16.05.2026 – Sonnabend

Ich wache einmal kurz gegen 6 auf, schlafe dann fast umgehend wieder ein und falle dann nach 8 meinem Fehler zum Opfer, die Nicht-Stören-Funktion am Telefon nicht eingeschaltet zu haben. Es kommen mehrere Signal-Nachrichten an, in einer Frequenz, die mich nachhaltig aus dem Schlaf reißt. Ich döse aber weiter, bis der Liebste aufsteht und Kaffee macht und dann noch ein bisschen weiter. Schlafen ist ne gute Sache,

Es gibt dann Kaffee im Bett, kompletten morgendlichen Reboot, immer wieder unterbrochen vom gegenseitigen Internetzeigen. Als der Hunger uns aus dem Bett treibt ist es fast 12.

Die Gespräche beim Frühstück drehen sich um die großen Dinge – die Soziologie des Essens im Altertum, rund ums Mittelmeer, in Osteuropa und Skandinavien. Worüber wir zwei so sprechen, wenn wir ungestörte Zeit für uns haben.

Bald darauf heißt es Aufbruch, ich fahre zurück in den Pberg und schaue nach Noosa. Sie guckt mit einem halben Auge unterm Bett vor, als ich komme, ist aber kurz darauf wieder um mich herum und auf mir drauf, als wäre ich nicht weggewesen. Die Mitbewohnerin wird später erzählen, dass sie gestern Abend und heute Morgen die ganze Zeit unterm Bett geblieben ist. Hmm.

Wir setzen uns warm eingemummelt auf den Balkon, aber da draußen will sich die Produktivität nicht so richtig einstellen. Ich bestelle Dinge im Internet, wasche Wäsche und verabrede für mich später, aber dann wechsele ich doch an den Schreibtisch und komme im Projekt weiter.

Am späten Nachmittag treffe ich den Lieblingsnachbarn auf einen ausführlichen Spaziergang durch den Pberg, heute sogar ohne Eis, denn es ist im Schatten geradezu fröstelig und er war grad Döner essen.

Wieder zuhause mache ich mir zum Abendbrot Kartoffelecken mit Safransalz und mit Ziegenkäse überbackene Tomaten, dazu Radieschen, Gurke und Avocado und einen Dark & Stormy (mit weißem Rum, ich habe keinen braunen da), dessen Austrinken sich den ganzen Abend hinziehen wird.

Danach höre ich ein wenig Podcast und versuche, noch ein Nickerchen zu machen, aber Noosa braucht Bespaßung und so klappt es nicht richtig mit dem Einschlafen. Es ist dann aber auch schon fast Zeit fürs ESC-Finale und dann ist es jetzt eben so. Ich mache mir einen Snackteller und dann sitze ich mit tausenden anderen Menschen gleichzeitig vor dem Fernseher.

Der Snackteller reicht nur eine gute Stunde, ich halte trotzdem die ganzen viereinhalb Stunden durch (nachdem ich beim ersten Halbfinale zwischendurch lieber gelesen und das zweite Halbfinale ignoriert habe). Mit ein bisschen mehr Aufmerksamkeit macht es auch mehr Spaß, nur bei Tschechien und dem nachfolgenden Beitrag muss ich nebenbei mit Noosa spielen (Die neue Spielangel ist der Wahnsinn, findet sie, jetzt brauche ich nur noch ein Spielzeug, mit dem sie ganz alleine anfängt zu spielen. Davon stehen und liegen einige rum, allein ihre Motivation ist nicht mehr wie früher…)

Am Ende könnte knapp Israel gewinnen und ich mag mir nicht ausmalen, was das für Auswirkungen gehabt hätte, nach den Kampagnen-Kontroversen im Vorfeld und den fünf Ländern, die wegen der Teilnahme Israels den Wettbewerb boykottierten), zum Glück zieht dann Bulgarien noch vorbei. Nächstes Jahr dann also Schopska-Salat!

Die Mitbewohnerin kommt zum Ende der Punktevergabe nach Hause, hat keinen einzigen Beitrag gesehen, kann aber trotzdem kundig mitreden, immerhin.

Halb 2 liegen Noosa und ich dann im Bett und schlafen schnell und tief ein.