Sonntagsschnipsel: Long lost cousins & Eigen- vs. Fremdwahrnehmung

Long Lost Cousins

Was ich ja bei den London-Bemerknissen gestern noch völlig vergessen habe, ist die absurde Begegnung am Flughafen. Leider war ich am Montag noch ziemlich durch den Wind von den Ereignissen des Wochenendes, daher habe ich nicht ganz so reagiert, wie ich es mir im Nachhinein gewünscht hätte, als die Beamtin bei der Einreise völlig ungläubig auf meinen Perso schaute und es dann aus ihr herausplatzte: „I have the same surname! I can’t believe it, that has never happened to me, ever!“ Zunächst dachte mein Kopf nur: Ja, mir auch nicht, witziger Zufall. Dann: Oh, sie hat den gleichen Nachnamen wie ICH! Und sie wohnt in England! Ich brachte also ebenso meine Verwunderung und erfreute Überraschung zum Ausdruck. Dann wurde es aber noch cooler: Sie erzählte mir, wie vor vier Generationen einer ihrer Vorfahren von Frankfurt nach Parma ausgewandert sei und den Nachnamen dann immer weiter vererbt hatte. Dabei zählte sie die Namen ihres italienischen Vaters, Großvaters, Urgroßvaters und Urgroßvaters auf. Familie ist ja in Italien sehr wichtig und ich kann mir gut vorstellen, wie diese Geschichte seit Jahr und Tag herumgereicht wird, wenn jemand eines der Familienmitglieder auf den ungewöhnlichen Nachnamen anspricht (Wie, ein Name ohne Vokal am Ende? Und dann ist der Konsonant nichtmal ein N?!).

Ich stellte dann also (müde und ein bisschen dumm) fest, dass sie ja gar keine Engländerin, sondern Italienerin sei. Sie bestand auf 15/16 Italienerin und 1/16 Deutsche und fragte mich dann, ob wir denn entfernte Cousinen sein könnten und ob wir mit dem Autohersteller verwandt seien. Ich bestätigte, dass meine Vorfahren vor diversen Generationen ungefähr aus dieser Ecke des Landes kämen und die vom Autohersteller auch. Dann meinte sie noch einmal, dass sie völlig überwältigt sei und wie schade es sei, dass sie mich nie mehr wiedersehen würde. Sie nannte mir noch ihren Vornamen (typisch italienisch und leider habe ich ihn nicht einmal genau gemerkt, denn er klang so ähnlich wie der meiner italienischen Ex-Schwiegermutter, so dass ich nicht nochmal nachfragte, um mich rückzuversichern) und gab mir meinen Perso zurück. Ich habe seitdem versucht, sie zu googlen, bin aber leider erfolglos geblieben. Wenn also jemanden meines Nachnamens in London (oder Parma oder sonst irgendwo in Italien) kennt: Lasst es mich wissen, ich hätte große Lust, das weiter zu verfolgen (und hoffe ein bisschen, dass sie mich vielleicht googlet, meine Daten hat sie ja).

 

Eigen- und Fremdwahrnehmung

In den letzten Tagen habe ich in den verschiedensten Zusammenhängen immer wieder viel über Eigen- und Fremdwahrnehmung nachgedacht, speziell im zwischenmenschlichen Bereich. Besonders augenfällig wurde das natürlich, wenn ich oder der Hase anderen von den neuesten Entwicklungen berichteten und uns dann hinterher die jeweiligen Reaktionen aus dem Umfeld erzählten. Diese reichten von Aussagen à la „Hmm, das war ja abzusehen.“ bis „WAS?!!?? Wieso DAS DENN?!?“, ich glaube wir beide liegen mit unserer eigenen Wahrnehmung von innen irgendwo zwischen den beiden Extremen, wenn auch deutlich näher am Abzusehen-Rand. Aber das ist nicht das einzige Thema, in dem dieses Spannungsfeld eine Rolle spielte.

Neulich beim Karaoke zum Beispiel. Es war ein grandioser Abend, von dem ich heute immer noch zehre und ich freue mich schon unglaublich auf die angedachte Wiederholung in zwei Wochen. Nun war dieser Abend aber auch nicht komplett nur joy-sparking und neben dem Wundervollen war auch einiges anderes mit im Raum. Je nachdem, wie viel die Beteiligten im Vorhinein wussten, wurden von ihnen ganz unterschiedliche Stimmungen und Schwingungen im Bezug auf verschiedene Situationen wahrgenommen. So bekam ich im Laufe des Abends und auch im Nachgang zum Beispiel sehr viel Mitgefühl wegen einer Sache ausgesprochen, von der meine lieben Freund*innen dachten, sie würde mir sehr zu Herzen gehen und mir den Abend versauen. In Wirklichkeit war mir diese spezielle Sache hingegen total Banane. Meine Grundstimmung war halt nicht ganz wolkenfrei und es gab stattdessen auch noch etwas völlig anderes, das mich immer mal wieder ein wenig herunterzog, aber abgesehen davon war mein Abend – wie schon gesagt – grandios.

In noch einer dritten Angelegenheit tauchte das Thema auch wieder auf: eine Situation, die von außen relativ eindeutig nach einer bestimmten Deutung aussieht, sich von innen und für die direkt Beteiligten aber völlig anders anfühlt. Nicht immer einfach und auch nicht unbedingt eindeutig, aber doch deutlich anders, als vom Umfeld immer wieder unterstellt. Trotzdem scheint es, als müsse man sich auch mit der Fremdwahrnehmung auseinandersetzen, wobei ich persönlich die Leute ja gerne einfach reden lassen würde.

Meine eigene Wahrnehmung von mir selbst ist übrigens, dass ich eher zu den Oversharern gehöre, ziemlich frei heraus jedem ungefähr alles von mir erzähle und mich den Leuten eher zu viel als zu wenig öffne. Ich bekam jetzt aber von mehreren Seiten das Feedback, dass ich ja eher still und verschlossen sei und die Dinge eher mit mir selbst ausmache. Darüber möchte ich mal ausführlicher nachdenken, deswegen schreibe ich das auch mit auf.

Und schlussendlich erfuhr ich noch von noch einer weiteren Sache, in der eine völlig harmlose Begebenheit von Menschen mit einem völlig anderen Mindset und Erfahrungshorizont zu einem riesigen Problem aufgebauscht wurde, das dann wiederum Auswirkungen auf den Umgang miteinander hatte, die völlig unnötig gewesen wären. Spätestens in diesem letzten Punkt finde ich es dann nicht mehr ganz so egal, was die Leute reden und denken.

Im März werde ich…

  • mir vor allem sehr viel Gutes tun, in jeglicher Hinsicht, und gut auf mich achtgeben
  • ein mir sehr wichtiges Gespräch führen und dabei die besten Kekse der Welt teilen (Check)
  • viel Organisatorisches zu klären haben (erste Schritte sind bereits gemacht)
  • viel sortieren – Gefühle, Gedanken, Gegenstände, Geldangelegenheiten…
  • endlich Georgisch essen gehen
  • drei weitere Tierarztbesuche absolvieren (lassen)
  • evtl. eine Pressekonferenz besuchen
  • nicht nach Prag fahren
  • den Frauentag in irgendeiner anderen Form begehen
  • mit zwei meiner Cousinen ihre Geburtstage nachfeiern
  • hoffentlich noch ein weiteres Mal konspirativ musizieren, bzw. dabei zuhören
  • das beste Fräulein der Welt endlich wiedertreffen
  • ein weiteres Mal Karaoke singen gehen – hoffentlich wird es genauso großartig wie beim letzten Mal
  • den St. Patrick’s Day in irgendeiner Form begehen
  • viel arbeiten – im Job, im Ehrenamt und auch zuhause
  • viele Freunde treffen, bzw. mit ihnen kommunizieren
  • vielleicht mal ein Wochenende wegfahren
  • weiterhin die Nächte mit den zwei schnurrenden Fellknäueln verbringen

 

(Inspiriert von Frische Brise, die diese Tradition meines Erachtens angefangen hat. In meinem Feedreader macht das außerdem auch Frau Brüllen regelmäßig.)

Wie der Februar riecht

Inspiriert vom allerliebsten Fräulein, das Monat vor Monat dazu ermutigt, olfaktorische Erinnerungen aufzuschreiben und zu teilen, geht es am letzten Tag des Monats darum, wie mein Februar gerochen hat.

Der Februar beginnt mit dem durchdringenden Duft von Waffeln im ganzen Büro und dem Kribbeln der Sektperlen in der Nase. Er riecht zudem nach frisch gebackenem Kuchen und sonntäglicher Gemütlichkeit ebenso, wie nach unzähligen Mittagspausen und typischen Mittagspausengerichten. Er riecht nach einem veganen vietnamesischen Abend (knuspriger Reismehlpfannkuchen, samtig-würzige Suppe, herzhaft-süße gebackene Mango mit Erdnüssen!) und aufregend neuen Poké-Bowls. Nach jeder Menge Knoblauch riecht er auch, wie eigentlich jeder Monat. Dazu kommt der Duft von kiloweise gekugelten Früchten und einem daraus resultierenden erschöpften Handgelenk. Nach indischen Leckereien und den besten Keksen der Welt.

Der Februar duftet nach Babyköpfchen, Katzenplüsch, Hundefell, Popcorn, Tee und den Tulpen auf Mamas Geburtstagstisch. Nach Noosas Angstschweiß beim Tierarztbesuch, nach Currywurst und Turnhalle. Der Februar riecht nach Abenteuer, Piratengeschichten und jeder Menge Adrenalin. Nach lauter Musik und verschwitzten Menschen in stickigen Räumen, nach verräucherten Kneipen und Glück und Unglück ganz nah beieinander.

Nach Sonnenschein im Gesicht duftet der Februar ganz besonders stark, nach frischer Luft und freiem Ausschreiten – in Berlin wie in London. Nach Tee mit Milch und Flugzeugatem. Nach dem eigentlich köstlichen koreanischen Gericht, zu dem ich eingeladen wurde und in dem ich zwei Mittagspausen lang vergeblich herumstocherte, weil plötzlich alles andere wichtiger war als Essen. Der Februar duftet nach Trauer und Abschluss ebenso wie nach Aufbruch und Neuanfang. Nach vielen emotionalen Gesprächen, ein paar salzigen Tränen und jeder Menge Wärme und Freundschaft und Nähe.

Nach einem wilden Mix aus Sicherheit und Unsicherheit duftet der Februar, nach schlaflosen Nächten und anstrengenden Tagen, nach ganz erwachsenen Entscheidungen und Teenie-haften Albernheiten. Und nach Hoffnung, Zuversicht und Vorfreude duftet er auch. Versprochen.

1000 Fragen in London 3

Auch der dritte Tag in London ist voller Meetings, deswegen gibt es noch eine weitere Runde Fragen.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

111. Bist du stolz auf dich?

Nicht immer und natürlich nicht auf alles, aber grundsätzlich ja.

 

112. Welches nutzlose Talent besitzt du?

Ich weiß heute noch die Geburtstage der Stars, die ich als Teenie toll fand. Ebenso wie die von vielen ehemaligen Klassenkamerad*innen usw. Zu jedem Datum fallen mir als erstes die Leute ein, die da Geburtstag haben (sofern ich welche kenne). Was aber nicht heißt, dass ich dann an genau diesem Tag auch wirklich daran denke, ihnen zu gratulieren 😉

 

113. Gibt es in deinem Leben etwas, das du nicht richtig abgeschlossen hast?

Ja.

 

114. Warum trinkst du Alkohol beziehungsweise keinen Alkohol?

Ich trinke Alkohol, wenn es zur Stimmung bzw. Situation passt. Zu gutem Essen oder in einer gelösten Situation mit Anderen, meist aus Geselligkeit. Es kommt eigentlich nie vor, dass ich mich mit Absicht betrinke, um zu vergessen oder einen bestimmten Zustand zu erreichen. Ich trinke keinen Alkohol, wenn es mir körperlich nicht so gut geht oder ich die Befürchtung habe, dass es mir mit (mehr) Alkohol körperlich schlechter gehen könnte. Generell ist mein Trinkverhalten ziemlich gemäßigt.

 

115. Welche Sachen machen dich froh?

So langsam wiederholen sich hier einige Fragen, habe ich das Gefühl. Aber gut: Sonnenschein, das Meer, die richtige Musik, die richtigen Leute, niedliche Tiervideos, gutes Essen, Lachen…

 

116. Hast du heute schon einmal nach den Wolken am Himmel geschaut?

Ja, ich glaube das tue ich jeden Tag, wenn auch nicht bewusst.

 

117. Welches Wort sagst du zu häufig?

Irgendwie, quasi, oder so.

 

118. Stehst du gern im Mittelpunkt?

Kommt auf die Situation an. Wenn ich gerade etwas bedeutsames erzähle und dabei nicht das Gefühl habe, ins Schwimmen zu kommen oder mich zu verhaspeln, dann klar, gerne. Wenn ich gerade unsicher bin in dem was ich tue, dann natürlich nicht. In vielen Momenten tue ich, was ich tue (z. B. tanzen oder Karaoke singen), weil ich Lust darauf habe, und nicht um im Mittelpunkt zu stehen.

 

119. Wofür solltest du dir häufiger Zeit nehmen?

Selbstreflektion und das Verarbeiten von schwierigen Erlebnissen.

 

120. Sind Menschen von Natur aus gut?

Ich glaube schon, frage mich dann aber doch, was mit einigen passiert ist…

1000 Fragen in London 1

Die erste Kalenderwoche im neuen Leben beginnt für mich mit einer dreitägigen Dienstreise nach London. Die Tage sind vollbepackt mit Terminen, Meetings und Abendveranstaltungen, deswegen habe ich da schonmal ein bisschen was vorbereitet und mache einfach so lange mit den 1000 Fragen an mich selbst weiter.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

91. Wie heisst dein Lieblingsbuch?

Darüber habe ich hier neulich schon mal geschrieben: Love Is A Mixtape von Rob Sheffield. (Er schrob übrigens auch ein gutes über Karaoke, quasi die Fortsetzung des Erstlings…)

 

92. Mit wem kommunizierst du am häufigsten über WhatsApp?

Ich bekomme da täglich das Bären-Abo, das ist wohl das Häufigste. Ansonsten ist das ganz unterschiedlich – eine wilde Mischung aus Familie, Freund*innen und Kolleg*innen. Ganz aktuell stehen bei „Häufig kontaktiert“ die voraussichtliche zukünftige Mitbewohnerin, die Musikusine, die beste Freundin, der nicht einfache Kollegenfreund und eine weitere liebe Freundin aus Bielefeld.

 

93. Was sagst du häufiger: Ja oder Nein?

Ich hoffe Ja.

 

94. Gibt es Gerüchte über dich?

Oh ganz sicher. Als ich klein war, kursierten Gerüchte über meine Familie, unsere monetäre Situation und angebliche Auswanderungspläne. Später habe ich dann hauptsächlich Gerüchte über mich und mein Liebesleben mitbekommen. Die sind grad auch wieder ganz schön hoch im Kurs.

 

95. Was würdest du tun, wenn du nicht mehr arbeiten müsstest?

Wahrscheinlich würde ich größtenteils die Sachen tun, die ich auch jetzt mache, wenn ich nicht gerade arbeite. Plus mehr Reisen, Konzerte oder längere Auslandsaufenthalte. Je nachdem, wie viel Geld ich zur Verfügung hätte, würde ich wahrscheinlich einige Zeit in Sizilien verbringen und öfter die Eltern in Kanada besuchen.

 

96. Kannst du gut Auto fahren?

Haha, nein. Ich bin dreimal durch die praktische Führerscheinprüfung gefallen – jedes Mal spektakulärer und mit größerer psychischer Blockade. Hab das Projekt dann aufgegeben. Als Mitfahrerin bin ich aber – nachdem ich mich von einem traumatischen Unfall vor 5 Jahren wieder erholt habe – ziemlich entspannt, lasse den*die Fahrende*n machen und mische mich absolut nicht ein (außer wenn es unangemessen schnell und ruckelig wird, da kommt die Unfallangst wieder hoch). Zuletzt bin ich zum Beispiel total ruhig geblieben, als es aus Versehen in der falschen Richtung durch eine Einbahnstraße ging und dann Autos entgegenkamen – fand der Fahrer im Nachhinein bemerkenswert.

 

97. Ist es dir wichtig, dass dich die anderen nett finden?

„Die anderen“ ist eine ziemlich vage Angabe. Mir ist wichtig, dass diejenigen, mit denen ich zusammen arbeiten muss mit mir gut klarkommen. Und dass ich mit denen gut klarkommen, mit denen ich regelmäßig zu tun habe. Natürlich sollen mich Freund*innen und Familie nett finden – wenn ich es verdient habe – und generell alle, die ich auch nett finde. Beim Rest ist es mir weitestgehend egal.

 

98. Was hättest du in deinem Liebesleben gerne anders?

Witzige Frage. Darüber denke ich in den nächsten Monaten mal in Ruhe nach, ja?

 

99. Was unternimmst du am liebsten, wenn du abends ausgehst?

Kommt ein bisschen drauf an. Wenn ich Leute treffen und mich mit ihnen unterhalten will, dann am Liebsten beim Essen. Ansonsten geh ich auch sehr gerne tanzen (aber nur bei der richtigen Musik) oder Karaoke singen (aber nur mit den richtigen Leuten). Einfach nur was trinken gehen kommt eher selten vor, ebenso wie Kino und Theater, obwohl das auch alles schön ist, nur eben nicht so häufig.

 

100. Hast du jemals gegen ein Gesetz verstossen?

Ja.

Alles anders und 1000 Fragen

Seit gestern ist alles ziemlich anders, das merken auch die Katzen. Sie sind ein wenig rastlos und verwirrt über die veränderte Atmosphäre. Und sie dürfen plötzlich im Schlafzimmer rumhängen.

Rastlos und verwirrt bin auch ich und das wird sicherlich auch noch eine ganze Weile so bleiben. Bis sich der aufgewirbelte Staub wieder etwas gelegt hat, wird es hier im Blog wohl eher (noch) ein wenig kryptischer zugehen als auch sonst schon mitunter bemängelt wird. Nur soviel: Alles wird gut, irgendwann. Und ich habe die allerbesten Freund*innen auf der ganzen weiten Welt!

Damit es trotz Kryptik aber nicht zu langweilig wird, hier die nächste Runde der 1000 Fragen an mich selbst:

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

81. Was würdest du tun, wenn du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest?

Vermutlich die Gefängnisbibliothek leer lesen und mich im Rahmen der gebotenen Möglichkeiten weiterbilden. Vielleicht würde ich auch relativ schnell zum Meditationsprofi und Yoga-Crack?

 

82. Was hat dich früher froh gemacht?

Die gleichen Dinge wie heute – tolle Menschen, gute Musik, leckeres Essen, Sonnenschein, das Meer, Katzenschnurren… Möglicherweise war die Auswirkung von Gummibärchen auf meinen Allgemeinzustand größer als heute.

 

83. In welchem Outfit gefällst du dir sehr?

In letzter Zeit habe ich mehr Spaß an Röcken und Kleidern als früher. Ansonsten Jeans, Hoodies, Sneakers… 😉

 

84. Was liegt auf deinem Nachttisch?

Viel zu viel. Im Moment u. a. zwei Becher Wasser, Nahrungsergänzungsmittel, Taschentücher (benutzte und unbenutzte) und jede Menge Bücher.

 

85. Wie geduldig bist du?

Heute mehr als früher, aber immer noch nicht besonders.

 

86. Wer ist dein gefallener Held?

Da gibt es einige… Morrissey, Johnny Depp, Bill Murray, Eric Clapton…

 

87. Gibt es Fotos auf deinem Mobiltelefon, mit denen du erpressbar wärst?

Ja.

 

88. Welcher deiner Freunde kennt dich am längsten?

Meine beste Freundin, seit immer eigentlich, allerdings ist sie ein halbes Jahr jünger als ich.

 

89. Meditierst du gern?

Wenn es gut funktioniert, bin ich motiviert und tu es dann gerne. Wenn es öfter nicht so gut geklappt hat, dann bin ich nicht mehr so motiviert und lasse es schleifen. Im Moment zum Beispiel.

 

90. Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf?

Ich bin relativ gut darin, negative Emotionen mit stärkeren, positiven zu überlagern. Zum Beispiel durch einen musikalischen Nostalgie-Trip, Gespräche mit Freund*innen, Kochen oder Zukunftsplanung jeglicher Art. Dafür muss aber ein kleiner Funken positive Emotion vorhanden und ich muss innerlich ruhig genug sein, um mich auf die neuen Emotionen konzentrieren und einlassen zu können, sonst klappt es leider nicht.

Unblogbar

Man stelle sich ein Lied der besten Band der Welt vor, denke sich einen rhythmisch passenden Text aus und ersetze das Schlüsselwort des Refrains durch „Unblogbar“. Tut mir leid, dieser Tag ist ganz und gar unblogbar.

Aber wenigstens haben wir jetzt alle nen Ohrwurm, wa?

PS: Achja, das Zitat des Tages kommt von Mama: „Karaoke?! Kann das Spaß machen?!“ Und wie, morgen! Can’t wait!

Keine Zeit, drum 1000 Fragen

Heute kommt Besuch (von der Musikstudentinnencousine, kurz Musikusine ;)) und ich werde keine Zeit zum Bloggen haben, deswegen gibts nochmal eine Runde der 1000 Fragen.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

61. Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?

Nee. Die Vorstellung, noch ein Bewusstsein zu haben und mal nach dem Rechten gucken zu können gefällt mir zwar (gerade auch für „meine Verstorbenen“), aber tief drinnen weiß ich, dass das Quatsch ist.

 

62. Auf wen bist du böse?

Selten lange auf Personen, meistens eher auf die Umstände.

63. Fährst du häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

Ich wohne in Berlin und habe weder einen Führerschein noch (momentan) ein funktionstaugliches Fahrrad 😉

64. Was hat dir am meisten Kummer bereitet?

Ein Ereignis Anfang August letzten Jahres, stellvertretend für noch zwei weitere in den letzten zwei Jahren. Kenner wissen.

65. Bist du das geworden, was du früher werden wolltest?

Kommt drauf an, wann früher. Ich bin weder Paläontologin noch Archäologin noch Schriftstellerin. Aber allem so ab der Pubertät komme ich schon ziemlich nahe.

66. Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?

Indie-Rock der Nuller Jahre, eindeutig.

67. Welche Eigenschaft schätzt du an einem Geliebten sehr?

Offenheit – in beide Richtungen.

68. Was war deine größte Anschaffung?

Das meiste Geld ging bisher außer für Reisen immer für meine Laptops drauf. Und für die drei oben genannten Ereignisse, mit allem was dranhängt.

69. Gibst du Menschen eine zweite Chance?

Ja. Auch mehrere.

70. Hast du viele Freunde?

Ja, zum Glück.

Warum singen mich gesund macht oder Reise in die Vergangenheit

Nach dem Konzertbesuch neulich und besonders seit dem konspirativen Musizieren am Mittwoch musste ich wieder öfter an meine Chor-Vergangenheit denken, in der solche musikalische Zusammenkünfte zu meinen regelmäßigsten Freizeitbeschäftigungen gehörten. War das schön damals! Nun muss man wissen, dass ich eigentlich mit einem großen dicken Vorurteil gegenüber Chören aufgewachsen bin. Die Chormusik, die ich kannte, fand ich weitestgehend langweilig. Und die Chorleute, die ich kannte, kamen immer ziemlich sektenmäßig rüber. Das mag daran gelegen haben, dass die einzigen Chorleute, die ich bewusst wahrnahm, die von Ten Sing waren, einem kirchlich angehauchten Chorprojekt, aus dem bei uns zuhause z. B. Silbermond hervorgingen. Das wirkte von außen immer wie eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich relativ undurchlässig nach außen hin abgrenzte und untereinander eine Friede-Freude-Eierkuchen-Gemeinschaft lebten, die mir irgendwie suspekt vorkam. Ein paar Jahre später gehörte ich dann zu genau so einer eingeschworenen Gemeinschaft, nur ohne den kirchlichen Aspekt. Die Gründe dafür? Freundschaft, Musik und Alkohol…

Wir schreiben das Jahr 2004 und ich studiere in Rostock. Die beste Kolleginnenfreundin (damals noch beste Kommilitoninnenfreundin) und ich gehen mindestens einmal pro Woche abends zusammen in unserem Lieblingsclub tanzen. Seit sie vor ein paar Monaten angefangen hat, in einem Chor zu singen, sind immer öfter auch verschiedene Chormitglieder dabei, die ebenfalls zu Freunden werden. Nach und nach entwickelt sich eine gewisse Routine: Montags Filmabend bei dem Freund, von dem ich bald erfahre, dass er der Chorleiter ist. Dienstags Tanzen im Club. Mittwochs Kneipenabend in der Chor-Stammkneipe und entweder donnerstags, freitags oder sonnabends nochmal Tanzen, je nach aktuellem Clubprogramm. Es sind übrigens Semesterferien, während des Semesters waren wir unter der Woche meist nur einmal tanzen… 😉 Jedenfalls, da Semesterferien sind, finden keine Chorproben statt, wohl aber die Nachprobenabende in der Kneipe. So lernen mein damaliger Freund und ich nach und nach den halben Chor schon auf freundschaftlicher Basis kennen, ohne jemals einer Probe beigewohnt zu haben. Bei den Abenden ist immer eine Gitarre dabei und irgendwann wird gesungen – Gassenhauer aus „Das Ding„, ein paar der Chorlieder (I Will Sing Hallelujah, Your Shining Eyes, Lift Your Head Up High…) und am Ende des Abends immer Nothing Else Matters in der Akustikversion inkl. jedes einzelnen Gitarrentons.

Am Ende der Semesterferien sind mein Freund und ich weichgeklopft und ab der ersten Chorprobe sind wir dabei. Ich weiß noch genau, dass wir an jenem ersten offiziellen Abend das bereits genannte I Will Sing Hallelujah endlich richtig lernten, außerdem Money Money Money von ABBA und You’re The One That I Want vom Grease-Soundtrack. Und nach der Probe ging es natürlich wieder in die Stammkneipe. Ab da gehörten wir endgültig dazu und für die nächsten 2-3 Jahre bestimmten der Chor und seine Mitglieder einen großen Teil meiner/unserer Freizeitgestaltung und weite Teile des Freundeskreises. Egal, was man geplant hatte – für jede Aktivität fanden sich Leute, die mitmachten. Zu den offiziellen Chorproben, Kneipenabenden, Chorfahrten, Probentagen und Konzerten kamen diverse Spieleabende, Filmabende, Parties aller Art, Grill-Sessions am Strand und im Stadthafen, Ausflüge zu Konzerten nach Stralsund oder Berlin… Dazu kam unser Forum auf der Chor-Webseite sowie ICQ und Co., über die wir miteinander kommunizierten, wenn wir uns nicht sahen.

Aber eigentlich sahen wir irgendjemanden aus dem Chor ohnehin jeden Tag. Mein damaliger Freund und ich wohnten sehr zentral in Rostock und so war unsere Wohnung oftmals der Treff- und Ausgangspunkt – mal geplant, mal spontan – für diverse Aktivitäten. Es gab eine Zeit, in der es täglich um ungefähr die gleiche Zeit klingelte und wir einfach nur noch die Tür öffneten. Eines der Chormitglieder wohnte quasi bei uns, weil wir ein Klavier hatten. Und eine Gitarre. Und eine Ukulele. Es bedurfte keiner Begrüßung oder Bedienung mehr, sie waren bei uns einfach zuhause, wussten wo alles war und gehörten quasi zum Inventar der Wohnung. Ich habe jede Menge tolle Leute über diesen Chor kennengelernt und einige davon gehören auch heute noch zu meinen engsten Freund*innen.

Aufgelöst hat sich das Ganze für mich irgendwann nach und nach, als sich auch der Rest meines Lebens änderte. Mit dem Freund war Schluss, irgendwann war ein neuer da. Ich lebte in einer WG, lernte neue Leute kennen und verbrachte sehr viel Zeit auf Konzerten, Festivals und in anderen Clubs als dem alten Stammclub. Eine Zeit lang ging ich noch regelmäßig zu den Proben, dann irgendwann nur noch unregelmäßig, dann nur noch zu den Kneipenabenden und irgendwann hörte auch das auf. Es hat halt alles seine Zeit. Und so ein Studierendenchor hat eine hohe Fluktuation. Menschen ziehen weg, neue kommen dazu, außerdem gibt es natürlich wie in jeder größeren Clique den einen oder anderen Konflikt aufgrund von geschlossenen und wieder gelösten Beziehungen einzelner… Irgendwann war es einfach nicht mehr das, was es mal war.

Heute aber habe ich mir die alten Noten nochmal vorgeholt. Mir ist nämlich in der letzten Zeit wieder bewusst geworden, wie gut mir dieses gemeinsame Musik machen tut. Und das Singen im Allgemeinen. Gestern und vorgestern war ich lange zu Fuß in der Stadt unterwegs und da ich meine Kopfhörer gerade irgendwie versaubeutelt habe, musste ich mir selbst was vorsingen. Da fallen mir dann oft die alten Chorlieder ein – Bohemian Rhapsody und Don’t Stop Me Now natürlich, aber auch viele andere, die ich nicht wie diese aus dem Stegreif auswendig zusammenbekomme. Deswegen also heute nochmal das Herausholen und Absingen des gesamten Repertoires – der Hase war nicht da und die Katzen sind mittlerweile relativ resistent meinem schiefen Gesang gegenüber. Und wieder einmal merkte ich: Singen ist gesund und wirkt ausgleichend und aufmunternd auf mich. Daher freue ich mich sehr auf die nun folgende Woche, in der ich nicht nur Besuch von meiner Musikstudentinnencousine bekomme, mit der ich bestimmt das eine oder andere Liedchen schmettern werde, sondern auch noch eine lustige Karaoke-Runde angesetzt ist. Denn wie sangen schon die Wise Guys:

Wenn die Luft aus der Lunge Richtung Kehlkopf fließt,
wenn das Stimmbandsystem alles gut verschließt,
wenn die Stimmlippen mitwippen, bis sie richtig schwingen,
bezeichnet man den Vorgang allgemein als ‚Singen‘.
Der Kehlkopf ist dabei der Tongenerator,
die Stimmbänder sind gewissermaßen der Vibrator.
Über sechzig Muskeln geben Gas,
doch das Allerbeste: Singen macht Spaß!

Sing!
Sing mal wieder –
Bach-Choräle, Pop oder Kinderlieder!
Sing (Sing mit)!
Band oder Chor,
oder sing dir in der Dusche selbst was vor.
Sing!
Sing wenn du verlierst!
Singen hilft immer. Aber nur wenn du’s probierst.
Sing (Sing mit)!
Auch wenn du gewinnst,
sing auch dann, wenn alle Leute denken, dass du spinnst.

Wer nicht schön singen kann – na, der singt halt laut,
denn die Hauptsache ist, dass man sich was traut.
Nur mit Scheuklappen rumtappen? Was soll das denn bringen?
Mach‘ dich einfach locker und fang an zu singen!
Wer singt, bei dem kann man ohne Sorge pennen,
weil böse Menschen eben keine guten Lieder kennen.
Das Singen, das öffnet dir Tor und Tür.
Und manche Leute kriegen sogar Geld dafür…

Sing!
Sing mal wieder –
Rock, Punk, Soul oder Weihnachtslieder!
Sing (Sing mit),
Singen ist gesund!
Sperr die Ohren auf und benutz deinen Mund.
Sing!
Sing wenn du gewinnst!
sing, wenn alle Leute denken, dass du spinnst.
Sing (Sing mit)!
Auch wenn du verlierst,
Sing deinen Frust weg, bevor du explodierst.

Sing im Stadion,
sing im Friseursalon,
sing in der Warteschlange,
sing trotz Zahnarztzange!
Sing im Abendrot,
sing auf’m Segelboot,
sing, wenn du spontan verreist,
sing, außer wenn du Dieter Bohlen heißt!
Sing, wenn du bei ’ner Taufe bist,
sing, wenn die Taufe schon gelaufen ist,
sing zur Beförderung,
sing auch bei ’ner Beerdigung!

 

Mobster Dinner: Balls

Relativ regelmäßig treffen wir uns ja an Freitagen mit einer großen Gruppe von Freund*innen zum Mobster Dinner. Der Name hat nichts mit der Mafia zu tun, sondern damit, dass beim allerersten Dinner, das unter dem Motto „Lobster“ stand, scheinbar ziemlich viel gemobbt wurde (ganz liebevoll natürlich). Daraus entstand dann eben der M-obster. Gleich geblieben ist über die Jahre, dass es jeweils ein Motto gibt, das Mobben ist hingegen mal mehr, mal weniger intensiv.

Hätten wir den ersten Teil der Überschrift geklärt. Der zweite betrifft das heutige Motto: Balls. Auch dieses hat eine etymologische Entwicklung durchgemacht, denn ursprünglich ging es dabei mal um Meatballs. Anglophile können sich vielleicht ungefähr vorstellen, auf welchen Umwegen wir von Meatballs im Speziellen zu Balls im Allgemeinen gekommen sind. Einen kulinarischen Grund gibt es aber auch: Vorspeise und Dessert bleiben fleischfrei, aber dennoch kugelig.

Jetzt essen, nicht mehr schreiben!