Ein Königreich für ein Lama

So ein Lama hätte uns nämlich super nach Hause oder zumindest bis zur U-Bahn tragen können, nachdem wir gestern das peruanische Restaurant Serrano in Wilmersdorf quasi leergefressen haben. Wie es uns nach Wilmersdorf verschlagen hat? Google war Schuld. Irgendwann letztes Jahr sahen wir etwas über Peru im Fernsehen und setzten das Land danach auf unsere Reise-To-Do-Liste für “irgendwann”. Als Reminiszenz daran schenkte ich dem Mann zu Weihnachten einen Gutschein für ein Essen in einem peruanischen Restaurant – Google machte das Serrano daraus. Als wir nun einen guten Feieranlass hatten – unser Zweijähriges – packten wir sozusagen das Lama bei der Zunge und machten uns auf gen Westen.

Zu trinken gab es für mich überraschend leckeren Blaumaissaft, der gar nicht besonders nach Mais, sondern auch relativ fruchtig schmeckte – so ungefähr in die Pflaumenrichtung. Der Mann entschied sich für Inca Kola, die noch gelber aussah als auf dem Bild, und später ein alkoholhaltiges Maisgetränk – beides war mehr so semilecker. Aber den Blaumaissaft würde ich jederzeit empfehlen.
Als Vorspeise teilten wir uns eine Piceos-Auswahl. Das sind sozusagen peruanische Tapas. So hatten wir Gelegenheit, möglichst viele verschiedene Dinge zu kosten. Darunter waren u.a.:
  • Das peruanische Nationalgericht “Cevice de Rodaballo” (Kaltes mariniertes weißes Heilbuttfilet mit Limettensaft, Zwiebeln und Rocoto (peruanische Chili))
  • Causa (kalte Kartoffel-Limetten-Masse)
  • Gegrilltes Kalbsherz
  • Papas a la Huancaína (Kartoffeln mit einer Sauce aus Frischkäse, gelber Chili und Cracker)
  • Wantan mit Maishähnchen
  • Bohnen mit Käse
  • Tintenfisch
  • Scampi mit Quinoa-Puffs
  • Gefülltes Palmherz

Mein Hauptgang war bunter Quinoa mit Gemüse, eine Krokette aus rotem Quinoa gefüllt mit grünem Spargel und Koriandercreme. (Statt der Krokette gibt es im Original rosa gebratene Entenbrust, ich hatte die vegetarische Variante. Ich wusste nicht, dass da Spargel dabei sein würde, aber in der grünen Variante habe ich ihn ganz gut herunterbekommen).
Der Mann hatte Maishähnchenbrust in einer Sauce aus gelber Chili, Walnuss und Parmesankäse an mehligen Blaukartoffeln. Wir fanden beide beides lecker und waren aber auch der Meinung, das jeweils eigene sei das bessere – so soll es sein.
Zum Nachtisch gab es dann wieder eine Variation – zum Glück, ich hätte nichts davon verpassen wollen:
  • Lucuma-Eis mit Schokoladensauce und Johannesbeeren
  • Mangoschaum mit Kiwi
  • Brownie mit einer Johannisbrotbaumsirupcreme und Quinoa-Pops
  • Maracujacreme mit Erdbeeren und gerösteten Mandeln
  • “Milchcreme aus Lima” mit Zimt und Physalis
Es war alles wahnsinnig lecker und selbst Dinge, von denen ich sonst Abstand nehmen würde, wie das Kalbsherz und der grüne Spargel, sind mir nicht unangenehm aufgefallen. Wir kommen auf jeden Fall wieder – am besten wieder zu einem wichtigen Anlass oder mit solventen Gastgebern, ganz billig ist es nämlich nicht – mit Trinkgeld haben wir zu zweit fast 90 € bezahlt…
Drinnen waren einige der Zutaten ausgestellt, ich habe das natürlich dokumentiert:

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