Tagebuch-5 im August – Urlaubs-Edition

Es ist der 5. des Monats, Frau Brüllen fragt: WMDEDGT? und ich reagiere so:

Nach dem übervollen, aber wundertollen Tag gestern lasse ich es heute deutlich ruhiger angehen, denn mein Urlaub soll ja nicht in Stress ausarten. Deswegen bleibt der Wecker wieder umgestellt. Trotzdem wache ich kurz vor 6 das erste Mal aus, weil ein kalter Wind mir um die Schultern weht. Fröstelnd mache ich die Fenster zu, die wir aufgrund der gestrigen Hitze sperrangelweit und auf Durchzug geöffnet hatten. Dann kuschele ich mich wieder zurück ins Bett und als ich das nächste Mal die Augen öffne ist es schon nach halb 9 und der Hase bereits aufgestanden.

Ich schaue kurz auf dem Handy nach, was im Internet so los ist und stehen dann auf und mache Frühstück. Dabei wandern Erdbeeren, Pflaumen und eine Banane mit etwas Milch in den Mixer und wir brauchen die Reste des selbstgebackenen Brotes auf – heute wird also wieder gebacken werden. Nach dem Essen zieht mich erst einmal das Sofa magisch an und ich verblogge den gestrigen Tag und verbringe dann mehrere Stunden mit wichtigen Recherchetätigkeiten. 
Dann kämpfe ich mit den unfreiwilligen Dreadlocks in meinem Haar, die sich weder durch Detangling Spray noch spezielle Bürsten komplett beseitigen lassen. Als ich bereits völlig abgekämpft bin, kapituliere ich und lasse den Hasen eine dicke Strähne abschneiden – ist immer noch genug da. Danach habe ich mir zur Erholung ein gemütliches langes Bad verdient – seitdem klar ist, dass wir fürs letzte Jahr eine NebenkostenRÜCKzahlung von 400 € bekommen, beschwert sich der Hase auch gar nicht mehr über meine Badeaffinität. Stattdessen bäckt er Brot, was eine viel bessere Nutzung seiner Energiereserven darstellt. 😉
Dann war ich aber auch endlich dran mit Aktivität. Denn auch, wenn ich für alles andere zu faul bin: Kochen und Backen geht irgendwie immer. Zuerst wagte ich mich an die lackierte Pflaumentarte von Mme. Fleur de Sel, die allerdings erst morgen verkostet und dann gegebenenfalls auch verbloggt wird. Lecker genug duften tut sie in jedem Fall.

Danach war es schon Zeit für die Vorbereitung des Abendbrots – zum Mittag hatte es nur Schokolade gegeben, daher war der Hunger groß und das Essen stand ausnahmsweise schon gegen 19 Uhr auf dem Tisch. Es gab einen lauwarmen Kartoffel-Bohnen-Salat mit Ei, Wildkräutern und Vinaigrette und dazu das frisch gebackene Brot sowie einen grünen Nachtischsalat mit einem Zitrone-Sahne-Dressing.

Nach dem Essen schwangen wir uns auf unsere Räder und fuhren quer durch den Prenzlauer Berg zu unserer kleinen Piraten-Pflegekatze. Da sie nach ihrer Operation noch ordentlich aufgepäppelt werden muss, versorgen wir sie mit verschiedensten Futtersorten, Leckerlis und Streicheleinheiten.

Wieder zuhause angekommen, mache ich auch unser Katzenklo sauber und dann verziehen wir uns mit Katzen, Mango-Fruchtsecco und einem Film aufs Sofa. Gute Nacht allerseits!

So summer, much love

Gestern war ein wundervoller Sommerferientag für mich. Obwohl ich wirklich die ganze Zeit unterwegs war und heute zum Ausgleich erstmal ein wenig Ruhe brauche, waren die vielen Dinge, die ich erlebt habe, jedes für sich wirklich toll und ganz unspontan war das ganze auch nicht, denn von den sechs Programmpunkten waren nur drei vorher verabredet, die anderen drei ergaben sich im Laufe des Tages.
Gleich morgens traf ich mich mit der lieben @fraumierau, um mir meine Kuchenform wieder abzuholen, die am Sonntag bei ihr gelandet war. Zusammen mit den beiden Kindern, von denen ich ja spätestens seit Sonntag riesiger Fan bin, gingen wir ein Eis essen und dann auf den Spielplatz, wo ich von den Kiddies vielseitig eingesetzt wurde: zum Wasser bringen, Kuchen backen, Burgen bauen und beim Klettern auffangen. Hätte ich nicht noch andere Verabredungen gehabt, ich wäre am liebsten den ganzen Tag geblieben (und der Hase scheint mir jetzt ein wenig eifersüchtig zu sein, denn er hat starke knapp 3-jährige Konkurrenz bekommen!). 
Als die Mittagszeit heranrückte, riss ich mich dann allerdings doch los, klopfte mir Sand und Matsch von der Hose und fuhr mit S- und U-Bahn raus zum Strandbad Jungfernheide, wo ich mit dem Mann und einer lieben Freundin ein paar Stunden mit Baden, Sonnen, Picknicken und Quatschen verbrachte. Die Verabredung dazu entstand übrigens morgens auf dem Weg zu den Mieraus. Spontanität können wir. Ich war ja zunächst ein wenig skeptisch und fragte mich, warum ich denn für Baden mit Eintritt bis tief in den Westen fahren sollte, wo wir doch Weißen See, Orankesee und Co. quasi um die Ecke haben. Dann war das Bad aber doch sehr schön und nicht einmal besonders voll, so dass wir vielleicht demnächst nochmal die Strecke auf uns nehmen. 
Der nächste Termin war dann wieder von langer Hand geplant und hatte eigentlich überhaupt nichts mit Urlaub zu tun: Ein Gespräch mit meinem Bankberater. Allerdings hatte ich diesmal zum ersten Mal den Hasen dabei und weiß jetzt, dass solche Gespräche auch extrem lustig sein können. Innerhalb von zwei Minuten fing der Hase an, meinen Bankberater zu duzen. Dann gaben sie sich relativ schnell Döner- und Clubtipps und tauschten sich über ihre Anlageerfahrungen aus. Am Ende verließen wir die Filiale allesamt per Du miteinander und mit wertvollen Tipps und ohne etwas unterschrieben zu haben. Kann man so machen. Ich glaube demnächst nehme ich den Hasen auch mit, wenn ich mit Ärzten oder meinem Chef rede und setze Telefonkonferenzen mit Finanzamt und Versicherungsheinis und ihm an. 
Wir machten einen kurzen Zwiscchenstopp zuhause, fütterten die Katzen, hängten die Wäsche auf und der Hase kaufte sich Tickets fürs Reggae Jam im nächsten Jahr. Dann war es auch schon wieder Zeit für den letzen regulären Termin des Tages: Das Hochzeitstag-Essen (39 Jahre!) mit meinen Eltern im Gorki Park. Wir futterten uns durch eine gigantische Vorspeisenplatte mit eingelegten Pilzen, Rote Beete-, Möhren- und Rettich-Apfel-Salat, Ei mit Kaviar, Heringstatar, Schinken und mehr und kämpften uns dann im Hauptgang durch verschiedene Varianten von Pelmeni und Wareniki – alles bei sommerlicher Hitze, wohlgemerkt. Deswegen verzichteten wir auch auf Vodka und schwere Desserts und holten uns lieber noch schnell ein veganes Sorbet bei Süße Sünde nebenan – ich hatte Himbeer-Ingwer und war sehr zufrieden mit meiner Wahl.

Als nächstes folgte ein Besuch bei unserem Stamm-Katzensitter (vormittags auf dem Spielplatz verabredet), dessen Mieze unser Nimbin neulich Blut gespendet hatte. Das Tierchen ist inzwischen deutlich gesünder und fideler, so dass unser Freund mal für ein paar Tage wegfahren kann und wir in der Zwischenzeit die Fütterung übernehmen werden. Ein bisschen herzerweichend sieht das Kätzchen allerdings doch aus – mit nur noch einem Auge, nachwachsendem Haar an den ehemals rasierten Hinterbeinen und verbundenem Sonden-Schnitt am Hals. Aber es geht aufwärts und wir werden sie in den nächsten Tagen auf jeden Fall ordentlich füttern, damit sie wieder zu Kräften kommt.

Diesen wundervollen Tag mit lauter netten Menschen, Kindern, Katzen, Sonne, Eis, Baden, gutem Essen und viel Gelächter ließen wir dann noch mit lieben Nachbarn in deren Garten ausklingen – eine Verabredung, die wir im Strandbad getroffen hatten. Erst nach Mitternacht liefen wir dann durch die dunklen Gärten zurück nach Hause, wo uns unsere eigenen Miezen schon sehnsüchtig und mit Appetit auf einen kleinen Betthupferlsnack erwarteten.

Ein wundervoller Sommertag mit viel mehr Programm als ursprünglich gewollt und geplant, aber eben auch genau richtig, um leere Akkus ordentlich aufzutanken. Danke an alle Beteiligten!

Endlich wieder Sommerferien

Was habe ich mich auf diesen Moment gefreut. Zum allerersten Mal seit ich weiß nicht wann – wahrscheinlich seit über fünf Jahren, denn so lange arbeite ich schon in meinem aktuellen Job – habe ich im Sommer einfach mal so frei. So ohne wegfahren, meine ich. Nicht, dass wegfahren nicht total super wäre und normalerweise bin ich auch strenge Verfechterin der Lehre, dass man im Urlaub gefälligst reisen soll (wann denn sonst? eben!), aber ab und an braucht man brauche ich auch einfach dieses ausgedehntere Stück Zeit zum Nichtstun, zum In-den-Tag-hinein-leben. Einfach mal morgens noch nicht genau wissen, was man abends machen wird, tief durchatmen und sich einfach treiben lassen.



Einfach mal Nichtstun

Da ich dieses Jahr schon zweimal relativ teuer Urlaub gemacht habe, habe ich meinem Konto und mir und mir für diesen Urlaub einfach Ferien wie früher verordnet. Dazu noch im Sommer und dazu noch in Berlin, wo also an jeder Ecke ein Park, ein See, ein Eis locken. Normalerweise verbringe ich den Sommer arbeitend im Büro, reisend im Urlaub, wochenendtrippend irgendwo in Deutschland oder krank im Bett. Einfach mal Zeit zu haben und trotzdem in Berlin zu sein, das ist echt was anderes, das ist wie wieder Sommerferien haben.

Allerhöchstens noch dem Kater den Kopf halten, damit er besser schlafen kann

Wahrscheinlich wäre ich nicht ich, wenn es nicht trotzdem bereits ein paar Termine gäbe, die betreffen aber alle solche Sachen, die auch anstünden, wenn ich arbeiten wäre und so kann ich wenigstens drumherum urlaubern. Ein paar Dinge endlich mal erledigen möchte ich auch, aber abgesehen davon ist der große Plan, keinen Plan zu haben. Wenige Treffen mit Freunden und den Eltern sind bisher angedacht, bisher nur einer mit fester Uhrzeit. So kann ich arbeiten.

Das Draußen lockt

Ansonsten möchte ich viel lesen, viel schreiben, viel draußen sein (vor allem viel an, im und auf dem Wasser), Obst pflücken und verarbeiten, gut Essen (eh immer), mir die Sonne auf den Bauch und ins Gemüt scheinen lassen und eben einfach: Sein, ohne ständig die Uhrzeit im Rücken zu haben. Mal schauen, wie gut ich das hinbekomme. Gut geklappt hat es zum Beispiel schon am Freitagabend beim Karaoke, wo ich tatsächlich erst das erste Mal wieder auf die Uhr gesehen habe, als andere Leute Ermüdungserscheinungen zeigten und dann doch auch mal nach Hause wollten. Da war es kurz nach 3 und ich noch nichtmal zu drei Vierteln ausgesungen.

Berliner Spezialitäten testen

Der Samstag verlief dementsprechend tiefenentspannt und langsam, mit „Kuchen backen“ als einzigem Programmpunkt. Und der war erst für einen wunderschönen Sonntagsausflug samt Bloggertreffen und Fremdkinderbespaßung (Eigentlich haben die Kinder eher uns bespaßt, ich bin großer Fan der beiden!). Geschwommen bin ich dort auch und hätte ich mir im See nicht irgendwas in den Fuß gerammt, wäre das ein ganz und gar vorbildliches Wochenende geworden. Aber irgendwas ist ja immer und der Hase ist ja gut im Verband anlegen. Es soll mich nicht von weiteren Badereien abhalten…

Toller Kaffee und toller Kuchen beim Sonntagsausflug


Solche Nachbarn möchte ich auch, die einfach Kuchen vorbeibringen

Pflaumen aus dem Hof

Sommerliches Abendbrot


Und immer: Eis


Der Tag des Kuchens

Dieser Tag wird in unserem Büro als „Der Tag des Kuchens“ in die Geschichte eingehen. Seit Monaten beobachte ich ja bereits auf Instagram den Backmarathon, den Luisa für ihr Buch hinlegt. Es wird ein deutsches Backbuch für den amerikanischen Markt und mehrmals die Woche steht Luisa mit ihrer Praktikantin Maja in der Küche und bäckt. Sie backen Unmengen an Kuchen und irgendwer muss den ja dann auch essen.

Auf der Rückreise aus Case Vecchie hat Luisa mir erzählt, dass sie nach all der Zeit keinen Kuchen mehr sehen kann und auch ihr gesamtes Umfeld schon ständig mit Kuchen versorgt. Auch ihr Mann bekommt regelmäßig etwas mit ins Büro. Das brachte mich dann auf die Idee, ihr mit meinen Diensten zu helfen und auch meine Kolleg_innen mal mit frisch Gebackenem von Luisa zu versorgen. Heute brachte dann ein Foto des Apfelstrudels den Stein ins Rollen und so fuhr ich in der Mittagspause in geheimer Kuchenmission nach Wilmersdorf.

Es passiert einem wahrscheinlich nicht allzu oft im Leben, dass man die richtige Station zum Umsteigen verpasst, weil man so in ein Buch versunken ist, das von der Person geschrieben wurde, die man gerade besuchen fährt. Mir ging es heute so. Mir fiel nach dem Sizilien-Trip auf, dass ich Luisas Buch damals in der deutschen Übersetzung gekauft hatte und dann wollte ich auf jeden Fall das Original lesen, deswegen habe ich es seit ein paar Tagen als E-Book auf dem Handy. Es hat mich zum Beispiel dazu inspiriert, gestern eine komplette Paprika in den Backofen zu legen, erst nach 40 Minuten wieder herauszuholen und dann zu schälen und mit den Fingern auseinanderzupflücken. Das mache ich jetzt auf jeden Fall öfter!

Zu den Nebenwirkungen gehört jedenfalls, dass ich jetzt schon zweimal meine Haltestelle verpasst habe, das zweite Mal eben heute auf dem Weg zu Luisa. Und dann stand ich endlich in der berühmten Küche, fachsimpelte über den Bienenstich meiner Oma und den optimalen Rosinengehalt von Stollen. Leider hatte ich nicht allzu viel Zeit, deswegen ging es sehr schnell daran, Kuchen einzupacken. Ich durfte fast den kompletten Apfelstrudel mitnehmen, außerdem ein Viertel Baumkuchen und fast ein halber Zimtkuchen, mehrere Stücke Bienenstich, ein großzügiges Ende Quarkstollen sowie eine dicke Scheibe Haselnusszopf. Wir bedankten uns überschwänglich beieinander – Luisa und Maja dafür, den ganzen Kuchen loszusein und nicht selbst essen oder unter die Leute bringen zu müssen und ich mich für den unverhofften Kuchensegen, der mir und meinen Kolleg_innen den Nachmittag verschönern würde.

Mein unmittelbares Team hatte ich vorher bereits eingeweiht, so dass bei meiner Rückkehr bereits eine Packung Vanilleeis zur Begleitung des Apfelstrudels bereit stand. Gemeinsam bauten wir dann ein Büffet auf und luden den Rest der Abteilung ein – jeder durfte sich nehmen, was er wollte und sollte dafür einzig eine Kritik abgeben, darauf hatte Maja bestanden. Natürlich ließ sich niemand lange bitten und innerhalb kürzester Zeit war alles verputzt (bis auf eine Kostprobe, die ich vorher für den Hasen beiseite geschafft hatte). Es hagelte positive Kommentare, Dank und warme Worte und die Bitte kam auf, das doch jetzt bitte zur Tradition werden zu lassen.

Per Mail bekam ich dann noch ausführlichere Bewertungen, zum Teil sehr elaboriert, die ich an Luisa weitergeleitet habe. Am Ende war noch fast die halbe Packung Eis übrig, die ich mir dann mit einer Kollegin noch teilte. Danach war ich sehr, sehr vollgefressen, komplett genudelt, sozusagen. Heute werde ich nicht mehr viel hinunter bekommen, aber für eine Fortführung dieser neuen Tradition bin ich auf jeden Fall – nicht nur wegen des Kuchens, sondern auch, um mir immer wieder bewusst zu machen, dass ich den Zauber dieser Woche in Sizilien – die Atmosphäre, die Gespräche, die gemeinsame Begeisterung für Essen… Note to self: Ich muss darüber noch ausführlicher bloggen! – mit einer einfach U-Bahnfahrt wieder heraufbeschwören kann. Zum Glück hat Luisa in den nächsten Wochen noch etwa 20 Rezepte vor sich, so dass sich hoffentlich noch mindestens eine weitere Kuchen-Tour ergibt…

Chip and Dip Day mit Neuland-Burger

Instagram informierte mich heute morgen darüber, dass heute in den USA der National Chip and Dip Day gefeiert wird. Da sich die Essenspläne für den heutigen Abend immer wieder änderten (selbst was kochen, mit anderen zum Döner-/Falafel-Essen treffen, Freunde einladen, dann schließlich doch sturmfreier Couch-Abend), blieb ich planlos bis ich zuhause eintraf. Dann überlegte ich, was ich denn Chip and Dip-mäßiges essen könnte und musste feststellen: a) Es sind keinerlei Chips im Haus und b) Chips selbst machen ist zeitaufwändig und ich will doch noch ein paar Serienfolgen weggucken. 
Also beschloss ich spontan, die Chips nicht amerikanisch, sondern britisch zu interpretieren und bestellte mir einfach ne Runde Pommes mit Mayo. Der Mindestbestellbeitrag lag um einiges höher, daher hüpften dann noch fix ein Burger (Neulandfleisch, Parmaschinken, Blattsalat-Mix, Tomate, saure Gurke und frische Champignons) und ein Tiramisu in den Warenkorb. Eigentlich sollte es eine Panna Cotta werden, aber ich bekam einen sehr netten Anruf, dass die leider grad erst frisch gemacht wurde und noch „warm und wabbelig“ sei. Dann also beim nächsten Mal. 
Ich war jedenfalls sehr begeistert über den Burger selbst, das Brötchen, die Kombination mit dem Parmaschinken und vor allem über die Pommes, die ganz lieferdienstuntypisch warm, bis zum Schluss knusprig und perfekt gewürzt waren. Bestellt habe ich übrigens bei Burger Dream auf der Danziger – und für diesen Blogeintrag bekam ich keinen roten Heller, falls Ihr Euch das fragt. Man muss ja auch einfach mal so was Nettes sagen können, oder?

Ausbeute vom #indiebookday

Wir gingen dann heute wie geplant raus und zwischen dringend wichtigen Dingen (Matratzenkauf! Eis essen! Tee trinken!) kehrten wir bei BuchZeiten ein und durchscannten die Regale nach Indieverlag-Büchern. Die interessanten von größeren Verlagen habe ich nebenbei auf meine Wunschliste beim bösen Onlinebuchhändler gekauft, bitte aber darum, wenn Ihr sie mir schenken wollt, doch bitte in der Buchhandlung um die Ecke zu kaufen, oder beim Verlag direkt zu bestellen. Dussmann find ich auch noch einen schönen Kompromiss, einfach, weil ich dort selbst so gerne bin und die Leute wissen, wovon sie reden.

Gekauft haben wir jedenfalls:
Die Häschen-Karten sind uns ja schon auf der Buchmesse aufgefallen. Berlin-Historie geht auch immer, vor allem, wenns um den Heimatbezirk geht bzw. ne Graphic Novel ist, und den Herrn Brüggemeyer las ich ja schon im Rolling Stone immer recht gerne – ganz zu schweigen vom Herrn Dylan. Wir hoffen jetzt einfach mal, dass sämtliche Verlage ausreichend Indie sind und ziehen uns zum Schmökern mit den Katzen aufs Sofa zurück.

Vieles im Kopf und nichts will raus

In den letzten Tagen war mein Blog oft und viel Thema, nicht bei Euch im Internet, sondern hier bei mir zuhause und in der Kommunikation mit Freunden. Ständig fange ich im Kopf Einträge an, die ich dann aber doch nicht schreibe. Es gibt so viele kleine Fitzeligkeiten, über die ich gerne schreiben würde, aber wie ein rundes Etwas fühlt es sich nicht an und so schreibe ich dann besser gar nicht. Muss ja aber auch nicht so sein, denke ich mir. Man kann ja auch schön hin und her mäandern, so macht das zum Beispiel Miz Kitty ja auch gerne. Dann mal los damit.

Zum Einen möchte ich Euch nochmal ganz ausdrücklich auf zwei reisebloggende Freundinnen von mir hinweisen. Susanne (derzeit in Vancouver) schreibt darüber, was Reisen mit einem macht. Mich machen ihre Texte auf jeden Fall immer reisefreudig – und ein bisschen neidisch, weil sie wirklich toll schreibt. Mutzelchen ist seit ein paar Tagen alleine mit ihrem Fahrrad in Südfrankreich unterwegs und schreibt und dichtet über ihre Erlebnisse mit Fahrradfeinden, Couchsurfing-Gastgebern und widrigen Winden. Sie kenne ich übrigens schon seit der 5. Klasse (man traut es sich kaum, das zu schreiben, aber es ist tatsächlich fast 21 Jahre her).

Kurz darauf, in der 6. Klasse und zwar genau jetzt Anfang März, habe ich mich übrigens selbst zum Kelly-Fan gemacht, irgendwie. Ich war bei einer Klassenkameradin und mir fiel ein Video der Kellys auf und da mir die Band grundsätzlich sympathisch war, ich aber kaum etwas von ihnen kannte, bat ich sie, das Video einzulegen. Ab diesem Tag hab ich es rauf und runter gesehen und alles was danach und davor kam natürlich auch. Obwohl ich dieser Jungendliebe heute nur noch ab und zu fröhne (ja, tue ich, immernoch, manchmal!), muss es Anfang März immer irgendwie sein. So auch heute, als ich den Vormittag mit demselben Video – inzwischen aber auf Youtube – verbrachte und es mich irgendwie noch genauso gekriegt hat wie damals. Es ist nicht die Musik, es ist das Gesamtkunstwerk, möchte ich anmerken 😉

Susanne kenne ich aus meiner Rostock-Zeit und da direkt seit dem ersten Semester. An Rostock musste ich am Mittwoch ganz stark denken, als ich auf dem Weg zum Hausarzt durch die Dunckerstraße mit ihren bunten Häusern lief. Der Himmel war blau, die Sonne schien und ein leichtes Lüftchen wehte. Ich fühlte mich direkt in die KTV versetzt und wurde extrem nostalgisch. Spontan fand ich es unerträglich, dass ich nicht einfach noch zehn Minuten bis zum Stadthafen weiterlaufen konnte und dass Berlin eben leider nicht am Meer liegt. Die sofortigen Umzugspläne an die Ostsee sind dann aber doch im Sande verlaufen, als ich an der Danziger ankam und dort dann zum Beispiel den neapolitanischen Pizzaladen sah, in dem wir neulich waren. So etwas gibt es in Rostock nun mal nicht. Trotzdem muss ich ganz bald wieder da hochfahren, aber eben nur zu Besuch.

Eine dritte Nostalgiewelle erreichte mich dann heute Abend, als ich nach einem Essen im Atame noch ein wenig um den Hackeschen Markt spazierte, wo ich früher immer meine Mittagspausen verbrachte. Hachseufz. Und dann gibt es da inzwischen wieder einen Bubble Tea-Laden, und zwar einen richtig guten und auch gut besuchten. Laut Foursquare-Bewertungen ist das Comebuy sehr authentisch taiwanesisch und ich bin guter Hoffnung, dass es sich eine Weile halten wird. An mir soll es nicht liegen, mein Triple Q Maracuja-Tee mit Ananas-Kokos-Gelee, Litschi-Gelee und Tapioka-Perlen war ohne Witz der beste Bubble Tea, den ich je getrunken habe.

So, da habe ich ganz schön was vor mich hin mäandert. Morgen treffen wir uns übrigens zum Wochenausklang noch mit dem Frühen Vogerl, seinen Eltern und dem Schurkenbeardie und dann beginnt nach einer Woche Erkältungsausfall wieder einmal der sogenannte „Ernst des Lebens“. Ernst war heute sogar im Fernsehen. So long!

Tagebuch-5 im März

Wie gut, dass ich Frau Brüllen in meinem Feedreader habe, so wurde ich direkt morgens daran erinnert, dass heute der 5. ist. Da ich krank bin, spielt das Datum nämlich in meinem Alltag gerade eine untergeordnetere Rolle, als es das im Büro tun würde. So aber kann ich mich trotzdem der Frage widmen: WMDEDGT?

Ich erwache kurz vor 9 aus Urlaubsträumen (Sizilien, Sonne, Essen!) und kann natürlich erstmal ganz in Ruhe liegen bleiben und die Nachrichtenlage checken. Dabei stelle ich fest, dass es auch heute wieder ein Schnupfentag wird – seufz. Irgendwann wären freies Durchatmen und ein Alltag ohne lauter durchgeweichte Taschentücher auch mal wieder schön – ich beneide jeden, der eine Erkältung einfach innerhalb von 1-2 Tagen wegschwitzen bzw. ausschlafen kann. Bin jetzt bei Tag 6, trotz jeder Menge Schlaf, Ruhe, Flüssigkeit und Vitaminen.
Gegen 10 stehe ich auf, füttere die Katzen, nehme meine Medizin und koche die erste Kanne Tee des Tages. Dann mache ich einen Smoothie aus tiefgefrorenen Pflaumen (Danke an Pia für die Inspiration!), Banane, Blutorange, Ingwer, frisch gepresstem Mandarinensaft (die Schale geht so schwer ab…) und Sauerkirschsaft.

Die Beatsteaks übernehmen radioeins freundlich, während ich mir den Abwasch vorknöpfe. Dann frühstücken wir ausführlich und ab kurz vor 12 liege ich auf dem Sofa und ruhe mich aus. Ich schaue ein paar Serienfolgen und lese mich durchs Internet, dann machen die Kopfschmerzen nicht mehr mit und ich schmökere stattdessen in meinen Kochbüchern.

Wenig überraschend macht mich das hungrig und so landen Reste auf dem Teller. Es gibt jamaikanisches „Rice and Peas“, Cassava und frittierte Bananen mit einem ordentlichen Klecks Chili-Sauce drauf. Danach bin ich satt und schläfrig und als die Katzen sich zu mir aufs Sofa gesellen stehen alle Zeichen auf Mittagsschlaf.

Als ich wieder aufwache, ist mir kalt und meine Beine schmerzen: Die Katzen haben sich einfach zu breit gemacht und als braver Mensch wickelt man sich natürlich drumherum und zieht dem Kater nicht die Decke weg. Ich mummele mich also schnell warm ein und fange dann an, mit einer Freundin zu chatten, deren Blog ich Euch ausdrücklich ans Herz legen möchte. Sie ist derzeit in Vancouver und macht sich bald über Maui, Singapur und Thailand auf den Rückweg in ihre Wahlheimat Hamburg. An dieser Stelle passt es auch ganz gut, endlich mal wieder zu MuTZ zu verlinken, einer anderen Freundin, die gerade mit dem Fahrrad durch Südfrankreich unterwegs ist und sehr vergnüglich darüber bloggt. Meine Reiselust ist übrigens auch wieder entfacht: Seit gestern ist meine Teilnahme am Blog-und-Koch-Workshop in Sizilien bestätigt. Das Bezahlen hat zum Glück noch ein Weilchen Zeit, aber ich kümmere mich dann jetzt schon mal um einen Flug (danke, Flugmeilen!).

So langsam sind die Miezen im Abendbrot-Modus, so dass wir da bestimmt bald nachgeben werden. Unser Abendbrot besteht heute dann aus selbst gemachtem Sushi – mit Ingwer und Wasabi gegen die verstopften Nebenhöhlen! 

Guacamole oder Die Burrito-Nostalgie

Neulich saß ich mit meinem Bruder beim Abendessen und er schwärmte mir von der Guacamole vor, die er in den Staaten frisch zubereitet im Supermarkt kaufen kann. Aus seiner Beschreibung entnahm ich, dass sie dort zumindest nicht anders gemacht wird, als ich sie auch selbst zuhause zubereite. Am nächsten Tag kaufte der Mann nichtsahnend eine Avocado und bat mich, Guacamole daraus zu machen. Manchmal gibt es ja merkwürdige Zufälle. Beim Essen erzählte ich ihm dann von dem Bericht meines Bruders und geriet darüber ins Guacamole-Sinnieren…

Die beste Guacamole Berlins gibt es meiner Meinung nach bei dolores, vor allem gibt es dort auch die besten Tortilla-Chips dazu – einfach aus den übrig gebliebenen Tortillas hergestellt, die sie für ihre Burritos nutzen, dünn, knusprig und mit nur wenig Fett und Salz. Nicht, dass ich etwas gegen Fett und Salz hätte, aber ich vermute, dass diese Herstellungsform traditioneller ist als alles, was man so in Tüten kaufen kann. Schmeckt jedenfalls gemeinsam mit der puristischen Guacamole hervorragend.

Immer, wenn ich ans dolores denke, erinnere ich mich auch daran, wie ich das erste Mal dort war. Damals wohnte ich noch nicht in Berlin, sondern war nur für ein paar Wochen für ein Praktikum in der Stadt. Das war 2007. In Rostock, wo ich damals studierte gab es nur so ein typisches Tex-Mex-Restaurant mit zwei Filialen und die Burritos dort hatten nichts mit denen zu tun, die ich zwei Jahre vorher in Chicago geradezu verschlungen hatte.

Das war auf einem spontanen Wochenend-Trip während meiner Zeit in Toronto. Ich war seit gerade einmal zwei oder drei Wochen in Kanada und hatte ein paar Engländer kennengelernt, die übers Wochenende in Chicago Freunde besuchen wollten und mich einluden, mitzufahren. Ich zögerte nicht lange und nach einer ungefähr zehnstündigen Autofahrt inklusive aufreibender Befragung an der US-Grenze (Was machen wohl eine Deutsche, drei Engländer und ein Engländer mit kanadischem Pass mitten in der Nacht in einem Mietauto irgendwo in der Nähe von Detroit?), kamen wir dann auch tatsächlich in der windy city an. Wir schliefen uns erst einmal aus und schauten uns dann die Stadt an. Zum Essen gingen wir zu Chipotle und ich aß meinen allerersten Burrito.

Was mir natürlich keiner gesagt hatte, war dass das eben kein mexikanischer Burrito war, sondern eher ein kalifornischer. Daher konnte ich in Rostock auch keinen finden – ich glaube zu dem Zeitpunkt konnte man in Rostock nichtmal Koriandergrün kaufen. In Berlin war es dann das dolores-Schild in Avocado-Form, das mich zu meinem Glück führte. Wir waren gerade zu Dreharbeiten am Alex unterwegs und ich sollte die nächsten zwei Stunden auf dem Dach des Haus des Lehrers verbringen. Vorher wollte ich mir noch schnell was zu essen holen und zum Glück sprang mir da das Avocado-Schild ins Auge. Mein Burrito* (mit Extra-Guacamole!) schmeckte genau so, wie ich ihn aus Chicago kannte und ich mümmelte ihn genüsslich – hoch über dem Alex, während die Kamera den Sonnenuntergang einfing.

Seitdem ist eindeutig klar**, was an gute Guacamole gehört: reife Avocados, frisch gepresste Limette, ordentlich Knoblauch, kleine Tomatenwürfelchen, ein wenig Salz und Chili sowie frisches Koriandergrün. Es wird auch nicht püriert, sondern nur zerdrückt, ein paar Avocado-Stückchen sollten immer bleiben – dann sieht das ungefähr so aus, wie auf dem einzigen Guacamole-Bild, dass ich gerade auf meinem Telefon gefunden habe:

*Mein Standard-Burrito, bis sie die Speisekarte umgestellt hatten, war: Burrito mit Lime Rice, Lime Tofu, Tomato Salsa, Black Beans, Sour Cream, Käse und Guacamole. Ab und zu wurde das Lime Tofu auch durch Mole Tofu ersetzt.
**Manche Menschen tun Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Crème fraîche und andere Dinge an ihre Guacamole, da werde ich dann immer ein kleines bisschen unglücklich…

So nämlich

Gestern vom Büro zum Kieser Training gelaufen, etwas über 5 km. Und dann eben auch noch trainiert. Gute Sache das, sowohl körperlich, als auch mental. Ein bisschen irritierend dann heute morgen erstmal all die neuen Schmerzen. Dabei war die Pause diesmal gar nicht so lang, gerademal zwei Wochen. Und die letzte große Runde zu Fuß (12,8 km) war noch keine Woche her. Da ist noch einiges zu tun an meiner Fitness.

To Do-mäßig war ich auch recht erfolgreich. Heute kam der Papierkram in die Mangel – Ablage von ca. 1,5 Jahren. Hat dann auch recht lange gedauert, am Ende bleibt ein kleiner Stapel mit noch zu erledigenden Dingen und ein riesiges Yippieh-Gefühl.

Was für Herz und Magen war dann 3in Kurzbesuch im Stamm-Café und später das Abendbrot in der Burgerie (Halloumi-Burger mit Spiegelei, getrockneten Tomaten und Guacamole, ausgebackene Kartoffelschalen mit Limetten-Pfeffer-Dip und hausgemachter Eistee. Und ein kleiner nostalgischer Gedankenausflug bei Pizza Nostra: Espresso und Sfogliatella in echt neapolitanischem Ambiente. Vorher sprachen wir noch mit Freunden über die Amalfi-Küste. Der Resturlaub von letztem Jahr muss ja auch noch verbraten werden, mal sehen, was uns dazu einfällt…