Wieder ordentlich was weggeschlafen, beim letzten Aufwachen ist es schon nach 9, so gefällt mir das! Es folgt ein überaus gemütlicher und langsamer morgendlicher Reboot im Bett bei einer Tasse Tee mit Milch (a cuppa). Als ich dann doch irgendwann aufstehe und mich schließlich mit Frühstück auf die Couch setze ist es halb 1. Es gibt Porridge, mit Kokosöl statt Butter, Erbsenmilch und Zimt, dazu den Rest Apfelmus und Walnüsse, außerdem einen Apfel, eine Birne und Earl Grey. Feeling a bit English this morning, are we?

Irgendwann dann mache ich mich tagfein (mit Wintermantel! Höchsttemperatur heute sind 12 Grad!) und gehe raus zum Einkaufen. Die Apotheke hat da schon zu (es ist nach 14 Uhr), aber zumindest meine Supermarktliste kann ich abarbeiten. Zuhause öffne ich ein Päckchen, das am Vormittag gekommen war – das Rogacki-Kochbuch, das ich per Crowdfunding mit finanziert habe, ist da. Ich setze mich mit einem Kräutertee aufs Sofa und blättere hindurch. Direkt zwei Fehler entdeckt, vielleicht hätten sie doch noch mehr Zeit für Lektorat einplanen sollen… Ansonsten aber ein paar schöne Rezepte und vor allem ein Stück Berliner Kulinarikgeschichte. Schade finde ich, dass bis auf ein ausführliches Vorwort nicht viel zusätzlicher Text drin ist, sondern eben einfach eine Auflistung der Rezepte mit schönen Bildern. Die deutsche Kochbuchtradition ist sehr anders als die anglophone…

Dann noch Katzenklo saubermachen und Dinge zurechtmachen und schon geht es wieder los, durch Herbstregen mit zwei Straßenbahnen nach Friedrichshain. Ein Zwischenstopp beim Szenebäcker mit ordentlich Schlangestehen und dann fünf Stockwerke hoch zum Brüderchen.

Es gibt Tee und Kuchen, Erzählungen und ein Mitbringsel – selbst gewonnenes Meersalz vom 79. Breitengrad. Das verwende ich wohl eher nicht zum Pastakochen, was?
Hinterher kümmern wir uns um Papierkram, bis uns die Köpfe rauchen und wir keine Lust mehr haben und einen Folgetermin ausmachen. Dann probieren wir ein relativ neues vietnamesisches Restaurant in der Nähe aus, das definitiv viele authentische Gerichte auf der Karte hat – mit Hühnerfüßen, Schweinefüßen, gekochtem Blut usw., dazu dann die üblichen Standards plus Ausflüge in japanische, thailändische und chinesische Küche. Wir bleiben eher im uns geläufigen Bereich und ich bestelle eine Pho mit Hähnchen.



Den ganzen Tag über macht mir die Verschleimung meiner Atemwege weiter zu schaffen und so ruft dann irgendwann die Couch sehr laut und wir verabschieden uns früh. Ich nehme die U-Bahn zum Alex, steige dort mit einer ganzen Völkerwanderung um, warte 9 Minuten auf die Abfahrt der Straßenbahn und bin dann schließlich erst kurz vor halb 10 wieder auf der Couch, jetzt mit heißem Holunder, Katze und Roman. Liest sich wirklich gut weg, aber nach anderthalb Stunden sind wir immer noch mitten im Krieg und mir fallen die Augen zu. Ich putze mir die Zähne, wechsle ins Bett und lese noch ein paar Seiten bis nach dem Attentat auf Heydrich. Dann Schlafenszeit!