Mein Geburtstagsgeschenk

Dieses Jahr schenkte ich mir selbst etwas: Eine Woche on the road (oder eher on the tracks), mit dem Ziel diverse Freundinnen in diversen deutschen Städten zu besuchen. Anders als beim Sizilien-Urlaub (dessen Berichtestattung ich immernoch nicht abgeschlossen habe), möchte ich versuchen, die gesamte Reise in einem Post zu verbraten – ich muss mich also kurzfassen. Here goes:

1. Bremen und Bremerhaven
Hier wohnt und arbeitet mein Bruder samt Freundin und es ist mein zweiter Besuch in der Hansestadt. Bremerhaven ist neu für mich. Interessant: Die vielen Deutschland-Flaggen wegen der WM. Bestätigen mein Klischee und es sind die meisten auf der Reise. Ansonsten schön maritim und das Auswandererhaus ist großartig gemacht. Da könnte man bei mehr Zeit auch locker mal einen Tag verbringen. So machte ich einen Schnelldurchlauf durch die verschiedenen Schiffstypen inkl. Bordklo, Ellis Island, die Grand Central Station und das Deutschland der 70er Jahre. Spannend und lebensnah!

In Bremen selbst ist dann weniger Urlaub als Familienbesuch: Es wird Fußball geschaut, Pizza bestellt und Bürokratiekram erledigt. 
Am nächsten Tag dann aber doch noch: Bremer Uni angeguckt, Innenstadt durchschlendert, Osterdeich und Viertel abgewandert und Rollo gegessen. 

Und schon geht’s weiter nach
2. Münster
Hier promoviert eine Freundin. Wir gehen zunächst in den Schlosspark und haben ein aufregendes Erlebnis mit einem Obdachlosen, wie man es sonst nur aus Filmen kennt: Er kommt fröhlich singend und leicht angetüdert auf einem Fahrrad angefahren und braucht etwa drei Minuten, um das Fahrrad sicher anzuschließen. Dann legt er Rucksack, Jacke und Mütze auf dem Pavillon ab, über dessen Brüstung er nun klettert. Mit einigen Schwierigkeiten kommt er hoch und setzt nun zunächst die Mütze wieder auf, bevor er übers Geländer klettert – an dieser Stelle liegen wir vor Lachen fast auf dem Boden. Dann räumt er den Pavillon ein wenig auf, schnappt sich einen Besen und kehrt seine Schlafstätte sauber, bevor er seinen Schlafsack ausbreitet. Wir ziehen uns diskret zurück.
Zuhause kochen wir aus Weißkohl, dicken Bohnen, frischem Kurkuma und Kokosmilch ein köstliches Curry, dann wird es Zeit, ins Bett zu gehen.

Den nächsten Vormittag verbringe ich lesend und schlafend im Bett, während meine Freundin arbeitet. Zum Mittag treffen wir uns mit ihrem Mitbewohner, einigen Kollegen und deren Angehörigen. Bei deutsch-englisch-italienisch-spanisch-katalanischen Gesprächen Essen wir Flammkuchen und sardische Pizza. Danach bummeln wir noch ein wenig durch die Stadt und ich bekomme die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gezeigt. 

Und zack, ist es Zeit für meinen Zug nach
3. Bielefeld
Auch hier promoviert eine Freundin. Ich treffe sie nach einem Vortrag, den sie gerade bei der Eröffnung einer Fotoausstellung gehalten hat und wir schauen uns die Bilder an und schnorren Schnittchen. Dann plündern wir einen Supermarkt und setzen uns zum Picknick auf den Siegfriedplatz – das macht man hier so. (In anderen Städten sitzt man bequem im Park, in Bielefeld bevorzugt man das harte Pflaster.)
Morgens muss meine Freundin früh aufstehen und ich darf wieder liegenbleiben. Nutze das Nicht-wieder-einschlafen-können für 1,5 Folgen Orange is the New Black (bei der Zweiten kann ich’s doch). Dann Frühstück Stadtbummel mit schwerem Gepäck. Brauche alle 20 Minuten eine kurze Pause. Die längste mache ich im Park der Menschenrechte.

Die lange Zugfahrt verbringe ich hauptsächlich mit dem Beobachten und Bespaßen zweier Kinder an meinem Tisch: Amos und Malena (nicht verschwistert) – so komme ich kaum zum Lesen. Erst als auch Malena ausgestiegen ist, hole ich ein wenig Schlaf nach, dann bin ich auch schon in
4. Tübingen
Auf einmal ist Sommer und dazu noch hat Deutschland gerade das Achtelfinale erreicht. Die Stadt begrüßt mich kurzbeinlich und mit Autokorso. Meine Freundin, die hier gerade ein Traineeship absolviert, holt mich ab und gemeinsam besuchen wir eine weitere Freundin, S. Ich habe S. ca. 1997 oder 98 im Internet kennengelernt. Damals hatten wir recht engen, später eher losen Kontakt. Heute treffen wir uns zum ersten Mal im „Real Life“ und es ist großartig. Wir haben eine Menge gemeinsam und einen höchst kompatiblen Humor. Auf S.‘ Terrasse wird dann gegrillt. Da meine Freundin früh aufstehen muss (Das Muster zieht sich durch die Woche) brechen wir dann aber recht früh auf in das Dorf, in dem sie eine WG in einem alten Bauernhof bewohnt.
Am nächsten Tag treffe ich S. in der Stadt zum Mittagessen (Kässpätzle und Holunderwunder) und Sightseeing. Tübingen ist wunderschön und bei aller Kleinstädtischkeit sehr international. Für eine Weile könnte ich es hier sicher gut aushalten. Wir treffen einen Bekannten von S., der uns noch mit einigen lustigen Anekdoten versorgt.

Dann muss S. los und ich treffe meine Freundin für unsere Mitfahrgelegenheit nach
5. München
Die Autofahrt ist interessant bis lebensbedrohlich, da der 20-jährige Fahrer auch bei 170 km/h einen sehr lockeren Fahrstil pflegt. Zwischendurch rückt meine Freundin sehr nah an mich heran und wir überlegen, uns absetzen zu lassen. Wir halten dann aber doch durch und starten erleichtert in unser München-Wochenende zu viert – eine Fortsetzung des Nürnberg-Wochenendes von letztem Oktober.

Nach einem ruhigen Abend in der 1-Zimmer-Wohnung von C. starten wir am Samstag recht gemütlich ins Wochenende. Wir frühstücken köstlich und in aller Ruhe im Glockenbachviertel und bummeln dann größtenteils durch die Innenstadt. Im Englischen Garten statten wir dem Eisbach einen Besuch ab und liegen später noch eine Weile auf einer Wiese. Wie immer bei uns ist der Tag geprägt von Gesprächen und Diskussionen – von gesellschaftspolitischen Themen über unsere privaten Zukunftspläne, Beziehungen und Befindlichkeiten bis zu den großen philosophischen Fragen. Da alle gern und viel durcheinander reden, kann das durchaus auch anstrengend werden. 

Aber frisch gepresster Saft, Zuckerwatte, Kressebrezn und ein Wolkenbruch heitern die Stimmung zwischendurch immer wieder auf. Zum Abendbrot und fürs Eisessen danach geht es in die Maxvorstadt und danach schlafe ich zum ersten Mal in einer Woche wieder einmal zwei Nächte in derselben Stadt.

Am Sonntag lassen wir das Wochenende in einer Kakaobar ausklingen: Man bezahlt 10 € Mindestumsatz für köstliche Schokoladenvariationen (und andere Getränke) und kann dafür nach Herzenslust das Büffet plündern. Genau richtig für uns. Ich weiß jetzt zum Beispiel, dass Lavendel großartig zu heißer Schokolade passt.

Den Abschluss meines Urlaubs bildet eine schön lange verregnete Zugfahrt zurück nach Berlin – Gelegenheit für Lektüre, Reflexion und das Bloggen. 
Erkenntnisse: 

  • Drei Bücher für eine Woche sind zwei zu viel, wenn man lauter tolle Menschen trifft
  • Ich packe ansonsten relativ gut, hätte ich ein wenig mehr gekleckert, hätte ich alle Klamotten gebraucht
  • Menschen, die einem im Internet sympathisch sind, sind es in aller Regel offline auch (andersherum trifft das nicht immer zu…). Die Erkenntnis ist nicht neu, aber hat sich wieder bestätigt
  • Mein Freundeskreis ist wundervoll. Außerdem auch sehr kosmopolit. Und er enthält überdurchschnittlich viele Promovenden und Post-Docs. Ich darf trotzdem mitspielen
  • Andere Regionen Deutschlands können sich wie Ausland anfühlen, im positiven, wie im negativen Sinne
  • München ist nett, aber keine Stadt für mich
  • Berlin hingegen ist genau meine Stadt – alles richtig gemacht. 🙂

Fast wie Sommerferien

Den Großteil der letzten Woche habe ich mit einer Schulung zugebracht. Mit Ferien kann man das natürlich nicht wirklich vergleichen, aber die Abwechslung vom Büroalltag ist nicht zu unterschätzen: Statt 8 Stunden mehr oder weniger gleichförmiger Schreibtischarbeit mit den üblichen Unterbrechungen, Meetings und Küchengängen eine Reise zurück in die Vergangenheit: Vier 90-Minuten-Blöcke am Tag, ein Dozent und 17 Mit-Teilnehmer, dazwischen mehrere kurze Pausen und eine lange – das fühlte sich fast wie früher an der Uni an. Ich bin in der letzten Woche also mal eben ein paar Jahre jünger geworden, sozusagen. Ohje, wie „früher an der Uni“ schon klingt. Aber es ist jetzt auch wirklich schon sechs Jahre her, dass ich meinen Abschluss gemacht habe. Hat auf jeden Fall Spaß gemacht, mal wieder gezielt und systematisch etwas zu lernen, ich finde, das kommt im Arbeitsalltag zu kurz.

Auf diese überaus erfrischende und lehrreiche Schulungswoche folgt nun eine noch entspannendere: Ich habe nämlich tatsächlich Urlaub. Morgen früh geht es los: Mein Rucksack und ich reisen eine Woche lang quer durch Deutschland und besuchen erst meinen Bruder und danach diverse Freundinnen. Die Reise geht von Berlin nach Bremerhaven und Bremen, nach Münster und Bielefeld, nach Tübingen (wo ich eine Internetbekanntschaft zum ersten Mal live treffen werde, die ich jetzt schon seit über 15 Jahren pflege) und zum Schluss nach München. Auch hier freue ich mich über viele neue Eindrücke, das Rauskommen aus dem Alltag und das relativ freie In-den-Tag-hineinleben. Alleine durch fremde Städte laufen, hoffentlich ein paar regionale Gerichte probieren, im Zug viel lesen und an den Abenden spannende Gespräche führen… Das wird gut.

Ich weiß allerdings auch schon jetzt, dass ich meine drei langhaarigen Mitbewohner – also den Mann, Noosa und Nimbin 😉 – zwischenzeitlich auch ganz schrecklich vermissen werde. Aber so soll es ja sein beim Reisen: Sich freuen, wenn man losfährt UND wenn man zurückkommt. Na dann los…

Gefüllte Papaya verhilft Oranje zum Sieg

Vorgestern musste ich erst mehrere Läden durchstöbern, um noch an ein paar Rhabarber-Stangen zu kommen. Dabei lachten mich beim Späti des Vertrauens goldgelbe, riesige Papayas an. Eine hüpfte mir direkt unter den Arm, denn sie sind in dieser Größe perfekt für eines meiner Lieblingsgerichte.

Zum ersten Mal aß ich gefüllte Papaya irgendwann in den frühen Nuller Jahren in einem kubanischen Restaurant in Rostock, dass es leider nicht mehr gibt – in meinem Herzen wird es auch wegen seines Wahnsinns-Brunches für 9,90 inkl. Säfte, Sekt und Wein für immer ein Plätzchen haben. Damals gab es eine Papaya-Hälfte gefüllt mit Reis, Hackfleisch und schwarzen Bohnen, überbacken mit Käse. Ich war hin und weg. Die Kombination von herzhaften Zutaten mit Obst ist seit jeher eine meiner Liebsten. Statt Reis funktioniert übrigens auch Couscous sehr gut, man kann bei großen Papayas die Sättigungsbeilage aber auch einfach weglassen und sich auf das Wesentliche konzentrieren.
Butterweich glitt das Messer durch die perfekt gereifte Frucht und auch der Löffel musste die Papaya nur ganz zart streicheln, um die Kerne herauszuholen. Die dunklen Stellen unten am Stiel habe ich auch noch weggeschnitten. Die Kerne kann man übrigens essen, sie sind nur in der Menge ganz schön scharf. Ein paar davon habe ich kleingehackt und in die Bohnenmasse gerührt, der Rest trocknet jetzt und wandert dann in die Gewürzsammlung.
Statt Hackfleisch und schwarzen Bohnen nehme ich seit dem Kanada-Aufenthalt im letzten Jahr Refried Beans – ich muss mir da noch ein Rezept für besorgen, dann wird’s beim nächsten Mal komplett vegetarisch – in den Dosen ist Schmalz mit drin. Dafür ist die Konsistenz fast hackfleischartig und die Mischung ist bereits gut gewürzt. Dazu kamen noch zwei meiner „Mexikanisch-mach-Tricks“: Koriandergrün und Limette.
Die beiden Papaya-Hälften passten zusammen perfekt in die große IKEA-Auflaufform. Solange sie nicht kippeln reicht aber auch ein Blech.
Käse drüber (in diesem Fall ein Pecorino, Cheddar ist aber auch eine gute Wahl) und fertig ist das Gartenhäuschen. Diesmal waren sie bei 200 Grad für ne halbe Stunde im Backofen – der Käse war geschmolzen und ein wenig gebräunt, die Bohnen hatten oben eine schöne Kruste bekommen. Zeit und Temperatur sind aber variabel. Hauptsache, die Papaya ist weich genug zum Auslöffeln – das war sie in diesem Fall ja schon vorher.

Rechtzeitig zum Anpfiff stand das gute Stück auf dem Tisch und bot gemeinsam mit dem Schöfferhofer Grapefruit farblich die perfekte Grundlage für einen fulminanten 5:1-Sieg der Oranjes. Ich koche dann in den nächsten Wochen noch öfter orange!

12 von 12 im Juni

Man hangelt sich so von 5 zu 12, wa? Im Moment ist aber auch immens wenig Zeit zum Bloggen. Ständig feiert irgendwer irgendwas oder man muss zu Konzerten, Essensverabredungen oder ins Büro. Vielleicht wird es ab nächster Woche etwas besser, ich hab da noch einiges auf Halde. Jetzt aber erstmal 12 von 12. Die anderen gibt es bei Draußen nur Kännchen.
Zum Frühstück meine beiden Lieblingsfrüchte: Erdbeeren mit Mango-Joghurt. Ich halte es mit den Erdbeeren so wie Frau Schnips:
Im Büro sind alle im WM-Fieber, wenn auch nicht unbedingt immer aus sportlicher/fußballerischer Sicht. Die Kolleginnen kleben sich zum Beispiel Panini-Bildchen auf die Telefone… Und irgendwer meinte, wir müssten alle diese Fahnen irgendwo hinkleben. Ich wollte erst nicht, aber Frau Teamlead hat dann eigenmächtig meine Tastatur verschönert. Immerhin mit dem richtigen Winkelement – sie kennt mich gut. Ich könnte wohl mal meine Tastatur putzen…
Zum Mittag hatte ich Lust auf Chinesisch und ging daher mit @rammc zu China City und bestellte mir all das, was ich an der chinesischen Küche am liebsten habe: Gedünsteten Pak Choi mit ordentlich Knoblauch und dazu Glasnudeln, Morcheln und Bambussprossen. Mjam.
Danach machten wir einen Abstecher zum Lidl, der sehr ertragreich war, fotografisch gesehen… Pringoals hat also merkwürdige WM-Sorten…

…während hier jemand augenscheinlich Arizona Ice Tea kopiert…
…und diese Aktion wohl eher „Beef and Grief“ heißen sollte.

Zurück im Büro gab es dann doppelten Nachtisch: Das Goods-Team spendierte uns eine Runde Eis…

…und von Frau Teamlead gabs Muffins in Fußballform als Dankeschön für unseren Sondereinsatz letzte Woche.

Kurz vor Feierabend fiel zwei Kolleginnen auf, dass sie quasi gleichgemustert herumliefen.

Auf dem Rückweg las ich diese schöne Szene über Opa Kevin.
Zuhause bereitete ich mich auf einen Fußball-Abend allein vor – der Mann boykottiert diese WM aufgrund all der Dinge, die fragwürdig bis unwürdig gelaufen sind in der Organisation. Ich bewundere diese Haltung, kann mich aber der Tradition nicht ganz erwehren. So fährt der Mann also angeln (und hört dort das Spiel, weil Béla Réthys Kommentar über den ganzen See schallt… Und ich darf endlich mal wieder Rhabarber essen. Das Rezept in Kürze: Rhabarber in Ahornsirup marinieren, dann Wasser dazu und kurz aufkochen. Dazu gibts Vanille-Kokospudding aus Vanillepuddingpulver, Kokosmilch und Palmzucker. Nochmal Mjam.

Und dann geht das Spiel los – hier im Bild eine Aktion für den Frieden und wie es aussieht auch die Diversität. Immerhin etwas.

Tagebuch-5 im Juni

Und Zack ist wieder ein Monat rum und Fr. Brüllen fragt: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Die anderen Beiträge findet man hier.
Hier so:

Der Tag beginnt mal wieder viel zu früh. Gestern wurde es spät und da wir Besuch haben und die Katzen daher nachts ausnahmsweise ins Wohnzimmer dürfen, weckte mich Maunzen und Getrappel schon eine Dreiviertelstunde vor dem Wecker. Zum Glück bin ich noch einmal eingeschlafen, aber müde und kaputt bin ich dennoch.

Ich nehme mir die letzten Erdbeeren vom Wochenende, ein paar Aprikosen und einen Apfel mit ins Büro fürs Frühstück. Heute wird ein langer Tag, es gibt nach dem etwas chaotischen Wocheneinstieg mit Betriebsratssitzungen, einem Videocall,  dem Einarbeiten der Kollegen in ein neues Tool mit den dazugerigen Hickups und einem langen Meeting am Vortag noch viel abzuarbeiten vor dem nächsten Feiertag.
Heute ist hingegen nicht viel los, so dass ich eine Menge schaffe. Nur einmal sorgt ein etwas komplexeres Problem für Aufregung und Abwechslung: Jemand hat eine Anweisung zu korrekt ausgeführt und plötzlich ist ein Teil unserer Seite nicht zu erreichen. Aber auch das geht vorüber. 
Zum Mittag gibt es bei Pasta Deli eine köstliche „California Light“-Pastavariante mit Stangenselleriepesto, Zitronengras, Mandeln und Parmesan. Ich bin verliebt.
Der Mann feiert zeitgleich wie jeden Donnerstag den Gehacktestag. Diesmal bezieht er sich auf den Maya-Kalender. Seine Illustration dazu:

Zum Nachmittag hin und als Durchhaltetrick gönne ich mir Obst in Kuchen- und leider auch Flaggenform, schmeckte aber trotzdem:

Dann ist irgendwann Feierabend und ich kaufe auf dem Heimweg noch schnell etwas für die Suppe ein. Der letzte Mangold soll verwendet werden. Es wird eine Mangold-Kokos-Suppe mit Ingwer, Zitronengras und Koriander, die ich gemeinsam mit dem Besuch, @Fiann von Copper, boom! verzehre. Dabei reden wir über dieses und jenes und solches und einige von Euch.

Ich bin sehr stolz, dass ich es nicht vergessen habe, Waldmeister vom Balkon für die Bowle am Wochenende zu ernten. Den Rest werde ich auspflanzen oder demnächst per Sirup haltbar machen – so oft braucht man ja Waldmeister nicht. Das wichtige Büschel hängt in der Bibliothek aka Gästezimmer und beschert @Fiann hoffentlich schöne Träume.

Spätschicht-Smoothie

Dieser Post sollte eigentlich Montag erscheinen, aber meine App hat Mist gebaut und ich habe es nicht einmal gemerkt. Dafür dann jetzt:

Da die BSR leider keine Rücksicht darauf nimmt, dass ich montags Spätschicht habe, hat das mit dem Ausschlafen mal wieder nur so semigut funktioniert. Hat aber den Vorteil, dass ich die Sonnenstunden auf dem Balkon für ein gemütliches Smoothie-Frühstück nutzen kann.

Mangold, Wassermelone und Aprikose, dazu für Gesundheit und Farbe Curcuma sowie für Gesundheit und Süße Honig. Ich glaube morgen probiere ich es dann mal mit Äpfeln und Erdbeeren zum Mangold.

Stadt-Land-Fluss

Der Warenfluss zwischen Stadt und Land funktionierte dieses Wochenende ganz hervorragend. (Habt Ihr mein plattes Wortspiel ausreichend gewürdigt? Danke!) Wir reisten mit einem Rucksack voller reifer Avocados, frischen Chili-Schoten und Koriandergrün – man ahnt den Zweck – sowie einem Kasten Rhabarberbrause aus der großen Stadt aufs platte Land und kehrten mit Erdbeeren, Äpfeln, Mangold, Eiern und Holunderblütengelee wieder zurück nach Hause. So ähnlich muss das in der Nachkriegs- und DDR-Zeit auch gelaufen sein.

Dazwischen gab es viel Familie, einen idyllischen Lese- und Angelteich, einen 30. Geburtstag mit viel Gelächter und kleine Enten, Kaninchen und Ziegen. Und ich habe zum ersten Mal gesehen, dass Ziegen wirklich erstaunliche Dinge tun – nicht nur im Internet.

Alles in allem also wirklich ein sehr lohnender Ausflug.

Sonntagabendcouchbloggen

Mal wieder liegt ein langes, aufregendes Wochenende hinter mir, bei dem sich Frühling und Berlin von der besten Seite zeigten. Angefangen hat alles mit einem gemütlichen Frühstück auf dem sonnenbeschienenen Balkon und dem Besuch einer lieben Freundin. Den Samstagnachmittag verbrachte ich dann mit Freunden im Graefekiez und Urbanhafen – einer Ecke von Berlin, in der ich sonst eigentlich nie bin. Ganz nebenbei habe ich dabei wohl ein sehr beliebtes Hipstercafé besucht und dort einen köstlichen Rhabarbercrumble und grünen Saft verzehrt.

Abends kamen dann wieder Freunde vorbei, wir aßen Moussaka und schauten das Champions League-Finale.

Heute führte uns der erste Weg ins Wahllokal – halt nein, zuerst zum Müllplatz, wo wir dann von einem alten Ömchen in ein Gespräch über Pfandflaschen und Lebensmittelmotten verwickelt wurden. Zitat: „Ich könnte kotzen.“ Hach, Berlin. Danach dann aber auf zur Wahl und für den Mann auch noch zur ZDF-Umfrage – jeder Vierte in unserem Wahllokal war dran, ich habe es leider knapp verpasst. Danach holten wir Croissants und Kaffee im grandiosen neuen Café unten bei uns im Haus (Wir wurden mit Vornamen begrüßt und bekamen ein Croissant frei Haus) und fuhren dann zu meinen Eltern zum Frühstück. Nach einer kurzen Fresspause Esspause gab es dann noch Holunderküchel mit Erdbeeren und Eis – Tradition ist Tradition.

(Bildmaterial vom letzten Jahr…)

Den Nachmittag verbrachten wir am Orankesee, wo der Mann mal wieder Würmer baden ließ und einem kleinen Barsch beibrachte, dass er sich in Zukunft von Haken fernhalten sollte. Währenddessen saß ich mit den Füßen im Wasser in der Sonne, vertiefte mich in meine Bücher und sorgte dank Twitter für einen konstanten Nachrichtenstrom zu ersten Prognosen und Hochrechnungen. 

Naja, Filterbubble halt…
Hin und zurück kamen wir übrigens auf verschlungenen Pfaden durch Weißensee mit dem Fahrrad – man muss ja immer mal neue Ecken in dieser großartigsten aller Städte entdecken – auch wenn dort alles voller gruseliger NPD-Plakate hängt. Viel gebracht hat es ja zum Glück nicht.

Nun sind wir wieder zuhause und ich habe es mir in traditioneller Pose auf der Couch bequem gemacht – Laptop und Noosa auf dem Bauch, Beine und Nimbin unter der Decke. Alles in allem ein sehr ertragreiches Wochenende.

Was ich vom Fansein gelernt habe

Yasmina Banaszuk sprach auf der re:publica über die Fankultur im Internet und rannte damit bei mir offene Türen ein. Vieles von dem, was sie sagte habe ich genau so erlebt. Das Fazit war, dass man sich nicht mehr schämen müsste und solle, ein Fan zu sein, weil Fansein und vor allem der Austausch mit anderen Fans einen persönlich weiterbringen. Während des gesamten Vortrags dachte ich immer wieder: Ja, genau so war’s und deswegen werde ich jetzt mal zusammenschreiben, was das Fansein mir gebracht hat.

Als erstes muss ich mich outen: Ich war eine von „denen“ – ein Kelly Family-Fan. Bitte jetzt nicht direkt weiterklicken, ich werde hier weder schwärmen, noch was vorsingen und niemand muss vor Läusen oder stinkenden Klamotten Angst haben. Es geht hier sozusagen um die Wissenschaft.
Ich wurde mit1996, mit 13, Fan, nachdem ich die Band bereits eine Weile wohlwollend beobachtet hatte und sie Jahre vorher ein paar Mal zufällig auf der Straße gesehen hatte. Mir gefielen die Andersartigkeit sowohl im Aussehen, als auch in der Bandzusammensetzung. Sie sahen komplett anders aus als alle anderen Bands, verströmten ein gewisses Hippie-Flair und waren Geschwister, die jüngsten nur wenig älter als ich selbst. Die Musik kannte ich kaum, denn wir hatten damals nur öffentlich-rechtliches Fernsehen und im Radio lief Fritz. Aus meinem also eher theoretischen Interesse heraus bat ich eine Klassenkameradin, mir ein Video eines Kelly-Konzerts auszuleihen und ab diesem Moment war es um mich geschehen.
Die nächsten Monate verbrachte ich damit im sämtliche CDs und Videos zu besorgen, mich in der BRAVO und anderen Teeniemagazinen zu informieren und mir alles Neue einzuprägen. Ich nahm ganz nebenbei die Geburtstage der Kellys in mein Langzeitgedächtnis auf, lernte die Texte durch Mitlesen und entwickelte eine gewisse Recherchekompetenz (kam mir an der Uni später sehr zupass) um nur ja nichts zu verpassen, was in irgendwelchen Medien über und mit den Kellys stattfand.
Dank eines Buches über die Geschichte der Kelly Family, das die Ereignisse auch in einen historischen Rahmen einordnete, hörte ich zum ersten Mal von der irischen Hungersnot und der daraus resultierenden Einwanderungswelle in die USA, lernte, dass es in Spanien vor gar nicht langer Zeit eine Diktatur gab und dass das Land weit vielschichtiger war, als ich bisher wusste. Ich begann mich für die Geschichte Irlands, Spaniens und besonders die des Baskenlandes zu interessieren. Zudem wollte ich natürlich wissen, worüber gesungen wurde und übersetzte mir die Texte aus dem Englischen und lernte auch ein paar spanische Wörter. Dass ich später Anglistik und Amerikanistik studiert habe, könnte auch mit dieser frühen Beschäftigung mit Sprache, Geschichte und Kultur englischsprachiger Länder zusammenhängen (aber auch die Beatles hatten da ihren Einfluss ;))

Der nächste große Schritt war dann das Internet. Es war 1997 und seit einiger Zeit beschäftigten sich meine Eltern abends intensiv mit dem Surfen im Web. Ich habe das ein wenig belächelt und fand es eher langweilig und uncool. Bis meine Eltern mich mal davor setzten und in die Suchmaschine (ich glaube es war Yahoo) „Kelly Family“ eingaben. Ich war sofort hin und weg und verbrachte Stunden damit, mich auf der offiziellen Webseite und den diversen Fan-Homepages umzutun. Meine Bookmarksammlung wuchs ins Unermessliche und nachdem meine Eltern mir geholfen hatten, eine E-Mail-Adresse bei Hotmail anzulegen, begann ich, Kontakt mit anderen Fans aufzunehmen. Bald kommunizierte ich regelmäßig, per Brief, E-Mail und in diversen Chats mit Fans aus Deutschland, der Schweiz, Norwegen, Schweden, den Niederlanden, Polen, Frankreich und Kanada. Das war natürlich ein weiterer Quantensprung in der Entwickung meiner Englischkenntnisse sowie meiner Tipp-Geschwindigkeit.

Dann fing meine Mutter an, sich HTML beizubringen, fand, dass das etwas für mich wäre und baute mir eine index.html (das lief damals ganz easy über den Windows Editor und das Öffnen der Dateien im Browser). Dann drückte sie mir dann das Handbuch in die Hand und ließ mich alleine. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich meine eigene Kelly-Fanseite – ergänzt um ein paar andere Dinge, damit meine Eltern nicht ganz so enttäuscht über die Einseitigkeit meines Interesses waren. Nach und nach schaute ich mir einiges bei anderen Seiten ab, kollaborierte mit anderen und hatte dann über die Jahre fünf verschiedene Webseiten, die dank des regen Kontakts mit anderen Fans auch gut besucht waren. Irgendwann kamen dann CSS, PHP etc. in Mode und mir wurde alles etwas zu kompliziert und ich gab das Thema eigene Webseite vorerst auf – bis ich ein paar Jahre später, 2005, mein(en) erstes/n eigenen/s Blog hatte. Die Affinität für das Internet ist mir jedoch geblieben und sorgte nicht zuletzt dafür, dass ich heute in einer Online-Redaktion arbeite.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Themenkomplex ist wohl der soziale, zwischenmenschliche. Zum Einen habe ich über das Fansein und das Herumhängen im Internet einen großen, internationalen Freundeskreis aufgebaut, inkl. Sprachkenntnisse, interkultureller Kompetenz etc. Zum Anderen gab es einen Gegenpol zu den Leuten um mich herum, im „realen Leben“. In meiner Klasse war ich nämlich durch das Fansein lange Zeit eher eine Außenseiterin. Ich denke, dass zum einen der Kontakt mit Gleichgesinnten mir Rückhalt gegeben hat, zum anderen auch die Philosophie, die irgendwie hinter den Kellys steht und stand: Man muss nicht im Mainstream mitschwimmen. Man kann auch cool sein, indem man einfach sein Ding durchzieht. Es gibt andere Lebenswege, die genauso valide sind, wie die, die meine Altersgenossen gut finden. Lügen ist scheiße und man kann auch mal unangenehme Situationen aushalten, wenn man dafür bei der Wahrheit bleiben kann. Und: Alle Menschen sind gleich viel Wert, egal wie sie aussehen, was sie können, was sie glauben, wie sie leben oder woher sie kommen.

Dieser letzte Punkt ist ein angestrebtes Ziel, dass täglich vor diverse Prüfungen gestellt wird und ich bin weit davon entfernt, nicht manchmal auf Menschen herabzusehen (vor allem wenn sie dummes Zeug reden ;)). Aber hey, man muss es versuchen, oder? Vielleicht liegt in diesem ganzen Fansein auch die Ursache dafür, dass ich heute andauernd mit Leuten über Gleichberechtigung, nichtdiskriminierende Sprache usw. diskutiere(n) muss.

Also: Sprachkenntnisse, Geschichtskenntnisse, das Internet als Solches, diverse Freundschaften, Gerechtigkeitssinn, Wahrheitsliebe und eine gewisse Scheiß-drauf-was-ihr-von-mir-denkt-Mentalität – das habe ich vom Fansein gelernt.

Hier ist übrigens nochmal der sehr zu empfehlende Vortrag von Yasmina Banaszuk, zu dem es nächstes Jahr mit etwas Glück noch ein paar tiefergehende Ergänzungen geben soll:

Byebye, re:publica

Ach verdammt, das ging doch alles viel zu schnell vorbei! Unterstützt wird dieses Gefühl auch dadurch, dass der letzte Tag einfach mal deutlich kürzer ist als die ersten beiden, vermutlich, damit die Menschen am Abend noch zurückreisen können. Ich bin dafür, die #rp15 von Mittwoch bis Freitag stattfinden zu lassen, um dieses Problem zu umgehen. Dann können die Fernangereisten auch noch ein Wochenende lang Berlin unsicher machen und ich muss nicht am nächsten Tag arbeiten und mich daran erinnern, schon am Hausvogteiplatz auszusteigen und nicht bis Gleisdreieck durchzufahren. Das wird man doch noch sagen dürfen!

Der Morgen begann für mich mit @FrDingens Fandom-Talk, der mich doch sehr erfreut und empowered hat. Fansein macht nämlich kreativ und wissbegierig und hilft Freundschaften zu bauen. Damit wurde quasi meine Jugend und ein Gutteil meiner jetzigen Freizeitbeschäftigung mal eben legitimiert. Ich werde vermutlich demnächst einen Blogpost verfassen, wie das Fandom mein Leben beeinflusst hat.

Als nächstes sprach Kate Milner darüber, ob das Smartphone einen negativen Einfluss auf Liebesbeziehungen hat. Kurze Antwort: Nein. Lange Antwort:  Wenn es ein Kommunikationsproblem gibt, dann gibt es das auch mit Smartphone. Beziehungen scheitern nicht daran, dass jemand zu oft auf sein Smartphone schaut. Die These ist das Produkt von Medienpanik und Fortschrittsskepsis, die es seit Platon gibt. Der meinte nämlich damals, das Schreiben würde die Kunst der gepflegten Konversation verdrängen.

Meine dritte Session war die zu #idpet von @Nele_Tabler und @Andreacmeyer. War sehr interessant, aber leider mussten die beiden ihre Präsentation in nur einer halben Stunde abhalten, so dass sie diverse Tweets, Kommentare etc. nur zeigen, aber nicht vorlesen konnten. Wenn man da weiter hinten saß, wie ich, hatte man kaum eine Chance alles aufzunehmen, ich hoffe da auf die Slides.

Danach setzte ich mich kurz auf den Affenfelsen, um mein Telefon etwas aufzuladen, und unsere Partyplanung für Samstag weiter zu koordinieren. Für einen kurzen Blogpost war auch noch Zeit.

Die folgende Session Ein blindes Huhn ist kein Ponyhof von Wibke Ladwig gehörte zu den bestbesuchten auf denen ich war und handelte von Sprachentwicklung, „Sprachverfall“ und dem Schöpfen neuer Wörter. Das Hashtag dazu – #ponyhofgate – trendete noch stundenlang weiter, obwohl der Talk selbst nur 30 Minuten dauerte. Richtig so!

Dann dachte ich, ich sollte mal rausfinden, was es mit diesem ganzen Maker-Zeug auf sich hat und machte mich auf den Weg zur Stage 6 im hintersten Winkel der Station, wo Critical Making in Africa angekündigt war. Ich kam aber irgendwie mittendrin an und die Struktur dort auf dieser Bühne schien auch nicht ganz dem Zeitplan zu entsprechen, jedenfalls ging es nach wenigen Minuten plötzlich um Brasilien und nicht mehr Afrika. Da ich komplett nicht wusste, worum es ging und zeitgleich meine Timeline über Wo das Internet lebt von Moritz Metz jubelte, begab ich mich zurück zur Bühne 2 und bekam noch schnell einen Rest mit. Zum Beispiel die Erkenntnis, dass diverse Gambling-Seiten in Gibraltar gehostet werden, weil dort die Gesetzgebung locker ist und die Steuern praktisch nicht vorhanden sind.

Der Talk Allein ist die Wildnis ein öder Ort von Greta Taubert ging dann um den neuen Commonismus, über ein möglichst autarkes, ressourcenschonendes Leben, Stadtjagen mit Falken, Mundraub, gemeinsames Gärtnern, kostenfreies Wohnen, Containern etc. – Im Prinzip hat sie ihr Buch „Apokalypse jetzt!“ vorgestellt, aber so unterhaltsam, dass man das erst ganz am Schluss gemerkt hat.

Der verwirrendste Vortrag heute war The Connected Society: It’s all about the People. Im Grunde ging es irgendwie darum, dass das Internet nicht alles ist, und dass persönliche Kontakte das A und O sind, zusammen mit ein wenig Glück und Schicksal, wenn man etwas erreichen möchte. Für die relativ abstruse Präsentation bis zu dieser Aussage wurde sehr lange gebraucht. Dann kam das erste Beispiel mit dem Dokumentarfilm „Alles was wir wollen“ von Beatrice Möller, den ich unbedingt sehen möchte. Als dieser Teil fertig war blieben Uwe Lübbermann dann nur noch knappe 4 Minuten, um über sein Projekt „Premium Cola“ zu sprechen. Schade!

Zum Glück gab es danach wieder ein Highlight, nämlich die Session von Laurie Penny über Networked Consent, in dem sie Brücken schlug zwischen Protestbewegungen wie Occupy, der gewandelten Bedeutung von Demokratie, Neokonservativem Liberalismus und sexueller Unterdrückung. Wahnsinnig spannend und unbedingt nachguckenswert!

Felix Schwenzel lieferte dann eine gewohnt intelligente, unaufgeregte und witzige Session zum Thema Überwachung, kaputtes Internet und was man dagegen tun kann und bezog sich dabei auf den Talk von Sascha Lobo, die amerikanische Bürgerungsbewegung der 60er Jahre und japanische Vasen. Gucken, wenn ihr nicht dabei wart!

Als letzte Session für mich gab es dann noch Eva Horn mit Entlieben in Zeiten des Internet – ein würdiger Abschluss. Merkwürdig war nur, dass im Publikum auch zwei Frauen saßen, die sich vor kurzem recht öffentlich von ihren Partnern getrennt haben und beide während des Talks vielsagende Tweets absetzten, ebenso wie einer der Partner. Das gab dem ganzen eine leicht gruselige Meta-Ebene, die aber sicherlich nicht für alle so spürbar war. Auch die neben mir sitzenden Damen, die seit über zehn Jahren in Langzeitbeziehungen steckten, konnten mit der Thematik nicht so viel anfangen. Ich schon eher 😉

Es folgte wohl oder übel die Verabschíedung mit Dank an das gesamte Team, lustigen Zahlen und Grafiken und dem obligatorischen Absingen der Hymne. Und dann war alles einfach viel zu schnell vorbei, aber das sagte ich ja schon…

Achja, Fun Fact: Bis auf die ersten drei Sessions und die Verabschiedung fand meine re:publica heute ausschließlich auf Stage 2 statt. Und:: Bis auf die verkorkste Session, die beiden halben Sessions und Felix Schwenzel waren alle meine Speaker* heute weiblich. \o/

Und jetzt wühle ich mich nochmal durch den Zeitplan und erstelle meine To Watch-List der verpassten Sessions, das wird ne Weile dauern…