Tagebuch-5 im Juni

Wenigstens ist ab und an mal der 5. und zwingt mich geradezu zum Bloggen. Es gibt natürlich wie immer keine gute Entschuldigung, warum die Blogpausen so lang sind. Brauche wohl meine eigene kleine Ironblogger-Truppe (Bier ist für mich kein Ansporn).

Anyways… Der Wecker klingelte bereits um 8 und damit eine halbe Stunde früher als sonst. Grund ist die pünktliche Einnahme von Antibiotika (alle 8 Stunden, wie bringt man das sonst in einen normalen Tag unter, wenn nicht um 8, 16 und 24 Uhr?). Während der Mann sich fertig machte, um früh im Büro zu sein („da geikeln noch nicht so viele Leute auf dem Server rum“) lasse ich mir Zeit bei der Morgenlektüre. Mache mir ein wenig Sorgen um MuTZ, die in Dresden an der Elbe wohnt und denke an die Freunde und Familie des Mannes, die in Sachsen-Anhalt in der Nähe von Dessau leben – allen geht es übrigens zum Glück gut. Auch in Bautzen bei meiner Familie hat die Spree keine größeren Schäden hinterlassen.

Der erste große Kampf des Tages ist der mit meinen Haaren. Wie bringt man Haare, die bis zum Po reichen, mit Hilfe eines Haargummis und ohne Flechtkenntnisse in eine duschtaugliche Frisur? Ideen bitte in die Kommentare.

Da es dann schon recht spät ist, entscheide ich mich fürs Fahrrad (bei Sonne und blauem Himmel sowieso viel schöner) aber leider auch für die kürzere, nervigere Strecke. Die Leipziger Straße ist echt nicht für Fahrräder gemacht. Voller Schlaglöcher, die Busspur voller Lkws und parkender Autos… Dann doch lieber wieder zwei Minuten länger brauchen und dafür entspannt an der Spree langradeln. Aber man muss es ja mal ausprobiert haben.

Im Büro erwartet mich ein Stück Streuselkuchen von der Kollegin und dann der übliche Arbeitsalltag. Morrissey auf die Ohren und los gehts.

Mittags gehe ich dann zu Alnatura und decke mich mit Dingen ein, die ich in den nächsten Tagen, nach meiner morgigen Weisheitszahn-OP, essen kann. In den Korb wandern verschiedene Apfelmus-Varianten, Sojapudding, Tüten- und Dosen-Cremesuppen und Joghurt. Dann noch in der Apotheke ne ordentliche Portion Ibuprofen eingesagt und zurück. Heute ist Markt, da holen wir uns zum Mittag leckeres Fladenbrot mit Aufstrichen und Salat. Gegessen wird bei diesem Supersonnenwetter am draußen am Brunnen.

Nach der Arbeit dann der versprochene Restaurant-Besuch im Samadhi in der Wilhelmstraße. indonesische, thailändische, vietnamesische und chinesische Küche – alles vegetarisch und zum großen Teil auch vegan. Es war superlecker und eine tolle Atmosphäre mit sehr nettem Personal, dass uns sehr gut beraten hat, in Plauderlaune war und einige Details zu den Speisen in petto hatte. Wahnsinn, da gehen wir jetzt öfter hin.

Auf dem Heimweg radelten wir im beginnenden Sonnenuntergang Unter den Linden entlang, über Schlossplatz und Museumsinsel bis zum Alex und nach Hause. Schnell noch Brötchen für morgen besorgt und jetzt geht es ab in die Wanne und ins Bett.
Morgen früh um 8…

Tagebuch-5 im Mai

Der Tag beginnt zum ersten Mal gegen 9, ich checke allerdings nur kurz meine Nachrichten und lese dann, bis mir die Augen wieder zufallen. Drei Stunden lang merkwürdige Träume über fremde Menschen in meiner Wohnung. Kurz nach 12 dann vorsichtiges Aufstehen und auf dem iPad die erste Netzrunde drehen, während der Mann es sich schon eine Weile auf der Couch gemütlich gemacht hat und alte Computerspiele aus den Neunzigern zockt.

Gegen 13 Uhr dann doch Frühstücksgedanken. Zunächst müssen die Reste des gestrigen wahnsinnigen Thaicurrys mit Zuckerschoten, Süßkartoffeln und Auberginen im Kühlschrank verstaut und die Küche wieder benutzbar gemacht werden. Zum Frühstück gibt es Eierkuchen mit tieforangenen Mangos aus dem vietnamesischen Großmarkt.

Zum Abschluss gegen das sofortige Wiedereinschlafen einen doppio caffè macchiato.

Eingeschlafen sind wir nicht wieder, aber es dauerte doch deutlich zu lange, uns wieder aufzuraffen. Zunächst ging es in die Wohnung des Mannes, zum Blumengießen und Fische streicheln. Dabei mache ich meine ersten Versuche mit Vine:

https://vine.co/v/bQl9haqavLa/embed/simple//platform.vine.co/static/scripts/embed.js

Danach dann endlich ins Grüne: Mit Decke und Büchern auf die Insel der Jugend. Floße, Kanus, internationale Sprachfetzen, Kinder mit lustigen Mützen… Berliner Frühlingsfeeling deluxe. Ich lese Aaarfz von Markus Herrmann zu Ende und beschließe, demnächst einen Blog-Eintrag mit all den Abschnitten zu schreiben, die direkt von mir kommen könnten.

Zuhause folgt ein Telefonat mit meiner lieben Freundin Fabie und dann koche ich Tofu mit Wasserspinat und Wildreis zum Abendbrot. Dazu gibt es Mango-Lassi und je eine Folge Inspektor Barnaby und Gilmore Girls.

C’est tous.

Ins Haus geschneit

Ins Haus geschneit sind heute zwei Dinge. Zum Einen, wie an den meisten Dienstagen, die Biokiste. Diesmal dabei: Datteln am Zweig. Gerade naschte ich versonnen eine von den süßen Dingern und kam – wie es manchmal so ist – darauf, den passenden Wikipedia-Eintrag anzuschauen. Dabei erhaschte ich auf den ersten Blick zwei interessante Fakten (ich mag ja Fakten und nutzloses Wissen im Allgemeinen):

  • Datteln konservieren sich aufgrund ihres Zuckergehalts in dem heißen Klima, in dem sie wachsen, selbst. Zumindest bei denen aus meiner Biokiste glaube ich das auch, dass da kein zusätzlicher Zucker o.ä. dran ist
  • Es gibt in Deutschland eine Stadt namens Datteln und zwar – natürlich, wo auch sonst – im Ruhrgebiet (Alle Städte, von denen man noch nie gehört hat, wie etwa Moers, sind im Ruhrgebiet.) Wer weiß, wozu ich diese Info nochmal gebrauchen kann.
Was heute noch ins Haus schneite, war ein Päckchen von der Freundin, für die ich die Stones-Tickets gekauft hatte, die innerhalb von 5 Minuten (andere Quellen sagen: 3!) ausverkauft waren. Für solche Päckchen bin ich übrigens immer zu haben! 

Tagebuch-5

Heute findet das erste Mal Tagebuch-5 statt, das Tagebuchbloggen am jeweils 5. eines Monats. Im Interesse meiner Blogmotivation und als Ausrede, um meine Leser mit Banalitäten aus meinem Alltag zu quälen bin ich direkt zum Start mit dabei, ich alte Early Adopterin. Eine Liste der teilnehmenden Blogs findet sich beim kl. Brüllen.

Der Wecker des Mannes klingelt viel zu früh. Er möchte heute früher los und außerdem wie jeden Morgen die Sportnachrichten im Morgenmagazin sehen. Nachdem ich mich ein wenig herumgewälzt habe und meine ersten verschlafenen Blicke ins Internet geworfen habe, zwingt mich die Blase zu einem kurzen Trip ins Bad. Dabei sehe ich den Mann selig auf der Couch schlummern.

Man hat mir eine Infografik zu den Filtern auf Instagram geschickt, leider finde ich meine eigene Filternutzung nicht unter den verschiedenen Nutzertypen – ich verwende oft keinen Filter, aber meistens nicht aus Faulheit, sondern weil die Bilder auch so gut aussehen bzw. ich sie nicht farblich verfälschen möchte. Wenn ich einen Filter verwende, ist es oft Sierra oder Valencia, kann aber auch was ganz anderes sein. Jedenfalls immer je nach Motiv und nie aus Prinzip.

Rege mich auf Facebook über die immernoch (wenn auch nicht mehr staatlich) vorgenommene Rassentrennung in Rochelle, Georgia, auf, wo die Schulbehörde gemeinsam mit Eltern und Lobbyisten dafür sorgt, dass es getrennte Proms für Schwarze und weiße gibt. Der Link stammt von meiner ehemaligen Mitbewohnerin M., die in Georgia promoviert.

Während dann um 8:30 mein Wecker klingelt, befinde ich mich bereits auf der Tour durch meinen Feedreader und der Mann schaut rein, um sich auf dem Weg zur Arbeit zu verabschieden. Doch noch rechtzeitig, trotz ausgiebigem Boxenstopp im Traumland.

Kurz vor 9 bin ich mit dem Feedreader durch und entscheide mich ausnahmsweise vernünftig zu sein und nicht „nur ganz schnell“ noch die gestrige Folge Big Bang Theory zu schauen. Stattdessen besorge ich für eine Freundin, die ihre Kreditkarte verlegt hat, noch ein Ticket für die Stones im Hyde Park im Juli. Spannende Sache, da sie sehr schnell weggehen. Auf Facebook bricht schon Panik aus, als der Access Code nicht um Punkt 9 zur Verfügung steht. Ich überlege kurz, mir auch ein Ticket zu holen, denke dann aber an die Flugkosten und meine weiteren Reisepläne in diesem Jahr und entscheide mich dagegen. Schon zum zweiten Mal heute vernünftig gewesen. (Hoffentlich spielen sie auch noch in Deutschland!). Nach 5 Minuten sind die Tickets ausverkauft.

Um 9:40 verlasse ich die Wohnung, lege die Fußmatte, die jeden Freitag vom Reinigungspersonal beiseite gepackt wird, wieder vor die Tür und laufe zur U-Bahn – vorbei an den Dixi-Klos und Absperrungen, die für den Halbmarathon am Wochenende bereit stehen.

Es schneit.

Der Akkordeon-Spieler am Alex hat sich heut morgen für den Hummelflug entschieden. Passt zu meiner Eile, der Amelie-Waltzer hätte meinem Adrenalinspiegel heute besser getan.

Ich lese in dem E-Book, dass ich gestern neu begonnen habe: Could you but find it von Robert Cilley, dem Mann der FlyLady.

Um 10:05 betrete ich leicht verspätet das Gebäude, zwei Minuten später sitze ich an meinem Platz im 5. Stock und gleich liegt die erste Aufgabe vor mir: Eine dringende Änderung in einem Newsletter, der am Sonntag an über 4 Millionen User rausgeht.

Dann richte ich mir meinen Arbeitsplatz für den Tag ein. Auf dem linken Bildschirm läuft die Kommunikation – Outlook, ein Browser für Facebook, Twitter, GMail und alles, was Nicht-Arbeit ist sowie Skype. Kaum habe ich mich angemeldet erreichen mich ein Link vom Mann zum Uluru mit dem Hinweis, dass er Fernweh hat (ich beruhige ihn mit unserem Rom-Trip in wenigen Wochen) und ein GIF von einem Kollegen:

Auf dem rechten Bildschirm befindet sich die „reine Arbeit“ – der Browser mit den verschiedenen Tools, die ich zur Arbeit brauche und Word.

Zum Frühstück gibt es Smacks, Bananen und Kirschjoghurt. Der Joghurt ist vom letzten Redaktionsbrunch übrig, den Rest stellt die Firma den Mitarbeitern. Ich mache mir eine Thermoskanne voll heißem Wasser und baue mir den ersten Tee mit Saft des Tages: Alnatura Glückstee mit Kakaoschalen, Rooibos und Vanille und ein Schuss Birnensaft. Jetzt kann es losgehen.

Momentan brennt nichts an, ich kann mich also Sonderaufgaben widmen, wie der Übersetzung eines Textes für unsere Mobile App und das Testen eines neuen Prozesses, dass hoffentlich bald die Arbeit zweier Abteilungen um einiges erleichtern wird.

(Die Kollegen aus der spanischen Redaktion scheinen auch viel zu Spaß zu haben und schicken uns einen schönen Tumblr.)

Kurzer Zwischenstopp zum Geburtstagskuchen in der 4. Etage im Legal Team. Der Kollege (und ehemalige Mitbewohner vom Mann) wird 30. So sieht es in seinem Büro aus.

Mittags geht es mit Herrn Sehnenreizung für einen Salat zum Little Green Rabbit. Auf dem Rückweg nehme ich noch was Süßes beim Bäcker mit und schaue beim Mann vorbei, der gerade mit diversen Kollegen einer spanischen Mitarbeiterin zum Geburtstag gratuliert. Sie hat Kuchen mitgebracht und Brot mit Serrano-Schinken.

Es ist der letzte Arbeitstag einer lieben Kollegin, die mehr als drei Jahre hier war. Länger als ich selbst und damit definitiv zum Urgestein gehörend. Das macht es besonders traurig, denn es fehlen inzwischen so viele tolle Menschen, die früher selbstverständlich dazugehörten. Natürlich kommen auch immer wieder neue hinzu, aber die kennen eben einfach unsere Anfangsmonate nicht, in denen unzählige Abend- und Wochenendstunden auf engstem Raum uns aneinandergeschweißt haben – sowohl im wörtlichen, als auch im übertragenen Sinne. In einem Gebäude mit rund 800 Mitarbeitern freut man sich jedes Mal, wenn man eines dieser altbekannten Gesichter sieht.

Nach einer ausgiebigen Verabschiedungsrunde mit Gelächter und Tränen (und Sekt) tröpfelt der Rest des Arbeitstages relativ entspannt vor sich hin, bis um 19 Uhr endlich Wochenende ist.

Ich mache mich mit einem Topf voller verwelkterNarzissen (ein Guerilla-Gardening-Projekt) auf den Heimweg, der Mann fährt mit dem Fahrrad. Genau gleichzeitig kommen wir zuhause an. Jetzt noch schnell das Aquarium für eine Freundin aus den Keller wuchten und für morgen in den Kofferraum packen.

Dann kochten wir uns eine wundervolle Rote-Bete-Suppe und beschließen den Tag jetzt mit einem Gilmore Girls-Marathon.

That’s all, folks!

Familie

In den letzten Tagen gab es diverse Ereignisse, die meine Gedanken immer wieder auf meine Familie brachten. Ich denke viel an früher™, als ich noch klein war. An das Haus, in dem wir wohnten, an die Geschichten, die mir meine Oma erzählt hat. Überhaupt an meine Oma, an typische Redewendungen und Bewegungen, ans Stricken und Spinnen und an den Garten voller Obst, Gemüse und Kräuter. An Pflaumenknödel, Schinkenhörnchen, Müslikuchen und Nusstorte. (Seltsam, dass die meisten Menschen ihre Omas mit gutem Essen assoziieren. Wird das unseren Kindern auch noch so gehen?)

Von der einen Oma denke ich zur anderen, zur Familie meines Vaters, zu vergangenen Sommern an der Ostsee. Zu meiner eigenen Zeit in Rostock, die nun schon beinahe so lange zurückliegt, wie sie überhaupt dauerte und die trotzdem in meiner Erinnerung viel mehr Raum und gefühlte erlebte Zeit einnimmt, als die Jahre hier in Berlin seitdem. Neulich war ich in Potsdam beim Konzert einer Rostocker Band und im Publikum waren einige Leute, die ich noch von früher kannte und auf einmal war ich wieder dort und wieder Studentin und wieder, ja was, jung? Frei? (Ohje, sind solche Gedanken nicht bereits ein Zeichen des Alt-und-gesetzt-werdens? Mein Studentinnen-Ich würde mich belächeln!)

Meine kleine Cousine, die geboren wurde, als ich 15 war und in meinen Gedanken immer erst maximal 9 ist, bis ich mich mit Nachrechnen korrigiere, ist jetzt selbst fast 15. Seit Neuestem skypen wir und heute hat sie mir zum ersten Mal einen YouTube-Link geschickt. Äußerst merkwürdig, das.

Mein jüngster Onkel wird morgen 53. Vor einigen Jahren glaubten mir Kommilitonen noch nicht, dass er wirklich mein Onkel ist und nicht etwa mein Cousin. Mein ältester Onkel ist heute 80 geworden. Wie muss sich das anfühlen, den eigenen Bruder anzurufen, um ihn dazu zu gratulieren, dass er 80 geworden ist? Meine Mutter ist zum Glück sehr viel jünger als er, aber seltsam muss es doch trotzdem gewesen sein.

Ich denke an ganz viel Vergangenheit, an die Gegenwart mit großen und kleinen Wehwehchen bei so vielen in meiner Familie gerade. Und fühle mich irgendwie immer mehr erwachsen, sowohl im positiven, als im negativen Sinne. So langsam möchte ich lieber wieder an die Zukunft denken.

Biokiste und die Folgen

Es ist nicht geplant, dass es in diesem Blog nur ums Kochen und Essen geht, das vorweg – ergibt sich grad nur so, da ich jetzt die vierte Woche krank zuhause war und sonst nicht besonders viel erlebt habe. Deswegen geht es jetzt nochmal um allerlei Köstlichkeiten aus meiner neuen/alten Biokiste.

Folgendes war diese Woche drin:

Mangold, Buchenpilze, Petersilie, Bananen, Feldsalat, Gurke, Möhren und Orangen – dazu hab ich mir noch Mepfel bestellt – einen Meerettich-Apfel-Brotaufstrich.

Die Möhren sind zu einem großen Teil in einen köstlichen Apfel-Möhren-Salat à la Mama gewandert, aus der Petersilie wurde ein schönes Tabouleh (zum ersten Mal selbst gemacht). Mit dem Mangold hatte ich Gewagteres vor – eine Adaption der Pizza con l’erba, meines Lieblingsgerichts aus der ZauberkKüche meines ehemaligen Beinaheschwiegervaters.

Anders als bei einer Pizza, wie wir sie uns hier vorstellen, ist die Pizza con l’erba kein belegter Teigfladen, sondern der Teig wird zu einer Art Pastete verarbeitet. Gefüllt wird diese im irpinischen Originalrezept mit einer Mischung aus in Olivenöl angebratenen Zutaten: Endivie, Spinat, Stängelkohl, Mangold, Pinienkernen, Rosinen, Oliven und Kerbel.

Ich habe mich nun an einer Nachahmung, oder nennen wir es lieber Variation versucht. Von den Zutaten aus dem Rezept hatte ich nämlich nur Mangold, Rosinen und Oliven da. Statt Pinienkernen nahm ich Sonnenblumenkerne und statt Kerbel Rosmarin. Ansonsten hat es aber sehr gut funktioniert, nur kann ich nächstes Mal mit der Menge Teig (von 300g Mehl) gleich zwei Pizze backen – der wurde nämlich für meine Begriffe viel zu dick.

Im Uhrzeigersinn: 1. Mangold putzen und kleinschneiden und dabei Seinfeld gucken. 2. Füllung in Olivenöl mit Schalotten und Knoblauch anbraten. 3. Pizzateig ausrollen. 4. In einer flachen Auflaufform erst eine Lage Teig platzieren (an den Rändern hochdrücken!), Füllung hinein, mit einer zweiten Lage Teig abdecken. Überstehende Teigränder abschneiden und daraus Deko formen – ging in dem Fall etwas zu schnell und inspirationslos. Danach noch mit einer Gabel mehrfach einstechen und mit Olivenöl bestreichen. Kommt bei 200 Grad für ne halbe Stunde in den Ofen und kann dann warm oder kalt serviert werden. Eignet sich z.B. in kleinen Portionen als Antipasto oder sonst auch als vollwertiger Pizza-Ersatz.

 

Bei uns gab es das Ganz als Zwei-Komponenten-Abendbrot zusammen mit dem Tabouleh.

Die Buchenpilze wurden vorhin übrigens zu einem schnellen Mittagessen:

 

 

Knoblauch und Rosmarin in Olivenöl anbraten, die Pilze dazu und von allen Seiten leicht bräunen, salzen und pfeffern. Ein Stich Butter dazu und schmelzen lassen. Ich habe dann die Pilze rausgefischt und in der Butter-Öl-Gewürzmischung noch vom Vortag übriggebliebene Kartoffeln angebraten. Es war unglaublich lecker!

Wahnsinnig tolles Thai-Curry

C., die genau so verrückt auf ungewöhnliche Gerichte ist, und ich haben heute Abend ein altes Rezept aufgepeppt, dass meine Ma mal aus einer Zeitschrift ausgeschnitten hat: Neuseeländisches Kiwi-Puten-Curry. Wir haben das Ganze nach Thailand umgelagert und statt Pute gab es Quorn (mein Lieblingsfleischersatz, neben Seitan). Ansonsten war folgendes drin:

  • Kardamom, Bockshornkleesamen und Zimt – in Ghee angeröstet und gemörsert
  • Kokosmilch
  • Frischer Galgant, Chili und Thaibasilikum (von C. mitgebracht)
  • Knoblauch, Zitronengraspulver, Kaffirlimettenblätter, Limettensaft (aus meinen Vorräten)
  • 4 frische Kiwis, Guaven aus der Dose (die hatte C. noch übrig) und geröstete Macadamias
  • Palmzucker und Cashewcreme als Ausgleich zu all den sauren Komponenten
  • Reis und Salz
Es war unglaublich gut, eine perfekt ausgewogene Mischung an Aromen und Texturen, genau die richtige Schärfe… Das Quorn machte eine gute Figur als Geflügelersatz und bei jedem Stück Guave wollte ich vor Glück jauchzen. Achja, und gut hat’s auch noch ausgesehen:

Zum Glück ist noch ein kleiner Rest für morgen übrig, so kann der Mann auch mal kosten – wenn er rechtzeitig wach wird.

More Mango Madness

Gerade habe ich mir die wundervolle Seite www.mango.org noch weiter angesehen und kann sie nur jedem empfehlen. Die sind dort genau so verrückt wie ich.

Ich habe zum Beispiel gelernt, dass ein Mango-Baum in Mexiko mehr CO2 absorbiert, als beim Anbau, der Ernte und dem Transport der Mangos in die USA an CO2 ausgestoßen wird. Hätten wir doch nur mehr Mangobäume in Europa…
Außerdem gibt es auf der Seite unzählige Videos, zum Beispiel zu einem Mango Tasting mit Allen Susser:

Dazu noch einen Mango-Blog, einen Mango-Twitter-Account und diverse Mango-Rezepte. Auch als PDF zum Download. Wie großartig ist das denn?

Klicken, Gucken, Staunen, Genießen!

Mega-Mango-Marathon

Als M. ihren Besuch bei mir ankündigte und ich vorschlug, was zu kochen, gelüstete es sie nach Mango. Wer mich kennt, weiß, dass sie damit genau an der richtigen Adresse war. So wälzte ich also meine vielfältige Mango-Literatur.

The Great Mango Book ist übrigens wirklich great. Allen Susser war jahrelang Chefkoch eines Gourmet-Restaurants in Florida und ist inzwischen vor allem als Consultant für Restaurants und die Lebensmittelindustrie unterwegs. Und er ist Sprecher des National Mango Board – was für ein Traumjob! In seinem Buch beschreibt er zum einen die kulturelle Bedeutung der Mango in den tropischen Gegenden, vor allem in Mittelamerika und Florida, zum anderen liefert er eine sehr detaillierte Klassifizierung der verschiedenen Mango-Sorten (mit wahnsinnig tollen Fotos, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen) und dann natürlich diverse Rezepte, von denen ich jetzt schon einige ausprobiert habe.

Für diesen Abend suchte ich mir drei Rezepte aus, eins aus dem Mango-Kochbuch links und zwei von Allen Sussser –  ohne Tier, mit wenig Zusatzeinkäufen und wenig am Herd stehen. Bin ja schließlich krank. Zum Glück kann man aber im Sitzen schnippeln, sonst hätte es schlecht ausgesehen…

Für den Safran-Macadamia-Mango-Reis von Susser brauchte ich zunächst geklärte Butter, auch Ghee oder Butterschmalz genannt. Das ist schnell zu machen und ich habe jetzt direkt einen kleinen Vorrat davon.

Zunächst bringt man Butter auf niedriger Hitze zum Schmelzen. Dann schöpft man „das weiße Zeug oben“ ab. Danach kann man mit einem Löffel vorsichtig das Ghee aus dem Topf in ein Gefäß löffeln (Vorsicht, unten im Topf ist auch Zeug, dass man nicht dabei haben will.) Am Ende sieht das Ganze dann so aus und muss nur noch ein wenig abkühlen, bevor es in den Kühlschrank kommt:

Der Rest der Zubereitung ist relativ simpel. In besagtem Butterschmalz bräunt man Macadamia-Nüsse an. Diese werden dann beiseite gestellt und es kommen Zimt, Nelken und Kardamom in die Pfanne zum Ghee. Wenn die Gewürze ein wenig angeröstet sind, kommen Reis, Salz und Safran dazu. Mit etwas Wasser ablöschen, aufkochen lassen und dann auf niedriger Flamme köcheln lassen, bis der Reis die gewünschte Konsistenz hat, bzw. das Wasser aufgenommen hat. 
Dann schmeißt man die Macadamia-Nüsse wieder rein, ebenso wie Mango in mundgerechten Stückchen und eine Handvoll Rosinen – fertig.

Ebenfalls eine Susser-Kreation ist der Mango-Avocado-Salat, in den beim nächsten Mal unbedingt weniger Chili reingehört… Aber lecker war er doch:
 
 
Zunächst werden Gurken, Cherry-Tomaten und gekochte grüne Bohnen kleingeschnippelt. Ich habe TK-Bohnen genommen und sie im gefrorenen Zustand geschnitten und danach erst gekocht. Das Ganze wird dann vermischt und kalt gestellt. Danach zaubert man ein Dressing aus Reisessig, Rohrzucker, Limettensaft und frischer Chili und stellt auch das kühl. Vor dem Anrichten werden dann eine Mango und eine Avocado kleingemacht, frische Minze gehackt und der Salat zusammengemischt. Fertig. Bei Susser wird übrigens geschichtet: Große Scheiben Mango und Avocado unten, Rest-Gemüse obendrauf, Dressing drüber, mit Minze garniert. Das war mir in dem Moment zuviel, also alles schön deutsch durcheinander. Laut Rezept gehören auch noch Bohnensprossen dazu, die hatten sie aber leider im Supermarkt gestern nicht.
Bleiben nur noch die Indischen Gewürzlinsen mit Mango aus dem Mango-Kochbuch von Erica Bänziger und Manfred Heiler. Das stammt übrigens aus der Schweiz und wurde in Rostock in der Ökovilla für mich gekauft – ein Geburtstagsgeschenk von vor vielen Jahren, u.a. von der lieben @Fiann von copper, boom!

 

Dafür werden zunächst Nelken, Zimt, und Kardamom (schon wieder, müssen DIE Mango-Gewürze sein) angeröstet und dann im Mörser zerkleinert. Dann kocht man rote Linsen mit frischem Chili, schwarzem Pfeffer, Curcuma und den gemörserten Gewürzen. Das dauert etwa 10-12 Minuten, dann sind die Linsen weich. Dann kommen nur noch die kleingeschnittene Mango, zwei EL Sesam-Öl (hatte ich nicht, deswegen bei mir Erdnuss-Öl) und frischer Koriander dazu und fertig ist die Gartenlaube:

Einkaufen musste ich für die ganze Schlemmerei nichts, was ich nicht sowieso als Basics gerne im Haus hätte oder als frisches Gemüse und Obst sowieso regelmäßig kaufe. Nur die Bohnensprossen… aber die habe ich ja auch weggelassen. Für drei Leute wars ganz schön viel, so dass ich heute noch eine schöne Portion zum Mittag übrig habe. Win-Win sozusagen.
Achja und von den Kernen der beiden Chilischoten habe ich mir dann noch fix ein Chili-Öl gebastelt, mal gucken, wie das wird:

Mehr

Es ist zwar etwas klischeebehaftet, sich gerade zu dieser Jahreszeit neue Dinge vorzunehmen, aber ich möchte jetzt ja auch nicht extra abwarten, bis die Vorsatz-Saison vorbei ist. Außerdem bin ich immernoch krank (22 days and counting) und habe dadurch Muße zu reflektieren, was in meinem Leben gut ist und was noch besser werden könnte. Dass nichts an meinem Leben schlecht ist, ist ja auch schonmal eine schöne Erkenntnis. Ich nehme mir also vor, in Zukunft noch mehr von den Dingen zu tun, die mir gut tun und mein Leben bereichern:

Mehr gutes Essen

Ich habe in den letzten Tagen zweimal Brot gebacken, im Bioladen Brühe und gutes Olivenöl gekauft, mich an der Käsetheke mit leckerem Käse ausgestattet und mir bei der Zubereitung meiner Nahrung große Mühe gegeben – von der einfachen Stulle über den Obstsalat bis zum Rührei mit Tofubratwürsten und angebratenen Tomaten zum Neujahrsbrunch. Gerade sitze ich über meinen _beiden_ Mango-Kochbüchern und überlege, was ich morgen Abend koche, wenn meine ehemalige Mitbewohnerin M., die in Georgia lebt und die ich daher nur etwa ein Mal im Jahr sehe, zu Besuch kommt. Ab nächster Woche möchte ich auch wieder eine Biokiste haben. Ich liebe gutes Essen, ich koche und backe unheimlich gerne und ich mag es, mit Menschen gemeinsam Mahlzeiten zu zelebrieren. Daher: Mehr gutes Essen. (Und ab und zu dabei den Fernseher auslassen…)

Mehr dokumentieren

Wenn ich in anderen Blogs Zusammenfassungen dessen sehe, was die Betreiber in einem bestimmten  Zeitabschnitt gelesen haben oder welche Filme und Serien sie gesehen haben, werde ich immer ein wenig neidisch. Dabei liegt es ja einzig und allein an mir, mir diese Dinge aufzuschreiben. Ebenso geht es mir zum Beispiel mit den Namen von Käsesorten, mit den Dingen, die ich gekocht und in Restaurants gegessen habe, mit Serien, Büchern, Bands, Filmen, Comics, Apps, etc., die ich beim Surfen im Netz entdecke oder von Freunden empfohlen bekommen habe. Oder mit Läden, Restaurants und Markständen, die mir unterwegs so auffallen. All das möchte ich mir ab jetzt irgendwo gesammelt und gut strukturiert notieren und gegebenenfalls auch verbloggen. (Bonus-Aufgabe: eine Datenbank meiner Bücher, Filme und Alben erstellen und pflegen, am besten auch online, so dass ich nicht mehr vor den DVD-Angeboten stehe und überlege, ob ich diesen Film nicht schon letztes Jahr gekauft habe.)

Mehr Kontaktpflege mit Nicht-Kollegen

Da ich in einer Firma mit durchschnittlich sehr junger Belegschaft arbeite – meine jüngste Kollegin ist noch keine 20, der Großteil ist zwischen Mitte 20 und Mitte 30 – vermischen sich Kollegen und Freundeskreis zu einer großen Masse. Das wird natürlich noch dadurch verstärkt, dass ich viele meiner Freunde mit ins Boot geholt habe, dass der Mann auch dort arbeitet und seine Kollegen mit in die Waagschale wirft und dass ich mit sehr vielen meiner Kollegen auch bei Facebook befreundet bin. Und natürlich sind auch viele meiner Kollegen großartige Menschen, mit denen ich gerne meine Freizeit verbringe. Dummerweise führt das aber auch dazu, dass in den Gesprächen die Arbeit nie ganz außen vor bleibt und dass man sich leichter mal breitschlagen lässt, den Kollegenfreunden auch nach Feierabend, am Wochenende oder vom Krankenbett aus für Fragen zur Verfügung zu stehen. Nicht zuletzt führt es leider auch dazu, dass sich meine anderen Freunde in gemischten Runden manchmal ausgeschlossen fühlen oder ich den regelmäßigen Kontakt zu ihnen vernachlässige – ganz einfach, weil es mir nicht auffällt, da ich ja den ganzen Tag über von Freunden umgeben bin. Daher: Öfter und aktiver mit Freunden fernab vom Arbeitsumfeld treffen.

Mehr bloggen

Das trendet ja gerade sowieso. Ich merke auch immer wieder, dass es mir fehlt. Nur fehlt mir meist auch der Stoff. Aber wenn das mit den anderen Mehrs funktioniert, sollte es ja jetzt an Stoff auch nicht mehr mangeln. Im Notfall muss ich mir eine Nicht-gebloggt-Kasse einrichten, wie die Menschen von Iron Blogger Berlin. Nur gäbe es bei mir statt Bier wahrscheinlich Käse.

PS: Apropos Käse und Dokumentation – Zum Frühstück gab es Ziegengouda, Président Le Saint Morgon, Gudbrandsdalen, einen Cranberry-Käse, Cheddar und meinen neusten Favoriten, mit Dank an @fabievesper vom fabieblog, die ihn bei ihrem letzten Besuch gekauft hat, Morbier.