15.05.2026 – Koffeinpegeln

Die heutige zu kurze Nacht liegt nur partiell an Noosa. Gegen 3 wache ich auf, weil das Kätzchen im Schlaf Geräusche macht – irgendwas zwischen Schnarchen, Seufzen und Gurren – und zwar direkt neben meinem Ohr. Es schläft aber einfach tief und fest weiter, während ich wach liege und nicht wieder in den Schlaf finde. Zwei Stunden wälzen, lesen, Kreuzworträtsel lösen und dösen, dann ist es 5 und Noosas normale Wachphase beginnt, auch die heute aber überschaubar. Sie geht hauptsächlich im Wohnzimmer spielen, nachdem sie sich davon überzeugt hat, dass ich noch lebe. Dann schläft sie auch wieder ein und ich gebe die Nacht als verloren hin und beginne meinen morgendlichen Reboot. Der Freitag ist dann also von Energiemanagement bestimmt.

Zum Frühstück kurz nach 8, bei noch nur 7 Grad in eine warme Decke eingewickelt, gibt es einen großen Matcha Latte, der ja bekanntlich sein Koffein retardierend über einen längeren Zeitraum freisetzt. Um 9 geht es an den Schreibtisch. Zum Glück ist Brückentag und die meisten haben frei, die direkten Interaktionen und dringenden Erledigungen halten sich in Grenzen. Ich arbeite in dem mir möglichen Tempo die Dinge ab, die heute wichtig sind und verschiebe alles, was verschoben werden kann, auf einen Tag mit mehr Gehirnschmalz. Dann gieße ich dem Matcha Latte eine Mate hinterher,

In der Mittagspause gehe ich nach draußen und zum Haustierbedarf, neue Katzenfuttersorten für Noosa kaufen (den Abnehmplänen angemessen und für Seniorinnen im Indoorbereich konzipiert), außerdem Katzenstreu und eine neue Spielangel, das Sportprogramm soll (für mich) einfacher und (für sie) spannender werden.

Der Arbeitsnachmittag geht dann auch irgendwann vorbei und ich starte in ein Experiment – eine Woche nach Nimbins Tod soll Noosa das erste Mal über Nacht alleine bleiben (die Mitbewohnerin wird gemeinhin nur als solche akzeptiert, wenn ich mehrere Tage weg bin und sie die Fütterpflichten übernimmt). Deshalb packe ich meinen Kram zusammen und fahre nach Südberlin. Ich komme beim Liebsten an, lasse mich auf sein Bett fallen und schlafe erstmal anderthalb Stunden komatös, bis er mich weckt und es Zeit fürs Ausgehen ist.

Wir feiern das Wochenende mit einem sehr leckeren koreanischen Barbecue um die Ecke – nächstes Mal müssen wir seine Mitbewohnerin mitnehmen, damit sie uns sagen kann, ob es neben lecker auch gut und authentisch ist. Heute aber wieder zu zweit, mit Schweinebauch, dünn geschnittenem Rindfleisch und den üblichen Beilagen und Banchans, dazu koreanisches Bier für den Liebsten und Aloe-Vera-Saft für mich.

Hinterher gehen wir noch in den Supermarkt und holen uns ein paar Kleinigkeiten, dann liegen wir vollgefressen und faul im Bett, zeigen uns das Internet, naschen Mochis mit Mango-Maracuja-Eis-Füllung und trinken Wein, bis bei mir gegen 23 Uhr wieder die Lichter ausgehen. Ich schicke Entspannungsvibes zu Noosa und schlafe schnell ein.