Tagebuch-5 im März

Wie gut, dass ich Frau Brüllen in meinem Feedreader habe, so wurde ich direkt morgens daran erinnert, dass heute der 5. ist. Da ich krank bin, spielt das Datum nämlich in meinem Alltag gerade eine untergeordnetere Rolle, als es das im Büro tun würde. So aber kann ich mich trotzdem der Frage widmen: WMDEDGT?

Ich erwache kurz vor 9 aus Urlaubsträumen (Sizilien, Sonne, Essen!) und kann natürlich erstmal ganz in Ruhe liegen bleiben und die Nachrichtenlage checken. Dabei stelle ich fest, dass es auch heute wieder ein Schnupfentag wird – seufz. Irgendwann wären freies Durchatmen und ein Alltag ohne lauter durchgeweichte Taschentücher auch mal wieder schön – ich beneide jeden, der eine Erkältung einfach innerhalb von 1-2 Tagen wegschwitzen bzw. ausschlafen kann. Bin jetzt bei Tag 6, trotz jeder Menge Schlaf, Ruhe, Flüssigkeit und Vitaminen.
Gegen 10 stehe ich auf, füttere die Katzen, nehme meine Medizin und koche die erste Kanne Tee des Tages. Dann mache ich einen Smoothie aus tiefgefrorenen Pflaumen (Danke an Pia für die Inspiration!), Banane, Blutorange, Ingwer, frisch gepresstem Mandarinensaft (die Schale geht so schwer ab…) und Sauerkirschsaft.

Die Beatsteaks übernehmen radioeins freundlich, während ich mir den Abwasch vorknöpfe. Dann frühstücken wir ausführlich und ab kurz vor 12 liege ich auf dem Sofa und ruhe mich aus. Ich schaue ein paar Serienfolgen und lese mich durchs Internet, dann machen die Kopfschmerzen nicht mehr mit und ich schmökere stattdessen in meinen Kochbüchern.

Wenig überraschend macht mich das hungrig und so landen Reste auf dem Teller. Es gibt jamaikanisches „Rice and Peas“, Cassava und frittierte Bananen mit einem ordentlichen Klecks Chili-Sauce drauf. Danach bin ich satt und schläfrig und als die Katzen sich zu mir aufs Sofa gesellen stehen alle Zeichen auf Mittagsschlaf.

Als ich wieder aufwache, ist mir kalt und meine Beine schmerzen: Die Katzen haben sich einfach zu breit gemacht und als braver Mensch wickelt man sich natürlich drumherum und zieht dem Kater nicht die Decke weg. Ich mummele mich also schnell warm ein und fange dann an, mit einer Freundin zu chatten, deren Blog ich Euch ausdrücklich ans Herz legen möchte. Sie ist derzeit in Vancouver und macht sich bald über Maui, Singapur und Thailand auf den Rückweg in ihre Wahlheimat Hamburg. An dieser Stelle passt es auch ganz gut, endlich mal wieder zu MuTZ zu verlinken, einer anderen Freundin, die gerade mit dem Fahrrad durch Südfrankreich unterwegs ist und sehr vergnüglich darüber bloggt. Meine Reiselust ist übrigens auch wieder entfacht: Seit gestern ist meine Teilnahme am Blog-und-Koch-Workshop in Sizilien bestätigt. Das Bezahlen hat zum Glück noch ein Weilchen Zeit, aber ich kümmere mich dann jetzt schon mal um einen Flug (danke, Flugmeilen!).

So langsam sind die Miezen im Abendbrot-Modus, so dass wir da bestimmt bald nachgeben werden. Unser Abendbrot besteht heute dann aus selbst gemachtem Sushi – mit Ingwer und Wasabi gegen die verstopften Nebenhöhlen! 

Tagebuch-5 im Februar

Es ist wieder der 5. und Frau Brüllen fragt: WMDEDGT?

Gegen 6:20 erwache ich in einem Zimmer des Irie Rest Guesthouses in Treasure Beach an der jamaikanischen Südküste. Ich habe etwa 9 Stunden geschlafen – in den Tropen geht man früh ins Bett. Draußen geht die Sonne auf, im Zimmer ist es weitestgehend dunkel und der Mann schläft noch. Ich liege also im Dunkeln unter meinem Laken und lausche den Geräuschen draußen. Man hört vor allem Grillen und diverse Vögel (gestern war auch ein jaulender Hund dabei), außerdem ein Grundrauschen aus Wind und Meer. Bis zum Wasser sind es keine 200 m Luftlinie. 

Entweder ist der Router für das WLAN noch nicht an, oder das Signal reicht nicht bis hierher ans Bett. Trotz recht gutem 3G-Empfang bekomme ich mit dem iPhone auch wieder keine Verbindung zustande – aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen funktioniert es manchmal nicht und dann plötzlich wieder doch. Zum Buch lesen ist es noch zu dunkel, ich beschäftige mich also mit dem Telefon, sortiere und bearbeite Fotos und mache mir Notizen.
Ein nächster Versuch bringt die Verbindung und ich starte auf meine morgendliche Runde durch die Blogs und sozialen Netzwerke, während die ersten Geräusche aus der Küche an mein Ohr dringen. Um 7:00 sind es draußen 23 Grad, 31 sollen es noch werden. Eine Stunde nach dem Aufwachen ist es dann auch im Zimmer hell und mir wird langsam warm. Im Halbschlaf macht der Mann die Jalousien zu. Zack, wieder dunkel! Ich verschwinde im Bad und begucke mir meinen gestrigen Sonnenbrand.
Es sieht weniger schlimm aus als gedacht, aber besonders Ohren und Beine sind schon sehr rot. Ich trage Sonnencreme auf und ziehe mich an – passend dazu in Rot- und Lilatönen. Dann begebe ich mich nach Draußen in die Hängematte und harre der Dinge, die da kommen. Der Mann kommt kurze Zeit später dazu und auch unsere anderen Mitreisenden lassen nicht lange auf sich warten. Sachsen-Anhalt, das Land der Frühaufsteher… 
Bis alle soweit sind in den Tag zu starten, schaukeln der Mann und ich in den Hängematten. Sie sind so angebracht, dass sie sich gegenseitig in Schwingung versetzen, was durchaus lustige Momente mit sich bringt. Nebenbei beantworte ich eine Doodle-Anfrage meines Teams zuhause für unser nächstes Team-Event. Wenigstens gibt’s hier draußen ab und an WLAN.
Einer der Locals (es ist etwas unübersichtlich, wer zur Familie des Guesthouse-Betreibers gehört, wer angestellt ist und wer einfach nur als Nachbar hier rumhängt) läuft an uns vorbei, kurze Zeit später liegt süßer Ganja-Duft in der Luft. Wir beobachten das bei ihm schon seit wir angekommen sind. Er muss auch heut morgen vor unserem Fenster langgelaufen sein. 
Ich versuche, möglichst viele aussagekräftige Fotos von unserer Unterkunft zu machen, ohne dabei die Hängematte zu verlassen. Auf dieser Reise habe ich den Job der Fotografin inne. Die Planung war diesmal nicht drin, da ich ja erst kurz vor knapp erfahren habe, dass ich mitfliege. Das Treibenlassen ist auch mal eine schöne Erfahrung, obwohl ich mir natürlich trotzdem noch schnell einen Lonely Planet gekauft habe, sicher ist sicher.

Der wunderschöne sand-orange getigerte Jungkater Ginger kommt uns Gesellschaft leisten. Ein Wunder, dass der Hund Blacky, Adoptivtochter Lucky (4) und Enkelin Jada (2) noch nicht hier aufgetaucht sind, aber Lucky ist wohl im Kindergarten, der Likkle Fish School. Während ich den Satz schreibe, rückt Blacky an. Der Mann streichelt synchron. Dann bekommt Blacky von Ginger eine gelangt und jault panisch auf. Ginger läuft weg, Blacky legt sich zwischen uns auf den Boden.

Als sich alle eingefunden haben, begeben wir uns zum Frühstück mit Blue Mountain Coffee und frischer Ananas. Dazu bekommt jeder, was er am Vorabend bestellt hat: Callalou mit Dumplings, Ackee mit Saltfish, Pancakes mit Rührei, Eier mit Toast…  Blacky liegt derweil unter dem Tisch und versucht ab und zu reihum, ob sie wer streichelt. Irgendwann tobt auch Jada wieder um uns herum.


Nach dem Frühstück machen wir uns strandfertig. Das karibische Meer ist hier relativ wild und wellenreich, mit gefährlichen Strömungen. Daher geht man am besten nur bis zum Bauch hinein und hockt sich da hin und spielt Badewanne – eine Badewanne, in der man immerzu hin und her geworfen wird. Aber was solls, man sitzt in türkisem Wasser vor weißem Sandstrand mit Kokospalmen.


Pünktlich um 12:00 taucht eine Ziegenmutter mit ihren beiden Jungen am Strand auf und tut sich an den Blättern der umstehenden Pflanzen gütlich. Da am Strand außer uns nur etwa zehn andere Personen sind (soweit man in beide Richtungen sehen kann), ist das durchaus ein Ereignis. Das nächste sind zwei Locals, die ihren Hund im seichten Wasser mit Seife oder irgendeiner Tinktur abschrubben. Der Hund steht mit den Hinterbeinen im Wasser – die Vorderpfoten hält die Besitzerin – und lässt die Prozedur stoisch über sich ergehen. Danach wälzt er sich im Sand.
Wir machen einen kurzen Spaziergang am Wasser entlang und ich fotografiere bunte Fischerboote und den Grund unter dem klaren Wasser. Dabei sammeln wir Muscheln und finden eine komplette Krabbenhülle.

Später kommt ein Local vorbei und setzt sich zu uns. Nach etwas landesüblichem Smalltalk fragt er, ob wir was zu Rauchen kaufen wollen, was wir verneinen. Dann redet er über Musik und die Reggae-Künstler, die er kennt und singt uns ein Lied vor. Als nächstes bietet er uns Muscheln zum Kauf an, was wir mit einem Hinweis auf unsere Funde ablehnen. Zuletzt rückt er damit heraus, dass er kein Geld hat und fragt, ob wir ihm vielleicht helfen können. Wir geben ihm 50 Jamaika-Dollar, etwa 45 Cent. Er bedankt sich und zieht weiter.
Am frühen Nachmittag geht es zurück ins Guesthouse, Duschen und Sachen packen. Dann setzen wir uns nochmal gemütlich in den WiFi-Bereich und warten darauf, abgeholt zu werden. Es geht heute zurück zu unserem Freund in den Bergen. Lucky ist aus dem Kindergarten zurück und die beiden Mädchen lassen uns von ihren Juiceboxes kosten. Wir drehen die Musik lauter und bekommen eine Kostprobe jamaikanischer Tanzkunst. Dann klammert sich Jada an einen riesigen Plüsch-Elmo, während Lucky sich von uns Grimassen beibringen lässt.


Niemand wundert sich, dass wir viel länger als verabredet auf unsere Abholung warten müssen, das ist eben Jamaika: Die Leute sind lässig, die Straßenverhältnisse schlecht… In der Zwischenzeit sorgen die beiden Kinder immer wieder für Unterhaltung der kindertypischen Art (eine heult, die andere rennt weg und versteckt sich).

Am Ende ist es zwei Stunden später als geplant, als wir uns wieder auf den Weg machen. Das Auto ist klapprig, aber gut gefedert, die Straßen sind voller Schlaglöcher. Je weiter wir nach Norden kommen, desto grüner und vielfältiger wird die Vegetation. In Black River halten wir an, um unsere Bargeldvorräte aufzufüllen. Man kann hier fast nirgends mit Karte zahlen, so dass wir regelmäßig den Höchstbetrag abheben. Damit ist dann das Portemonnaie direkt so voll, dass es nicht mehr zugeht. Man bekommt ein dickes Bündel 1.000 J$-Scheine, jeder etwa 7,80 € wert. Zum Vergleich: Wir haben für die letzten zwei Übernachtungen in einem Guesthouse direkt am Meer inklusive Frühstück, Abendessen und Getränke ca. 60 € pro Person gezahlt. Nicht wirklich viel, aber zu fünft sind das ne Menge Tausender.

Gegen 6:00 geht die Sonne unter, leider können wir das Meer dabei nicht mehr sehen. Warm bleibt es trotzdem noch – in den Bergen fällt das Thermometer nachts auch nicht unter 20 Grad. Wir fahren weiterhin mit offenen Fenstern, auch weil der Benzingeruch sonst zu stark wäre. Besonders im Dunkeln wird vor jeder engen Kurve gehupt, damit es keine Unfälle gibt. Das Auto hat schwer zu tragen an seinen sechs Insassen (einer sitzt im Kofferraum) und klettert nur mühsam durch die Schlaglöcher den Berg hinauf. Unser Fahrer Dino lässt sich die Laune nicht verderben und singt lauthals zur Musik mit, obwohl wir immer wieder Schwierigleiten haben, vorwärts zu kommen.  Um uns herum ist jetzt alles grün.

Gefühlt mitten im Wald steht eine kleine Bude, an der wir für jeden von uns eine Kokosnuss kaufen und sofort austrinken. Sie kosten einen knappen € pro Stück. Für drei von uns (mich eingeschlossen) ist es eine (sehr angenehme) Premiere. Kurz vor 7:00 ist es stockdunkel. In Darliston halten wir an einem chinesischen Supermarkt an und kaufen 10 Liter Wasser und eine Dose Eis für den Nachtisch. Ich bekomme noch einen Erdbeer-Kiwi-Arizona Ice Tea und unser Senior ein Stück Gebäck. Danach erleichtern wir den Rastamann an seinem Stand um ein Kilo Bananen.

Nach zweieinhalb Stunden erreichen wir unser Ziel. Vom sternenklaren Himmel leuchten Millionen Sterne. Ich meine den Orion zu erkennen. Dazu zirpen die Grillen natürlich wie bekloppt. Jetzt bleibt die letzte Herausforderung für heute: Spaghettii mit Tomatensauce für acht Leute kochen! Dabei snacken wir frisch geschältes Zuckerrohr – eine weitere Premiere für mich.

Für einen der Jamaikaner sind unsere Spaghetti eine Premiere. Er fragt, wann wir wieder da sind – wir haben sozusagen einen Markt begründet. Nach den Nudeln stellen wir das Grapenut-Eis in die Mitte des Tisches, aber wir schaffen den Liter nicht, nach all den Nudeln.

Der Abend endet Jamaica-typisch mit Rum, Kaffee und anderen lokalen Genussmitteln. Da wir morgen früh losfahren wollen, bleibe ich nicht bis Mitternacht auf und beende diesen Eintrag bereits um 10.


Tagebuch-5 im Januar

Und zack ist schon wieder der 5. und Frau Brüllen fragt: WMDEDGT?

Dieser Montag war für mich ein Sonntag, da ich am Sonnabend gearbeitet habe. So konnte ich, während die halbe Timeline darüber jammerte, dass die Ferien vorbei sind, gemütlich bis kurz vor 10 ausschlafen und dann ganz entspannt in den Tag gleiten. Nach dem üblichen morgendlichen Timeline-Checken, der Blogrunde etc., setzten wir uns zu einem gemütlichen Frühstück zusammen. Danach verzog ich mich mit den Katzen erst einmal auf die Couch und fröhnte meiner neuen Leidenschaft, Wordfeud.

Am Nachmittag suchte ich dann alle ärztlichen Befunde der letzten Jahre zusammen und machte mich auf den Weg zu meinem neuen Hausarzt. Der erste Eindruck ist auf jeden Fall sehr gut, schon alleine die Aussage, dass er sich das alles in Ruhe durchlesen wird und ich dann nächste Woche wieder auf der Matte stehen soll, gefällt mir sehr gut. Spricht dafür, dass er wirklich daran intereressiert ist, die Gründe für meine ständigen Krankheiten herauszufinden. Ausgestattet mit Terminen und Überweisungen verließ ich die Praxis dann in Richtung Kieser Training, wo ich mich dann auch recht tapfer schlug – nur ein Gerät macht mir im Moment schmerzhaft zu schaffen, ansonsten war ich ein kräftiges Superloosy.

Nach dem Sport hieß es, Besorgungen machen. Ein Brief brauchte eine Marke (der erste mit inzwischen 62 Cent Porto…) und der Kühlschrank hatte Hunger. Ebenso wie ich scheinbar, denn ich kaufte Essen für eine ganze Garnison. Vollgepackt bis untern Rand kam ich völlig außer Puste zuhause an und musste nach dem Katzenfüttern erstmal kurz auf der Couch entspannen. Merke: Nach dem Training den Rucksack nicht zu voll nehmen.

Nach noch mehr Wordfeud stellte ich mich dann freudig (und hungrig) an den Herd und brutzelte mir ein schönes Thai-Curry zusammen – mit Shiitake-Pilzen, Zucchini, Auberginen, Spinat, Knoblauch, Zwiebeln, frischem Ingwer, frischer Curcuma, Tofu, Sojasauce, Fischsauce, Sriracha-Sauce, Kokosmilch, Koriandersamen, Koriandergrün, Kaffirlimettenblättern, Chili, Zitronengras, Mangopulver und Kokosmilch. Bis auf die Pilze, das Gemüse und den Tofu habe ich das alles inzwischen vorrätig (Koriandergrün war noch vom Silvesterfestmahl übrig), was ein sehr gutes Gefühl ist.

jhzuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu6
#tgffffr (das hat Noosa geschrieben)

Beim Essen gab es die neuste Folge The Good Wife, danach den Abwasch (die Spülmaschine ist kaputt, eine neue steht nicht ganz oben auf der Prioritätenliste) und diesen Blog-Eintrag. Jetzt werde ich noch ein wenig lesen und dann wird geschlafen, denn der morgige Dienstag ist ja dann mein Montag.

Tagebuch-5 im November

Wahnsinn, ist es wirklich schon November? Kommt mir total unwirklich vor, es war doch gerade erst… Aber ich schweife ab. Der 5. November begann endlich wieder im eigenen Bett – nachdem uns die Katzen Kraft ihrer Körperflüssigkeiten für zwei Nächte auf die Wohnzimmercouch verbannt hatten, konnten wir endlich wieder gut und geräuscharm schlafen. Doch der Schlafmangel wirkt weiterhin nach und zeigt sich unter anderem in einem kratzendem Hals und einem schmerzenden Kopf. Ich kann nur leider nicht viel dagegen tun, denn heute heißt es erst einmal nüchtern bleiben: Ein Arztbesuch steht an.

Zuerst geht es jedoch für ein Stündchen ins Büro, wo ich nicht zu wahnsinnig viel komme – Mails schreiben, Termine machen, ein Projekt von gestern abschließen und ein neues beginnen… Dann setze ich mich schon wieder in die U-Bahn und fahre zu meinem Hausarzt. Auf der Fahrt lese ich Lutz Seilers Kruso zu Ende und vertiefe mich dann wieder in Michael Seemanns Das Neue Spiel. Beim Arzt dauert es nicht so wahnsinnig lange (dafür gibts auch keine vernünftige Diagnose, mal wieder) und so bin ich nach 90 Minuten zurück im Büro.

Jetzt kann der Arbeitstag richtig starten und ich darf auch frühstücken. Von unterwegs habe ich mir einen Obstsalat und einen White Chocolate Mocha mitgebracht. Ich arbeite vor mich hin und schwatze zwischendurch immer mal wieder mit den Kollegen über dies und das. Dann folgt ein Meeting zur Vorbereitung eines Meetings morgen. Mit beiden Meetingpartnern bin ich auch privat befreundet und ich finde es faszinierend, wie der Code switcht, sobald das Meeting beginnt und auch sofort wieder, sobald es zu Ende geht. Das haben wir gut drauf.

Ich mache eine späte Mittagspause und hole mir bei Pasta Deli das Wochengericht: „Herbstspaziergang – Leckere Champignon Creme mit Zwiebeln, einem Schluss Chardonnay, frischen Champignons, Petersilie und Parmesan“, dazu gibt es, wie fast immer bei mir, Spaghetti. Ich arbeite die 90 Minuten vom Vormittag nach und mache dann um 19:30 Uhr Feierabend.

Zuhause angekommen räume ich das trockene Geschirr weg, beziehe die Sofakissen mit den gewaschenen Bezügen (das andere Katzenproblem gerade sind kleine Mitbewohner, die es auszumerzen gilt…) und stelle ein Essig-Wasser-Gemisch her, mit dem wir nach und nach alle Sitzmöbel einsprühen werden. In der Zwischenzeit kümmert sich der Mann ums Abendbrot. Es gibt ein Lieblingsgericht aus seiner Kindheit – „Ei kuckt durch die Pemme“, wie man im Anhaltinischen sagt. Beim Essen schauen wir die zweite Hälfte des Films Bornholmer Straße.

Danach geht der Mann die Nachbarskatze füttern und ich widme mich der neusten Folge Downton Abbey. Dank einer Mischung aus lahmem Rechner und lahmer Verbindung dauert das ungefähr 2,5 mal so lang, wie die Folge eigentlich ist, so dass ich erst um Mitternacht damit fertig bin und diesen Blogpost beginne.

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Die anderen Beiträge zu WMDEGT? findet Ihr wie immer bei Frau Brüllen.

Tagebuch-5 im August

Ich wache nach einer erwartbar relativ unruhigen Nacht im fremden Bett auf und muss mich erstmal kurz sortieren: Was muss ich tun, wieviel Zeit hab ich dafür usw. Kurze Runde durchs Bad und dann ein schnelles Frühstück mit Müsli, Mangojoghurt, Pfirsichsaft und Yogitee von gestern Abend.

Und schwups bin ich auf der Straße und laufe durch das noch recht ruhige Münster zu dem Hotel, in dem unsere Schulung stattfindet. Immer wieder faszinierend, dass das in so kleinen, kompakten Städten überhaupt nicht lange dauert. Nach guten zehn Minuten bin ich da, hole mir noch einen Tee und dann geht es los – mit Modellen, Analysen, Gruppenarbeiten und Diskussionen. Zwischendurch gibt es Pausen auf der sonnigen Terasse.
Nach dem Seminar kaufe ich noch schnell eine Hochzeitskarte fürs Wochenende und kehre dann zu meiner Unterkunft zurück. Ich helfe der WG, vom Hochwasser versaute Dinge aus dem Keller raus auf den Gehweg zu schaffen, damit sie als Sperrmüll abgeholt werden können.
Danach holen wir uns ein Eis und setzen uns in den Schlosspark zum Quatschen, Lesen und Entspannen. Dabei finde ich auf den ersten Blick ein vierblättriges Kleeblatt. Es landet natürlich sofort auf Facebook und Twitter und bringt mir diverse Likes, u.a. einen inklusive Kommentar von unserem Head of Editorial EMEA. Scheint also direkt zu wirken. Kurz danach kippt die Jelly Belly Packung um und alles landet im Gras. Nun ja.
Zuhause wird dann gekocht: Frischer Ingwer und frische Curcuma, Mangold, Linsen, Rosinen. Gewürze, Kokosmilch und Reis verbinden sich zu einem mehrstrophigen Gedicht. Hinterher gibt es eine perfekt reife Mango, mehr Yogitee und Zeit fürs Netz und zum Bloggen. Auf Twitter schlugen die Wogen heute hoch und auch am Ende des Tages habe ich noch nicht alle Ebenen überblickt und eingeordnet.
Kurz vor 11 sind wir so müde, dass wir uns mit Buch ins Bett verziehen. Gute Nacht allerseits!

12 von 12 im Juni

Man hangelt sich so von 5 zu 12, wa? Im Moment ist aber auch immens wenig Zeit zum Bloggen. Ständig feiert irgendwer irgendwas oder man muss zu Konzerten, Essensverabredungen oder ins Büro. Vielleicht wird es ab nächster Woche etwas besser, ich hab da noch einiges auf Halde. Jetzt aber erstmal 12 von 12. Die anderen gibt es bei Draußen nur Kännchen.
Zum Frühstück meine beiden Lieblingsfrüchte: Erdbeeren mit Mango-Joghurt. Ich halte es mit den Erdbeeren so wie Frau Schnips:
Im Büro sind alle im WM-Fieber, wenn auch nicht unbedingt immer aus sportlicher/fußballerischer Sicht. Die Kolleginnen kleben sich zum Beispiel Panini-Bildchen auf die Telefone… Und irgendwer meinte, wir müssten alle diese Fahnen irgendwo hinkleben. Ich wollte erst nicht, aber Frau Teamlead hat dann eigenmächtig meine Tastatur verschönert. Immerhin mit dem richtigen Winkelement – sie kennt mich gut. Ich könnte wohl mal meine Tastatur putzen…
Zum Mittag hatte ich Lust auf Chinesisch und ging daher mit @rammc zu China City und bestellte mir all das, was ich an der chinesischen Küche am liebsten habe: Gedünsteten Pak Choi mit ordentlich Knoblauch und dazu Glasnudeln, Morcheln und Bambussprossen. Mjam.
Danach machten wir einen Abstecher zum Lidl, der sehr ertragreich war, fotografisch gesehen… Pringoals hat also merkwürdige WM-Sorten…

…während hier jemand augenscheinlich Arizona Ice Tea kopiert…
…und diese Aktion wohl eher „Beef and Grief“ heißen sollte.

Zurück im Büro gab es dann doppelten Nachtisch: Das Goods-Team spendierte uns eine Runde Eis…

…und von Frau Teamlead gabs Muffins in Fußballform als Dankeschön für unseren Sondereinsatz letzte Woche.

Kurz vor Feierabend fiel zwei Kolleginnen auf, dass sie quasi gleichgemustert herumliefen.

Auf dem Rückweg las ich diese schöne Szene über Opa Kevin.
Zuhause bereitete ich mich auf einen Fußball-Abend allein vor – der Mann boykottiert diese WM aufgrund all der Dinge, die fragwürdig bis unwürdig gelaufen sind in der Organisation. Ich bewundere diese Haltung, kann mich aber der Tradition nicht ganz erwehren. So fährt der Mann also angeln (und hört dort das Spiel, weil Béla Réthys Kommentar über den ganzen See schallt… Und ich darf endlich mal wieder Rhabarber essen. Das Rezept in Kürze: Rhabarber in Ahornsirup marinieren, dann Wasser dazu und kurz aufkochen. Dazu gibts Vanille-Kokospudding aus Vanillepuddingpulver, Kokosmilch und Palmzucker. Nochmal Mjam.

Und dann geht das Spiel los – hier im Bild eine Aktion für den Frieden und wie es aussieht auch die Diversität. Immerhin etwas.

Tagebuch-5 im Juni

Und Zack ist wieder ein Monat rum und Fr. Brüllen fragt: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Die anderen Beiträge findet man hier.
Hier so:

Der Tag beginnt mal wieder viel zu früh. Gestern wurde es spät und da wir Besuch haben und die Katzen daher nachts ausnahmsweise ins Wohnzimmer dürfen, weckte mich Maunzen und Getrappel schon eine Dreiviertelstunde vor dem Wecker. Zum Glück bin ich noch einmal eingeschlafen, aber müde und kaputt bin ich dennoch.

Ich nehme mir die letzten Erdbeeren vom Wochenende, ein paar Aprikosen und einen Apfel mit ins Büro fürs Frühstück. Heute wird ein langer Tag, es gibt nach dem etwas chaotischen Wocheneinstieg mit Betriebsratssitzungen, einem Videocall,  dem Einarbeiten der Kollegen in ein neues Tool mit den dazugerigen Hickups und einem langen Meeting am Vortag noch viel abzuarbeiten vor dem nächsten Feiertag.
Heute ist hingegen nicht viel los, so dass ich eine Menge schaffe. Nur einmal sorgt ein etwas komplexeres Problem für Aufregung und Abwechslung: Jemand hat eine Anweisung zu korrekt ausgeführt und plötzlich ist ein Teil unserer Seite nicht zu erreichen. Aber auch das geht vorüber. 
Zum Mittag gibt es bei Pasta Deli eine köstliche „California Light“-Pastavariante mit Stangenselleriepesto, Zitronengras, Mandeln und Parmesan. Ich bin verliebt.
Der Mann feiert zeitgleich wie jeden Donnerstag den Gehacktestag. Diesmal bezieht er sich auf den Maya-Kalender. Seine Illustration dazu:

Zum Nachmittag hin und als Durchhaltetrick gönne ich mir Obst in Kuchen- und leider auch Flaggenform, schmeckte aber trotzdem:

Dann ist irgendwann Feierabend und ich kaufe auf dem Heimweg noch schnell etwas für die Suppe ein. Der letzte Mangold soll verwendet werden. Es wird eine Mangold-Kokos-Suppe mit Ingwer, Zitronengras und Koriander, die ich gemeinsam mit dem Besuch, @Fiann von Copper, boom! verzehre. Dabei reden wir über dieses und jenes und solches und einige von Euch.

Ich bin sehr stolz, dass ich es nicht vergessen habe, Waldmeister vom Balkon für die Bowle am Wochenende zu ernten. Den Rest werde ich auspflanzen oder demnächst per Sirup haltbar machen – so oft braucht man ja Waldmeister nicht. Das wichtige Büschel hängt in der Bibliothek aka Gästezimmer und beschert @Fiann hoffentlich schöne Träume.

Tagebuch-5 im Mai

Der Tag beginnt trotz Spätschicht unfreiwillig früh, als ich gegen halb 7 aus einem merkwürdigen Traum erwache, der mich auf eine Reise per Flugzeug, Bus, Bahn und Moped durch verschiedene deutsche Städte, irgendwo in Belgien und irgendwo in Spanien schickt. Inkl. Terminstress. Dabei hab ich heute gar nicht so viel Anstrengendes vor, eher Schönes. Merkwürdig. Das Blöde ist, dass draußen die Müllabfuhr laut ist und es mit dem Einschlafen daher nichts mehr wird. Aufstehen möchte ich aber auch noch nicht, denn dann würden mich die Katzen zur Fütterung zwingen und die sollen sich gar nicht erst an so unchristliche Zeiten gewöhnen. Also bleibe ich liegen und lese das Internet leer. Um 7:20 klingelt der Wecker vom Mann, aber wirklich wach macht ihn das nicht. Wir bleiben also noch eine Weile liegen.

Gegen 8 raffe ich mich doch auf und füttere die Katzen. Dann mache ich mir einen heißen Bananensaft und setze mich für ein paar Überweisungen an den Rechner. Danach werden hier in der Bude endlich mal ein Poster aufgehängt, immerhin ist Sonnabend Einweihungsparty. Das Bad ziert nun ein Filmplakat eines befreundeten Schauspielers inkl. nacktem Hintern. Hängt auch direkt überm Klo, da kann man das schon mal machen. Währenddessen wechselt der Mann die Glühbirnen im Flur aus. Endlich wieder hell und ab jetzt auch in LED. Derweil vergnügen sich die Miezen auf dem Balkon und beobachten Vögel. Man muss nur aufpassen, dass sie nicht unser Erdbeerpflanzen abknabbern oder plattdrücken. Und eine vom Balkon gestürzte Katze wäre jetzt auch eher ungünstig.

Der Mann verabschiedet sich ins Büro und ich habe dank Spätschicht noch ein wenig Zeit, die ich der Playlist für unsere Party widme. Zwischendurch beobachte ich immer wieder fasziniert die Interaktionen zwischen der rolligen Noosa und dem kastrierten Nimbin. Sie versucht ihn zu animieren, er schwankt zwischen ernsthaften, aber erfolglosen Versuchen, sie zu besteigen und genervtem Wegrennen. Arme kleine Maus… Sobald die Rolligkeit vorbei ist, wird kastriert und dann geht das entspannte Katzenleben wieder los.

Dann noch ein wenig Hausarbeit… Katzenklo sauber machen, Müll runterbringen und etwas aufräumen. Da fällt mir ein, dass ich mein Bahn-Buch (Bridget Jones 3) ja gestern ausgelesen habe und suche mir schnell ein neues aus (Orange is the new Black, das Buch, auf dem die großartige Serie basiert). Und dann geht es auch für mich los ins Büro – mit einem Blech Rhabarberkuchen, um mein vierjähriges Dienstjubiläum zu feiern.

Der Bürotag entpuppt sich als sehr essensreich. Insgesamt gibt es allein in der Redaktion drei Kuchen, zudem ein Frühstücksbüffet im Finance und einen 16 Liter-Topf Chili con carne im Partner Management. Geburtstage und Jubiläen en masse. 
Ansonsten läuft der Tag relativ normal ab. Irgendwann fragt mich ein Kollege, ob ich wüsste, wie denn hier das Faxgerät funktioniere. Ich überlege kurz, was ein Faxgerät ist, wozu man es benötigt und wann ich zuletzt eines benutzt hatte. Dann muss ich ihm leider eine Absage erteilen – in dieser Firma noch nicht. Davor zuletzt, als ich bei einem Aushilfsjob in der Dispo eines Fernsehsenders gearbeitet habe.
Zum Mittag hole ich mir einen Salat und setze mich damit und mit meinem Buch in die Lounge. Dann ab 16 Uhr beginnt die pre:publica und ich fange an hibbelig zu werden. Die letzten Stunden bis zum Feierabend ziehen sich eher gummiartig dahin, dann ist endlich (Bildungs-)Urlaub und ich fahre in die Station Berlin um einzuchecken und mir mein Bändchen und mein Goodie Bag zu holen. 
Bei einem Bierchen auf dem Hof sehe ich die ersten bekannten Gesichter, halte ein erstes Pläuschchen und laufe dann etwas ziellos und verschüchtert durch die Gegend. Dann kapituliere ich und setze mich auf eine Bank, um an diesem Beitrag weiter zu schrieben.
Ab 21 Uhr werden wir hinausgebeten, was mir angesichts der Temperaturen und meiner Schüchternheit ganz recht ist. Auf dem Heimweg lese ich mein Buch weiter. Zuhause angekommen bestelle ich erst einmal einen Neuland-Burger (und Pommes, und Milchreis für morgen früh). Danach baue ich meinen vorläufigen #rp14-Plan zusammen und komme auf insgesamt 28 Sessions an den drei Tagen. Mal sehen, wieviele ich tatsächlich schaffe. 
Der Abend endet mit Burger essen, Snooker gucken und ausgedehntem Katzen-und-Mann-kuscheln auf dem Sofa.

Tagebuch-5 im April

Als der 5. beginnt, sitzen wir in einer Bar in Mitte. Um hereinzukommen, mussten wir klingeln und dann glaubhaft versichern, dass ein Freund heute hier seinen Geburtstag feiere. Erst mit Nachfragen und Diskutieren wurde uns schließlich Einlass gewährt. Gegen Mitternacht saßen wir also mit unseren Moscow Mules in der Hand an der Theke und redeten über… Arbeit. Nun ja. Da die Barhocker nicht so bequem und wir eher müde waren, machten wir uns bald auf den Weg nach Hause und versackten noch ein Weilchen auf der Couch, jede/r eine Katze auf dem Schoß. Kurz vor 2 lagen wir dann in den Federn.

Gegen 10 dann Twitter, Facebook, Reeder, Mails und Instagram checken/lesen, aufstehen, Katzen füttern, Miezenchaos in Bad und Wohnzimmer beseitigen und dann den Frühstückstisch  decken und essen. Dazu spielt Spotify die „Unplugged in New York“ und ich erinnere mich, wie wir vor 20 Jahren am Frühstückstisch saßen und das Radio sagte, Kurt Cobain sei tot. Ich fühle mich alt. Beschließe, heute Musik mal ganz oldschool albenweise zu hören. Als nächstes das Debüt von Franz Ferdinand. Auch schon zehn Jahre alt, verdammte Axt!
Ein weiterer Programmpunkt war der Versuch des Schuhekaufens. Da ich damit nicht den ganzen Tag verbringen wollte, mal eben schnell online vier Paar Sneakers ausgesucht und bestellt. Ein bis zwei Paar werde ich maximal behalten. Für Menschen wie mich, bei denen Schuhe- und Hosenkaufen regelmäßig frustriert und zumindest im Schuhfall dann meist in sinnlosen Trotzkäufen endet, ist der Laden mit dem Z vorne echt eine grandiose Erfindung. 
Der nächste Punkt auf meiner To Do-Liste sind die neuen Folgen von Big Bang Theory, Scandal und Parenthood. Geguckt mit Nimbin auf dem Bauch, Noosa auf den Füßen und einen Candy Crush spielendem Mann neben mir.

Nachmittags ging der Mann mit Freunden zum Wrestling und ich machte einen Spaziergang zur Erkundung des „neuen“ Kiezes. Wir wohnen hier ja nun schon seit über vier Monaten, aber der Großteil davon war Winter oder ich war krank. Also mal ein bisschen Prenzlauer Berg-Luft schnuppern, dachte ich. Leider haben meine Füße schon nach den ersten Minuten schlapp gemacht und sich entschlossen, dass die Schuhe, die ich dabei trug in die Altkleidersammlung gehören. Wie gesagt, ich und Schuhe… Also lief ich etwas gezwungen und mit teilweise schmerzverzerrtem Gesicht nur etwa eine halbe Stunde umher, um dann noch schnell ein paar Dinge einzukaufen (vor allem Backzutaten für morgen) und die Nachbarskatze zu besuchen und zu versorgen.

Wieder zuhause bekamen unsere Miezen dann ihr Abendbrot – nachdem sie zum zweiten Mal heute einen angeschimmelten Brotkanten aus dem Biomüll gezogen hatten, um ihn zu verputzen. Als ob sie bei uns nichts zu essen kriegen würden… Danach war ich dran und machte mir einen Kartoffel-Gurken-Avocado-Salat mit Senf-Dill-Sauce. Dazu gabs eine Flasche Bionade Himbeer-Pflaume, man muss ja alles mal ausprobieren. Kann man trinken, macht aber nicht sofort glücklich. Dann verzog ich mich mit meinen blasengeplagten Füßen und den Miezen auf die Couch und schaute ein paar Folgen Orange Is The New Black. Sehr zu empfehlen. Und jetzt gehts ab ins Bett, ein spannender Samstagabend ist das!

Tagebuch-5 im März

Ja, es ist bereits der 6. Das hat aber Gründe und die stehen unten.

Gestern wachte ich wenige Minuten vor dem Weckerklingeln auf der Couch einer Freundin auf. Wir hatten nämlich unseren monatlichen gemeinsamen Abend der aus Pizza, Kino und Übernachten bestand. Da keine Katzen zu füttern oder ähnliche zeitraubenden Dinge zu tun waren, konnte ich meinen Wecker eine Viertelstunde später als sonst stellen, wofür mein Körper schonmal recht dankbar war. Der ist nämlich immernoch sauer, dass ich seit letzter Woche eine Stunde früher aufstehe, dass ich sechs Tage durchgearbeitet habe und dass ich die Oscars geguckt habe.

Der morgendliche Arbeitsweg war dann auch ganz anders als sonst, ich musste nämlich nicht umsteigen und konnte ganz entspannt mit der U2 durchfahren – von Anfang an sitzend, weil in Neu-Westend ja die Welt noch in Ordnung ist. Am Ende war ich sogar ein paar Minuten vor 9 im Büro und machte mir erstmal Porridge mit Apfel, Banane und Zimt zum Frühstück.

Arbeitsmäßig verlief der Tag weitgehend ereignislos, bis auf ein paar kleine technische Schwierigkeiten, deren Ausgang ich mir dann heute mal ansehen muss. Und es wartet noch eine schöne Fleißaufgabe für den Morgen auf mich, die mir gestern Abend einfach zu lange gedauert hat.

Dafür war die Mittagspause ungewöhnlich, denn der Mann war einverstanden, mit mir essen zu gehen. Das macht er sonst fast nie, weil er sehr spät frühstückt und dann meistens einfach drinnen bleibt oder unterwegs ist, um Dinge zu erledigen. Gestern aber gingen wir Suppe, Salat und Frozen Yoghurt (der erste des Jahres) essen und hielten danach auf dem Markt noch ein Schwätzchen mit einem Verkäufer italienischer Delikatessen. Wir haben eine Flasche tolles Olivenöl, Crema di Carciofi und Pesto gekauft.

Nach der Arbeit ging ich zuerst den Kater einer anderen Freundin versorgen, dann bekamen unsere Miezen ihre abendliche Ration. Hielt sie nicht davon ab, mich zu belagern, während ich mein Essen (Vollkornspirelli mit Crema di Carciofi) zubereitete und aß. Ich konnte aber alles erfolgreich verteidigen. Danach schaute ich die aktuellen Folgen von How I Met Your Mother, Switched at Birth und New Girl (alle anderen Serien hatte ich bereits am Montag nachgeholt) und ließ mich dabei ausgiebig von den Katzen bekuscheln. Danach gab ich mir dann noch das Sherlock-Weihnachtsspecial mit Interviews etc. Dabei muss ich dann eingeschlafen sein, denn als der Mann gegen halb 11 nach Hause kam, war ich bereits im Tiefschlaf, mit schönem Abdruck vom Sofakissen im Gesicht.

Ohne viele Worte verschwand ich im Bett und schlief dann einfach bis halb 9 morgens durch. Keine Zeit zum Bloggen also.