Schnelles Frühstück: Banana Pancakes

Heute Morgen bin ich etwas früher aufgewacht als sonst und als ich im Prinzip fertig war und hätte losgehen können, waren noch 15 Minuten übrig. Ich hatte wenig Lust, mir unterwegs Frühstück zu kaufen, aber auch kein Brot, um mir Stullen zu schmieren. Was ich hatte, waren vier sehr reife Bananen und drei Eier. Die perfekte Kombination für Banana Pancakes!

Also los, Pfanne auf den Herd, Öl rein, Eier aufschlagen und verquirlen, Bananen schälen und zerquetschen, beides miteinander vermengen und nach und nach ausbacken. Dabei zerfallen sie ein bisschen, das tut aber dem Geschmack keinen Abbruch. Wer mehr Zeit hat, kann in kleineren Portionen backen, dann halten sie auch besser zusammen.
 Während die Pancakes buken, habe ich Fenster und Türen geschlossen, meine Tasche geholt, die Schuhe angezogen und ein paar Himbeeren aus dem Tiefkühlfach geholt.  Nach genau 15 Minuten waren alle Pancakes gebacken und in einer Dose verstaut, die heiße Pancake-Dose und die kalte Himbeerdose kamen zur gegenseitigen Beeinflussung in einen gemeinsamen Beutel und ich lief los zur Bahn.
Die Bahnfahrt ließ mir genug Zeit für diesen Text. Im Büro angekommen, musste ich nur noch Pancakes und Himbeeren auf einem Teller anrichten und mit etwas Zimt bestäuben (den habe ich für solche Fälle oder schnelle Porridges auf dem Schreibtisch stehen). Schnell noch ein Beweisfoto und fertig sind Frühstück und Blogpost. Alles zusammen inkl. Weg ins Büro und Tee kochen in unter einer Stunde. Da sage noch eins, es hätte keine Zeit zum Kochen!

#12v12 im Juli

Diesen zwölften habe ich ohne Internet-Empfang in der anhaltinischen Pampa verbracht, wo wir für einen Geburtstag weilten. daher kommt mein Blogpost auch einen Tag zu spät. Die vielen Millionen anderen Posts gibt es wie immer bei Caro.
Zum Frühstück im Garten gibt es frischen Honig von den Milchbienen des Hasenbruders. So lecker!
Bereits vor dem Frühstück hat die Hasenmama diesen Bienenstich gebacken, nach dem Frühstück helfe ich ihr.

Es gibt einen schokoladigen Butterkuchen…

…und einen Marmorkuchen.

Nebenbei entsteht das Mittagessen, komplett ostig mit Emailletopf, gebratenen Jagdwurstscheiben und Apfelschorle aus dem Senfglas (nur Shaun das Schaf hätte es so vor 30 Jahren noch nicht gegeben.)

Die vegetarische Variante für mich: Blumenkohl mit weißer Soße und Salzkartoffeln.

Zum Nachtisch gibt es Kirschen, die der Hasenpapa gepflückt hat, während wir in der Küche waren.

Dann verziehe ich mich bis zum Abendbrot mit Buch in die Horizontale – erst draußen im Garten, mit Regenbeginn dann auf dem Sofa. Das tolle Lesezeichen hat mir der Hase geschenkt.

Zum Geburtstagsabendessen sitzt mir John Lennon gegenüber (in Gestalt des Hasengroßcousins).

Ich entscheide mich für Bandnudeln mit gebratenem Lachs und Knoblauchsoße. Die drei vegetarischen Gerichte auf der Karte hatte ich alle schon mehrfach…

Dann gibt es noch ein heißes Bad gegen meine Rückenschmerzen, bevor auch dieser 12. zu Ende geht.

Couscous mit frittierten Artischocken und Kapern

Ich habe bis auf ein paar wenige Stunden nächstes Wochenende gerade zwei Wochen lang sturmfreie Bude – der Hase ist auf Reisen in Familienangelegenheiten. Damit mir nicht langweilig wird (ha, haha, hahahaha…), habe ich mir unter anderem vorgenommen, tolle Sachen zu essen. Zum Einen kann ich in dieser Zeit ohne schlechtes Gewissen Sachen kochen, die der Hase nicht mag (gestern gabs direkt Pilze, nämlich mit Reisbandnudeln und Pak Choi) und zum Anderen nach Herzenslust Neues ausprobieren und mir dabei alle Zeit der Welt lassen, weil außer meinem eigenen Magen keiner drängelt. (Nicht, dass der Hase ein Drängler wäre, aber allein die Anwesenheit einer zweiten Person verführt dazu, schnell fertig werden zu wollen, weswegen hier manchmal auch Kartoffeln auf den Tisch kommen, die noch nicht ganz durch sind. *hust*)
Ich habe mir am Montag eine Artischocke gekauft, gabs hier schon lange nicht mehr und ist auch etwas langwierig in der Zubereitung. Außerdem hatte ich in Sizilien ja gerade einen kleinen Kurs in der Vor- und Zubereitung von Artischocken und wollte testen, ob ich das auch alleine hinkriege. Geht ganz gut, ich hab es mir aber auch insofern erleichtert, dass ich anders als in Case Vecchie auf den Kichererbsenteig verzichtete und die Dinger direkt frittierte. Die Artischocke im Kopf ging ich heute in Gedanken immer wieder mein Inspirationsrepertoire und die Vorräte durch und hatte dann, als ich das Büro verließ, einen konkreten Plan: Zu der frittierten Artischocke würde es Couscous geben (allerdings nicht aus dem rohen Weizen zubereitet, sondern faul in der Wasser-drauf-und-ziehen-lassen-Variante), außerdem Ricotta (leider nicht frischen aus Schafsmilch, sondern die Kuhmilch-Version aus dem Kühlregal), Kapern (ich hatte mir gesalzene aus Case Vecchie mitgebracht) und Zitrone – echt sizilianisch eben.
Die Zubereitung hat dann auch eine knappe Stunde gedauert, aber das war es auf jeden Fall wert. Beim nächsten Mal würde ich noch ein Dressing dazu machen, evtl. mit mehr Zitronensaft, Olivenöl und Kräutern, und mich trauen, die Kapern noch ein bisschen länger zu frittieren, damit noch etwas Knusprigeres dabei ist. Ansonsten aber: Top!
Rezept für 2 Portionen:

  • 1 große Artischocke
  • Saft und Schale einer halben Zitrone
  • 2 Esslöffel gesalzene Kapern (nicht sauer eingelegte!)
  • 100 g Couscous
  • 1 Schale Ricotta
  • Ausreichend Olivenöl zum Frittieren (ca. 1-2 Tassen*)
Als erstes habe ich ausgiebig das Salz von den Kapern gespült und diese dann in kaltes Wasser gelegt. Im Laufe der nächsten 45 Minuten habe ich das Wasser zweimal gewechselt und am Ende nochmal gespült.

Dann wurde die halbe Zitrone mit dem Zestenreißer bearbeitet und danach ausgepresst. Die Zesten habe ich beiseite gestellt, den Saft in eine breite Schüssel voller Wasser gekippt.
Dann kam die Artischocke dran. Zunächst habe ich den Stiel gekürzt, um sie handlicher zu machen. Dann wurden ringsum die Blätter abgezupft, bis nur noch die ganz feinen übrig waren. Die habe ich mit einem Dreh herausgezogen. Dann habe ich die Artischocke geviertelt und die Viertel, die ich gerade nicht bearbeitet habe, in das Zitronenwasser gelegt. Eins nach dem anderen nahm ich sie heraus, entfernte das Stroh mit einem Löffel und schälte alles ab, was hart und holzig war. Dann wurden die Viertel in dünne Scheiben geschnitten und wieder ins Zitronenwasser verfrachtet.
Ich habe 100 g Couscous abgewogen und 200 ml (also die doppelte Menge) Wasser zum Kochen gebracht. Das Wasser habe ich dann auf den Couscous geschüttet und das Ganze ziehen gelassen.

Dann habe ich in einer großen, tiefen, schweren Pfanne mein Frittieröl erhitzt und in der Wartezeit die Cherrytomaten halbiert.

Als das Fett heiß war, habe ich die Artischockenscheiben in zwei Schichten langsam und vorsichtig frittiert, bis sie erst weich und dann leicht braun wurden. Während die auf Papier abtropften, warf ich noch die gewässerten Kapern ins heiße Fett. Als eine Probekaper schön knusprig war, holte ich schnell alle Kapern heraus und ließ sie abtropfen.
Dann habe ich die Hälfte des Couscous auf einem großen Teller verteilt, die halbe Packung Ricotta als Berg in die Mitte gesetzt und die Hälfte der frittierten Artischocke drumherum arrangiert. Auf den Ricotta kamen die Kapern und die Zitronenzesten und drumherum die Cherrytomaten, verziert mit Basilikumblättern und Aceto Balsamico. Die andere Hälfte von allem kommt morgen mit ins Büro.

*Frittieren mit Olivenöl, fragt Ihr Euch? Ja! Nach einem eindringlichen Appell von Fabrizia bin ich überzeugt: Das ist es wert. Zum Einen frittiert man ja nicht so oft und kann außerdem das Öl 2-3 mal verwenden, so dass sich der finanzielle Aufwand in Grenzen hält. Zum Anderen schmeckt es mit Olivenöl besser und wenn man sich an Fabrizias Anweisungen hält und eben “frittiert, wenn man frittiert” und nicht in der Gegend herumscharwenzelt, dann raucht da auch nichts und das Öl bleibt verträglich. 

Strawberries

Neben dem ganzen Kochen und Essen war ja der Hauptfokus meiner letzten Woche das Schreiben. Deswegen dachte ich, ich zeige Euch den Text, den ich am letzten Kurstag geschrieben habe. Er ist auf Englisch, aber da müsst Ihr jetzt durch. Die Aufgabe war, eine Erinnerung an eine besondere Mahlzeit aufzuschreiben.

Strawberries
When I was a kid, we used to eat those defrosted strawberries – still very cold, sometimes even a bit frozen on the inside, limp on the outside, swiming in a mixture of icewater and juice, topped with whipped cream sweetened with vanilla sugar – out of flat glass bowls for dessert each Boxing Day. They were meant to enhance the festiveness of a meal of only leftovers from Christmas Day. To most people, half-frozen mushy strawberries might not seem like a special treat at all. For me, this dessert was the climax of all the Christmas delicacies, my favourite Christmas food.
I am a summer child through and through. I was born on June 21st, the longest day of the year and the official beginning of summer. I thrive on sunny days and colourful, fragrant gardens. This is my time of the year and I feel betrayed and somewhat bereft of a part of myself once summer is over and the cold, the grey skies and the drizzle set in that will eventually lead into the darkness of winter – a darkness I tend to feel both inside and out. Except for when Christmas came around with its routines and rituals that shed light on those long winter nights even for our non-religious family.
***
The strawberries we had for Christmas were those that were left over each summer, after we had dived into our collective strawberry craziness and had indulged in the red, juice sweetness of the berries for weeks. Our garden included a large field of strawberries which provided for our every need: strawberries to accompany our muesli in the morning, strawberries to be blended into milkshakes and put on cakes for our afternoon snack and strawberries picked right before dinner each night to eat soaked in cold milk with a spoonful of sugar as an evening treat.
We ate as much as we could possibly stuff into our bellies. We also made jam out of several kilos of them. And amongst all this strawberry craze, my mom had the good sense of putting a few handfulls aside and hide them in the freezer for Christmas.
Come Christmas time, I’d usually have forgotten about the treasure in our freezer until the moment my mom took it out and left it on the counter to thaw. As soon as I noticed the strawberries, I became happy and excited and could not wait. I always grabbed at least one and put it in my mouth when it was still completely frozen. To me, they tasted of summers past, of running barefoot over the grass and being tingled by a thistle here and there. Of sun-soaked skin, of plunging into grandma’s pool, of staying up late without anyone sending us to bed and – of course – of my birthday parties in the garden. I tasted both a remembrance of our happy past and a promise for our future: Yes, winter would eventually end and yes, my time of the year would come again. Today, conjuring up the taste in my mind is also a celebration of us as a family and of our life together in this remote house on the edge of the forest.
Strawberries have a special place in my heart, probably because their season coincides with the time of my birth. When my mom was pregnant with me, her gynacologist told her to stay away from strawberries as they could potentially be full of parasites. My mom did not listen. Both she and I craved strawberries. It was the season, after all, and her genetic memory told her (and me inside her womb) to devour as many as she could. 
Once I was out of the womb, strawberries became associated with birthday gifts and celebrations. They were on every birthday cake I ever had and I distinctly remember being dressed in a blue-and-white striped dress for my birthday and taking a strawberry cake with me to kindergarten to share with my friends. As I got home, the dress was full of red spots and essentially ruined. But that did not matter, I did not like dresses anyway.
***
A lot has changed since then. I now like wearing dresses and strawberries can be bought fresh or frozen all year round. The house and garden where I grew up are both gone from my life. Strangers live there now and what I call home nowadays only exists in my memory. And although we still get together at Christmas and although my parents still have those flat glass bowls, we will never be able to have these strawberries again. It could never taste the same, so we don’t even try.

Geburtstagswoche 2015 – Ricotta, Pecorino und Kräuter

Ich habe heute wahnsinnig viele Fotos gemacht, die ich aus Zeitgründen hauptsächlich für sich selbst sprechen lasse… Mit ein paar Erklärungen hier und da 😉
Morgens um 7 ist schon eine Menge los in den Weinbergen.
Der riesige Esstisch in der Küche, bereit fürs Frühstück.

Kaffee, frisch gepresster O-Saft, hausgemachtes Brot, hausgemachte Marmeladen, Aprikosen und Melonen aus dem Garten – später auch noch Kuchen. So geht ein Foodie-Tag los!
Wir besuchen einen Schäfer und lassen uns zeigen, wie er Ricotta und Pecorino herstellt. Zweimal am Tag werden die Schafe gemolken, dann darf sich die Milch ein paar Stunden lang setzen, bevor sie bei 36 Grad mit Lab versetzt wird und beginnt, zu verklumpen. Die dabei entstehende Molke wird aufgefangen und benutzt, um aus weiterer Milch bei 76 Grad Ricotta herzustellen. Währenddessen tropft der Pecorino ab und wird immer fester. Dann wird er mit der Molke, die beim Ricottamachen übrigbleibt begossen, was eine Art Garprozess auslöst. Danach wird eingesalzen und gelagert, je nach gewünschtem Härte- und Reifegrad. Der Ricotta hingegen wird idealerweise am gleichen Tag gegessen – noch warm als Frühstück der Schäfer oder dann abends kalt.
Sowohl Pecorino als auch Ricotta werden in diesen Körben hergestellt.
Zwischendurch wird umgelagert, um durch den Druck Luftlöcher zu verschließen.
Schäferfrühstück
Ricotta in the making
Schafshorn und Schafwolle
Traditionelle Werkzeuge

Frischer Pecorino
Die Schafe kommen

Ricotta abschöpfen
Verschiedene Pecorino-Zubereitungen werden verkostet
Reifender Pecorino
Käseprobe als Vorspeise zum Mittagessen

Alle Käsesorten auf einen Blick
Gegrillte Zucchini und Kartoffel-Bohnen-Salat mit Kapern und Oliven
Minzsorbet mit Obstsalat
Sauerteig zum Brotbacken


The tasting table – wir probieren verschiedene Dinge und suchen nach den perfekten Worten, um sie zu beschreiben
Rohe Kichererbsen, frisch aus der Schale
Mispel

Tomaten-Extrakt
Frischer Oregano
Spaziergang durch die Weinberge

Aperitivo mit Sardinen-Ceviche auf Brot
Kräuterrisotto für alle

Kräuterrisotto für mich (eine von zwei Portionen 😉

Eine Scheibe Schwertfisch frisch aus dem Ofen

Schwertfisch mit Knoblauch und Minze, dazu Kartoffel

Fior di Latte-Eis mit Rosmarin, Olivenöl und schwarzem Pfeffer

Sopot und Gdánsk

Unser Ausflug nach Polen ist schon wieder anderthalb Wochen her und die nächsten großen Ereignisse rasen mit Riesenschritten auf mich zu, deswegen möchte ich unsere Reise schnell noch verbloggen, denn sie ist es wert, nicht vergessen zu werden. 
Der Hase und ich fuhren mit meinen Eltern für ein verlängertes Wochenende nach Sopot, einem Badeort an der polnischen Ostsee in der Nähe von Gdánsk. Den Trip hatten wir uns sozusagen gegenseitig zu Weihnachten geschenkt, denn Zeug haben wir alle einigermaßen genug, gemeinsame Zeit eher nicht so viel. 


Immer wieder stießen wir auf unsere Reise auf Geschichte, sowohl auf die Weltgeschichte, als auch auf die unserer Familie. Mein Vater hatte während seines Studiums dreimal Auslandsaufenthalte in Gdánsk, zweimal als Praktikum, einmal als Vorbereitung auf seine Diplomarbeit. Ein Ziel der Reise war es also, die alten Orte wieder aufzusuchen. Mit dem Polytechnikum haben wir es geschafft, das ehemalige Wohnheim ist inzwischen anderen Dingen gewichen. Die Freunde, die er seit damals hat, wohnen inzwischen in Kanada, was mit ein Grund für die Kanada-Affinität dieser Familie ist.

Die Weltgeschichte sahen wir an den Denkmälern für die Solidarność-Bewegung an der Gdánsker Werft (ohne die wären wir wohl auch nie in Kanada gelandet) und bei unserer Besichtigung des angeblich schönsten Leuchtturms an der polnischen Ostsee. Als wir dessen Treppen hinaufstiegen, entdeckten wir ein Fenster mit einer Tafel, die erklärte, dass aus genau diesem Fenster die ersten Schüsse des 2. Weltkriegs gefallen waren. Gruselig!

Ansonsten gab es viel Ostsee und Strand, Bummeleien durch Sopot und Gdánsk, wahnsinnig viele Stufen hoch auf die Marienkirche und auf einen Aussichtsturm und den einen oder anderen Ort aus der Kindheit von Günter Grass – auch der hat etwas mit unserer Familie zu tun, wenn auch entfernt: Der beste Freund meines Opas war eine Zeit lang sein “Schwiegervater”. Aber das ist kein Grund zur Heldenverehrung, Grass wirklich gelesen habe ich noch nie und seit seinen letzttintigen Auslassungen habe ich noch weniger Lust dazu.

Auf dem Heimweg fuhren wir dann noch in der Stadt vorbei, aus dem meine Ururoma als Kind mit ihrer Familie weg und nach Leipzig zog, wo Jahre später mein Opa geboren wurde. Ihr Bruder war eine spannende Figur: Mit Lenin, Liebknecht und Bebel befreundet und politisch arbeitend und nach dem 2. Weltkrieg dann Parlamentsabgeordneter und als Alterspräsident einen Tag lang faktisch polnisches Staatsoberhaupt.
Und jetzt: Das Wichtigste!

Von der hohen Politik zum Essen, denn das spielt ja bei mir immer eine Hauptrolle. Der Hase und ich lernten schnell die wichtigsten Vokabeln (lody, gofry und ryby, also Eis, Waffeln und Fisch, piwo war natürlich bereits bekannt).  Hier sind einige der Leckereien, die es an den Tagen gab:
Spaghetti alle vongole im Laut Foursquare besten Restaurant von Sopot. Interessanterweise ein Italiener, aber ich hoffe, dass zumindest die Muscheln aus der Ostsee kamen. Eigentlich wollten wir ja in ein tolles Fischrestaurant, aber dort war kein Hineinkommen…
Salat mit Blauschimmelkäse, Birnen und Walnüssen und dazu ein Honigbier im Yellow Jazz Club (den hatte Papa sich ausgesucht, als alter Jazz-Fan).

Kartoffel-Lachs-Suppe, ebenfalls im Jazz-Club
Eine kleine Piwo-Auswahl

Das kulinarische Highlight des Trips war für mich der Besuch bei Wedel. Auf dem Foto seht Ihr Schokoladenbandnudeln mit Erdbeermousse, Erdbeersorbet und frischen Erdbeeren. Die Nudeln waren echte Nudeln mit Kakao im Teig. Links daneben übrigens die weiße heiße Schokolade vom Hasen.

Meine heiße Schokolade, natürlich die bittere. Sooooo unglaublich gut, wie flüssiger Pudding in der Konsistenz.

Mit Buchweizen und Käse gefüllte Piroggen mit Dill im Restaurant des Jugendstil-Hotels Villa Sedan, in dem wir unverständlicherweise ganz alleine saßen. Unbedingte Empfehlung (das Restaurant, das Hotel haben wir nicht getestet).

Disclaimer: Es gab von keinem der erwähnten Lokale Kohle für diesen Post 😉

Die erste Tüte

Gestern haben wir nach viel zu langer Zeit mal wieder eines unseres Lieblingsbabies gesehen, wobei, mit fast 1,5 Jahren ist es jetzt wohl ein Kleinkind. Und prompt haben wir einer Premiere beigewohnt: Zum ersten Mal bekam es gestern eine Kugel Eis für sich ganz allein – “die erste Tüte”. Vanille nämlich, obwohl das Mango-Eis von Mama natürlich deutlich besser schmeckte.

Es war toll zu sehen, wie Kinder in dem Alter die Welt begreifen. Dass man Eis isst, war irgendwie klar, nur wie genau nochmal? Zunächst wurde es etwas schief in der Hand gehalten, dann entsann man sich der kleinen Schaufel, die in der anderen Hand war und löffelte Eis darauf. Das Schaufeleis wurde dann genüsslich geschleckt. Schaufeln sind eben auch Löffel, von Prinzip her!
Schritt zwei war dann, die Malqualitäten von so einer Eistüte auszuprobieren. Erst auf der eigenen Hose, dann auf der von Mama, dann auf meiner. Funktioniert ganz gut, schmilzt aber leider viel zu schnell weg.
Am Ende dann die Spitze der Tüte abknabbern, die passt immerhin in den Mund! Das Eis wurde noch rechtzeitig in willige Erwachsenenmünder gestopft, dann wurde die Tüte endgültig als Spielzeug freigegeben und prompt wie ein richtig fetter Joint zwischen Daumen, Zeige- und Ringfinger gehalten. Die erste Tüte eben.
Ein wundervoller Nachmittag, auch wenn sich das Kind später unter meiner Aufsicht noch in einer Spielplatzpfütze auf den Hosenboden setzte. War nicht schlimm, ein bisschen Modder gehört dazu und Eisflecken gehen schon beim ersten Waschen raus. Finden die Eltern zum Glück auch.

Auf Schulung in Bremen

Ich bin diese Woche beruflich in Bremen, was aus zweierlei Gründen ein merkwürdiges Timing ist – zum Einen streikt nicht nur die GDL, weswegen auch meine Rückfahrt etwas komplizierter wird, sondern auch DHL, weswegen unsere Arbeitsmaterialien erst heute an Tag 3 ankamen – zum zweiten lebt mein Bruder ja hier, ist aber ausgerechnet in dieser Woche beruflich unterwegs – in Potsdam!


Aber immerhin ist mir die Stadt ja nun keine Unbekannte und ich freue mich, Sie auch mal ein wenig auf eigene Faust zu erkunden. Eine weitere Besonderheit dieser Woche ist, dass ich zum ersten Mal ganz allein auf einer Dienstreise bin, zum ersten Mal ein Hotelzimmer ganz für mich allein habe (letztes Mal nächtigte ich bei einer Freundin) und auch zum ersten Mal gleich vier Nächte am Stück überhaupt in einem Hotel bin. Sonst bleibe ich auf Reisen nie länger als 1-2 Nächte am selben Ort und wenn, dann eben irgendwo privat bei Freunden. 

Alles neu und alles anders diesmal. Aber einige Bremen Must-haves habe
Ich trotzdem schon absolviert: Durch die Altstadt spaziert (diesmal mit Stadtführer), am Osterdeich entlanggelaufen, durchs Viertel geschlendert und im Eislabor ein Eis (unter 3 Kugeln geht da nichts!) gegessen.

Drumherum merke ich, wie wichtig mir nach einem Seminartag mit fremden Menschen ein wenig Zeit ganz allein mit mir ist. Gestern war ich nach der Stadtführung eben noch ganz allein unterwegs, heute seilte ich mich nach dem Seminar ab und ging erst zum Kieser Training (auch das zum ersten Mal in einer anderen Stadt) und lief dann flotte sechs Kilometer durch Hastedt, Viertel und Contrescarpe zurück ins Hotel. Immer ist Wasser oder Park mit am Start – wahrscheinlich zieht es mich morgen in den Bürgerpark und/oder nochmal zum Eislabor. 

An jedem Abend bin ich spätestens um 10 auf dem Zimmer und freue mich über die Gelegenheit, einfach gemütlich im Bett zu liegen und Bücher und das Internet leer zu lesen. Und morgens… bleibe ich bis kurz vor knapp liegen, husche in letzter Minute runter zum Frühstück und esse möglichst allein – erstmal auftauen, bevor es wieder ins Seminar geht. Mir fehlt scheinbar wirklich der lange Anfahrtsweg ins Büro 😉
Beim Herumlaufen läuft mir mehrfach ein Schauer über den Rücken, wenn mir wieder einfällt, dass wir auf der Rückfahrt vom letzten Bremen-Ausflug den Autounfall hatten – wirklich verarbeitet ist das wohl noch lange nicht. Aber ein kleines Stück des Weges habe ich wohl mit meinem erneuten Aufenthalt hier zurückgelegt. (Insofern waren die drei Kugeln Eis heute wohl auch therapeutisch, die hatten wir damals vor unserer Abfahrt nämlich auch…)

Rhabarber Pie

Der Hase brachte gestern frischen Rhabarber aus der Heimat mit und da ich morgen für eine Woche auf Dienstreise fahre, wollte er direkt heute verarbeitet werden. Ganz habe ich es nicht geschafft – der Hase isst nämlich selbst keinen Rhabarber, so dass die Aufgabe allein mir zu fällt und ich einen Teil der Stangen eingefroren habe. Aus dem Rest und dem, was noch so da war, habe ich Pies gemacht. Eigentlich sollten beide gedeckt sein, aber dafür reichten die Teigzutaten nicht aus, also bekam die eine nur ein Gitter.

Rhabarber Pie

-Mürbeteig herstellen (in meinem Fall aus einer Mischung aus Dinkelvollkorn- und Maismehl, was anderes war nicht da)
-Während der Teig im Kühlschrank ruht, Rhabarber ggf. schälen und in kurze Stücke schneiden, zuckern und mit Vanille verfeinern.
-Den Teig dünn ausrollen, eine gebutterte Backform damit auslegen und dann mit einer Gabel einstechen.
-Rhabarber darauf verteilen.
-Mit einer zweiten Teigschicht bedecken, den Rand mit einer Gabel verzieren und wieder Löcher einstechen.
-Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad etwa 30 Minuten backen.
-Etwas abkühlen lassen und noch warm servieren.