich dann mit einer lieben Kollegin zunächst mit Heißgetränken und Baklava, dann mit vietnamesischen Tapas und einem Cocktail – kein einziges Foto wird davon gemacht. Natürlich wird auch wieder sehr viel geredet, aber das ist trotz teilweise schwierigen Inhalts sehr sehr angenehm und toll. Wir wohnen ungefähr in derselben Gegend, deswegen haben wir noch eine ganze Strecke Heimweg zusammen und auch sie kennt jetzt mein Stammcafé und weiß, wo mein Haus wohnt 😉

Gegen 11 bin ich zuhause, kaufe mir schnell noch ein Tickets fürs diesjährige 20. Immergut (Boah bin ich alt!) und gehe dann hundemüde ins Bett.

 

So viel Reden

Dieser Tage wird unheimlich viel geredet. Ich habe gefühlt noch nie so viele emotionale Gespräche geführt, während der normale Alltag einfach weiterlief. Bleibt nur die Hoffnung, dass am Ende der Gespräche eine bessere Zukunft steht.

Gleich kommt noch jemand zum Reden, deswegen reicht es heute nicht einmal für die 1000 Fragen.

Ab morgen dann wieder ausführliches Tagebuchbloggen, ja?

Sonntagsschnipsel: Long lost cousins & Eigen- vs. Fremdwahrnehmung

Long Lost Cousins

Was ich ja bei den London-Bemerknissen gestern noch völlig vergessen habe, ist die absurde Begegnung am Flughafen. Leider war ich am Montag noch ziemlich durch den Wind von den Ereignissen des Wochenendes, daher habe ich nicht ganz so reagiert, wie ich es mir im Nachhinein gewünscht hätte, als die Beamtin bei der Einreise völlig ungläubig auf meinen Perso schaute und es dann aus ihr herausplatzte: „I have the same surname! I can’t believe it, that has never happened to me, ever!“ Zunächst dachte mein Kopf nur: Ja, mir auch nicht, witziger Zufall. Dann: Oh, sie hat den gleichen Nachnamen wie ICH! Und sie wohnt in England! Ich brachte also ebenso meine Verwunderung und erfreute Überraschung zum Ausdruck. Dann wurde es aber noch cooler: Sie erzählte mir, wie vor vier Generationen einer ihrer Vorfahren von Frankfurt nach Parma ausgewandert sei und den Nachnamen dann immer weiter vererbt hatte. Dabei zählte sie die Namen ihres italienischen Vaters, Großvaters, Urgroßvaters und Urgroßvaters auf. Familie ist ja in Italien sehr wichtig und ich kann mir gut vorstellen, wie diese Geschichte seit Jahr und Tag herumgereicht wird, wenn jemand eines der Familienmitglieder auf den ungewöhnlichen Nachnamen anspricht (Wie, ein Name ohne Vokal am Ende? Und dann ist der Konsonant nichtmal ein N?!).

Ich stellte dann also (müde und ein bisschen dumm) fest, dass sie ja gar keine Engländerin, sondern Italienerin sei. Sie bestand auf 15/16 Italienerin und 1/16 Deutsche und fragte mich dann, ob wir denn entfernte Cousinen sein könnten und ob wir mit dem Autohersteller verwandt seien. Ich bestätigte, dass meine Vorfahren vor diversen Generationen ungefähr aus dieser Ecke des Landes kämen und die vom Autohersteller auch. Dann meinte sie noch einmal, dass sie völlig überwältigt sei und wie schade es sei, dass sie mich nie mehr wiedersehen würde. Sie nannte mir noch ihren Vornamen (typisch italienisch und leider habe ich ihn nicht einmal genau gemerkt, denn er klang so ähnlich wie der meiner italienischen Ex-Schwiegermutter, so dass ich nicht nochmal nachfragte, um mich rückzuversichern) und gab mir meinen Perso zurück. Ich habe seitdem versucht, sie zu googlen, bin aber leider erfolglos geblieben. Wenn also jemanden meines Nachnamens in London (oder Parma oder sonst irgendwo in Italien) kennt: Lasst es mich wissen, ich hätte große Lust, das weiter zu verfolgen (und hoffe ein bisschen, dass sie mich vielleicht googlet, meine Daten hat sie ja).

 

Eigen- und Fremdwahrnehmung

In den letzten Tagen habe ich in den verschiedensten Zusammenhängen immer wieder viel über Eigen- und Fremdwahrnehmung nachgedacht, speziell im zwischenmenschlichen Bereich. Besonders augenfällig wurde das natürlich, wenn ich oder der Hase anderen von den neuesten Entwicklungen berichteten und uns dann hinterher die jeweiligen Reaktionen aus dem Umfeld erzählten. Diese reichten von Aussagen à la „Hmm, das war ja abzusehen.“ bis „WAS?!!?? Wieso DAS DENN?!?“, ich glaube wir beide liegen mit unserer eigenen Wahrnehmung von innen irgendwo zwischen den beiden Extremen, wenn auch deutlich näher am Abzusehen-Rand. Aber das ist nicht das einzige Thema, in dem dieses Spannungsfeld eine Rolle spielte.

Neulich beim Karaoke zum Beispiel. Es war ein grandioser Abend, von dem ich heute immer noch zehre und ich freue mich schon unglaublich auf die angedachte Wiederholung in zwei Wochen. Nun war dieser Abend aber auch nicht komplett nur joy-sparking und neben dem Wundervollen war auch einiges anderes mit im Raum. Je nachdem, wie viel die Beteiligten im Vorhinein wussten, wurden von ihnen ganz unterschiedliche Stimmungen und Schwingungen im Bezug auf verschiedene Situationen wahrgenommen. So bekam ich im Laufe des Abends und auch im Nachgang zum Beispiel sehr viel Mitgefühl wegen einer Sache ausgesprochen, von der meine lieben Freund*innen dachten, sie würde mir sehr zu Herzen gehen und mir den Abend versauen. In Wirklichkeit war mir diese spezielle Sache hingegen total Banane. Meine Grundstimmung war halt nicht ganz wolkenfrei und es gab stattdessen auch noch etwas völlig anderes, das mich immer mal wieder ein wenig herunterzog, aber abgesehen davon war mein Abend – wie schon gesagt – grandios.

In noch einer dritten Angelegenheit tauchte das Thema auch wieder auf: eine Situation, die von außen relativ eindeutig nach einer bestimmten Deutung aussieht, sich von innen und für die direkt Beteiligten aber völlig anders anfühlt. Nicht immer einfach und auch nicht unbedingt eindeutig, aber doch deutlich anders, als vom Umfeld immer wieder unterstellt. Trotzdem scheint es, als müsse man sich auch mit der Fremdwahrnehmung auseinandersetzen, wobei ich persönlich die Leute ja gerne einfach reden lassen würde.

Meine eigene Wahrnehmung von mir selbst ist übrigens, dass ich eher zu den Oversharern gehöre, ziemlich frei heraus jedem ungefähr alles von mir erzähle und mich den Leuten eher zu viel als zu wenig öffne. Ich bekam jetzt aber von mehreren Seiten das Feedback, dass ich ja eher still und verschlossen sei und die Dinge eher mit mir selbst ausmache. Darüber möchte ich mal ausführlicher nachdenken, deswegen schreibe ich das auch mit auf.

Und schlussendlich erfuhr ich noch von noch einer weiteren Sache, in der eine völlig harmlose Begebenheit von Menschen mit einem völlig anderen Mindset und Erfahrungshorizont zu einem riesigen Problem aufgebauscht wurde, das dann wiederum Auswirkungen auf den Umgang miteinander hatte, die völlig unnötig gewesen wären. Spätestens in diesem letzten Punkt finde ich es dann nicht mehr ganz so egal, was die Leute reden und denken.

London-Bemerknisse

Anfang der Woche weilte ich, wie bereits bekannt, aus beruflichen Gründen für drei Tage in London. Der Großteil der Zeit war vollgepackt mit kleinen und großen Meetings mit Kolleg*innen aus Deutschland, Polen, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Irland, Mexiko, Indien, den USA und natürlich Großbritannien – über diverse Hierarchieebenen hinweg bis eine Stufe unter dem CEO unseres international agierenden, börsennotierten Unternehmens. Verkehrssprache war Englisch, mit kürzeren Ausflügen ins Französische, Italienische, Niederländische und natürlich ins Deutsche. Zwischendurch schwirrte mir also ganz schön der Kopf, auch gesamtsituationsbedingt natürlich.

Trotzdem habe ich es auch noch geschafft, an diesen drei Tagen meine beiden Londoner Must-haves unterzubringen: Einen Besuch beim Stamminder und ein Großeinkauf der besten Kekse der Welt.

Den Stamminder habe ich 2008 entdeckt, als ich mit Freund*innen im Sommer einen Roadtrip durch Südengland machte. Eine in England lebende Bekannte mit indischen Wurzeln hatte mir die Drummond Street als Adresse für authentische indische Küche empfohlen und als wir dort hindurch spazierten, war es der Name Ravi Shankar, der mir natürlich sofort ins Auge sprang und mich zum Hineingehen verführte. Es war wirklich sehr lecker und so kehrte ich dann auch 2012, als ich das nächste Mal in London war (übrigens kurz nachdem der Hase und ich zusammengekommen waren, Ironie des Schicksals), gleich zweimal wieder dort ein. Und eben jetzt am Montag. Es war wieder großartig!

Die Kekse hingegen kenne ich bereits seit über 20 Jahren (aua, jetzt fühle ich mich alt), seit meiner ersten Sprachreise 1998. Damals entdeckte ich den Laden in den Lanes in Brighton und weil ich mich nicht entscheiden konnte, bestellte ich einfach einen (oder zwei?) von jeder Sorte – für sehr sehr viele Pfund, vor allem für mein 15-jähriges Ich. Seit damals sind diese weichen, köstlich gewürzten und mit raffinierten Toppings versehenen Cookies mein Gold Standard, was Kekse angeht. 1999 und 2000 war ich wieder dort und kaufte wieder. Und dann natürlich auch 2008 und 2012. In den letzten Jahren brachte mir mein Bruder regelmäßig die Kekse mit, wenn er aus England zu Besuch kam – mir fällt gerade ein, dass wir bei unserem letzten England-Besuch 2016 gar keine essen konnten, weil unsere Reiseroute zu weit ab von jeglichen Filialen lag. Aber da hatten wir ja schon die regelmäßige Quelle aufgetan. Diese Woche jedenfalls habe ich mich selbst wieder mit den Keksen versorgt – und auch schon mit einigen ausgewählten Menschen geteilt.

Ansonsten fand ich an London noch spannend, dass es immer noch sehr viel internationaler ist, als Berlin – obwohl Berlin in den letzten Jahren schon deutlich aufgeholt hat. Das Büro ist sowieso international, die U-Bahnen sind voll mit Menschen, denen man den Migrationshintergrund auf den ersten Blick ansieht und in der Gastronomie abseits des Stamminders dominierten Servicekräfte aus östlichen EU-Ländern. Angesichts all dessen wirkt diese ganze Brexit-Scheiße noch viel absurder und beängstigender als sonst schon.

Das zweite Spannende: Ich habe absolut null Bargeld benötigt. Überall konnte man kontaktlos mit der Kreditkarte bezahlen – im Supermarkt, im Keksladen, im Restaurant, an der Pub-Theke… sogar beim Bahnfahren fiel dadurch der lästige Ticketkauf komplett aus – einfach Kreditkarte an die Sensoren halten, die sonst für die Monatskarten da sind und fertig. Ist sogar deutlich günstiger, als die normalen Tickets, zumindest bei mehreren Fahrten am Tag.

So fühlt sich also diese „Zukunft“ an. Berlin, Du hast noch viel aufzuholen. Aber wenigstens bleibst Du in der EU!

Im März werde ich…

  • mir vor allem sehr viel Gutes tun, in jeglicher Hinsicht, und gut auf mich achtgeben
  • ein mir sehr wichtiges Gespräch führen und dabei die besten Kekse der Welt teilen (Check)
  • viel Organisatorisches zu klären haben (erste Schritte sind bereits gemacht)
  • viel sortieren – Gefühle, Gedanken, Gegenstände, Geldangelegenheiten…
  • endlich Georgisch essen gehen
  • drei weitere Tierarztbesuche absolvieren (lassen)
  • evtl. eine Pressekonferenz besuchen
  • nicht nach Prag fahren
  • den Frauentag in irgendeiner anderen Form begehen
  • mit zwei meiner Cousinen ihre Geburtstage nachfeiern
  • hoffentlich noch ein weiteres Mal konspirativ musizieren, bzw. dabei zuhören
  • das beste Fräulein der Welt endlich wiedertreffen
  • ein weiteres Mal Karaoke singen gehen – hoffentlich wird es genauso großartig wie beim letzten Mal
  • den St. Patrick’s Day in irgendeiner Form begehen
  • viel arbeiten – im Job, im Ehrenamt und auch zuhause
  • viele Freunde treffen, bzw. mit ihnen kommunizieren
  • vielleicht mal ein Wochenende wegfahren
  • weiterhin die Nächte mit den zwei schnurrenden Fellknäueln verbringen

 

(Inspiriert von Frische Brise, die diese Tradition meines Erachtens angefangen hat. In meinem Feedreader macht das außerdem auch Frau Brüllen regelmäßig.)

Wie der Februar riecht

Inspiriert vom allerliebsten Fräulein, das Monat vor Monat dazu ermutigt, olfaktorische Erinnerungen aufzuschreiben und zu teilen, geht es am letzten Tag des Monats darum, wie mein Februar gerochen hat.

Der Februar beginnt mit dem durchdringenden Duft von Waffeln im ganzen Büro und dem Kribbeln der Sektperlen in der Nase. Er riecht zudem nach frisch gebackenem Kuchen und sonntäglicher Gemütlichkeit ebenso, wie nach unzähligen Mittagspausen und typischen Mittagspausengerichten. Er riecht nach einem veganen vietnamesischen Abend (knuspriger Reismehlpfannkuchen, samtig-würzige Suppe, herzhaft-süße gebackene Mango mit Erdnüssen!) und aufregend neuen Poké-Bowls. Nach jeder Menge Knoblauch riecht er auch, wie eigentlich jeder Monat. Dazu kommt der Duft von kiloweise gekugelten Früchten und einem daraus resultierenden erschöpften Handgelenk. Nach indischen Leckereien und den besten Keksen der Welt.

Der Februar duftet nach Babyköpfchen, Katzenplüsch, Hundefell, Popcorn, Tee und den Tulpen auf Mamas Geburtstagstisch. Nach Noosas Angstschweiß beim Tierarztbesuch, nach Currywurst und Turnhalle. Der Februar riecht nach Abenteuer, Piratengeschichten und jeder Menge Adrenalin. Nach lauter Musik und verschwitzten Menschen in stickigen Räumen, nach verräucherten Kneipen und Glück und Unglück ganz nah beieinander.

Nach Sonnenschein im Gesicht duftet der Februar ganz besonders stark, nach frischer Luft und freiem Ausschreiten – in Berlin wie in London. Nach Tee mit Milch und Flugzeugatem. Nach dem eigentlich köstlichen koreanischen Gericht, zu dem ich eingeladen wurde und in dem ich zwei Mittagspausen lang vergeblich herumstocherte, weil plötzlich alles andere wichtiger war als Essen. Der Februar duftet nach Trauer und Abschluss ebenso wie nach Aufbruch und Neuanfang. Nach vielen emotionalen Gesprächen, ein paar salzigen Tränen und jeder Menge Wärme und Freundschaft und Nähe.

Nach einem wilden Mix aus Sicherheit und Unsicherheit duftet der Februar, nach schlaflosen Nächten und anstrengenden Tagen, nach ganz erwachsenen Entscheidungen und Teenie-haften Albernheiten. Und nach Hoffnung, Zuversicht und Vorfreude duftet er auch. Versprochen.

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Auch der dritte Tag in London ist voller Meetings, deswegen gibt es noch eine weitere Runde Fragen.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

111. Bist du stolz auf dich?

Nicht immer und natürlich nicht auf alles, aber grundsätzlich ja.

 

112. Welches nutzlose Talent besitzt du?

Ich weiß heute noch die Geburtstage der Stars, die ich als Teenie toll fand. Ebenso wie die von vielen ehemaligen Klassenkamerad*innen usw. Zu jedem Datum fallen mir als erstes die Leute ein, die da Geburtstag haben (sofern ich welche kenne). Was aber nicht heißt, dass ich dann an genau diesem Tag auch wirklich daran denke, ihnen zu gratulieren 😉

 

113. Gibt es in deinem Leben etwas, das du nicht richtig abgeschlossen hast?

Ja.

 

114. Warum trinkst du Alkohol beziehungsweise keinen Alkohol?

Ich trinke Alkohol, wenn es zur Stimmung bzw. Situation passt. Zu gutem Essen oder in einer gelösten Situation mit Anderen, meist aus Geselligkeit. Es kommt eigentlich nie vor, dass ich mich mit Absicht betrinke, um zu vergessen oder einen bestimmten Zustand zu erreichen. Ich trinke keinen Alkohol, wenn es mir körperlich nicht so gut geht oder ich die Befürchtung habe, dass es mir mit (mehr) Alkohol körperlich schlechter gehen könnte. Generell ist mein Trinkverhalten ziemlich gemäßigt.

 

115. Welche Sachen machen dich froh?

So langsam wiederholen sich hier einige Fragen, habe ich das Gefühl. Aber gut: Sonnenschein, das Meer, die richtige Musik, die richtigen Leute, niedliche Tiervideos, gutes Essen, Lachen…

 

116. Hast du heute schon einmal nach den Wolken am Himmel geschaut?

Ja, ich glaube das tue ich jeden Tag, wenn auch nicht bewusst.

 

117. Welches Wort sagst du zu häufig?

Irgendwie, quasi, oder so.

 

118. Stehst du gern im Mittelpunkt?

Kommt auf die Situation an. Wenn ich gerade etwas bedeutsames erzähle und dabei nicht das Gefühl habe, ins Schwimmen zu kommen oder mich zu verhaspeln, dann klar, gerne. Wenn ich gerade unsicher bin in dem was ich tue, dann natürlich nicht. In vielen Momenten tue ich, was ich tue (z. B. tanzen oder Karaoke singen), weil ich Lust darauf habe, und nicht um im Mittelpunkt zu stehen.

 

119. Wofür solltest du dir häufiger Zeit nehmen?

Selbstreflektion und das Verarbeiten von schwierigen Erlebnissen.

 

120. Sind Menschen von Natur aus gut?

Ich glaube schon, frage mich dann aber doch, was mit einigen passiert ist…

1000 Fragen in London 2

Immer noch in London, immer noch alles voller Termine. Deswegen wieder vorbereitete Fragen…

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

101. Treffen die deinem Sternbild zugeordneten Charaktereigenschaften auf dich zu?

Sehr viele davon, ja.

 

102. Welche Farbe dominiert in deinem Kleiderschrank?

Kann man gar nicht so leicht sagen, meine Klamotten sind ziemlich bunt. Es gibt schon viel blau, grün und rot, aber dazwischen auch Knalligeres und Gedeckteres. Ich muss mal wieder ein paar mehr gelbe Sachen kaufen, davon hatte ich mal deutlich mehr und ich vermisse das.

 

103. Holst du alles aus einem Tag heraus?

Auf Reisen meist schon, da gibt es oft einen ziemlich strikten Plan, damit ich alles schaffe, was ich schaffen will. Im Alltag eher nicht.

 

104. Wie viele TV-Serien schaust du regelmässig?

Es ist mir fast ein bisschen peinlich, aber wenn ich meinen aktuellen Serien-Wochenplan so ansehe, komme ich auf 12 wöchentliche Serien. Nicht immer gibt es jede Woche eine neue Folge, dafür gucke ich dann aber auch öfters noch andere Serien am Stück weiter…

 

105. In welchen Momenten wärst du am liebsten ein Kind?

Wenn ich krank bin und mich um nichts kümmern müssen möchte.

 

106. Kannst du eine Woche auf das Internet verzichten?

Wenn es unbedingt sein muss, ja. In meinem normalen Alltag nicht (zum Beispiel arbeite ich ja auch im Internet).

 

107. Wer kennt dich am besten?

Meine engsten Freund*innen.

 

108. Welche Arbeit im Haushalt findest du am wenigsten langweilig?

Kochen, Backen, Abwaschen, Aufräumen (wenn es einen Platz für alles gibt und man nur sortieren muss). Wäsche aufhängen oder zusammenlegen ist auch voll OK. Blöd finde ich vor allem alles, was mit Putzen zu tun hat.

 

109. Bist du manchmal von anderen enttäuscht?

Natürlich.

 

110. Wie sieht ein idealer freier Tag für dich aus?

Die Sonne scheint. Ich schlafe lange. Ich verbringe den Tag mit verschiedenen gemischten Aktivitäten – faul sein, spazieren gehen, Freund*innen treffen, kreativ sein.

1000 Fragen in London 1

Die erste Kalenderwoche im neuen Leben beginnt für mich mit einer dreitägigen Dienstreise nach London. Die Tage sind vollbepackt mit Terminen, Meetings und Abendveranstaltungen, deswegen habe ich da schonmal ein bisschen was vorbereitet und mache einfach so lange mit den 1000 Fragen an mich selbst weiter.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

91. Wie heisst dein Lieblingsbuch?

Darüber habe ich hier neulich schon mal geschrieben: Love Is A Mixtape von Rob Sheffield. (Er schrob übrigens auch ein gutes über Karaoke, quasi die Fortsetzung des Erstlings…)

 

92. Mit wem kommunizierst du am häufigsten über WhatsApp?

Ich bekomme da täglich das Bären-Abo, das ist wohl das Häufigste. Ansonsten ist das ganz unterschiedlich – eine wilde Mischung aus Familie, Freund*innen und Kolleg*innen. Ganz aktuell stehen bei „Häufig kontaktiert“ die voraussichtliche zukünftige Mitbewohnerin, die Musikusine, die beste Freundin, der nicht einfache Kollegenfreund und eine weitere liebe Freundin aus Bielefeld.

 

93. Was sagst du häufiger: Ja oder Nein?

Ich hoffe Ja.

 

94. Gibt es Gerüchte über dich?

Oh ganz sicher. Als ich klein war, kursierten Gerüchte über meine Familie, unsere monetäre Situation und angebliche Auswanderungspläne. Später habe ich dann hauptsächlich Gerüchte über mich und mein Liebesleben mitbekommen. Die sind grad auch wieder ganz schön hoch im Kurs.

 

95. Was würdest du tun, wenn du nicht mehr arbeiten müsstest?

Wahrscheinlich würde ich größtenteils die Sachen tun, die ich auch jetzt mache, wenn ich nicht gerade arbeite. Plus mehr Reisen, Konzerte oder längere Auslandsaufenthalte. Je nachdem, wie viel Geld ich zur Verfügung hätte, würde ich wahrscheinlich einige Zeit in Sizilien verbringen und öfter die Eltern in Kanada besuchen.

 

96. Kannst du gut Auto fahren?

Haha, nein. Ich bin dreimal durch die praktische Führerscheinprüfung gefallen – jedes Mal spektakulärer und mit größerer psychischer Blockade. Hab das Projekt dann aufgegeben. Als Mitfahrerin bin ich aber – nachdem ich mich von einem traumatischen Unfall vor 5 Jahren wieder erholt habe – ziemlich entspannt, lasse den*die Fahrende*n machen und mische mich absolut nicht ein (außer wenn es unangemessen schnell und ruckelig wird, da kommt die Unfallangst wieder hoch). Zuletzt bin ich zum Beispiel total ruhig geblieben, als es aus Versehen in der falschen Richtung durch eine Einbahnstraße ging und dann Autos entgegenkamen – fand der Fahrer im Nachhinein bemerkenswert.

 

97. Ist es dir wichtig, dass dich die anderen nett finden?

„Die anderen“ ist eine ziemlich vage Angabe. Mir ist wichtig, dass diejenigen, mit denen ich zusammen arbeiten muss mit mir gut klarkommen. Und dass ich mit denen gut klarkommen, mit denen ich regelmäßig zu tun habe. Natürlich sollen mich Freund*innen und Familie nett finden – wenn ich es verdient habe – und generell alle, die ich auch nett finde. Beim Rest ist es mir weitestgehend egal.

 

98. Was hättest du in deinem Liebesleben gerne anders?

Witzige Frage. Darüber denke ich in den nächsten Monaten mal in Ruhe nach, ja?

 

99. Was unternimmst du am liebsten, wenn du abends ausgehst?

Kommt ein bisschen drauf an. Wenn ich Leute treffen und mich mit ihnen unterhalten will, dann am Liebsten beim Essen. Ansonsten geh ich auch sehr gerne tanzen (aber nur bei der richtigen Musik) oder Karaoke singen (aber nur mit den richtigen Leuten). Einfach nur was trinken gehen kommt eher selten vor, ebenso wie Kino und Theater, obwohl das auch alles schön ist, nur eben nicht so häufig.

 

100. Hast du jemals gegen ein Gesetz verstossen?

Ja.

Alles anders und 1000 Fragen

Seit gestern ist alles ziemlich anders, das merken auch die Katzen. Sie sind ein wenig rastlos und verwirrt über die veränderte Atmosphäre. Und sie dürfen plötzlich im Schlafzimmer rumhängen.

Rastlos und verwirrt bin auch ich und das wird sicherlich auch noch eine ganze Weile so bleiben. Bis sich der aufgewirbelte Staub wieder etwas gelegt hat, wird es hier im Blog wohl eher (noch) ein wenig kryptischer zugehen als auch sonst schon mitunter bemängelt wird. Nur soviel: Alles wird gut, irgendwann. Und ich habe die allerbesten Freund*innen auf der ganzen weiten Welt!

Damit es trotz Kryptik aber nicht zu langweilig wird, hier die nächste Runde der 1000 Fragen an mich selbst:

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

81. Was würdest du tun, wenn du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest?

Vermutlich die Gefängnisbibliothek leer lesen und mich im Rahmen der gebotenen Möglichkeiten weiterbilden. Vielleicht würde ich auch relativ schnell zum Meditationsprofi und Yoga-Crack?

 

82. Was hat dich früher froh gemacht?

Die gleichen Dinge wie heute – tolle Menschen, gute Musik, leckeres Essen, Sonnenschein, das Meer, Katzenschnurren… Möglicherweise war die Auswirkung von Gummibärchen auf meinen Allgemeinzustand größer als heute.

 

83. In welchem Outfit gefällst du dir sehr?

In letzter Zeit habe ich mehr Spaß an Röcken und Kleidern als früher. Ansonsten Jeans, Hoodies, Sneakers… 😉

 

84. Was liegt auf deinem Nachttisch?

Viel zu viel. Im Moment u. a. zwei Becher Wasser, Nahrungsergänzungsmittel, Taschentücher (benutzte und unbenutzte) und jede Menge Bücher.

 

85. Wie geduldig bist du?

Heute mehr als früher, aber immer noch nicht besonders.

 

86. Wer ist dein gefallener Held?

Da gibt es einige… Morrissey, Johnny Depp, Bill Murray, Eric Clapton…

 

87. Gibt es Fotos auf deinem Mobiltelefon, mit denen du erpressbar wärst?

Ja.

 

88. Welcher deiner Freunde kennt dich am längsten?

Meine beste Freundin, seit immer eigentlich, allerdings ist sie ein halbes Jahr jünger als ich.

 

89. Meditierst du gern?

Wenn es gut funktioniert, bin ich motiviert und tu es dann gerne. Wenn es öfter nicht so gut geklappt hat, dann bin ich nicht mehr so motiviert und lasse es schleifen. Im Moment zum Beispiel.

 

90. Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf?

Ich bin relativ gut darin, negative Emotionen mit stärkeren, positiven zu überlagern. Zum Beispiel durch einen musikalischen Nostalgie-Trip, Gespräche mit Freund*innen, Kochen oder Zukunftsplanung jeglicher Art. Dafür muss aber ein kleiner Funken positive Emotion vorhanden und ich muss innerlich ruhig genug sein, um mich auf die neuen Emotionen konzentrieren und einlassen zu können, sonst klappt es leider nicht.