20.04.2026 – Querstadtein

Geweckt vom parallelen Weckerklingeln beim Liebsten und mir. Während ich direkt in meinen morgendlichen Reboot starte, muss er erstmal noch eine Viertelstunde mit geschlossenen Augen da liegen. Dann steht er auf und macht Kaffee, derweil das Teilzeitkind schon längst im Bad ist und sich für die Schule schick macht.

Eine Stunde später sind weite Teile des Reboots vorbei, der Kaffee leer und ich gehe ins Bad. Als ich wieder rauskomme geht das Teilzeitkind los, ich packe meinen Kram zusammen und der Liebste geht ins Bad. Am Ende brechen wir zu zweit auf und gehen gemeinsam zur Bahn – er ins Büro, ich ins Homeoffice. Ich nutze die Bahnfahrt dann fürs Bloggen und die Sprachen, das hat morgens noch gefehlt.

Wieder zuhause schnell Katzen füttern, Tee kochen (Ingwer, Kurkuma, Zitrone), Müsli zusammenschütten und dann sitze ich kurz nach 9 am Schreibtisch als wäre nichts gewesen. Die Katzen auch.

Der Arbeitstag tröpfelt vor sich hin, zwischendurch ein Telefonat mit dem Bruder, der gute Nachrichten hat, dann ein Meeting mit „tief im Westen“, auch am Telefon, weil meine DSL-Leitung gewartet wird und ich ständig rausfliege, dann Stillarbeit und nebenbei Wäsche waschen.

Zum Mittag mache ich mir Misosuppe mit Algen, Mu-Err-Pilzen, Räuchertofu und Nudeln, mit ordentlich TK-Koriander und frischem Schnittlauch.

Für die Nachmittagssession koche ich mir Tee aus Zimtblättern, die ich vor inzwischen elf Jahren aus Jamaika mitgebracht habe – unsere Gastgeberin hatte sie gepflückt, mir frischen Tee aufgebrüht und den Rest für mich getrocknet. Sind immer noch sehr aromatisch! Zwischendrin klingelt der Paketbote und bringt meine monatliche Obstkiste. Weil das die letzten Avocados der Saison sind, hatte ich noch eine Extrakiste bestellt, die kommt dann aber erst morgen.

Später ein Liebstentelefonat, sein gewerkschaftlich organisierter Job ist schon wieder geschafft und er bereits zu Hause. Ich selber mache dann nach normaler Vollzeit Feierabend, ziehe mich nochmal um, bringe Müll weg und fahre mit Straßenbahn und U-Bahn nach Kreuzberg.

Ein Kollege aus München ist zu Gast, deswegen treffen sich einige Kolleg*innen und weitere Menschen aus der Branche zum Pizzaessen. Völlig angemessener Vorgang, wie ich finde. Es gibt leckere neapolitanische Pizzen (wobei meine romana mit Kapern und Sardellen ja quasi ein Hybrid ist, zumal römische Pizza ganz anders beschaffen ist als neapolitanische) und spannende und witzige Gespräche. Ich lerne immer noch so viel Neues über diese Branche, in der ich jetzt unterwegs bin.

Am Ende läuft eine Kollegin nach Hause nach Neukölln, zwei fahren Fahrrad und wir anderen laufen gemeinsam zur U-Bahn und verteilen uns in zwei Richtungen – die einen nach Norden, die anderen nach Westen. Mit der Kollegin, die hier im Kiez wohnt fahre ich dann noch Straßenbahn und rede über Gilmore-Girls-Rezeption früher und heute.

Zuhause nochmal schnell in die Badewanne zum Aufwärmen, nochmal schnell mit dem Liebsten telefonieren, nochmal schnell die Katzen füttern und dann ab in die Falle. Die Katzen sind schon da.