Update zu Mango-loosy

Hier kann man jetzt für meinen Mango-Beitrag abstimmen und ich wäre Euch natürlich sehr verbunden, wenn Ihr an der richtigen Stelle auf „Gefällt mir“ klicken würdet 😉

Sonnenfinsternis 1999

In diesen Tagen denke ich oft zurück an den Sommer 1999, die Sonnenfinsternis und an dieses Bild:

Damals war ich mit meiner besten Freundin (in der Mitte, mit dem roten Rucksack) in England auf Sprachreise. Mit drei der anderen bin ich noch bei Facebook befreundet, wir haben uns nach der Reise noch einmal getroffen. Mit einer und mit dem Jungen hatte ich keinen Kontakt mehr.
Damals konnte man die Brillen überall kaufen und wenige hatten ein Handy dabei. Heute gibt es kaum Brillen und ich werde mit dem Smartphone-Display mal einen Blick riskieren.

Mango-loosy

Ich habe bisher noch nie bei einem Blog-Wettbewerb mitgemacht, aber es gibt eine Kitchen Aid zu gewinnen und mir fiel sofort das Richtige zum Schreiben ein, also dachte ich mir: Warum nicht? (Zumal sogar Sabine mitmacht ;)) Kurz die Verlinkung zu Quandoo und iHeartBerlin erledigt und auf gehts.

Gefragt wird nach einem Lieblingsessen und da wäre ich ja normalerweise überfragt, denn von Grießbrei bis Guacamole, von Pad Thai bis Penne all’arrabiata habe ich gefühlte Milliarden Lieblingsessen. Würde man aber meine Freunde fragen, was mein Lieblinsgessen sei, so wären sich wohl alle einig: Mango.

Die Mango-Begeisterung ist bei mir schon sehr alt. Ich glaube, die ersten Mango-Erfahrungen sammelte ich anlässlich eines Präsentkorbs mit exotischen Früchten kurz nach der Wende. Dann kam der Mangosaft in dem Lokal, in dem ich mit meinen Eltern häufiger zu Mittag aß und schließlich – da muss ich so 14 oder 15 gewesen sein – die erste Mango „frisch“ aus dem Supermarkt. Und die hat mich dann irgendwie erwischt und nicht mehr losgelassen.

Seitdem ist eine Mango oder Mangosaft ein gängiges Mitbringsel, wenn man mich besuchen kommt oder mir was aus dem Urlaub mitbringen will. Ich bekomme auch oft mangothematische Geburtstagsgeschenke und werde von einigen Mango-Loosy genannt. Eine Mango war jahrelang mein Blogheader sowie immer wieder mal mein Hintergrundbild bei Twitter und Facebook, Natürlich habe ich auch hier im Blog schon einiges über Mangos geschrieben, etwa über Mango-Eis, Mango-Likör und meine beiden Mango-Kochbücher. Daraus habe ich u.a. Safran-Macadamia-Mango-Reis, Mango-Avocado-Salat, und Indische Gewürzlinsen mit Mango gekocht und auch darüber gebloggt. Ich folge außerdem dem amerikanischen National Mango Board auf Twitter und Instagram und werde auch so regelmäßig über neue Rezepte informiert.

Da hört das Ganze nun aber immernoch nicht auf:

  • In meiner ersten eigenen Wohnung strich ich mein Zimmer mangofarben, ebenso wie den Flur in unserer jetzigen
  • Ich freute mich diebisch, dass der coolste Wintermantel, den ich finden konnte und den ich jetzt schon das dritte Jahr hindurch trage, ausgerechnet von der Firma Mango ist, ebenso wie mein Lieblingskleid, dass ich von meiner Mama übernommen habe
  • Menschen, die mit mir Eis essen gehen, verstehen die Welt nicht mehr, wenn ich nicht wenigstens eine Kugel Mangoeis nehme – ich bin da aber sehr wählerisch und nehme nur Sorbet, alles andere verfälscht den Geschmack! Wie gut es überhaupt ist, dass es Mango-Sorbet inzwischen in jedem Eisladen gibt, selbst wenn die Qualität nicht immer das Wahre ist. Ich erinnere mich noch, wie ich auf Sprachreise in England 1998 total glücklich war, Mango-Sorbet im Supermarkt gefunden zu haben und einen ganzen 500 ml-Becher am Stück aufaß…
  • Überhaupt, Sachen in Mango… Fanta Mango war super, Bacardi Breezer Mango war super, Mango Lip Butter, Mango Body Butter, Mango-Duschgel, Mango-Schaumbad, Mango Body Lotion, Mango-Parfüm, Mango Shampoo, Mango Bubble Tea, Mango-Bier, Mango-Joghurt, Mango-Pudding, Mango-Quetschis, Mango-Schokolade, Mango-Gummibonbons, Mango-Cheesecake…
  • Manche Bücher habe ich nur gelesen, weil sie Mango im Namen tragen (zum Glück, denn sie waren toll – evtl. ist das ein Qualitätsmerkmal für Bücher, ich werde das weiter verfolgen)
  • Mangogelb ist meine Lieblingsfarbe, aber das habt Ihr Euch wahrscheinlich inzwischen schon gedacht…
Übrigens – nicht alles mit Mango ist immer automatisch gut. Nicht mal alle Mangos sind das. Die besten habe ich glaube ich in Australien und Jamaika gegessen – einfach, weil sie da gerade frisch waren. Aber auch bei Flugmangos kann man Glück haben – die kleinen gelben sind zum Beispiel ziemlich großartig. Es gibt über 400 Mango-Sorten und ich habe noch längst nicht alle probieren dürfen. Was ich nicht mag, ist, wenn sie noch zu hart und unreif sind, wenn sie aus der Dose kommen oder wenn Sachen angeblich mit Mango aromatisiert sind, dann aber nur diesen merkwürdigen ledrig-chemischen Beigeschmack haben, den man von getrockneten Mangos manchmal kennt. Ich will die volle Fruchtdröhnung, am liebsten in einem knalligen Mangogelb, das nicht zu sehr ins Orange driftet und schön weich, aber nicht zu weich, und vor allem saftig. Gerne auch jetzt sofort.

Internet-Diät, Buchmessen-Rückblick und Cat Content

Aus Gründen versuche ich gerade, abends immer erst ab halb zehn vor dem Internet zu hängen – abgesehen von kurzen Blicken aufs Smartphone 😉 Ein Effekt ist, dass ich ne Menge Sachen schaffe, ein anderer, dass das Bloggen aufgrund von fehlender Ruhe und Muße auf der Strecke bleibt.

Deswegen dann heute aber wenigstens kurz ein Lebenszeichen. Und ein Rückblick vom Leipzig-/Buchmessenwochenende:
Wir kamen am Freitag spät an und übernachteten bei sehr lieben Freunden vom Mann, die ich bisher noch nicht kannte. Besonders ans Herz wuchs mir die überaus coole zweijährige Tochter der Beiden. Mit Kindern werd ich ja immer sehr schnell warm. Viel Zeit hatten wir nämlich nicht, denn direkt nach dem Frühstück brachen wir zur Eisbären-Lesung meiner Eltern im Naturkundemuseum auf.
Dort trafen wir zudem auf meinen Cousin und seinen Sohn. Nach dem Vortrag besagen wir uns das Museum noch im Schnelldurchgang. Zum Mittag gab es dann noch fix einen vegetarischen Hot Dog und dann ging’s raus aufs Messegelände.

Zuerst schauten wir bei meinem ehemaligen Praktikumsbetrieb, dem Rostocker Hinstorff-Verlag, vorbei und sprachen mit Kristina Gehrmann – ihres Zeichens Autorin der ersten hinstorffschen Graphic Novel (über die Franklin-Expedition).
Wir lauschten dann einem Interview mit Thomas Brussig samt Lesung aus seinem neuen Buch vom Hörbuch-Sprecher und Schauspieler Stefan Kaminski. Das Buch kam für uns beide auf die To Do-Liste.
Die nächste Station war ein Interview zum neuen Buch (inkl. Performance) von Knorkators Alf Ator. 

Während dann der Mann einem Interview mit Tomáš Sedláček über das Ende des Kapitalismus lauschte, traf ich kurz eine Tante und eine Cousine. Eine weitere Cousine war ebenfalls vor Ort, wir schafften aber aus Zeitmangel kein Treffen. Habe ich erwähnt, dass ich aus einer Buchhändlerfamilie komme? 😉

Nach so viel Buch wollten wir noch ein bisschen was fürs Auge und wanderten ausgiebig durch die Comic Manga Convention, wo ich mir vom Mann all die Kostüme der Cosplayer erklären lies, und naschten Trockenfrüchte und Nougat. 
Kurz vor Schließung des Messegeländes landeten wir in der Kinderbuchabteilung. Neben dem Mosaik und den ??? gefiel uns hier vor allem ein Stand mit Postkarten und Kalendern mit klugen Sprüchen in Kinder-Rechtschreibung. Und das Revival der Häschenwitze:

Dann fuhren wir zurück in die Innenstadt und lauschten bei der Friedrich-Ebert-Stiftung der Lesung von @mspro. 

Danach hatte auch ich endlich das Wichtigste zum Neuen Spiel verstanden und wir konnten beruhigt die Heimreise nach Berlin antreten, wo wir kurz nach Mitternacht müde ins Bett fielen.
Bonus: Cat Content

On our way to Buchmesse

Wenn Ihr das hier lest, sind wir bereits im Bus unterwegs nach Leipzig. Dort werden wir

  • Einen Freund vom Mann mit Familie besuchen und dort übernachten
  • Zwei Lesungen/Vorträgen meiner Eltern lauschen
  • Meinen Cousin und seine Familie wiedersehen
  • Über die Buchmesse schlendern und bei meinem ehemaligen Praktikumsbetrieb vorbeischauen
  • Uns mit @mspro treffen und wenn genug Zeit bleibt, seine Lesung besuchen
  • Noch nach weiteren bekannten Gesichtern Ausschau halten
  • Morgen gegen Mitternacht wieder in Berlin eintrudeln
Ein straffes Programm, aber ich freu mich schon sehr!

12 von 12 im März

Es ist der 12. und fast alles, was ein_en Blog hat, zeigt heute 12 Fotos aus seinem_ihrem Alltag. Ich also auch. Die anderen Teilnehmer findet Ihr hier.
Halb 8 klingelt der Wecker. Draußen ist es zum Glück schon hell, die Vorhänge halten trotzdem erfreulich dicht.
Für Nimbin und Noosa hingegen ist der Tag schon schrecklich alt und wäre ich nicht aufgestanden, wären sie wohl elendig verhungert.
Was mir morgens hilft, gute Laune zu bekommen, sind auch fast 1,5 Jahre nach unserem Einzug die Farben – besonders der sonnen- bzw. mangogelbe Flur macht, dass es mir warm ums Herz wird.

Auf dem Weg zur Arbeit steige ich am Alex um und wundere mich derzeit jeden Morgen, wer auf die Idee gekommen ist, „Jeder kann backen!“ direkt neben einem Bäcker zu platzieren.

Beim Betreten des Bürogebäudes Empfängen mich die Diversity-Segel (heißen die so?).

Der Kollege begrüß mich mit den Worten „Na, bist Du heute im Gryffindor-Outfit unterwegs?“ (Die Bilder im Hintergrund sind seine…)

Auf in die Küche und Getränke organisiert. Es gibt derzeit den ganzen Tag über Ingwertee. In der zweiten Tasse mache ich mir wechselnde andere Tees (hier im Bild weißer Tee Vanille-Pfirsich). Und für die Zeit bis der Tee Trinktemperatur erreicht hat, gibt es Apfel- und Johannisbeer-Konzentrat mit Wasser verdünnt. Das Glas wird in Laufe des Tages noch zweimal aufgefüllt, aus den Tassen trinke ich insgesamt zwei Liter Tee. Läuft 😉

Vormittags haben wir ein kurzes Meeting – leider im deutlich unattraktivsten Besprechungsraum des Gebäudes – die anderen sind deutlich schöner!
Ein spätes Mittagessen aus Kartoffeln von gestern mit Kräuterquark, saurer Gurke, Radieschen und Tomate.
Gegen das Nachmittagstief hilft GEPA-Vollmilchschokolade mit Kardamom. So gehen die restlichen Stunden doch recht flott vorbei.

Auf dem Heimweg erstehe ich unter anderem einen Topf Koriander, mal sehen, wie lange er uns erhalten bleibt. Eigentlich sollte es heute selbstgemachte Burritos geben, dann entschieden wir uns spontan um und bestellten Pizza 😉 Dazu gibt es zum ersten Mal seit langem mal wieder eine Folge Inspektor Barnaby – auf besonderen Wunsch eines einzelnen Herren.

Rezept: I-tal Stew

Ich hatte es ja schon angedeutet: Hier kommt tatsächlich ein Rezept aus Jamaika, mit Bildern und allem. Wir haben gut die Hälfte des Urlaubs bei Freunden verbracht. Wenn Ihr Jamaica so richtig entdecken wollt, kann ich Euch Urlaub bei Kenneth und Sophia nur ans Herz legen. Weit abseits vom touristischen Mainstream bekommt man das „wirklich wahre Leben“ mit – inkl. Duschen mit kaltem Wasser aus der Zisterne, über das Grundstück laufender Nachbarshühner, lustiger Domino-Runden und Patois-geschwängerter Erzählungen über das Leben auf Jamaica und als Rastafari. Ich hatte mich vor der Reise noch kaum mit der Religion beschäftigt und tat das nun ausgiebig. 
Unter anderem lernte ich, dass einige strenggläubige Rastafari eine strikte Diät halten: I-tal. Ziel ist es, die eigene Lebensenergie durch Nahrung so weit wie möglich zu stärken und schädliche Einflüsse herauszuhalten. Wenn man es ganz genau nimmt, ernährt man sich vegan (ab und zu ein wenig Fisch darf dabei sein), bereitet das Essen frei von künstlichen Zusatzstoffen zu und benutzt dabei nur Kochwerkzeuge aus Holz und Ton. Natürlich war ich sehr neugierig auf diese Art der Ernährung. Unsere Gastgeber selbst gehören zu den weniger strengen Rastafari, aber ein Gericht, das „I-tal Stew“ packten sie dennoch auf den Speiseplan und ich durfte beim Kochen dabei sein. Auch die überzeugten Carnivoren unter uns waren sich einig,  dass es ihnen bei diesem Gericht an nichts fehlt. Ich gebe das Rezept hier so wieder, wie wir es auf Jamaica gekocht haben – fürs Nachkochen in Deutschland empfehlen sich einige Convenience-Produkte zur Vereinfachung 😉
I-tal Stew 
Für ca. 6 Personen
Dauer: Laaaaaaaange (Hier in Deutschland dank Dosenfutter deutlich kürzer)
Zutaten:
500 g rote Bohnen (trocken oder entsprechend mehr aus der Dose)
3-4 Pimentkörner
3 Zehen Knoblauch
2 Kokosnüsse (alternativ 2 l Kokosmilch)
400 g Mehl
Reis (ausreichend als Beilage)
Salz, Margarine, Thymian, Frühlingszwiebeln, Seasoning (Currymischung oder Chili)
500 g trockene rote Bohnen werden gewaschen und mit wenig Wasser, Pimentkörnern und Knoblauch zum Kochen gebracht. Danach ca. 2 Liter kaltes Wasser nachschütten, so dass die Bohnen zum Boden sinken. Ca. 90 Minuten kochen lassen, bis sie weich sind.
Dann kommt mehr Wasser dazu und die Bohnen können auf kleiner Flamme weiter köcheln.
Zwei alte (= trockene) Kokosnüsse raspeln, die Raspel mit Wasser aufgießen und mit der Hand auspressen. Die Kokosmasse durch ein Sieb schütten – ergibt ca. 2 Liter Kokosmilch. Diese zu den Bohnen in den Topf geben und das Ganze eine weitere Stunde lang köcheln lassen. Dann Salz hinzugeben.
In einer Schüssel ca. 400 g Mehl mit Salz mischen und mit Wasser zu einem zähen Teig verarbeiten. (Die Konsistenz sollte etwas fester als bei Hefeteig sein.)
Den Teig zu kurzen Würsten rollen und diese mit in den Eintopf geben. Dann mit ordentlich schwarzem Pfeffer und einem Seasoning nach Geschmack würzen. Im Asia-Laden gibt es da einige Möglichkeiten, im weitesten Sinne braucht man eine Curry-Mischung. Dann kommen noch 2 Esslöffel Margarine, klein gehackte Frühlingszwiebeln und getrockneter Thymian hinzu. Dann den Eintopf auf kleiner Flamme durchziehen lassen, während man Reis in der gewünschten Menge zubereitet (auch hier kommt noch einmal Margarine zum Einsatz). Nach 20-30 Minuten sollte der Reis fertig sein, dann kann serviert werden:
Zum Nachkochen empfehle ich sowohl Kidney-Bohnen aus der Dose als auch fertige Kokosmilch – geht einfach deutlich schneller. In meinem Stamm-Asialaden finden sich auch jamaikanische Gewürzmischungen, ich glaube aber fast, dass es auch reichen würde, einfach etwas Chili dranzutun. Die anderen typisch jamaikanischen Würzaromen (Piment, Thymian und Frühlingszwiebeln) kommen ja alle schon einzeln dazu.

10 Jahre loosy says

Irgendwann dieser Tage ist es soweit: Im Frühling 2005 habe ich meinen ersten Blogeintrag verfasst. Dem vorangegangen waren seit 1998 immer wieder Homepages, mal mehr, mal weniger gut besucht. Dann kam eine Pause, bis ich eben 2005 viel über Blogs las und auch das erste Werk eines Bekannten gelesen habe. Ab da war klar: Ich will das auch.

Zuerst war loosy says bei blogg.de zuhause, wo ich im Prinzip das fortsetzte, was ich vorher in wöchentlichen Rundmails an Freunde und Familie verschickte: Zusammenfassungen meines Studentenlebens in Rostock und später meines Praktikums in Toronto. Relativ schnell kamen dann auch andere Einträge dazu. Nach einem guten Jahr wechselte ich auf Anraten meines damaligen Freundes zu Blogspot und war dann auch schon unter dieser URL erreichbar. Allerdings habe ich zwischendurch mal alles gelöscht, so dass die Posts aus dieser Zeit nicht mehr angezeigt werden können.
Zwischendurch gab es noch zwei Beteiligungen an Gemeinschaftsblogs, die heute nicht mehr existieren und ein bezahltes Blog-Projekt zu einer Fernsehsendung, an deren Konzeption ich damals als Praktikantin beteiligt war.
Mein Blog-Zuhause ist und bleibt aber loosy says, egal bei welchem Hoster. Im Moment freue ich mich über wachsende Besucherzahlen und frage mich, ob sie mit der graduellen Hinwendung zu immer mehr Essensthemen zu tun haben. 😉 Ich werde es im Auge behalten und bin gespannt, wo loosy says 2025 wohnt und ob ich dann vielleicht hauptsächlich übers Schlafen schreibe.

Jamaica, was bleiben wird (II)

-„Zeckenbiss? Kipp Rum drüber! Wespenstich? Kipp Rum drüber! Langeweile? Kipp Rum drüber!“

-Die vielen Verkehrsschilder, die vor Alkohol am Steuer warnen, zum Beispiel: „Arrive alive, don’t drink and drive!“, desgleichen vor dem Motorradfahren ohne Helm: „Protect your head, don’t end up dead!“

-Die kurvenreichen, schlaglochübersähten Straßen und das ständige Hupen (aus Sicherheitsgründen) vor jeder einzelnen.

-Das stundenlange Liegen in der Hängematte

-Die polizeiliche Willkür beim Herauspicken der Autos für Kontrollen und beim Entscheiden über Strafzettel und -gelder

-Die Polizisten mit ihren Maschinengewehren, die sich im Supermarkt ihre Snacks für die Mittagspause holen und sich an uns vorbeischieben, während wir an der Kasse stehen

-Die Fahrt auf Bambusfloßen den Rio Grande hinunter, die nackten Füße der Flößer, die ständig nass werden und auch in Stromschnellen immer die Balance halten

-Der aus Bambus gezimmerte Grill-Imbis an einer Flussniederung, dessen einzige Gäste die vorbeigeflößten Touristen sind. Alle paar Monate wird alles weggeschwemmt und wieder neu aufgebaut

-Die vielen freundlichen, offenen Menschen überall, die über unser ehrliches Interesse erstaunt sind, dann aber freudig Auskunft geben

-Das Hinnehmen von Problemen, etwa dass wenn der Kühlschrank kaputt ist, eben die Tiefkühltruhe benutzt wird und wenn das Auto kaputt ist oder dass man den Nachbarn um seines (inkl. Fahrdienste) bittet („Not a problem, mon!“)

-Guter (aber teurer) Internet-Empfang fast überall, dafür fast nirgends WLAN

-Die Kaffeefarm in den Blue Mountains, die von einer Rasta-Familie bereits in 4. Generation betrieben wird

-Die vielen Menschen überall, die einem etwas von sich erzählen, etwas verkaufen oder ihre Dienstleistungen anbieten wollen – bis auf einen war keiner wirklich aufdringlich und die meisten haben ein paar Groschen von uns bekommen

-Die weißen (deutschen) Jamaikaner in Seaford Town, die zu den ärmsten der armen gehören und denen nicht einmal ihre Geschichte bleibt

-Der Müll rund um den eigentlich schönen Bach, in dem viele Jamaikaner baden und sich waschen

-Im Vergleich dazu die ordentlich sauberen YS Falls, deren Eintrittspreise sich nur die Touristen leisten können

-Der Stolz der Maroons in Accompong

-Der Kulturschock beim Betreten eines „echten“ Restaurants nach zwei Wochen in Jerk-Imbissen

Zum Frauentag denke ich an…

Am Frauentag denke ich immer zu allererst an meine Oma A., die für mich so ein bisschen den Geist dieses Frauenkampftages symbolisiert und diesen auch immer sehr ernsthaft beging. Sie wurde 1928 in eine kommunistisch geprägte Arbeiterfamilie hineingeboren. Nach der 8. Klasse ging sie von der Schule ab, um ganz klassisch auf einem Gut in der Landwirtschaft zu arbeiten, auf die Kinder aufzupassen und so weiter. Eine weitere Ausbildung hätte sich die Familie nicht leisten können.

Nach dem Krieg kam dann die Möglichkeit an einer Arbeiter- und Bauernfakultät das Abitur nachzuholen und auf Bestreben meines Uropas hin tat sie genau das. Danach studierte sie und lernte in dieser Zeit meinen Opa kennen. Kurz danach wurde geheiratet und ein Jahr später kam mein Papa, das erste von drei Kindern, zur Welt. Da Oma und Opa zu diesem Zeitpunkt an zwei verschiedenen Orten studierten wuchs er die ersten Jahre bei seinen Großeltern mütterlicherseits auf.

Irgendwann war das Studium vorbei, die Familie zog zusammen und wurde größer und Oma wurde schlussendlich Hochschullehrerin. In dieser Tätigkeit lernte sie viele internationale Studenten kennen, die bei ihnen zuhause ein und aus gingen, und fuhr sogar ins nicht-sozialistische Ausland, nach Finnland. Neben ihrer Arbeit kümmerte sich Oma um den kompletten Haushalt und die Kinder und tippte spätabends noch wissenschaftliche Arbeiten für meinen Opa auf der Schreibmaschine ab. (So viel zum Thema Gleichberechtigung in der DDR…) Oma war auch diejenige der beiden, die den Führerschein machte (am Tag als mein Bruder als ihr erstes Enkelkind geboren wurde) und sie von nun an durch die Gegend kutschierte.

Und trotz all der Arbeit, die sie erledigte und meinem Opa damit abnahm – für uns als Enkel war klar, wer in dieser Ehe die Hosen anhatte. 😉 Nachdem mein Opa gestorben war, zog Oma an den Ort zurück, an dem sie am glücklichsten gewesen war. Sie spazierte jeden Tag umher, traf Freunde und Bekannte, trank ihren Espresso mit Blick auf den Strand, las täglich zwei Zeitungen, sah Nachrichten und Polit-Talkshows, ging ins Theater, empfing ihre Kinder und Enkel, versorgte sich größtenteils selbst und unternahm verschiedene Reisen, für die Opa nicht fit genug gewesen wäre, bzw. die er sich nicht zugetraut hätte. Bis dann auch ihre Gesundheit nachließ. Als ihr eine Krankheit nach und nach erst das Rauchen, dann das Reden und die Selbständigkeit nahm, wählte sie ihr Ende selbstbestimmt und stark wie eh und je.

Noch vor drei Jahren hätte ich sie heute angerufen oder mit einer roten Nelke in der Hand besucht – heut bleibt mir nur dieser Text.

Alles Gute zum Frauentag, prost Oma!