#12v12 im April 2019

An jedem 12. machen Blogger*innen zwölf Fotos von ihrem Alltag. Die anderen gibt es drüben bei Caro, meine sind hier:

Puh, war das ein Tag. Selten war ein 12. so prädestiniert dafür, vertagebuchbloggt zu werden. Und selten habe ich mich vor einem Tag im Homeoffice so ob der Logistik gestresst. Am Ende ist dann allerdings fast alles gut gegangen und jetzt bin ich extrem erleichtert, rechtschaffen müde und sowas von bereit fürs Wochenende…

Der Tag begann mit einem Zahnarzttermin für Nimbin, dem Zahnstein entfernt und ein kleiner Zahn gezogen werden musste. So gesehen begann der Tag schon gestern Abend, denn vor der Narkose durfte er 12 Stunden lang nichts essen. Das bedeutete auch für Noosa und mich mitfasten, und zwar ab 21 Uhr. Morgens war ich dann etwas nervös, was die Katzen zum ausbleibenden Frühstück sagen würden – zum Glück war der Termin schon um 9.

Nachdem mich Nimbin gegen halb 7 geweckt hatte, tat ich ganz lange so, als würde ich noch weiterschlafen, um zu suggerieren es sei noch gar nicht Frühstückszeit.

 

Als dann auch mein tatsächlicher Wecker geklingelt hatte und die Blase drückte, musste ich zwangsläufig aufstehen, lenkte Nimbin aber mit einer Fensterrentner-Session ab, das liebt er.

 

Dann verklickerte ich ihm, dass er heute zum Zahnarzt muss – der Blick spricht Bände!

 

Die Transportkiste wurde mit Kuscheldecke und Katzeninze präpariert und während ich versuchte, Nimbin willenlos zu streicheln, wurde Noosa zwischenzeitlich sehr neugierig.

 

Dann ging alles sehr schnell, Kater in die Box, Box in die Tram, ab zum Tierarzt.

 

Wieder zuhause fragt Noosa aufgebracht, wo ich denn ihren Bruder gelassen hätte.

 

Ich fahre den Arbeitslaptop hoch und setze mich ins Schaukelstuhl-Office, bis es Zeit wird, Nimbin wieder abzuholen. Auf dem Heimweg passiert mein Alptraum: Die Transportkiste geht kaputt und knallt auf den Boden. Oben und an der Seite liegen die Türen jetzt locker auf und lassen sich nicht mehr verschließen. Zum Glück ist Nimbin noch so benommen und ängstlich, dass er sich nicht unter seiner Kuscheldecke hervorwagt und ich ihn sicher nach Hause bringen kann. Die Box ist jedoch hin und bis zur Kontrolle in zwei Wochen muss ich Ersatz besorgen. Außerdem bekommt der kleine Racker jetzt morgens ein paar Tage Schmerzmittel.

 

Ich arbeite weiter, bis es klingelt. Erst wird mein neuer Kühlschrank geliefert…

 

…und zwei Stunden später dann mein neues Bett, dass morgen noch mit vereinten Kräften zusammengebaut wird.

 

Nach Feierabend gehe ich noch kurz etwas einkaufen, so ein Kühlschrank will ja auch gefüllt werden, und dann gibt es Abendbrot: Warmes Naan aus dem Ofen mit Avocado und Tomaten. Hinterher wird noch ein wenig geräumt – der Hase und einer seiner zukünftigen Mitbewohner sind da, um schon mal einen kleinen Teil des Auszugs anzugehen.

 

Später am Abend ist der neue Kühlschrank einsatzbereit und wird von mir bestückt. Der vom Hasen darf jetzt abtauen und in zwei Wochen dann ausziehen in sein neues Quartier.

 

Und jetzt geht es in die wohlverdiente Badewanne und danach für eine letzte Nacht ins provisorische Sofa-Bett!

Erstaunliche Energien

Es ist ganz erstaunlich, zu welch körperlichen Höchstleistungen ich fähig bin, wenn mich etwas sehr aufregt. Also das Konzept des Abreagierens ist mir durchaus bekannt, aber gerade habe ich es am eigenen Leib erfahren: Auf einmal ist trotz Müdigkeit jede Menge Kraft und Energie da, es werden Dinge erledigt, die sonst noch Wochen prokrastiniert worden wären und hinterher ist viel weniger Wut da. Gute Sache das.

Man wünscht sich fast noch mehr Wut, oder eine regelmäßige Wutzufuhr, um einfach mehr zu schaffen. Aber auf die Dauer wäre das ja auch ein bisschen anstrengend… Ich bin jedoch zuversichtlich, dass ich beim nächsten Wutschub auch noch das letzte Fitzelchen des hässlichen Bodenbelags, den unsere Vormieter hier auf dem original (oder zumindest nach originalen Vorgaben verlegten) Bauhausstil-Linoleum verteilt haben, entfernt bekomme. Und irgendwann den ganzen schrecklichen Kleber, mit dem sie es festgekleistert haben, weggeschrubbt habe. Das wird schön. Immer positiv denken!

Was schön war und ist

Gerade ist die Stimmung merkwürdig und wenig ausbalanciert, ich möchte aber lieber nicht darüber schreiben und mich lieber auf schöne Dinge konzentrieren. Deswegen hier eine Liste von Sachen, die in den letzten Tagen schön waren.

  • Das hoch emotionale, augenöffnende und befreiende Gespräch mit den Kolleginnen am Freitag und die daraus resultierende Planung eines gemeinsamen Abends bald
  • Der Abend mit der Freundin am Freitag, mit tollen Gesprächen und schöner Musik und noch mehr überraschend entdeckten Gemeinsamkeiten
  • Der Nachmittag mit den Ellis am Sonnabend – zwischen Sonnenschein, Kunst, Schwänen, Schildkröten und Johannisbeerkuchen
  • Die Zeit mit der Freundin und ihren beiden Kindern gestern – ein Baby zum Kuscheln und ein 6jähriger für die wirklich wichtigen Gespräche
  • Mit der zukünftigen Mitbewohnerin in der Sonne auf der Wiese liegen und mal über anderes sprechen als das zukünftige Zusammenwohnen und alles, was damit zusammenhängt
  • Mit der zukünftigen Mitbewohnerin über das zukünftige Zusammenwohnen sprechen
  • Der Abend mit Freunden gestern, mit unheimlich klug-albernen Gesprächen, einem lange nicht mehr gespielten Spiel und überraschend leckerem Sanddornwein – und wieder einmal sind es größtenteils Rostocker*innen, die für die Großartigkeit verantwortlich sind
  • Im Wartezimmer beim Augenarzt heute mal ziemlich viele Buchseiten am Stück lesen
  • Auch 11 Jahre später sind meine Dioptrien-Werte noch unverändert – demnächst such ich mir ne neue Brille aus und trag die dann vielleicht auch einfach mal
  • Das Rumgeflachse mit den Kolleg*innen heute
  • Trotz schmerzender Schulter vom Schleppen gestern heute fast problemlos das Sportprogramm absolviert
  • Kuschelige Katzen sind kuschelig

 

Da kommt doch einiges zusammen, sehr schön. 🙂

Übervoll mit Eindrücken

Diese Zeit gerade ist der Wahnsinn. Auf allerkleinstem Raum vereint sie so viele Geschehnisse, Erledigungen, Emotionen und Reflexionen, dass mir fast ein wenig schwindlig wird, wenn ich sie mir mental aufzähle, um zu schauen, worüber ich denn bloggen könnte oder sollte.

Selten habe ich so viel erledigt und trotzdem Zeit gehabt, faul auf dem Bett rumzuliegen und Serien zu gucken oder draußen durch die warme Frühlingssonne zu spazieren. Selten so viele gute Gespräche geführt, die teilweise wohl noch eine ganze Weile brauchen werden, bis ihre Tragweite verarbeitet ist.

Und ganz nebenbei habe ich auch noch Bob Dylan live gesehen. Und Botschaft. Und Monako. Und nein, die sind nicht alle drei gleich bedeutend. Und ich habe Kuchen gegessen und Schwäne und Schildkröten beobachtet. Und einen Kühlschrank habe ich auch gekauft. Meinen ersten eigenen.

Ich bin übervoll mit Eindrücken (während sich mein Konto leert) und zu müde, um sie zu sortieren und zu verbalisieren. Stattdessen ein paar Fotos vom heutigen Tag. (Das erste vom Engelbecken, die anderen aus dem Atelier von Beate Bendel, das heute und morgen besucht werden kann.)

Tagebuch-5 im April 2019 #WMDEDGT

Es ist mal wieder der 5. und wie jeden Monat fragt Frau Brüllen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Meine Antwort folgt, die anderen gibt es hier.

Ich wache ziemlich genau um 5 zum ersten Mal auf, weil irgendein Katz anfängt, meine Laptop-Schutzhülle als Kratzunterlage zu verwenden. Also kurz mal die Augen aufmachen, die Hülle in Sicherheit bringen und bei der Gelegenheit aufs Klo gehen. Dann mache ich mir einen Podcast an und schlafe nochmal gute zwei Stunden ein. Kurz nach 7 findet der Kater, ich könne jetzt mal langsam das Frühstück servieren, lässt sich aber mit einem Gang auf den frühlingshaften Balkon noch einmal besänftigen. Ich kuschele mich noch einmal ins Bett und gucke auf dem Smartphone nach, ob die Welt noch steht. Gegen halb 8 gebe ich dem Drängen dann nach, füttere die Miezen und gehe ins Bad. Kurz nach 8 verlasse ich das Haus und laufe unter Blätter und Blüten sprießenden Bäumen zur Tram.

Im Büro beginnt der Tag mit dem monatlichen Brunch und tollen Gesprächen mit Kolleginnen (heute kein Sternchen nötig). Später gibt es ein Kick-off-Meeting für ein neues Projekt. Danach kümmere ich mich um die Reisekostenabrechnung für die letzten beiden Tage und dann wird es ein eher ruhiges Abarbeiten ins Wochenende hinein. Statt Mittagessen gibt es eine nachmittägliche Kuchenpause mit Brunch-Resten. Zum Feierabend liefere ich mir noch ein spannendes Tischtennis-Match mit einem Kollegen, das ich aber leider knapp verliere. Fühlt sich trotzdem gut an und ich nehme mir wie jedes Mal vor, jetzt wieder öfter zu spielen…

Nach der Arbeit gehe ich in einen Elektrofachmarkt, Kühlschränke angucken. Ich brauche nämlich bis Mitte April einen neuen. Leider ist mein Wunschmodell in der Realität weniger schön als auf den Fotos im Internet und außerdem auch zu klein. Ich schaue mir ein paar Alternativen an, mache Fotos und vertage die Entscheidung auf morgen.

Dann geht es nach Hause, die Katzen füttern, Abendbrot essen (es gibt aufgewärmte Reste), das Katzenklo sauber machen und mich für den Abend umziehen. Mit einer Freundin gehe ich auf ein Konzert mit anschließender Party bis tief in die Nacht – zur Einstimmung aufs Immergut, aufs Wochenende und auf hoffentlich viele weitere gemeinsame Ausgehabende…

Alles gar nicht so einfach

Ach, das ist alles gar nicht so einfach innen drinnen, wie es von außen die meiste Zeit über aussieht. Müsst Ihr mir jetzt einfach mal so glauben, ich werde das nicht detailreich hier ausführen, auch wenn mir manchmal vorgeworfen wird, ich würde zu persönlich bloggen. Auf jeden Fall wird das heute eher ein ruhiger, nach innen gekehrter Abend werden, mit viel Seelenstreichelei durch niedliche Katzen und eine warme Badewanne. Und dann werde ich früh ins Bett gehen, mir die Decke über die Ohren ziehen und vielleicht einen traurigen Film gucken. Muss auch mal sein. Und bevor ich zu sehr in dieser Stimmung versinke, denke ich dann daran, dass Frühling ist und da wird ja dann eigentlich alles immer wieder besser, oder? Also, durchhalten, Ihr auch!

 

Ein Stück Rostock in Berlin

Heute war so ein Tag, der dringend ein paar warme Worte in Rostocker Dialekt und den Blick auf große Wasserflächen brauchte. Allerdings konnte ich so spontan nicht in den Zug oder Bus steigen und das wäre auch mit meinen sonstigen Plänen kollidiert. Stattdessen traf ich mich mit einer lieben Rostocker Freundin, die ebenfalls in Berlin wohnt, an der Rummelsburger Bucht zum Quatschen. Wenn schon nicht ganz nach Ostsee, so fühlt es sich dort beim heutigen Frühlingswetter samt sanfter Brise doch zumindest ein wenig nach Stadthafen an, vor allem mit dem passenden Dialekt im Ohr. Danke meine Liebe, das war sehr nötig und sehr schön!