Ergänzung zum Gehacktestag

Ich schrob ja neulich über das kreative Hobby des Hasen. Scheinbar ist mir da ein Fehler in der Recherche unterlaufen, wie auch direkt in den Kommentaren bemängelt wurde. Wer die ganze Geschichte über die Ursprünge des Mett-Exzesses lesen möchte, kann das bei seinem guten Freund Seb nachlesen – auch dieser Link wieder mit einer Triggerwarnung 😉

#12v12 im April – Rostock-Edition

Schön, wenn eine Blog-Aktion auf einen Tag fällt, an dem man Spannendes erlebt – an normalen Bürotagen fällt es mir mitunter schwer, zwölf Bilder für Draußen nur Kännchen zusammenzubekommen, heute hingegen hab ich noch genug Material für ein paar Bonustracks. 
Streng genommen begann der Tag ja um 0:00, da betraten wir gerade einen Club und wie man weiß ist es in solchen Etablissements immer viel zu dunkel für gute Fotos 😉 Also fange ich erst nach dem Schlafen an – mit dem Blick aus meinem Bett bei einer Freundin. Ihr Musikgeschmack ist unschwer zu erkennen.
Ich packte meine Sachen für die Rückfahrt schonmal zusammen und verstaute meine gestrigen Buch-Einkäufe im Rucksack. Wenn ich in Rostock bin, besuche ich meistens die andere Buchhandlung und den Gebrauchtbuchladen Herr Koreander, in beiden arbeiten Bekannte von mir. Dreimal Essen (das Backbuch hat meine Mama auch und ich benutze meine Abschrift daraus für Waffeln und Plätzchen, dazu je eines aus der alten und eines aus der ganz ganz alten Heimat); ein Roman einer kanadischen Autorin, von der ich schon ein anderes Buch las und toll finde; Geschichten aus südlichen Zipfeln des ehemaligen britischen Kolonialreichs; eine Biographie aus dem westlichen Zipfel desselben – man will ja vorbereitet sein, wenn heute wirklich die Ankündigung kommt; ein Buch für den Hasen, das wir schon von einer Lesung auf der Buchmesse kennen, dessen Kauf wir aber verschoben hatten.
Nach dem Packen besuchte ich meinen Onkel und holte ihn zum gemeinsamen Frühstück im Café Lotte ab. Für ihn war es das zweite Frühstück des Tages, daher fiel es flüssig aus.

Danach besuchten wir, zahlreichen Tipps folgend den veganen Eisladen Veis. Ich hatte Johannisbeere und Haselnuss, das Onkelchen Schokolade, wir waren beide sehr zufrieden. (Das werte ich als Erfolg, erinnere ich mich doch an heftige Veggie-Day-Diskussionen mit ihm. ;))

Der Hauptprogrammpunkt führte mich dann nach Warnemünde. Zunächst wurde auf dem Fischmarkt auf der Mittelmole Räucherfisch für den Hasen gekauft – mit Ausblick auf die Häuserzeile am Alten Strom.
Dann ging es über die Brücke ins alte Fischerdorf Warnemünde und mir wurde gleich ganz maritim zumute.

Die Mühle in der Mühlenstraße – einigen vielleicht noch bekannt aus den 90ern und der ARD-Vorabendserie Tanja.
Die Fernsehfamilie wohnte damals nur wenige Häuser von unserem ehemaligen Familiensitz entfernt. Im ersten Stock, dem mit dem Balkon, wuchsen zwei Generationen auf und machte ich als Kind oft Ferien bei Oma und Opa. 

Ich ging den alten Ferienweg quer durch den Park zur Promenade und erblickte das beste Meer der Welt.

Natürlich musste ich direkt ans Wasser und eine Weile daran entlanggehen. Nebenbei habe ich ein Wahrzeichenfoto mit Strandkörben (in Warnemünde erfunden!), Leuchtturm und Teepott gemacht.
Im flachen Wasser tummelten sich Möwen (die bekanntlich alle Emma heißen), während im Hintergrund die Schwedenfähre Fährt aufnimmt.

Ich setzte mich genau so an die Mole und starrte eine Weile wohlig aufs Wasser und atmete tief die gute Seeluft ein. 
Bonustracks:
Der Tradition folgend, musste noch ein zweites Eis sein, nämlich aus der Eisdiele. Hier entsteht bereits seit 1946 hausgemachtes Eis, das wirklich richtig gut ist und genauso zu einem Warnemünde-Besuch gehört, wie der Strand. 

Heute wurde es ein Früchtebecher mit Nougat- und Pfirsich-Maracuja-Eis und Blaubeeren, aus Gründen des Sättigungsgrads ohne Sahne.

Für die Rückfahrt holte ich mir noch was aus dem Vegangster, ebenfalls auf Empfehlung. Es wurde ein Funghi Burger mit Soja-Bratling. Sehr zu empfehlen!

Hasenkoch: Enchiladas zum Gehacktestag…

In diesem Hause kocht nicht nur eine, sondern ziemlich genau ebenso oft der Hase (bis heute hieß er in diesem Blog „der Mann“, aber so langsam gefällt mir das nicht mehr – zuviel Gendergestereotype für meinen Geschmack. Ich weiß, ich weiß, MuTZ hat das schon vor langer Zeit bemängelt, aber manche Dinge dauern eben ein bisschen, bis sie bei mir ankommen. ;)) Nun also der Hase, was übrigens kein Kosename à la Schatzi, Mausi oder Bärchen ist, sondern ein voll ausgereifter Spitzname, den nicht nur ich benutze, sondern auch er selbst und weitere Personen des engeren Freundeskreises. 
Der Hase kocht viel und gerne und hat auch noch ein weiteres essensbasiertes Hobby: Den Gehacktestag. Aus einer Tradition unter Kollegen entstand nach und nach wahre Kunst. (Edit: Das ist nicht korrekt, die wahre Geschichte könnt Ihr bei Seb nachlesen.) Regelmäßig am Donnerstag formt der Hase Figuren oder Dinge aus Mett und Zwiebeln (selbstverständlich in Bio-Qualität). Das Werk hat stets einen aktuellen Bezug (oder HACKtuell, denn einen hackigen oder mettigen Namen bekommt es auch) und dieser wird dann nebst Foto ausführlichst auf Facebook erläutert. Meist sind es historische Ereignisse, wie heute etwa der Oscar für Bernhard Grzimeks „Serengeti darf nicht sterben“ am 04.04.1960. Zu diesem Anlass berichtete der Hase dann über das Leben und Wirken dieses Kämpfers für das Wohl der Tiere. Anschauen kann man sich das heutige Werk hier. (Triggerwarnung: Totes Tier) Eigentlich soll man ja mit Essen nicht spielen und noch eigentlicher ist regelmäßiger Fleischkonsum mir ein Dorn im Auge. Aber erstens wird das Werk hinterher auch wirklich gegessen (je nach Situation und der Anzahl potentieller Esser als Mettbrötchen, Bolognese, Bulette, Chili con carne…) und zweitens weckt so eine Hackskulptur Aufmerksamkeit, die man dann auf drängende Probleme und soziale Missstände lenken kann. 
Heute wanderte das Hack in ein Chili con Carne, das dann in selbstgemachte Tortillas gerollt und überbacken wurde – Enchiladas gewissermaßen:
Der Zweck heiligt vielleicht in dem Fall nicht das Mittel, aber zumindest relativiert er den Schindluder, den der Hase da treibt. Und natürlich bin ich wahnsinnig stolz auf seine Kreativität und sein handwerkliches Geschick. Hier für Menschen, die von Fleischbildern keine schlechten Träume bekommen noch ein paar HACKlights:

Fiano di Avellino – Vom Essen, Schreiben und Weintrinken (und von Sizilien)

Auch bei Foodies (oder Foodisten?) wie mir ist die Essensplanung so manches Mal völlig dem Zufall unterworfen. Heute war es ein Bus, der nicht so fuhr, wie er sollte, so dass meine Ma und ich nicht wie sonst am Centro Italia vorbeifuhren, sondern eben liefen. Grund genug, endlich mal wieder vorbeizugehen und meiner Ma vorzuführen, was es dort alles Köstliches gibt. 
Natürlich blieb es nicht beim Gucken und eine Packung Taralli musste mit. Jedes Mal wenn ich im Centro bin denke ich an die kulinarischen Freudenfeste bei meinem Ex-Schwiegervater (ich erwähnte ihn gerade neulich erst) und Taralli gehörten unweigerlich dazu, zum Antipasto oder sogar noch davor, wenn man seinen Magen langsam wieder darauf einstimmen wollte, demnächst Nahrung aufzunehmen… Zum Schluss unseres Rundgangs verschlug es mich noch kurz in die Weinabteilung. Ich gucke mir Weinabteilungen routinemäßig an und untersuche sie darauf, ob es denn Aglianico oder Fiano aus Avellino gibt. Das sind die beiden Rebsorten (eine rot, die andere weiß), die wir dort immer gewohnheitsmäßig getrunken haben und ich könnte schwören, dass der Fiano der beste Weißwein der Welt ist. Aglianico findet man in Berlin ab und zu, wenn auch meistens nicht direkt aus Avellino. Fiano habe ich hier noch nie im Laden (und auch nicht im Restaurant) gesehen. Umso erfreuter war ich, dass im Centro heute beides vorrätig war – und dann auch noch von Mastroberardino, dem Weingut, bei dem mein Ex-Schwager früher gearbeitet hat. 
Nun – Rotwein haben wir noch in rauhen Mengen da, aber der Fiano musste mit, trotz des stolzen Preises von 12,95 € pro Flasche, denn das ist er auf jeden Fall wert. So plante ich dann mein Abendessen um den Wein herum – wie es echte Kenner so machen *hust*. Es gab das selbstgemachte Dinkelbrot vom Mann mit verschiedenen Käsesorten (u.a. tollem Ziegenschnittkäse mit Bockshornklee aus seiner Heimat), Bärlauch, getrockneten Tomaten, Oliven und eben Taralli. Dazu ein gut gefülltes Glas Fiano und ich war im siebten Himmel. Die Rebe wächst fast nur in der Region Avellino, man gewinnt nur geringe Erträge und die Trauben haben auch noch wenig Saft. Deswegen ist er so selten. Lecker ist er umso mehr. Durch den Anbau in Haselnussplantagen sagt man ihm eine leichte Haselnussnote nach. Und nach Honig schmeckt er. Finden auch die Bienen, die gerne von den Trauben naschen, was dem Wein zu Zeiten der Römer den Namen Apiana einbrachte. Und ein wenig moussierend ist er auch, so heißt das doch, wenn ein wenig Kohlensäure drin ist, oder? Ihr merkt, mit Wein kenne ich mich (noch) nicht so gut aus – ich kaufe meist, was mir schon geschmeckt hat, womit ich ja bisher nicht schlecht fahre. 🙂
So viel Geld für eine einzelne Flasche Wein auszugeben, mag dem Einen oder Anderen Verschwendung erscheinen, aber ich habe heute auch etwas zu feiern. Ich habe nämlich noch viel mehr Geld ausgegeben und endlich den Kurs The Language of Food mit Rachel Roddy und Luisa Weiss im Juni in Sizilien gebucht. Eine Woche lang werde ich dort essen, trinken, kochen und schreiben lernen und mich mit anderen austauschen – hier habe ich schon einmal darüber geschrieben. Ich habe lange mit mir gerungen, so viel Geld auszugeben, bin aber schlussendlich meinem Bauchgefühl gefolt, unterstützt von allerlei positiven Schubsern vom Mann und aus dem Freundeskreis. Danke dafür! Ich weiß jetzt schon, dass mich diese Woche sehr glücklich machen wird!
Und weil dieser Blogpost mit meiner Ma begann, endet er auch mit ihr und dem Festmahl, dass sie uns am Ostermontag auftischte – so ein Foodie wird man ja nicht von alleine! (Nicht im Bild: Pizza mit Zucchini bzw. Salami)

Tagebuch-5 im April – Oster-Edition

Schon wieder der 5, schon wieder WMDEDGT bei Frau Brüllen. Und ich schon wieder dabei, natürlich. 🙂 Zwischen all den Osterberichten werde ich heute wohl ein wenig herausstechen, denn zum Einen verbringen wir den Ostersonntag dieses Jahr nicht mit der Familie (Karfreitag, Ostersamstag und Ostermontag hingegen schon), zum Anderen arbeite ich heute mal ganz klassisch einen Feiertagsdienst.

 

Dementsprechend klingelte der Wecker heute trotz Sonn- und Feiertag um 9 und ich schlich in die Küche, um mir dann unter lautem Gedröhn einen Smoothie zu mixen. Hinein kam, was wegmusste (Wildmangos, Bananen, Apfel, Orange), was gut tut (Ingwer, Curcuma und Matcha-Pulver) sowie was flüssig macht (Apfel-Birnen-Saft). Außerdem fütterte ich die Katzen und putzte mir die Zähne. Dann ging es auch schon an den Schreibtisch, dank tollen Wetters immerhin sonnenbeschienen und mit offener Balkontür.

Die Katzen sorgen immer wieder für putzige Unterhaltung zwischendurch. Entweder springen sie mir auf den Schoß oder direkt auf den Schreibtisch, oder sie legen sich einfach dekorativ hin und verlangen danach, fotografiert zu werden. Großraumbüro-Feeling für Zuhause, sozusagen. Als der Mann schließlich aufsteht, gibt es als zweiten Gang eine Schüssel Cornflakes mit Milch – hatten wir extra für unsere amerikanische Couchsurferin vom letzten Wochenende gekauft und der Blogpost von Leitmedium, bzw. mein Kommentar und sein Tweet dazu weckten nun meinen Appetit darauf – außerdem war das Brot verschimmelt und der Mann muss erst neues backen.

Ungefähr zur Hälfte des Arbeitstages passiert genau das, was man im Homeoffice am wenigsten will: Das Internet bricht zusammen – also, unser Anschluss daran. Nach einem hektischen Telefonat mit dem Provider („Da können Sie jetzt gar nix machen, wir melden uns, wenn’s wieder geht“) und kurzem Überlegen muss ich mich wohl oder übel doch noch anziehen (*hüstel*). Zum Glück wohnt eine liebe Freundin nur eine Straße weiter und wir haben einen Schlüssel. Ich begebe mich also in ein Zweit-Homeoffice, mit Zweitkatze, und arbeite dort weiter. Glück gehabt!
Gerade als ich zu verhungern drohe kommen Freundin und Mann mit Kuchen herein. So gibt es doch noch ein kleines bisschen österliche Festlichkeit. Danach wird aber schnell weitergearbeitet, bis ich um 18 Uhr endlich Feierabend habe.

Wir verabschieden uns und kehren in unsere Internet-lose Wohnung zurück. Für ein Stündchen (oder zwei) setze ich mich an den Rechner des Mannes, um Monkey Island 2 zu spielen. Er benutzt derweil meinen Laptop und zockt Colonization. Ich stelle fest, dass es ein Fehler war, neulich den „leichten“ Spielmodus zu wählen. Es geht viel zu schnell und viele Dinge, an die ich mich erinnere, fehlen. Muss ich wohl demnächst nochmal von vorn anfangen. Level 2 ist jedenfalls schnell durchgespielt.

Abends gibt es dann ein Gericht aus meiner Jugend: Pellkartoffeln und bunten Quark. Neben Kräutern aller Art gehören da noch hartgekochte Eier hinein und was eben so da ist – Tomate, Paprika, saure Gurken, Äpfel… Hauptsache bunt eben. In unserem Fall kommen heute Schnittlauch, Petersilie, Dill, Sauerampfer, Gurke, Tomate, Ei und Apfel hinein. Für Kartoffelportion 2 kommt Rollmops auf den Tisch, zum Nachtisch gibt es Schokohasen.

Über Pellkartoffeln können wir uns übrigens trefflich streiten. Von der Zubereitungsmethode über die erwünschte Konsistenz der zu essenden Kartoffeln bis hin zu den Dingen die dazugehören: Der Mann schwört auf den Schnellkochtopf. Die Kartoffeln haben danach so weich zu sein, dass man die mit der Gabel zerdrücken kann. Dazu gibt es eigentlich nur Kräuterquark (und zwar reicht da auch fertiger). Zumindest im letzten Punkt lässt er aber mit sich reden. 
Meine Pellkartoffeln werden hingegen normal in Wasser gekocht und sind dadurch weniger trocken. Sie sind härter, zerfallen nicht, wenn man sie mit der Gabel auf den Teller bugsiert und werden erst so richtig zerdrückbar, nachdem man die Butter, wahlweise das Leinöl, drüber getan hat. Man muss sie aber auch nicht zerdrücken, sondern kann sie auch ganz normal in Stücken essen. Außerdem gehört auf jeden Fall noch Salz dran, evtl. Pfeffer. Gekaufter Kräuterquark ist quasi ein Unding, der Quark wird frisch angerührt – egal ob jetzt mit Kräutern, Leinöl oder eben als bunter Quark. Zerdrückt werden die Kartoffeln nur, wenn es Sahnehering dazu gibt.
Wir werden da niemals auf einen Nenner kommen, fürchte ich. Vielleicht müssen wir eines der beiden Gerichte umbenennen…
Nach dem Essen folgt der Abwasch, danach geht es bei mit Monkey Island weiter – diesmal mit allen Schikanen, so wie früher.

Oster-Futter: Pizza con l’erba

Gestern galt es, etwas für unser Redaktions-Osterbrunch zuzubereiten und meine Wahl fiel auf eine Pizza con l’erba. Das Besondere daran ist, dass es sich um eine gefüllte Pizza, also so ähnlich wie eine Pastete oder eine Calzone handelt, und, dass sie vor allem mit Grünzeug (erba = Kräuter) gefüllt ist. Ich habe dieses typische irpinische Ostergericht bei meinem irpinischen Ex-Schwiegervater kennengelernt, der es uns oft zu Ostern, aber auf besonderen Wunsch auch zu allen anderen Jahreszeiten (dann aus den unerschöpflichen Weiten seiner Tiefkühltruhe) servierte. Traditionell wird es zu Karfreitag gegessen, wer möchte, kann also heute noch schnell die Zutaten besorgen und dann morgen mit etwas echt Italienischem glänzen 😉 (Irpinien ist übrigens die bergige Gegend rund um Avellino in der Region Kampanien und über das Essen meines Ex-Schwiegervaters sollte ich viel öfter bloggen – er ist der beste Koch und Bäcker, den ich je kennengelernt habe.)
Zutaten:
  • Pizzateig aus Hefe (in meinem Fall war er aus Zeitnot gekauft, dünn ausgerollt)
  • Grünzeug nach Wahl, z.B. Spinat, Endivie, Mangold, Cime di Rapa, Puntanelle sowie diverse Frühlingskräuter, z.B. Kerbel und Borretsch (In meinem Fall habe ich genommen, was ich kriegen konnte: Babyspinat, Endivie, Pak Choi, Bärlauch und eine Mischung aus frischen Kräutern für Grüne Sauce, die u.a. aus Kerbel, Borretsch, Estragon und Sauerampfer bestand)
  • Pinienkerne, Sultaninen, grüne Oliven und Anchovis (die Anchovis habe ich durch getrocknete Tomaten, Zwiebeln und etwas Salz ersetzt)
  • Pfeffer, Salz, Olivenöl und in meinem Fall Zitronenzesten

Zubereitung:
Mit der guten Hälfte des Pizzateigs eine Auflaufform auskleiden.
Grünzeug waschen, verlesen und ggf. klein schneiden.
Grünzeug in Olivenöl anbraten und würzen.

Toppings dazugeben und vermischen.

In die Form füllen (sie kann ruhig voll werden, hat bei mir nicht ganz geklappt).
Pizza mit dem Rest Teig zudecken, mit einer Gabel einstechen. Aus etwaigen Teigresten österliche Deko formen (der Beitrag des Mannes) und mit Olivenöl bepinseln.

Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad eine halbe Stunde backen (Je nach Ofen, bei mir waren 25 Minuten schon fast zuviel, aber ganz so dunkel wie auf dem Foto ist die Pizza zum Glück nicht.)

Warm oder kalt servieren – Buon Appetito e Buona Pasqua!

Die Vergangenheit lebt

Diese Woche wird aus vielerlei Gründen in die Geschichte eingehen. Ein erfreulicher ist, dass in den letzten sieben Tagen gleich zwei Menschen in mein Leben zurückgekehrt sind, die ich für verloren geglaubt hatte. Der eine nach 8, der andere nach 3 Jahren. Tatsächlich war es in beiden Fällen nicht das Ende und jetzt ist die Aufgabe, es gut zu machen. Witzig, wie das Universum einem manchmal mit der Nase drauf stößt, dass es Zeit ist, aufzuarbeiten. Danke an alle, die bewusst oder unbewusst dazu beigetragen haben!

Chip and Dip Day mit Neuland-Burger

Instagram informierte mich heute morgen darüber, dass heute in den USA der National Chip and Dip Day gefeiert wird. Da sich die Essenspläne für den heutigen Abend immer wieder änderten (selbst was kochen, mit anderen zum Döner-/Falafel-Essen treffen, Freunde einladen, dann schließlich doch sturmfreier Couch-Abend), blieb ich planlos bis ich zuhause eintraf. Dann überlegte ich, was ich denn Chip and Dip-mäßiges essen könnte und musste feststellen: a) Es sind keinerlei Chips im Haus und b) Chips selbst machen ist zeitaufwändig und ich will doch noch ein paar Serienfolgen weggucken. 
Also beschloss ich spontan, die Chips nicht amerikanisch, sondern britisch zu interpretieren und bestellte mir einfach ne Runde Pommes mit Mayo. Der Mindestbestellbeitrag lag um einiges höher, daher hüpften dann noch fix ein Burger (Neulandfleisch, Parmaschinken, Blattsalat-Mix, Tomate, saure Gurke und frische Champignons) und ein Tiramisu in den Warenkorb. Eigentlich sollte es eine Panna Cotta werden, aber ich bekam einen sehr netten Anruf, dass die leider grad erst frisch gemacht wurde und noch „warm und wabbelig“ sei. Dann also beim nächsten Mal. 
Ich war jedenfalls sehr begeistert über den Burger selbst, das Brötchen, die Kombination mit dem Parmaschinken und vor allem über die Pommes, die ganz lieferdienstuntypisch warm, bis zum Schluss knusprig und perfekt gewürzt waren. Bestellt habe ich übrigens bei Burger Dream auf der Danziger – und für diesen Blogeintrag bekam ich keinen roten Heller, falls Ihr Euch das fragt. Man muss ja auch einfach mal so was Nettes sagen können, oder?

Ausbeute vom #indiebookday

Wir gingen dann heute wie geplant raus und zwischen dringend wichtigen Dingen (Matratzenkauf! Eis essen! Tee trinken!) kehrten wir bei BuchZeiten ein und durchscannten die Regale nach Indieverlag-Büchern. Die interessanten von größeren Verlagen habe ich nebenbei auf meine Wunschliste beim bösen Onlinebuchhändler gekauft, bitte aber darum, wenn Ihr sie mir schenken wollt, doch bitte in der Buchhandlung um die Ecke zu kaufen, oder beim Verlag direkt zu bestellen. Dussmann find ich auch noch einen schönen Kompromiss, einfach, weil ich dort selbst so gerne bin und die Leute wissen, wovon sie reden.

Gekauft haben wir jedenfalls:
Die Häschen-Karten sind uns ja schon auf der Buchmesse aufgefallen. Berlin-Historie geht auch immer, vor allem, wenns um den Heimatbezirk geht bzw. ne Graphic Novel ist, und den Herrn Brüggemeyer las ich ja schon im Rolling Stone immer recht gerne – ganz zu schweigen vom Herrn Dylan. Wir hoffen jetzt einfach mal, dass sämtliche Verlage ausreichend Indie sind und ziehen uns zum Schmökern mit den Katzen aufs Sofa zurück.

Vermischtes

Hui, gestern war ein langer Tag – sehr viel Schönes, aber in der Summe dann eben doch überraschend anstrengend. Obwohl ich frei hatte, wurde ich schon um 7 wach – vielleicht lag da schon die Wurzel des Übels. Frühstück hab es sozusagen auf die Hand unten im Stammcafé. Einen Milchkaffee, ein Croissant und einen Avocado-Bagel. Damit machten wir uns auf in den Simon-Dach-Kiez. An einem leeren Tisch vor einem noch geschlossenen Kiosk auf dem RAW-Gelände verzehrten wir die letzten Bissen und warteten auf eine Freundin und ihr 8 Monate altes Baby. Dann machten wir zusammen einen ausgedehnten Spaziergang, der uns schließlich pünktlich zum Höhepunkt der Sonnenfinsternis auf eine Spielplatzbank auf dem Boxi führte (Boxhagener Platz für die Nicht-Berliner). Dort saßen wir dann mit dem Rücken zur Sonne und plauschten, während wir mit Sonnenbrille gewappnet auf unsere Handy-Displays schauten und ab und zu eine Ahnung davon erhaschten, wie die Bilder in den Medien später aussehen würden. Dann ging es noch auf einen Tee in die Wohnung der Freundin.

Zum Mittag war ich dann jedoch in Schöneberg verabredet – die Schwangerschaft der Lieblingsschmarotzerin geht gerade in die heiße Endphase. Noch geht es aber nicht los und so konnten wir gemütlich beim Inder sitzen und hinterher noch das erste Eis des Jahres bei Vanille Marille ergattern. (Da ich nur noch Bauchplatz für eine Kugel hatte, musste das Mango-Sorbet mal wieder im Laden bleiben, während ich mir die „Birne Gute Luise“ schmecken ließ – Birneneis gibt es nirgends so gut wie bei Vanille Marille!)
Nachmittags ging es dann zu meinen Eltern und einigen Wohnungsdekorationsmaßnahmen und Kuchen zur Belohnung. Danach hatte ich noch ein Date zum Kontrolltraining bei Kieser – freitags um 20:30. Riesenidee… Ich schlief auf dem Hinweg schon fast ein, als die Straßenbahn plötzlich hielt und alle aussteigen mussten, weil es ein technisches Problem gab. Dann also  nochmal zwanzig schnelle Minuten zu Fuß und nur zehn Minuten zu spät zum Termin angekommen. Der Fußmarsch hat mich zum Glück wieder einigermaßen wach gemacht, so dass ich das Training einigermaßen würdevoll überstanden habe. Seitdem bin ich jetzt aber komplett platt. 
Trotzdem möchte ich noch schnell zwei Hinweise loswerden. Zum Einen ist heute Indie Book Day und ich werde mich dann nachher doch mal kurz aus dem Haus trauen um in der Buchhandlung um die Ecke ein Buch eines unabhängigen Verlags zu kaufen – welches es wird, weiß ich noch nicht. Im Moment brennt mir keins unter den Nägeln. Aber im Buchladen stöbern ist ja sowieso immer ein guter Zeitvertreib.
Zum Anderen möchte ich noch dringend auf eine Aktion von einem Freund aus der alten Heimat hinweisen. Er ist Bäcker und zurecht erbost über die aktuelle Werbekampagne von Lidl, nach der man gutes Brot vor allem an Labortests und dem billigen Preis erkennt. Da Stefan nicht nur Bäcker, sondern auch Social Media-affin ist, ließ der Shitstorm #lidllohntnicht nicht lange auf sich warten – auf Facebook und Twitter geht es rund und auch die Dresdner MOPO und der Stern berichteten. Ich bin leider bisher nicht dazu gekommen, möchte das jetzt aber hiermit nachholen und freue mich über weitere Unterstützung für Stefan!