Brunch, Baby, Berlin

Heute war ein Tag mit drei großen B’s – lauter kleine Begebenheiten, die diesen Donnerstag besonders machten.

Brunch
Es war wieder einmal Zeit für unser Redaktionsbrunch. Mein Beitrag dazu war eine spontane Eingebung gestern Abend: Sultans Freude andersherum/revisited/inside out/in reverse. Wer’s nicht kennt, Sultans Freude ist ein gar köstlicher Frischkäse-Aufstrich, den man zumeist im Bioladen kaufen kann. Er enthält orientalische Gewürze und Datteln. Ich kaufte also Datteln und Ziegenfrischkäse und baute das Ganze dann zuhause einfach aus der Erinnerung nach – mit Olivenöl, Curry-Pulver und je einer Extraportion Cumin, Curcuma und Zimt. Dazu noch ein paar schwarze Sesamkörner und fertig war die Creme, die sehr originalgetreu schmeckte. Damit wurden dann die Datteln gefüllt, was eine ziemliche Futzelarbeit ist. Effekt und Geschmack lohnen den Aufwand aber!
Baby

Ein Ex berichtete mir heute von seinem Baby, das vor vier Wochen geboren wurde. Wer mein Blog zwischen 2006 und 2008 las, wird sich an ihn erinnern. (Gleiche URL, aber die Beiträge sind leider verlorengegangen…) Das Baby trägt einen Zweitnamen, der ihm schon damals viel bedeutete und auf dem Foto auch seinen Seitenscheitel. Wie Arsch auf Eimer sozusagen. War ein schönes Gespräch und da ich nächste Woche in der Gegend bin, treffen wir uns vielleicht nach über fünf Jahren mal wieder (das zweite Mal seit der Trennung). Bin gespannt – es ist so viel passiert seitdem.
Berlin
In der Bahn saß mir heut ein fremder älterer Herr schräg gegenüber und sprach mich an, obwohl ich in mein Buch vertieft war. „Entschuldigen Sie, darf ich Sie etwas fragen? Was ist für Sie das Schönste an Berlin?“
.
.
.
.
.
.
(Das musste ich jetzt mal wirken lassen.)
Nach kurzem Nachdenken antwortete ich: „Dass es hier alles gibt.“ Aus Angst, er könne mich nicht richtig verstehen, fügte ich noch hinzu: „Außer dem Meer ist einfach alles da, was man so braucht.“ Besser. Und zutreffend. Was das nun genau heißt, darf er und dürft Ihr Euch nun selbst überlegen.

Alltag Nr. 1

Heute ging es wieder los mit der Arbeit – zum Glück mit der Spätschicht. Ich beglückwünsche mich ja jede Woche, dass ich nach dem Wochenende (und nun auch nach dem Urlaub!) erst um 11 anfangen muss.

Mit dem Direkt-Nach-dem-Aufstehen-Anziehen hat es auch geklappt, wenn man statt Schnürschuhen meine Hausschuhe zählt und nicht einkalkuliert, dass ich vor dem Aufstehen noch etwa eine halbe Stunde im Bett liege und Mails, Facebook, Twitter, Instagram etc. checke.

Aber sobald ich einmal aus dem Bett war, legte ich sofort richtig los. So konnte ich heute morgen noch die restlichen Sachen auspacken, ein wenig aufräumen, die Reste vom gestrigen Abendbrot für die Arbeit einpacken und in Ruhe zuhause frühstücken. Es gab Haferflocken mit warmen Pflaumen, Leinsamen und Sonnenblumenkernen und zwei Tassen Jasmintee.

Im Büro lief es, wie erste Tage nun einmal so laufen – viele E-Mails nachlesen, viel Neues, das auf einen reinprasselt. Dazu kamen dann noch drei verschiedene Sitzungen und mein erster Einsatz als Schriftführerin beim Betriebsrat – die Kollegin, die das sonst macht, ist im Urlaub. Morgen darf ich mich dann gleichmal an einer ordentlichen Sitzung versuchen.

Die durch das „Essen von zuhause“ freigewordene Mittagspause verbrachte ich mit dem Leveln bei Ingress – jetzt Level 5 – und dem Kauf eines neuen Deos. Das war dann auch das einzige Geld, dass ich heute ausgegeben habe.

Nach der Arbeit habe ich dann weiter aus den Vorräten gekocht. Begonnen hat es mit einer vagen Idee von Zucchini, Knoblauch und Couscous, angereichert mit eingekochten Tomaten aus dem Keller. Am Ende wanderten noch getrocknete Feigen in die Pfanne, gemeinsam mit einem guten Schuss Rotwein, Kräutern der Provence, Cumin, Zimt und Petersilie. Es wurde also irgendwie eine Art marrokanischer Pamps daraus, der sehr lecker war und auch noch für morgen Mittag reicht. \o/

Danach dann noch mehr Produktivität: Neuen Router installieren (bis zu dem Punkt, an dem ich morgen mit dem Provider telefonieren muss, weil man mir scheinbar die WLAN-Funktion geklaut hat), sowie weiter Post und E-Mails bearbeiten.

Am Ende wieder FlyLady: Das Waschbecken in der Küche ist wieder „shiny“. Der morgige Babystep ist das Wiederholen der bereits getanen: Sink shinen und Anziehen, sobald man aufsteht. Das krieg ich hin!

Wieder da und direkt Tatendrang

Um 8 klingelte der Wecker, da hatte ich mich schon zwei Stunden lang im zu heißen Hostelzimmer mit zu harter Matratze und schnarchendem Nachbarn herumgewälzt. Aufstehen, Sachen packen, frühstücken, zum Bus laufen, einchecken, fliegen, S-Bahn fahren… Gegen 18 Uhr waren wir zurück in unserer Wohnung, hatten die Katzen begrüßt und das Gepäck abgelegt. Normalerweise würde ich mich in solch einer Situation flach auf die Couch packen und den Rest des Tages nix mehr tun. Stattdessen tat ich das Folgende und fühlte mich dabei sogar noch gut:

-Auspacken und größtenteils sofort wegräumen (ein Rest bleibt für morgen früh)
-Eine Ladung Wäsche waschen und aufhängen
-Mit dem Bruder telefonieren und den Eltern skypen
-Tomaten und Radieschen vom Balkon ernten
-Äpfel, Birnen und Pflaumen von den Bäumen im Hof auflesen
-Ofengemüse aus Balkon-Paprika, Schwiegergarten-Zucchini und Kühlschrank-Mais zubereiten, mit Markt-Olivenöl, selbstgetrocknetem Salbei und Kräutern der Provence von einer Freundin
-Dazu gab es Balkon-Salat aus Gurke, Radieschen, Tomaten und Petersilie sowie einen veganen Birnencrumble mit Haferflocken, Kokosöl und Agavendicksaft (und Zimt)
-Die unreifen Birnen mit einem reifen Apfel in eine Papiertüte gelegt – zum schnelleren Nachreifen
-Die Radieschenblätter gewaschen und eingedost in den Kühlschrank gestellt für zukünftige Essenszubereitungen
-Äpfel ausgeschnitten und zwei Gläser Apfelmus gekocht
-Pflaumen genascht
-Post durchgesehen und priorisiert
-Babystep Nummer 1 von der FlyLady erledigt („Shine your sink!“)
-Katzen gekuschelt, getwittert, geinstagramt, Blogs gelesen
Jetzt liege ich in der Badewanne. Noch vor Mitternacht werde ich im Bett liegen und über meinem Buch eingeschlafen sein.
Mal sehen, ob ich diese neugewonne Produktivität in den Alltag retten kann und ob ich morgen Babystep 2 schaffe: Get dressed to lace-up shoes right when your feet hit the floor in the morning…

Gute Dinge diese Woche

Nur kurz, ich muss gleich schlafen gehen, ein paar Highlights dieser Woche:

-RL und Netzleben in einer Kneipe zusammengebracht und dabei einen sehr tollen Abend gehabt 
-Die ersten zwei Einheiten beim Kieser-Training absolviert
-Eine Runde beim Kneipenquiz gewonnen
-Freunde nach langer Zeit wiedergetroffen
-Ein zwei Wochen altes Baby kennengelernt
-Auf meiner mentalen Berlin-Karte wieder ein paar Gebiete miteinander vernetzt (aka 14 km durch Kreuzberg, Neukölln und Friedrichshain gelaufen)
-Einen netten Co-Workingspace mit Grill in der Dusche und Skateramp „aus Bock und Holz“ besucht
-Bingewatching von The Carrie Diaries (16 Folgen seit gestern Abend)
-Familienabend mit Bruder und Schwägerin
-Jede Menge Balkontomaten
-Chia-Seeds ausprobiert und fast jeden Tag gegessen
-Pasteis del Nata, Matcha-Eistee, Mandarinenlimo 
-Marina Weisbands „Wir nennen es Politik“ ausgelesen 
-Ganz viel Getwitter

Previously in dieser Woche

Die App sagt, ich bin diese Woche mehr als 40 km gegangen. Augmented Reality sei Dank. Das Ingress-Spielen macht, dass ich meine Vorsätze vom Anfang des Jahres wieder aufnehme: Jeden Tag spazieren gehen, in der Mittagspause herumlaufen, ergo Mitgebrachtes während der Arbeit essen, ergo kochen. Und da sage noch einer, Smartphones und Spiele wären ungesund. Mal gucken, wann die Portale ihren Reiz verlieren…

Räucherfisch vom Ostseewochenende mit Kartoffel-Rote Bete-Salat

Ofengemüse mit Basilikum, Minze und Petersilie

Linsen-Möhren-Pilz-Kokos-Eintopf

Außerdem endlich beim Streetfood Thursday gewesen. Zu viele Menschen an diesem Regentag, aber gutes Essen. Besser wäre: Kleinere Portionen und kleinere Preise für mehr Auswahl. Ich hatte:

Nigerianisches: Kokosreis, Bohnen, Kochbananen und Melonenkernsauce

Belgisches: Brüsseler Waffel mit heißen Kirschen und Sahne

Berlinisches: Gurken-Zitronen-Eis
Und noch so: Auf dem Balkon gibt es jetzt Tomaten, Gurke und Paprika. Biokiste und Besuch des Mannes beim Elterngarten Sorgen für einen vollen Kühlschrank. Es kann also so weitergehen…
Ansonsten gab es noch die Bowie-Ausstellung mit den entsprechenden anzunehmenden Ohrwürmern. Kann ich sehr empfehlen und man kann auch ohne Schwierigkeiten alleine hingehen – man bekommt von seinen Mitmenschen sowieso nichts mehr mit, sobald man erst einmal drin ist. Und: Zeit lassen, es war dann viel zu schnell vorbei, weil ich mich so beeilt habe. Dachte die anderen sind alle vor mir, am Ende war ich als erste draußen…
Und: Katzen natürlich.

Baywatch-Nimbin

Noosa und ich haben gestern 30 Rock zuende gesehen. Nächste Projekte: Parks and Recreation und Father Ted (letzteres zur Urlaubsvorbereitung – noch 26 Tage bis Irland.

Diese dummen, dummen Menschen

So lange diese WM noch nicht ganz vorbei ist, kann ich ja nochmal so richtig vom Leder lassen über alles, was mich in den letzten Wochen aufgeregt hat. Die Überschrift ist übrigens ein Zitat von einer lieben Kollegin, das im Arbeitsalltag immer mal wieder Anwendung findet, etwa, wenn Vertreter anderer Abteilungen auch beim drölfzigsten Mal noch die selben Fehler machen und man sie dann wieder darauf hinweisen muss. Aber so ist es nunmal: Wir leben alle in unseren Blasen und auf unseren Tellern und kennen uns da super aus, haben aber wenig Einsicht darüber, welche Wellen unsere Taten über dem Tellerrand so schlagen. Also, vollstes Verständnis für diese typischen Arbeitssituationen!

Kein Verständnis hingegen für die Welle des dummdreisten Nationalismus, der seit Wochen überall herrscht. Ich habe ja überhaupt nix dagegen, dass man sich freut, wenn die deutsche Elf guten Fußball spielt und damit auch noch erfolgreich ist. Aber muss man deswegen so eine militaristische Rhetorik, gewaltverherrlichende Bilder und Symboliken aus den dunkelsten Kapiteln der Menschheitsgeschichte wieder hervorholen? Nein, muss man nicht, das war eine rhetorische Frage.

Ebenso unverständlich finde ich es, wenn diese angeblichen „Fußballfans“ ganz schnell die schweren Geschütze auffahren, sobald man mal eine andere Mannschaft als die deutsche gut findet. Das war wirklich auffällig: Als ich am Tag des Halbfinales zwischen den Niederlanden und Argentinien im Oranje-Trikot unterwegs war, erlebte ich alles von abschätzigen Blicken, eingefrorenem Lächeln, interessiertem oder kritischen Nachfragen bis hin zu indirekten Drohungen. Da wurde mein Freund gefragt, warum er mich so aus dem Haus gehen lässt (Das öffnet ja auch nochmal ne ganz andere Schublade an *istischer Kackscheisse). Es wurde vorgeschlagen, das Trikot zu verbrennen, falls die Niederländer Weltmeister würden. Es wurde über mich gesagt, ich würde Hochverrat begehen. Ich meine, gehts noch? Es ist Fußball. Ein Spiel. Und angeblich geht es Euch doch um den Sport und nicht um Nationalismus? Die ganzen Fahnen schwenkt Ihr doch nur aus purem Fandom und nicht etwa, weil ihr so endlich mal wieder Herrenmenschen spielen könnt, oder?

Interessant zu beobachten war übrigens, dass einige Kollegen, die ich auch im Nicht-WM-Alltag als Fußballkenner erlebe, den ganzen Blödsinn nicht mitmachen. Da wird vielleicht mal im Spaß ein Spruch gemacht, dann aber auch gleich relativiert und über die Stärken und Schwächen der verschiedenen Mannschaften geredet. Als echter Fußballfan ist man schon auch mal für Argentinien oder die Niederlande, evtl. sogar Italien, wenn einem die deutsche Mannschaft nicht stark genug ist (oder der Trainer immer die Falschen aufstellt). Diese Leute sind wahrscheinlich auch ganz froh, wenn der ganze WM-Trubel vorbei ist und der „echte“, der Vereinsfußball, wieder das Geschehen bestimmt.

In dieser Welt ist man über plumpen Nationalismus dann auch einfach schon weit hinaus. So wie viele in meinem Umfeld von einer Welt ohne Nationalstaaten träumen, so dass so eine WM irgendwie auch ein Anachronismus ist – auch wenn es Spaß macht zuzusehen, aber für mich könnten dort eben auch einfach die Lilanen gegen die Gelben spielen, der Effekt wäre der Gleiche und die fantasievolle Kostümierung der Fans wahrscheinlich ebenso spannend.

Die gleichen Leute übrigens, die sich brachialer und martialischer Rhetorik bedienen und für die heute Abend die Welt unterginge, wenn Argentinien gewinnt, die zeigen diese Einstellung noch auf eine ganz andere hässliche Weise. Als ich diese Woche die Meldung über den von Asylbewerbern besetzten Fernsehturm auf Facebook postete, erbrachen sie ihre Meinung zu dieser relativ harmlosen, aber effektive Form des Zivilen Ungehorsams in meine Timeline. Was sich diese Leute erlauben würden und sie sollten doch bitte vom Turm springen, damit die armen armen Menschen, die wegen ihnen nicht raufkönnten, Genugtuung bekämen. Überhaupt sollten sie einfach mal die Fresse halten und abwarten und nicht aufmucken, wenn sie schon in diesem Land sein wollen. Und sie würden doch für nachfolgende Bewerber, die es „ehrlich meinen“ (HÄ?) alles nur schwerer machen. Da kotzte ich dann beinahe auch.

Nicht erst seit diesem Tag frage ich mich, ob man ehemalige Klassenkameraden, entfernte Verwandte und aktuelle Kollegen einfach entfreunden sollte. Oder ist das dann wieder irgendwie intolerant, die Augen vor der Realität verschließend oder feige, weil man eben nicht versucht, diese dummen, dummen Menschen zu überzeugen?

Leerer Luftballon

Ich hänge auf der Couch wie ein Luftballon, der die ganze Woche lang gute bunte Laune machte und aus dem jetzt so langsam alle Luft herausgewichen ist. Uff, war diese Woche viel los…

Am Montag hatte ich Spätschicht und traf mich danach mit meinem Bruder zum Essen. Danach musste ich noch dringend baden. Schlafenszeit: So gegen 1. Aufwachzeit: So gegen 5 Uhr. Aus Gründen, über die ich des häuslichen Friedens wegen einen Mantel des Schweigens breite. Ihr versteht.
Der Dienstag brachte das Deutschland-Brasilien-Spiel, dass wir bei Freunden sahen. Schlafenszeit: So gegen 2.
Am Mittwoch hatte ich wieder Spätschicht und war dann das einzige Mal diese Woche abends zuhause. Es lief ja aber trotz allem Fußball und zwar bis zum Elfmeterschießen. Schlafenszeit: So gegen 2.
Donnerstag dann keine Spätschicht, denn nach der Arbeit fuhr ich mit einer Freundin zu einem Konzert nach Potsdam. Da muss man dann abends auch erstmal wieder heimkommen. Schlafenszeit: So gegen halb 2.
Um wenigstens ein bisschen Schlaf nachzuholen nahm ich am Freitag die Mittelschicht. Nach der Arbeit war es dann Zeit für meinen ersten Junggesellinnenabschied (zu diesem Thema evtl. demnächst mehr). Schlafenszeit: So gegen 4.
Heute morgen klingelte mein Wecker dann aus unerfindlichen Gründen nicht. Zum Glück wachte ich pünktlich um 10 auf, klappte meinen Laptop auf und konnte mit der Arbeit beginnen.
6 Tage, viel Zeug (großartiges Zeug!) und gigantisch wenig Schlaf. Dieses Wochenende jetzt habe ich mir aber mal sowas von verdient. Vielleicht leiste ich mir auch gleich noch ein Nickerchen vor dem Spiel um Platz 3.
Erstmal tief durchatmen, damit der Luftballon sich wieder füllt…

Tagebuch-5 im Juli

Gestern war es wieder soweit, Frau Brüllen fragte: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Wir stehen trotz Sonnabend früh auf, da wir zum Mittagessen bei den Eltern des Mannes sein wollen – das sind ca. anderthalb Stunden mit dem Auto und einiges muss vorher noch erledigt werden. Ich lege zum Beispiel Wäsche zusammen und packe endlich mal mein Urlaubsgepäck von letzter Woche aus und weg. Der Mann gießt die Balkonpflanzen und erntet unten Brennesseln, die in die Blumentöpfe kommen, damit das Gießwasser nicht so schnell verdunstet. Unser Balkon ist inzwischen ein richtiger Garten und die Tomaten brauchen nicht mehr lange, bis sie rot sind.
Dann packen wir unseren Kram zusammen, holen uns noch einen Kaffee im Stammcafé inklusive ausführlichem Schnack mit dem Besitzer (Geht alle ins Café Eckstern!!), halten kurz am Buchladen um die Ecke, um den bestellten Irland-Reiseführer für unseren diesjährigen Sommerurlaub abzuholen und dann geht es on the road dorthin, wo es kein Internet gibt.

Nach dem Mittagessen machen wir uns recht bald auf zur Hauptattraktion dieses Wochenendes: Der Sohn unserer Freunde wird drei und es steht eine Cars-Geburtstagsparty im Garten an. Die Kinder machen ordentlich Radau, es gibt Unmengen zu essen und nette Gespräche. Ich bin scheinbar super im Schaukel anschubsen und beim Rutschen assistieren. Nach noch mehr Essen räumen wir dann kurz nach 21 Uhr alles zusammen und setzen uns vor den Fernseher. Holland gewinnt, mit Hängen und Würgen.

Dann fahren wir wieder zurück zu den so-called Schwiegereltern und schlafen laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaange. Am nächsten Morgen (es ist inzwischen der 6., aber das muss noch mit rein) finde ich in der Küche ungefähr ein halbes Kilo Himbeeren vor, dass beim Kuchenbacken übrig geblieben ist. Ich esse so schnell ich kann, aber leider schaffe ich es nicht mehr, bevor wir zum Mittagessen aufbrechen müssen 😉

Fast wie Sommerferien

Den Großteil der letzten Woche habe ich mit einer Schulung zugebracht. Mit Ferien kann man das natürlich nicht wirklich vergleichen, aber die Abwechslung vom Büroalltag ist nicht zu unterschätzen: Statt 8 Stunden mehr oder weniger gleichförmiger Schreibtischarbeit mit den üblichen Unterbrechungen, Meetings und Küchengängen eine Reise zurück in die Vergangenheit: Vier 90-Minuten-Blöcke am Tag, ein Dozent und 17 Mit-Teilnehmer, dazwischen mehrere kurze Pausen und eine lange – das fühlte sich fast wie früher an der Uni an. Ich bin in der letzten Woche also mal eben ein paar Jahre jünger geworden, sozusagen. Ohje, wie „früher an der Uni“ schon klingt. Aber es ist jetzt auch wirklich schon sechs Jahre her, dass ich meinen Abschluss gemacht habe. Hat auf jeden Fall Spaß gemacht, mal wieder gezielt und systematisch etwas zu lernen, ich finde, das kommt im Arbeitsalltag zu kurz.

Auf diese überaus erfrischende und lehrreiche Schulungswoche folgt nun eine noch entspannendere: Ich habe nämlich tatsächlich Urlaub. Morgen früh geht es los: Mein Rucksack und ich reisen eine Woche lang quer durch Deutschland und besuchen erst meinen Bruder und danach diverse Freundinnen. Die Reise geht von Berlin nach Bremerhaven und Bremen, nach Münster und Bielefeld, nach Tübingen (wo ich eine Internetbekanntschaft zum ersten Mal live treffen werde, die ich jetzt schon seit über 15 Jahren pflege) und zum Schluss nach München. Auch hier freue ich mich über viele neue Eindrücke, das Rauskommen aus dem Alltag und das relativ freie In-den-Tag-hineinleben. Alleine durch fremde Städte laufen, hoffentlich ein paar regionale Gerichte probieren, im Zug viel lesen und an den Abenden spannende Gespräche führen… Das wird gut.

Ich weiß allerdings auch schon jetzt, dass ich meine drei langhaarigen Mitbewohner – also den Mann, Noosa und Nimbin 😉 – zwischenzeitlich auch ganz schrecklich vermissen werde. Aber so soll es ja sein beim Reisen: Sich freuen, wenn man losfährt UND wenn man zurückkommt. Na dann los…

12 von 12 im Juni

Man hangelt sich so von 5 zu 12, wa? Im Moment ist aber auch immens wenig Zeit zum Bloggen. Ständig feiert irgendwer irgendwas oder man muss zu Konzerten, Essensverabredungen oder ins Büro. Vielleicht wird es ab nächster Woche etwas besser, ich hab da noch einiges auf Halde. Jetzt aber erstmal 12 von 12. Die anderen gibt es bei Draußen nur Kännchen.
Zum Frühstück meine beiden Lieblingsfrüchte: Erdbeeren mit Mango-Joghurt. Ich halte es mit den Erdbeeren so wie Frau Schnips:
Im Büro sind alle im WM-Fieber, wenn auch nicht unbedingt immer aus sportlicher/fußballerischer Sicht. Die Kolleginnen kleben sich zum Beispiel Panini-Bildchen auf die Telefone… Und irgendwer meinte, wir müssten alle diese Fahnen irgendwo hinkleben. Ich wollte erst nicht, aber Frau Teamlead hat dann eigenmächtig meine Tastatur verschönert. Immerhin mit dem richtigen Winkelement – sie kennt mich gut. Ich könnte wohl mal meine Tastatur putzen…
Zum Mittag hatte ich Lust auf Chinesisch und ging daher mit @rammc zu China City und bestellte mir all das, was ich an der chinesischen Küche am liebsten habe: Gedünsteten Pak Choi mit ordentlich Knoblauch und dazu Glasnudeln, Morcheln und Bambussprossen. Mjam.
Danach machten wir einen Abstecher zum Lidl, der sehr ertragreich war, fotografisch gesehen… Pringoals hat also merkwürdige WM-Sorten…

…während hier jemand augenscheinlich Arizona Ice Tea kopiert…
…und diese Aktion wohl eher „Beef and Grief“ heißen sollte.

Zurück im Büro gab es dann doppelten Nachtisch: Das Goods-Team spendierte uns eine Runde Eis…

…und von Frau Teamlead gabs Muffins in Fußballform als Dankeschön für unseren Sondereinsatz letzte Woche.

Kurz vor Feierabend fiel zwei Kolleginnen auf, dass sie quasi gleichgemustert herumliefen.

Auf dem Rückweg las ich diese schöne Szene über Opa Kevin.
Zuhause bereitete ich mich auf einen Fußball-Abend allein vor – der Mann boykottiert diese WM aufgrund all der Dinge, die fragwürdig bis unwürdig gelaufen sind in der Organisation. Ich bewundere diese Haltung, kann mich aber der Tradition nicht ganz erwehren. So fährt der Mann also angeln (und hört dort das Spiel, weil Béla Réthys Kommentar über den ganzen See schallt… Und ich darf endlich mal wieder Rhabarber essen. Das Rezept in Kürze: Rhabarber in Ahornsirup marinieren, dann Wasser dazu und kurz aufkochen. Dazu gibts Vanille-Kokospudding aus Vanillepuddingpulver, Kokosmilch und Palmzucker. Nochmal Mjam.

Und dann geht das Spiel los – hier im Bild eine Aktion für den Frieden und wie es aussieht auch die Diversität. Immerhin etwas.