Kategorie: Früher
Kartoffelsalat von Oma
Gestern vor drei Jahren ist meine Oma gestorben. Es ist sehr krass, wie diese drei Jahre gleichzeitig so lang und so kurz gewesen sind. Zum Einen ist seitdem wahnsinnig viel passiert, u.a. habe ich den Hasen gefunden, bin mit ihm zusammengezogen und wir haben Noosa und Nimbin adoptiert. Wir waren zusammen in Australien, Italien (2x), Kanada, Irland, Jamaika und Polen. Alleine diese Aufzählung zeigt: Es ist viel Zeit vergangen.
Gleichzeitig ist dieser Tag vom Gefühl her noch nicht weit entfernt und ich kann mich noch sehr gut an die Wochen davor und danach erinnern und auch jetzt muss ich mich manchmal noch daran erinnern, dass ich Oma bestimmte Sachen nicht mehr erzählen werde und wir über aktuelle politische Entwicklungen nicht mehr diskutieren werden. Wobei mich ihre Meinung zu den Feminismus-Debatten der letzten Jahre ja brennend interessieren würde…
Als ich nun also heute überlegte, was es zum Abendessen geben sollte und mir ansah, was noch da war, fiel die Wahl schnell auf das Gericht, dass ich am meisten mit Oma verbinde: Kartoffelsalat. Und zwar weder mit Mayonnaise noch mit Brühe, sondern einfach mit frischer Gurke, Dill, Salz und Pfeffer, Essig und Öl. So habe ich ihn bei einem Besuch in Warnemünde vor nun weit über 20 Jahren das erste Mal gegessen, Portion um Portion, und so gehört er, meistens. Andere Familienmitglieder mischen gerne noch Zwiebeln dazu, aber erstens hab ichs nicht so mit Zwiebeln (genau wie Oma) und zweitens braucht es die gar nicht.
Die einzige Änderung von mir heute: Die Gurke wurde nicht geschält und gehobelt, sondern einfach in Scheiben geschnitten.. Und Zeit zum Ziehen hatte der Salat auch nicht, aber er schmeckt auch so, jedes einzelne Mal. Danke, Oma!
So viel Früher war selten
Meine Reise in die Vergangenheit – Ein Wochenende in Rostock
Es war ein sehr schöner Nachmittag, der sich anfühlte als wäre keine Zeit vergangen seit damals. Schade, dass wir uns so lange nicht gesehen hatten, das soll nicht wieder passieren! (Wie leicht man den Kontakt verliert, wenn einer kaum online ist und eine ständig…)
Nach diesem Wiedersehen ging es mit weniger Spektakulärem weiter – ich traf einen Freund und seine Freundin sowie später einen weiteren gemeinsamen Freund zum Abendbrot im Lom. Die beiden Männer sehe ich relativ regelmäßig, mindestens alle 1-2 Jahre, nur die Freundin war neu. 🙂 Nach leckerem Essen und sehr gutem Gespräch verlagerten wir den Abend dann ins Peter-Weiß-Haus, wo an diesem Abend eine 80er-Party, einzig mit Vinyl-Platten, stattfand.
Vom Sonntag habe ich ja schon einige Bilder gezeigt, was ich da gemacht habe, könnt Ihr beim 12v12 nachlesen. Mir bleibt an dieser Stelle noch, die emotionale Seite etwas genauer zu beleuchten. Neben dem Onkel-Frühstück war das Highlight des Tages natürlich mein Ausflug nach Warnemünde – wieder ein komplettes Heimspiel.
#12v12 im April – Rostock-Edition
Heute wurde es ein Früchtebecher mit Nougat- und Pfirsich-Maracuja-Eis und Blaubeeren, aus Gründen des Sättigungsgrads ohne Sahne.
Fiano di Avellino – Vom Essen, Schreiben und Weintrinken (und von Sizilien)
Tagebuch-5 im April – Oster-Edition
Schon wieder der 5, schon wieder WMDEDGT bei Frau Brüllen. Und ich schon wieder dabei, natürlich. 🙂 Zwischen all den Osterberichten werde ich heute wohl ein wenig herausstechen, denn zum Einen verbringen wir den Ostersonntag dieses Jahr nicht mit der Familie (Karfreitag, Ostersamstag und Ostermontag hingegen schon), zum Anderen arbeite ich heute mal ganz klassisch einen Feiertagsdienst.
Dementsprechend klingelte der Wecker heute trotz Sonn- und Feiertag um 9 und ich schlich in die Küche, um mir dann unter lautem Gedröhn einen Smoothie zu mixen. Hinein kam, was wegmusste (Wildmangos, Bananen, Apfel, Orange), was gut tut (Ingwer, Curcuma und Matcha-Pulver) sowie was flüssig macht (Apfel-Birnen-Saft). Außerdem fütterte ich die Katzen und putzte mir die Zähne. Dann ging es auch schon an den Schreibtisch, dank tollen Wetters immerhin sonnenbeschienen und mit offener Balkontür.
Die Katzen sorgen immer wieder für putzige Unterhaltung zwischendurch. Entweder springen sie mir auf den Schoß oder direkt auf den Schreibtisch, oder sie legen sich einfach dekorativ hin und verlangen danach, fotografiert zu werden. Großraumbüro-Feeling für Zuhause, sozusagen. Als der Mann schließlich aufsteht, gibt es als zweiten Gang eine Schüssel Cornflakes mit Milch – hatten wir extra für unsere amerikanische Couchsurferin vom letzten Wochenende gekauft und der Blogpost von Leitmedium, bzw. mein Kommentar und sein Tweet dazu weckten nun meinen Appetit darauf – außerdem war das Brot verschimmelt und der Mann muss erst neues backen.
Wir verabschieden uns und kehren in unsere Internet-lose Wohnung zurück. Für ein Stündchen (oder zwei) setze ich mich an den Rechner des Mannes, um Monkey Island 2 zu spielen. Er benutzt derweil meinen Laptop und zockt Colonization. Ich stelle fest, dass es ein Fehler war, neulich den „leichten“ Spielmodus zu wählen. Es geht viel zu schnell und viele Dinge, an die ich mich erinnere, fehlen. Muss ich wohl demnächst nochmal von vorn anfangen. Level 2 ist jedenfalls schnell durchgespielt.
Oster-Futter: Pizza con l’erba
- Pizzateig aus Hefe (in meinem Fall war er aus Zeitnot gekauft, dünn ausgerollt)
- Grünzeug nach Wahl, z.B. Spinat, Endivie, Mangold, Cime di Rapa, Puntanelle sowie diverse Frühlingskräuter, z.B. Kerbel und Borretsch (In meinem Fall habe ich genommen, was ich kriegen konnte: Babyspinat, Endivie, Pak Choi, Bärlauch und eine Mischung aus frischen Kräutern für Grüne Sauce, die u.a. aus Kerbel, Borretsch, Estragon und Sauerampfer bestand)
- Pinienkerne, Sultaninen, grüne Oliven und Anchovis (die Anchovis habe ich durch getrocknete Tomaten, Zwiebeln und etwas Salz ersetzt)
- Pfeffer, Salz, Olivenöl und in meinem Fall Zitronenzesten
Sonnenfinsternis 1999
In diesen Tagen denke ich oft zurück an den Sommer 1999, die Sonnenfinsternis und an dieses Bild:
Zum Frauentag denke ich an…
Am Frauentag denke ich immer zu allererst an meine Oma A., die für mich so ein bisschen den Geist dieses Frauenkampftages symbolisiert und diesen auch immer sehr ernsthaft beging. Sie wurde 1928 in eine kommunistisch geprägte Arbeiterfamilie hineingeboren. Nach der 8. Klasse ging sie von der Schule ab, um ganz klassisch auf einem Gut in der Landwirtschaft zu arbeiten, auf die Kinder aufzupassen und so weiter. Eine weitere Ausbildung hätte sich die Familie nicht leisten können.
Nach dem Krieg kam dann die Möglichkeit an einer Arbeiter- und Bauernfakultät das Abitur nachzuholen und auf Bestreben meines Uropas hin tat sie genau das. Danach studierte sie und lernte in dieser Zeit meinen Opa kennen. Kurz danach wurde geheiratet und ein Jahr später kam mein Papa, das erste von drei Kindern, zur Welt. Da Oma und Opa zu diesem Zeitpunkt an zwei verschiedenen Orten studierten wuchs er die ersten Jahre bei seinen Großeltern mütterlicherseits auf.
Irgendwann war das Studium vorbei, die Familie zog zusammen und wurde größer und Oma wurde schlussendlich Hochschullehrerin. In dieser Tätigkeit lernte sie viele internationale Studenten kennen, die bei ihnen zuhause ein und aus gingen, und fuhr sogar ins nicht-sozialistische Ausland, nach Finnland. Neben ihrer Arbeit kümmerte sich Oma um den kompletten Haushalt und die Kinder und tippte spätabends noch wissenschaftliche Arbeiten für meinen Opa auf der Schreibmaschine ab. (So viel zum Thema Gleichberechtigung in der DDR…) Oma war auch diejenige der beiden, die den Führerschein machte (am Tag als mein Bruder als ihr erstes Enkelkind geboren wurde) und sie von nun an durch die Gegend kutschierte.
Und trotz all der Arbeit, die sie erledigte und meinem Opa damit abnahm – für uns als Enkel war klar, wer in dieser Ehe die Hosen anhatte. 😉 Nachdem mein Opa gestorben war, zog Oma an den Ort zurück, an dem sie am glücklichsten gewesen war. Sie spazierte jeden Tag umher, traf Freunde und Bekannte, trank ihren Espresso mit Blick auf den Strand, las täglich zwei Zeitungen, sah Nachrichten und Polit-Talkshows, ging ins Theater, empfing ihre Kinder und Enkel, versorgte sich größtenteils selbst und unternahm verschiedene Reisen, für die Opa nicht fit genug gewesen wäre, bzw. die er sich nicht zugetraut hätte. Bis dann auch ihre Gesundheit nachließ. Als ihr eine Krankheit nach und nach erst das Rauchen, dann das Reden und die Selbständigkeit nahm, wählte sie ihr Ende selbstbestimmt und stark wie eh und je.
Noch vor drei Jahren hätte ich sie heute angerufen oder mit einer roten Nelke in der Hand besucht – heut bleibt mir nur dieser Text.
Alles Gute zum Frauentag, prost Oma!

















































