Auf Schulung in Bremen

Ich bin diese Woche beruflich in Bremen, was aus zweierlei Gründen ein merkwürdiges Timing ist – zum Einen streikt nicht nur die GDL, weswegen auch meine Rückfahrt etwas komplizierter wird, sondern auch DHL, weswegen unsere Arbeitsmaterialien erst heute an Tag 3 ankamen – zum zweiten lebt mein Bruder ja hier, ist aber ausgerechnet in dieser Woche beruflich unterwegs – in Potsdam!


Aber immerhin ist mir die Stadt ja nun keine Unbekannte und ich freue mich, Sie auch mal ein wenig auf eigene Faust zu erkunden. Eine weitere Besonderheit dieser Woche ist, dass ich zum ersten Mal ganz allein auf einer Dienstreise bin, zum ersten Mal ein Hotelzimmer ganz für mich allein habe (letztes Mal nächtigte ich bei einer Freundin) und auch zum ersten Mal gleich vier Nächte am Stück überhaupt in einem Hotel bin. Sonst bleibe ich auf Reisen nie länger als 1-2 Nächte am selben Ort und wenn, dann eben irgendwo privat bei Freunden. 

Alles neu und alles anders diesmal. Aber einige Bremen Must-haves habe
Ich trotzdem schon absolviert: Durch die Altstadt spaziert (diesmal mit Stadtführer), am Osterdeich entlanggelaufen, durchs Viertel geschlendert und im Eislabor ein Eis (unter 3 Kugeln geht da nichts!) gegessen.

Drumherum merke ich, wie wichtig mir nach einem Seminartag mit fremden Menschen ein wenig Zeit ganz allein mit mir ist. Gestern war ich nach der Stadtführung eben noch ganz allein unterwegs, heute seilte ich mich nach dem Seminar ab und ging erst zum Kieser Training (auch das zum ersten Mal in einer anderen Stadt) und lief dann flotte sechs Kilometer durch Hastedt, Viertel und Contrescarpe zurück ins Hotel. Immer ist Wasser oder Park mit am Start – wahrscheinlich zieht es mich morgen in den Bürgerpark und/oder nochmal zum Eislabor. 

An jedem Abend bin ich spätestens um 10 auf dem Zimmer und freue mich über die Gelegenheit, einfach gemütlich im Bett zu liegen und Bücher und das Internet leer zu lesen. Und morgens… bleibe ich bis kurz vor knapp liegen, husche in letzter Minute runter zum Frühstück und esse möglichst allein – erstmal auftauen, bevor es wieder ins Seminar geht. Mir fehlt scheinbar wirklich der lange Anfahrtsweg ins Büro 😉
Beim Herumlaufen läuft mir mehrfach ein Schauer über den Rücken, wenn mir wieder einfällt, dass wir auf der Rückfahrt vom letzten Bremen-Ausflug den Autounfall hatten – wirklich verarbeitet ist das wohl noch lange nicht. Aber ein kleines Stück des Weges habe ich wohl mit meinem erneuten Aufenthalt hier zurückgelegt. (Insofern waren die drei Kugeln Eis heute wohl auch therapeutisch, die hatten wir damals vor unserer Abfahrt nämlich auch…)

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