Geburtstagswoche 2015 – Olivenöl, Wein und Estratto

Heute Morgen wachte ich mit der Frage auf, was wir diesmal kochen würden. Dann fiel mir ein, dass meine Zeit in Case Vecchie zu Ende ist und wir nach dem Mittagessen aufbrechen würden. 😦 Bis dahin gab es aber noch viele schöne Momente, Gelächter, Fotoknipserei, Souvenirkäufe (Öl, Wein, Kichererbsenmehl, Kapern und Tomatenextrakt) und natürlich zwei wundervolle Mahlzeiten:

Geburtstagswoche 2015 – Couscous und Artischocken

Wir hatten gerade eine Art Abschlussdinner mit vier verschiedenen Weinen, Limoncello und Nocino, deswegen (und weil wir heute Morgen schon vor dem Frühstück mit dem Schreiben begonnen haben) beschränke ich mich heute wieder auf Fotos. Ein (oder mehrere?) längere Posts über diese wundervolle Woche reiche ich irgendwann demnächst nach.

Kirschkuchen zum Frühstück

Zibbibo-Elixir und Mandelhonig

Frittierte Salbeiblätter

Pasta alle Sarde

Zitronencreme mit Sauerkirschen

Couscous-Zubereitung: Unten ein Topf mit kochendem Wasser, darauf ein Tontopf mit Löchern für den Dampf. Der Übergang wird mit Brotteig abgedichtet. Über die Dampflöcher kommen Lorbeerblätter, darauf der leicht angefeuchtete rohe Couscous. Hineingesteckte Löffel sorgen dafür, dass der Dampf entweichen kann.

Artischocken putzen mit Fabrizia und Luisa
Artischocken in Zitronenwasser, Safran und Kalamari

Zwei Sorten rohe Kichererbsen

Cassatelle werden mit Ricotta-Creme gefüllt.
Aperitivo mit Ben, Fabrizia, Virginia und Gry.

Couscous mit Kichererbsen, Kartoffeln und Käse

Gefüllte Kalamari und Safran-Kartoffeln

Cassatelle

Geburtstagswoche 2015 – Agrigento und Regaleali

Ich hab mich eben im Spiegel gesehen und war total überrascht, wie glücklich ich aussehe. Also, ich weiß ja, dass ich es gerade absolut bin, aber dass man mir das einfach so von außen ansieht und wie groß der Unterscheid zu meinem mir vertrauten Spiegelbild ist (nicht, dass ich zuhause explizit unglücklich wäre), das hätte ich nicht erwartet.
Dieser Trip ist alles, was ich mir davon versprochen habe und mehr. Die Sonne, die Landschaft und das Essen sind das Eine und damit habe ich gerechnet, das andere sind die Menschen, die wahnsinnig tollen Gespräche, die Atmosphäre, die Ideen, das Feedback und die Gedankenwanderungen. Ich habe dem Hasen versprochen, möglichst viel davon zu behalten und ich hoffe, man wird es auch hier im Blog merken können.
Heute ging es zunächst nach Agrigento, ich habe schon letztes Jahr darüber gebloggt, als der Hase und ich auf unserem Roadtrip im Tal der Tempel halt machten und auch über den wundervollen Garten der Kolymbetra, der inzwischen mein Happy Place geworden ist (Links folgen, wenn ich wieder zuhause bin). Und auch heute hat der Garten seine Wirkung getan, auch wenn es dort im Juni leider keine reifen Früchte mehr gibt. Vielleicht reicht eine überwältigende Erfahrung aus, um einen Ort für immer ins Herz zu schließen…
Der Juno-Tempel und im Hintergrund das Meer
Mandeln am Baum
Eine riesige Agave

Siesta-Ziege

Ruinen

Artischocke in voller Blüte

Unser Picknick: Sandwich mit Frittata, eingelegte getrocknete Tomaten, Artischocken, Oliven und gefüllte Peperoncini, Käse und später zum Nachtisch Kirschen und Melone. Dazu gibt es Weißwein und Wasser.
Francesca, Luisa und Gayle – drei Foodbloggerinnen beim Material sammeln.
Zurück in Case Vecchie gingen wir für eine tolle Writing Session in den Pavillon im Garten.
Danach fuhren wir nach Regaleali, erhielten eine Führung durch das Weingut und machten eine Weinprobe. Wichtigste Erkenntnis: Man braucht nur fünf Wörter, um Wein zu beschreiben: Red, White, Rosé, Like und Dislike.

Zum Aperitivo im Hof des Gutshaused gab es zwei verschiedene Jahrgänge eines Schaumweins und dazu frittierte Bohnen, mit Bêchamel gefüllte Kartoffelkroketten und Reisbällchen.

Schließlich speisten wir in großer Tafelrunde bei Grafens und aßen Ravioli gefüllt mit Ricotta und Minze, Kotelett und Kartoffeln, Caponnata und Salat sowie den besten Cannolo, den ich je gegessen habe – begleitet von weißem, rotem und Dessertwein.

Geburtstagswoche 2015 – Panelle, Cassata und der Garten

Heute ging es fast direkt nach dem Frühstück mit Kochen los. Wir sahen zu und legten teilweise auch mit Hand an.

Für Panelle wird Kichererbsenmehl in Wasser gekocht (gewürzt mit Salz, Pfeffer und Oregano) und dann flach ausgestrichen:

Nach dem Erkalten erhält man einen flachen Fladen, den es dann gilt, heil abzulösen:
Danach werden die Panelle zurechtgeschnitten und in Olivenöl frittiert:
Soooo lecker:

Nebenbei wurde Pastateig zubereitet, mit einem Schlag Ricotta:
Die Cavatelli-Maschine in Aktion:

Warme Tomatensauce mit Ricotta:
Und zusammen:

Blanchierter Mangold mit Bêchamel püriert und Spiegeleier, im Ofen gebacken:

Aus einem Sauerrest-Teig entstanden nebenbei Piadine:
Selbstgemachtes Marzipan aus Mandelmehl, Zucker und Honig (und grüner Lebensmittelfarbe):

Kandierte Früchte für die Deko der Cassata:
Das fertige Kunstwerk:

Ein Rundgang durch den Garten:
Suppe aus Zucchini lunghi, inkl. Blättern:

Salat aus Gartenkräutern mit einer konfierten und einer getrockneten Tomate:

Bianco Mangiare:

Geburtstagswoche 2015 – Ricotta, Pecorino und Kräuter

Ich habe heute wahnsinnig viele Fotos gemacht, die ich aus Zeitgründen hauptsächlich für sich selbst sprechen lasse… Mit ein paar Erklärungen hier und da 😉
Morgens um 7 ist schon eine Menge los in den Weinbergen.
Der riesige Esstisch in der Küche, bereit fürs Frühstück.

Kaffee, frisch gepresster O-Saft, hausgemachtes Brot, hausgemachte Marmeladen, Aprikosen und Melonen aus dem Garten – später auch noch Kuchen. So geht ein Foodie-Tag los!
Wir besuchen einen Schäfer und lassen uns zeigen, wie er Ricotta und Pecorino herstellt. Zweimal am Tag werden die Schafe gemolken, dann darf sich die Milch ein paar Stunden lang setzen, bevor sie bei 36 Grad mit Lab versetzt wird und beginnt, zu verklumpen. Die dabei entstehende Molke wird aufgefangen und benutzt, um aus weiterer Milch bei 76 Grad Ricotta herzustellen. Währenddessen tropft der Pecorino ab und wird immer fester. Dann wird er mit der Molke, die beim Ricottamachen übrigbleibt begossen, was eine Art Garprozess auslöst. Danach wird eingesalzen und gelagert, je nach gewünschtem Härte- und Reifegrad. Der Ricotta hingegen wird idealerweise am gleichen Tag gegessen – noch warm als Frühstück der Schäfer oder dann abends kalt.
Sowohl Pecorino als auch Ricotta werden in diesen Körben hergestellt.
Zwischendurch wird umgelagert, um durch den Druck Luftlöcher zu verschließen.
Schäferfrühstück
Ricotta in the making
Schafshorn und Schafwolle
Traditionelle Werkzeuge

Frischer Pecorino
Die Schafe kommen

Ricotta abschöpfen
Verschiedene Pecorino-Zubereitungen werden verkostet
Reifender Pecorino
Käseprobe als Vorspeise zum Mittagessen

Alle Käsesorten auf einen Blick
Gegrillte Zucchini und Kartoffel-Bohnen-Salat mit Kapern und Oliven
Minzsorbet mit Obstsalat
Sauerteig zum Brotbacken


The tasting table – wir probieren verschiedene Dinge und suchen nach den perfekten Worten, um sie zu beschreiben
Rohe Kichererbsen, frisch aus der Schale
Mispel

Tomaten-Extrakt
Frischer Oregano
Spaziergang durch die Weinberge

Aperitivo mit Sardinen-Ceviche auf Brot
Kräuterrisotto für alle

Kräuterrisotto für mich (eine von zwei Portionen 😉

Eine Scheibe Schwertfisch frisch aus dem Ofen

Schwertfisch mit Knoblauch und Minze, dazu Kartoffel

Fior di Latte-Eis mit Rosmarin, Olivenöl und schwarzem Pfeffer

Geburtstagswoche 2015 – Palermo 2 und Ankunft in Case Vecchie

Die Nacht verlief leider weniger angenehm als erwartet – zum Einen schallte bis etwa 3 Uhr morgens laute Musik durch die Gassen (und dann wieder ab 8) – an einem Sonntag im katholischen Sizilien – zum Anderen äußerte sich mein Zimmergenosse gegen 2 Uhr nachts laut aus dem Bett kotzend und verbrachte dann etwa eine halbe Stunde damit, relativ verstrahlt und vor sich hinbrabbelnd, irgendwie mit der Situation klarzukommen, aufzuwischen usw. Ich lag dann natürlich erstmal wach (ohne mir etwas anmerken zu lassen) und brauchte zwei Podcast-Folgen, um wieder einschlafen zu können…
Wesentlich angenehmer war der Morgen im Hostel, mit Katze und frisch (oder auf-) gebackenem Gebäck. Dann kam auch schon die Nachricht meiner Mit-Kursteilnehmerin Gayle, dass sie im Bus zum Bahnhof säße – mein Zeichen, aufzubrechen.
Ich traf Gayle am Bahnhof, wir gaben unser Gepäch auf und liefen dann ein paar Stunden lang durch Palermo. Als wahre Foodies waren die Märkte natürlich unser erstes Ziel. An einem der Obststände gerieten wir sehr schnell vom Probieren (Feige mit Nutella, Erdbeere mit Nutella, Kirschen) zum Zum-Kauf-Gedrängt-Werden und 10 €-Ausgeben. (Wechselgeld? Nee, nehmt mehr Obst!!)
Ein anderer Punkt auf der To Do-Liste waren Granitá und Eis in einer Brioche – typisches sizilianisches Sommerfrühstück übrigens. 

Wir trafen eine weitere Kursteilnehmerin, Gry aus Stockholm am Bahnhof und fuhren dann gemeinsam mit dem Zug nach Vallelunga, im Zentrum der Insel, zur Anna Tasca Lanza Cooking School. Es ist verrückt – alles, was ich vorher über diesen Ort gelesen habe ist wahr. Idylle pur, malerische Gebäude, wahnsinnige bis kitschige Ausblicke auf den Garten, die Weinberge und die Umgebung… Dazu das sizilianische Wetter und das Licht, das alles erstrahlen lässt wie in einer romantischen Komödie mit Essensthematik… Mein erster Impuls war, den Hasen und die Katzen nachzuholen und für immer zu bleiben.

Nach und nach trudelten sämtliche Kursteilnehmerinnen ein und wir begannen mit einer Vorstellungsrunde, die alleine schon extrem inspirierend war. Übrigens sind außer dem englischen Gärtner und einem der Köche im Prinzip nur Frauen hier vor Ort – es wird sich wohl noch herausstellen, ob das Zufall oder strukturell bedingt ist.

Zum Aperitivo gab es Champagner und Crostini mit verschiedenen Pasten – aus getrockneten Tomaten oder Kapern und entweder Mandeln oder wildem Fenchel.

Als ersten Gang bekamen wir Macco serviert, eine köstliche Suppe aus Fava-Bohnen, die dann nach Gusto mit scharfem Olivenöl, gesalzenem Ricotta und Rosa Beeren garniert wurde. 

Der Hauptgang (sorry für die Bildqualität, in Sizilien geht die Sonne eine Stunde früher unter als in Berlin und man isst deutlich später) bestand aus Hühnchen aus eigener Zucht, Kartoffeln und wahnsinnig aromatischem Salat. Zum Essen gab es natürlich auch Wein und zumindest von dem Weißwein werde ich mir mindestens eine Flasche mitnehmen.
Der Nachtisch war ein luftiges Gebäck namens Sfince – die Rezepte bekommen wir übrigens alle mit nach Hause, zum Glück.
Während des Essens ergaben sich Gespräche über die Mailänder Expo, nachhaltige Landwirtschaft, Feminismus und das Bloggen – endlich normale Leute, würde ich sagen 😉 Jetzt geht es ab ins Bett, denn morgen haben wir viel vor – ich werde berichten!

Geburtstagswoche 2015 – Ein halber Sonntag in Palermo

Heute Morgen bin ich um 6 aufgestanden, nach viel zu kurzer, weil unruhig und aufgeregt verbrachter Nacht. Bis ich in Palermo war, war es 10 Stunden später. Nochmal 7 Stunden später liege ich jetzt völlig kaputt auf meinem Hostelbett, voll von Eindrücken und Essen, müde und mit schmerzenden Füßen. Denn nur, weil ich erst nachmittags hier ankomme, heißt das ja nicht, dass ich kein Palermo-Programm durchziehe. Immerhin 12 km bin ich laut App danach noch gelaufen, straßauf, straßab sozusagen.
Zuerst zieht es mich ans Wasser, wie fast immer und überall. Die Marina fand ich ja letztes Jahr schon so schön:

Dann begebe ich mich auf Eis-Suche und sehe unterwegs einen verwunschen Baum im Giardino Garibaldi:

Ich werde eismäßig fündig und suche mir die drei sizilianischsten Sorten aus, die es gibt: Pistazie, Maulbeere und Cassata.

Das Eis ist so unglaublich cremig und aromatisch, dass ich mich hinsetzen muss, um es in aller Ruhe zu genießen. Mit dieser Aussicht:

Die ersten Orden für fleißiges Eisessen habe ich auf Hose und Top jedenfalls anbringen können. Erstes Sizilien-To Do erledigt.
Ich mache Halt am Bahnhof und schaue, wo wir morgen Vormittag unser Gepäck parken können und ob man die Tickets, die wir für die Weiterreise brauchen am Automaten bekommt. Läuft. Dann schlendere ich weiter durch Straßen und Gassen:

Gegen 8 wird es Zeit für Punkt 2 auf meiner To Do-Liste: Den Aprritivo. Ich laufe an diversen Bars vorbei, bis ich eine finde, deren Snack-Auswahl auf den Tischen mir zusagt. Leider waren das mit den Pizza- und Sandwichstücken wohl Mehrpersonentische, ich bekomme jedenfalls „nur“ Chips und Nüsschen zum Spritz. Schmeckt aber auch.

Über Foursquare habe ich mir ein Restaurant ausgesucht: Gute Bewertungen, nahe beim Hostel, Slow Food, Bio, lokale Zutaten und Rezepte. Auch hier ist man als Einzelperson insofern benachteiligt, dass man nur drinnen sitzen darf. Ist aber nicht so schlimm, die Sonne ist bereits untergegangen (eine Stunde früher als in Berlin) und es wird langsam frischer.

Das Essen ist sehr sehr gut. Es gibt:

Erdnüsse und Kürbiskerne zum Snacken

Auberginentörtchen (Gegrillte Aubergine und Cacciocavallo geschichtet mit Tomatensauce und Pesto)

Spaghetti mit frittierter Zucchini und Ricotta

Cannolo, heute mal umgefüllt
Es ist superlecker, aber ich bin inzwischen so vollgefressen, dass ich mich überwinden muss, aufzuessen und danach erstmal sehr viel Wasser trinke, bevor ich aufstehen kann. Schnell bezahlen (21 € inkl. Wasser und Coperta) und die zum Glück nur 7 Minuten ins Hostel laufen.
Hier treffe ich noch auf den Betreiber und seine Mutter, die einen Teil ihres Hauses zum Hostel umfunktioniert haben, aber auch selbst noch die Räume mitnutzen. Sehr gemütliche Atmosphäre! Mein Zimmernachbar (zwei der vier Betten sind  heute Nacht frei geblieben) ist noch unterwegs, so habe ich das Zimmer erst einmal für mich und kann mich ungestört erholen. Mir fallen aber auch schon die Augen zu…

Geburtstagswoche 2015 – Abflug

Heute geht meine Geburtstagswoche* los und zwar direkt mit dem Geschenk, das ich mir selbst gemacht habe. Ich sitze am Flughafen und warte auf meinen Abflug nach Palermo. Von dort aus werde ich morgen mit dem Zug weiter nach Vallelunga reisen und da dann eine Woche lang lernen, sizilianische Gerichte zu kochen und über Essen und Wein zu schreiben. Hinzu kommen Ausflüge, die Besichtigung einer Ricotta-Manufaktur, eine Weinprobe und natürlich jede Menge Essen, Sonne und Relaxen. Ich werde versuchen, regelmäßig zu bloggen, ansonsten gibt es bestimmt jede Menge Fotos bei Instagram!

*Wem das Konzept „Geburtstagswoche“ fremd ist, der schaue bitte Gilmore Girls S03E18 😉

12 von 12 im Juni

Wie immer am 12. posten Bloggerinnen und Blogger, Instagrammerinnen und Instagrammer sowie Twitterer und Twittererinnen (you get the picture) 12 Bilder ihres Tages. Hier sind meine, die anderen gibt’s bei Caro.

Es wird warm und ich krame seit Ewigkeiten endlich mal wieder meinen gelben Rock raus. Mit grünem Immergut-Shirt und rot-schwarzer Handtasche sehe ich aus wie eine Rastafari.

Schnell noch ein paar Erdbeeren vom Balkon snacken, dann geht es aus dem Haus.

Beim Betreten des Büros muss ich mich sehr zusammenreißen, um an den Schreibtisch zu gehen und nicht einfach unten in der Lounge sitzen zu bleiben.

Ausnahmsweise ist in der Küche noch ein Glas übrig, das ich mir sofort schnappe.

Mein Frühstück heute: Erdbeeren von Karls, Milch und Milchschokolade mit Fleur de Sel.

Zum Mittag mache ich im Park ein Picknick mit Dingen vom Markt: Gefüllte Weinblätter, Tabouleh, Ayran und Weinbergpfirsiche.

Feierabend und Urlaubsbeginn.

Auf dem Alex ist Markt und ich wähne mich schon halb in Palermo – noch zweimal schlafen!

Ein nostalgischer Aufkleber auf einem Auto: aus Radio 4 U und Rockradio B wurde vor 22 Jahren Radio Fritz.

Ein neuer Aushang im Treppenhaus!

Der Hase hat uns Nachtisch besorgt.

Für den Sommerabend und Urlaubseinstieg auf dem Balkon gibt es Erdbeer-Zitronenwasser mit Basilikum und Schweizer Minze.
Bonustrack:

Unser Abendbrot: Grillgemüse, selbstgebackenes Brot und Butter. As simple as that…

Sopot und Gdánsk

Unser Ausflug nach Polen ist schon wieder anderthalb Wochen her und die nächsten großen Ereignisse rasen mit Riesenschritten auf mich zu, deswegen möchte ich unsere Reise schnell noch verbloggen, denn sie ist es wert, nicht vergessen zu werden. 
Der Hase und ich fuhren mit meinen Eltern für ein verlängertes Wochenende nach Sopot, einem Badeort an der polnischen Ostsee in der Nähe von Gdánsk. Den Trip hatten wir uns sozusagen gegenseitig zu Weihnachten geschenkt, denn Zeug haben wir alle einigermaßen genug, gemeinsame Zeit eher nicht so viel. 


Immer wieder stießen wir auf unsere Reise auf Geschichte, sowohl auf die Weltgeschichte, als auch auf die unserer Familie. Mein Vater hatte während seines Studiums dreimal Auslandsaufenthalte in Gdánsk, zweimal als Praktikum, einmal als Vorbereitung auf seine Diplomarbeit. Ein Ziel der Reise war es also, die alten Orte wieder aufzusuchen. Mit dem Polytechnikum haben wir es geschafft, das ehemalige Wohnheim ist inzwischen anderen Dingen gewichen. Die Freunde, die er seit damals hat, wohnen inzwischen in Kanada, was mit ein Grund für die Kanada-Affinität dieser Familie ist.

Die Weltgeschichte sahen wir an den Denkmälern für die Solidarność-Bewegung an der Gdánsker Werft (ohne die wären wir wohl auch nie in Kanada gelandet) und bei unserer Besichtigung des angeblich schönsten Leuchtturms an der polnischen Ostsee. Als wir dessen Treppen hinaufstiegen, entdeckten wir ein Fenster mit einer Tafel, die erklärte, dass aus genau diesem Fenster die ersten Schüsse des 2. Weltkriegs gefallen waren. Gruselig!

Ansonsten gab es viel Ostsee und Strand, Bummeleien durch Sopot und Gdánsk, wahnsinnig viele Stufen hoch auf die Marienkirche und auf einen Aussichtsturm und den einen oder anderen Ort aus der Kindheit von Günter Grass – auch der hat etwas mit unserer Familie zu tun, wenn auch entfernt: Der beste Freund meines Opas war eine Zeit lang sein „Schwiegervater“. Aber das ist kein Grund zur Heldenverehrung, Grass wirklich gelesen habe ich noch nie und seit seinen letzttintigen Auslassungen habe ich noch weniger Lust dazu.

Auf dem Heimweg fuhren wir dann noch in der Stadt vorbei, aus dem meine Ururoma als Kind mit ihrer Familie weg und nach Leipzig zog, wo Jahre später mein Opa geboren wurde. Ihr Bruder war eine spannende Figur: Mit Lenin, Liebknecht und Bebel befreundet und politisch arbeitend und nach dem 2. Weltkrieg dann Parlamentsabgeordneter und als Alterspräsident einen Tag lang faktisch polnisches Staatsoberhaupt.
Und jetzt: Das Wichtigste!

Von der hohen Politik zum Essen, denn das spielt ja bei mir immer eine Hauptrolle. Der Hase und ich lernten schnell die wichtigsten Vokabeln (lody, gofry und ryby, also Eis, Waffeln und Fisch, piwo war natürlich bereits bekannt).  Hier sind einige der Leckereien, die es an den Tagen gab:
Spaghetti alle vongole im Laut Foursquare besten Restaurant von Sopot. Interessanterweise ein Italiener, aber ich hoffe, dass zumindest die Muscheln aus der Ostsee kamen. Eigentlich wollten wir ja in ein tolles Fischrestaurant, aber dort war kein Hineinkommen…
Salat mit Blauschimmelkäse, Birnen und Walnüssen und dazu ein Honigbier im Yellow Jazz Club (den hatte Papa sich ausgesucht, als alter Jazz-Fan).

Kartoffel-Lachs-Suppe, ebenfalls im Jazz-Club
Eine kleine Piwo-Auswahl

Das kulinarische Highlight des Trips war für mich der Besuch bei Wedel. Auf dem Foto seht Ihr Schokoladenbandnudeln mit Erdbeermousse, Erdbeersorbet und frischen Erdbeeren. Die Nudeln waren echte Nudeln mit Kakao im Teig. Links daneben übrigens die weiße heiße Schokolade vom Hasen.

Meine heiße Schokolade, natürlich die bittere. Sooooo unglaublich gut, wie flüssiger Pudding in der Konsistenz.

Mit Buchweizen und Käse gefüllte Piroggen mit Dill im Restaurant des Jugendstil-Hotels Villa Sedan, in dem wir unverständlicherweise ganz alleine saßen. Unbedingte Empfehlung (das Restaurant, das Hotel haben wir nicht getestet).

Disclaimer: Es gab von keinem der erwähnten Lokale Kohle für diesen Post 😉