Nur kurz…

…denn der Hase hat grad The Meaning of Life angemacht (genau jetzt auf Tele5, wir nehmen aber doch die DVD, die kann Englisch und ist ohne Werbung), ein paar Momente der zu Ende gehen der Woche. (Von dem bärtigen Typen, der in seinem Auto bei geschlossenem Fenster morgens halb 9 Pfeife rauchte habe ich leider keins machen können.)

 

Pflaume-Kardamom ist sehr zu empfehlen, die Aktion natürlich auch, gabs im Bio-Supermarkt in der Warschauer und war mein Bier-Äquivalent beim Sorbischkurs.

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In diesem tatsächlich pinken Kinderwagen aus zweiter Hand habe ich gestern meine fünf Wochen alte Großcousine zwei Stunden lang durch Neukölln kutschiert und ihr das Tempelhofer Feld und die Hasenheide gezeigt. Wir kauften nichts.

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Direkt nach dem Pfeifenmann sah ich dieses Mistkäfer, der dankenswerter Weise parkte.

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Es ist re:publica in Berlin, ich mittendrin.
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Beim Willkommensbrunch auf der neuen Etage spielte mich ein Kollege optisch an die Wand. Aber Rache ist Blutorange!

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Statt Hexenbrennen tanzte ich gestern mit der besten Freundin und der Kollegin-Freundin in den Mai, zur Musik des Freundes letzterer.

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Sonntag Abend, keine Lust auf Kochen.

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Die beim Burgerladen verstehen mich!

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Demnächst hier vermutlich re:publica-Content (definitiv aber auf Twitter und Instagram) und dann Toskana-Content – sobald „anywhere the wind blows“ verklungen ist, schalten wir hier nämlich auf Reisemodus um…

Momente 23.4.2016

Wir sind gerade in Leipzig, weil der Hase morgen Taufpate wird.

Zunächst haben wir sEB besucht, der im berühmt berüchtigten Connewitz wohnt. So richtig schön klischeehaft brachten wir ihm aus dem Prenzlauer Berg selbstgekelterten Obstwein mit, er revanchierte sich mit frisch gepflückten Bärlauchknospen, die man wie Kapern einlegen kann. Außerdem empfing er uns mit selbst gemachten Tagliatelle mit Bärlauchpesto (kein Hack, aber es war ja auch nicht Donnerstag).

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Später am Tag wechselten wir dann zur Familie des Täuflings und verbrachten einen wundervollen Tag und Abend mit dem zukünftigen Hasenpatenkind samt großem Geschwisterkind und da lasse ich jetzt einfach mal Bilder sprechen… Leipzig fetzt!

Aprilspaziergang

Ohne viele Worte – es ist Frühling in Berlin (Bilder von meinem Fußmarsch gestern und das letzte ist von heute, der Reiher ist echt.)


  
      

Momente 18.4.2016

Morgens in der U-Bahn: Eine Frau hat ihren Kinderwagen mit einem Tuch abgedeckt, das Baby darin soll seine Ruhe haben. Es quäkt dann aber doch kurz mal sehr süß vor sich hin. Ein paar Meter weiter ein Kleinkind im Buggy, es nimmt das Quäken auf und entwickelt es zu Wolfsgeheul weiter. Die beiden Kinder sehen sich nicht, spielen aber trotzdem miteinander.

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Nachtrag vom Wochenende: Wir waren mit Frei-Tickets von der Arbeit auf der Allergy & Free Form Show / Just V Show / Love Natural Love Organic in der Station BERLIN und haben diverse Fleischersatz-Produkte, aber auch leckere Bio-Käse und -Wurstsorten sowie veganes Florida Eis verkostet. Einen kurzen emotionalen Moment hatte ich immer, wenn ich durch die versperrten Ausgänge raus in die Halle 3 gucken konnte, wo ich in jetzt nur noch zwei Wochen auf dem Affenfelsen sitzen, mit Internetmenschen quatschen und zu Vorträgen eilen werde. Große Vorfreude auf die rpTEN!

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Wegen Wetter, Zeitfenster und vielem Sitzen vom Büro zum Sorbisch gelaufen – Fischerinsel, Spree und zum Schluss durchs Hinterbänkler-Friedrichshain. Zum zweiten Mal seit dem Ironblogger-Treffen neulich. Viele kitschige Fotos vom Frühling gemacht und ne gute Stunde gebraucht, inkl. Abendbrot- und Lehrerbierbesorgung.

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Zum Sorbisch-Unterricht am Abend gibt es gegen Ende Scotch – mit gelockerter Zunge lernt es sich besser und spricht es sich vor allem mit weniger Hemmungen. Der auf dem Tisch stehende Teller mit Ostereiern inspiriert zu grammatischen Höchstleistungen.

  
„Hinter dem braunen Osterei ist ein schwarzes Osterei.“

-> „Za brunym jutrownym jejkom je čorne jutrowne jejko.“

Außerdem gelernt:

„Njedźelu njedźěłamy.“ 

-> „Sonntags arbeiten wir nicht.“

Und: 

„Prěnja žaba widźi druhu.“

-> „Der erste Frosch sieht den zweiten.“

Außerdem: 

Belebt ist, was weglaufen kann!   
 

#12von12 im April 2016

Immer am 12. eines Monats machen hunderte Blogger 12 Fotos ihres Alltags und verlinken das Ganze dann bei Caro. Hier sind meine #12von12 vom April:

1) Ich schmiere mir heute Stullen fürs Büro. Es gibt das selbstgebackene Sauerteigmischbrot mit Leinsamen, einmal mit Bratwurst und einmal mit mittelaltem Gouda.

 

2) Wie immer bei der Essenszubereitung habe ich neugieriges Publikum.

 

3) Auf dem Weg zur Tram drängen sich mir die Forsythien (auf Anhieb richtig geschrieben puh!) ins Blickfeld und brüllen: Frühling!

 

4) Am Alex wird der Ostermarkt endlich abgebaut. Am Bauzaun hängt noch Kabelbinder, mit dem sich die Krähen beschäftigen. Frage: Ist das jetzt schön und ein lustiges Spiel, oder denken sie, das wären Zweige und sie könnten sich damit ein Nest bauen und das ganze ist unendlich traurig?

 

5) Ich hole mir im Café neben dem Büro noch schnell ein Schokobröt.

 

6) Dazu gibt es dann Chai Latte und Obst am Schreibtisch.

 

7) Heute ist Meeting-Tag. Beim ersten stelle ich mir die Frage, wie oft wohl auf so ein Flipchart geblutet wird…

 

8) Im zweiten Meeting freue ich  mich über den  ausgegebenen Leitsatz für die bevorstehenden Aufgaben.

 

9) Nach drei Stunden Meeting ohne Pause gibt es endlich meine Stullen und dazu Salat, den ich ebenfalls von Zuhause mitgebracht habe. Der Hase hatte Wildkräuter gekauft und eine Vinaigrette aus Sesamöl und Himbeeressig angerührt – zum Reinlegen gut! Die Kollegen gucken neidisch.

 

10) Kurz vor Feierabend werden dann noch die Telefone ausgetauscht. Das links im Bild hatte ich bis vorhin, rechts ist das Neue. Da ich sowieso im Durchschnitt weniger als einmal die Woche telefoniere, lässt mich das relativ kalt. Die Tastatur zeigt hingegen Details aus dem Büroalltag: Zur WM wurden von einer Kollegin Fahnenaufkleber verteilt und ich bekam aus Gründen einen von Oranje. Das zweite Schild ist mein Cocktailname, jeder in unserem Mini-Team bekam einen – da war ich allerdings krank 😉

 

11) Nach der Arbeit habe ich noch einen Termin und gehe auf dem Rückweg noch fix was einkaufen. An der Kasse hängt diese… Kaufempfehlung?

 

12) Zuhause wird dann haushaltsmäßig rumgekruschelt und nebenbei aus den Vorräten ein mediterraner Bohneneintopf zum Abendbrot gekocht – mit grünen TK-Bohnen aus Hasenbruders Garten, Kartoffeln vom Markt, sizilianischer Salami und passierten Tomaten.

Improvisiertes, superleckeres Spinat-Linsen-Curry mit Reis

Ich muss dieses „Rezept“ jetzt mal fix notieren und warum dann nicht gleich im Blog? Eben.

Ich kam vom Sonntagskuchenessen bei den Eltern zurück und hatte eigentlich vor, einen Kartoffel-Spinat-Auflauf zu machen. Allerdings hatte ich nicht bedacht, dass zeitgleich ein Brot im Ofen backen würde. Da ich zwar Knoblauch liebe, aber nicht ein komplettes Brot einknoblauchen wollte, disponierte ich um. Ich wollte Spinat und passierte Tomaten kombinieren und ordentlich Knoblauch sollte auch noch dran. Nudeln waren alle, aber beim Durchwühlen der Vorräte fand ich noch jede Menge Reis (Basmati) und Linsen (u.a. rote). Also wurde es ein indisch angehauchtes (Dhal-)Curry.

  

Ich bin kein Profi, was indisches Kochen angeht (indisch essen kann ich dafür sehr gut), daher kann ich nicht garantieren, dass dieses Rezept optimal ausgeführt oder authentisch ist. Aber es ist in jedem Fall wahnsinnig lecker und da ich selbst überrascht war, gehört es aufgehoben:

Rezept: Spinat-Linsen-Curry mit passierten Tomaten und Reis (reicht für mindestens 4 Personen)

  • Frischer Spinat (so 4-6 Handvoll)
  • Kokosöl
  • Koriandersamen, Bockshornkleesamen, Senfsamen, Kardamom-Kapseln, getrocknete Chili-Schoten, Gewürznelken (Zusammensetzung nach Gefühl)
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • Knoblauch (2 Zehen waren etwas zu wenig)
  • Ein Stück Ingwer
  • 200 g rote Linsen
  • 400 ml passierte Tomaten
  • 150 ml Naturjoghurt
  • Eine Handvoll Rosinen
  • 2 Tassen Basmati-Reis
  • Salz
  • 4 getrocknete Limettenblätter

Zuerst die Gewürze (außer Salz) in der Pfanne anrösten, dann zermörsern (Schalen der Kardamom-Kapseln raus sammeln).

In einem breiten Topf zwei Esslöffel Kokosöl schmelzen lassen und den gewaschenen Spinat hinzugeben. Spinat andünsten und dann noch einmal zur Seite stellen.

Klein gehackte Zwiebel, Knoblauch und Ingwer in den Topf geben und anschwitzen.

Linsen hinzugeben und kurz mit anrösten, dann mit den passierten Tomaten ablöschen, Gewürze aus dem Mörser hinzugeben und kochen lassen.

Nach einer Weile den Joghurt, den Spinat und die Rosinen zugeben, salzen und mit geschlossenem Deckel weiter köcheln lassen, bis die Linsen gar sind. (Insgesamt etwa 10-15 Minuten)

In der Zwischenzeit Reis mit der doppelten Menge Wasser aufkochen. Limettenblätter hinzugeben und bei geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis das Wasser verdampft ist. 

Den Reis salzen und beides zusammen servieren (Limettenblätter nicht mitessen.)

Dazu würde noch gut Garlic Naan passen, aber wir hatten ja nischt.

Tagebuch-5 im April 2016

Es ist mal wieder der 5. und Frau Brüllen fragt: WMDEDGT?

Der Hasenwecker klingelt um 6, aber da er ganz leise ist, schlafe ich heute wieder ein und wache erst eine Stunde später auf. Das lässt mir genug Zeit, um noch ordentlich das Internet leer zu lesen, bis mein eigener Wecker halb 8 klingelt. So startet es sich doch recht entspannt in den Tag und ich kann in Ruhe duschen, Frühstück einpacken, Katzen kuscheln und den Müll runterbringen.

In der Bahn stelle ich mal wieder fest, dass Passagierkompetenz nicht gleichverteilt ist, aber andererseits ist ja auch der wärmste Tag des Jahres und eindeutig Frühling und da lasse ich mir die Laune nicht von Idioten, die im Weg stehen verderben. Der nächste Versuch kommt dann vom Bürofahrstuhl, der einfach mal morgens zur Rush Hour den Geist aufgibt. Hat aber auch nicht funktioniert – ich laufe hoch in den 5. Stock. Allerdings bin ich nach der Anstrengung auf leeren Magen so außer Puste, dass ich beschließe, dringend etwas an meiner Fitness machen zu müssen. Ab jetzt gilt Fahrstuhl- und Rolltreppenverbot (bis auf Widerruf). Während der Rechner hochfährt koche ich mir die erste Kanne Tee des Tages, schäle mir eine Papaya und kippe nach dem Fotomachen Aprikosen-Rosen-Joghurt darüber. Der Joghurt hilft über die pfeffrige Schärfe der Kerne hinweg, die ich so in all ihrer gesundheitsfördernden Pracht mitessen kann.

 

Ich arbeite eine Weile fleißig vor mich hin und höre dabei den neulich bei der Kaltmamsell eingesammelten Podcast Schwester Doris – Braumeisterin, in dem sich Holgi mit einer bayerischen Nonne und Bierbrauerin unterhält. Sehr hörenswert mit interessanten Einblicken ins Klosterleben und Hintergundinformationen zur bayerischen Biertradition und ihrem Verhältnis zum aktuellen Craft Beer-Trend.

Um 11 wird es Zeit für die Betriebsratssitzung, bei der ich heute aufgrund der Krankheit meiner Kollegin Protokoll führe. Ich schaffe es gleich am Anfang, meinen Tee über Laptop, Handy, Anwesenheitsliste, Tagesordnung und Anträge zu verteilen, aber zum Glück bleibt die Technik innerlich trocken und der Papierkram kann durch auf-die-Heizung-legen gerettet werden. Der Rest der Sitzung verläuft dann unspektakulär (und vertraulich).

Kurz nach 12 bin ich zurück an meinem Arbeitsplatz und wurschtele dort weiter fleißig vor mich hin. Zwei Stunden später gehe ich dann mit einer guten Freundin (und Kollegin) zum ersten Mal dieses Jahr für die Mittagspause in den Park. Ich habe Reste von gestern dabei (Nudeln mit Spinat, Fava-Bohnen, Bärlauch und Ricotta) und für hinterher gibt es ein Erdbeertörtchen – die Saison fängt ja schließlich bald an, da kann ich mich schon mal fast guten Gewissens ein bisschen einstimmen. Zwischendurch geht mir auf, dass ja heute der 5. ist und ich wohl mal bisschen aufpassen muss, was ich heute so tue.

 

Nach der Pause verlege ich meinen Arbeitsplatz ins Betriebsratsbüro und stelle das Protokoll fertig, das dann anschließend ausgedruckt und mit Kopien der Einladung, Tagesordnung, Anwesenheitsliste, Anträgen und Beschlüssen abgeheftet werden muss. Die deutsche Gesetzgebung sorgt so dafür, dass ich im Büro regelmäßig Papier in die Hand nehme und ab und zu auch an Drucker und Kopierer stehe. Für meinen eigentlichen Job braucht es all das nämlich nicht. Als das Protokoll fertig ist, bespreche ich noch meine Aufgaben für den Rest der Woche mit dem Vorsitzenden. Da diese recht umfangreich sind, ist es fast 18 Uhr, als ich zurück an meinen Schreibtisch komme – Zeit für den Feierabend. Ich frage den Hasen, was er heute Abend gerne essen möchte und fahre dann nochmal schnell einkaufen.

 

In der Tram ist wieder ein sehr intelligente Mitfahrer unterwegs. Erst regt er sich lautstark (und allein) über die zwei Fahrradfahrer auf, die ihre Gefährte in der Tram untergebracht haben, dann holt er eine Packung Tsatsiki hervor und verzehrt sie vor unseren Augen. Ich bin nicht traurig, die Tram dann zu verlassen, auch wenn ich selbst vermutlich auch ein wenig nach Bärlauch rieche. Am Planetarium ist der Frühling ausgebrochen und in der BioCompany gibt es heute Mispeln.

 

Zuhause angekommen füttere ich als erstes die Katzen. Dann räume ich die Einkäufe weg, setze eine Waschmaschinenladung an und mixe mir einen Spritz. Den gibt es dann zusammen mit ein paar Taralli als Aperitivo auf dem Balkon. Es ist nämlich der kurze Moment im Jahr, an dem es abends noch warm genug zum Draußensitzen ist, aber der Hase den Balkon noch nicht in einen unbegehbaren Dschungel verwandelt hat. Die vorgezogenen Tomaten, Paprika und Chilis warten noch brav drinnen aufs Auspflanzen.

 

Während ich draußen sitze mache ich die Post auf, die sehr vielversprechend aussah. Ich war schon in freudiger Erwartung einer Nachbarschaftsparty oder Hausgeburtsankündigung, aber in dem handschriftlichen Umschlag befand sich dann doch nur ein Gutschein. Immerhin ist der für das neue Kosmetikstudio bei uns im Haus, aber ich bin da nicht Zielgruppe. Möchte vielleicht jemand von Euch den lokalen Handel in der Wohnstadt Carl Legien stärken?

 

Die Katzen finden die Post ebenfalls langweilig und zeigen das durch desinteressierte Gesichter und demonstratives Blumenerdepinkeln. Immerhin dorthin, wo noch nichts gepflanzt ist und die Erde noch zusätzlichen Dünger gebrauchen kann.

 

Als der Hase nach Hause kommt, bereiten wir uns ein schnelles Abendessen aus Salat, Spiegelei, Käse und Taralli und bringen uns auf den neusten Stand über das Tagesgeschehen. Zum Nachtisch gibt es Mispeln, eine Premiere für den Hasen. Danach kümmert er sich um das Ziehen weiterer Chilipflanzen (er hat neun verschiedene Samensorten aus dem Pfefferhaus am Alex mitgebracht. Ich mache indes den Abwasch und hänge die Wäsche auf. Dann noch schnell das hier bloggen, während er das Katzenklo saubermacht und dann fallen wir um halb 11 ins Bett…

#12von12 im März 2016

12 Bilder vom 12., diesmal sämtlich aus den eigenen vier Wänden. Den Rest gibt es wie immer hier.

 

Ich wache früher auf als der Hase und bin in seiner Umarmung auch etwas bewegungseingeschränkt. Aber es reicht, um zum Handy zu greifen, das Internet leer zu lesen und dieses Foto zu machen.

  
Ich habe mal wieder Lust auf diesen Schwarztee mit Mango. Den haben mir meine Eltern ursprünglich mal aus Malaysia mitgebracht – inzwischen habe ich ihn natürlich schon mehrfach nachbestellt.

 

Auf dem Tisch sammeln sich Blumen – rechts der Frauentagsstrauß, den der Hase mir geschenkt hat, links die Lilien, die er für sich selbst gekauft hat.

 Frühstück für Zwei…
  
…oder Drei?

  
Später dann ausgiebiges Couchen – eigentlich wollte ich ganz viel schaffen, aber dann sagte mein Körper „Nein!“ und ich entschied mich, auf ihn zu hören.

  
Nachmittags bringt der Hase Kuchen mit – deutsche Spritzringe und italienische Patisserie aus dem Café um die Ecke.

  
So gestärkt klappten die Sorbisch-Hausaufgaben gleich nochmal so gut – nur mit dem Instrumental habe ich noch Probleme, also schreibt am besten nicht ab!

  
Ich nutze die Gelegenheit, endlich die zweite Staffel Transparent zu gucken.

  
Die Mieze findet Ihre Schattenspiele spannender.

 

Zum Late-Night-Snack gönne ich mir eine übrig gebliebene Kartoffel und einige Scamorzette.

 Und dann geht es früh ins Bett.

Ein mexikanisches Namensmenü zum Geburtstag der besten Freundin

Heute hat meine beste Freundin Geburtstag – an dieser Stelle nochmal die allerherzlichsten Glückwünsche von Kiez zu Kiez! Nun halte ich ja eigentlich gar nicht so viel vom Konzept „beste Freundin“ und sicherlich versteht auch jede(r) etwas anderes darunter. Ich habe mich aber irgendwann einmal der Einfachheit halber dazu durchgerungen, sie als meine beste Freundin zu bezeichnen. Ich habe zwar noch einige andere wirklich gute Freunde und Freundinnen, aber sie ist nun mal „am längsten dabei“ und älteste Freundin klingt irgendwie quatschig, zumal sie sogar jünger ist als ich. Theoretisch sind wir seit ihrer Geburt befreundet, denn unsere Eltern kannten sich bereits lange vor meiner. Praktisch müssen wir schon etwas älter gewesen sein, denn obwohl niemand mehr genau weiß. wann wir uns das erste Mal begegnet sind (damals wohnten wir nicht in der selben Stadt), erzählt meine Ma jedes Mal, wenn das Gespräch darauf kommt, wie wir uns sofort angestrahlt haben und dann für Ewigkeiten im Kinderzimmer verschwanden und gespielt haben – völlig ohne jegliches Fremdeln.

 

Von da an waren wir immer unzertrennlich, wenn wir uns sahen, was leider nicht so besonders oft war – die Entfernung. Ich erinnere mich aber noch an die stundenlangen Spiele, mit und ohne Verkleidung und unsere völlig zugemöhlten Kinderzimmer. Später kamen die Computerspiele hinzu (Monkey Island 3 bis tief in die Nacht!) und die Musik – erst die Beatles, dann die Kellys, sehr viel später dann Indie Rock. Mit 15 bzw. 16 fuhren wir gemeinsam auf Sprachreise nach England und erlebten drei Wochen lang eine typische Teenie-Alltagsfreundschaft (sie kam mit einem Bauchnabelpiercing zurück ;)). Danach verloren sich unsere Wege ein wenig – Auslandsjahr für sie, Studium in verschiedenen Städten… Aber das konnte unserer Freundschaft nichts anhaben. Seit etwas über zwei Jahren wohnen wir nun endlich, endlich gleichzeitig in Berlin und können uns dadurch deutlich öfter sehen als früher – inzwischen oft auch mit den dazugehörigen Männern und ihrem kleinen Sohn.

 

Genau so ein Treffen gab es letztes Wochenende, als ich endlich mein Geschenkversprechen zu ihrem Geburtstag von vor zwei Jahren einlöste – ein mexikanisches Namensmenü. Sie hat ein paar Monate in Mexiko gelebt und ich wollte schon immer mal eine Mole kochen. Der besondere Kick beim Namensmenü: Die Anfangsbuchstaben der verschiedenen Komponenten ergeben zusammen den Namen der besten Freundin – eine kleine Spielerei, die ich vor Jahren im Chefkoch-Forum aufgeschnappt, bis jetzt aber erst zweimal zur Anwendung gebracht habe.

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Mexikanisches Namensmenü für die beste Freundin

Wir begannen stilecht mit Nachos, die wir der Einfachheit halber gekauft haben. Irgendwann möchte ich mal Tortillas selbst backen und daraus dann unter anderem Nachos machen, das hat aber dieses Mal aus Zeitgründen nicht geklappt. Zum Dippen gab es ganz klassisch Guacamole und Tomaten-Salsa (letztere ein Beitrag des Liebsten der besten Freundin).

 

Als nächstes folgte ein Orangensalat aus filetierten Blutorangen, Zwiebeln, Minze, Salz, Cayenne-Pfeffer und Olivenöl. Dieser Salat war mit ein Grund dafür, warum die Einlösung des Geschenks so lange gedauert hat – wir haben es zweimal einfach nicht während der Orangensaison geschafft!

 

Als „Sättigungsbeilage“ gab es eine Reispfanne mit Kidneybohnen, Mais und Paprika.

 

Mein Highlight des Abends war die Mole mit Hähnchen. Dafür wurde Hähnchenbrust geschnetzelt und scharf angebraten und beiseite gestellt. Dann wanderten Zwiebeln, Knoblauch und Scotch Bonnet-Chili in die heiße Pfanne und wurden nach dem Anschwitzen mit Gemüsebrühe abgelöscht. Als nächstes ließ ich eine Tafel Zartbitterschokolade Stück für Stück in der Brühe zergehen. Diese Mischung kam in einen hohen Becher, gemeinsam mit gemörsertem Sesam, Koriandersamen, Cumin und Nelken, gemahlenen Mandeln, zwei Esslöffeln Erdnussbutter und zwei klein gerissenen Mais-Tortillas (ebenfalls gekauft). Diese Mischung wurde dann fein püriert und zurück in die Pfanne gegossen, wo inzwischen die Hähnchenschnetzel wieder Platz genommen hatten. Sie durften noch ein wenig durchgaren, und die Mole aufkochen, dann wurde mit Salz und Cayenne-Pfeffer abgeschmeckt und serviert.

 

Wir schlugen uns zu viert (Der Kleine war nach einem kalten Abendbrot schon lange im Bett verschwunden, es hätte ihm aber auch wirklich nichts von all dem geschmeckt…) die Bäuche voll und hielten uns an keinerlei Menüregeln. Authentisch mexikanisch wurde einfach drauflos gemischt und hier und da gekostet und auf Nachos und Tortillas alles immer wieder neu kombiniert. Erst als wir die Segel streckten (und auch alles bis auf den Reis aufgegessen hatten), servierte ich den herrlich leichten, fruchtigen Nachtisch, das Ananas-Carpaccio mit einem Mandel-Minz-Pesto

 

Wir waren wirklich alle sehr angetan von diesem Festmahl und ich habe mich besonders darüber gefreut, wie gut die Mole gelungen ist. Auch alle anderen Komponenten, die ich im Gegensatz zur Mole sehr stark improvisiert hatte, gelangen sehr gut und passten wunderbar zusammen. Und so ein bisschen sonnig-tropische Küche kann in einem grauen Berliner Winter sowieso nur gut tun und wird hiermit ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen!

Blutorangenrisotto

Auf dem Heimweg aus dem Büro fragte ich den Hasen per WhatsApp, ob ich noch irgendwas einkaufen soll. Seine Antwort: „Vielleicht. Du darfst Dir aussuchen, was wir kochen. Ich helf Dir auch und mecker nicht.“ Was für eine vollends perfekte Antwort, oder? Ohne Rücksichtnahme etwas aussuchen können, worauf ich gerade Lust habe, die Zusage von zusätzlicher Arbeitskraft und der vorherige vertraglich (Ich hab das schriftlich!) zugesicherte Verzicht auf Genöle. Das einzige Problem: Ich hatte keine Ahnung, was ich kochen sollte und irgendwie keinen Appetit.

Das änderte sich allerdings schlagartig, als ich den riesigen Berg Moro-Blutorangen im Supermarkt sah. Ich liebe Blutorangen über alles, vor allem seit meinen regelmäßigen Italienaufenthalten, bei denen es für mich zu jedem Bar-Frühstück frisch gepresste spremuta für n Appel und n Ei gab. 

Mir fiel dann auch direkt das richtige Rezept ein, dass ich vor Jahren mal von einem Netz Orangen italienischer Herkunft abgeschnitten und schon einmal unter Aufbietung all meiner Italienischkenntnisse zubereitet hatte. In den Korb wanderten dann also noch Risotto-Reis (Vollkorn-Arborio) und ein schönes Stück Parmesan.

Zuhause angekommen begann ich das Kochen mit etwas Aromatherapie: Drei kleine Blutorangen wurden mit dem Zestenreißer bearbeitet, was die ganze Küche und meine Hände nachhaltig olfaktorisch verzauberte. Ich war direkt zurück in Sizilien, im Giardino della Kolymbetra und sprang jauchzend von Baum zu Baum. Dann presste ich die nackigen Orangen aus und erfreute mich an dem satten Rotton des Saftes.

  
Der Hase kümmerte sich in der Zwischenzeit ums Zwiebeln schneiden, Parmesan reiben und Gemüsebrühe anrühren und dann konnte es direkt losgehen – mit jeder Menge Olivenöl und wie Papa Dan Kelly zu sagen pflegte: „Viel Geduldigkeit.“ Am Ende stand ein hocharomatisches, schlonzig-cremiges Risotto mit einem Extra-Vitaminkick – genau das richtige für kalte Winterabende wie diesen!

Rezept: (Blut-)Orangenrisotto

  • 3 unbehandelte Saftorangen (oder 1-2 große Orangen)
  • 200 g Risotto-Reis
  • 1 Zwiebel
  • 200 ml Weißwein
  • Ca. 1 Liter Brühe
  • Ca. 50 g Parmesan
  • Viel gutes Olivenöl

Die Orangenschale abreiben und danach den Saft auspressen. Die Zwiebel fein würfeln und den Parmesan reiben.

Die Zwiebeln in einem Topf in reichlich Olivenöl anschwitzen (bei mir stand das Öl gut einen halben Zentimeter hoch im Topf). Dann den Reis dazugeben und kurz anbraten. Mit dem Wein ablöschen  – das Rezept spricht davon, den Reis im Wein zu baden und wir wollen diesem malerischen Ausdruck nicht widersprechen.

Den Wein unter gelegentlichem Rühen verkochen lassen, dann zwei Kellen Brühe dazugeben. Wenn diese verkocht sind, die Orangenschale und eine weitere Kelle Brühe hinzugeben.

So geht es weiter: Rühren und verkochen lassen, wieder eine Kelle zugeben und dann von vorn – so lange, bis der Reis weich und das Risotto cremig ist. Das kann schon so 40-50 Minuten dauern. In Piemonteser Restaurants gibt es für Risotto immer eine angegebene Wartezeit und man muss mindestens zu zweit bestellen. Dort nähme man auch Butter statt Olivenöl, aber ich finde, zu Blutorangen passt eine südliche Zubereitung besser.

Ist die gewünschte Schlonzigkeit erreicht, den Topf vom Herd nehmen und den Parmesan einrühren. Ganz zum Schluss den Saft hinzugeben, ebenfalls unterrühren und dann direkt servieren.