#englandwalesroadtrip – Von Berlin nach Birmingham

Tag 1

Nach einem unerwartet ereignisreichen Freitag kommen wir erstaunlich pünktlich am Flughafen Tegel an, um dann festzustellen, dass unser Flugzeug über eine Stunde verspätet ist. Das gibt uns Gelegenheit, uns einmal ausführlich in Tegel umzusehen, durch die Läden zu stöbern, uns über Ritter.Sport-Abpackungen in Deutschland-Farben aufzuregen und den neuen Harry Potter immer noch nicht zu kaufen, weil er dort sogar noch mehr kostet als bei Amazon. Zum Glück fliegen wir ja in Harrys Heimat und können dort mit etwas Glück deutlich günstiger zuschlagen.

Der Flug mit Flybe ist nur zu zwei Dritteln gefüllt und außer uns sind fast nur Engländer an Bord – das Urlaubsgefühl setzt ein. Bei der Einreise in Birmingham haben wir dann allerdings mit unseren deutschen Personalausweisen einen deutlichen Vorteil. Leute mit „ID Card“ werden aus der langen Schlange herausgewunken, die sich an den Schaltern für UK & EU beziehungsweise Non-EU (noch ist alles beim Alten) gebildet hat. Wir kommen einen Schalter nur für uns und sind in Nullkommanix eingereist. Das Gepäck lässt auch nicht lange auf sich warten, mein Bruder steht mit Nahverkehrs-Tickets bereit und so sind wir mit Flughafen-Shuttle, Regionalzug und Metro in nicht einmal einer Stunde in der neuen Wohnung von ihm und meiner Schwägerin. Sie sind erst vor ein paar Wochen endgültig nach England gezogen und so ist alles noch neu und aufregend für alle Beteiligten. Bei Bier, Ginger Beer und Cider sitzen wir noch bis tief in die Nacht und erzählen.


Tag 2

Wir schlafen lange, schluffen noch ein wenig rum und frühstücken dann deutsch-ausführlich mit von uns mitgebrachtem Bio-Vollkorn-Körner-Brot, den Aufstrichen Sultans Freude und Scharfe Käthe, Ziegensalami von unseren Freunden, deutschem Käse und von den beiden in rauen Mengen gebunkertem Cashew-Mus. Natürlich stehen auch schon die ersten englischen Produkte mit auf dem Tisch, aber gerade für Brot und Käse müssen die beiden noch die richtigen Bezugsquellen finden. Selbst gebackenes Sauerteigbrot ist bereits in Planung. Wenn jemand Tipps hat, wo man den ganzen tollen englischen Käse in Birmingham kaufen kann, sind sie bestimmt sehr dankbar – bei Tesco gibt es nur Cheddar in sämtlichen Ausführungen. Nach dem Frühstück planen wir noch ein wenig den gemeinsamen Abschnitt unseres Riadtrips und trinken einen libanesischen Kaffee mit Kardamom. Dann laufen wir los, die Gegend erkunden. Zunächst geht es kreuz und quer durchs Jewellery Quarter, in dem die beiden wohnen. Hier reiht sich eine Juwelierwerkstatt an die nächste und drumherum wird fleißig gentrifiziert, mit Eigentumswohnungen, Cafés und Restaurants. Bioläden gibt es noch nicht, die sind in England allerdings auch generell eher selten. Am St. Paul’s Square, dem „Kollwitzplatz von Birmingham“ liegen halbnackte Engländer auf der Wiese und sonnen sich – es ist nämlich dankenswerter Weise hier gerade deutlich sonniger und wärmer als in Berlin.

Wir laufen weiter, bis wir auf das Kanalsystem stoßen. Birmingham war früher ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Wasserstraßen und ist deswegen noch immer von Kanälen durchzogen – angeblich auf mehr Strecke als Venedig. Wir flanieren an den Kanälen entlang bis zu der Stelle, an der wir eine Bootstour machen wollen. Da das nächste Boot erst in einer guten Stunde ablegt, setzen wir uns in einen Burgerladen, trinken Limonade aus Löwenzahn und Klettenklee bzw. Holunderblüten und essen leckere Burger (Rindfleisch-Limette-Chipotle für den Hasen, Süßkartoffel-Bohnen-Mango-Ingwer für mich) mit Chips bzw. Gemüsespieße und Süßkartoffelpommes. Außerdem nutzen wir das WLAN, denn in der neuen Wohnung gibt es leider noch keinen Internetanschluss. Blöderweise habe ich bisher auch fast überall in Birmingham sehr schlechten Internetempfang auf dem iPhone, so dass ich mich ein wenig von der Welt abgeschnitten fühle, kaum mal etwas recherchieren kann und nur ab und an ein Instagram-Bild den Weg in die Öffentlichkeit findet (nach dreimaligem Abschicken und unter größten Anstrengungen).

Reiher

Dann geht es eine gute Stunde lang mit dem Narrowboat durch die Kanäle – zunächst noch durch die Innenstadt, dann vorbei an Fabrikruinen und Industriebrachen voller Graffiti, die die Natur sich langsam zurückerobert. Der Hase eröffnet in Gedanken Restaurants, Clubs und Galerien und ich schieße Foto um Foto. Überall blüht der Sommerflieder, die Hecken hängen voller reifer Brombeeren und vor einem riesigen Graffiti sonnt sich ein fast gleichfarbiger Reiher. Bruder und Schwägerin verfolgen derweil, wo wir genau langfahren, welche Radwege wohin führen und welche Touren sie also demnächst am Wasser entlang planen können. Birmingham ist nämlich ansonsten eine typische Autostadt, was ein bisschen nervig ist. Nach der Tour laufen wir weiter mitten ins Zentrum und begucken uns die Prachtbauten – Symphonieorchester, Theater, Bibliothek, Rathaus, den Hauptbahnhof (eigentlich New Street Station, wird aber gerade umgebrandet ins vornehmere Grand Central Station), den von Lady Di eröffneten Victoria Square und die New Street mit ihren Geschäften und teilweise schönen alten Häusern, die leider von hässlichen Neubauten unterbrochen sind.

In einem Einkaufscenter, in dem das Leben an einem Samstag natürlich tobt und wo ein DJ live für die entsprechende Elektro-Untermalung sorgt, gönnen wir uns nur schnell einen Milchshake – shoppen werden wir morgen noch ein wenig, allerdings nur dringend benötigte Dinge wie eine zusätzliche Jeans für den Hasen und eben den neuen Harry Potter. Stattdessen nehmen wir den Bus und fahren ins so genannte Balti Triangle, eine Wohngegend, in der vor allem viele Pakistanis leben, die hier gemeinsam mit den Indern die größte nationale Minderheit darstellen (dicht gefolgt von Jamaikanern, Iren und sicherlich auch Polen). Wir spazieren durch die Straßen, schauen uns die vielen bunten Kleider in den Schaufenstern an, kaufen uns in einem Supermarkt acht Mangos und in einem Imbiss zwei Ladoos und suchen uns dann zielsicher das einzige Restaurant aus, das nicht voller pakistanischer Familien, sondern voller Weißer ist. Mist! Anders als erwartet schmeckte das Essen trotzdem hervorragend, unsere Theorie ist jetzt, dass der Unterschied zwischen den Restaurants vor allem im Schärfegrad und vielleicht noch im Preis liegt. Wir aßen Baltis, eine pakistanisch-birminghamsche Spezialität, bei der Curries portionsweise in gusseisernen Wok-ähnlichen Pfannen zubereitet werden und dann noch brutzelnd und kochend heiß serviert werden. Wir suchten uns jeder ein anderes Balti aus. Für mich gab es „tropische Gemüse mit Paneer“, der Hase hatte Kartoffeln, Erbsen und Paneer, der Bruder Hackfleisch mit Kichererbsen und die Schwägerin Okra. Dazu gab es Reis und Naan mit Koriandergrün und natürlich jede Menge Mango-Lassi.

Nach dem Essen fuhren wir mit dem Bus nach Hause und fielen dann nach 13,7 gelaufenen Kilometern hundemüde ins Bett.

Queere deutsch-französische kirchliche Trauung mit Zitaten von Yoda und Mr. Spock

Der Pfarrer war nervös, aber enthusiastisch, als er am Samstag vor der Aufgabe stand, meine beiden Freundinnen kirchlich zu trauen. Nervös war er vor allem, weil der Gottesdienst zweisprachig, auf Deutsch und Französisch stattfinden würde, er selbst aber gar nicht Französisch sprach. Enthusiastisch war er, weil er sich gemeinsam mit dem Brautpaar im Vorfeld auf ein Science-Fiction-Thema für den Gottesdienst geeinigt hatte und er so Referenzen auf Star Wars und Star Trek in seine Predigt einbauen konnte. Dass das vor ihm stehende Paar aus zwei Frauen bestand und er somit die erste kirchliche Trauung eines lesbischen Paares in Offenburg durchführen würde, spielte in all dem nur noch eine sehr untergeordnete Rolle.

Das Science-Fiction-Thema zog sich nun tatsächlich durch den gesamten Gottesdienst. Anhand von sieben Etappen (ich hätte sie ja Episoden genannt, aber wer möchte perfektionistisch sein), verglich der Pfarrer die Ehe mit dem Aufbruch in eine neue Galaxie, mit dem Ausfechten von Konflikten, mit dem gemeinsamen Bestehen von Abenteuern… Ich habe mir nicht alles merken können, es endete aber mit der siebten Etappe, mit der Macht (der Liebe), die mit dem Brautpaar sein solle. „Möge die Macht (der Liebe) mit Euch sein“, ist ein wortwörtliches Zitat.

In den Trauversprechen kamen sowohl die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich als auch die ganz individuellen zwischen zwei Menschen zum Tragen. So versprach die eine Braut der anderen, niemals ein deutsches Bett mit zwei Matratzen statt einer durchgängigen zu kaufen, die andere wiederum versprach der einen, sie immer ausschlafen zu lassen. Dann folgte der Star-Trek-Bezug. Die eine Braut erzählte, wie sie gewusst hatte, dass die andere Braut für immer an ihrer Seite sein sollte, als diese nach dem gemeinsamen Anschauen von 200 Folgen Star Trek anfing, klingonisch zu sprechen. Sie versprach ihr ein gemeinsames „Live long and prosper“ und hob dabei die Hand zum entsprechenden Spock-Gruß (leider hatte niemand rechtzeitig die Kamera am Start).

Es gab vier Fürbitten, zwei auf Deutsch und zwei auf Französisch, die von vier Weggefährtinnen der Bräute verlesen wurden. Hier hatte ich meinen Einsatz und bat vor lauter Muttersprachlern in meinem dilettantischen Schulfranzösisch (und als Atheistin!) für die Familien und Freunde der Bräute.

Am Ende spielten Sohn (und Tochter?) des Pfarrers auf dem Klavier vierhändig den Cantina Song, den sie dann in Hevenu Shalom Alechem münden ließen, das zuvor bereits gesungen worden war und zu dem wir dann aus der Kirche auszogen. Zum Cremant-Empfang erklärte die Braut dann noch, dass der Mr.-Spock-Gruß aus der jüdischen Tradition stammt und im Prinzip auch Shalom Alechem, also „Friede sei mit Dir“ bedeutet. Dann aßen wir eine köstliche Regenbogen-Torte mit Erdbeeren, lauschten dem Gitarrenspiel und Gesang von Brautstiefvater und Brautonkel und machten Fotos.

Am Abend gab es dann Flammkuchen und Schokoladensoufflés, bevor wir auf dem gerade stattfindenden Stadtfest noch ein paar Songs einer Rockabilly-Soul-Blues-Country-Band beklatschten, zu denen Brautmutter und Brautstiefvater noch eine flotte Sohle aufs Parkett legten. Noch später fanden sich dann Bräute und Trauzeuginnen zu viert auf der heimischen Couch ein, pflegten ihre wunden Füße und ließen den wunderschönen Tag mit ein paar Folgen Gilmore Girls ausklingen.

img_2684

Einfach mal Nix planen

Gestern Abend postete meine Cousine (ich habe davon jede Menge, was Leute immer verwirrt, wenn ich dann nicht konkretisiere, deswegen sage ich jetzt mal „meine Stadträtin-Cousine“ und bitte darum, ihr das weder negativ auszulegen noch sich ein spießiges Bild von ihr zu machen) ein Album voller Fotos von Omas Zuhause, in dem sie früher ihre Sommerferien verbrachte und neben und in dem ich aufgewachsen bin. 


Sie schrieb von ihren Erinnerungen mit ihren Brüdern, dem Cousin, den Cousinen, den Freunden von damals und dem Schwimmbecken und irgendwie ergab sich sehr schnell die Idee, diese Erinnerungen noch einmal aufleben zu lassen – und zwar möglichst alle gemeinsam. Dann ging es um die Terminsuche und bei einem Blick in meinen Kalender musste ich feststellen, dass meine Wochenenden bis Oktober bereits komplett ausgebucht sind. Im Oktober habe ich dann zwar ein paar Tage Urlaub, aber für das Schwimmbecken wird es dann zu kalt sein.

So müssen wir diese Idee nun leider verschieben und darauf hoffen, dass es im nächsten Sommer dann noch eine Gelegenheit dazu gibt und sich alle rechtzeitig darauf einstellen können. So weit so „gut“. Was mich aber wirklich etwas aus der Bahn warf, war dass mein Sommer wirklich schon voll und damit schon wieder so gut wie vorbei ist. Denn das war doch immer das Schöne am Sommer: diese langen Wochen ohne Stress und Termine, in denen man einfach in den Tag hineinlebt und schaut, wohin er einen treibt. Pustekuchen!

Einen viel zu großen Teil dieses Sommers habe ich bereits krank im Bett verbracht und jetzt geht es mit Terminen Schlag auf Schlag weiter: Nächstes Wochenende der schon zwei mal verschobene Trip nach Rostock, das Wochenende drauf fahre ich zu einer Hochzeit quer durchs Land, ab dem Wochenende darauf sind wir zwei Wochen (drei Wochenenden!) im Urlaub – ja, das ist toll und erholsam aber eben auch: Sommerzeit, die mir hier fehlt). 

Nach dem Urlaub steht wieder ein Geburtstag an, danach folgen noch ein Wochenende mit den anderen Cousins und Cousinen, ein Besuch beim Hasenpatenkind und der 40. Hochzeitstag der Haseneltern. Und dann ist schon Oktober, also zumindest gefühlt.

Wir haben uns dann gestern hingesetzt, ein paar Termine hin und hergeschoben und zusammengelegt und haben jetzt bis Ende September zwei Wochenenden freigeschaufelt, an denen „Nix“ im Kalender steht. Das werden also die beiden Sommerwochenenden zum Ausruhen und spontan sein. Und während der Woche gibt es auch noch gewisse Flexibilitäten, zum Glück. Also hoffen wir mal auf sonnige Wochen, so dass ich abends mal baden fahren kann und die eine oder andere Kubb-Session auch mit abfällt.

Wie Birk Borkasson sagt: „Wir haben einen verregneten Sommer, aber es wird besser!“

#12von12 im Juli 2016

An jedem 12. eines Monats machen Bloggerinnen und Blogger 12 Fotos von ihrem Tag, gesammelt wird das Ganze hier bei Caro.

 

Das erste Foto mache ich gleich morgens im Bett. Erst hinterher fällt mir auf, dass da ein Zettel auf dem Boden liegt. Es ist meine Gelato Card vom Wochenende. Übrigens haben Nummer 1 und 3 gewonnen und treten im September beim Finale in Florenz an)!

 

Erste Amtshandlung: Nimbin streicheln. Meine Teeniecousine fragte zu dem Bild an, seit wann ich mir denn die Fingernägel lackiere. Mache ich eigentlich gar nicht, aber wegen der indischen Hochzeit neulich, bei der wir alle barfuß waren, bin ich dann doch mal zur Pediküre gegangen, sollte ja festlich aussehen.

 

Noosa ist nicht in Streichelstimmung, sie muss Fliegen jagen. Hier ist sie kurz davor, die Fliege erstmal böse anzumeckern, deswegen ist das Foto etwas verwackelt, aber immernoch schärfer als alle weiteren. Agiles Kätzchen, das.

Ich trage heute endlich mal wieder meinen gelben Rock und dazu ein blaues Shirt – die Farben von Bautzen, Schweden, IKEA und leider auch der FDP.

 

Bei unserer wöchentlichen Betriebsratssitzung bin ich immer diejenige, die sich ein Getränk mitbringt. Heute gibt es Kräutertee in meiner schönen Tasse aus Bolgheri.

 

In der Mittagspause arbeite ich weiter an der Urlaubsplanung. Im August geht es für uns zwei Wochen nach Birmingham (meinen Bruder besuchen), Wales (Roadtrip!) und Liverpool (Meinen Freund Evil Pink Machine besuchen). Die Idee hatten wir natürlich schon vor Brexit und EM, aber der Urlaub macht mehr und mehr Sinn – schnell nochmal rüber, bevor es vielleicht komplizierter wird!

 

Um das Nachmittagstief zu überstehen, schmeiße ich mir ein Spotify-Radio an, so komme ich beschwingt bis in den Feierabend.

 

Auf dem Heimweg wird fürs Abendbrot eingekauft – mir steht der Sinn nach Gemüse.

 

Um die Ecke (und auch noch an anderen Stellen in Berlin) gibt es ein neues Streetart-Motiv. Vielleicht weiß ja jemand mehr darüber? Eine Kollegin kommentierte dieses Foto damit, dass sie mal hinter dem kleinen Fenster neben der Streetart gewohnt hat, das ist doch mal sehr cool!

 

Katzenfutter und Katzengras stehen auch noch auf dem Einkaufszettel.

 

Zuhause angekommen, suche ich erst einmal meinen Impfausweis heraus, den ich morgen brauchen werde. Auf Twitter entspannt sich gleich eine heftige Debatte über sein Äußeres.

 

Fertig ist das Abendbrot, es gibt einen Gnocchi-Salat mit Zucchini, Tomaten und Scamorza und einem Dressing aus Kapern-Fenchel-Pesto, Olivenöl, Balsamico, Knoblauch, Zitronensaft und Bärlauchsalz.

Neun Eise beim Gelato Festival

Endlich mal wieder ein Sonntag, an dem ich Blogbares zu berichten habe und auch noch die Zeit habe, das etwas ausführlicher auszuformulieren. Liegt wahrscheinlich auch mit daran, dass ich während der Woche krankheitsbedingt mal wieder sehr wenig erlebt habe, bis auf die Krankenbesuche lieber Freundinnen natürlich. Von denen abgesehen habe ich hauptsächlich geschlafen, gelesen und Gilmore Girls geguckt, so dass ich gar keine Gelegenheit hatte, in Stress zu verfallen. Aber eigentlich soll es hier ja nicht um Stress-, sondern um Eis-Assessment gehen. Derzeit findet nämlich auf dem Gelände der Arena das Gelato Festival statt, bei dem man nach Zahlen des Eintrittspreises an zehn Ständen verschiedene Eiskreationen probieren kann und dann am Ende seinen Favoriten aus den sechs am Wettbewerb teilnehmenden Sorten küren kann. Das Festival tourt durch diverse Städte in Europa, bevor dann die besten Zwei aus jeder Stadt beim großen Finale in Florenz gegeneinander antreten. Eise essen und bewerten? Genau die richtige Veranstaltung für den Hasen und mich!

Ich hatte jobbedingt schon vor ein paar Wochen von dem Festival erfahren und direkt vergünstigte Tickets gekauft, der Termin stand also felsenfest im Kalender und war selbst von meiner hartnäckigen Sinusitis nicht mehr daraus verdrängbar. Wir nahmen also gestern ein eher spartanisches Frühstück zu uns und fuhren dann gemeinsam mit einer lieben Freundin, deren Kollegin und deren (der Kollegin) Mann zur Arena. Dort wandelten wir an einem Automaten unsere Ticketcodes in eine Gelato Card um und schon konnte der Spaß beginnen. Deutsch, korrekt und wissenschaftlich orientiert, wie wir sind (zumindest, wenn es ums Essen geht), nahmen wir uns die Stände der Reihe nach vor – evtl. nicht ganz optimal, wie wir noch feststellen sollten.

Eis Nummer 1 war die „Seduzione di Aphrodite“, die Verführung der Aphrodite, mit einer Basis aus griechischem Joghurt, Moosbeeren und Nüssen. Hat uns sehr gut geschmeckt, war schön cremig und joghurtig-säuerlich und wurde vom Hasen als seine Nummer 1 gekürt. Die Kreation stammt vom Eiscafé Venezia in Kirn (von Berlin ausgesehen: irgendwo in Rheinland-Pfalz).

 

Nummer 2 war „Valle dei Templi“, das Tal der Tempel. Natürlich hatten wir daran sehr große Erwartungen, denn das Tal der Tempel in Agrigento zählt zu unseren gemeinsamen und einzelnen schönsten Urlaubserinnerungen. Diese Kreation vereinte Mandeln, Pistazien und Zitronen, also drei der vorstechendsten sizilianischen Aromen, ging mir aber ein kleines bisschen zu sehr in Richtung Marzipan. Gut, aber hinter den – zugegebenermaßen sehr hohen – Erwartungen zurückbleibend. Diese Kreation stammte aus der Gelateria Cristallino in Bad Tölz (von Berlin aus gesehen: irgendwo in Bayern).

 

Nummer 3 hieß schlicht und einfach „Ginger Lemon“ enthielt aber außer köstlichem Ingwer-Zitrone-Eis auch noch Preiselbeeren. Sehr lecker, fruchtig frisch, zitrussig, scharf und ein bisschen süß-bitter. Der Favorit des Mannes der Kollegin der Freundin war der erste Lokalmatador vom Fantasia del Gelato in den Spandauer Arkaden (von Berlin ausgesehen: da hinten in Spandau).

 

Nummer 4 war ein weiteres Heimspiel, „EisQueen Summer Garden“ von der EisQueen in Rangsdorf (von Berlin ausgesehen: da unten bei Schönefeld) und die wohl spannendste Kreation im Wettbewerb: Limetteneis mit kandierten Karotten. Hätte man es bei dieser wirklich wohlschmeckenden Kombination belassen, hätte das Eis echte Chancen auf einen Preis gehabt, leider gab es aber obendrauf noch eine irgendwie nach Babybrei schmeckende pürierte Möhrensauce und riesige Stücken gefrorener Möhre, die das Essen unnötig erschwerten. Die (schwangere) Kollegin der Freundin hat das Eis sehr schnell entsorgt, wir anderen haben versucht, die Sauce schnell hinter uns zu bringen oder unterzurühren, danach gings dann. Schade um die schöne Idee!

 

Nummer 5, „Crazy Choc“ wurde mit italienischem Akzent immer wieder marktschreierisch angepriesen als würden nicht der Charakter des Festivals und die Kombination aus Schokoladeneis, Himbeersorbet, Brownie, Himbeer- und Schokoladensauce sowie gefrorener Sahne ohnehin für freudige Abnehmer sorgen. Es war aber auch wirklich superlecker und der Hase und ich überlegten beide krampfhaft, wo wir schon einmal so eine Schokohimbeer-Kombination gegessen hatten. Eingefallen ist es uns nicht, aber sei’s drum. Auch Nummer 5 war übrigens wieder das Produkt eines Eiscafé Venezia (hat ja auch jede Stadt), diesmal aus Birkenfeld (von Berlin aus: auch irgendwo in Rheinland Pfalz).

 

Direkt daneben und deutlich ruhiger dann Nummer 6, der Favorit von mir und der Freundin: das „Mediterraneo“ vom Erste Sahne in Neukölln (von Berlin aus: im In-Bezirk, südlich der Hasenheide). Ein veganes Sorbet aus Bronté-Pistazien, parfümiert mit Orangenblütenwasser, mit kalabrischem Olivenöl aus der Produktion des Vaters des Gelatiere, Karamellsauce und getoasteten Mandeln. Wundervoll, leicht, cremig, unglaublich aromatisch und auch der klare Sieger der beiden Pistazieneis-Variationen. Wie schön, dass mein Favorit auch der für mich am verkehrsgünstigsten gelegene ist, da schauen wir demnächst nochmal vorbei!

 

Nach den sechs Wettbewerbseisen waren wir schon ganz schön platt, aber es gab nun einmal noch mehr Stände und wir hatten sowohl Appetit als auch Ehrgeiz genug, sie alle abzugrasen. Nummer 7 gab es Cookies Eis in zwei Variationen – Original und Black. Ich entschied mich für Black, kostete aber bei der Freundin auch die Original-Sorte, die ein wenig an Pudding erinnerte. Beides nett, aber nicht preisverdächtig.

 

Nummer 8, Buontalenti, eine „Spezialität aus Sahne und Rahm“ von der Florentiner Eisdiele Badliani und benannt nach dem angeblichen Erfinder des Gelato, war skandalöserweise leer (später habe ich über Instagram erfahren, dass nachmittags wieder aufgefüllt wurde, aber da war ich schon lange wieder zuhause in Stars Hollow…). So mussten wir wohl oder übel ein Eis auslassen und gingen direkt zum Trüffeleis von Savitar über. Nicht was wir uns unter Trüffeleis vorstellen, sondern wirklich Eis aus weißen, toskanischen Trüffeln. Eine überraschende und erstmal fremde Mischung aus herzhaftem Trüffelgeschmack (evtl. auch Knoblauch?) und normal-süßem Sahneeis. Nachdem wir uns daran gewöhnt hatten, war das Eis doch erstaunlich lecker und der Hase und ich aßen ohne zu Murren und mit Genuss auf – die anderen hatten in Erwartung des letzten Eisstands ausgesetzt.

 

Dort, bei Pernigotti, gab es nämlich fünf verschiedene wundervolle Schokoladeneissorten mit herkunftsreinem Kakao aus Santo Domingo, Ecuador, Peru, Sao Tomé oder Kuba. Ich entschied mich mit Peru für die dunkelste Schokolade aus 80%igem Kakao und wurde nicht enttäuscht. Enttäuscht war ich eher darüber, dass man uns Nummer 8 vorenthalten hatte, obwohl uns angeboten wurde, einfach noch eine weitere Portion eines anderen Eises zu kosten, was wir aufgrund mangelnder Magenkapazitäten dann doch abgelehnt haben. Ich hätte gerne zum Abschluss nochmal ein leichtes, fruchtiges und nicht zu saures Sorbet gehabt, um eine Balance zur Schokolade zu schaffen. Aprikose, weiße Traube oder Feige wäre toll gewesen. So ein ausgleichendes Eis fehlte mir auch insgesamt ein bisschen in der Auswahl und ich war fast versucht, auf dem Heimweg noch irgendwo anzuhalten. Die Vernunft siegte dann aber doch und so stimmten wir nur noch schnell ab und rollten dann unsere eisigen Bäuche nach Hause.

Das Festival geht heute zu Ende, aber Ihr habt ja noch den ganzen Sonntagnachmittag, um vorbeizuschauen, wozu wir hiermit ausdrücklich raten!

Edit: Die Eise 1 und 3 belegten die beiden ersten Plätze und werden am Finale in Florenz teilnehmen.

Obligatorische Wochenfotos, diesmal mit indischer Hochzeit

…wieder keine Zeit/Muße/Kraft zum Bloggen gehabt. Diese Woche begann mit Waffelbechern gefüllt mit Pudding und Erdbeeren als meine Nachgeburtstagslage im Büro. Dann gab es köstlichen Mocktail mit Maracuja beim Teamevent und ab Donnerstag Abend dann wieder viel Katzenkuschelei dank erneutem Kranksein (jetzt Sommererkältung) und als Highlight eine indische Hochzeit im Freundeskreis, samt anwesendem Bollywood-Schauspieler. Leider konnte ich nur an der Zeremonie tagsüber und dem Abendessen teilnehmen, den Großteil der Party habe ich schniefend, niesend und hustend dann wieder im Bett verbracht. Muss ein ernstes Wörtchen mit meinem Körper reden, das geht so nicht weiter!

Auch heute bleibt die Blogküche kalt

Nach einer Woche mit krankheitsbedingtem Schonungsgebot (samt ärztlicher Anweisung, möglichst wenig zu lesen und „fernzusehen“), meinem Geburtstag, Brexit-Schockstarre und der gestrigen Nachfeier im Volkspark Friedrichshain, habe ich heute wieder nur ein paar Fotos für Euch – der Iron Blogger wegen. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich demnächst auch mal wieder etwas mehr zu schreiben habe…

Noosa
Noosa beim Lage checken
Geburtstag
Geburtstagsfrühstück im Bett
Geschenke
Geburtstagsgeschenke I
Gutschein
Geburstagsgeschenke II
Post
Geburtstagspost
Geburtstag
Sizilianische Geschenke
Rucksack
Neuer Rucksack
Europeada
Doch mal kurz „ferngesehen“
Miezen
Hungrige Miezen
Grill
Heiße Sounds auf dem Grill
Gäste
Süße Geburtstagsgäste

Ein Wochenende in Budyšin / Bautzen

Ich war dieses Wochenende in der Łužica, der Lausitz, um dem Abiball des Sorbischen Gymnasiums Bautzen beizuwohnen. Da ich gerade zu kaputt bin, gibt es nur schnell ein paar Fotos für die Ironblogger – wer mehr wissen will, lese meine Twitter- und Instagram-Ergüsse der letzten Tage. Ich hoffe ich komme demnächst nochmal dazu, mehr zu erzählen!


#12v12 im Juni – Landpartie mit Ziegen, Bienen und Enten

Immer am 12. eines Monats zeigen viele Blogger*innen 12 Fotos von ihrem Tag. Die anderen findet Ihr wie immer bei Caro, hier sind meine:

Heute sind wir bei der Hasenfamilie auf dem Land. Gleich nach dem Frühstück geht es raus zum Ziegenstreicheln. Die fünf Kleinen kenne ich noch gar nicht, sie sind erst in diesem Frühling geboren. Der flauschigste und kuscheligste ist Juan-Carlos, der die erste Zeit mit der Flasche aufgepäppelt werden musste. Hinten guckt übrigens Papa Ferdinand aus dem Stall, nicht übersehen!

 

Wir laufen durch den Gemüsegarten und schauen, was schon alles wächst und gedeiht. Dann gelangen wir zum Bienenhaus. Hier wird heute gearbeitet: Hasenmama und Hasenbruder tauschen die Rahmen aus den Bienenstöcken aus und schleudern Honig.

 

In diesem alten Schrank liegen die geleerten Rahmen. Das Wachs soll jetzt in der Sonne abschmelzen, so dass die Rahmen wiederverwendet werden können. Das Wachs wird natürlich auch verwertet.

 

Nachdem wir im Garten Salat, Rhabarber und Erdbeeren für Zuhause geerntet haben und der Honig geschleudert ist, fahren wir zum Mittagessen in ein Restaurant und essen auf der Terrasse mit Elbeblick leckere Pasta. Dann spazieren wir am Fluss entlang zum Auto zurück.

 

Wir fahren weiter zu Hasenonkel und Hasentante und schauen uns in deren Garten noch etwas um. Es gibt einen neuen Platz für das Holz, dass aus dem eigenen Wald stammt.

 

Wir ernten von zwei vollbehangenen Kirschbäumen alles was schon reif, vom Boden aus erreichbar und noch nicht von den Staren angepickt ist.

 

Der Hase findet für mich die erste reife Himbeere. Soooo lecker!

 

Am Ende des Gartens ist das Gehege der Enten, die wir natürlich – ebenso wie die Hühner – auch besuchen wollen. Dazu geht es zunächst über den Bach.

 

Hier liegen ein paar Enteneier, vermutlich nicht zu Ende bebrütet und teilweise auch schon angefressen.

 

Und da sind auch schon zwei schöne Enten.

 

Und noch mehr, mit niedlichen kleinen Entenküken.

 

Nicht fotografiert habe ich Hühner und Katzen und jetzt fällt mir auch erst auf, dass wir vergessen haben, die Kaninchen zu besuchen. Beim nächsten Mal dann wieder! Am Nachmittag setzen wir uns in den Zug zurück nach Berlin – vollgepackt mit Eiern, Rhabarber, zwei Sorten Salat, Erdbeeren und Kirschen!

Katzen mit Daumen

Wir liegen auf dem Sofa und es ist schon ganz schön spät. Wir sollten langsam schlafen gehen. Dafür müssten wir allerdings aufstehen, das Katzenklo sauber machen, Zähne putzen und solche Dinge. Noosa springt auf uns, legt sich quer über uns und sieht niedlich aus. Wir streicheln sie verzückt und bleiben liegen.

Ich: Können die Katzen ihr Klo nicht selbst saubermachen?

Hase: Die können die Schippe nicht halten, die haben doch keine Daumen.

Ich: Orrrr. Kann nicht mal jemand Katzen mit Daumen erfinden?

Hase: Oh Gott, das würde total dämlich aussehen.

Ich: Aber dann könnten die ihr Klo selber saubermachen und die Dosen würden sie auch alleine aufkriegen.

Hase: …

Ich: Dann müssten sie allerdings auch gar nicht mehr mit uns kuscheln, das wäre ja blöd.

Hase: Ja.

Wir streicheln weiter, dann stehe ich auf und mache dankbar das Katzenklo sauber. Sie haben uns in der Hand.