Mango-loosy

Ich habe bisher noch nie bei einem Blog-Wettbewerb mitgemacht, aber es gibt eine Kitchen Aid zu gewinnen und mir fiel sofort das Richtige zum Schreiben ein, also dachte ich mir: Warum nicht? (Zumal sogar Sabine mitmacht ;)) Kurz die Verlinkung zu Quandoo und iHeartBerlin erledigt und auf gehts.

Gefragt wird nach einem Lieblingsessen und da wäre ich ja normalerweise überfragt, denn von Grießbrei bis Guacamole, von Pad Thai bis Penne all’arrabiata habe ich gefühlte Milliarden Lieblingsessen. Würde man aber meine Freunde fragen, was mein Lieblinsgessen sei, so wären sich wohl alle einig: Mango.

Die Mango-Begeisterung ist bei mir schon sehr alt. Ich glaube, die ersten Mango-Erfahrungen sammelte ich anlässlich eines Präsentkorbs mit exotischen Früchten kurz nach der Wende. Dann kam der Mangosaft in dem Lokal, in dem ich mit meinen Eltern häufiger zu Mittag aß und schließlich – da muss ich so 14 oder 15 gewesen sein – die erste Mango „frisch“ aus dem Supermarkt. Und die hat mich dann irgendwie erwischt und nicht mehr losgelassen.

Seitdem ist eine Mango oder Mangosaft ein gängiges Mitbringsel, wenn man mich besuchen kommt oder mir was aus dem Urlaub mitbringen will. Ich bekomme auch oft mangothematische Geburtstagsgeschenke und werde von einigen Mango-Loosy genannt. Eine Mango war jahrelang mein Blogheader sowie immer wieder mal mein Hintergrundbild bei Twitter und Facebook, Natürlich habe ich auch hier im Blog schon einiges über Mangos geschrieben, etwa über Mango-Eis, Mango-Likör und meine beiden Mango-Kochbücher. Daraus habe ich u.a. Safran-Macadamia-Mango-Reis, Mango-Avocado-Salat, und Indische Gewürzlinsen mit Mango gekocht und auch darüber gebloggt. Ich folge außerdem dem amerikanischen National Mango Board auf Twitter und Instagram und werde auch so regelmäßig über neue Rezepte informiert.

Da hört das Ganze nun aber immernoch nicht auf:

  • In meiner ersten eigenen Wohnung strich ich mein Zimmer mangofarben, ebenso wie den Flur in unserer jetzigen
  • Ich freute mich diebisch, dass der coolste Wintermantel, den ich finden konnte und den ich jetzt schon das dritte Jahr hindurch trage, ausgerechnet von der Firma Mango ist, ebenso wie mein Lieblingskleid, dass ich von meiner Mama übernommen habe
  • Menschen, die mit mir Eis essen gehen, verstehen die Welt nicht mehr, wenn ich nicht wenigstens eine Kugel Mangoeis nehme – ich bin da aber sehr wählerisch und nehme nur Sorbet, alles andere verfälscht den Geschmack! Wie gut es überhaupt ist, dass es Mango-Sorbet inzwischen in jedem Eisladen gibt, selbst wenn die Qualität nicht immer das Wahre ist. Ich erinnere mich noch, wie ich auf Sprachreise in England 1998 total glücklich war, Mango-Sorbet im Supermarkt gefunden zu haben und einen ganzen 500 ml-Becher am Stück aufaß…
  • Überhaupt, Sachen in Mango… Fanta Mango war super, Bacardi Breezer Mango war super, Mango Lip Butter, Mango Body Butter, Mango-Duschgel, Mango-Schaumbad, Mango Body Lotion, Mango-Parfüm, Mango Shampoo, Mango Bubble Tea, Mango-Bier, Mango-Joghurt, Mango-Pudding, Mango-Quetschis, Mango-Schokolade, Mango-Gummibonbons, Mango-Cheesecake…
  • Manche Bücher habe ich nur gelesen, weil sie Mango im Namen tragen (zum Glück, denn sie waren toll – evtl. ist das ein Qualitätsmerkmal für Bücher, ich werde das weiter verfolgen)
  • Mangogelb ist meine Lieblingsfarbe, aber das habt Ihr Euch wahrscheinlich inzwischen schon gedacht…
Übrigens – nicht alles mit Mango ist immer automatisch gut. Nicht mal alle Mangos sind das. Die besten habe ich glaube ich in Australien und Jamaika gegessen – einfach, weil sie da gerade frisch waren. Aber auch bei Flugmangos kann man Glück haben – die kleinen gelben sind zum Beispiel ziemlich großartig. Es gibt über 400 Mango-Sorten und ich habe noch längst nicht alle probieren dürfen. Was ich nicht mag, ist, wenn sie noch zu hart und unreif sind, wenn sie aus der Dose kommen oder wenn Sachen angeblich mit Mango aromatisiert sind, dann aber nur diesen merkwürdigen ledrig-chemischen Beigeschmack haben, den man von getrockneten Mangos manchmal kennt. Ich will die volle Fruchtdröhnung, am liebsten in einem knalligen Mangogelb, das nicht zu sehr ins Orange driftet und schön weich, aber nicht zu weich, und vor allem saftig. Gerne auch jetzt sofort.

Internet-Diät, Buchmessen-Rückblick und Cat Content

Aus Gründen versuche ich gerade, abends immer erst ab halb zehn vor dem Internet zu hängen – abgesehen von kurzen Blicken aufs Smartphone 😉 Ein Effekt ist, dass ich ne Menge Sachen schaffe, ein anderer, dass das Bloggen aufgrund von fehlender Ruhe und Muße auf der Strecke bleibt.

Deswegen dann heute aber wenigstens kurz ein Lebenszeichen. Und ein Rückblick vom Leipzig-/Buchmessenwochenende:
Wir kamen am Freitag spät an und übernachteten bei sehr lieben Freunden vom Mann, die ich bisher noch nicht kannte. Besonders ans Herz wuchs mir die überaus coole zweijährige Tochter der Beiden. Mit Kindern werd ich ja immer sehr schnell warm. Viel Zeit hatten wir nämlich nicht, denn direkt nach dem Frühstück brachen wir zur Eisbären-Lesung meiner Eltern im Naturkundemuseum auf.
Dort trafen wir zudem auf meinen Cousin und seinen Sohn. Nach dem Vortrag besagen wir uns das Museum noch im Schnelldurchgang. Zum Mittag gab es dann noch fix einen vegetarischen Hot Dog und dann ging’s raus aufs Messegelände.

Zuerst schauten wir bei meinem ehemaligen Praktikumsbetrieb, dem Rostocker Hinstorff-Verlag, vorbei und sprachen mit Kristina Gehrmann – ihres Zeichens Autorin der ersten hinstorffschen Graphic Novel (über die Franklin-Expedition).
Wir lauschten dann einem Interview mit Thomas Brussig samt Lesung aus seinem neuen Buch vom Hörbuch-Sprecher und Schauspieler Stefan Kaminski. Das Buch kam für uns beide auf die To Do-Liste.
Die nächste Station war ein Interview zum neuen Buch (inkl. Performance) von Knorkators Alf Ator. 

Während dann der Mann einem Interview mit Tomáš Sedláček über das Ende des Kapitalismus lauschte, traf ich kurz eine Tante und eine Cousine. Eine weitere Cousine war ebenfalls vor Ort, wir schafften aber aus Zeitmangel kein Treffen. Habe ich erwähnt, dass ich aus einer Buchhändlerfamilie komme? 😉

Nach so viel Buch wollten wir noch ein bisschen was fürs Auge und wanderten ausgiebig durch die Comic Manga Convention, wo ich mir vom Mann all die Kostüme der Cosplayer erklären lies, und naschten Trockenfrüchte und Nougat. 
Kurz vor Schließung des Messegeländes landeten wir in der Kinderbuchabteilung. Neben dem Mosaik und den ??? gefiel uns hier vor allem ein Stand mit Postkarten und Kalendern mit klugen Sprüchen in Kinder-Rechtschreibung. Und das Revival der Häschenwitze:

Dann fuhren wir zurück in die Innenstadt und lauschten bei der Friedrich-Ebert-Stiftung der Lesung von @mspro

Danach hatte auch ich endlich das Wichtigste zum Neuen Spiel verstanden und wir konnten beruhigt die Heimreise nach Berlin antreten, wo wir kurz nach Mitternacht müde ins Bett fielen.
Bonus: Cat Content

12 von 12 im März

Es ist der 12. und fast alles, was ein_en Blog hat, zeigt heute 12 Fotos aus seinem_ihrem Alltag. Ich also auch. Die anderen Teilnehmer findet Ihr hier.
Halb 8 klingelt der Wecker. Draußen ist es zum Glück schon hell, die Vorhänge halten trotzdem erfreulich dicht.
Für Nimbin und Noosa hingegen ist der Tag schon schrecklich alt und wäre ich nicht aufgestanden, wären sie wohl elendig verhungert.
Was mir morgens hilft, gute Laune zu bekommen, sind auch fast 1,5 Jahre nach unserem Einzug die Farben – besonders der sonnen- bzw. mangogelbe Flur macht, dass es mir warm ums Herz wird.

Auf dem Weg zur Arbeit steige ich am Alex um und wundere mich derzeit jeden Morgen, wer auf die Idee gekommen ist, „Jeder kann backen!“ direkt neben einem Bäcker zu platzieren.

Beim Betreten des Bürogebäudes Empfängen mich die Diversity-Segel (heißen die so?).

Der Kollege begrüß mich mit den Worten „Na, bist Du heute im Gryffindor-Outfit unterwegs?“ (Die Bilder im Hintergrund sind seine…)

Auf in die Küche und Getränke organisiert. Es gibt derzeit den ganzen Tag über Ingwertee. In der zweiten Tasse mache ich mir wechselnde andere Tees (hier im Bild weißer Tee Vanille-Pfirsich). Und für die Zeit bis der Tee Trinktemperatur erreicht hat, gibt es Apfel- und Johannisbeer-Konzentrat mit Wasser verdünnt. Das Glas wird in Laufe des Tages noch zweimal aufgefüllt, aus den Tassen trinke ich insgesamt zwei Liter Tee. Läuft 😉

Vormittags haben wir ein kurzes Meeting – leider im deutlich unattraktivsten Besprechungsraum des Gebäudes – die anderen sind deutlich schöner!
Ein spätes Mittagessen aus Kartoffeln von gestern mit Kräuterquark, saurer Gurke, Radieschen und Tomate.
Gegen das Nachmittagstief hilft GEPA-Vollmilchschokolade mit Kardamom. So gehen die restlichen Stunden doch recht flott vorbei.

Auf dem Heimweg erstehe ich unter anderem einen Topf Koriander, mal sehen, wie lange er uns erhalten bleibt. Eigentlich sollte es heute selbstgemachte Burritos geben, dann entschieden wir uns spontan um und bestellten Pizza 😉 Dazu gibt es zum ersten Mal seit langem mal wieder eine Folge Inspektor Barnaby – auf besonderen Wunsch eines einzelnen Herren.

Vieles im Kopf und nichts will raus

In den letzten Tagen war mein Blog oft und viel Thema, nicht bei Euch im Internet, sondern hier bei mir zuhause und in der Kommunikation mit Freunden. Ständig fange ich im Kopf Einträge an, die ich dann aber doch nicht schreibe. Es gibt so viele kleine Fitzeligkeiten, über die ich gerne schreiben würde, aber wie ein rundes Etwas fühlt es sich nicht an und so schreibe ich dann besser gar nicht. Muss ja aber auch nicht so sein, denke ich mir. Man kann ja auch schön hin und her mäandern, so macht das zum Beispiel Miz Kitty ja auch gerne. Dann mal los damit.

Zum Einen möchte ich Euch nochmal ganz ausdrücklich auf zwei reisebloggende Freundinnen von mir hinweisen. Susanne (derzeit in Vancouver) schreibt darüber, was Reisen mit einem macht. Mich machen ihre Texte auf jeden Fall immer reisefreudig – und ein bisschen neidisch, weil sie wirklich toll schreibt. Mutzelchen ist seit ein paar Tagen alleine mit ihrem Fahrrad in Südfrankreich unterwegs und schreibt und dichtet über ihre Erlebnisse mit Fahrradfeinden, Couchsurfing-Gastgebern und widrigen Winden. Sie kenne ich übrigens schon seit der 5. Klasse (man traut es sich kaum, das zu schreiben, aber es ist tatsächlich fast 21 Jahre her).

Kurz darauf, in der 6. Klasse und zwar genau jetzt Anfang März, habe ich mich übrigens selbst zum Kelly-Fan gemacht, irgendwie. Ich war bei einer Klassenkameradin und mir fiel ein Video der Kellys auf und da mir die Band grundsätzlich sympathisch war, ich aber kaum etwas von ihnen kannte, bat ich sie, das Video einzulegen. Ab diesem Tag hab ich es rauf und runter gesehen und alles was danach und davor kam natürlich auch. Obwohl ich dieser Jungendliebe heute nur noch ab und zu fröhne (ja, tue ich, immernoch, manchmal!), muss es Anfang März immer irgendwie sein. So auch heute, als ich den Vormittag mit demselben Video – inzwischen aber auf Youtube – verbrachte und es mich irgendwie noch genauso gekriegt hat wie damals. Es ist nicht die Musik, es ist das Gesamtkunstwerk, möchte ich anmerken 😉

Susanne kenne ich aus meiner Rostock-Zeit und da direkt seit dem ersten Semester. An Rostock musste ich am Mittwoch ganz stark denken, als ich auf dem Weg zum Hausarzt durch die Dunckerstraße mit ihren bunten Häusern lief. Der Himmel war blau, die Sonne schien und ein leichtes Lüftchen wehte. Ich fühlte mich direkt in die KTV versetzt und wurde extrem nostalgisch. Spontan fand ich es unerträglich, dass ich nicht einfach noch zehn Minuten bis zum Stadthafen weiterlaufen konnte und dass Berlin eben leider nicht am Meer liegt. Die sofortigen Umzugspläne an die Ostsee sind dann aber doch im Sande verlaufen, als ich an der Danziger ankam und dort dann zum Beispiel den neapolitanischen Pizzaladen sah, in dem wir neulich waren. So etwas gibt es in Rostock nun mal nicht. Trotzdem muss ich ganz bald wieder da hochfahren, aber eben nur zu Besuch.

Eine dritte Nostalgiewelle erreichte mich dann heute Abend, als ich nach einem Essen im Atame noch ein wenig um den Hackeschen Markt spazierte, wo ich früher immer meine Mittagspausen verbrachte. Hachseufz. Und dann gibt es da inzwischen wieder einen Bubble Tea-Laden, und zwar einen richtig guten und auch gut besuchten. Laut Foursquare-Bewertungen ist das Comebuy sehr authentisch taiwanesisch und ich bin guter Hoffnung, dass es sich eine Weile halten wird. An mir soll es nicht liegen, mein Triple Q Maracuja-Tee mit Ananas-Kokos-Gelee, Litschi-Gelee und Tapioka-Perlen war ohne Witz der beste Bubble Tea, den ich je getrunken habe.

So, da habe ich ganz schön was vor mich hin mäandert. Morgen treffen wir uns übrigens zum Wochenausklang noch mit dem Frühen Vogerl, seinen Eltern und dem Schurkenbeardie und dann beginnt nach einer Woche Erkältungsausfall wieder einmal der sogenannte „Ernst des Lebens“. Ernst war heute sogar im Fernsehen. So long!

Tagebuch-5 im März

Wie gut, dass ich Frau Brüllen in meinem Feedreader habe, so wurde ich direkt morgens daran erinnert, dass heute der 5. ist. Da ich krank bin, spielt das Datum nämlich in meinem Alltag gerade eine untergeordnetere Rolle, als es das im Büro tun würde. So aber kann ich mich trotzdem der Frage widmen: WMDEDGT?

Ich erwache kurz vor 9 aus Urlaubsträumen (Sizilien, Sonne, Essen!) und kann natürlich erstmal ganz in Ruhe liegen bleiben und die Nachrichtenlage checken. Dabei stelle ich fest, dass es auch heute wieder ein Schnupfentag wird – seufz. Irgendwann wären freies Durchatmen und ein Alltag ohne lauter durchgeweichte Taschentücher auch mal wieder schön – ich beneide jeden, der eine Erkältung einfach innerhalb von 1-2 Tagen wegschwitzen bzw. ausschlafen kann. Bin jetzt bei Tag 6, trotz jeder Menge Schlaf, Ruhe, Flüssigkeit und Vitaminen.
Gegen 10 stehe ich auf, füttere die Katzen, nehme meine Medizin und koche die erste Kanne Tee des Tages. Dann mache ich einen Smoothie aus tiefgefrorenen Pflaumen (Danke an Pia für die Inspiration!), Banane, Blutorange, Ingwer, frisch gepresstem Mandarinensaft (die Schale geht so schwer ab…) und Sauerkirschsaft.

Die Beatsteaks übernehmen radioeins freundlich, während ich mir den Abwasch vorknöpfe. Dann frühstücken wir ausführlich und ab kurz vor 12 liege ich auf dem Sofa und ruhe mich aus. Ich schaue ein paar Serienfolgen und lese mich durchs Internet, dann machen die Kopfschmerzen nicht mehr mit und ich schmökere stattdessen in meinen Kochbüchern.

Wenig überraschend macht mich das hungrig und so landen Reste auf dem Teller. Es gibt jamaikanisches „Rice and Peas“, Cassava und frittierte Bananen mit einem ordentlichen Klecks Chili-Sauce drauf. Danach bin ich satt und schläfrig und als die Katzen sich zu mir aufs Sofa gesellen stehen alle Zeichen auf Mittagsschlaf.

Als ich wieder aufwache, ist mir kalt und meine Beine schmerzen: Die Katzen haben sich einfach zu breit gemacht und als braver Mensch wickelt man sich natürlich drumherum und zieht dem Kater nicht die Decke weg. Ich mummele mich also schnell warm ein und fange dann an, mit einer Freundin zu chatten, deren Blog ich Euch ausdrücklich ans Herz legen möchte. Sie ist derzeit in Vancouver und macht sich bald über Maui, Singapur und Thailand auf den Rückweg in ihre Wahlheimat Hamburg. An dieser Stelle passt es auch ganz gut, endlich mal wieder zu MuTZ zu verlinken, einer anderen Freundin, die gerade mit dem Fahrrad durch Südfrankreich unterwegs ist und sehr vergnüglich darüber bloggt. Meine Reiselust ist übrigens auch wieder entfacht: Seit gestern ist meine Teilnahme am Blog-und-Koch-Workshop in Sizilien bestätigt. Das Bezahlen hat zum Glück noch ein Weilchen Zeit, aber ich kümmere mich dann jetzt schon mal um einen Flug (danke, Flugmeilen!).

So langsam sind die Miezen im Abendbrot-Modus, so dass wir da bestimmt bald nachgeben werden. Unser Abendbrot besteht heute dann aus selbst gemachtem Sushi – mit Ingwer und Wasabi gegen die verstopften Nebenhöhlen! 

Jamaikanisches Essen – Woche 2

Dieses war der erste Streich und der zweite folgt zugleich. Da ich gerade total erkältet bin und nur noch in die Wanne, bzw. ins Bett möchte, fasse ich mich mal kurz und wünsche Euch viel Spaß beim Nach-Jamaika-Träumen…

Mandarinen frisch aus dem Garten.
Ebenso wie diese Sour Oranges, die wir dann ausgespresst haben und mit Wasser und Zucker zu Limonade verarbeitet haben:

Im Garten standen aber auch Kokospalmen, so dass wir es für einen Drink und einen kleinen Snack zwischendurch nicht weit hatten:

Ein Bild des Ital-Stews, für dass es demnächst nochmal eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Fotos gibt.
Red Snapper, mariniert für den Grillabend
Jerk Chicken und Red Snapper auf dem Jerk-Grill

Ein Soursop, auch Sauersack und Guanabana genannt. Angeblich kann der sogar Krebs heilen. Wir versuchten es mal traditionell mit dem Saft daraus, vermischt mit Kondensmilch und Muskat:

So sieht eine Jackfruit frisch aus – bisher kannte ich die nur als Chips oder im Curry.  Das Essen ist eine sehr klebrige Angelegenheit, aber dafür mal was Anderes und fruchtig lecker. Gegessen wird das die Kerne umgebende Fruchtfleisch, so dass es ein bisschen ist, als würde man Litschis naschen.

Yam, grüne Bananen und Dumplings

Curry Goat und Bammy (Cassava-Kokos-Puffer)

Eine Ladung Breadfruits

Das Pendant zum Soursop: Der Sweetsop. Kennt man auch als Zimtapfel oder Custard Apple und wird ebenso gegessen wie eine Jackfruit.

Auf dem Teller liegen noch Papaya, Mango und Sweetsop. In der Hand halte ich die Naseberry, die wir in der ersten Woche gefunden hatten. Reif schmeckt sie ein bisschen wie eine getrocknete Feige und sieht dabei aus wie eine Kiwi.

Breadfruit, frittierte Bananen und Callaloo
Mit Kokosflocken panierte Garnelen mit Mango-Chutney kurz vor dem Rückflug

Was wir so mitgebracht haben: Honig, zwei Sorten Rum, Kaffee, diverse Marmeladen, Chilisauce, Tees, Zimtblätter, Muscheln und viele, viele Rezepte…

Jamaikanisches Essen – Woche 1

Was ist das Wichtigste an so einem Urlaub? Richtig: das Essen. Also zumindest, wenn man nicht über Wochen in der Wildnis wandert und sich freut, wenn es den Kartoffelbrei mal warm statt kalt gibt. Und ja, das Meer, die Sonne, die Natur usw. sind auch wichtig. Sagen wir, das Essen ist das Tüpfelchen auf dem i. Und wie immer habe ich fleißig dokumentiert und kann Euch nun ein wenig über jamaikanisches Essen berichten. Zunächst Woche 1, damit wir uns nicht übernehmen…
Das Frühstück am ersten Morgen wartete neben ordinären hart gekochten Eiern mit allerlei landestypischen Leckereien auf. Da wäre ganz oben das Spice Bun, eine Art Bananenbrot mit diversen Gewürzen der Region. Deutsche Gaumen haben sofort weihnachtliche Assoziationen, aber in der Karibik sind Piment, Muskat, Zimt, Nelken etc. ganz alltäglich. Dazu gab es frittierte Breadfruit und Bammy, eine Art Reibekuchen aus Cassava (Maniok) und Kokosmilch. Unten rechts seht Ihr Callaloo, ein Gericht aus gedünstetem Blattgemüse mit Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Chili. Callaloo gibt es in vielen Ländern, das Blattgemüse ist aber ja nach Region ein anderes. Wenn ich dem Internet glauben kann, bezeichnet man in Jamaika so die Blätter der Amaranth-Pflanze.
Am Abend gab es zum Beispiel frittiertes Hähnchen in einer süß-scharfen Sauce, dazu Rice and Peas (Reis mit Kidneybohnen und Kokosraspel), Gemüse (hier Mangold mit Möhren, Chili usw.) und Salat.
Das war ein typisches Frühstück: Spiegelei (eher frittiert als gebraten) mit Callaloo, Dumplings, frittierter Banane, Brot und Erdnussbutter.
Darf ich vorstellen: Festival, ein frittiertes Teigdings aus Maismehl.
Ein Roots-Drink. Wurzeln, Obst, Pflanzenteile und Gewürze werden zu einem heilsamen Getränk verwurstet, in diesem Fall schmeckte es ähnlich wie amerikanisches Root Beer, aber ohne Kohlensäure, dafür mit einem deutlichen Guaven-Anteil. Mehr gesund als lecker, aber durchaus trinkbar.

Otaheiti Apples – schmecken wie irgendwas zwischen Birne, Stern- und Drachenfrucht.

DAS jamaikanische Frühstück überhaupt: Ackee und Saltfish, dazu in diesem Fall Pancakes.

Ackees dürfen erst verkauft werden, wenn sie sich geöffnet haben und ein für den Menschen giftiges Gas entfleucht ist. Danach kann man das gelbe Fruchtfleisch herauslösen und verarbeiten.
Pancakes mit frischer Ananas und Sirup. Der „Saft“ im Hintergrund wäre in Deutschland ein Fruchtsaftgetränk (Mango-Karotte mit ordentlich Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffen)

Zuckerrohr wird geschält und der Länge nach geviertelt. Dann kann man darauf herumkauen, bis der Zuckersaft raus ist. Die holzigen Fasern werden ausgespuckt.
Getränke sind im allgemeinen süß. Viel zu süß für unseren Geschmack. Die einzigen, die man auch in größerer Menge gut trinken kann sind Cranberry Wata und die Grapefruit-Limonade Ting.

Grüne Bananen im Supermarkt. Bananen werden sowohl grün als auch reif verkauft, verarbeitet und verzehrt. Dabei werden die Grünen hauptsächlich gekocht. Unsere Kochbananen sind das aber nicht, die heißen Plantains und ihr werdet sie weiter unten nochmal sehen.
Das ist eine Naseberry, noch nicht ganz reif. Wir haben sie ein paar Tage liegen lassen und im zweiten Post seht Ihr dann, was daraus geworden ist.

Ein Rum Punch. Als ich nach dem Rezept fragte bekam ich die Antwort: Du kaufst Fruit Punch und machst Rum rein (und Limetten, Zucker und Eis. Ist das Ergebnis nicht rot, kommt noch Lebensmittelfarbe dazu). Man darf also experimentieren…

Frittiertes Hähnchen mit Dumplings

Hausgemachte Chili-Sauce in einer Saftflasche
Papayas und eine Mango

Einmal vegetarisch bitte: Wir lassen das Fleisch weg und haben dann nur noch Rice and Peas und Gemüse
Kaffeebeeren direkt am Strauch

Frisch geerntete Plantain-Staude fürs Frühstück

Fritters über dem offenen Feuer ausgebacken. Der Koch von Welt greift statt zum Weinglas zum Spliff.

Frühstück: Fritters, frittierte Plantain und Chocho.
Grapefruit – deutlich süßer und weniger bitter als hier bei uns

Juneplum-Juice mit Zucker, Limette und Ingwer

Gedünsteter Fisch, Rice and Peas und Gemüse
Frittierter Fisch, Plantain und Festival
Das Essen der zweiten Woche zeige ich Euch demnächst, u.a. I-Tal Stew, Jerk Chicken und frische Kokosnuss…

Guacamole oder Die Burrito-Nostalgie

Neulich saß ich mit meinem Bruder beim Abendessen und er schwärmte mir von der Guacamole vor, die er in den Staaten frisch zubereitet im Supermarkt kaufen kann. Aus seiner Beschreibung entnahm ich, dass sie dort zumindest nicht anders gemacht wird, als ich sie auch selbst zuhause zubereite. Am nächsten Tag kaufte der Mann nichtsahnend eine Avocado und bat mich, Guacamole daraus zu machen. Manchmal gibt es ja merkwürdige Zufälle. Beim Essen erzählte ich ihm dann von dem Bericht meines Bruders und geriet darüber ins Guacamole-Sinnieren…

Die beste Guacamole Berlins gibt es meiner Meinung nach bei dolores, vor allem gibt es dort auch die besten Tortilla-Chips dazu – einfach aus den übrig gebliebenen Tortillas hergestellt, die sie für ihre Burritos nutzen, dünn, knusprig und mit nur wenig Fett und Salz. Nicht, dass ich etwas gegen Fett und Salz hätte, aber ich vermute, dass diese Herstellungsform traditioneller ist als alles, was man so in Tüten kaufen kann. Schmeckt jedenfalls gemeinsam mit der puristischen Guacamole hervorragend.

Immer, wenn ich ans dolores denke, erinnere ich mich auch daran, wie ich das erste Mal dort war. Damals wohnte ich noch nicht in Berlin, sondern war nur für ein paar Wochen für ein Praktikum in der Stadt. Das war 2007. In Rostock, wo ich damals studierte gab es nur so ein typisches Tex-Mex-Restaurant mit zwei Filialen und die Burritos dort hatten nichts mit denen zu tun, die ich zwei Jahre vorher in Chicago geradezu verschlungen hatte.

Das war auf einem spontanen Wochenend-Trip während meiner Zeit in Toronto. Ich war seit gerade einmal zwei oder drei Wochen in Kanada und hatte ein paar Engländer kennengelernt, die übers Wochenende in Chicago Freunde besuchen wollten und mich einluden, mitzufahren. Ich zögerte nicht lange und nach einer ungefähr zehnstündigen Autofahrt inklusive aufreibender Befragung an der US-Grenze (Was machen wohl eine Deutsche, drei Engländer und ein Engländer mit kanadischem Pass mitten in der Nacht in einem Mietauto irgendwo in der Nähe von Detroit?), kamen wir dann auch tatsächlich in der windy city an. Wir schliefen uns erst einmal aus und schauten uns dann die Stadt an. Zum Essen gingen wir zu Chipotle und ich aß meinen allerersten Burrito.

Was mir natürlich keiner gesagt hatte, war dass das eben kein mexikanischer Burrito war, sondern eher ein kalifornischer. Daher konnte ich in Rostock auch keinen finden – ich glaube zu dem Zeitpunkt konnte man in Rostock nichtmal Koriandergrün kaufen. In Berlin war es dann das dolores-Schild in Avocado-Form, das mich zu meinem Glück führte. Wir waren gerade zu Dreharbeiten am Alex unterwegs und ich sollte die nächsten zwei Stunden auf dem Dach des Haus des Lehrers verbringen. Vorher wollte ich mir noch schnell was zu essen holen und zum Glück sprang mir da das Avocado-Schild ins Auge. Mein Burrito* (mit Extra-Guacamole!) schmeckte genau so, wie ich ihn aus Chicago kannte und ich mümmelte ihn genüsslich – hoch über dem Alex, während die Kamera den Sonnenuntergang einfing.

Seitdem ist eindeutig klar**, was an gute Guacamole gehört: reife Avocados, frisch gepresste Limette, ordentlich Knoblauch, kleine Tomatenwürfelchen, ein wenig Salz und Chili sowie frisches Koriandergrün. Es wird auch nicht püriert, sondern nur zerdrückt, ein paar Avocado-Stückchen sollten immer bleiben – dann sieht das ungefähr so aus, wie auf dem einzigen Guacamole-Bild, dass ich gerade auf meinem Telefon gefunden habe:

*Mein Standard-Burrito, bis sie die Speisekarte umgestellt hatten, war: Burrito mit Lime Rice, Lime Tofu, Tomato Salsa, Black Beans, Sour Cream, Käse und Guacamole. Ab und zu wurde das Lime Tofu auch durch Mole Tofu ersetzt.
**Manche Menschen tun Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Crème fraîche und andere Dinge an ihre Guacamole, da werde ich dann immer ein kleines bisschen unglücklich…

Ein paar wenige Worte

Nur ein paar wenige Worte aus einem Text von Luisa haben mich heute von einer Minute auf die andere komplett euphorisiert (was in der aktuellen Stimmungslage in etwa so wahrscheinlich ist, wie dass unsere beiden kastrierten Miezen auf einmal einen Schwung Junge bekommen).

„The flavors and fragrances of Sicily“, „food artisans“, „aperitivo hour“, „the language of food„, „picnic under the blossoming citrus groves“…
Eigentlich war das Jahr urlaubstechnisch einigermaßen durchgeplant, sowohl was die Zeiträume, als auch was das Budget angeht. Und plötzlich saß ich in der Klemme: Wenig macht mich so glücklich wie Sonne und gutes Essen. Was mich letztes Jahr nach Sizilien zog, war vor allem genau das – Sonne, Essen, Aromen, Orangen, Mandeln, Pistazien… Seit ich das Glück hatte, ein paar Jahre lang die Freuden der hausgemachten italienischen Küche aus erster Hand erleben zu dürfen, reicht allein der Gedanke daran, um mein Herz höher schlagen zu lassen. Und die besagten „citrus groves“ sind der Ort, an dem ich letzten März wie ein aufgeregter Teenager völlig hin und weg von auf und ab gelaufen bin und mir Taschen und Mund voller Früchte gestopft habe, während der Mann sich über mein Glück freute – im Nachhinein neben dem Abendessen im Wohnzimmer des Agriturismo Due Ganée (alles selbst gemacht aus eigenem Anbau!) und dem Aperitivo in Siracusa DER Höhepunkt der Reise.
Die Möglichkeit, ein paar Tage mit solchen Glücksgaranten zu verbringen, dazu noch Luisa und Rachel persönlich kennenzulernen, mich sowohl kulinarisch als auch intellektuell und kreativ weiterzubilden und das gute Gefühl, dass der Mann das alles so gut nachvollziehen kann und unterstützt, könnte nun dazu führen, dass ich bald unvernünftig viel Geld für ein paar glorreiche Tage ausgeben werde. Aber wie sagte ein Freund mir heute so schön: Wann, wenn nicht jetzt? Im Moment habe ich die Möglichkeit dazu, wer weiß was in ein paar Monaten ist? In zwei Jahren werde ich nicht mehr an das viele Geld denken, wohl aber an das, was ich erlebt habe. Und: Was ist vernünftiger, als Dinge zu tun, die einen glücklich machen? Eben…*

*Wer von meinen Freunden noch nicht weiß, was er/sie mir dieses Jahr zum Geburtstag schenken soll: Ich nehme Geldspenden für dieses Abenteuer dankend entgegen. Wer mitkommen möchte: Meldet Euch schnell, es gibt Gruppenrabatte! Hier noch ein paar Argumente:

Tagebuch-5 im Januar

Und zack ist schon wieder der 5. und Frau Brüllen fragt: WMDEDGT?

Dieser Montag war für mich ein Sonntag, da ich am Sonnabend gearbeitet habe. So konnte ich, während die halbe Timeline darüber jammerte, dass die Ferien vorbei sind, gemütlich bis kurz vor 10 ausschlafen und dann ganz entspannt in den Tag gleiten. Nach dem üblichen morgendlichen Timeline-Checken, der Blogrunde etc., setzten wir uns zu einem gemütlichen Frühstück zusammen. Danach verzog ich mich mit den Katzen erst einmal auf die Couch und fröhnte meiner neuen Leidenschaft, Wordfeud.

Am Nachmittag suchte ich dann alle ärztlichen Befunde der letzten Jahre zusammen und machte mich auf den Weg zu meinem neuen Hausarzt. Der erste Eindruck ist auf jeden Fall sehr gut, schon alleine die Aussage, dass er sich das alles in Ruhe durchlesen wird und ich dann nächste Woche wieder auf der Matte stehen soll, gefällt mir sehr gut. Spricht dafür, dass er wirklich daran intereressiert ist, die Gründe für meine ständigen Krankheiten herauszufinden. Ausgestattet mit Terminen und Überweisungen verließ ich die Praxis dann in Richtung Kieser Training, wo ich mich dann auch recht tapfer schlug – nur ein Gerät macht mir im Moment schmerzhaft zu schaffen, ansonsten war ich ein kräftiges Superloosy.

Nach dem Sport hieß es, Besorgungen machen. Ein Brief brauchte eine Marke (der erste mit inzwischen 62 Cent Porto…) und der Kühlschrank hatte Hunger. Ebenso wie ich scheinbar, denn ich kaufte Essen für eine ganze Garnison. Vollgepackt bis untern Rand kam ich völlig außer Puste zuhause an und musste nach dem Katzenfüttern erstmal kurz auf der Couch entspannen. Merke: Nach dem Training den Rucksack nicht zu voll nehmen.

Nach noch mehr Wordfeud stellte ich mich dann freudig (und hungrig) an den Herd und brutzelte mir ein schönes Thai-Curry zusammen – mit Shiitake-Pilzen, Zucchini, Auberginen, Spinat, Knoblauch, Zwiebeln, frischem Ingwer, frischer Curcuma, Tofu, Sojasauce, Fischsauce, Sriracha-Sauce, Kokosmilch, Koriandersamen, Koriandergrün, Kaffirlimettenblättern, Chili, Zitronengras, Mangopulver und Kokosmilch. Bis auf die Pilze, das Gemüse und den Tofu habe ich das alles inzwischen vorrätig (Koriandergrün war noch vom Silvesterfestmahl übrig), was ein sehr gutes Gefühl ist.

jhzuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu6
#tgffffr (das hat Noosa geschrieben)

Beim Essen gab es die neuste Folge The Good Wife, danach den Abwasch (die Spülmaschine ist kaputt, eine neue steht nicht ganz oben auf der Prioritätenliste) und diesen Blog-Eintrag. Jetzt werde ich noch ein wenig lesen und dann wird geschlafen, denn der morgige Dienstag ist ja dann mein Montag.