07.09.2026 – Trotzdem weiter

Unruhige Nacht dank unruhiger Katze und unruhiger politischer Lage. Ich bin dann morgens aber erstmal relativ fit, packe meinen Kram, ziehe mich herbstlich an und fahre nach Liebstentelefonat wieder nach Neukölln zum Kurs. Immerhin ist das heute ein sehr guter Ort zum Sein, denn ich bin unter Gleichgesinnten und wir bauen uns gegenseitig auf, in Gesprächen und mit den Kursinhalten.

Frühstück mit Leipziger Lerche, letzten Pistazien, Obst und Kaffee

Ansonsten geht der Kurs genauso intensiv weiter, wie er letzte Woche gestartet ist. Nur ist es irgendwie kälter und herbstlicher und ich brauche viel Tee und immer wieder eine warme Decke zum Wohlfühlen. Möchte mir fast vornehmen, mich morgen noch wärmer anzuziehen, aber da sollen es nochmal 27 Grad werden wegen Hitzewelle weiter südlich.

18 Uhr ist der Kurs heute vorbei. Viele von uns fahren zur Anti-AfD-Demo am Brandenburger Tor, ich hingegen spaziere ein paar Häuser weiter zum jemenitischen Restaurant, wo schon der pakistanische Ex-Mitbewohner auf mich wartet. Wir bestellen Lamm, Reis und Fattoush und reden über die Gesamtsituation – Politik, deutsche Bürokratie, Arbeitswelt, Familie, Wohnen, Essen… Weniges davon ist wirklich uneingeschränkt schön (das Essen, hauptsächlich), das meiste ziemlich bedrückend.

Den Nachtisch essen wir nochmal ein paar Häuser weiter in einer arabischen Bäckerei mit opulent-kitschigem Interieur aber sehr leckeren Speisen. Lebe so, dass die AfD etwas dagegen hätte, denke ich mir.

Danach laufen wir noch zusammen zur S-Bahn, dann fährt er rechtsherum nach Südberlin und ich linksherum zurück in den Pberg. Ich nutze die Bahnfahrt, um dem neuen tunesischen Tandempartner zu antworten, wir schreiben über Essen und Jobsuche.

Zuhause telefoniere ich nochmal kurz mit dem Liebsten, dann haben Kopf und Mund für heute Aufnahmestop. Ich lasse mich noch ein wenig auf dem Sofa von TikTok berieseln, streichle die Katze und warte auf den Moment, in dem ich genügend Energie habe, um ins Bett zu gehen.