15.10.2026 – Von allem etwas und Quarkkeulchen

Ich schlafe ja sonst meist sehr gut in des Liebsten Bett, aber wenn er nicht dabei ist, geht das offensichtlich nicht so gut. Jedenfalls schlafe ich nach kurz nach 4 dann nicht wieder ein, bzw. gebe ich kurz vor 6 endgültig auf, weil halb 7 eh der Wecker klingelt. So schaffe ich es inklusive morgendlichem Reboot und Frühstück machen zu 8 an seinen Schreibtisch.

Zwei Stunden Arbeit inklusive eines Meetings, dann muss ich auch schon los und fahre mit der S-Bahn nach Mitte zum Arzttermin. Wenn man von Süden kommt, läuft man dann mal eben durchs Regierungsviertel, lerne ich.

Sieht nicht gut aus, um Bildungselite und Wirtschaft, anscheinend.

Beim Arzt dann die Herausforderung, wegen immer noch Schniefnase und Husten insgesamt gute zweieinhalb Stunden mit Maske und Brille und zwischendurch ab und zu Naseputzen und Trinken zu verbringen. Zwischen den komplizierten Bewegungsabläufen lese ich weiter im Riesengebirge herum und bewege mich durch die Zwischenkriegszeit. Dann endlich Behandlung, Terminabsprache, neues Rezept, Blutkontrolle im Labor. Kleiner intellektueller Glitch als die Blutabnehmerin mir erklären will, dass die hartnäckigeren Erkältungen seit der Pandemie an den Impfungen liegen. Die Frau arbeitet in der Charité! Oh well…

Danach geht es mit zwei Straßenbahnen in den Pberg. Noosa füttern, Schnittchenteller und Yuzu-Tee zum späten Mittag und dann auf ins Couch Office.

Vegane Lyoner, Heumilchkäse mit Orangenpfeffer, Gurke, Radieschen, gelbe Karotte

Noch ein Meeting, noch ein wenig Text- und Grafikfeinschliff… Zwischendrin ruft die Ärztin an und fragt, ob ich die Patientin war, die sie krankschreiben sollte für heute, wegen der Behandlung. Als ich verneine, bietet sie es mir an, aber da ist der Arbeitstag bereits fast vorbei. Gut zu wissen aber fürs nächste Mal, vor allem wenn da mit An- und Abreise immer gleich viereinhalb Stunden draufgehen und ich merke schon einige Nachwirkungen…

Deswegen dann auch früher Feierabend, ich habe ja noch Messe-Überstunden abzubummeln. Dann erstmal ausführliches Telefonat mit dem Arktisrückkehrer, bevor es in die Küche ans Abendbrot geht. Morgen jährt sich Omas Todestag und es ist Donnerstag, deswegen gibt es spontan Quarkkeulchen, denn die hat Oma donnerstags immer gemacht. Ich muss nur wenig von ihrem Rezept abweichen, weil mein Mehl zur Neige geht und ich keinen Vanillezucker da habe. Und ich mache das Öl auch nicht so heiß, dass blauer Rauch aufsteigt. Der Apfelmus ist auch nicht selbstgekocht aus frisch gelesenen Äpfeln, sondern kommt aus dem Glas, wenn auch immerhin aus der Lausitz. Schmeckt trotzdem wie früher und ich lasse konsequent jede Menge Familie am Foto teilhaben.

Beim und nach dem Essen Liebstentelefonat. Er ist inzwischen wieder in seiner Wohnung, beklagt sich darüber, dass ich seine Tastatur und seine Maus bewegt habe, aber ist auch froh über das Essen, das ich ihm in den Kühlschrank gestellt habe.

Dann schaue ich die ersten beiden Folgen der neuen Staffel The Diplomat, hänge Wäsche auf, mache die Küche sauber und lege mich beizeiten ins Bett. Im Riesengebirge geht es um die Folgen des Münchener Abkommens, aber ich schlafe dann doch noch vor Kriegsbeginn ein.