Update zu Mango-loosy

Hier kann man jetzt für meinen Mango-Beitrag abstimmen und ich wäre Euch natürlich sehr verbunden, wenn Ihr an der richtigen Stelle auf „Gefällt mir“ klicken würdet 😉

Mango-loosy

Ich habe bisher noch nie bei einem Blog-Wettbewerb mitgemacht, aber es gibt eine Kitchen Aid zu gewinnen und mir fiel sofort das Richtige zum Schreiben ein, also dachte ich mir: Warum nicht? (Zumal sogar Sabine mitmacht ;)) Kurz die Verlinkung zu Quandoo und iHeartBerlin erledigt und auf gehts.

Gefragt wird nach einem Lieblingsessen und da wäre ich ja normalerweise überfragt, denn von Grießbrei bis Guacamole, von Pad Thai bis Penne all’arrabiata habe ich gefühlte Milliarden Lieblingsessen. Würde man aber meine Freunde fragen, was mein Lieblinsgessen sei, so wären sich wohl alle einig: Mango.

Die Mango-Begeisterung ist bei mir schon sehr alt. Ich glaube, die ersten Mango-Erfahrungen sammelte ich anlässlich eines Präsentkorbs mit exotischen Früchten kurz nach der Wende. Dann kam der Mangosaft in dem Lokal, in dem ich mit meinen Eltern häufiger zu Mittag aß und schließlich – da muss ich so 14 oder 15 gewesen sein – die erste Mango „frisch“ aus dem Supermarkt. Und die hat mich dann irgendwie erwischt und nicht mehr losgelassen.

Seitdem ist eine Mango oder Mangosaft ein gängiges Mitbringsel, wenn man mich besuchen kommt oder mir was aus dem Urlaub mitbringen will. Ich bekomme auch oft mangothematische Geburtstagsgeschenke und werde von einigen Mango-Loosy genannt. Eine Mango war jahrelang mein Blogheader sowie immer wieder mal mein Hintergrundbild bei Twitter und Facebook, Natürlich habe ich auch hier im Blog schon einiges über Mangos geschrieben, etwa über Mango-Eis, Mango-Likör und meine beiden Mango-Kochbücher. Daraus habe ich u.a. Safran-Macadamia-Mango-Reis, Mango-Avocado-Salat, und Indische Gewürzlinsen mit Mango gekocht und auch darüber gebloggt. Ich folge außerdem dem amerikanischen National Mango Board auf Twitter und Instagram und werde auch so regelmäßig über neue Rezepte informiert.

Da hört das Ganze nun aber immernoch nicht auf:

  • In meiner ersten eigenen Wohnung strich ich mein Zimmer mangofarben, ebenso wie den Flur in unserer jetzigen
  • Ich freute mich diebisch, dass der coolste Wintermantel, den ich finden konnte und den ich jetzt schon das dritte Jahr hindurch trage, ausgerechnet von der Firma Mango ist, ebenso wie mein Lieblingskleid, dass ich von meiner Mama übernommen habe
  • Menschen, die mit mir Eis essen gehen, verstehen die Welt nicht mehr, wenn ich nicht wenigstens eine Kugel Mangoeis nehme – ich bin da aber sehr wählerisch und nehme nur Sorbet, alles andere verfälscht den Geschmack! Wie gut es überhaupt ist, dass es Mango-Sorbet inzwischen in jedem Eisladen gibt, selbst wenn die Qualität nicht immer das Wahre ist. Ich erinnere mich noch, wie ich auf Sprachreise in England 1998 total glücklich war, Mango-Sorbet im Supermarkt gefunden zu haben und einen ganzen 500 ml-Becher am Stück aufaß…
  • Überhaupt, Sachen in Mango… Fanta Mango war super, Bacardi Breezer Mango war super, Mango Lip Butter, Mango Body Butter, Mango-Duschgel, Mango-Schaumbad, Mango Body Lotion, Mango-Parfüm, Mango Shampoo, Mango Bubble Tea, Mango-Bier, Mango-Joghurt, Mango-Pudding, Mango-Quetschis, Mango-Schokolade, Mango-Gummibonbons, Mango-Cheesecake…
  • Manche Bücher habe ich nur gelesen, weil sie Mango im Namen tragen (zum Glück, denn sie waren toll – evtl. ist das ein Qualitätsmerkmal für Bücher, ich werde das weiter verfolgen)
  • Mangogelb ist meine Lieblingsfarbe, aber das habt Ihr Euch wahrscheinlich inzwischen schon gedacht…
Übrigens – nicht alles mit Mango ist immer automatisch gut. Nicht mal alle Mangos sind das. Die besten habe ich glaube ich in Australien und Jamaika gegessen – einfach, weil sie da gerade frisch waren. Aber auch bei Flugmangos kann man Glück haben – die kleinen gelben sind zum Beispiel ziemlich großartig. Es gibt über 400 Mango-Sorten und ich habe noch längst nicht alle probieren dürfen. Was ich nicht mag, ist, wenn sie noch zu hart und unreif sind, wenn sie aus der Dose kommen oder wenn Sachen angeblich mit Mango aromatisiert sind, dann aber nur diesen merkwürdigen ledrig-chemischen Beigeschmack haben, den man von getrockneten Mangos manchmal kennt. Ich will die volle Fruchtdröhnung, am liebsten in einem knalligen Mangogelb, das nicht zu sehr ins Orange driftet und schön weich, aber nicht zu weich, und vor allem saftig. Gerne auch jetzt sofort.

On our way to Buchmesse

Wenn Ihr das hier lest, sind wir bereits im Bus unterwegs nach Leipzig. Dort werden wir

  • Einen Freund vom Mann mit Familie besuchen und dort übernachten
  • Zwei Lesungen/Vorträgen meiner Eltern lauschen
  • Meinen Cousin und seine Familie wiedersehen
  • Über die Buchmesse schlendern und bei meinem ehemaligen Praktikumsbetrieb vorbeischauen
  • Uns mit @mspro treffen und wenn genug Zeit bleibt, seine Lesung besuchen
  • Noch nach weiteren bekannten Gesichtern Ausschau halten
  • Morgen gegen Mitternacht wieder in Berlin eintrudeln
Ein straffes Programm, aber ich freu mich schon sehr!

12 von 12 im März

Es ist der 12. und fast alles, was ein_en Blog hat, zeigt heute 12 Fotos aus seinem_ihrem Alltag. Ich also auch. Die anderen Teilnehmer findet Ihr hier.
Halb 8 klingelt der Wecker. Draußen ist es zum Glück schon hell, die Vorhänge halten trotzdem erfreulich dicht.
Für Nimbin und Noosa hingegen ist der Tag schon schrecklich alt und wäre ich nicht aufgestanden, wären sie wohl elendig verhungert.
Was mir morgens hilft, gute Laune zu bekommen, sind auch fast 1,5 Jahre nach unserem Einzug die Farben – besonders der sonnen- bzw. mangogelbe Flur macht, dass es mir warm ums Herz wird.

Auf dem Weg zur Arbeit steige ich am Alex um und wundere mich derzeit jeden Morgen, wer auf die Idee gekommen ist, „Jeder kann backen!“ direkt neben einem Bäcker zu platzieren.

Beim Betreten des Bürogebäudes Empfängen mich die Diversity-Segel (heißen die so?).

Der Kollege begrüß mich mit den Worten „Na, bist Du heute im Gryffindor-Outfit unterwegs?“ (Die Bilder im Hintergrund sind seine…)

Auf in die Küche und Getränke organisiert. Es gibt derzeit den ganzen Tag über Ingwertee. In der zweiten Tasse mache ich mir wechselnde andere Tees (hier im Bild weißer Tee Vanille-Pfirsich). Und für die Zeit bis der Tee Trinktemperatur erreicht hat, gibt es Apfel- und Johannisbeer-Konzentrat mit Wasser verdünnt. Das Glas wird in Laufe des Tages noch zweimal aufgefüllt, aus den Tassen trinke ich insgesamt zwei Liter Tee. Läuft 😉

Vormittags haben wir ein kurzes Meeting – leider im deutlich unattraktivsten Besprechungsraum des Gebäudes – die anderen sind deutlich schöner!
Ein spätes Mittagessen aus Kartoffeln von gestern mit Kräuterquark, saurer Gurke, Radieschen und Tomate.
Gegen das Nachmittagstief hilft GEPA-Vollmilchschokolade mit Kardamom. So gehen die restlichen Stunden doch recht flott vorbei.

Auf dem Heimweg erstehe ich unter anderem einen Topf Koriander, mal sehen, wie lange er uns erhalten bleibt. Eigentlich sollte es heute selbstgemachte Burritos geben, dann entschieden wir uns spontan um und bestellten Pizza 😉 Dazu gibt es zum ersten Mal seit langem mal wieder eine Folge Inspektor Barnaby – auf besonderen Wunsch eines einzelnen Herren.

Vieles im Kopf und nichts will raus

In den letzten Tagen war mein Blog oft und viel Thema, nicht bei Euch im Internet, sondern hier bei mir zuhause und in der Kommunikation mit Freunden. Ständig fange ich im Kopf Einträge an, die ich dann aber doch nicht schreibe. Es gibt so viele kleine Fitzeligkeiten, über die ich gerne schreiben würde, aber wie ein rundes Etwas fühlt es sich nicht an und so schreibe ich dann besser gar nicht. Muss ja aber auch nicht so sein, denke ich mir. Man kann ja auch schön hin und her mäandern, so macht das zum Beispiel Miz Kitty ja auch gerne. Dann mal los damit.

Zum Einen möchte ich Euch nochmal ganz ausdrücklich auf zwei reisebloggende Freundinnen von mir hinweisen. Susanne (derzeit in Vancouver) schreibt darüber, was Reisen mit einem macht. Mich machen ihre Texte auf jeden Fall immer reisefreudig – und ein bisschen neidisch, weil sie wirklich toll schreibt. Mutzelchen ist seit ein paar Tagen alleine mit ihrem Fahrrad in Südfrankreich unterwegs und schreibt und dichtet über ihre Erlebnisse mit Fahrradfeinden, Couchsurfing-Gastgebern und widrigen Winden. Sie kenne ich übrigens schon seit der 5. Klasse (man traut es sich kaum, das zu schreiben, aber es ist tatsächlich fast 21 Jahre her).

Kurz darauf, in der 6. Klasse und zwar genau jetzt Anfang März, habe ich mich übrigens selbst zum Kelly-Fan gemacht, irgendwie. Ich war bei einer Klassenkameradin und mir fiel ein Video der Kellys auf und da mir die Band grundsätzlich sympathisch war, ich aber kaum etwas von ihnen kannte, bat ich sie, das Video einzulegen. Ab diesem Tag hab ich es rauf und runter gesehen und alles was danach und davor kam natürlich auch. Obwohl ich dieser Jungendliebe heute nur noch ab und zu fröhne (ja, tue ich, immernoch, manchmal!), muss es Anfang März immer irgendwie sein. So auch heute, als ich den Vormittag mit demselben Video – inzwischen aber auf Youtube – verbrachte und es mich irgendwie noch genauso gekriegt hat wie damals. Es ist nicht die Musik, es ist das Gesamtkunstwerk, möchte ich anmerken 😉

Susanne kenne ich aus meiner Rostock-Zeit und da direkt seit dem ersten Semester. An Rostock musste ich am Mittwoch ganz stark denken, als ich auf dem Weg zum Hausarzt durch die Dunckerstraße mit ihren bunten Häusern lief. Der Himmel war blau, die Sonne schien und ein leichtes Lüftchen wehte. Ich fühlte mich direkt in die KTV versetzt und wurde extrem nostalgisch. Spontan fand ich es unerträglich, dass ich nicht einfach noch zehn Minuten bis zum Stadthafen weiterlaufen konnte und dass Berlin eben leider nicht am Meer liegt. Die sofortigen Umzugspläne an die Ostsee sind dann aber doch im Sande verlaufen, als ich an der Danziger ankam und dort dann zum Beispiel den neapolitanischen Pizzaladen sah, in dem wir neulich waren. So etwas gibt es in Rostock nun mal nicht. Trotzdem muss ich ganz bald wieder da hochfahren, aber eben nur zu Besuch.

Eine dritte Nostalgiewelle erreichte mich dann heute Abend, als ich nach einem Essen im Atame noch ein wenig um den Hackeschen Markt spazierte, wo ich früher immer meine Mittagspausen verbrachte. Hachseufz. Und dann gibt es da inzwischen wieder einen Bubble Tea-Laden, und zwar einen richtig guten und auch gut besuchten. Laut Foursquare-Bewertungen ist das Comebuy sehr authentisch taiwanesisch und ich bin guter Hoffnung, dass es sich eine Weile halten wird. An mir soll es nicht liegen, mein Triple Q Maracuja-Tee mit Ananas-Kokos-Gelee, Litschi-Gelee und Tapioka-Perlen war ohne Witz der beste Bubble Tea, den ich je getrunken habe.

So, da habe ich ganz schön was vor mich hin mäandert. Morgen treffen wir uns übrigens zum Wochenausklang noch mit dem Frühen Vogerl, seinen Eltern und dem Schurkenbeardie und dann beginnt nach einer Woche Erkältungsausfall wieder einmal der sogenannte „Ernst des Lebens“. Ernst war heute sogar im Fernsehen. So long!

Tagebuch-5 im März

Wie gut, dass ich Frau Brüllen in meinem Feedreader habe, so wurde ich direkt morgens daran erinnert, dass heute der 5. ist. Da ich krank bin, spielt das Datum nämlich in meinem Alltag gerade eine untergeordnetere Rolle, als es das im Büro tun würde. So aber kann ich mich trotzdem der Frage widmen: WMDEDGT?

Ich erwache kurz vor 9 aus Urlaubsträumen (Sizilien, Sonne, Essen!) und kann natürlich erstmal ganz in Ruhe liegen bleiben und die Nachrichtenlage checken. Dabei stelle ich fest, dass es auch heute wieder ein Schnupfentag wird – seufz. Irgendwann wären freies Durchatmen und ein Alltag ohne lauter durchgeweichte Taschentücher auch mal wieder schön – ich beneide jeden, der eine Erkältung einfach innerhalb von 1-2 Tagen wegschwitzen bzw. ausschlafen kann. Bin jetzt bei Tag 6, trotz jeder Menge Schlaf, Ruhe, Flüssigkeit und Vitaminen.
Gegen 10 stehe ich auf, füttere die Katzen, nehme meine Medizin und koche die erste Kanne Tee des Tages. Dann mache ich einen Smoothie aus tiefgefrorenen Pflaumen (Danke an Pia für die Inspiration!), Banane, Blutorange, Ingwer, frisch gepresstem Mandarinensaft (die Schale geht so schwer ab…) und Sauerkirschsaft.

Die Beatsteaks übernehmen radioeins freundlich, während ich mir den Abwasch vorknöpfe. Dann frühstücken wir ausführlich und ab kurz vor 12 liege ich auf dem Sofa und ruhe mich aus. Ich schaue ein paar Serienfolgen und lese mich durchs Internet, dann machen die Kopfschmerzen nicht mehr mit und ich schmökere stattdessen in meinen Kochbüchern.

Wenig überraschend macht mich das hungrig und so landen Reste auf dem Teller. Es gibt jamaikanisches „Rice and Peas“, Cassava und frittierte Bananen mit einem ordentlichen Klecks Chili-Sauce drauf. Danach bin ich satt und schläfrig und als die Katzen sich zu mir aufs Sofa gesellen stehen alle Zeichen auf Mittagsschlaf.

Als ich wieder aufwache, ist mir kalt und meine Beine schmerzen: Die Katzen haben sich einfach zu breit gemacht und als braver Mensch wickelt man sich natürlich drumherum und zieht dem Kater nicht die Decke weg. Ich mummele mich also schnell warm ein und fange dann an, mit einer Freundin zu chatten, deren Blog ich Euch ausdrücklich ans Herz legen möchte. Sie ist derzeit in Vancouver und macht sich bald über Maui, Singapur und Thailand auf den Rückweg in ihre Wahlheimat Hamburg. An dieser Stelle passt es auch ganz gut, endlich mal wieder zu MuTZ zu verlinken, einer anderen Freundin, die gerade mit dem Fahrrad durch Südfrankreich unterwegs ist und sehr vergnüglich darüber bloggt. Meine Reiselust ist übrigens auch wieder entfacht: Seit gestern ist meine Teilnahme am Blog-und-Koch-Workshop in Sizilien bestätigt. Das Bezahlen hat zum Glück noch ein Weilchen Zeit, aber ich kümmere mich dann jetzt schon mal um einen Flug (danke, Flugmeilen!).

So langsam sind die Miezen im Abendbrot-Modus, so dass wir da bestimmt bald nachgeben werden. Unser Abendbrot besteht heute dann aus selbst gemachtem Sushi – mit Ingwer und Wasabi gegen die verstopften Nebenhöhlen! 

Einmal zur Buchmesse rüberwinken

Da im Büro grad ein wenig die Technik streikt, kann ich ja mal kurz nach Frankfurt zur Buchmesse rüberwinken. Als quasi in einer Buchhandlung aufgewachsene freut es mich besonders, dass diesen Herbst einige aus meinem Umfeld auf der Frankfurter Buchmesse vertreten sind.

Da wäre zum einen das bereits empfohlene (und erschienene) Weil ein #aufschrei nicht reicht. Die Autorin Anne Wizorek „kenne“ ich seit langem aus meiner Twitter-Timeline und ich möchte ihr Buch allen ans Herz legen.

Auch zum Beispiel der lieben Sabine Wirsching, die „nichts von Gender hält“ 😉 Dafür ist sie aber mit ihrem Buchprojekt „Druckstaueffekt“ auf der Messe vertreten, das Ihr hier crowdfunden könnt, damit es dann nächstes Jahr erscheinen kann.

Das Neue Spiel von Michael Seemann ist bereits fertig gecrowdfunded und erscheint morgen – ich freue mich darauf, am Samstag mit ihm und anderen darauf anzustoßen! 🙂

Rechtzeitig zur Buchmesse erschienen ist außerdem auch das neue Buch meiner Eltern: Eisbären – Wanderer auf dünnem Eis. Die Autor_Innen sitzen derweil allerdings in der kanadischen Provinz und arbeiten bereits am nächsten Werk. 😉

Wow, so „close to home“ war eine Buchmesse für mich noch nie. Ich bin wahnsinnig stolz auf Euch alle! 🙂

Brückenwoche – Tag 5

Die Zeit fliegt mal wieder vorbei, heute ist schon der fünfte Tag vorbei und von all den Dingen, die ich schaffen wollte, habe ich doch reichlich wenig abhaken können. Nur im Freizeitbereich lief es sehr gut. 😉

Der heutige Tag begann mit Frühstücksbesuch, frisch aus New York eingeflogen. Danach folgte eine sehr lange Couch-Session mit dem Schauen der neuen Folgen von Scandal (wird dann jetzt auch mal vorhersehbar) und Parenthood (schade, dass es bald vorbei ist), außerdem Sex Tape (nette Unterhaltung und erfreulich unverkrampfter Umgang mit Sex und dem Internet) und Can A Song Save Your Life (auch nett, fehlt noch etwas Edge), sowie die zwei letzten Folgen von Modern Family (immernoch ganz witzig, vielleicht die ausgelassenen Staffeln doch noch gucken…)
Dann war auch schon die Zeit heran, um mich mit der besten Freundin erst auf ein Getränk und dann zum Videoschnipselvortrag in die Volksbüjne zu begeben. (Drittes Mal Volksbühne diese Woche!)
Die Highlights heute:
-„10 Deutsche sind dümmer als 5 Deutsche.“- Heiner Müller
-Die Pittiplatschifizierung der Nazis
-„1970 liefen so viele Nazis rum wie heute Ostler.“
-Fakt: In dem Dreivierteljahr nach der Wiedervereinigung starben mehr Menschen auf ostdeutschen Autobahnen als 40 Jahre an der Mauer.
Zuletzt noch einen Kulturhinweis: Seit heute bloggt eine liebe Freundin unter Schwanger Schmarotzen in Schöneberg. Bitte lest zahlreich!

Was Juliane sagt

Genau so isses:

Für mich als als Ostdeutsche ist das so eine Sache mit der Nordsee: Ich weiß, dass es sie gibt und ich ahne auch, dass sie schöne Plätze zu bieten hat. Es war nur nie wirklich notwendig, das in der Realität zu überprüfen. Auf meiner Seite der Sonnenallee gab es innerhalb einer halben Tagesreise stets genug Strand, Sonne, lauschige Kiefernwäldchen und Unterbringungen erschwinglicher bis überteuerter Art. Außerdem hatte das jahrelange Reisen nach Zingst, Rügen und Usedom mir ein Meer, das mal da ist und mal nicht, ziemlich suspekt erscheinen lassen. Ich meine, wer ist dieses Meer – Eine kapriziöse Pop-Diva, die eine Stunde nach Veranstaltungsbeginn nicht mal daran denkt, auf die Bühne zu gehen? Ich glaube kaum, dass ich es nötig habe, auf ein Badegewässer zu warten.

Gefunden auf kleinerdrei.org – vielleicht sollte ich meinen Monatswechsel-Urlaub doch direkt an der Ostsee verbringen. Mehr Meer ist ja schließlich immer besser als weniger Meer.

Byebye, re:publica

Ach verdammt, das ging doch alles viel zu schnell vorbei! Unterstützt wird dieses Gefühl auch dadurch, dass der letzte Tag einfach mal deutlich kürzer ist als die ersten beiden, vermutlich, damit die Menschen am Abend noch zurückreisen können. Ich bin dafür, die #rp15 von Mittwoch bis Freitag stattfinden zu lassen, um dieses Problem zu umgehen. Dann können die Fernangereisten auch noch ein Wochenende lang Berlin unsicher machen und ich muss nicht am nächsten Tag arbeiten und mich daran erinnern, schon am Hausvogteiplatz auszusteigen und nicht bis Gleisdreieck durchzufahren. Das wird man doch noch sagen dürfen!

Der Morgen begann für mich mit @FrDingens Fandom-Talk, der mich doch sehr erfreut und empowered hat. Fansein macht nämlich kreativ und wissbegierig und hilft Freundschaften zu bauen. Damit wurde quasi meine Jugend und ein Gutteil meiner jetzigen Freizeitbeschäftigung mal eben legitimiert. Ich werde vermutlich demnächst einen Blogpost verfassen, wie das Fandom mein Leben beeinflusst hat.

Als nächstes sprach Kate Milner darüber, ob das Smartphone einen negativen Einfluss auf Liebesbeziehungen hat. Kurze Antwort: Nein. Lange Antwort:  Wenn es ein Kommunikationsproblem gibt, dann gibt es das auch mit Smartphone. Beziehungen scheitern nicht daran, dass jemand zu oft auf sein Smartphone schaut. Die These ist das Produkt von Medienpanik und Fortschrittsskepsis, die es seit Platon gibt. Der meinte nämlich damals, das Schreiben würde die Kunst der gepflegten Konversation verdrängen.

Meine dritte Session war die zu #idpet von @Nele_Tabler und @Andreacmeyer. War sehr interessant, aber leider mussten die beiden ihre Präsentation in nur einer halben Stunde abhalten, so dass sie diverse Tweets, Kommentare etc. nur zeigen, aber nicht vorlesen konnten. Wenn man da weiter hinten saß, wie ich, hatte man kaum eine Chance alles aufzunehmen, ich hoffe da auf die Slides.

Danach setzte ich mich kurz auf den Affenfelsen, um mein Telefon etwas aufzuladen, und unsere Partyplanung für Samstag weiter zu koordinieren. Für einen kurzen Blogpost war auch noch Zeit.

Die folgende Session Ein blindes Huhn ist kein Ponyhof von Wibke Ladwig gehörte zu den bestbesuchten auf denen ich war und handelte von Sprachentwicklung, „Sprachverfall“ und dem Schöpfen neuer Wörter. Das Hashtag dazu – #ponyhofgate – trendete noch stundenlang weiter, obwohl der Talk selbst nur 30 Minuten dauerte. Richtig so!

Dann dachte ich, ich sollte mal rausfinden, was es mit diesem ganzen Maker-Zeug auf sich hat und machte mich auf den Weg zur Stage 6 im hintersten Winkel der Station, wo Critical Making in Africa angekündigt war. Ich kam aber irgendwie mittendrin an und die Struktur dort auf dieser Bühne schien auch nicht ganz dem Zeitplan zu entsprechen, jedenfalls ging es nach wenigen Minuten plötzlich um Brasilien und nicht mehr Afrika. Da ich komplett nicht wusste, worum es ging und zeitgleich meine Timeline über Wo das Internet lebt von Moritz Metz jubelte, begab ich mich zurück zur Bühne 2 und bekam noch schnell einen Rest mit. Zum Beispiel die Erkenntnis, dass diverse Gambling-Seiten in Gibraltar gehostet werden, weil dort die Gesetzgebung locker ist und die Steuern praktisch nicht vorhanden sind.

Der Talk Allein ist die Wildnis ein öder Ort von Greta Taubert ging dann um den neuen Commonismus, über ein möglichst autarkes, ressourcenschonendes Leben, Stadtjagen mit Falken, Mundraub, gemeinsames Gärtnern, kostenfreies Wohnen, Containern etc. – Im Prinzip hat sie ihr Buch „Apokalypse jetzt!“ vorgestellt, aber so unterhaltsam, dass man das erst ganz am Schluss gemerkt hat.

Der verwirrendste Vortrag heute war The Connected Society: It’s all about the People. Im Grunde ging es irgendwie darum, dass das Internet nicht alles ist, und dass persönliche Kontakte das A und O sind, zusammen mit ein wenig Glück und Schicksal, wenn man etwas erreichen möchte. Für die relativ abstruse Präsentation bis zu dieser Aussage wurde sehr lange gebraucht. Dann kam das erste Beispiel mit dem Dokumentarfilm „Alles was wir wollen“ von Beatrice Möller, den ich unbedingt sehen möchte. Als dieser Teil fertig war blieben Uwe Lübbermann dann nur noch knappe 4 Minuten, um über sein Projekt „Premium Cola“ zu sprechen. Schade!

Zum Glück gab es danach wieder ein Highlight, nämlich die Session von Laurie Penny über Networked Consent, in dem sie Brücken schlug zwischen Protestbewegungen wie Occupy, der gewandelten Bedeutung von Demokratie, Neokonservativem Liberalismus und sexueller Unterdrückung. Wahnsinnig spannend und unbedingt nachguckenswert!

Felix Schwenzel lieferte dann eine gewohnt intelligente, unaufgeregte und witzige Session zum Thema Überwachung, kaputtes Internet und was man dagegen tun kann und bezog sich dabei auf den Talk von Sascha Lobo, die amerikanische Bürgerungsbewegung der 60er Jahre und japanische Vasen. Gucken, wenn ihr nicht dabei wart!

Als letzte Session für mich gab es dann noch Eva Horn mit Entlieben in Zeiten des Internet – ein würdiger Abschluss. Merkwürdig war nur, dass im Publikum auch zwei Frauen saßen, die sich vor kurzem recht öffentlich von ihren Partnern getrennt haben und beide während des Talks vielsagende Tweets absetzten, ebenso wie einer der Partner. Das gab dem ganzen eine leicht gruselige Meta-Ebene, die aber sicherlich nicht für alle so spürbar war. Auch die neben mir sitzenden Damen, die seit über zehn Jahren in Langzeitbeziehungen steckten, konnten mit der Thematik nicht so viel anfangen. Ich schon eher 😉

Es folgte wohl oder übel die Verabschíedung mit Dank an das gesamte Team, lustigen Zahlen und Grafiken und dem obligatorischen Absingen der Hymne. Und dann war alles einfach viel zu schnell vorbei, aber das sagte ich ja schon…

Achja, Fun Fact: Bis auf die ersten drei Sessions und die Verabschiedung fand meine re:publica heute ausschließlich auf Stage 2 statt. Und:: Bis auf die verkorkste Session, die beiden halben Sessions und Felix Schwenzel waren alle meine Speaker* heute weiblich. \o/

Und jetzt wühle ich mich nochmal durch den Zeitplan und erstelle meine To Watch-List der verpassten Sessions, das wird ne Weile dauern…