Japanisch voran mit KonMari und Sokoban

Die Zeiten gerade sind ein wenig herausfordernd. Da ist auf der einen Seite die sehr große Entscheidung, die vor zwei Wochen getroffen wurde und die bis jetzt in ihren Auswirkungen erstaunlich glimpflich abgegangen ist. Auf der anderen Seite sind da eine Menge verlockender Pläne, deren Umsetzung aber aus Gründen noch einige Wochen warten müssen. Dieses “dazwischen” Sein, das hat mir in den letzten Tagen mehr und mehr zugesetzt. Was dabei hilft, sind unter anderem diverse Freizeitaktivitäten. Erlebnisse und Gespräche mit denen sich die Zeit füllen lässt, bis ich soweit bin und die Umstände soweit sind, dass ich richtig mit den Plänen loslegen kann. Meine gesamte nächste Woche ist zum Beispiel nach Feierabend bereits komplett ausgebucht, kein Tag an dem noch nichts im Kalender stünde.

Heute allerdings war dann ausnahmsweise doch mal kein Termin, zum ersten Mal seit vielen Tagen und auch zum letzten Mal für eine ganze Weile. Und wie ich so in den Tag startete, vor mich hin überlegte, was ich denn mit dem großen Batzen unverplanter Zeit so anstellen könnte und den Katzen dabei zusah, wie sie sich neue Räume eroberten, da formte sich in meinem Kopf langsam ein kleines Projekt. Ein Etappenziel nur und erstmal auch nur ein Provisorium. Aber trotzdem würde es einige Stunden Arbeit bedeuten, einiges von der To-Do-Liste nehmen, die sich für mich “in einigen Wochen” bedrohlich lang und länger vor meinem geistigen Auge aufbaut, mir eine neue Perspektive ermöglichen und schonmal einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gehen.

 

Um mich in die richtige Stimmung zu bringen, schaute ich eine Marie-Kondo-Folge auf Netflix – ich bin ja von bewegten Bildern immer leicht zu beeinflussen und heute machte ich mir das zu Nutze*… Dann habe ich mir schöne Musik angemacht, laut mitgesungen und NICHT alle meine Klamotten auf einen großen Haufen geschmissen und nach Freudefunken bewertet, sondern in dem Raum, in dem ich gerade am meisten Zeit und vor allem auch die Nächte verbringe, neue Zeiten eingeläutet. Ich habe Dinge entsorgt, zum Weggeben bereitgestellt und jede Menge Zeug wenigstens schon einmal vorsortiert. Dann habe ich Sokoban-style einiges aus dem Zimmer heraus- und kreuz und quer durch die Wohnung geschafft, um Platz zum Rangieren zu haben. Und dann habe ich tatsächlich schonmal die Mehrzahl der Möbel in diesem Zimmer verrückt, komplett neu angeordnet und dann teilweise wieder neu mit Dingen bestückt.

Provisorisch ist das Ganze weiterhin, denn einige der Möbel werden hier bald ausziehen, ebenso wie viel Kram, der sich immer noch im Zimmer befindet. Und einige der jetzigen Möbel sind auch nur Ideen im platonschen Sinne für die tatsächlichen Möbel, die hier in einigen Wochen dann stehen werden. Aber so kann ich schon einmal ausprobieren, wie mir diese neue Raumverteilung so zusagt, meine Sichtweise auf dieses Zimmer verändern (das hat sofort und sehr radikal schon gut geklappt) und auch für mich selbst ein Zeichen setzen: Ich muss nicht abwarten, ich kann auch jetzt schon aktiv werden und Dinge so anpassen, wie sie für mich am besten funktionieren. Und ich kann zum Beispiel ganz alleine Schränke, Kommoden, Regale und Betten bewegen, und zwar ohne mir wehzutun und ohne dass die Katzen Sorgen haben müssen, ich würde danach nicht mehr aufstehen können.

Nach der großen Sokoban-Aktion bleibt ein kleiner Schrank jetzt schon einmal permanent draußen, der hätte nur im Weg rumgestanden und und ich habe sogar einen Platz gefunden, wo er das nicht tut und thematisch gut aufgehoben ist. Dafür sind der Schaukelstuhl und ein bunter Läufer eingezogen, der in einem anderen Raum in letzter Zeit nicht genug Wertschätzung erfahren hatte. Natürlich alles erst, nachdem jede Menge Staub gewischt und gesaugt und das Bett neu bezogen wurde. Bis jetzt gefällt mir meine neue Sichtweise auf die Welt sehr gut – ich sehe jetzt vom Bett aus noch viel mehr von dem wunderschönen Blau, das ich vor über 5 Jahren für einen Teil der Wände hier ausgesucht habe, dass ich aber dann die meiste Zeit vor allem im Rücken hatte. Und stünde gegenüber nicht gleich das nächste Haus, dann könnte ich jetzt abends vom Bett aus direkt in den Sternenhimmel gucken…

 

*Ich folge der Methode nicht, lasse mich aber von den Folgen gerne zu etwas Aktionismus in Sachen Haushalt motivieren. Klappt auch gut mit der FlyLady, aber die hat weniger Action, da weniger Bewegtbilder.

3 thoughts on “Japanisch voran mit KonMari und Sokoban

  1. Die Fly-Lady war aber, meine ich, zuerst da. Kenne auch beide. Und auch wenn ich Aufräumen meist darauf beschränke, Wäsche zu waschen, abzuwaschen, Staub zu saugen und den Esstisch abzuräumen …. ok, gestern hab ich noch einen Küchenschrank neu geordnet, einen KLEINEN Küchenhängeschrank … Aber mich inspirieren die Videos auch immer, mal den Hintern hochzubekommen.
    Natürlich nicht in deinen Dimensionen, aber bei dir steht ja bald der Einzug einer weiteren Person in die Wohnung an, da ist das natürlich was anderes. Ich muss trotzdem sehen, hier mal mit dem dritten Zimmer zurande zu kommen – brauche vor meiner geplanten Reise nächstes Jahr im Frühjahr noch eine zweite Katze, kann aber nicht DANN anfangen, hier groß rumzumachen, muss also bis dahin erledigt sein. Ach ja, das erinnert mich ans Studium, wo wir Ablaufdiagramme gezeichnet haben …

    1. Ja… FlyLady gibts schon ewig, bin da seit über 10 Jahren on and off dran. Marie Kondo ist mir seit dem Gilmore-Girls-Revival ein Begriff, da war ihr Buch schon ne Weile sehr gehypet…

      Na dann wünsch ich uns beiden mal gemeinsames Hintern hochbekommen 😉

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