Tagebuch-5 im Mai

Der Tag beginnt zum ersten Mal gegen 9, ich checke allerdings nur kurz meine Nachrichten und lese dann, bis mir die Augen wieder zufallen. Drei Stunden lang merkwürdige Träume über fremde Menschen in meiner Wohnung. Kurz nach 12 dann vorsichtiges Aufstehen und auf dem iPad die erste Netzrunde drehen, während der Mann es sich schon eine Weile auf der Couch gemütlich gemacht hat und alte Computerspiele aus den Neunzigern zockt.

Gegen 13 Uhr dann doch Frühstücksgedanken. Zunächst müssen die Reste des gestrigen wahnsinnigen Thaicurrys mit Zuckerschoten, Süßkartoffeln und Auberginen im Kühlschrank verstaut und die Küche wieder benutzbar gemacht werden. Zum Frühstück gibt es Eierkuchen mit tieforangenen Mangos aus dem vietnamesischen Großmarkt.

Zum Abschluss gegen das sofortige Wiedereinschlafen einen doppio caffè macchiato.

Eingeschlafen sind wir nicht wieder, aber es dauerte doch deutlich zu lange, uns wieder aufzuraffen. Zunächst ging es in die Wohnung des Mannes, zum Blumengießen und Fische streicheln. Dabei mache ich meine ersten Versuche mit Vine:

https://vine.co/v/bQl9haqavLa/embed/simple//platform.vine.co/static/scripts/embed.js

Danach dann endlich ins Grüne: Mit Decke und Büchern auf die Insel der Jugend. Floße, Kanus, internationale Sprachfetzen, Kinder mit lustigen Mützen… Berliner Frühlingsfeeling deluxe. Ich lese Aaarfz von Markus Herrmann zu Ende und beschließe, demnächst einen Blog-Eintrag mit all den Abschnitten zu schreiben, die direkt von mir kommen könnten.

Zuhause folgt ein Telefonat mit meiner lieben Freundin Fabie und dann koche ich Tofu mit Wasserspinat und Wildreis zum Abendbrot. Dazu gibt es Mango-Lassi und je eine Folge Inspektor Barnaby und Gilmore Girls.

C’est tous.

Ins Haus geschneit

Ins Haus geschneit sind heute zwei Dinge. Zum Einen, wie an den meisten Dienstagen, die Biokiste. Diesmal dabei: Datteln am Zweig. Gerade naschte ich versonnen eine von den süßen Dingern und kam – wie es manchmal so ist – darauf, den passenden Wikipedia-Eintrag anzuschauen. Dabei erhaschte ich auf den ersten Blick zwei interessante Fakten (ich mag ja Fakten und nutzloses Wissen im Allgemeinen):

  • Datteln konservieren sich aufgrund ihres Zuckergehalts in dem heißen Klima, in dem sie wachsen, selbst. Zumindest bei denen aus meiner Biokiste glaube ich das auch, dass da kein zusätzlicher Zucker o.ä. dran ist
  • Es gibt in Deutschland eine Stadt namens Datteln und zwar – natürlich, wo auch sonst – im Ruhrgebiet (Alle Städte, von denen man noch nie gehört hat, wie etwa Moers, sind im Ruhrgebiet.) Wer weiß, wozu ich diese Info nochmal gebrauchen kann.
Was heute noch ins Haus schneite, war ein Päckchen von der Freundin, für die ich die Stones-Tickets gekauft hatte, die innerhalb von 5 Minuten (andere Quellen sagen: 3!) ausverkauft waren. Für solche Päckchen bin ich übrigens immer zu haben! 

Tagebuch-5

Heute findet das erste Mal Tagebuch-5 statt, das Tagebuchbloggen am jeweils 5. eines Monats. Im Interesse meiner Blogmotivation und als Ausrede, um meine Leser mit Banalitäten aus meinem Alltag zu quälen bin ich direkt zum Start mit dabei, ich alte Early Adopterin. Eine Liste der teilnehmenden Blogs findet sich beim kl. Brüllen.

Der Wecker des Mannes klingelt viel zu früh. Er möchte heute früher los und außerdem wie jeden Morgen die Sportnachrichten im Morgenmagazin sehen. Nachdem ich mich ein wenig herumgewälzt habe und meine ersten verschlafenen Blicke ins Internet geworfen habe, zwingt mich die Blase zu einem kurzen Trip ins Bad. Dabei sehe ich den Mann selig auf der Couch schlummern.

Man hat mir eine Infografik zu den Filtern auf Instagram geschickt, leider finde ich meine eigene Filternutzung nicht unter den verschiedenen Nutzertypen – ich verwende oft keinen Filter, aber meistens nicht aus Faulheit, sondern weil die Bilder auch so gut aussehen bzw. ich sie nicht farblich verfälschen möchte. Wenn ich einen Filter verwende, ist es oft Sierra oder Valencia, kann aber auch was ganz anderes sein. Jedenfalls immer je nach Motiv und nie aus Prinzip.

Rege mich auf Facebook über die immernoch (wenn auch nicht mehr staatlich) vorgenommene Rassentrennung in Rochelle, Georgia, auf, wo die Schulbehörde gemeinsam mit Eltern und Lobbyisten dafür sorgt, dass es getrennte Proms für Schwarze und weiße gibt. Der Link stammt von meiner ehemaligen Mitbewohnerin M., die in Georgia promoviert.

Während dann um 8:30 mein Wecker klingelt, befinde ich mich bereits auf der Tour durch meinen Feedreader und der Mann schaut rein, um sich auf dem Weg zur Arbeit zu verabschieden. Doch noch rechtzeitig, trotz ausgiebigem Boxenstopp im Traumland.

Kurz vor 9 bin ich mit dem Feedreader durch und entscheide mich ausnahmsweise vernünftig zu sein und nicht „nur ganz schnell“ noch die gestrige Folge Big Bang Theory zu schauen. Stattdessen besorge ich für eine Freundin, die ihre Kreditkarte verlegt hat, noch ein Ticket für die Stones im Hyde Park im Juli. Spannende Sache, da sie sehr schnell weggehen. Auf Facebook bricht schon Panik aus, als der Access Code nicht um Punkt 9 zur Verfügung steht. Ich überlege kurz, mir auch ein Ticket zu holen, denke dann aber an die Flugkosten und meine weiteren Reisepläne in diesem Jahr und entscheide mich dagegen. Schon zum zweiten Mal heute vernünftig gewesen. (Hoffentlich spielen sie auch noch in Deutschland!). Nach 5 Minuten sind die Tickets ausverkauft.

Um 9:40 verlasse ich die Wohnung, lege die Fußmatte, die jeden Freitag vom Reinigungspersonal beiseite gepackt wird, wieder vor die Tür und laufe zur U-Bahn – vorbei an den Dixi-Klos und Absperrungen, die für den Halbmarathon am Wochenende bereit stehen.

Es schneit.

Der Akkordeon-Spieler am Alex hat sich heut morgen für den Hummelflug entschieden. Passt zu meiner Eile, der Amelie-Waltzer hätte meinem Adrenalinspiegel heute besser getan.

Ich lese in dem E-Book, dass ich gestern neu begonnen habe: Could you but find it von Robert Cilley, dem Mann der FlyLady.

Um 10:05 betrete ich leicht verspätet das Gebäude, zwei Minuten später sitze ich an meinem Platz im 5. Stock und gleich liegt die erste Aufgabe vor mir: Eine dringende Änderung in einem Newsletter, der am Sonntag an über 4 Millionen User rausgeht.

Dann richte ich mir meinen Arbeitsplatz für den Tag ein. Auf dem linken Bildschirm läuft die Kommunikation – Outlook, ein Browser für Facebook, Twitter, GMail und alles, was Nicht-Arbeit ist sowie Skype. Kaum habe ich mich angemeldet erreichen mich ein Link vom Mann zum Uluru mit dem Hinweis, dass er Fernweh hat (ich beruhige ihn mit unserem Rom-Trip in wenigen Wochen) und ein GIF von einem Kollegen:

Auf dem rechten Bildschirm befindet sich die „reine Arbeit“ – der Browser mit den verschiedenen Tools, die ich zur Arbeit brauche und Word.

Zum Frühstück gibt es Smacks, Bananen und Kirschjoghurt. Der Joghurt ist vom letzten Redaktionsbrunch übrig, den Rest stellt die Firma den Mitarbeitern. Ich mache mir eine Thermoskanne voll heißem Wasser und baue mir den ersten Tee mit Saft des Tages: Alnatura Glückstee mit Kakaoschalen, Rooibos und Vanille und ein Schuss Birnensaft. Jetzt kann es losgehen.

Momentan brennt nichts an, ich kann mich also Sonderaufgaben widmen, wie der Übersetzung eines Textes für unsere Mobile App und das Testen eines neuen Prozesses, dass hoffentlich bald die Arbeit zweier Abteilungen um einiges erleichtern wird.

(Die Kollegen aus der spanischen Redaktion scheinen auch viel zu Spaß zu haben und schicken uns einen schönen Tumblr.)

Kurzer Zwischenstopp zum Geburtstagskuchen in der 4. Etage im Legal Team. Der Kollege (und ehemalige Mitbewohner vom Mann) wird 30. So sieht es in seinem Büro aus.

Mittags geht es mit Herrn Sehnenreizung für einen Salat zum Little Green Rabbit. Auf dem Rückweg nehme ich noch was Süßes beim Bäcker mit und schaue beim Mann vorbei, der gerade mit diversen Kollegen einer spanischen Mitarbeiterin zum Geburtstag gratuliert. Sie hat Kuchen mitgebracht und Brot mit Serrano-Schinken.

Es ist der letzte Arbeitstag einer lieben Kollegin, die mehr als drei Jahre hier war. Länger als ich selbst und damit definitiv zum Urgestein gehörend. Das macht es besonders traurig, denn es fehlen inzwischen so viele tolle Menschen, die früher selbstverständlich dazugehörten. Natürlich kommen auch immer wieder neue hinzu, aber die kennen eben einfach unsere Anfangsmonate nicht, in denen unzählige Abend- und Wochenendstunden auf engstem Raum uns aneinandergeschweißt haben – sowohl im wörtlichen, als auch im übertragenen Sinne. In einem Gebäude mit rund 800 Mitarbeitern freut man sich jedes Mal, wenn man eines dieser altbekannten Gesichter sieht.

Nach einer ausgiebigen Verabschiedungsrunde mit Gelächter und Tränen (und Sekt) tröpfelt der Rest des Arbeitstages relativ entspannt vor sich hin, bis um 19 Uhr endlich Wochenende ist.

Ich mache mich mit einem Topf voller verwelkterNarzissen (ein Guerilla-Gardening-Projekt) auf den Heimweg, der Mann fährt mit dem Fahrrad. Genau gleichzeitig kommen wir zuhause an. Jetzt noch schnell das Aquarium für eine Freundin aus den Keller wuchten und für morgen in den Kofferraum packen.

Dann kochten wir uns eine wundervolle Rote-Bete-Suppe und beschließen den Tag jetzt mit einem Gilmore Girls-Marathon.

That’s all, folks!

Hostelsuche in Rostock – Einheimische vs. Touristin vs. Berlinerin

Ostern soll es nach Rostock gehen, seit langer Zeit mal wieder. Inzwischen sind schon so viele meiner Freunde dort weggezogen (nach dem Studium beschränken sich die beruflichen Möglichkeiten im geisteswissenschaftlichen Bereich schon sehr), dass es langsam eng wird, wenn man irgendwo kostenlos sein Haupt betten will. Wer noch in Rostock wohnt, hat meistens eine sehr kleine Wohnung oder WG und wenn man dort dann zu zweit (und auch noch als Paar) anrückt, dann wird es schon schwierig.

Deswegen habe ich mir heute Mal die Option angesehen, stattdessen in ein Hostel zu gehen. Mit Hostels habe ich seit Spanien im letzten und Australien in diesem Jahr sehr gute Erfahrungen gemacht und es ist immernoch cooler billiger, als ins Hotel zu gehen (zu Ostern! an der Ostsee!).

Witzig ist, dass ich diese Hostelsuche eben nicht als Touristin in einer fremden Stadt erledige, sondern quasi als Einheimische. Gibt man „hostel“ und „rostock“ bei Google Maps ein, sieht man schnell, dass sich die meisten Treffer im Zentrum der Stadt befinden – logisch und für den Touristen eine Supersache. Ich als Exil-Rostockerin denke dabei nur: Ui, das ist ja alles total weit vom Schuss.

Was ich weiß, und die Touristen nicht, ist dass das Leben der Stadt (kulturell, szenig, alternativ) sich eben nicht (oder nur zu einem sehr geringen Teil) in der Innenstadt abspielt, sondern in der KTV und die ist, wie der Name schon sagt, eben nicht im geographischen Zentrum, der Innenstadt oder Altstadt, sondern DAVOR, in diesem Fall westlich davon. Da will man hin, als Rostocker. Dort werden wir abends ausgehen, dort werden wir morgens frühstücken, da will ich dem Mann alles zeigen. (Ja ok, die Touri-Attraktionen wird er auch zu sehen bekommen.)

Die Rostockerin in mir findet also nur zwei der Hostels wirklich akzeptabel, beide unweit von ehemaligen Wohnungen von mir. Die anderen sind ja viel zu weit weg, da läuft man ja ewig, um irgendwohin zu kommen, denkt sie sich. Und dann klopft die Berlinerin in mir an und sagt: Wie, ewig? Ne Viertelstunde läuft man da. Das ist doch direkt um die Ecke, das is ja wie von zuhause bis zum Alex. Was willst Du denn bitte?

Ach Rostock, ich bin Dir entwachsen 😦 Zumindest was die Entfernungen angeht. Also gut, sollte es ein Hostel werden, wird nicht die Lage das entscheidenen Kriterium sein. Man wird ja erwachsen.

Sind Blogs jetzt doch tot?

Habe ich das Bloggen gerade in dem Moment wieder intensiviert, wo es irgendwie doch zu Ende geht? Dass das Leistungsschutzrecht trotz mangelndem Sinn, uneindeutiger Rechtslage und dem Zurückrudern ehemaliger Befürworter verabschiedet wurde – obwohl auf Twitter und diversen „einschlägigen“ Blogs gewarnt, gewettert,informiert und protestiert wurde, macht nachdenklich. Unter anderem Sascha Lobo und mspr0 scheinen reichlich desillusioniert, über die Möglichkeiten, die Reichweite und die Relevanz von Blogs. Ein wenig aufmunternd schreibt hingegen und Stijlroyal, aber eher was die Zukunft des Internets angeht, nicht unbedingt die der Blogs.

Wo die Blogs allerdings immernoch stark sind, das ist wohl die Gegend des deutschsprachigen Internets, die als Kleinbloggersdorf bekannt ist – private Blogs, Tagebuchblogs, Mamablogs, Nähblogs, Kochblogs und Co. Da floriert es, das Bloggeschäft, aber da sind Blogs eben auch unpolitisch. Und beschaulich, wie der Name klingt, ist es auch in Kleinbloggersdorf nicht, siehe Frau… äh… Mutti. Da ist es wie überall im Internet, egal ob Blogs, Facebook oder – ganz schlimm – Spiegel Online: Kommentare lesen auf eigene Gefahr, im Idealfall lässt man es ganz (oder hat gar keine, so wie ich).

Einordnen möchte ich mich selbst am liebsten gar nicht, hier ein Prise Kochblog, da ein wenig Tagebuch und zwischendurch gerne auch mal wieder etwas zur Gesamtsituation (z.B. dass man mich neuerdings als „zu extrem feministisch“ betitelt – dazu irgendwann mehr). Ich versuche also den Spagat, ob er mir so gut gelingt, wie Anke Gröner oder Maximilian Buddenboom, möchte ich bezweifeln. So gut schreiben können, werde ich definitiv nie.

PS: Überhaupt, Herr Buddenbohm erzählt uns heut was von der Integration – unbedingt lesen, freuen und nachmachen!

Familie

In den letzten Tagen gab es diverse Ereignisse, die meine Gedanken immer wieder auf meine Familie brachten. Ich denke viel an früher™, als ich noch klein war. An das Haus, in dem wir wohnten, an die Geschichten, die mir meine Oma erzählt hat. Überhaupt an meine Oma, an typische Redewendungen und Bewegungen, ans Stricken und Spinnen und an den Garten voller Obst, Gemüse und Kräuter. An Pflaumenknödel, Schinkenhörnchen, Müslikuchen und Nusstorte. (Seltsam, dass die meisten Menschen ihre Omas mit gutem Essen assoziieren. Wird das unseren Kindern auch noch so gehen?)

Von der einen Oma denke ich zur anderen, zur Familie meines Vaters, zu vergangenen Sommern an der Ostsee. Zu meiner eigenen Zeit in Rostock, die nun schon beinahe so lange zurückliegt, wie sie überhaupt dauerte und die trotzdem in meiner Erinnerung viel mehr Raum und gefühlte erlebte Zeit einnimmt, als die Jahre hier in Berlin seitdem. Neulich war ich in Potsdam beim Konzert einer Rostocker Band und im Publikum waren einige Leute, die ich noch von früher kannte und auf einmal war ich wieder dort und wieder Studentin und wieder, ja was, jung? Frei? (Ohje, sind solche Gedanken nicht bereits ein Zeichen des Alt-und-gesetzt-werdens? Mein Studentinnen-Ich würde mich belächeln!)

Meine kleine Cousine, die geboren wurde, als ich 15 war und in meinen Gedanken immer erst maximal 9 ist, bis ich mich mit Nachrechnen korrigiere, ist jetzt selbst fast 15. Seit Neuestem skypen wir und heute hat sie mir zum ersten Mal einen YouTube-Link geschickt. Äußerst merkwürdig, das.

Mein jüngster Onkel wird morgen 53. Vor einigen Jahren glaubten mir Kommilitonen noch nicht, dass er wirklich mein Onkel ist und nicht etwa mein Cousin. Mein ältester Onkel ist heute 80 geworden. Wie muss sich das anfühlen, den eigenen Bruder anzurufen, um ihn dazu zu gratulieren, dass er 80 geworden ist? Meine Mutter ist zum Glück sehr viel jünger als er, aber seltsam muss es doch trotzdem gewesen sein.

Ich denke an ganz viel Vergangenheit, an die Gegenwart mit großen und kleinen Wehwehchen bei so vielen in meiner Familie gerade. Und fühle mich irgendwie immer mehr erwachsen, sowohl im positiven, als im negativen Sinne. So langsam möchte ich lieber wieder an die Zukunft denken.

Sammeln

Da ich heute wie bereits angedeutet den ganzen Tag über im Internet rumlese, kam einiges an Ausbeute zusammen – Blogs, mit denen ich meinen Reader ein wenig aufgefüllt habe. (Nach dem angekündigten Ende des Google Readers bin ich bereits zu The Old Reader umgezogen. Da aufgrund des starken Zulaufs das Importieren der alten Feeds nicht ging, habe ich meine alten Feeds manuell umgezogen und dabei einiges entsorgt.)

Die aktive Beschäftigung damit hat mich daran erinnert, dass ich phasenweise viel mehr Blogs gelesen habe. Blogs sind toll und nicht tot und ich habe eigentlich auch total Lust, viel häufiger zu bloggen. Ja, das sag ich immer. Stimmt aber auch immer. Dummerweise krieg ich es dann aber nur an solchen Tagen wie heute hin. Aber vielleicht sind mir ja die vielen neuen regelmäßig gefütterten Blogs in meinem Reader Ansporn und Inspiration. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Achja, wenns klappt, kommen die erfolgreichen Verursacher natürlich auch hier in meine Blogroll.

Schlafen als gäbs kein Morgen

Dieses Wochenende ist gefühlt schon fast wieder vorbei. Draußen scheint die Sonne, wir sind in unserem ruhigen Wochenenddomizil und könnten durch den Plänterwald spazieren, an der Spree entlangschlendern und im Treptower Park Crêpes essen und Kakao trinken. Stattdessen liege ich im Bett und lese mich durch das Internet – wenn ich nicht schlafe.

Angefangen hat das schon gestern Nachmittag. Da holte mich meine Krankheit scheinbar nochmal ein wenig ein und ich nickte beim Facebook- und Twitter-Checken ständig weg. Der Mann wuselte herum, wusch ab, saß am Computer,  kochte Unmengen Suppe und ich schlief, schlief, schlief. Ist aber auch ein gemütliches Bett, dass er hier hat. Ich bin quasi darin festgewachsen und finde keinen Weg heraus. Die Bettdecke ist überall und wo sie nicht ist, will ich nicht sein.

Langeweile steht auch nicht zu befürchten, das iPad und die dicke Mark Twain-Autobiographie sind ehrlich gesagt schon fast zu viel Unterhaltung. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass ich demnächst wieder wegschlummere. Doch bevor das passiert, muss ich noch kurz loswerden, dass der Mann nachdem ich gestern eingeschlafen war, noch zwei Folgen Gilmore Girls ohne mich weitergeguckt hat. Ich prangere das an.

Achja, und jetzt läuft hier Musik und ich stelle wieder einmal fest, dass niemand – ich wiederhole – niemand Seven Nation Army covern sollte. Im Ernst, ich würde das gerne unter Strafe stellen und rufe die zuständigen Stellen auf, das zu unterbinden. Und niemandem sollte es erlaubt sein, das Gitarrenriff mitzusingen, schon gar nicht auf irgendwelchen Veranstaltungen. Der beste Song der letzten 10 Jahre sollte unter Denkmalschutz gestellt werden.

(An sich mag ich ja unser (post)postmoderne Meta-Ebenen-Remix-Kultur, aber speziell bei diesem Lied rollen sich mir da regelmäßig die Fußnägel auf und bisher konnte mich keine Fassung überzeugen, die nicht von den White Stripes oder Jack White solo kam. Die dafür umso mehr. Sollte jemand so ein unwahrscheinliches Exemplar kennen, bitte ich um einen entsprechenden Link. Das Fehlen von Kommentaren nehme ich als Bestätigung meiner Meinung.)

So, zurück zum Bettmenschen-Dasein, vielen dank für die Aufmerksamkeit.

Wannendialog

Seit ein paar Tagen die typischen Winter-Wehwehchen mit mir herumschleppend, saß ich heute morgen zu unmenschlicher Zeit bereits in der Wanne und nahm ein Erkältungsbad. In meinem leicht wattigen Kopf drehten sich die Gedanken um die Etymologie des Wortes Bad. Kurzform von Badezimmer. Das Zimmer, in dem man badet. Was ist nun aber mit den armen Tröpfen, die in von fehlgeleiteten Architekten erdachten Wohnungen ohne Badewanne leben? Dürfen sie ihr Bad überhaupt Bad nennen? Der Mann kam herein und ich sagte feierlich:

„Ein Bad ohne Wanne ist kein Bad. Man kann darin nicht baden, sondern nur duschen. Es ist also eigentlich ein Dusch.“
– „Oder ein Kack.“

Hach. ❤

Only in Berlin

Vor ein paar Wochen saß ich mit dem Mann und meiner Familie beisammen zu Kaffee Tee und Kuchen und wir plauderten über dies und das, da fragte mich mein Bruder, ob ich einen bestimmten Menschen kenne. Er schätzt dessen journalistische Arbeit sehr und hat gelesen, dass er ebenso wie ich in Rostock studiert hatte.

Tatsächlich sagte mir der Name etwas, wir hatten nämlich eine Zeit lang am selben Institut studiert und ich kannte seinen Namen von Referatslisten und Handout-Köpfen. Allerdings hatte ich nie viel mit ihm zu tun gehabt und von seiner späteren Karriere nichts weiter mitbekommen und konnte nicht mit voller Sicherheit bestätigen, dass dies ebenjener Journalist war.

Da fiel dem Mann ein, dass er eine Person dieses Namens auf der Party einer Freundin hier in Berlin kennengelernt hatte und dass der auch „irgendwas-mit-Medien“ macht. Eine kurze Google-Suche bestätigte uns, dass wir tatsächlich alle denselben jungen Mann meinten.

Gestern nun trafen wir ihn auf der Geburtstagsparty ebenjener Freundin und ich erzählte ihm von diesem Zufall. Wir freuten uns kurz über die Kleinheit der Welt und tauschten dann Rostock-Anekdoten aus. Man muss ja Prioritäten setzen.

Heute übrigens ein typischer Berlin-Tag:

  • Ausschlafen (tut der Mann noch)
  • Flohmarkt auf dem Boxi zum Bilderrahmen shoppen
  • Leider aus Zeitgründen keine Demo, dabei gäbe es eine sehr tolle
  • Brunch im Kurhaus Korsakow
  • Spaziergang durch Plänterwald und Treptower Park – evtl. zum Sowjetischen Ehrenmahl
  • Videoschnippselvortrag in der Volksbühne
Ja, ich habe das Kranksein aufgegeben und werde morgen mal schauen, wie die Arbeit schmeckt.